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Autor Thema: Unangemessene Miete  (Gelesen 1762 mal)

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Offline Malina

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Unangemessene Miete
« am: 22. Dezember 2017, 09:49:40 »
Hallo zusammen,
Es geht um meine Mutter. Sie ist seit dem Tod meines Vaters dieses Jahr auf die Grundsicherung angewiesen.
Sie hat ein Schreiben erhalten in dem es heißt dass ihr eine Wohnung mit 50 qm zusteht weil sie ja jetzt alleine ist und dass die Kosten zu hoch sind.
Meine Frage : könnte sie dennoch in der Wohnung bleiben auch wenn das Amt nur das bezahlt was ihr zusteht.?
Oder muss sie grundsätzlich umziehen? Ich kann ihr das nicht zumuten jetzt eine neue Wohnung zu finden, sie ist voll fertig; zudem wollen die auch zusätzlich Nachweise über eigenbemühungen zwecks Wohnungssuche.
Danke für eure Hilfe.

Offline NichtMitMir

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #1 am: 22. Dezember 2017, 10:02:46 »
Niemand kann deine Mutter zwingen umzuziehen
Das Amt wird nur noch die angemessene Miete bezahlen

Offline Malina

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #2 am: 22. Dezember 2017, 10:17:51 »
Ich hoffe du hast recht...es ist nur erschreckend wie man mit älteren Menschen umgeht die von heute auf morgen zusehen müssen wie sie klarkommen und dann gefordert wird Nachweise zu erbringen sonst wird sanktioniert

Offline NichtMitMir

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #3 am: 22. Dezember 2017, 10:22:21 »
Würde in dem Schreiben an deine Mutter die angemessene Miete genannt und wie groß ist die Differenz zur tatsächlichen Miete?

Offline Malina

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #4 am: 22. Dezember 2017, 10:34:43 »
Angemessen wäre eine bruttokaltmiete von 437 zzgl ca 70 Euro heizkosten
Sie zahlt jetzt eine warmmiete von 620 Euro. Es sind 113 Euro Zuviel. Aber sie könnte dennoch klarkommen finanziell. Wäre eng aber ginge.

Offline NichtMitMir

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #5 am: 22. Dezember 2017, 10:38:20 »
Wenn deine Mutter die Differenz irgendwie stemmen kann dann kann sie die Kostensenkungsaufforderung auch ignorieren

Offline Malina

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #6 am: 22. Dezember 2017, 10:41:16 »
Ich werde im Januar mit der Sachbearbeiterin reden. Danke für deine Antworten.
Lg

Offline NichtMitMir

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #7 am: 22. Dezember 2017, 10:50:07 »
Du musst auf die Zumutbarkeit eines Umzuges hinweisen
Hier hat das Amt Spielraum

Offline Malina

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #8 am: 22. Dezember 2017, 11:00:10 »
Meine Mutter hat nur mich hier und ist auf meine Hilfe angewiesen

Offline NichtMitMir

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #9 am: 22. Dezember 2017, 11:04:28 »
Auch Alter und Gesundheitszustand deiner Mutter könnten für eine Unzumutbarkeit eines Umzuges sprechen

Offline blaumeise

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #10 am: 22. Dezember 2017, 11:19:59 »
Zitat von: Malina am 22. Dezember 2017, 09:49:40
Sie hat ein Schreiben erhalten in dem es heißt dass ihr eine Wohnung mit 50 qm zusteht weil sie ja jetzt alleine ist und dass die Kosten zu hoch sind.
Meine Frage : könnte sie dennoch in der Wohnung bleiben auch wenn das Amt nur das bezahlt was ihr zusteht.?
Oder muss sie grundsätzlich umziehen? Ich kann ihr das nicht zumuten jetzt eine neue Wohnung zu finden, sie ist voll fertig; zudem wollen die auch zusätzlich Nachweise über eigenbemühungen zwecks Wohnungssuche.
Hier ist der Gesetzesparagraph dazu: § 35 Abs. 2 SGB XII  http://www.buzer.de/gesetz/3415/a47596.htm

Darin steht:
Zitat
(2) 1Übersteigen die Aufwendungen für die Unterkunft den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang, sind sie insoweit als Bedarf der Personen, deren Einkommen und Vermögen nach § 27 Absatz 2 zu berücksichtigen sind, anzuerkennen. 2Satz 1 gilt so lange, als es diesen Personen nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch längstens für sechs Monate.
Wenn deine Mutter nachweisen kann, dass sie keine preislich passende Wohnung anmieten kann, muss das Sozialamt auch weiterhin die zu hohen Mietkosten voll übernehmen, auch über die 6 Monate hinaus. Das ist nicht anders als bei ALG-II-Empfängern.

Hier der dazugehörige Ratgeber: Ratgeber Angemessenheit der Kosten der Unterkunft  http://hartz.info/index.php?topic=15.0
Darin das Kapitel lesen "Mitteilung über zu hohe Unterkunftskosten/Aufforderung zur Kostensenkung"


Angemessen wäre eine bruttokaltmiete von 437 zzgl ca 70 Euro heizkosten
Sie zahlt jetzt eine warmmiete von 620 Euro. Es sind 113 Euro Zuviel. Aber sie könnte dennoch klarkommen finanziell. Wäre eng aber ginge.
Bei Grundsicherung hat sie zwar einen mittlerweile erhöhten Schonbetrag beim Vermögen, aber die Regelleistung beträgt monatlich nur 416 Euro. Davon 113,- Euro abknapsen für die Miete, das ist kaum zu stemmen. Zumindest könnten Fragen auftauchen beim Sozialamt, ob sie womöglich Geld bekommt, welches sie nicht angibt. Sie müsste von rund 300,- Euro monatlich leben, davon fixe Kosten wie Telefon und Strom zahlen, dazu Lebensmittel, Kleidung, Reparaturen, Haushaltswaren, Fahrtkosten, Medikamente, sonstige Extras - das ist nicht nur eng, das ist als Dauerlösung eigentlich nicht machbar.

Ich würde mir das gut überlegen und zumindest für den Anfang es so machen, dass sie ihre höchstwahrscheinlich sowieso vergeblichen Bemühungen, eine preislich passende Wohnung anzumieten, dokumentiert und regelmäßig dem Sozialamt nachweist. Damit ist sie auf der sicheren Seite, dass das Amt ihr die vollen Mietkosten auch weiterhin zahlen muss. Falls sie sich sträuben, kann sie mit Beratungshilfeschein einen Anwalt hinzuziehen. Auf Wohnungssuche gehen und das dokumentieren würde ich aber auf jeden Fall, das wäre wichtig.

Offline NichtMitMir

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #11 am: 22. Dezember 2017, 11:42:45 »
@Malina sprich im Januar mit der Sachbearbeiterin dann erübrigt sich vielleicht die Wohnungssuche
Alles andere ist bis jetzt reine Spekulation
Auch Finanzberater blaumeise kennt die finanziellen Verhältnisse deiner Mutter nicht wirklich

Online Sheherazade

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #12 am: 22. Dezember 2017, 11:49:24 »
Auch Finanzberater blaumeise kennt die finanziellen Verhältnisse deiner Mutter nicht wirklich

Aber du? Kannst du endlich aufhören, die User mit den fundierten Ratschlägen so anzugehen?
Bei sich die Schuld suchen: Auch so ein Ding, was immer nur die tun, die es nicht müssten und nie die, die es dringend sollten. (von unbekannt)

Es gibt viele Wege zum Glück, einer davon ist aufhören zu jammern. (Albert Einstein)

Offline Malina

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #13 am: 22. Dezember 2017, 11:58:32 »
Meine Mutter hat 364 Rente, 157 Witwenrente , das ist alles.
Wie rechnen die denn?

Offline NichtMitMir

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Re: Unangemessene Miete
« Antwort #14 am: 22. Dezember 2017, 12:17:09 »
Damit übersteigt das Einkommen deiner Mutter den Regelbedarf von 416 Euro und es geht nur noch um die Miete
Schon mal über Wohngeld nachgedacht?