Zur optimalen Funktion verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung von hartz.info stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Autor Thema: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien  (Gelesen 5716 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Rüdiger

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« am: 28. Juli 2017, 12:17:50 »
Habe heute bei open Petition Deutschland folgende Petition gestellt und würde mich freuen wenn Ihr diese durch Eure Unterschrift unterstüzt.



Mönchengladbach, den 28.07.2017

An den Deutschen Bundestag

Sehr geehrte Damen und Herren , ich bin seit 13 Jahren alleinerziehender Vater von zwei Kindern, ein Junge und ein Mädchen im Alter von 17 Jahren. Mein Sohn besuchte die Realschule, die er nun mit der Qualifikation abgeschlossen hat und die höhere Handelsschule weiter besuchen wird. Meine Tochter besuchte das Gymnasium, welches Sie mit der Fachhochschulreife beendete. Zu unserer Freude bekam sie einen Ausbildungsplatz in einem Reisebüro und in der Sie sich auch seit dem 1.07.2017 befindet. Eigentlich eine Traumsituation für einen Vater aber auch nur eigentlich, denn ich bin ein Vater, der trotz Teilzeitarbeit von Hartz IV lebt und jetzt seiner Tochter erklären muss, dass Ihre Ausbildungsvergütung nun in die Bedarfsgemeinschaft einfließen wird und sie somit von Ihren 407 Euro Netto, 300 Euro in die Bedarfsgemeinschaft einfliessen werden, 90 Euro für Ihr Monatsticket zu zahlen sind und somit 27 Euro von Ihrer Ausbildungsvergütung für Sie übrig bleibt. Ich kann ja verstehen, dass Kinder etwas zum Leben dazugeben müssen, dass Leben ist halt nicht umsonst. Musste früher auch zu Hause Kostgeld abgeben, gar kein Reden, doch es darf kein Fass ohne Boden sein , sowie es bei Hartz IV Kindern leider der Fall ist. Sie können sich auch nicht durch eine Nebentätigkeit etwas dazu verdienen für Führerschein, Auto, Wohnung usw, weil alles in die Bedarfsgemeinschaft einfließen wird ( bis auf 20% von 100%). Auch bei der Ferienarbeit gelten andere ( ungünstigere ) Bestimmungen als für Kinder aus nicht HartzIV Haushalten. Wo soll da die Motivation bei den Kindern sein oder wo ist die Chancengleichheit/ Gleichbehandlung? Man erzieht sich hier die neue Hartz IV Generation heran auf Kosten unserer Kinder und das kann nicht sein und ist auch unverständlich. Wieso werden unsere Kinder als Kinder 2ter Klasse behandelt? Möchte Sie hiermit bitten sich dieser Petition anzunehmen und für eine Gleichbehandlung der Kinder zu sorgen. einen Hoffnungsvollen Gruß R.Buchkremer
Begründung:

weil es nicht sein kann wie es zur Zeit läuft , weil es den Kinder gegenüber ungerecht ist und Sie keine Chance ansonsten haben aus ihrem Leben etwas zu machen.Es ist einfach nur Unverständlich und ich bitte alle sich dieser Petition anzunehmen um zu versuchen diesen Umstand endlich zu beenden, im Sinne unserer Kinder.

über den unten angegebenen Link kommt Ihr zur Petition, Danke.

https://www.openpetition.de/petition/online/gleichbehandlung-von-kinder-aus-hartziv-familien

Offline Quinky

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 3365
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #1 am: 28. Juli 2017, 13:09:59 »
Ich finde ja eine solche Petition im Grunde genommen sehr gut, denn HartzIV-Kinder, die fleissig sind, werden klar benachteiligt, teilweise sogar enteignet, ABER:
Bei einer solche Petition sollte man schon korrekte Behauptungen aufstellen, denn die Berechnung, ich stehen nur 27€ zu, ist absolut falsch!!!
Es kann natürlich sein, das das Jobcenter einen falschen Bescheid geschickt hat, was ich aber nicht weis.
Korrekte Berechnung:
407€ netto sind ca. 520€ brutto (bei Azubis gilt ja nicht die Midi-Job-Regelung bei Abügen)
Freibetragsrechnung für die Tochter:
90,00€ Monatsticket
30,00€ Versicherungspauschale
84€ Selbstbehalt aus Bruttoverdienst
= 204€ Gesamtfreibetrag, die der Tochter zusteht, davon hat sie  ihr Monatsticket von 90€ zu zahlen = 114€ hat sie selbst für sich!!

DAS wäre die richtige Rechnung, das nach wie vor die Motivation fehlt, ist eine völlig andere Sache.

Gruß
Ernie

Online MichaK

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 6072
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #2 am: 28. Juli 2017, 14:18:31 »
114€ hat sie selbst für sich!!


+ Regelbedarf, oder ?

Insofern Gleichbehandlung mit wem ? Da gibt es viele Konstellationen, wo man vergleichen könnte. Der Webfehler liegt m.E. in den Regelsätzen für Kinder bzw. auch Erwachsene bis unter 25. Das ist ein reines Einspardenken, was da zugrunde liegt und hat nix mit Bedarfen zu tun. Übrigens genau so bei Ehepaaren.
„Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken.“
Karl Marx (MEW 3/46)

Offline Rüdiger

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #3 am: 28. Juli 2017, 15:52:25 »
nein nix plus Regelbedarf.
Ernie könnte sein das vielleicht irgendwo ein Fehler bei der Berechnung verlaufen ist, wenn ich jedoch meinen alten Bescheid sehe und den heutigen fehlen dort knapp 300 Euro und ausser der Ausbildungsvergütung meiner Tochter sind sonst keine anderen Einnahmen dazu gekommen. Mein Sohn bekam jetzt die Aufforderrung vom Amt einen Antrag auf Bafög bis zum 6.08.2017 zu stellen danach werde ich sicherlich erneut einen Leistungsbescheid bekommen da das Bafög auch in die Bedarfsgemeinschaft einfliessen wird. Es geht sich  aber auch nicht darum ob sich  hier  ein Rechenfehler eingeschlichen hat sondern um das grundsätzliche das es nicht sein kann das unsere Kinder in einer 2 Klassengesellschaft aufwachsen müssen und in allem anders behandelt werden als Kinder von nicht HartzIV  Beziehern.

Offline Quinky

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 3365
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #4 am: 28. Juli 2017, 16:13:56 »
hallo Rüdiger,

stelle bitte mal (natürlich anonymisiert) beide Bescheide hier gegenüber, damit man prüfen kann, was da passiert ist. Ohne eine solche Überprüfung läßt sich nicht sagen, wo und wie der Fehler entstanden ist/liegt.

Gruß
Ernie

Offline Rüdiger

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #5 am: 28. Juli 2017, 16:33:17 »
Ernie es geht sich nicht darum ob Sie nun 27 Euro oder 114 Euro zu Verfügung hat nach den Berechnungen, es geht sich um das gesamte und das es nicht undendlich ist.Zum Beispiel bei einen Nebenverdienst  wie begründet man es das Sie von 100 Euro nur 20Euro behalten darf und andere 100Euro und wieso Sie nur 4 Wochen Ferienarbeit verrichten darf und 1200Euro verdienen kann und andere Kinder halt 3 Monate und 2850 verdienen können.

Offline Turbo

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2040
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #6 am: 28. Juli 2017, 16:55:15 »
Bist du gesundheitlich angeschlagen oder warum suchst du dir nicht noch einen Nebenjob zu deiner Halbtagsstelle? Mit Kinderzuschlag und Wohngeld, Einkommen der tochter, Bafög des Sohnes und Kindergeld solltet ihr doch dann weg von ALG2 kommen.

Offline Rüdiger

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #7 am: 28. Juli 2017, 17:08:11 »
dazu muss ich doch jetzt nichts sagen, oder?

Offline Turbo

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2040
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #8 am: 28. Juli 2017, 17:23:12 »
Nö, müssen musst du gar nichts. Nur, bevor man über die Ungerechtigkeiten dieser Welt lamentiert, darf man sich auch gerne mal selbst hinterfragen.
Es ist in erster Linie deine Aufgabe, für eine Gleichbehandlung deiner Kinder zu sorgen.

Offline Rüdiger

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #9 am: 28. Juli 2017, 17:41:08 »
das versuche ich gerade , bekommst Du es mit?

Offline potamopyrgus

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2565
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #10 am: 28. Juli 2017, 18:05:09 »
Die Kinder kommen nur für ihren eigenen Bedarf auf. Wenn sie soviel verdienen, dass sie ihren Bedarf decken, dann sind sie rechnerisch raus aus der BG. Lediglich das Kindergeld wird dir angerechnet, weil deine Kinder es nicht "brauchen".
In deinen Ausführungen sind nicht nur viele Fehler, sondern es fehlt auch ein konkreter Vorschlag was du nun vom Staat erwartest.

Dein schwammiges "Für Gleichbehandlung sorgen" kann alles und nichts bedeuten. Es gibt genug "reiche" Eltern, die selbstverständlich von ihren Kindern erwarten, dass sie ihren Mietanteil tragen und sich an den Lebenshaltungskosten beteiligen, wenn sie Geld verdienen.  :weisnich:

Gleichbehandlung damit, wie du dir vorstellst, dass Kinder reicher Eltern leben? Ein bisschen konkret hättest du mindestens werden müssen, wenn du etwas erwartest.

 :scratch:

Offline Angela1968

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 8982
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #11 am: 28. Juli 2017, 18:16:07 »
So ganz kann ich Dein Problem auch nicht nachvollziehen.

Meine Eltern haben z.B. nie Sozialleistingen bezogen, denn so etwas gab es in der DDR nicht. Trotzdem habe ich mitbekommen wie wenig meine Eltern trotz Vollzeitarbeit verdient haben. Ich selbst habe schon den Moment herbeigesehnt wo ich eigenes Geld verdiene und meinen Eltern nicht mehr ganz auf der Tasche liegen muss.

Trotzdem meine Eltern es nicht verlangt haben gab ich ihnen immer 40% meines Einkommens als Kostgeld.

Vor allem frage ich mich, gibt es auf die Ausbildungsvergütung nicht auch die gleichen Freibeträge wie beim Erwerbseinkommen? Dann hätten die Kinder unterm Strich trotzdem noch mehr als so.

Angela
Wer etwas möchte - sucht Wege
Wer etwas nicht möchte - sucht Gründe

Offline Rüdiger

  • neu dabei
  • Beiträge: 6
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #12 am: 28. Juli 2017, 18:23:34 »
weiss jetzt nicht ob es schwammig geschrieben ist, mag sein bin kein Anwalt bin nur ein Vater der sich Gedanken macht. Wenn Du aber das schwammige gelesen hast dann müsstest Du mitbekommen haben das ich verstehe das Sie einen Anteil zum Leben dazu geben muss wie bei reichen Eltern. Nur wenn du weiter gelesen hättest , dann wüsstest Du wie es danach bei reichen Kinder weiter geht und wie es bei Kinder im HartzIV Haushalt weiter geht. Siehe 20% von 100% bei Nebentätigkeit und 4 Wochen Ferienarbeit für 1200Euro anstatt 3 Monate für 2850 Euro. Ich sehe hierin das mit zweierlei Mass gemessen wird und halte dieses nicht für gerechtfertigt.

Offline potamopyrgus

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 2565
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #13 am: 28. Juli 2017, 18:37:30 »
weiss jetzt nicht ob es schwammig geschrieben ist, mag sein bin kein Anwalt bin nur ein Vater der sich Gedanken macht. Wenn Du aber das schwammige gelesen hast dann müsstest Du mitbekommen haben das ich verstehe das Sie einen Anteil zum Leben dazu geben muss wie bei reichen Eltern. Nur wenn du weiter gelesen hättest , dann wüsstest Du wie es danach bei reichen Kinder weiter geht und wie es bei Kinder im HartzIV Haushalt weiter geht. Siehe 20% von 100% bei Nebentätigkeit und 4 Wochen Ferienarbeit für 1200Euro anstatt 3 Monate für 2850 Euro. Ich sehe hierin das mit zweierlei Mass gemessen wird und halte dieses nicht für gerechtfertigt.

Das stimmt einfach nicht. Deine Kinder können soviel verdienen wie sie wollen. Lediglich das Kindergeld wird bei dir angerechnet. Mehr als ihren Mietanteil und ihren Unterhalt müssen sie nicht zahlen. Ihr Einkommen dürfen sie komplett behalten. Davon nimmt ihnen niemand was weg. Der Staat schießt dann nur nichts mehr zu.

Offline Angela1968

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 8982
Re: Gleichbehandlung von Kinder aus HartzIV Familien
« Antwort #14 am: 28. Juli 2017, 18:44:40 »
Komisch,

ich habe 2 Geschwisterkollegen die in einem ALG II  Haushalt mit insgesamt 12 Kindern aufgewachsen sind. Die beiden haben es trotz der "Ungleichbehandlung" oder gerade deswegen geschafft. Beide haben sich als Pfegehelfer bei uns beworben, haben sich als es klar wurde das sie bei uns weiterbeschäftigt werden und auch eine Ausbildung absolvieren dürfen sich WG Wohnungen gesucht. Sie sind dann als sie die Wohnungen hatten sofort ausgezogen und haben dann auch kein ALG II mehr beantragt. Sie haben gesagt, egal wie, wir müssen es schaffen nie wieder im ALG II Bezug zu sein, egal wie knapp das Geld dann auch ohne ALG II ist.

Neulich erzählten mir die beiden das sie sich von ihren jeweiligen WG Wohnungen getrennt haben und sie nun beide die Wohnung teilen, da sie ja nun beide in Ausbildung sind und die jetzige Wohnung und die jeweiluigen Mietanteile noch preiswerter sind als die bisherigen.

Angela
Wer etwas möchte - sucht Wege
Wer etwas nicht möchte - sucht Gründe