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Autor Thema: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche  (Gelesen 2903 mal)

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Offline Rosilein

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Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« am: 03. September 2017, 20:49:10 »
Hallo,

bin auf Jobsuche mit Hilfe des Jobcenters. Nun habe ich hier kein Regelwerk gefunden, wo die Fallen und Pflichten in diesem Gebiet aufgelistet sind. Z. B. dass ich im Bewerbungsanschreiben nicht den Eindruck erwecken darf, dass ich keinen Bock habe. Gibt ja so Stellen, wo man nicht unbedingt hin möchte :cool: Und ausgerechnet dort, weil da keiner bleiben will oder kann, hat man die besten Chancen eingestellt zu werden.

Ansonsten bin ich grad in einer Maßnahme, wo ich gute Tipps erhalte, wie ich mich anständig bewerbe, wenn ich die Stelle haben möchte. Außerdem ist das praktisch, um eben auch Ansprechpartner für Fragen wegen Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen, wie man es richtig machen sollte. Aber auch hier möchte ich natürlich nicht eine Sanktion bekommen, weil ich unwissentlich irgendwas falsch gemacht habe.

LG

Rosilein

Offline Angela1968

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #1 am: 03. September 2017, 20:54:26 »
Also ich habe mehrere Bewerbungskurse besucht und bin nie falsch beraten gewesen diese Ratschläge dort anzunehmen, natürlich bezogen auf die jeweilig ausgeschriebene Stelle.

Hoffe das ich Dir helfen konnte. So richtig verstehe ich nämlich Deine Frage nicht.

Angela
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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #2 am: 03. September 2017, 20:57:24 »
Die Frage war: "wie gehe ich mit einem erkennbar unzumutbaren Jobangebot um" (Schrott- Abzockerausschreibung)
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Offline Angela1968

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #3 am: 03. September 2017, 21:02:23 »
Zumutbarkeitsregeln dürften ja bekannt sein. Wenns gesundheitlich nicht geht, ich hab mich dann gleich gar nicht beworben und dem JC und dem AG auch so mitgeteilt. Habe keine Sanktion erhalten.

War ich der Meinung das die Qualifikatuion nicht stimmt, habe ich mich mit meinen vorhandenen Qualifikationen beworben und den AG entscheiden lassen das er mich nicht gebrauchen kann.

Angela
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Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #4 am: 03. September 2017, 22:08:53 »
Ja, Dankeschön...  :smile:

Ich hab' da so'n bisschen viel Angst vor einer Sanktion. Ein Job, der zu mir passt, wäre nicht schlecht. Ist aber nicht leicht für mich, auch aufgrund gewisser Einschränkungen. Also kann man da quasi einfach auch mal ablehnen: das kann ich nicht usw.

Am Anfang geht das vielleicht noch ganz okay, dass ich auch mal was ablehne. Die SB meinte, dass später dann eben, wenn ich nichts finden sollte, ich eben dann auch was machen müsse, was ich nicht so toll finde. Da ist wohl auch Platz für Spekulation. Die Frage ist halt, was ist als zumutbar anzusehen, was nicht. Und ob das dann sanktioniert wird.

Auch habe ich natürlich Angst, wenn ich aus Interesse z. B. im Vorstellungsgespräch viele Fragen stelle, mir das als Absicht unterstellt wird und der AG dem Amt mitteilt, dass ich die Stelle bewusst nicht haben wollte oder so. Ergebnis: Sanktion. Also dass ich ja gewissermaßen schon total verkrampft bin, alleine bei dem Gedanken etwas zu machen, was dem Amt missfallen könnte und ich dann noch weniger Geld habe, mit dem ich auskommen muss im Monat.

Wenn ich eine Stelle unbedingt haben möchte, dann finde ich ja viele Tipps in der Maßnahme, im Internet... Aber das was man z. B. machen darf und kann, wenn man total furchtbare Stellen (z. B. Call-Center) vorgeschlagen bekommt, was erlaubt ist und quasi sanktionsfrei ist. Darf ich im Vorstellungsgespräch, wenn ich merke, ich soll in den Außendienst, Callcenter usw. und mir das überhaupt nicht liegt, das erwähnen und dem AG reinen Wein einschenken? Oder mache ich damit "strafbar"?

Ich hätte z. B. Angst zu sagen: das kann ich nicht, das liegt mir nicht und nö, da kommen wir nicht zusammen, weil sie zu wenig bezahlen usw, dass es sich negativ auswirken kann. Gibt es vielleicht etwas, wo man sowas nachlesen kann im Forum? Am Anfang sagt das Jobcenter vielleicht noch nix. Ist man aber nach Monaten immer noch nicht unter, werden die SB vielleicht doch etwas ungemütlicher???!!!

LG

Rosilein

Offline Angela1968

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #5 am: 03. September 2017, 22:20:38 »
Also ich hab ja auch viele Einschränkugen. Da ich aber immer in ärztlicher Behandlug war und bin konnte und kann ich diese immer belegen im Notfall. Beim JC habe ich bei meinen SB´s immer angegegeben was ich machen kann und was nicht. Beruflich habe ich schon immer das gemacht was für mich gesundheitlich zuträglich ist.

Ich hae nie was abgelehnt, habe mich mmer beworben obs gepasst hat oder nicht. Habe eben in meinen Bewerbungen reingeschrieben was ich kann und den AG entscheiden lassen ob er mich einstellen möchte.

Mir wollte die eine AV SB auch nicht glauben. Hab gesagt, dann lassen sie das doch feststellen. Nachher war meine gesundheitliche Lage so klar das ich nicht mal zum ärztlichen Dienst musste.

Ich z.B. hatte mich im Büro bei einem Zaunbauer beworben und man fragte mich ob ich bereit wäre den Monteuren zu helfen die schweren Teile ins Auto zu laden. Wahrheitsgemäß habe ich gesagt das ich eine Wirbelsäulen OP habe. Kleinstteile sind für mich kein Problem und das Auf- und Zuschliessen des Lagers auch nicht.
Hätte ich da gelogen und das wäre später zur Sprache gekommen hätte ich sogar in dem Falle eine fristlose Kündigung riskiert.

Angela
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Offline Fettnäpfchen

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #6 am: 04. September 2017, 17:52:25 »
Zitat von: Rosilein am 03. September 2017, 22:08:53
Die Frage ist halt, was ist als zumutbar anzusehen, was nicht. Und ob das dann sanktioniert wird.
Vllt. sind die Zumutbarkeitskriterien nach § 10 SGB II bei Jobs und Maßnahmen zur Eingliederung ja doch nicht bekannt?
Zitat von: Angela1968 am 03. September 2017, 21:02:23
Zumutbarkeitsregeln dürften ja bekannt sein.

Zitat von: Rosilein am 03. September 2017, 22:08:53
Auch habe ich natürlich Angst, wenn ich aus Interesse z. B. im Vorstellungsgespräch viele Fragen stelle, mir das als Absicht unterstellt wird und der AG dem Amt mitteilt, dass ich die Stelle bewusst nicht haben wollte oder so.
So etwas kann immer passieren auch wenn Du das genaue Gegenteil von dem beschriebenen machst. Und bevor da sanktioniert wird muss dich das JC erst mal anhören da kann man so etwas klarstellen.

MfG FN
Achtung! Ich weise darauf hin das sämtliche von mir gemachten Äußerungen und / oder Links nach dem Guttenberg'schen Prinzip des copy & paste gemacht sind; oder aus Eigenerfahrung entstanden oder an-gelesen sind. Eine Überprüfung der Mitteilungen versteht sich von selbst.
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Online potamopyrgus

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #7 am: 04. September 2017, 20:00:07 »
Ein Job, der zu mir passt, wäre nicht schlecht. Ist aber nicht leicht für mich, auch aufgrund gewisser Einschränkungen. Also kann man da quasi einfach auch mal ablehnen: das kann ich nicht usw.

Wenn du es aus gesundheitlichen Gründen nicht kannst, dann kannst du das sagen. Einfach nur weil du denkst, dass du es nicht kannst, nicht. Dafür gibt es eine Probezeit.

Aber das was man z. B. machen darf und kann, wenn man total furchtbare Stellen (z. B. Call-Center) vorgeschlagen bekommt, was erlaubt ist und quasi sanktionsfrei ist. Darf ich im Vorstellungsgespräch, wenn ich merke, ich soll in den Außendienst, Callcenter usw. und mir das überhaupt nicht liegt, das erwähnen und dem AG reinen Wein einschenken? Oder mache ich damit "strafbar"?

Gerade im Kundendienst oder bei Verkaufsgesprächen setzt sich der Arbeitgeber niemanden hin, der völlig ungeignet ist. Das Einlernen und Betreuen kostet auch Zeit und Geld. Abgesehen davon arbeiten viele Menschen in Call-Centern (kleinere und größere). Fast jedes Unternehmen, welcher Art auch immer, hat einen telefonischen Kundenservice. Und froh ist jeder, wenn man mal schnell wo anrufen kann, wenn man ein Problem, eine Frage oder sonst ein Anliegen hat... arbeiten will dann aber plötzlich keiner in so einem Job.  :scratch:
(meine Schwester arbeitet z.B. im Callcenter einer Krankenkasse und ihr macht der Job Spaß.)


Ich hätte z. B. Angst zu sagen: das kann ich nicht, das liegt mir nicht und nö, da kommen wir nicht zusammen, weil sie zu wenig bezahlen usw, dass es sich negativ auswirken kann. Gibt es vielleicht etwas, wo man sowas nachlesen kann im Forum? Am Anfang sagt das Jobcenter vielleicht noch nix. Ist man aber nach Monaten immer noch nicht unter, werden die SB vielleicht doch etwas ungemütlicher???!!!

Das JC wird ziemlich sicher sofort etwas sagen, denn Argumente wie "liegt mir nicht" oder "bezahlen zu wenig" sind haltlos, wenn man Hartz4 bezieht. Solange der Job zumutbar ist musst du alles tun, um deine Hilfsbedürftigkeit zu verringern. Raussuchen kann man nur, wenn man entsprechende Angebote hat. Ansonsten muss man neben was man bekommt, auch wenns ein "doofer" Job ist.  :weisnich:

Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #8 am: 04. September 2017, 20:44:04 »
Zitat
Ich z.B. hatte mich im Büro bei einem Zaunbauer beworben und man fragte mich ob ich bereit wäre den Monteuren zu helfen die schweren Teile ins Auto zu laden. Wahrheitsgemäß habe ich gesagt das ich eine Wirbelsäulen OP habe. Kleinstteile sind für mich kein Problem und das Auf- und Zuschliessen des Lagers auch nicht.
Ja, genau solche komischen Sachen. Wenn ich jetzt die schweren Sachen als Frau nicht tragen kann? Heißt es dann, die hat keine Lust, ist zu faul? Oder geht das dann durch und wird nicht sanktioniert. Hängt ja vieles vom SB ab. Auch so Sachen wie Überstunden ohne Ende und kannst du dies noch, kannst du das noch. Der AG ruft ständig zu Hause an - muss man sich sowas gefallen lassen? Telefonterror zu Hause nach Feierabend? Naja, so viele Sachen, wo ich mir nicht sicher bin und mich da wohl eher ausnutzen lasse als nein zu sagen, aus Angst, dass ich dann vielleicht noch auf der Straße lande.

Zitat
Hätte ich da gelogen und das wäre später zur Sprache gekommen hätte ich sogar in dem Falle eine fristlose Kündigung riskiert.[/
In der Maßnahme sollen wir ruhig auch Sachen reinschreiben, die vielleicht nicht grade so sind wie sie sind. Wenn der Personaler im Vorstellungsgespräch nicht rausfindet, was mit uns nicht stimmt, dann hat er Pech gehabt. Wir müssen ihm ja gewissen Sachen nicht auf die Nase binden. Wenn ich das so lese, dann bin ich der, der Pech hat, wenn's rauskommt, oder wie? Vielleicht geht es hier eher um solche Sachen wie Rückenprobleme, wenn schwer gehoben werden soll und wenn er dich schon gefragt hat, dass du wahrheitsgemäß antworten musst.

Wenn mich dann jemand fragt, warum ich bei meinem Arbeitgeber gekündigt habe, muss ich ihm wohl auch sagen, dass mir das zu stressig und zu schwer war.

Zitat
So etwas kann immer passieren auch wenn Du das genaue Gegenteil von dem beschriebenen machst. Und bevor da sanktioniert wird muss dich das JC erst mal anhören da kann man so etwas klarstellen.
Tja, wo du Recht hast... Und dann würde immer noch Aussage gegen Aussage stehen?! Trotzdem haken die vom Jobcenter ja nach, ob man sich dort auch brav beworben hat und so...  :sad:

Zitat
Das JC wird ziemlich sicher sofort etwas sagen, denn Argumente wie "liegt mir nicht" oder "bezahlen zu wenig" sind haltlos, wenn man Hartz4 bezieht. Solange der Job zumutbar ist musst du alles tun, um deine Hilfsbedürftigkeit zu verringern. Raussuchen kann man nur, wenn man entsprechende Angebote hat. Ansonsten muss man neben was man bekommt, auch wenns ein "doofer" Job ist
Naja, es gibt ja zum Glück den Mindestlohn und da ist das Thema wenigstens schon mal vom Tisch. Es sei denn du arbeitest für eine Zeitarbeitsfirma, wo sie dich liebend gerne noch um dein Geld besch.... Hab' ich gehört.

Liegt mir nicht: Wenn ich jemand bin, der nicht gut erklären kann und auch sonst jemand ist, der kaum redet. Geht das unter "liegt mir nicht", muss ich aber trotzdem machen? Mal abgesehen vom Stressfaktor. Vielleicht kommt es auch wirklich aufs Call-Center an und wie die Einarbeitung ist und was man genau da machen muss???!!!!

Wenn ich doch wirklich die Arbeit nicht hinkriege, die von mir verlangt wird, dann kündigt mich der Arbeitgeber schon von selbst, nehme ich an. Und dann kriege ich ja wieder Geld vom Amt. Also brauche ich mir gar nicht so einen Kopp zu machen?!

Es ist nicht so einfach mit mir. Ich bin ziemlich schusselig und langsam im Denken usw. Ich kann wirklich nicht alles machen.

Die von der Maßnahme fahren sogar teilweise mit den Leuten mit und machen die Arbeit klar (ob du es in Wirklichkeit willst oder nicht). Allerdings habe ich auch schon gehört, dass Leute ne Stelle dadurch bekommen hätten, sie aber abgelehnt haben und wohl keine Sanktion darauf gefolgt ist - jedenfalls nicht dass ich wüsste...

Ich merke das auch bei den Tagen der Maßnahme, wo ich bis um 16:30 Uhr da sitze. Ich weiß nicht, wie ich mit Vollzeit noch meinen Privatkram erledigen soll. Das schaff' ich gar nicht  :heul:

LG

Rosilein



Offline CCR

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #9 am: 04. September 2017, 20:52:25 »
Zitat von: coolio am 03. September 2017, 20:57:24
Die Frage war: "wie gehe ich mit einem erkennbar unzumutbaren Jobangebot um" (Schrott- Abzockerausschreibung)
ja erkennbar ist sowas erst wenn du nach der Probearbeit nach Bezahlung fragst und es heißt dann Tschüß, vorher sind alle sehr nett fast schon liebenswert.
Eine Abzockerausschreibung oder Schrott erkennen eben nur geschulte Augen die täglich damit zu tun haben dein Blick und deine Erfahrung haben vermutlich die wenigsten hier.
Zum Copyright, im Text sind absichtlich Rechtschreibfehler versteckt, wer diese findet darf sie gerne behalten, ein Kopieren oder eine anderweitige Nutzung erfordert aber meine Zustimmung! Und nochmals, für eventuelle Schäden die aus der Nutzung dieses Ratgebers entsehen übernehme ich keine Haftung!

Offline Schnuffel01

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #10 am: 04. September 2017, 21:04:34 »
@ Rosilein

Hast Du beim JC schon mal Deine Erwerbsfähigkeit feststellen lassen ?

Wenn nicht, stelle schriftlich beim nächsten Termin einen:

Antrag auf Feststellung meiner Erwerbsfähigkeit


Du entbindest Deine behandelnden Ärzte (Hausarzt, Orthopäde, Psychologe, Hautarzt) von ihrer Schweigepflicht. Diese teilen dem JC deine Einschränkungen mit.

Online potamopyrgus

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #11 am: 04. September 2017, 21:16:15 »
@ Rosilein

Hast Du beim JC schon mal Deine Erwerbsfähigkeit feststellen lassen ?


Da ich die anderen Beiträge des TE gerade gelesen habe um mir ein Bild zu machen, reiche ich das mal rein:
Arbeit geringfügig und die amtsärztliche Untersuchung (die Bearbeitung des ganzen hat ein paar Monate gedauert) hat ergeben, täglich 6 und mehr Stunden belastbar, aber nur leichte mit mittelschwere Arbeit.

Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #12 am: 06. September 2017, 13:18:43 »
Ich glaube, die Maßnahme, in die sie mich gesteckt haben, ist da als super Kontrollinstrument eingesetzt. Da wird sicherlich das Vorstellungsgespräch "nachbearbeitet" oder so. Klar, die sind "motiviert", dich irgendwo unterzubringen. Aber man darf sich wohl nicht dazu verleiten lassen, zu viel von sich preiszugeben. Z. B. könnte ich mir denken, dass es rauskommt, wenn ich nach Bezahlung der Probearbeit frage. Eine Mitteilnehmerin meinte, dass Probearbeit nicht bezahlt werden würde. Die hat schon einiges hinter sich, auch Praktika. Vielleicht sollte ich doch noch mal explizit nachfragen, ob sie nicht doch die Praktika gemeint hat. Immerhin könnte es ja dann noch sein, dass der Maßnahmeträger die Kohle für mich einstreicht.

Aber der Tipp ist natürlich super: Wenn die nicht mal die 1 oder 2 Tage Probearbeit zahlen wollen, dann hat es wohl eh keinen Sinn, dort anzuheuern. Plaudert der AG allerdings, dass ich nach Geld gefragt habe... Dann wird mir wohl noch geraten, das beim nächsten Vorstellungsgespräch doch bleiben zu lassen?! Vielleicht habe ich jetzt auch zu viel Angst.

Der Maßnahmeträger ist interessiert, dich irgendwo unterzubringen. Klar, die Mitarbeiter dort müssen was abliefern, sonst wird die Maßnahme vielleicht gestrichen. Aber man hört sie schon auch mal reden wie: lieber nur 2 Bewerbungen pro Woche, dafür richtig. Herr X wartet lieber auch etwas, was wirklich zu ihm passt. Oder sowas. Oder: Zeitarbeitsfirmen, die Leute verar..., die ich ihnen geschickt habe, denen schick' ich keinen mehr. Man kann schon was mitnehmen aus den Vorträgen und Rollenspielen (auch wenn ich besonders letztere hasse). Tja, aber es wird natürlich etwas mehr kontrolliert, wo du dich überall beworben hast, dann wird dir auch mal nahelegt, wo anzurufen und nachzufragen, was mit der Bewerbung passiert ist.

Allerdings, wenn ein Teilnehmer die Flinte ins Korn schmeißt und nicht wirklich Bemühungen zeigt, dann fällt auch schon mal was wie, das wird vielleicht auch im Abschlussbericht drinstehen oder da könnt' man ja mal die Arge anrufen. Das führt mich dann schon wieder zur der Frage inwieweit die Abschlussberichte des Maßnahmeträgers Sanktionen nach sich ziehen können. Und können sie ein Amtsgutachten ins Wanken bringen, wenn der Job Coach der Meinung ist, dass ich mich nur nicht traue, dies und das zu machen usw. Keine Ahnung. Die hat sicher nicht das Verständnis für meine gesundheitlichen Probleme und ich möchte mich da auch nicht schon wieder erklären müssen, warum ich dies und das eben nicht kann....

Abzocker sind ja nicht immer gut erkennbar. Und falls man mich irgendwo einstellt, wo man mich schlicht nicht brauchen kann, weil ich total überfordert bin. Klar, dann dürften die mir von selbst kündigen. Allerdings weiß ich auch nicht, wie sich das dann auf die Zahlung von Sozialgeld auswirkt. Wird mir vielleicht da noch vorgeworfen, dass ich mich nicht genug angestrengt habe und dadurch jetzt erst mal nix vom Amt bekomme.

Ich hab' echt Angst davor, durch einen blöden Fehler vielleicht noch unter der Brücke zu landen oder mich gesundheitlich und psychisch noch mehr kaputt machen lassen zu müssen als das eh schon der Fall ist.

Mein Amtsgutachten sagt aus, dass ich physische und psychische Einschränkungen habe, kein Zeitdruck, nichts mit hohem Konzentrations- und Reaktionsvermögen, leichte und mittelschwere Arbeiten. Und ich habe jetzt ein bisschen Angst, dass der Maßnahmeträger das anders sieht und mich nur für unmotiviert hält oder ähnliches.

LG


Offline Beluga

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #13 am: 06. September 2017, 13:39:53 »
Und falls man mich irgendwo einstellt, wo man mich schlicht nicht brauchen kann, weil ich total überfordert bin. Klar, dann dürften die mir von selbst kündigen.
Eine Unternehmen wird Dich nicht einstellen,
nur um festzustellen, dass Du "überfordert" bist.
Seriöse Arbeitgeber (kurz: AG) wissen in der Regel über die Leistungsfähigkeit ihrer Angestellten,
wenn alles richtig gemacht wird.

Ein Arbeitsvertrag wird arbeitgeberseitig nur gekündigt,
weil Arbeitgeber-Arbeitnehmer nicht zusammen passen.
Bsp. wenn es in der zwischenmenschlichen Beziehung richtig schlimme Spannungen gibt.
Unseriöse Arbeitgeber kündigen in der Probezeit aus anderen Gründen.
Bsp. wenn der Angestellte sich vom Arbeitgeber nicht über die gesetzlich- und menschlich gesteckte Grenze ausbeuten läßt.

Offline Beluga

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #14 am: 06. September 2017, 14:00:14 »
Eine Mitteilnehmerin meinte, dass Probearbeit nicht bezahlt werden würde.
Wenn Du als Leistungsbezieherin nach ALG I /ALG II mit einem Arbeitgeber „Probearbeit“ vereinbarst,
dann muss die „Probearbeit“ beim Jobcenter/Agentur für Arbeit vorher (als "Probearbeit") mitgeteilt werden.
Die „Probearbeit“ muss vom Arbeitgeber bezahlt werden.

Weitere wichtige Informationen zu Thema „Probearbeit“, siehe hier:


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/ (Seite 1) Probearbeit: Was muß man beachten (Quelle: http://hartz.info/index.php?topic=53354.0 )