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Autor Thema: Leipzig zieht für die 80-Cent-Jobs für Geflüchtete nach einem Jahr die Reißleine  (Gelesen 2625 mal)

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Online Lady Miou

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Zitat von: Orakel am 09. Oktober 2017, 14:15:11
Was sind eigentlich "Biodeutsche"?
Der Begriff wurde nur zur Unterscheidung (Hiesige /Einwanderer) gewählt. Echt man weiß bald wirklich nicht mehr welches Wort man wofür benutzen soll, nichts ist passend oder genehm.
 :offtopic: Nochmal für dich, mir ist die Kultur egal, für mich zählt was für ein Mensch mir gegenüber steht (Wahrhaftig oder Täuscher) nicht das Aussehen! Ich habe auch keine Grenzen auf diese Erde gezogen und eingeteilt wer welche Staatsangehörigkeit ab Geburt hat.
« Letzte Änderung: 09. Oktober 2017, 14:42:52 von Lady Miou »
Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.          -Thèophile Gautier

Offline kroetenschleim

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Zitat aus dem im Eingangsbeitrag verlinkten Artikel:

"(...) Stadträtin Juliane Nagel. 'Vielmehr handelt es sich bei den sogenannten FIM um Zwangsbeschäftigung mit Hungerlöhnen. Anders als bei den sogenannten Ein-Euro-Jobs soll die Tätigkeit des Müllaufsammelns und Grünanlagen-Pflegens mit lediglich 80-Cent entschädigt werden. Dies ist nicht nur eine Ungleichbehandlung, auch der Effekt dieser Maßnahme für die Integration oder eine berufliche Perspektive der Geflüchteten geht gegen Null.'"


Ach. Und wenn die Menschen 20 Cent mehr bekommen, ist es okay????

Hier etwas über die Leipziger Stadträtin Juliane Nagel (Die Linke):

Juliane Nagel ist unter anderem Mitglied von verdi, im Radioverein Leipzig und der Roten Hilfe. Nagel war 2009 bis 2014 Sprecherin des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“. 2013 erhielt sie für ihr vielfältiges Engagement gegen Neonazismus und Diskriminierung den Leipziger Friedenspreis[4][5] und den Lysistrata-Frauen-Friedens-Preis.[6]


(Quelle: Wikipedia)


Beiträge #1 und #2 (Kaffeesäufer und Atalante): Volle Zustimmung!  :sehrgut:  :sehrgut:  :sehrgut:

Online Lady Miou

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Zitat von: kroetenschleim am 09. Oktober 2017, 14:54:59
Ach. Und wenn die Menschen 20 Cent mehr bekommen, ist es okay????
:ironie: Nee, aber das ist ja wieder ein anderer Teil der Gesetzgebung, das müssen/sollen wir getrennt betrachten. So fällt weniger auf wie diskriminierend und verfassungswidrig Menschen in diesem Land behandelt werden.  Hier geht es nur um die Ungleichbehandlung beim 1 Euro Job.
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Offline Oppositiona

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Siehst du denn das Elend bei den Hartz IV Empfängern, das geschieht doch meist im Stillen und nicht öffentlich, es seidenn sie finden sich als Obdachlose auf der Straße wieder, dann begegnet einem das Elend in diesem Land mal.

Ja sicher, das Elend spielt sich für jene – egal woher sie kommen oder ob hier geboren –, die längere Zeit wirklich nur von Almosen abhängig sind, meist hinter verschlossenen Türen ab. Die Scham ist groß besonders bei denen, die unverschuldet in diese Lage durch immer ausbeuterischere Politik/Gesetzgebungen gelangen und ganz besonders, wenn man schon viel in seinem Leben arbeitete, sich immer weiterbildete und trotzdem vor dem Nichts im Endeffekt steht. Gerade aber diese sehen ihren Ausweg   n i c h t   darin, indem sie einfach mal kriminell werden, da sich diese Einstellung oft gegen Unbeteiligte richtet.

Thema hier: Asylbewerberleistungsgesetz: Was wird gefördert, was wird gefordert. Wie steht es da mit z. B. diesen Zwangsbeschäftigungen (FIM) für Hungerlöhne , davon sind alle Abhängigen betroffen, auch die „Biodeutschen“, nennt sich bei diesen nur „Ein-Euro-Jobs“. Nur mutet es in diesem Artikel so an, als wären die Asylbewerber die „besonders davon Betroffenen“ – das könnte im höchsten Falle 15 Monate lang sein, eher weniger, da man sie ja nicht sofort einsetzt: 80 Cent gegenüber 1 Euro für angeblich besser gestellte „Biodeutsche“ oder hier schon integrierte „Ausländer“ aufgerechnet. Da könnte man ja dann auch wieder anbringen, bei den einen geht es um oft Analphabeten oder junge Leute mit geringer Bildung/Ausbildung oder gar keiner und bei den anderen oft um jene, die schon hier viel arbeiteten, über eine gute Bildung und Ausbildung verfügen usw. usw. Diese ganze Aufrechnung bringt n. m. M. nichts.
Wir haben besonders seit 2015 eine große Zuwanderung von sog. Flüchtlingen besonders jüngeren Alters und insbesondere von Männern. Ist es wirklich so verwerflich, diese jungen Leute mal an Arbeit heranzuführen, wozu sie oft in der Heimat überhaupt keine Gelegenheit bekamen, auch nicht den erforderlichen Zugang zur Bildung usw. ?

Oft hörte man ja von den Flüchtlingen/Migranten, dass sie arbeiten wollen. In der Realität sieht es aber meistens anders aus.  Beispiel/eine Reportage des öffentlichen TVs: Da steht ein junger Afrikaner in der Küche seiner Gastmutter und kocht in einem Anzug guten Tuches. Ein eigenartiges Bild, da kocht jemand und ist dabei gekleidet, als wolle er gleich mal in einer Galaveranstaltung moderieren, aber auch egal, ich musste mich etwas darüber amüsieren… Man macht ja gerne Reportagen über Flüchtlinge, um deren super Integrationswillen zu bezeugen, wobei man im Endeffekt nicht mal bemerkt, das da etwas ganz anderes dabei herauskommt. Die Gastmutter besorgt dem jungen Afrikaner einen Hilfsjob in einem Hotel, wo er auch den ersten Tag zur Arbeit antrat, aber schon am nächsten Tag dort nicht mehr auffindbar war, da er sich bei seinen Kumpels im Asylantenheim befand, mit denen er etwas schnackte. Als er dann sein Bleiberecht vom Amt bestätigt bekam, war er von einem zum anderen Tag verschwunden… Die meisten wandern ja dann in die Großstädte ab…
Dann noch die Frage mal gestellt: Wie viele brechen von den hier bleiben Wollenden dann ihre ihnen gebotenen Deutschkurse ab oder treten diese gar nicht erst an, aber haben vorher bekundet, hier sogar studieren zu wollen? Wie viele brechen ihre ihnen gebotenen Ausbildungen oder sogar Arbeitsverhältnisse ab, weil sie meinen, so nicht zu schnellem Geld zu kommen usw. usw. Über die wirkliche Zahl bringt man sicher nichts in den Medien.
Wen sanktionieren die Ämter eher… darüber führte ich mich in meinem vorherigen Beitrag aus…

Parallelgesellschaften kann man verhindern, indem man diese genauso fordert wie die sog. Rechtstreuen. Gesetze sind dafür schon vorhanden, doch werden sie eher strikter bei den Rechtstreuen angewendet. So entstehen und breiten sich diese Auswüchse, amerikanischen Verhältnisse auch hier immer weiter aus. Man möchte wohl mit solcher n. m. M. Angstpolitik nach dem Motto „lassen wir hier mal alles unkontrolliert herein und sprechen nur noch über Sicherheit“ von den berechtigten Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit ablenken sowie man dann verschärfte Sicherheitsmaßnahmen eher gegen jene anwendet, die sich berechtigt gegen soziale Ungerechtigkeit richten.

Offline Oppositiona

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Zitat von: Orakel am 09. Oktober 2017, 14:15:11
Was sind eigentlich "Biodeutsche"?
Der Begriff wurde nur zur Unterscheidung (Hiesige /Einwanderer) gewählt. Echt man weiß bald wirklich nicht mehr welches Wort man wofür benutzen soll, nichts ist passend oder genehm.
 :offtopic: Nochmal für dich, mir ist die Kultur egal, für mich zählt was für ein Mensch mir gegenüber steht (Wahrhaftig oder Täuscher) nicht das Aussehen! Ich habe auch keine Grenzen auf diese Erde gezogen und eingeteilt wer welche Staatsangehörigkeit ab Geburt hat.

Genau, sehe ich auch so ...
Hinzukommend: Wie schnell müssen sich "Biodeutsche" von jenen, die meinen, hier das Mittelalter propagieren und leben zu müssen, als "Kartoffel" oder "Nazis" diffamieren lassen, wenn sie über deren mittelalterliches Verhalten sich wagen den Mund überhaupt aufzumachen...

Online Lady Miou

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Zitat von: Oppositiona am 10. Oktober 2017, 13:37:32
Diese ganze Aufrechnung bringt n. m. M. nichts.

Nicht Aufrechnen sondern Vergleichen
Eine Einzelperson in SGB II erhält z.Zt. 409,-€ RS,
eine Einzelperson mit eigenem Hausstand nach dem Asylbewerberleistungsgesetz 332,-€ , da es formal nicht unter das SGB fällt
http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/fr/asylblg/Regelbedarf_AsylbLG_2017.pdf
 Es ist nicht im formalen Sinne dem Sozialrecht zuzuordnen, weil es nicht in den Katalog des SGB I aufgenommen worden ist. Seinem Leistungsinhalt nach gehört es aber dennoch zum materiellen Sozial(hilfe)recht.[4]
https://de.wikipedia.org/wiki/Asylbewerberleistungsgesetz
Ein 1-Euro- Jobber, Hartz IV, erhält einen Stundenlohn (Aufwandsentschädigung) im Bereich zwischen einem und zwei Euro.
Ein Asylbewerber wie hier im Thread vielfach 0,80 Cent

Flüchtlinge

Die Bundesregierung will Ausnahmen für Flüchtlinge und Zuwanderer beim gesetzlichen Mindestlohn (Stand Januar 2017). Das Arbeitsministerium, das Finanzministerium und das Bildungsministerium haben ein gemeinsames Papier vorgelegt, nach dem für einen Migranten kein Mindestlohn gezahlt werden muss, wenn sich dieser zur Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses in Deutschland nachqualifiziert.
Bei diesen Nachqualifizierungen soll eine Berufsausbildungsvergütung gezahlt werden können.
Beispielhaft wird ein Tischler aus Syrien aufgeführt, der in Deutschland die Anerkennung seines Abschlusses beantragt und ein neunmonatiges Betriebspraktikum ablegt.
Kritik vom DGB
Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisierte die Pläne der Ministerien. Bereits gegenwärtig würden Unternehmen Flüchtlinge, die sich mit ihren Rechten noch nicht auskennen, als preiswerte Arbeitskräfte nutzen, so der DGB.
Die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände wies diese Argumentation zurück. Es gehe nicht um reguläre Arbeit, sondern um ausbildungsähnliche Qualifizierungen, die nicht unter den Mindestlohn fielen.
http://www.mindest-lohn.org/ausnahmen.html

Auch hier wird mit zweierlei Maß gemessen, was nach unseren Gesetzen (GG) nicht okay ist. Ungleichbehandlung fördert einen sozialen Unfrieden und ist absolut nicht förderlich für ein Zusammenwachsen einer multikulturellen Gesellschaft, die wir aufgrund der Zuwanderung nun mal sind.


Zitat von: Oppositiona am 10. Oktober 2017, 13:37:32
Parallelgesellschaften kann man verhindern, indem man diese genauso fordert wie die sog. Rechtstreuen.
Sollten wir dann nicht bei denen anfangen, die durch Beinflußung der Gesetzgebung (Wirtschaftslobby) und den Gesetzgebern anfangen, die so eine Teilung und Spaltung der Gesellschaft hervorrufen um sich ihre Parallelgesellschaft durch Profite sichern (Korruption, Steuerhinterziehung, nicht Einzahlung ins soziale Netz, Sonderstatus vor der Justiz durch Freikauf oder Imunität), bevor wir Abhängigen von geltendem Recht  uns gegenseitigt verurteilen und angehen?

Viele der Zugewanderten kommen aus Regionen wo sie sich nur durch ihre Eigenverantwortung ihr Leben gesichert haben und sollen sich nun in einem Kontrollstaat zurechtfinden, wo alles und jedes durch funktionierende Regeln und Gesetzen vorgeschrieben wird.
Lernen braucht Zeit und auch die Möglichkeit aus Fehlern zu lernen.

« Letzte Änderung: 10. Oktober 2017, 14:58:08 von Lady Miou »
Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.          -Thèophile Gautier

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Sollten wir dann nicht bei denen anfangen, die durch Beinflußung der Gesetzgebung (Wirtschaftslobby) und den Gesetzgebern anfangen, die so eine Teilung und Spaltung der Gesellschaft hervorrufen

Mit meinen vorherigen Ausführungen zum Thread habe ich ja wohl zum Ausdruck gebracht, dass es mir bewusst ist, wer die Gesellschaft spaltet und davon profitiert.
Von mir aus können Menschen aus aller möglichen Herren Länder hierher flüchten, einwandern. Schließlich, der jeweilige Geburtsort ist wohl eher zufällig als etwa eine eigene Leistung, so habe ich auch schon immer bei dem Thema „Wessi/Ossi“ argumentiert. Auch hätte ich kein Problem damit, wenn die hierher Gekommenen das Gleiche wie Sozialhilfeempfänger bekämen. Doch diese ersten 15 Monate mit etwas Weniger als ein Sozialhilfeempfänger sehe ich nicht als Anlass, deshalb zu meinen kriminell werden zu müssen und ansonsten würde angeblich „das Elend ausbrechen“. Zumal man  sich ja gerade seit der Flüchtlingswelle – die aus meist jungen arbeitsfähigen Menschen bestand und besteht – gerne mit der Hilfe für diese schmückt – ob nun mit Bekleidungs-, Mobiliarspenden usw. – hingegen man den „gemeinen Biodeutschen-Langzeitarbeitslosen“ - auch den, der hier schon Jahrzehntelang qualifiziert arbeitete – eher als „Schmarotzer“ ausmacht: danach handelnd der gutsituierte Mittelstandsbürger ganz nach der Propaganda der Profiteure und Marionetten des Systems.

Ich kann mich erinnern, als ich damalig vor dem Mauerfall von O- nach W-Berlin ausreiste, da fingen wir mit Matratzen an. Ich machte umgehend eine Weiterbildung (PC-Schulung/so etwas gabs ja im „Osten“ nicht) und fing danach gleich zu arbeiten an wie auch mein damaliger Partner sowie wir bei einem Kind bleiben mussten, weil das Leben auch „im Westen“ etwas kostet, was uns natürlich schon vorher klar war. Im heutigen digitalen Zeitalter kann man sich darüber sogar weltweit informieren und nicht nur über die Gelder, die man als Sozialhilfeempfänger zu erwarten hat. Alles nach und nach… an ein dickes Auto oder Markenklamotten wagten wir gar nicht zu denken. Noch ne kleine Bemerkung dazu: Im Osten begann mein Arbeitsleben/Ausbildung mit 17, bei etwaigem Nichtarbeitens drohte dort der Knast, aber für mich eh nicht relevant, da es dort eh keine „Stütze“ gab und ich als unbegleitete Jugendliche ebenfalls über kein unterstützendes Elternhaus verfügte. Ausgebildet und dann arbeitend kamen mein damaliger Partner und ich gerade so über den Monat bei beiderseitiger Vollzeitarbeit im Osten, keine Urlaubsreisen oder etwa Pkw oder etwa diverse schicke Klamotten… Immer nur das Nötigste  und ich arbeitete „bei dem Elend“ (kleiner Scherz) jahrelang als Fachkraft in einem Ministerium… Also ich weiß, wovon ich rede...

Ungleichbehandlung fördert einen sozialen Unfrieden und ist absolut nicht förderlich für ein Zusammenwachsen einer multikulturellen Gesellschaft, die wir aufgrund der Zuwanderung nun mal sind.

Eine Forderungsmentalität bei Nichtnutzung von Bildungsmöglichkeiten – wie z. B. das Erlernen der hiesigen Sprache –, die wiederum Voraussetzung für weitere Ausbildung und dann Arbeit sind, fördert auch nicht gerade einen sozialen Frieden oder etwa das Zusammenwachsen einer multikulturellen Gesellschaft, also man muss dabei schon alle Seiten betrachten… Und ich schere nicht etwa alle über einen Kamm, welche hier einwandernden Kulturen ich dabei meine, die hier bei Ignoranz hiesiger weltlicher Gesetze ihre Kultur weiterleben, erschließt sich aus meinen vorherigen Kommentaren zu diesem Thread.
Abschließend: Eines ist ja auch noch hinzukommend klar, auch D. ist nicht unbegrenzt aufnahmefähig, das wissen besonders die, die die ganze Zeche zu zahlen haben.

Online Lady Miou

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Zitat von: Oppositiona am 10. Oktober 2017, 16:58:32
Eine Forderungsmentalität bei Nichtnutzung von Bildungsmöglichkeiten – wie z. B. das Erlernen der hiesigen Sprache –, die wiederum Voraussetzung für weitere Ausbildung und dann Arbeit sind, fördert auch nicht gerade einen sozialen Frieden oder etwa das Zusammenwachsen einer multikulturellen Gesellschaft, also man muss dabei schon alle Seiten betrachten…

Hatte ich doch schon. Es gibt bereits mehr als genug vorhandene gesetzliche Regelungen die ebenfalls auf Jeden angewendet werden können, z.B. Pflicht zum Schulbesuch, bei Verletzung der Vorgaben (Sprachlehrgang), Bußgeld.
Klare Regeln im Asylrecht und Zuwanderungs-/Einwanderungsgesetz (welches in Planung) was Voraussetzung zum Verbleib in der BRD. Bei Straftaten, nach Tatbestand, von Bußgeld bis Abschiebung. Leider findet das nicht so statt, da Polizei und Justiz unterbesetzt und überfordert.

Es sind und waren auch nicht alle Flüchtlinge bettelarm, manche hatten/haben durchaus einen guten finanziellen Hintergrund, da muß man den Einzelfall sehen, denn wer z.B. vor Bomben flüchtet hatte dort vorher durchaus eine Existenz und sich was erwirtschaftet (gerade die gewollten Fachkräfte).

Zitat von: Oppositiona am 10. Oktober 2017, 16:58:32
Ich kann mich erinnern, als ich damalig vor dem Mauerfall von O- nach W-Berlin ausreiste, da fingen wir mit Matratzen an.
:offtopic: Ich habe auch noch gute Erinnerung daran, da ein Teil meiner Familie ebenfalls vor und nach dem Mauerfall in den Westen unseres Landes kamen. Ich weiß aber auch das es Hilfen für den Aufbau einer Existenz gab.
Durch meine jahrelange nebenberufliche Tätigkeit gibt es wohl kaum eine Kultur wo ich keinen Einblick hatte und konnte feststellen, das es in jeder Kultur Positives und Negatives gibt. Daher bin ich dafür das wir uns bei Fehlverhalten den Einzelfall ansehen und nicht gleich die gesamte Lebensart in Frage stellen.

« Letzte Änderung: 11. Oktober 2017, 12:50:14 von Lady Miou »
Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.          -Thèophile Gautier

Offline Oppositiona

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Hallo Lady Miou,

grundsätzlich: Es ging mir hier in erster Linie um deine Aussag zum Thema hier:

Zitat
Ich zitiere dich: Mit den so niedrigen Existenzminimums fördern sie doch nur die Kriminalität...

Ich finde diese, deine Aussage sehr fragwürdig. Solche Einstellung fördert nur die dreiste Einbildung jener, die hierherkommen und mit dem Notwendigsten für den Anfang (schließlich kamen und kommen zum größten Teil junge Menschen, die arbeits- und lernfährig sind) ausreichend versorgt sowie von vielen Ehrenamtlichen aufopferungsvoll betreut werden (was du auch noch „unmenschliche Willkommenskultur“ nennst), aber dann meinen, dass ihnen dies nicht genug sei. So ein Beispiel von vielen, wie das junger Iraker, die wieder in die Heimat zurückkehrten und selbst bezeugten, warum: nämlich weil sie hier nicht gleich eine vom Amt finanzierte Wohnung und dafür Einrichtung usw. bekamen. Komisch – auf einmal gab es für sie gar keinen Fluchtgrund mehr???

Es sind gar nicht so wenige besonders seit 2015 hierher Flüchtende/Einwandernde (zum größten Teil aus Diktaturen islamischer Prägung/Clangesellschaften stammend), die so eingestellt sind und die Augen davor zumachen, dass es auch hier Obdachlose und Arme gibt. Ich gebe für solche Forderungsmentalität sicher  nicht meinen Zuspruch. Und erst recht alibilisiert solche Forderungsmentalität dann nicht ein etwaiges „Kriminell-werden-müssen“, wie du behauptest. Darüber führte ich mich aber hier schon vorher aus und auch darüber, dass die ersten 15 Monate etwas weniger Leistungsbezug als üblich dies sicher auch nicht rechtfertigt. Dazu nannte ich Beispiele von mir, um zu bezeugen, dass ich aus eigener Erfahrung heraus weiß, wovon ich diesbezüglich spreche, also so „Off-Topic“ waren das nicht.
Um nochmals den Kreis zu schließen: Ist es so verwerflich, junge arbeitsfähige Leute hier an Arbeit heranzuführen – sei es auch für 80 Cent, wo viele hier schon Jahrzehnte lang gearbeitet Habende ebenfalls dazu gezwungen sind (für sage und schreibe 1 Euro)  – oft schon aus materiellen Gründen, obwohl sie schon so lange in ihrem Leben arbeiteten und sich oft weiterqualifizierten – dies zu tun? Das heißt nicht, dass ich es nicht lieber sehen würde, Dumpingslohn-Zwangsarbeit abzuschaffen und wieder zu regulären Jobs zurückzukommen. Noch so ein Gedanke: Für was arbeiten eigentlich die Ehrenamtlichen bei ihrer Aufopferung für Asylanten und hinzukommend: Wie viele der jungen Menschen hierherkommend beklagen, nicht beschäftigt zu sein? Aber dann geht es auf einmal ums schnelle Geld? Widersprüche … Widersprüche… auch aus diesen kann man lesen, wovon ich schon einige Beispiele dazu in meinen vorherigen Beiträge hier anführte.

Zitat
Ich zitiere dich: Daher bin ich dafür das wir uns bei Fehlverhalten den Einzelfall ansehen und nicht  gleich die gesamte Lebensart in Frage stellen.

Ich habe Niemandens gesamte Lebensart infrage gestellt, soll jeder nach seinem Gusto leben. Doch wenn mit gewissen, von mir schon benannten Lebensweisen – wofür es noch viele Beispiele gäbe – hiesige weltliche Gesetze ignoriert werden und dies auch noch unter dem Vorwand nur angeblicher Beanspruchung von Religionsfreiheit, die eigene Kultur nur leben wollend alibilisiert und dabei anderen geschadet wird,  dann wird man das wohl noch benennen dürfen, diese Dreistigkeit der Parallelgesellschaften. Der Berliner BM, Herr Müller, behauptet ja auch, dass es hier angebliche keine No-Go-Areas/rechtsfreien Räume gäbe, die Realität sieht aber für davon Betroffenen ganz anders aus!

Zitat
Ich zitiere dich: Ich habe auch noch gute Erinnerung daran, da ein Teil meiner Familie ebenfalls vor und nach dem Mauerfall in den Westen unseres Landes kamen. Ich weiß aber auch das es Hilfen für den Aufbau einer Existenz gab.


Wir waren anfangs auch in einem sog. Lager, bekamen ebenfalls erst mal nur Taschengeld und dann mit einer eigenen Wohnung einen kleinen Kredit (für das erst mal Allernötigste wie z. B. Matratzen), den wir mit unserer Arbeitskraft selbst zurückzahlten. Ich rechne da gar nichts auf zu den heutigen hier Ankommenden, sondern gebe dir nur eine Antwort. Auch bin ich nicht etwa von „Sozialneid“ getrieben, sondern führte mich vorher nur darüber aus, um – wie ich schon erwähnte – zu belegen, dass ich weiß, mit was man ein zweites Mal bei Null anfangend, auskommen kann, ohne „kriminell werden zu müssen“.

Zitat
Ich zitiere dich: Es gibt bereits mehr als genug vorhandene gesetzliche Regelungen die ebenfalls auf Jeden angewendet werden können, z.B. Pflicht zum Schulbesuch, bei Verletzung der Vorgaben (Sprachlehrgang), Bußgeld.

Ja, es gibt Gesetze, aber die scheinen nicht für alle gleich zu gelten, wie ich oben schon anführte. Sonst hätten wir z. B . nicht das große Problem, dass man angeblich der  hier schon lange lebenden Clans mit Migrationshintergrund nicht habhaft werden, sprich deren ausufernder Kriminalität angeblich nicht bekämpfen könnte. Da werden von diesen Richter bedroht und vor laufender Kamera im Gerichtsgebäude sogar die Kameramänner und daneben steht die Polizei und kann nichts machen… usw. usw. Wer beschützt da die Polizei und die Richter? Also das hat nicht nur mit Personalmangel diesbezüglich zu tun? Und schon gar nicht werden sich da Jobcenter-Mitarbeiter in Gefahr bringen, solche Gewaltbereiten auch noch zu fordern, dann nimmt man sich lieber den Rechtstreuen umso mehr vor usw. usw.

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Zitat von: Oppositiona am 12. Oktober 2017, 17:10:48
So ein Beispiel von vielen, wie das junger Iraker, die wieder in die Heimat zurückkehrten und selbst bezeugten, warum: nämlich weil sie hier nicht gleich eine vom Amt finanzierte Wohnung und dafür Einrichtung usw. bekamen.

Es wurde den Flüchtlingen mit auf den Weg gegeben (z.B. von Schleppern), in DE bekommt ihr Wohnung (Haus), Arbeit, Auto. Darüber gibt es Berichte von Helfern aus den Aufnahmelagern. Sie haben schon früh darauf hingewiesen.

https://www.denken-macht-frei.info/wenn-schlepper-fluechtlingen-maerchen-erzaehlen/
http://www.deutschlandfunk.de/fluechtlinge-in-deutschland-gelockt-von-falschen.724.de.html?dram:article_id=360598

Zitat von: Oppositiona am 12. Oktober 2017, 17:10:48
a, es gibt Gesetze, aber die scheinen nicht für alle gleich zu gelten, wie ich oben schon anführte.

Ist das die Schuld der Eingewanderten oder unserer Obrigkeit?

Ich bin sehr dafür das Kritik auch an die richtige Stelle getragen wird und das ist in dem Fall der Flüchtlingswelle unsere Regierung und die Wirtschaftseliten und nicht die Menschen mit ihrer eigenen Kultur die falschen Versprechungen von einem auskömmlichen Leben geglaubt haben.

Normalerweise müsste die Rechnung bezahlen, der die Musik bestellt hat.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article138826896/Deutschland-braucht-500-000-Zuwanderer-pro-Jahr.html
Die Wirtschaft und nicht die gesamte Bevölkerung.

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Es wurde den Flüchtlingen mit auf den Weg gegeben (z.B. von Schleppern), in DE bekommt ihr Wohnung (Haus), Arbeit, Auto. Darüber gibt es Berichte von Helfern aus den Aufnahmelagern. Sie haben schon früh darauf hingewiesen.

Ja und? Für Haus und Auto muss man auch in D. jahrelang stricken, hinzukommend, auch wenn man hier immer arbeitete und sich weiterqualifizierte, hat man am Ende nicht unbedingt dieses. Aber hier gerade Ankommende, zum größten Teil arbeits- sowie lernfähige junge Leute meinen, dieses gleich mal gratis bekommen zu müssen und wenn nicht, hat man auf einmal keinen Fluchtgrund mehr und die Heimat ist urplötzlich sicher (???), in die man wieder zurückkehrt, wie ich an einem Beispiel hie vorher schon ausführte. Daran ist schon eine Forderungsmentalität unschwerlich auszumachen, die nicht s mit den Schleppern oder Sonstigen zu tun hat. Sagt auch vieles über das ebenfalls nicht selten Vorgeben von „Fluchtgründen“ aus: In diesem Zusammenhang auch mal erwähnt, dass nicht Wenige mit falschen Identitäten (z. B. Pässen) hierherkommen, wovon wiederum nicht Wenige hier dann nie ihrer wirklichen Identität ausgemacht werden, weil es z. B. bei den Meldeämtern in ganz D. kaum die dafür benötigten Gerätschaften gibt. Ist man erst mal damit bei den entsprechenden Institutionen derart durchgekommen, ist angeblich „die Identität für immer geklärt“ … usw. usw.

Ist das die Schuld der Eingewanderten oder unserer Obrigkeit? Ich bin sehr dafür das Kritik auch an die richtige Stelle getragen wird und das ist in dem Fall der Flüchtlingswelle unsere Regierung und die Wirtschaftseliten und nicht die Menschen mit ihrer eigenen Kultur die falschen Versprechungen von einem auskömmlichen Leben geglaubt haben.

Für das eigene Verhalten ist wohl jeder selbst verantwortlich sprich z. B. überzogene Forderungen stellend, mit gefälschten Papieren agierend (da fängt die Kriminalität schon mal an)  usw. Aber gerade jene dürfen gar nicht gefordert werden, sprich Thema hier? Sehe ich nicht so.
Und wie ich mich hier schon ausführte, sehe ich in der Willkommenskultur hier keinen Grund für Flüchtlinge, etwa, wie du behauptetest, „kriminell werden zu müssen“ - im Gegenteil.
Von unsozialer Arbeitsmarktpolitik sind alle Lohnabhängigen betroffen, dafür ist die Obrigkeit verantwortlich. Welche Lohnabhängigen da aber besonders gefordert – bis hin zur Überforderung – werden, darüber führte ich mich hier schon in meinen vorherigen Kommentaren aus. Hingegen wird diesbzgl. den Flüchtlingen aus gewissen Kulturkreisen (die benannte ich hier schon und dazu auch unten abschließend im Link) lange Leine gelassen, was auch nichts Neues ist, sonst hätten wir nicht gerade aus diesen Kreisen so Viele hier, die z. B. nach Jahrzehnten nicht mal die hiesige Sprache wirklich beherrschen und sich somit auch nie bilden und qualifizieren konnten, was dann ganz allein an ihrer eigenen Einstellung lag (da die Ämter ja nicht forderten), welche sie nicht selten dann an ihre Kinder weitergaben und geben, auch wenn diese dann hier in der Schule D. lernen, aber ihnen durch ihr Elternhaus nicht gerade Bildungsnähe, also die Motivation zu überhaupt dann beruflicher Qualifikation vermittelt wurde. Andere Zuwanderer aber bewiesen, dass dies nicht so sein muss und hier auch keine Voraussetzung für wirkliche Integration ist.

Und das alles hat einen Zusammenhang mit dem Thema hier: Ist es zu viel verlangt, wenn hier gerade Angekommene junge arbeits- und lernfähige Menschen an Arbeit herangeführt werden (zumal viele von ihnen nach außen hin klagen, „dass sie tätig sein wollen“)?
Das sind ja auch nicht gerade die Überzahl der Flüchtlinge und auch nicht für lange Zeit. Vielleicht sollte man das Ganze „ehrenamtlich“ nennen, wo ihnen doch so viel von ehrenamtlicher Hilfe  hier zuteil wird. Dieses „in Watte“ packen und nur nicht fordern“ ist doch scheinheilig. Und immer schön wegschauen, wenn sich dadurch immer mehr Parallelgesellschaften gewisser Kulturkreise hier ausbreiten, dazu nur mal ein von sicher vielen Beispielen:

http://www.radiobremen.de/fernsehen/3_nach_9/drei-nach-neun216-popup.html