Zur optimalen Funktion verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung von hartz.info stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Autor Thema: Ältere ALG II Leute  (Gelesen 10412 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline vierzehnnothelfer

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 272
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #30 am: 07. November 2016, 08:28:10 »
hier sind sehr viele Leute, verehrte Annemarie, die keine Hausfrauenehe wollten
und ihr Leben danach gerichtet haben. Sie machen es der Gesellschaft nicht zum Vorwurf.

Die Schweizer und Österreicher denken wie ich. ZITAT VON ANNEMARIE UND GANZ BESTIMMT NICHT VON MIR Nevada

Offline KnotenKurt

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 5768
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #31 am: 07. November 2016, 08:49:57 »
Meine Mutter hat eines immer getan- für ihr Geld gearbeitet. Und zwar so, dass sie heute von ihrer Rente gut leben kann.
Auch sie stammt aus einer kleinen Stadt, ihre Eltern haben allerdings für ordentliche Bildung gesorgt und sie nicht zu dem machen wollen, was sie selber waren.
Zudem hatte meine Mutter ihren eigenen Kopf und ist mit 18 in eine Großstadt gezogen, um bessere Chancen zu haben.

Eine Hausfrauenehe wäre für sie nicht in Frage gekommen, und man hat mir immer ganz deutlich vermittelt, dass ich, wenn ich mir etwas leisten möchte, dafür auch etwas tun muss. Umsonst ist nur der Tod. (5€ ins Phrasenschwein)

Offline Weltbild

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 908
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #32 am: 07. November 2016, 10:39:47 »
 :offtopic: Umsonst ist nicht mal der Tod, er kostet das Leben.
Sorry, der musste jetzt sein  :zwinker:

Offline NewLifePro

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 242
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #33 am: 10. November 2016, 11:13:07 »
Das hier ist eine Luxusdebatte, die man sich sparen kann.

Ihr habt keine Ahnung wie Menschen in unserer Gesellschaft speziell ausgebildet worden sind.
An der ESSEC gibt es 10 Regeln für den persönlichen Erfolg und das Weltgeschehen.

Regel Nr.1: Tu nicht das richtige, sondern dass was funktioniert.

Da hat sich keiner verrechnet und dadurch bekommst du weniger Geld. Das ist bewusst so gemacht. Dein einzelnes Schicksal interessiert niemanden. Gerne kannst du eine Selbsthilfegruppe oder hier im Forum einen Beitrag eröffnen. Unter Elitären wird sowas als Ergotherapie bezeichnet.

Das richtige wäre mehr Menschlichkeit und Verständnis zu haben. Es funktioniert aber auch ohne. Warum mehr machen, wenn weit aus weniger reicht?

Offline BigMama

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 3793
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #34 am: 10. November 2016, 11:45:01 »
Zitat von: NewLifePro am 10. November 2016, 11:13:07
Regel Nr.1: Tu nicht das richtige, sondern dass was funktioniert.
Aber keine Schwarzarbeit und alles was damit sonst noch im Zusammehang steht! auch wenn es funktioniert.

Was soll denn dieser Aufruf?
Kein Mensch ist dumm! Einige haben einfach nur kein Glück beim Denken!

Offline KnotenKurt

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 5768
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #35 am: 10. November 2016, 23:14:31 »
Ergotherapie?

Offline Annemarie

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 58
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #36 am: 02. Februar 2017, 02:42:55 »
Meine Mutter hat eines immer getan- für ihr Geld gearbeitet. Und zwar so, dass sie heute von ihrer Rente gut leben kann.
Auch sie stammt aus einer kleinen Stadt, ihre Eltern haben allerdings für ordentliche Bildung gesorgt und sie nicht zu dem machen wollen, was sie selber waren.
Zudem hatte meine Mutter ihren eigenen Kopf und ist mit 18 in eine Großstadt gezogen, um bessere Chancen zu haben.

Eine Hausfrauenehe wäre für sie nicht in Frage gekommen, und man hat mir immer ganz deutlich vermittelt, dass ich, wenn ich mir etwas leisten möchte, dafür auch etwas tun muss. Umsonst ist nur der Tod. (5€ ins Phrasenschwein)

Aus einigen Antworten lese ich, daß eine Hausfrau und Mutter nicht wirklich arbeitet.

Offline Sheherazade

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 30404
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #37 am: 02. Februar 2017, 05:38:33 »
Aus einigen Antworten lese ich, daß eine Hausfrau und Mutter nicht wirklich arbeitet.

Dann liest du falsch. Wer sich einen Vollzeitjob als Hausfrau und Mutter bezahlen lassen will, muss dafür den Partner in die Pflicht nehmen, sonst ist dafür niemand zuständig.
Bei sich die Schuld suchen: Auch so ein Ding, was immer nur die tun, die es nicht müssten und nie die, die es dringend sollten. (von unbekannt)

Es gibt viele Wege zum Glück, einer davon ist aufhören zu jammern. (Albert Einstein)

Offline Birgit63

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2223
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #38 am: 02. Februar 2017, 12:38:56 »
Selbst ich, die in den 60ern geboren wurde, hatte eine Mutter, die immer gearbeitet hat. Ich habe 4 Geschwister. Meine Eltern wollten aber nie von der damaligen "Sozialfürsorge" leben und ein Verdienst hätte für uns nicht ausgereicht. Trotzdem sind wir alle gut erzogen. Dass meine beiden Schwestern früher in der Ehe nicht gearbeitet haben, lag nicht an der Erziehung meiner Eltern, sondern an der Erziehung der Eltern der Schwiegersöhne. Beide sind in Familien aufgewachsen, wo es sich nicht schickte, dass die Ehefrau arbeiten geht. Der Mann bringt das Geld nach Hause und hat auch zu bestimmen, was damit gemacht wird. Für mich ein "no go". So wollte ich nie leben. Ich habe seit meiner Schulentlassung mit der Ausnahme von Mutterschutz und dann noch 4 Monaten Elternzeit immer gearbeitet. Nach der Geburt unserer Tochter 6 Std. täglich und nach 10 Jahren Teilzeit bin ich wieder Vollzeit eingestiegen. Ich wusste immer, dass ich mitarbeiten muss, damit ich nicht von meinem Mann abhängig bin und später auch eine einigermaßen gute (was trotzdem nicht klappt, die Rente wird immer weniger) Rente bekomme. Allerdings habe ich auch einen tollen Mann, der mich immer bei der Kindererziehung und Hausarbeit unterstützt hat, so wie es seine Tätigkeit es zuließ. Auch meine Schwestern bekommen zu hören, dass sie an ihrem Schicksal (Minirente) selbst schuld sind. Ich sehe auch nicht ein, dass die Menschen, die immer meinten, sie brauchen nicht zu arbeiten, im Alter einen ähnlichen finanziellen Rahmen haben wie ich. Das kann es nicht sein.

Offline Lady Miou

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 6449
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #39 am: 02. Februar 2017, 13:43:23 »
Zitat von: Sheherazade am 02. Februar 2017, 05:38:33
Wer sich einen Vollzeitjob als Hausfrau und Mutter bezahlen lassen will, muss dafür den Partner in die Pflicht nehmen, sonst ist dafür niemand zuständig.

Weshalb zahlt dann der Staat Kindergeld, Erziehungsgeld und warum gibt es Kinderfreibeträge? Nicht um von staatlicher Seite die Menschen zu entlasten, die sich noch Kinder finanziell zutrauen?

Als ich meine Kinder bekam gab es sowas gerade mal im Ansatz.


Zitat von @ Annemarie aus dem ET:
Was haltet ihr davon, wenn Leute ab 55, viel mehr von ihrem angemeldeten Mini Job behalten könnten ?

Da es in unserem Staat nach dem Gleichheitsprinzip geht, müssten alle Sozialleistungsempfänger mehr von ihren Zuverdiensten behalten können. Das wird aber nicht passieren, da man dadurch zu nah an den Nieriglohnsektor kommt und der Mindestlohn erhöht werden müsste. Somit wird es ein Wunschtraum bleiben. Es wäre den Menschen schwer zu erklären das ein AN im Nieriglohnsektor nur genausoviel hat, wie ein Aufstocker in ALG II.
Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.          -Thèophile Gautier

Offline Pumuckel_on_Tour

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 1137
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #40 am: 03. Februar 2017, 01:34:11 »
tja  und  nun  mal  ein  Beispiel  das  es  auch  anders  geht...  Da  gehste  mit  65  nach  Island  mit  67  haste  dort  rentenanspruch
Als  erstes  mal  um  die  800  als  Einstand  ohne  wenn  und  aber...
Dazu  werden  deine  deutschen  Anwartschaften  mit  berücksichtigt  allerdings  nach  den  dortigen  berechnungen-summa  summarum  ca  2000

Offline blablabla

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1015
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #41 am: 03. Februar 2017, 05:41:01 »
Da musst Du nochmal nachlesen:
Sie erhalten die volle Grundrente, wenn Sie zwischen
dem 16. Lebensjahr und dem 67. Lebensjahr mindestens
40 Kalenderjahre Wohnzeiten in Island vorweisen
können. Maßgebend ist jedes volle Kalenderjahr.

Die volle Grundrente beläuft sich im Jahr 2014 auf
423 348 ISK (2 689 Euro) jährlich. Der genannte Betrag
gilt für Alleinstehende. Verheiratete oder nicht verheira
tete Paare erhalten andere Beträge.


Für alles andere musst Du in Island einzahlen.
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/5_Services/03_broschueren_und_mehr/01_broschueren/02_international/europaeische_vereinbarungen/61_meine_zeit_in_island.pdf?__blob=publicationFile&v=15

Offline Annemarie

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 58
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #42 am: 27. März 2017, 02:44:13 »
Es soll doch tatsächlich etliche ALG II berechtigte Leute geben, die gute private Verbindungen haben, die sich untereinandt in ihrem privaten Bekanntenkreis  wirklich helfen können, nach dem Motto: eine Hand wäscht die andere.
Wo kein Tierarzt eine Rechnung ausstellt für die Behandlung des kranken Hundes eines Hartz IV Empfängers. Da gehen ein paar wenige echte € rüber und gut is.
Eine Freundin des Hartz IV Empfängers gibt  dem Tierarzt ein paar weitere € in bar auf die Hand, dafür wird eine Gegenleistung erbracht.

An wem oder was soll das Betrug sein ? In früheren Zeiten hatte man sich auch immer privat auf Gegenseitigkeit geholfen.

Oder, wenn mir jemand eine dringend notwendige Brille finanziert, welche  von der Krankenkasse und den anderen sozialen Stellen nicht übernommen wird ?  Ich aber im Gegenzug  dem Sponsor irgendwo anders helfe ?       Einige Stunden "Schwarz" arbeit, fertig aus.
In diesem Forum habe ich den Eindruck, daß jegliche private Initiativen nicht erwünscht sind, einige Leute nur rein nach den manch unmöglichen Forderungen der sogenannten Gesetzgeber antworten/reagieren, den wirklich armen Leuten nicht helfen wollen.
Die Gesetzgeber werden von den oberen 10.000  in allen Angelegenheiten stark beeinflusst, auch unter Druck gesetzt.
Ein Beispiel ist die steuerliche Absetzung von Hilfen, die stundenweise in privaten Haushalten arbeiten, angemeldet werden müssen/sollen.   

Offline potamopyrgus

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2568
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #43 am: 27. März 2017, 03:18:16 »

In diesem Forum habe ich den Eindruck, daß jegliche private Initiativen nicht erwünscht sind, einige Leute nur rein nach den manch unmöglichen Forderungen der sogenannten Gesetzgeber antworten/reagieren, den wirklich armen Leuten nicht helfen wollen.

Illegale und kriminelle Initiativen sind nicht erwünscht.

Zudem schreibst du selbst,  dass du keineswegs immer zu den "armen Leuten" gezählt hast.
Außerdem hatte ich es finanziell nicht wirklich nötig  erwerbstätig zu sein.

Wenn du es da nicht für nötig gehalten hast privat vorzusorgen bzw in die Rentenversicherung einzuzahlen, kannst du heute keinem einen Vorwurf machen, dass du demnächst eine Rente auf Grundsicherungsniveau hast.

Offline vierzehnnothelfer

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 272
Re: Ältere ALG II Leute
« Antwort #44 am: 27. März 2017, 08:34:25 »


Es gibt sehr viele seit ewigen Zeiten ortsansässige BürgerInnen, die selbst ihre Sozialabgaben und
Steuern zahlten, ihre Eltern und sogar Großeltern auch. Es gibt auch sogenannte Hausfrauen, die sich so "nebenbei"   noch sozial und ehrenamtlich betätigten, alles für die Allgemeinheit, was aber irgendwie nicht zählt. Hausfrauen haben ihren Kindern eine Ausbildung ermöglicht, stehen aber nach der Scheidung vom Ehemann irgendwie dumm da, als wenn sie selbst nie eine anständige Ausbildung gemacht hätten, weil es ja leider schon länger her ist. Denen wird oft nicht mal der Schulabschluß anerkannt, sie gelten als Ungelernte ohne Schulabschluß, werden quasi mit solchen Leuten gleichgestellt.
Neuerdings kommen viele fremde Leute hier her, die hier nie irgendeinen Cent ans Finanzamt oder die Sozialkassen bezahlt hatten, ihre Eltern sowieso nicht.
Sorry, das mußte sein.
 Meinen Kindern hatte ich eine bessere Ausbildung ermöglicht, die Eltern meiner Schwiegertochter auch. Alle zahlen hier Steuern und Sozialabgaben. Ich finde es total ungerecht, daß ich die gleichen Sozialgelder  wie diese fremden Leute bekomme. Stopft mich bitte nicht in die Nazi Ecke. Die Schweizer und Österreicher denken wie ich.
[/quote]


Warum sollen für Annemarie besondere Regeln gelten in Bezug auf einen Minijob. Sie hatte es nie nötig, erwerbstätig zu sein.  Sie bekommt das, was sie ins System eingezahlt hat, hätte ihr Mann ihr Rentenkonto aufgefüllt, hätte sie mehr. Und wenn es ihren Kindern so gut geht, können sie der Mutter auch in nichtfinanzieller Hinsicht auch etwas helfen.