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Autor Thema: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche  (Gelesen 2905 mal)

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Offline Beluga

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #15 am: 06. September 2017, 14:46:27 »
Eine Mitteilnehmerin meinte, dass Probearbeit nicht bezahlt werden würde.
Wenn die nicht mal die 1 oder 2 Tage Probearbeit zahlen wollen, dann hat es wohl eh keinen Sinn, dort anzuheuern.
Wenn die "Probearbeit" oder jegliche andere Arbeit durch den Arbeitgeber nicht bezahlt wird,
dann ist das
1. Lohnvorenthaltung
2. Steuerhinterziehung (auch bekannt als "Schwarzarbeit")
Falls für den Täter/Betroffenen noch Gelder in Form von Sozialleistung/Versicherungsleistung hinzukommt,
dann folgen noch weitere Gesetzesverstöße bsp.
1. Leistungsbetrug
...

Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #16 am: 06. September 2017, 15:26:18 »
Also kann mir auch niemand eine Sanktion anhängen, wenn ich mich nicht ausnutzen lasse vom AG bzw. dieser gegen das Gesetzbuch verstößt? Also doch Gesetze studieren und zur Not einen Beratungsschein holen...

Die Maßnahme sorgt dafür, dass die Probearbeit angemeldet wird, d. h. es ist für die Teilnehmer viel unproblematischer als jedes Mal mit dem SB telefonieren zu müssen. Ich bin mir nicht sicher, ob da was faul dran ist. Muss es ja nicht...

Die seriösen Unternehmen haben sicher wenig Interesse daran, mich einzustellen, da ich nicht mehr die Jüngste bin und außerdem auch schon jahrelang aus dem Beruf draußen bin. Im Bürobereich gibt es Bewerber wie Sand am Meer, jüngere, besser qualifizierte.

Eine geringfügige Beschäftigung im Büro wäre mir nun natürlich eh zumutbar. Da denk' ich mir dann aber auch, dass ich ständig zu Hause rausgeklingelt werde. Stichwort: Flexibilität. Überall gefordert und gerne gesehen. Dass du aber ständig zu Hause auf Abruf sitzen sollst, obwohl vertraglich nicht vereinbart und bezahlt, ist heute gängige Praxis und wird trotzdem verlangt. Tue ich das nicht und mein Arbeitgeber kündigt mir deshalb z. B., weil ich nicht ans Telefon gehe in meiner Freizeit, kann man mich sanktionieren? Ständige Verfügbarkeit quasi, also auch kurzfristige, ständige Planänderungen oder sowas.

Also brauche ich mich eigentlich nicht so verrückt zu machen, oder? Ich habe Angst vor Sanktionen und ich habe auch Angst davor, dass ich mich unnötig so unter Druck setzen lasse, dass ich meine Gesundheit noch mehr ruiniere und mich kaputt machen lasse. Leider kann man mir sehr leicht Angst machen... Das möchte ich lernen, und ich bin auch schon dabei, dass man mich nicht mehr ausnutzt und kaputt macht.

Was die berufliche Zukunft angeht, habe ich auch noch keine Ahnung. Ich glaube, da hab' ich den Mund bei der Amtsärztin auch noch zu voll genommen, dass ich mehr als 6 Stunden täglich geistige Arbeit verrichten kann. Sie hat mich das gefragt, ob ich mir das zutraue und es klang auch eher etwas ungläubig von ich. Ich hab' aber gesagt, ja, das traue ich mir zu. Naja, ich glaube, so ganz ist das auch nichts. Wenn ich nach der Umschulung nach Hause komme, bin ich auch ziemlich platt, ehrlich gesagt. Und die Nerven flattern schon, wenn da ein bisschen Druck rüberkommt.

Wichtig ist mir erst mal, nicht irgendwo wieder verheizt zu werden und mich wehren zu können.

LG

LG




Offline Beluga

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #17 am: 06. September 2017, 16:02:15 »
Die Maßnahme sorgt dafür, dass die Probearbeit angemeldet wird, d. h. es ist für die Teilnehmer viel unproblematischer als jedes Mal mit dem SB telefonieren zu müssen. Ich bin mir nicht sicher, ob da was faul dran ist. Muss es ja nicht...
Nein!
Eine „Probearbeit“ zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist ein Vertrag nach dem Bundesgesetzbuch (kurz: BGB).
Für eine vertraglich vereinbarte „Probearbeit“ ist kein Verwaltungsakt als (hier genannt:) „Maßnahme“ notwendig,
durchgeführt vom Jobcenter/der Agentur für Arbeit.

Die "Maßnahme" durchgeführt vom Jobcenter/Agentur für Arbeit vertritt völlig andere Interessen,
bsp. soll durch eine "Maßnahme" der/die ArbeitnehmerIn, sofern er/sie vorher arbeitslos war, finanziell gefördert werden.
Der Arbeitnehmer, sofern er/sie Leistungen nach ALG I/ALG II bezieht (wahlweise auch der Arbeitgeber),
muß die „Probearbeit“ vor Arbeitsbeginn beim Jobcenter/Agentur für Arbeit melden.
Schließlich steht der Arbeitnehmer für die Zeit der "Probearbeit" für den Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.
Außerdem bezieht der Arbeitnehmer Lohn/Gehalt für die "Probearbeit".
Der Lohn/Gehalt wird mit den Leistungen durch den Jobcenter/Agentur für Arbeit verrechnet.

Offline Angela1968

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #18 am: 06. September 2017, 16:24:24 »
Rosilein,

bitte nicht falch verstehen. Bist Du wirklich so verunsichert bei der Arbeitssuche oder suchst Du nur nach Gründen um Arbeit ablehnen zu können. Wie lange hast Du Deine gesundheitluichen Einschränkungen schon? Sind die neu und Deine Fragen wirken deshaln so auf mich?

Evtl. habe ich auch nur einen falschen Eindruck von Dir gewonnen und Du bist wirklich verunsichert. Wäre gut wenn Du mich aufklärst.

Angela
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Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #19 am: 06. September 2017, 17:32:41 »
Wollen, wenn ich könnte, ja. Ich schaffe die heutigen Leistungsansprüche einfach nicht. Das ist natürlich schwer belegbar und auch subjektiv. Daher habe ich natürlich auch Angst, dass ich irgendwie sanktioniert werden könnte.

Arbeit, die seriös ist, werde ich wohl sowieso nicht bekommen, da ich vor ca. 15 Jahren das letzte Mal im Büro gearbeitet habe.

Und genau das ist das Problem: Dass ich in der Maßnahme mehr oder weniger dazu genötigt werde, meine Probleme und gesundheitlichen Einschränkungen offenzulegen, damit nicht ständig jemand an mir rummotiviert und meint, ich bräuchte nur einen Tritt in den Hintern. Genau das ist das Problem! Dass die anderen das nicht mal böse meinen, sondern nur helfen wollen. Dass sie kein Nein gelten lassen und alles aber rhetorisch gekonnt umschiffen.

Viele Teilnehmer machen irgendwann dicht - und das wird dann als unwillig erlebt und möglicherweise auch im Bericht so weitergegeben. Vielleicht geht es ja bloß um die Gängelei, dass man bevormundet wird, dies und jenes zu tun, obwohl man selber weiß, dass es einfach nicht geht, da die Energie und die Kraft dafür einfach fehlt.

Wenn gar nichts mehr geht, stecken sie dich in die Produktion oder ins Callcenter. Da kann man mich aber überall nicht gebrauchen. Macht aber nix. Probearbeit geht immer. Und so wirst du ständig beschäftigt gehalten. Vielleicht habe ich es ja nur einfach nicht verstanden, dass das quasi das Ding ist. Probearbeiten überall, das senkt die Belastung der Staatskasse. Und wenn du rauskommst aus dem Callcenter und sagst, das schaff' ich nicht - das zählt nicht. Erst wenn du tot am Boden liegst... Und dann war's bloß ein dummer Zufall, dass du ausgerechnet da deinen Schlaganfall hattest...

So Sachen wie Mut machen und das man auch was kann usw. Ja, das mag sein. Wenn es körperlich aber nicht geht usw. Und wenn die Ausbildung eben nicht mehr passt. Gegenüber den frisch ausgebildeten. Ich meine, mal ehrlich, wie realistisch ist das denn, dass mich jemand einstellt?

Ja, es ist auch viel Angst dabei, dass ich mich nicht zurecht finde. Angst vor Neuem usw. Aber ich habe definitiv körperliche und psychische Einschränkungen - und wenn dann noch jemand kommt und meint, das kommt alles nur vom Kopf oder so ähnlich und ich solle mich mal zusammenreißen....  :heul:

Und um mich von einem Callcenter oder einer Zeitarbeitsfirma verwurschdeln zu lassen - dafür brauche ich keine Maßnahme.

LG

Offline Angela1968

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #20 am: 06. September 2017, 17:42:56 »
Gut, dann ist das geklärt. Nur warum haben Arbeitssuchende immer Probleme bei der AV zu erzälen was sie für gesundheitliche Probleme haben und wo sie dann einsetzbar sind. Sich dann aber wundern warum das JC in Arbeit stecken will die man nicht schafft.

Dadurch das ich immer offen war in der Beziehung und auch zugelassen habe das man beim ÄD meinen gesundheitlichen Zustand und Belastbarkeit prüft hatte ich wenig Schwierigkeiten das man mir Unmotiviertheit vorwirft.

Angela
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Offline Beluga

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #21 am: 06. September 2017, 17:58:25 »
demnächst kriege ich Post und kann dann zu einer Maßnahme bei der TERTIA. Bewerbungstraining
Ja, es ist auch viel Angst dabei, dass ich mich nicht zurecht finde. Angst vor Neuem usw.
U.U. werden Arbeitssuchende und Arbeitslose allein wegen ihrer depressiven Stimmung
zu Maßnahmeträgern zur (sogenannten) „Aktivierung“ und „Orientierung“ vom Jobcenter/Agentur für Arbeit geschickt.

Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #22 am: 07. September 2017, 13:25:44 »
Entschuldigung, falls ich vielleicht etwas unhöflich geworden bin. Aber genau hier liegt das Problem eben.

Beim ärztlichen Dienst war ich ja bereits. Die Jobcenter-SB waren hierzu schon gleich auf Kuschelkurs quasi und ja, dann schreiben sie mal 3 Bewerbungen im Monat usw. Die in der Maßnahme wissen davon scheinbar nichts oder denken, dass man die Depressiven ja nur ein bisschen anschieben muss. Ich wüsste auch nicht, wie ich ihr das erklären soll, dass meine Problematik eine andere ist als ihre Burnout-Geschichte, die sie ja wieder in den Griff bekommen hat. Ich möchte ihr das auch gar nicht so deutlich erklären müssen. Denn das heißt, dass ich in die Tiefe gehen muss, das warum und wieso erklären soll. Das möchte ich schlicht nicht.

Beispiel: Es ging um Rollenspiele, Vorstellungsgespräch. Ich wurde ausgewählt in der Gruppe der Personaler zu sein, von der, die als Bewerber im Vorstellungsgespräch war. Ok. Das war auch dann noch ganz interessant und nett. Man reißt sich da halt auch mal zusammen usw. Aber reicht das? Nee. Nun sollte ich nach vorne und den Bewerber mimen, was ich eigentlich nicht so gern wollte. War das ok? Offensichtlich bei jedem anderen, nur bei mir nicht. Warum? Keine Ahnung. Jedenfalls wurde dann nachgehakt, was ich denn brauchen würde, damit ich es mache. Ich hab' keine Ahnung. Ich möchte einfach meine Ruhe. Das sag' ich natürlich nicht. Aus Angst, es wird mir als mangelndes Interesse oder sonstwas ausgelegt. Ich sage: Ich hab' Konzentrationsprobleme, meinen Lebenslauf zusammenzukriegen. Das stimmt ja auch, doch das ist ja längst nicht alles. Also: Jetzt soll ich den Lebenslauf einüben und dann nächste Woche ein Vorstellungsgespräch machen, vielleicht auch nur mit ihr alleine. Aber dass man dann auch auf diese Nachfragerei keine Antworten geben mag, weil mir das einfach auch zu privat ist und ich das nicht unbedingt jemandem anvertrauen möchte, der auch noch beim Jobcenter petzt, schon gar nicht vor der ganzen Gruppe.... DAS ist das Problem.

Ich mache gerne das, was ich kann und schaffe, aber ich möchte dann nicht noch weiter gedrängt werden und immer weiter und noch'n Schritt weiter - das wird mir einfach zu viel. Doch wie soll ich das denn erklären oder mich irgendwie rauswinden?

Zu Hause habe ich dauernd Stress mit meinem Partner, weil ich mit dieser Situation der Bedrängung einfach nicht klar komme. Grade diese Woche wurde wieder jemand in eine Produktionsstätte gestopft. Dieser hat sicherlich auch gewisse psychische Problematiken, da sieht man dem schon von weitem an. Aber nein: er soll jetzt stupide Akkordarbeit am Band. Das hält der niemals lange durch. Aber der Job-Coach hat seine Provision in der Tasche.

Das Auseinanderwurschdeln des persönlichen Lebenslaufs, wo du überall gearbeitet hast. Das geht ja eigentlich auch keinen wirklich was an. Aber du wirst eben dazu gebracht, alles offenzulegen und jegliches ABER wird sofort mit Gegenfragen ausgehebelt.

Die andere ist wohl eher Dozentin und gibt Tipps, ist aber nicht so aufdringlich. Sie suchen jetzt sogar noch einen, der sich dann mit uns beschäftigen kann und uns "motiviert".

Meine SB wollte sich auch während der Maßnahme bei mir melden und fragen wie's läuft. Nun weiß ich wieder nicht, ob sie vielleicht abchecken möchte, wie ich zurechtkomme oder ob es wieder eine Falle ist, in die ich reintappen soll.

Ich trau' mich trotz meines Gutachtens nicht zu sagen, ich kann das einfach nicht, weil ich Angst habe, dass es mir nur als mangelnde Motivation ausgelegt wird oder so. Und die Maßnahme abbrechen darf ich ja nicht, wenn ich keine Sanktion haben möchte.

Ich weiß ja auch selber nicht, was ich noch leisten kann. Dazu war die Maßnahme nicht schlecht, weil ich da hin muss und dort von 8 bis 16 Uhr bleiben muss. Sehen wie ich das wegstecke. Und hier sehen wir's wieder, dass ich scheinbar nicht wirklich vermittelbar bin. Dann allerdings wäre ich ja kein Jobcenter-Kunde mehr. Eine Umschulung wäre nicht so schlecht, da ich einfach nicht mehr qualifiziert für den Arbeitsmarkt bin. Allerdings würde ich wahrscheinlich auch das nicht mehr schaffen.

LG

Offline Beluga

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #23 am: 07. September 2017, 13:49:39 »
Zu Hause habe ich dauernd Stress mit meinem Partner, weil ich mit dieser Situation der Bedrängung einfach nicht klar komme.
Läuft die Beziehung mit Deinem "Partner" sehr gut oder gut?
Hat Dein "Partner" eine andere Meinung zu Deinem Kurs „Bewerbungstraining“ beim Maßnahmeträger TERTIA?

Hast Du mittlerweile beim Jobcenter einen Antrag,
für Kleidung zum "Vorstellungsgespräch" aus dem Vermittlungbudget, gem. § 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 44 SGB III,
gestellt und genehmigt bekommen?
Lt. Thread: "Jetzt geht´s los - rein in den Arbeitsmarkt -oder auch nicht"
(Threaderöffnung am 18.07.2017 durch Forenmitglied Rosilein)
Quelle: http://hartz.info/index.php?topic=110399.0

Offline Zahnfee

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #24 am: 07. September 2017, 20:44:07 »
Ich denke, du machst dir einfach viel zu viele Sorgen.

Kein AG wird Interesse an einem AN haben, der die gewünschte Leistung nicht erbringen bzw. nicht ins Team passen würde.

Ich habe während eines Vorstellungsgespräches bspw. auch schon gesagt, dass ich nicht mehr so belastbar bin. Ich kann nicht zu meiner (TZ-) Stelle noch nebenbei bei Krankheit oder Urlaub eine Vollzeitstelle mit abdecken. Das hatte ich schon einmal und es funktioniert weniger gut. Genauso gut würde ich sagen, dass ich nicht schwer Heben und Tragen kann. Ist doch alles belegbar.  :weisnich: Ich würde auch bei einem Callcenter sagen, dass ich keine Kaltakquise machen werde. Das liegt mir nicht. Was will das Callcenter da machen? Zumal es verboten ist.  :weisnich:

Und bei einer ZAF habe ich den Passus über die Datenweitergabe durchgestrichen und wollte ich den AV mit nach Hause nehmen. Plötzlich hatte die Fa. kein Interesse mehr an mir.

Es kam nie etwas nach. Warum auch?  :weisnich:

Ein kleiner Tipp: Bei ZAF bewerbe mich ausschließlich schriftlich; ohne Angabe einer Telefonnummer bzw. Emailadresse. Bei Callcenter würde ich das auch so machen. Ich wurde vor Jahren mal von einem Callcenter bzgl. meiner Bewerbung zurückgerufen. Das Gespräch verlief alles andere als gut. Die Dame war schon sehr von oben herab. Nie wieder. Man redet sich zudem um Kopf und Kragen.

Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #25 am: 07. September 2017, 20:55:32 »
Zitat
Hast Du mittlerweile beim Jobcenter einen Antrag,
für Kleidung zum "Vorstellungsgespräch" aus dem Vermittlungbudget, gem. § 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 44 SGB III,
gestellt und genehmigt bekommen?
Für welches Vorstellungsgespräch denn? Muss da nicht wenigstens etwas in Aussicht sein, damit die das genehmigen?

@Zahnfee
Danke für diese Tipps. Eine "Kollegin" in der Maßnahme bewirbt sich eigentlich überall ohne Telefon und Email. Kein Wunder, dass da nix Positives zurückkommt. Das Problem auch hier in der Maßnahme: Die Job Coaches "überwachen" teilweise, wo man sich beworben hat und haken da zur Not auch selber mal nach, telefonieren selber mit den potentiellen AG und fahren auch schon mal mit zum Vorstellungsgespräch. Eine Teilnehmerin wurde super "motiviert" bei einer Stelle, wo sie sich beworben hat doch mal anzurufen und nachzuhaken.

Ich gehöre zu denen, die einfach Angst haben, Nein zu sagen, weil vielleicht was ganz Schlimmes passiert.

Das Problem ist hier ja, dass die Job Coaches ja Druck von oben kriegen. Und auch ne schöne Provision für jeden, den sie in eine Zeitarbeitsfirma oder eine Produktionsstätte hineinbugsieren können. Ein weiteres Problem liegt wohl an einem selber.

Ja, ich habe furchtbar Angst vor Sanktionen, wenn ich mal nein sage, dass ich dieses und jenes einfach nicht möchte. Ständig wird dann herumgestochert, warum und wieso ich nicht will. Und irgendwann geb' ich's dann einfach auf.


Offline Zahnfee

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #26 am: 07. September 2017, 21:02:52 »
Zitat
und haken da zur Not auch selber mal nach, telefonieren selber mit den potentiellen AG und fahren auch schon mal mit zum Vorstellungsgespräch.

Das würde ich mir verbeten. Zumal es keinen guten Eindruck beim AG machen würde. Genauso wenig würde ich mich bei einer Maßnahme filmen lassen.

Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #27 am: 08. September 2017, 12:39:44 »
Bisher wollte uns zum Glück niemand filmen. Aber da muss man sich wohl auch wehren, wenn es soweit kommt.

Sie möchten einen Überblick haben, wo wir uns beworben haben. Natürlich damit sie wissen, welche Stellenanzeigen sie uns gar nicht mehr raussuchen müssen  :blum: Mehr als eine Liste, wo ich mich beworben habe, brauche ich bestimmt nicht rauszurücken. Nix Emails ausdrucken... Hierbei wäre nämlich locker eine Kontrolle möglich, ob ich auch meine Telefonnummer angegeben habe.

Zum Vorstellungsgespräch offiziell ja eigentlich nicht. Was es etwas erschwert, der Typ, bei dem sie mitfuhr, hatte ein Auto. Da braucht sie nur mit reinzuhüpfen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird es doch etwas schwieriger. Aber es wird ja gesagt, sie möchte gerne den AG kennenlernen. Also wer kann ihr das nun wiederum verbieten? Eifrig werden Kontakte zu Verleihbuden geknüpft, um leichte Provisionen zu kassieren. Wenn der Teilnehmer nach 3 Tagen wieder krankgeschrieben ist oder abspringt, dürfte die Provision auch futsch sein, oder?

Wenn ich bequemerweise alles per Email rausschicke, hat das Callcenter auf jeden Fall meine Email-Adresse. Doch ohne Telefonnummer dürften die auch recht schnell das Interesse verlieren. Alleine einen Termin mit mir auszumachen, dürfte schwierig werden. Darf mich jemand zum Anruf bei der Callcenterbude zwingen? Vielleicht sogar noch in Anwesenheit eines Job-Coaches? Schnell kommen sie einem ja auch mit "da werd' ich mal bei der Arge anrufen" usw.

Ich meine, dass ich keinen Horror-Arbeitsplatz möchte, wer kann es mir verdenken? Noch dazu, dass ich ja sowieso nicht alles machen kann/darf laut Gutachten.

Ich lasse mir leider auch zu leicht Angst machen. Ich arbeite daran (mit eurer Hilfe  :smile:), denn das hat mir bisher ja auch nur Unglück im Leben gebracht.

LG


Offline Zahnfee

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #28 am: 08. September 2017, 14:42:58 »
Zitat
Wenn ich bequemerweise alles per Email rausschicke, hat das Callcenter auf jeden Fall meine Email-Adresse. Doch ohne Telefonnummer dürften die auch recht schnell das Interesse verlieren.

Das glaube ich weniger. Dann schreiben sie dich per Email an und teilen dir ihre Telefonnummer zwecks Rückrufs mit, oder sie verwickeln dich in ein "Gespräch" per E-Mail. Die Mühe mit einer schriftlichen Bewerbung würde ich mir schon machen.

Ich würde auch nicht in Anwesenheit eines Job-Coachs telefonieren.  :nea: Nicht nur weil ich mündig bin, sondern weil ich dann erst recht sehr unsicher werden würde.

Ich würde mich aber auf jeden Fall auf mein Gutachten berufen. Ich darf bspw. nur drei bis unter sechs Stunden arbeiten. Und dann auch nur noch leichte Tätigkeiten im Sitzen ohne extremen Zeitdruck bzw. besonderem Stress. - Insofern wäre meine Liste über meine Bewerbungsaktivitäten nicht übermässig lang.



Offline Angela1968

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #29 am: 08. September 2017, 15:15:07 »
Rosilein,

ich fands zuerst auch unangenehm als man bei uns in den Bewerbungskursen bei "Bewerbungsgesprächen" filmte. Aber nacher fand ich es interessant und war geschockt wie ich mich selbst bei dem "Vorstellungsgespräch" einschätzte und wie man von einem Fremden, hier der Kamera gesehen wird.

Ich selbst empfand mich als lockerr und fröhlich und die Kamera zeigte mir eine stocksteife Bewerberin.  Warum sollte man solche Chancen nicht nutzen?

Angela
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