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Autor Thema: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)  (Gelesen 1947 mal)

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Offline coolio

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #15 am: 14. November 2017, 22:41:12 »
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Offline MarianneX

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #16 am: 14. November 2017, 22:50:00 »
Aha. Jetzt wird das klar, hier hat keiner am 31.12. abgelesen sondern die  haben mit dieser Methode geschätzt.

Danke für den Link!

Ich bin jetzt müde und gehe hier raus. Erst mal vielen Dank für die Antworten. Morgen gehts weiter.

MarianneX

Offline jalapeno

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #17 am: 14. November 2017, 23:33:34 »
wo ich grade stutze, gilt denn bei dir in der Kommune die Angemessenheit nach Bruttokaltmiete, also Kaltmiete und kalte NK (die in deinem Beitrag #2 unter Punkt 4 gelisteten  Betriebskosten: Wasser Entwässerung Niederschlagswasser Gebäudeversicherung Haftpflichtvers. Kosten f.Pflege der Anlagen Straßenreinigung Hausmüll Gebäudereinigung Grauflächenreinigung Schnee- und Glatteisbeseitigung Hauswart Fremdleistung  Grundsteuer) oder nur nach Kaltmiete?
Im letzteren Fall darf das JC Bauchweh bei einer Vorauszahlungserhöhung kriegen, so viel es will, wenn die Richtlinien nur eine Kaltmiete als Kriterium vorsehen, dann müssen die NK+BK auch getragen werden, sofern sie halt in einem realistischen Rahmen liegen.

Die kalten NK zu senken ist dem Mieter in der Regel nur sehr begrenzt möglich, da die hauptsächlich aus Umlagen bestehen, die vom Einzelnen nicht zu beeinflussen sind.
Dazu und überhaupt zum Thema mal der Ratgeber Angemessenheit der Kosten der Unterkunft

Bei den Heizkosten gilt im Zweifelsfall der Heizspiegel als Obergrenze, bei der mglw. gedeckelt werden darf, ansonsten sind die immer in der Höhe zu übernehmen, wie sie entstehen. Ausnahme: Es kann unwirtschaftliches Verhalten nachgewiesen werden. Da du aber die EG-Eckwohnung hast und neben dir leer steht, hast du als "Wärmepuffer" nur die Wohnung über dir, damit ergeben sich für dich schon ganz automatisch etwas höhere Heizkosten, als wenn du im Sandwich wohnen würdest und von allen Seiten geheizt würde. Das muss beim Prüfen, falls der Wert jenseits des ohnehin anzuerkennenden liegt, auch einbezogen werden.

Nach meiner Erfahrung kommt jedenfalls eine Nachzahlung um so eher zustande, je später im Jahr man eingezogen ist. Die Abschläge sind halt dafür da, eine Jahressumme in gleichen Tranchen abzudecken, die einzeln vA bei Wärme sehr unterschiedlich und zum Jahresende eher wesentlich höher ausfallen würden. Einmal bin ich Oktober ein- und Mai ausgezogen, da waren beide Male noch größere Happen nachzuzahlen. Insofern kommt mir das bei dir jetzt alles in allem nicht zu spanisch vor, und eben auch, dass keine Anpassung der Vorauszahlung erfolgt, weil die eben gut ausreichen, wenn sie das ganze Jahr gezahlt werden.

i.Ü. kenn ich zB eine Wohnung in einem ganz normalen städtischen MFH, da betragen die NK+HK über ein Drittel der Gesamtkosten, je nach örtlichen Gebühren (zB für Kanal und Müll) kommt da einfach ganz schnell ein Haufen zusammen.
Der Aspekt trifft jetzt auf die Abrechnung bei dir wohl eher nicht zu, denn die fixen kosten sollten ja verlässlich in die Vorauszahlung eingerechnet sein.
Was aber möglich wäre:
Z.B. eine Heizungswartung, die nicht jedes Jahr anfällt, kann in einzelnen Jahren die Abrechnung erhöhen, mglw ist das für '16 auch der Fall, die Summen der einzelnen Punkte kenn ich ja anhand der Angaben nicht. Ist zwar bei dir Fernwärme, aber auch da sind Anlagen im Haus, die immer mal angeschaut werden müssen (Hauptventile, Hauptzähler usw).
Auch bei den kalten NK sind Posten denkbar, die nicht regelmäßig, sondern zB nur im Frühjahr anfallen (Baumschnitt?), bei Zahlung der NK-Abschläge über 12 Monate dann auch von der Vorauszahlung erfasst sind, aber in deinem Fall eben nicht, weil du nur 6 Monate vorausgezahlt hast.
Bin Laie und versuche aus Interesse, zu verstehen und Tipps zurückzugeben. Keine Rechtsberatung und keine Gewährleistung für die Korrektheit der Tipps in meinen Beiträgen!

Offline MarianneX

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #18 am: 15. November 2017, 11:06:13 »
Danke für den Link ich schau mir das mal an.

Unwirtschaftlich geheizt habe ich nicht bei einer Raumtemperatur von 18 Grad. Im Mietvertrag steht sogar, es solle gewährleistet sein, tagsüber (Zeit angeben) 21 Grad in allen Räumen vorhanden sein.
Das geht mit dieser Heizung nicht, weil die wohnung einfach kalt ist und wie hoch würden dann wohl die Heizkosten sein, wenn ich immer voll aufdrehen würde, um 21 Grad Raumtemperatur zu erhalten?

Ich glaube es wird nach Kaltmiete und Kalten Nebenkosten unterschieden hier im Kreis. Werde aber nochmal nach lesen.

Habe mit Leuten aus dem Haus geredet, die über mir wohnen, die haben alle dasselbe Problem. Außerdem sind die Besitzverhältnisse "eher undurchsichtig".

Morgen geh ich zum Amt, die werden sich freuen.  :yes:

Gruß MarianneX

Offline MarianneX

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #19 am: 15. November 2017, 15:39:36 »
So die Heizkosten habe ich jetzt durch geackert, kreuz und quer gerechnet, die sind ganz klar erhöht laut den Angaben des "Bundesweiten Heizspiegels". Sie liegen bei 16,66 Euro pro m2.
Da kann ich aber nicht dafür, die Wohnung ist echt kalt, wie gesagt, Durchschnittstemperatur 18 Grad, das ist ein Witz, im Bad und Schlafzimmer noch weniger.

So werd ich das denen auch schreiben beim Antrag auf Kostenübernahme. Ich finde 18 Grad Raumtemperatur eher wenig, eher am "zu kalt", als am "ausreichend".

Die anderen Kosten kann ich ja eh nicht ändern. Wobei für Wasserverbrauch sehe ich auch nicht, wo ich da sparen soll.  So wenig, wie ich Warmwasser verbrauche, weniger geht ja gar nicht. Einmal am Tag spülen wird ja wohl erlaubt sein?

Insgesamt scheint diese Rechnung zwar hoch, aber korrekt zu sein.
Was das nun für Folgen  hat - keine Ahnung.

Der Herr der zwei Etagen über mir wohnt (auch Eckwohnung), hatte vor 2 Jahren dasselbe Problem und sollte viel nachzahlen. Seine diesjährige Abrechnung weist aber komischerweise - ich hab ihn extra gefragt - trotz Nichtanpassung der Vorauszahlungen dieses Jahr ein hohes Guthaben auf.
Kann er sich auch nicht erklären, er hat nichts anders gemacht.

Mit Grüßen, MarianneX

Offline KnotenKurt

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #20 am: 15. November 2017, 16:16:54 »
Könntest du die Abrechnung anonymisiert hier einstellen?

Offline Keen

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #21 am: 15. November 2017, 16:43:54 »
Ich hatte bei meinem Einzug ein ähnliches Problem. Erst eine hohe Nachzahlung verbunden mit einer Erhöhung der Vorauszahlung und auf der nächsten Abrechnung ein ordentliches Guthaben.
Hatte ebenfalls alle möglichen Rechner genutzt und mir selber eine Verschwendung unterstellt  und bin fast verzweifelt. Irgendwann hat es aber dann klick gemacht.

Wirkliche Heizkosten entstehen ja nur in der Heizperiode. Die Vorauszahlungen der restlichen Monate sind nicht dem Verbrauch im selben Monat geschuldet sondern fangen den hohen Verbrauch in der Heizperiode auf. Wenn man mitten einen Abrechnungszeitraum fällt, dann können die restlichen Monate den Verbrauch und die Kosten der Heizperiode nicht auffangen. Ich bilde also kein oder nicht genügend Guthaben. So kann es dann auch zu einem "hohen" Verbrauch und einer Nachzahlung kommen.

Offline MarianneX

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #22 am: 15. November 2017, 16:58:22 »
hallo, ja ich kann die Abrechnung mal abfotografieren und hier einstellen.

Ich bin im Sommer eingezogen und es war lange warm. Ich habe in diesem Jahr kaum geheizt, auch der Dezember war eher mild.

Ich kann mir die hohen Heizkosten nicht erklären. Auch nicht die hohen Warmwasserkosten.


Verbraucherschutzzentralen gibt es hier aber die machen auch keine genaue Prüfung. Genau prüfen so eine Abrechnung wohl nur die Miterverbände oder eben Anwälte.


Offline MarianneX

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #23 am: 15. November 2017, 18:09:32 »
Hier ist die Nebenkostenabrechnung abfotografiert. Es gibt noch 2 Blätter mit Erläuterungen, die mir aber nicht so wichtig erschienen. Bei Bedarf kann ich diese natürlich gerne noch nachliefern.

vielen Dank nochmals. MarianneX

Offline blaumeise

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #24 am: 15. November 2017, 21:48:25 »
Zitat von: MarianneX am 15. November 2017, 15:39:36
So werd ich das denen auch schreiben beim Antrag auf Kostenübernahme. Ich finde 18 Grad Raumtemperatur eher wenig, eher am "zu kalt", als am "ausreichend".
Die Nachzahlung wird auf jeden Fall vom Sozialamt in voller Höhe übernommen werden, das müssen sie: § 35 SGB XII http://www.buzer.de/gesetz/3415/a47596.htm

Was folgen kann, ist halt eine Aufforderung, deine Kosten der Unterkunft zu senken, plus eine Frist, bis zu der die zu hohen Kosten noch übernommen werden. Wobei, da die monatlichen Vorauszahlungen sich ja nicht erhöht haben, auch künftig die monatlichen Mietkosten voll übernommen werden, sie sind ja im angemessenen Rahmen. Problematisch wird es erst dann, wenn im nächsten Jahr erneut eine hohe Nachzahlung kommt.

Mindestens ein Jahr lang wird also alles übernommen, so wie es ist, bis zur nächsten Abrechnung. Da kommt es dann drauf an, ob es ev. wieder eine Nachzahlung sein wird. Falls deine Wohnung so schlecht gedämmt ist - bei Erdgeschosswohnung kann die Kälte vom Keller her kommen -, dann würde ich mal mit dem Vermieter sprechen, ob er in dem Punkt was machen kann. Man kann im Keller an der Decke Platten anbringen zum Beispiel. Guck dir einfach mal die Kellerräume unter dir an, ob das der nackte Beton ist. Das macht nämlich schon was aus. Dicker Wollteppich in der Wohnung könnte auch was helfen.

Letztlich ist es so: Umziehen müssen musst du nicht. Du kannst auch in Zukunft - falls das Sozialamt irgendwann nicht mehr alle Kosten übernehmen sollte - in der Wohnung bleiben, dann müsstest du die Differenz zum maximal angemessenen Betrag allerdings aus dem Regelsatz bezahlen.

Offline KnotenKurt

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #25 am: 15. November 2017, 22:41:38 »
Kann es sein, dass ihr Funkheizkostenverteiler habt und daher auch niemand zum Ablesen kommen muss? Denn es sind eindeutig Einheiten für die einzelnen Räume aufgeführt.

Offline MarianneX

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #26 am: 15. November 2017, 23:41:15 »
hallo,

nein die Woche kommt jemand zum ablesen, zum Glück ist hier noch nichts mit Funk.

Die Wohnung ist klar von unten her kalt, wo ich die Füße habe, habe ich eine Decke auf dem Boden liegen, sonst wäre es zu kalt. Teppich jedweder Art geht leider nicht wegen Allergie.

Danke für den Link.

Problematisch wird es dann wenn die nächste hohe Nachzahlung kommt, richtig. Wenn die dann doppelt so hoch ist weil sie eben für ein ganzes Jahr gilt, habe ich echt ein Problem.

Aber die Höhe der Vorauszahlungen müßte auch angepasst werden. Nach den neuen Richtlinien besteht da ja noch ca 30 Euro "Spielraum". Vielleicht sollte ich dahingehend mal mit dem Vermieter sprechen.

gruß MarianneX

Offline Keen

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #27 am: 15. November 2017, 23:45:51 »
Heizkostennachzahlung ist doch nur 155,-. Auf das Jahr gesehen, relativiert sich der Betrag.
Die Nachzahlung der Betriebskosten ist aber heftig. Da hat wohl jemand beim Abschlag gepennt.

Offline MarianneX

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #28 am: 16. November 2017, 09:08:56 »
Zitat
Die Nachzahlung der Betriebskosten ist aber heftig. Da hat wohl jemand beim Abschlag gepennt.

Kann man da irgendwas machen?

Offline KnotenKurt

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Re: Hohe Nebenkostennachzahlung bei Grundsicherung (SGB 12)
« Antwort #29 am: 16. November 2017, 09:43:21 »
Zitat
Die Nachzahlung der Betriebskosten ist aber heftig. Da hat wohl jemand beim Abschlag gepennt.

Kann man da irgendwas machen?

Raufsetzen.
Ob man den Vermieter haftbar machen kann dafür, weiß ich nicht, sollte man dir die Wohnung als unangemessen einstufen.