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Autor Thema: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel  (Gelesen 21371 mal)

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Offline Hexe

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Re: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel
« Antwort #15 am: 04. Juli 2017, 15:24:36 »
Schnauze voll: G-20-Gegner drohen mit Platzbesetzungen
Nach den anhaltenden Schikanen und Übergriffen der Hamburger Polizei gegen die Protestcamps der G-20-Gegner haben »wütende Gruppen des Widerstands« am Montag den Behörden ein Ultimatum gestellt. Auf der Homepage des Bündnisses »Welcome to Hell« heißt es: »Sollte bis Dienstag, 04.07., um 10:00 Uhr das Camp mit Schlafplätzen nicht möglich sein, weil die Polizei weiterhin an ihrer Angriffs- und Eskalationsstrategie festhält oder die Politik der Stadt Hamburg es zu verhindern versucht, werden massenhaft und spektrenübergreifend Parks, Plätze, Flächen und Knotenpunkte der Stadt besetzt.«
Schnauze voll: G-20-Gegner drohen mit Platzbesetzungen
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Offline kroetenschleim

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Re: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel
« Antwort #16 am: 04. Juli 2017, 16:54:18 »
Da soll nochmal jemand ankommen mit den dummen Sprüchen: "Die Kassen sind leer" oder "Wie soll das finanziert werden?"
Wie zu erkennen ist, ist Geld da - fragt sich bloß, wofür es von den Angehörigen der Obrigkeit ausgegeben wird.

Offline Meck

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Erst flog eine Flasche, dann versuchte der „Schwarze Block“ einen Ausbruch aus dem Kessel, den die Polizei gebildet hatte. Schlagstockeinsatz, Wasserwerfer fuhren auf. Die Situation eskalierte, der Hamburger Hafenrand wurde am Donnerstagabend für einige Beteiligte tatsächlich zur Hölle. Wie viele Verletzte es insgesamt gab, wie hoch der entstandene Sachschaden ist - das stand auch am späten Abend noch nicht fest. Fest stand dagegen, dass die schon im Vorfeld als hochproblematisch eingestufte Demonstration die schlimmen Befürchtungen mindestens erfüllte.

Noch eine Erwartung bestätigte sich, lange bevor der letzte Wasserwerfer seinen Dienst beendet hatte und die Hubschrauber, die unentwegt über dem Stadtteil St.Pauli und dem Schanzenviertel kreisten, abzogen: Die Darstellungen, wer wann was zu der Eskalation beigetragen hatte, widersprachen sich vehement.


-->> https://www.welt.de/politik/deutschland/article166377307/Alle-unsere-Befuerchtungen-sind-eingetreten.html



Über 70 verletzte Polizisten bei "Welcome to Hell"-Demo.

Am Vorabend des G20-Gipfels ist es zu massiven gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Bei der "Welcome to Hell"-Kundgebung flogen Flaschen auf Polizisten, Feuerwerkskörper wurden gezündet, später brannten umgestürzte Mülltonnen und mehrere Autos. Die rigoros vorgehende Polizei setzte wiederholt Wasserwerfer und Pfefferspray gegen rund 1000 Vermummte ein und trieb die rund 12.000 Teilnehmer auseinander. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. Nach der Gewalt-Eskalation erklärte der Veranstalter die Demo für beendet. Friedliche Demonstranten zogen jedoch mit Genehmigung der Polizei weiter. In der Nacht gab es weitere Unruhen.


Newsticker -->> http://www.focus.de/politik/deutschland/g20-gipfel-in-hamburg-welcome-to-hell-demo-eskaliert_id_7326180.html

Gast42227

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Re: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel
« Antwort #18 am: 07. Juli 2017, 21:05:58 »
Ich gucke das gerade. Ich glaube, da wird geschossen :schock:

Offline Meck

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Massive Krawalle mit Verletzten bei Hamburger G20-Gipfel
« Antwort #19 am: 07. Juli 2017, 21:07:38 »
Meldungen über Twitter -->> PolizeiHamburg und #g20ham17

Im TV bei den Nachrichtensendern laufen fast rund um die Uhr Livestreams während des Gipfels:

https://www.welt.de/tv-programm-live-stream/

http://www.n-tv.de/mediathek/livestream/

Bei den Bildern, Videos bei Twitter oder Youtube und Twittermeldungen fehlen einem die Worte  :schock: . Seit gestern brennende Autos und Geschäfte, selbst Feuerwehren, Krankenwagen, Busse, Reporter und Anwohner werden angegriffen.

Dieses Bild geht momentan über Twitter rum: Die Politiker entspannen bei Beethoven in der Elbphilharmonie und in der Stadt die Krawalle -->> Klick. Danach gemütliches Bankett für alle  :coffee: .

Massive Krawalle mit Verletzten bei Hamburger G20-Gipfel - Polizist gibt Warnschuss ab - Forderungen nach harten Strafen für Gewalttäter.

Immer wieder aufflammende Krawalle, Straßenblockaden, brennende Autos, zahlreiche verletzte Polizisten und Festnahmen: Die Proteste gegen den G20-Gipfel in Hamburg sind am Freitag erneut eskaliert. Während Polizei und Demonstranten sich gegenseitig für die Zuspitzung verantwortlich machten, forderten Politiker harte Strafen für Gewalttäter. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte die gewalttätigen Proteste als "nicht zu akzeptieren".

Den ganzen Tag über blockierten Demonstrantengruppen an mehreren Stellen in der Innenstadt die Fahrtstrecken der Delegationen, um die Abläufe des Gipfels zu stören. Die Polizei räumte Straßen und setzte dabei unter anderem auch Wasserwerfer ein. An anderen Stellen griffen militante Täter derweil den Beamten zufolge immer wieder Einsatzkräfte an, zündeten Autos an, schlugen Fensterscheiben ein und errichteten Straßenbarrikaden.


-->> https://www.welt.de/newsticker/news1/article166425974/Massive-Krawalle-mit-Verletzten-bei-Hamburger-G20-Gipfel.html

Zitat von: Gast42227 am 07. Juli 2017, 21:05:58
Ich gucke das gerade. Ich glaube, da wird geschossen :schock:

Warnschussabgabe eines Polizeibeamten - Soeben ist es zu einer Warnschussabgabe durch einen Polizeibeamten gekommen.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand wurde der Beamte auf zwei Männer aufmerksam, die auf einen am Boden liegenden Mann einschlugen und eintraten. Der zivile Beamte gab sich als Polizeibeamter zu erkennen und forderte die Männer zum Aufhören auf. In Nothilfe gab der Beamte einen Warnschuss ab.

Der Geschädigte und der Polizeibeamte flüchteten im Anschluss in einen Kiosk. Den mutmaßlichen Tatverdächtigen gelang die Flucht.


-->> http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3679554

Die "Schanze" brennt - Supermarktplünderung - Unbeteiligte und Journalisten flüchten sich in ein Geschäft. Reporter melden, dass sich die Vermummten mit Holzlatten und Baseballschlägern bewaffnen, Steinhagel gehen auf die Polizisten nieder. Die Lage ist vollkommen aus der Kontrolle.

Erneute Eskalation der Gewalt bei G20-Demonstrationen in Hamburg. Unweit der Elbphilharmonie kommt es zu Zusammenstöße zwischen gewalttätigen Linksautonomen und der Polizei. Rund 200 Vermummte sind unter den Demonstranten, die offenbar näher an das Konzerthaus herankommen wollen. Am Hotel Empire Riverside im Stadtteil St. Pauli wurden Scheiben eingeworfen. In der Elbphilharmonie hat am Abend ein Konzert für die Staats- und Regierungschefs des G20-Gipfels stattgefunden.


-->> http://www.stern.de/politik/deutschland/g20-im-liveblog--hamburg-im-ausnahmezustand---lage-in-der-schanze-geraet-ausser-kontrolle-7527810.html
« Letzte Änderung: 07. Juli 2017, 22:48:48 von Meck »

Offline Sonnel

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Re: Massive Krawalle mit Verletzten bei Hamburger G20-Gipfel
« Antwort #20 am: 08. Juli 2017, 09:49:22 »
Dieses Bild geht momentan über Twitter rum: Die Politiker entspannen bei Beethoven in der Elbphilharmonie und in der Stadt die Krawalle -->> Klick. Danach gemütliches Bankett für alle  :coffee: .
Passend dazu

Offline Meck

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Brennende Autos, Plünderungen und Gewalt überschatten den G20-Gipfel. War es ein Fehler, das Treffen der Mächtigen in Hamburg zu veranstalten? Mindestens 130 Millionen Euro soll der Gipfel kosten, mehr als 20.000 Polizisten waren im Einsatz - am Ende des Treffens stehen Kompromisse beim Thema Handel, keine Einigkeit herrscht dagegen im Streit mit den USA um den Klimaschutz. Steht der Aufwand im Verhältnis zu den Ergebnissen des G20-Gipfels?

-->> http://daserste.ndr.de/annewill/archiv/G20-Bilanz-War-es-wert,gipfeltreffen562.html

Gäste: Peter Altmaier (CDU), Chef des Bundeskanzleramtes - Olaf Scholz (SPD), Erster Bürgermeister von Hamburg - Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), Fraktionsvorsitzende im Bundestag - Jan Reinecke,Hamburger Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter - John Kornblum,Früherer US-Botschafter in Deutschland - Georg Restle,Redaktionsleiter und Moderator von "Monitor"

Offline Meck

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Bilanz und Pressekonferenzen Merkel, Scholz, Grote nach G20 Gipfel
« Antwort #22 am: 09. Juli 2017, 20:13:30 »
Auch nach dem Ende des G-20-Gipfels ist es in Hamburg erneut zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. In der Nacht zum Sonntag setzte die Polizei Wasserwerfer, Pfefferspray und Tränengas ein, um Sitzblockaden im Schanzenviertel aufzulösen. Randalierer warfen Flaschen, Steine oder Böller. Die Polizei meldete mehrere Festnahmen. Es seien auch Polizeibeamte verletzt worden.

Wenn die Hundertschaften anrückten, zerstreuten sich die Gruppen oft und versteckten sich in Nebenstraßen. Sobald die Polizei sich aus einer Straße zurückzog, bauten sie neue Barrikaden auf und zündeten wieder Mülleimer an.


https://www.welt.de/politik/article166441372/Unsere-Einsatzkraefte-mussten-um-Leib-und-Leben-fuerchten.html

-->> Pressekonferenz Polizei Hamburg nach G20 Gipfel 2017

-->> Pressekonferenz Kanzlerin Merkel nach G20 Gipfel 2017

-->> Pressekonferenz Bürgermeister Olaf Scholz und Innensenator Andy Grote nach G20 Gipfel 2017

Offline Hexe

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Re: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel
« Antwort #23 am: 10. Juli 2017, 18:48:52 »
Kriminalität: Die Polizei Hamburg begeht beim aktuellen G20-Gipfel gezielte Rechtsbrüche, gibt das auch noch via Pressestelle bei Twitter offen zu und verhöhnt dabei die Opfer der illegalen Aktionen, also die betroffenen Anti-G20-Demonstranten, sie könnten ja danach dagegen vor Gericht klagen.
Hamburger Polizei arbeitet nach eigenen Angaben bei G20 mit gezielten Rechtsbrüchen

Vorher hier
https://youtu.be/c3T083wJqFE

Bei Krawallen in der Schanze Auch Rechte randalierten mit – Quelle: http://www.mopo.de/27941982 ©2017

Das Bundeskriminalamt hat einzelnen Journalisten die Akkreditierung für den G20-Gipfel entzogen. Sie dürfen das Pressezentrum nicht mehr betreten. Zu den Gründen machen die Behörden keine genauen Angaben.
Keine Auskunft zum Ausschluss von Journalisten

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Gast42227

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Re: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel
« Antwort #24 am: 10. Juli 2017, 21:20:37 »
Der Titel des ersten Videos ist "Mann hantiert mit Schusswaffe". Ich habe da keine Waffe gesehen. Der spielt mit irgendwas. Das kann auch ein Handy sein.

Offline Hexe

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Re: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel
« Antwort #25 am: 10. Juli 2017, 21:27:46 »
Hier die Fortsetzung
Antiimperialistische Aufklärungs Video geteilt.

Es ist ruhig im Hamburger Schanzenviertel, bisher ein lauer Freitagabend, noch ist das Chaos nicht über den Stadtteil hereingebrochen: Die Menschen flanieren, trinken und essen auf dem Bürgersteig. Um 19.51 Uhr schreckt ein Knall sie auf. Passanten rufen, ein Mann habe in die Luft geschossen und mit seiner Pistole herumgefuchtelt, um Umstehende abzuschrecken.

Schuss in der Schanze
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Offline Turbo

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Re: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel
« Antwort #26 am: 10. Juli 2017, 22:18:58 »
Und was möchtest du uns damit jetzt sagen?

Ja, zu einem ruhigen und idyllischen Abend gehört für mich auch ganz eindeutig, dass sich 5 Meter weiter die Jungs ihre "Arbeits"klamotten anziehen, um sich zu vermummen.

Offline kroetenschleim

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Re: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel
« Antwort #27 am: 11. Juli 2017, 14:14:04 »
Wozu ist der G20-Gipfel eigentlich gut? Wozu braucht man ihn?

Offline Hexe

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Re: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel
« Antwort #28 am: 12. Juli 2017, 14:11:42 »
Zitat von: kroetenschleim am 11. Juli 2017, 14:14:04
Wozu ist der G20-Gipfel eigentlich gut? Wozu braucht man ihn?

Um dem Überwachungsstaat ausbauen zu können. Und der kleine Michel merkt es noch nicht einmal !

Das Amt verändert die Menschen

In der Haut von Entscheidungsträgern in Hamburg möchte sicher niemand stecken. Leitende Polizeibeamte sind ergebnisorientiert und setzen sich vorsätzlich über Grundrechtspositionen hinweg, wie seinerzeit in Heiligendamm. Vorsätzlich, aber aus Not.


Eine harte Linie gebiert Eskalation

Der Chef der Bereitschaftspolizei und sein Stellvertreter treten zurück, weil die Differenzen mit dem Gesamteinsatzleiter der Polizei wohl unüberwindbar sind.

Miese Stimmung bei der Polizei


Bilder von blindwütiger Zerstörung machen es möglich: Nach den Protesten gegen den G-20-Gipfel in Hamburg und kurz vor der Bundestagswahl schießt die »bürgerliche Mitte« aus allen Rohren. Politiker überbieten sich beim Kriminalisieren antikapitalistischer Weltanschauungen. Mit Forderungen nach härterer Bestrafung, Räumung autonomer Zentren, antilinker Gegenkultur bis hin zu EU-weiter Erfassung »linker Terroristen« haben Unionsparteien, FDP, SPD und AfD das Feuer eröffnet. Doch randalierten wirklich »linke Chaoten« im Schanzenviertel? Es gibt Hinweise darauf, dass Rechte und Hooligans zumindest daran beteiligt waren.

Attacke von rechts
LG Hexe


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Offline Hexe

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Re: Hamburg 07./08. Juli 2017 - Proteste gegen den G20 Gipfel
« Antwort #29 am: 12. Juli 2017, 15:30:56 »
Auf seiner FB Seite gefunden Florian Wilde
3 Std. ·

G20: Stellungnahme von Gewerbetreibenden aus der Schanze

+++ lesen +++ teilen +++ lesen +++ teilen +++ lesen

"Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels, sehen uns genötigt, in Anbetracht der Berichterstattung und des öffentlichen Diskurses, unsere Sicht der Ereignisse zu den Ausschreitungen im Zuge des G20-Gipfels zu schildern.

In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tobte eine Menge für Stunden auf der Straße, plünderte einige Läden, bei vielen anderen gingen die Scheiben zu Bruch, es wurden brennende Barrikaden errichtet und mit der Polizei gerungen.
Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.
Wir beobachteten das Geschehen leicht verängstigt und skeptisch vor Ort und aus unseren Fenstern in den Straßen unseres Viertels.

Aber die Komplexität der Dynamik, die sich in dieser Nacht hier Bahn gebrochen hat, sehen wir weder in den Medien noch bei der Polizei oder im öffentlichen Diskurs angemessen reflektiert.
Ja, wir haben direkt gesehen, wie Scheiben zerbarsten, Parkautomaten herausgerissen, Bankautomaten zerschlagen, Straßenschilder abgebrochen und das Pflaster aufgerissen wurde.
Wir haben aber auch gesehen, wie viele Tage in Folge völlig unverhältnismäßig bei jeder Kleinigkeit der Wasserwerfer zum Einsatz kam. Wie Menschen von uniformierten und behelmten Beamten ohne Grund geschubst oder auch vom Fahrrad geschlagen wurden.
Tagelang.
Dies darf bei der Berücksichtigung der Ereignisse nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Zum Höhepunkt dieser Auseinandersetzung soll in der Nacht von Freitag und Samstag nun ein „Schwarzer Block“ in unserem Stadtteil gewütet haben.
Dies können wir aus eigener Beobachtung nicht bestätigen, die außerhalb der direkten Konfrontation mit der Polizei nun von der Presse beklagten Schäden sind nur zu einem kleinen Teil auf diese Menschen zurückzuführen.

Der weit größere Teil waren erlebnishungrige Jugendliche sowie Voyeure und Partyvolk, denen wir eher auf dem Schlagermove, beim Fußballspiel oder Bushido-Konzert über den Weg laufen würden als auf einer linksradikalen Demo.
Es waren Betrunkene junge Männer, die wir auf dem Baugerüst sahen, die mit Flaschen warfen – hierbei von einem geplanten „Hinterhalt“ und Bedrohung für Leib und Leben der Beamten zu sprechen, ist für uns nicht nachvollziehbar.
Überwiegend diese Leute waren es auch, die – nachdem die Scheiben eingeschlagen waren – in die Geschäfte einstiegen und beladen mit Diebesgut das Weite suchten.
Die besoffen in einem Akt sportlicher Selbstüberschätzung mit nacktem Oberkörper aus 50 Metern Entfernung Flaschen auf Wasserwerfer warfen, die zwischen anderen Menschen herniedergingen, während Herumstehende mit Bier in der Hand sie anfeuerten und Handyvideos machten.

Es war eher die Mischung aus Wut auf die Polizei, Enthemmung durch Alkohol, der Frust über die eigene Existenz und die Gier nach Spektakel – durch alle anwesenden Personengruppen hindurch –, die sich hier Bahn brach.

Das war kein linker Protest gegen den G20-Gipfel. Hier von linken AktivistInnen zu sprechen wäre verkürzt und falsch.
Wir haben neben all der Gewalt und Zerstörung gestern viele Situationen gesehen, in denen offenbar gut organisierte, schwarz gekleidete Vermummte teilweise gemeinsam mit Anwohnern eingeschritten sind, um andere davon abzuhalten, kleine, inhabergeführte Läden anzugehen. Die anderen Vermummten die Eisenstangen aus der Hand nahmen, die Nachbarn halfen, ihre Fahrräder in Sicherheit zu bringen und sinnlosen Flaschenbewurf entschieden unterbanden. Die auch ein Feuer löschten, als im verwüsteten und geplünderten „Flying Tiger Copenhagen“ Jugendliche versuchten, mit Leuchtspurmunition einen Brand zu legen, obwohl das Haus bewohnt ist.

Es liegt nicht an uns zu bestimmen, was hier falsch gelaufen ist, welche Aktion zu welcher Reaktion geführt hat.
Was wir aber sagen können: Wir leben und arbeiten hier, bekommen seit vielen Wochen mit, wie das „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ ein Klima der Ohnmacht, Angst und daraus resultierender Wut erzeugt.
Dass diese nachvollziehbare Wut sich am Wochenende nun wahllos, blind und stumpf auf diese Art und Weise artikulierte, bedauern wir sehr. Es lässt uns auch heute noch vollkommen erschüttert zurück.

Dennoch sehen wir den Ursprung dieser Wut in der verfehlten Politik des Rot-Grünen Senats, der sich nach Außen im Blitzlichtgewitter der internationalen Presse sonnen möchte, nach Innen aber vollkommen weggetaucht ist und einer hochmilitarisierten Polizei das komplette Management dieses Großereignisses auf allen Ebenen überlassen hat.
Dieser Senat hat der Polizei eine „Carte Blanche“ ausgestellt – aber dass die im Rahmen eines solchen Gipfels mitten in einer Millionenstadt entstehenden Probleme, Fragen und sozialen Implikationen nicht nur mit polizeitaktischen und repressiven Mitteln beantwortet werden können, scheint im besoffenen Taumel der quasi monarchischen Inszenierung von Macht und Glamour vollkommen unter den Tisch gefallen zu sein.
Dass einem dies um die Ohren fliegen muss, wäre mit einem Mindestmaß an politischem Weitblick absehbar gewesen.
Wenn Olaf Scholz jetzt von einer inakzeptablen „Verrohung“, der wir „uns alle entgegenstellen müssen“, spricht, können wir dem nur beizupflichten.

Dass die Verrohung aber auch die Konsequenz einer Gesellschaft ist, in der jeglicher abweichende politische Ausdruck pauschal kriminalisiert und mit Sondergesetzen und militarisierten Einheiten polizeilich bekämpft wird, darf dabei nicht unberücksichtigt bleiben.

Aber bei all der Erschütterung über die Ereignisse vom Wochenende muss auch gesagt werden:
Es sind zwar apokalyptische, dunkle, rußgeschwärzte Bilder aus unserem Viertel, die um die Welt gingen.
Von der Realität eines Bürgerkriegs waren wir aber weit entfernt.
Anstatt weiter an der Hysterieschraube zu drehen sollte jetzt Besonnenheit und Reflexion Einzug in die Diskussion halten.
Die Straße steht immer noch, ab Montag öffneten die meisten Geschäfte ganz regulär, der Schaden an Personen hält sich in Grenzen.

Wir hatten als Anwohner mehr Angst vor den mit Maschinengewehren auf unsere Nachbarn zielenden bewaffneten Spezialeinheiten als vor den alkoholisierten Halbstarken, die sich gestern hier ausgetobt haben.
Die sind dumm, lästig und schlagen hier Scheiben ein, erschießen dich aber im Zweifelsfall nicht.
Der für die Meisten von uns Gewerbetreibende weit größere Schaden entsteht durch die Landflucht unserer Kunden, die keine Lust auf die vielen Eingriffe und Einschränkungen durch den Gipfel hatten – durch die Lieferanten, die uns seit vergangenem Dienstag nicht mehr beliefern konnten, durch das Ausbleiben unserer Gäste.

An den damit einhergehenden Umsatzeinbußen werden wir noch sehr lange zu knapsen haben.
Wir leben seit vielen Jahren in friedlicher, oft auch freundschaftlich-solidarischer Nachbarschaft mit allen Formen des Protestes, die hier im Viertel beheimatet sind, wozu für uns selbstverständlich und nicht-verhandelbar auch die Rote Flora gehört.
Daran wird auch dieses Wochenende rein gar nichts ändern.
In dem Wissen, dass dieses überflüssige Spektakel nun vorbei ist, hoffen wir, dass die Polizei ein maßvolles Verhältnis zur Demokratie und den in ihr lebenden Menschen findet, dass wir alle nach Wochen und Monaten der Hysterie und der Einschränkungen zur Ruhe kommen und unseren Alltag mit all den großen und kleinen Widersprüchen wieder gemeinsam angehen können.

Einige Geschäftstreibende aus dem Schanzenviertel:
BISTRO CARMAGNOLE
CANTINA POPULAR
DIE DRUCKEREI - SPIELZEUGLADEN SCHANZENVIERTEL
ZARDOZ SCHALLPLATTEN
EIS SCHMIDT
JIM BURRITO'S
TIP TOP KIOSK
JEWELBERRY
SPIELPLATZ BASCHU e.V." #noG20

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