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Autor Thema: Ältere ALG II Leute  (Gelesen 10361 mal)

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Offline Annemarie

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Ältere ALG II Leute
« am: 02. November 2016, 03:16:58 »
Ob es hier reinpasst? Wenn nicht löschen oder verschieben.
Möchte folgendes zur Diskussion stellen:  ALG II Empfänger ü 55 haben kaum eine Chance eine feste Erwerbstätigkeit zu bekommen, das ist Fakt. Mini Jobs sind noch möglich, die allerdings fast vollständig angerechnet werden, bis halt auf diese lächerlichen 120 -160 €.
Manche der Leute haben die Möglichkeit ein paar € "schwarz" zu erwirtschaften, was aber irgendwie nicht wirklich .......
Ältere haben oft Haustiere, siehe meinen Beitrag, benötigen selbst zusätzliche Gelder , z.B. für eine Brille oder  wichtige Dinge im Haushalt, die von dem normalen Regelsatz  kaum zu tragen sind, aber vom Jobcenter nicht bewilligt werden.   
Was haltet ihr davon, wenn Leute ab 55, viel mehr von ihrem angemeldeten Mini Job behalten könnten ?  Um eben verbrauchte Haushaltsgegenstände ersetzen zu können ?
Ich bräuchte  zur Zeit eine Brille für's  Auto fahren. Meine Matratze ist inzwischen 20 Jahre alt - muß bald ersetzt werden, habe Rücken,  würde 500 € kosten. Meine  ehemals vielen Wäschestücke fallen auch bald auseinander.     Mein Sofa ist inzwischen 30 Jahre alt - kann mir weder ein neues Sofa noch einen Sessel vom Regelsatz kaufen. Ich bin 62, kann und mag aber noch arbeiten, wenn auch nur Teilzeit.
Ach so, habe mein Auto vergessen, es braucht bald ein paar Ersatzteile, ist bei einem alten Auto mit 150.000 km ja ganz normal.
Wenn ich nun ganz legal einige Monate im Jahr wirklich mindestens 400 € erarbeiten könnte, dann hätte ich kaum Probleme.
Für die tierärztlichen Behandlungen/Medikamente und das einschläfern meines alten Hundes hatte ich "schwarz" gearbeitet.  Was hätte ich sonst machen sollen ?

Ich plädiere jedenfalls dafür, daß ältere ALG II Empfänger deutlich besser gestellt werden, wenn sie noch die Möglichkeit haben irgendeinen kleinen Job zu machen.  Die Gesellschaft gibt uns keine besseren Erwerbsmöglichkeiten mehr, von diesen kleinen Jobs sollte uns aber im Gegenzug nix gekürzt werden.   

Offline KnotenKurt

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #1 am: 02. November 2016, 07:09:22 »
Schwieriges Terrain- dann kommen Alleinerziehende, die für ihre Kinder mehr benötigen, Erwerbsunfähige, die u.U. gar keinem Job mehr nachgehen können und dennoch alles vom Regelsatz zahlen müssen etc.pp.

Online Birgit63

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #2 am: 02. November 2016, 07:32:17 »
Ja so sehe ich das auch. Ich finde es auch nicht gerecht, dass Arbeitslose, die nach 30 Jahren arbeitslos werden, nach einem Jahr ALG I genau so viel oder wenig Hartz IV bekommen, wie jemand der noch nie gearbeitet hat und das auch nicht vorhat. Im Hartz IV gibt es viele Ungerechtigkeiten. Auch das Aufstocken halte ich für Unsinn. Damit wird es den Arbeitgebern doch leicht gemacht, billige Arbeitskräfte zu bekommen. Warum sollen sie mehr zahlen, wenn das Amt doch aufstockt. Da gibt es so einiges was nicht koscher ist.

Offline KnotenKurt

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #3 am: 02. November 2016, 07:58:32 »
Auch, dass sie ebenso schnell in ALG II landen und ihre Vorsorge für´s Alter aufbrauchen müssen, ist m.E. ungerecht.

Für Produktionsspitzen zeitlich limitierte Kräfte einzustellen, halte ich unter angemessenen Kondotionen für sinnvoll. Hierzu gehört ein zumindest gleichwertiger Lohn wie für die Stammbelegschaft mit selber Bildung.

Offline Orakel

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #4 am: 02. November 2016, 07:58:53 »
Auch das Aufstocken halte ich für Unsinn.

Es wird immer Menschen geben, die werden - aus welchen Gründen auch immer - nie oder vorübergehend aus ihrem Erwerbseinkommen allein ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Für die macht das sog. Aufstocken durchaus Sinn. Allerdings halte ich die derzeitigen Regelungen zu den Absetzbeträgen für kontraproduktiv, weil sie im Bereich der nicht versicherungspflichtigen Beschäftigungen in vielen Fällen zu Fehlanreizen und im Bereich der versicherungspflichtigen Beschäftigungen in vielen Fällen zu einer vermeidbaren Leistungsabhängigkeit führen.
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
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Offline Jul7

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #5 am: 02. November 2016, 08:08:46 »
Ja dann frag mich mal wie ich meine Brille bezahlt habe und nun brauchen meine beiden Kinder eine Spange (keine Ahnung wovon) , beide Winterjacken, Schuhe ...  Sorry aber ein Erwachsener allein hat immer noch mehr als jemand mit Kindern. Könnte man also da auch anfangen. Da Kinder weniger bekommen als Erwachsene obwohl sie mehr brauchen ! Für den Erwachsenen in der Familie bleiben mitunter keine 20 EU über  :-( Es ist für alle nicht gerecht, bzw. sehr wenig ....

Trotzdem allen einen schönen Tag, muss los zur Arbeit .... brrrrr in den kalten Wald :-)

Offline Orakel

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #6 am: 02. November 2016, 08:21:43 »
Ich muss dich nicht fragen, ich habe eine Vorstellung ...

Im Moment werden von deinem Arbeitseinkommen, dass 100 Euro übersteigt, 80 % auf deinen Leistungsanspruch angerechnet, 20 % bleiben unberücksichtigt. Würde sich deine finanzielle Situation ändern, wenn es umgekehrt wäre? Das ist natürlich nur ein Gedanke, die Absetzbeträge gehören längst auf den Prüfstand ...
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Offline Freimensch

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #7 am: 03. November 2016, 23:02:46 »
Ich bin Ü60, meine KdU werden nur zu 80% übernommen und nach Abzug von Strom und Telekommunikation  und 15€ mtl. Girokosten lebe ich von ca. 160€ mtl.
Im April musste ich mich von meiner Hündin trennen, lebe jetzt nur noch mit meiner Katze zusammen.

Wie kann man (und warum muß man) als ALGII ein Auto unterhalten?
Gibt es da keinen öffentlichen Nahverkehr`?
Meine Brille stammt von Fi, eine andere von einem Discounter für ca. 15€.
Es gbit die Tafeln, die Daikonie, die Kleiderspenden, kirchliche Spenden, Flohmarkt, secound-hand und, und, und.
Bei einem 450€-Job habe ich im Monat 170€ zusätzlich.

Sorry, wo ist das Problem? :schock:
Leidenschaft hat die Eigenschaft, dass es mit viel Leid Leiden schafft.

Offline Orakel

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #8 am: 03. November 2016, 23:42:42 »
Bei einem 450€-Job habe ich im Monat 170€ zusätzlich.

Und nun stell dir vor, es wären nicht 170, sondern 225 Euro ... übrigens gab es einen solchen Vorschlag bereits - von Heinrich Alt ... wurde aber von Ursula von der Leyen abgeschmettert, nicht finanzierbar, meinte sie ... seit dem ist wohl noch niemand wieder auf die Idee gekommen, an den Absetzbeträgen zu rütteln ...

Du hast dich nach deinen Vorstellungen und Maßstäben ein gerichtet. Das ist in Ordnung so, muss aber nicht für alle gelten.

Die Fragen könnten auch lauten:

Wie kann man (und warum muß man) als ALGII 50 Euro oder mehr für Kippen ausgeben?
Weshalb zieht man nicht um, wenn im Dorf nur zweimal am Tag der Schulbus für alle hält?
Weshalb muss man sich eine Augenkrankheit zulegen, gegen die eine Brille vom Discounter keine Abhilfe schafft?
Weshalb organisiert man nicht selbst Tafeln, die Daikonie, die Kleiderspenden, kirchliche Spenden, Flohmarkt, secound-hand und, und, und, weil die nächste dieser Möglichkeiten 30 km entfernt ist (womit wir wieder beim Schulbus wären)?

Was haltet ihr davon, wenn Leute ab 55, viel mehr von ihrem angemeldeten Mini Job behalten könnten ?

Deshalb halte ich sehr viel davon - wenn es für alle gilt ...
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Offline Annemarie

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #9 am: 04. November 2016, 03:17:04 »
Ich bin Ü60, meine KdU werden nur zu 80% übernommen und nach Abzug von Strom und Telekommunikation  und 15€ mtl. Girokosten lebe ich von ca. 160€ mtl.
Im April musste ich mich von meiner Hündin trennen, lebe jetzt nur noch mit meiner Katze zusammen.

Wie kann man (und warum muß man) als ALGII ein Auto unterhalten?
Gibt es da keinen öffentlichen Nahverkehr`?
Meine Brille stammt von Fi, eine andere von einem Discounter für ca. 15€.
Es gbit die Tafeln, die Daikonie, die Kleiderspenden, kirchliche Spenden, Flohmarkt, secound-hand und, und, und.
Bei einem 450€-Job habe ich im Monat 170€ zusätzlich.

Sorry, wo ist das Problem? :schock:
Hier gibt es keinen öffentlichen Nahverkehr, nur Schulbus. Zur Tafel würde ich nie gehen, ist auch viel zu weit entfernt.
Will das hier nicht weiter ausführen, es ging mir um ein grundsätzliches Thema, daß ältere ALG II Empfänger niemals mehr eine bessere Tätigkeit als einen 450 € Job bekommen werden, daß ihnen nicht so viel davon angerechnet wird, daß sie vielleicht einen höheren Bedarf  haben, weil viele Gegenstände im Haushalt eben wirklich aufgebraucht sind. Meine neuesten Teile im Haushalt stammen von vor 2000, meist sind sie sogar schon 30 oder 35 Jahre alt. Ich war so gut wie nie angestellt im Leben, fast immer als kleine Selbständige tätig, davor Hausfrau. Meine selbständige Tätigkeit in den letzten Jahren bestand aus dem erteilen von Reitunterricht, Hofversorgung als Urlaubsvertretung und ähnlichem. Wenn ich irgendwo hin muß, für eine  Woche 500 € bekomme, aber 200 € an Fahrtkosten habe, was bleibt mir dann noch von den 500 €, nur mal so als Beispiel. Freimensch, würdest du 8 -10 Pferde versorgen, Ställe ausmisten usw., wenn dir nur diese paar wenigen € bleiben ?
Gelegentlich  habe ich viele Stunden/Monat, dann wieder einige Monate vielleicht nur zwei oder drei Stunden. Das wird ja bei den Hartz IV  Leuten immer  monatlich verrechnet, es wird kein Jahresschnitt gemacht. Also hätte ich vier Monate nur so um die 30 €, dann mal einen Monat 800 € , wo mir eigentlich nur ein minimaler Wohngeldzuschuß zustehen würde. Diese 500 oder 800 € brauche ich aber dringend  mindestens drei mal im Jahr, daß ich z. B. mein Auto  unterhalten kann, um überhaupt diese Tätigkeit ausüben zu können, möchte den Beruf der Pferdewirtin nicht ganz aufgeben, deswegen mache ich diese Urlaubsvertretungen. In Vollzeit komme ich da nie mehr rein, selbständig auch nicht, habe verschiedene gesundheitliche Probleme, da sind außerdem nur  Leute unter 40/45 gefragt, ich bin 62.

Offline Annemarie

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #10 am: 04. November 2016, 03:35:32 »
Schwieriges Terrain- dann kommen Alleinerziehende, die für ihre Kinder mehr benötigen, Erwerbsunfähige, die u.U. gar keinem Job mehr nachgehen können und dennoch alles vom Regelsatz zahlen müssen etc.pp.
Ja, wirklich schwierig.

Offline Annemarie

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #11 am: 04. November 2016, 05:11:54 »
Ja so sehe ich das auch. Ich finde es auch nicht gerecht, dass Arbeitslose, die nach 30 Jahren arbeitslos werden, nach einem Jahr ALG I genau so viel oder wenig Hartz IV bekommen, wie jemand der noch nie gearbeitet hat und das auch nicht vorhat. Im Hartz IV gibt es viele Ungerechtigkeiten. Auch das Aufstocken halte ich für Unsinn. Damit wird es den Arbeitgebern doch leicht gemacht, billige Arbeitskräfte zu bekommen. Warum sollen sie mehr zahlen, wenn das Amt doch aufstockt. Da gibt es so einiges was nicht koscher ist.

Es gibt sehr viele seit ewigen Zeiten ortsansässige BürgerInnen, die selbst ihre Sozialabgaben und
Steuern zahlten, ihre Eltern und sogar Großeltern auch. Es gibt auch sogenannte Hausfrauen, die sich so "nebenbei"   noch sozial und ehrenamtlich betätigten, alles für die Allgemeinheit, was aber irgendwie nicht zählt. Hausfrauen haben ihren Kindern eine Ausbildung ermöglicht, stehen aber nach der Scheidung vom Ehemann irgendwie dumm da, als wenn sie selbst nie eine anständige Ausbildung gemacht hätten, weil es ja leider schon länger her ist. Denen wird oft nicht mal der Schulabschluß anerkannt, sie gelten als Ungelernte ohne Schulabschluß, werden quasi mit solchen Leuten gleichgestellt.
Neuerdings kommen viele fremde Leute hier her, die hier nie irgendeinen Cent ans Finanzamt oder die Sozialkassen bezahlt hatten, ihre Eltern sowieso nicht.
Sorry, das mußte sein.
 Meinen Kindern hatte ich eine bessere Ausbildung ermöglicht, die Eltern meiner Schwiegertochter auch. Alle zahlen hier Steuern und Sozialabgaben. Ich finde es total ungerecht, daß ich die gleichen Sozialgelder  wie diese fremden Leute bekomme. Stopft mich bitte nicht in die Nazi Ecke. Die Schweizer und Österreicher denken wie ich.   

Online Sheherazade

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #12 am: 04. November 2016, 05:42:55 »
In Vollzeit komme ich da nie mehr rein, selbständig auch nicht, habe verschiedene gesundheitliche Probleme, da sind außerdem nur  Leute unter 40/45 gefragt, ich bin 62.

Ist dein Rentenkonto schon geklärt, weißt du bereits, wann du wieviel Rente bekommen kannst? Wenn du lange verheiratet warst und mehrere Kinder hast, muss das nicht zwangsläufig nichts sein. Vielleicht wäre es sinnvoll, statt über nicht mehr änderbare Dinge zu lamentieren, sich Gedanken über die nicht so ferne Zukunft zu machen.

Hausfrauen haben ihren Kindern eine Ausbildung ermöglicht

Das schafffen und schafften auch (teil-)erwerbstätige Mütter.
Bei sich die Schuld suchen: Auch so ein Ding, was immer nur die tun, die es nicht müssten und nie die, die es dringend sollten. (von unbekannt)

Es gibt viele Wege zum Glück, einer davon ist aufhören zu jammern. (Albert Einstein)

Online Birgit63

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #13 am: 04. November 2016, 09:30:02 »
Das wollte ich auch gerade schreiben. Ich war immer berufstätig, außer das erste halbe Jahr nach der Geburt meiner Tochter. Ich war ihr ein gutes Vorbild. Sie hat eine gute Ausbildung, steht voll im Berufsleben, ist jetzt selbst Mutter und geht nach einem Jahr Babypause auch wieder arbeiten. Das Zeitalter der nur Hausfrau ist schon längst vorbei. Meine beiden Schwestern (10 und 17 Jahre älter als ich) waren auch nur Hausfrauen und sind jetzt auch am jammern, dass sie nur eine kleine Rente bekommen. .

Online BigMama

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Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #14 am: 04. November 2016, 14:25:21 »
Zitat von: Annemarie am 04. November 2016, 03:17:04
Meine selbständige Tätigkeit in den letzten Jahren bestand aus dem erteilen von Reitunterricht, Hofversorgung als Urlaubsvertretung und ähnlichem. Wenn ich irgendwo hin muß, für eine  Woche 500 € bekomme, aber 200 € an Fahrtkosten habe, was bleibt mir dann noch von den 500 €, nur mal so als Beispiel. Freimensch, würdest du 8 -10 Pferde versorgen, Ställe ausmisten usw., wenn dir nur diese paar wenigen € bleiben ?
Und genau da liegt das Problem. Du hast ein Hobby betrieben das dir einige Euronen im Monat gebracht hat. Nicht mehr und nicht weniger. Hättest du statt 8 - 10 Pferde nur 4 - 5 Pferde täglich versorgt, so hättest du noch mindestens ner Teilzeitstelle, wenn nicht sogar noch ner Vollzeitstelle nachgehen können. Dann sähe die Lage jetzt nicht so aus.
Ich würde auch gerne meinen Vollzeitjob hinwerfen und mich zukünftig ausschließlich um die 3 - 4 Pferde am Stall kümmern, misten, füttern, bewegen, Weiden pflegen, Ponyreiten anbieten, Zäune flicken usw. Aber da ich von irgendwas leben muss und auch im Rentenalter über die Runden kommen muss, muss ich halt weiter in Vollzeit arbeiten und die Pferde nach Feierabend und am Wochenende versorgen. Als kleine Anmerkung noch, es sind natürlich nicht meine eigenen Pferde.
Kein Mensch ist dumm! Einige haben einfach nur kein Glück beim Denken!