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Autor Thema: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche  (Gelesen 2596 mal)

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Online coolio

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #45 am: 29. September 2017, 22:56:40 »
Zitat von: Rosilein am 29. September 2017, 22:49:39
Vielleicht sollte ich mich einfach auf die Sanktion einstellen und hoffen, dass ich nicht gleich in die nächste Maßnahme reingezwängt werde, wenn ich diese hinter mir hab'.
Kannst Du das erläutern?
Warum Sanktion?
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Offline Beluga

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #46 am: 30. September 2017, 13:08:23 »
Maßnahme bei der TERTIA. Bewerbungstraining, Betreuung falls ich einen Job finde etc. Bin mal gespannt...
Desweiteren halt wegen der Einzelbetreuung bei der TERTIA, das hat mich eben angesprochen.
und am 21.08. beginnt dann die Maßnahme. Ich kann ja dann mal von meinen Erfahrungen berichten

- - - - - -

dass ich z. B. die Arbeitsangebote annehmen muss, die der Träger mir gibt. Dabei müssen sie zumutbar sein. Was auch immer das nun wieder heißt.
Antwort:
Zitat
Stand: 30.09.2017
Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__10.html

§ 10 SGB II Zumutbarkeit

(1) Einer erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person ist jede Arbeit zumutbar, es sei denn, dass
1. sie zu der bestimmten Arbeit körperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage ist,
2. die Ausübung der Arbeit die künftige Ausübung der bisherigen überwiegenden Arbeit wesentlich erschweren würde, weil die bisherige Tätigkeit besondere körperliche Anforderungen stellt,
3. die Ausübung der Arbeit die Erziehung ihres Kindes oder des Kindes ihrer Partnerin oder ihres Partners gefährden würde; die Erziehung eines Kindes, das das dritte Lebensjahr vollendet hat, ist in der Regel nicht gefährdet, soweit die Betreuung in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege im Sinne der Vorschriften des Achten Buches oder auf sonstige Weise sichergestellt ist; die zuständigen kommunalen Träger sollen darauf hinwirken, dass erwerbsfähigen Erziehenden vorrangig ein Platz zur Tagesbetreuung des Kindes angeboten wird,
4. die Ausübung der Arbeit mit der Pflege einer oder eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann,
5. der Ausübung der Arbeit ein sonstiger wichtiger Grund entgegensteht.

(2) Eine Arbeit ist nicht allein deshalb unzumutbar, weil
1. sie nicht einer früheren beruflichen Tätigkeit entspricht, für die die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person ausgebildet ist oder die früher ausgeübt wurde,
2. sie im Hinblick auf die Ausbildung der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person als geringerwertig anzusehen ist,
3. der Beschäftigungsort vom Wohnort der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person weiter entfernt ist als ein früherer Beschäftigungs- oder Ausbildungsort,
4. die Arbeitsbedingungen ungünstiger sind als bei den bisherigen Beschäftigungen der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person,
5. sie mit der Beendigung einer Erwerbstätigkeit verbunden ist, es sei denn, es liegen begründete Anhaltspunkte vor, dass durch die bisherige Tätigkeit künftig die Hilfebedürftigkeit beendet werden kann.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten für die Teilnahme an Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit entsprechend.



Hab' ich ein Gespräch muss der Maßnahmeträger sicherlich informiert werden?!
Der Maßnahmeträger "TERTIA" muss Dir weiterhelfen.

Allerdings habe ich im Internet gelesen,
dass über den Maßnahmeträger "TERTIA" schlecht geredet wurde.
Bsp. sei das Bewerbungstraining "ein Witz" und dass man als Teilnehmer im Bewerbungstraining seine "Zeit absitzt".
Und dass die Teilnehmer bei konkreten Fragen zu Bewerbungen
mit allgemeinen Sätzen von den Dozenten "abgespeist" oder "abgewimmelt" werden würden.
« Letzte Änderung: 30. September 2017, 14:08:49 von Beluga »

Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #47 am: 01. Oktober 2017, 00:01:04 »
Sanktion weil: naja, nicht genug mitgearbeitet, mich auf Vorschläge nicht gut genug beworben etc. Keine Ahnung... Vielleicht bin ich auch hier wieder überängstlich?!

Bewerbungstraining ein Witz: Naja, ein paar Sachen kann man schon mitnehmen. Aber was sollen die denn auch machen? Wenn mein Lebenslauf, meine Fähigkeiten und Erfahrungen nicht passen, ich zu alt bin oder sonstiges eben nicht passt auf die Stellen, die im Netz zu finden sind... Dann kann ich mich noch so bemühen... Gehst du zu einem anderen Anbieter für Bewerbungstraining, dann erzählen die vielleicht wieder was anderes.

Es ist ja auch schwierig, da was richtig zu machen. Hier werden Telefontrainings z. B. angeboten, wenn sie merken, dass jemand wie ich z. B. sich damit schwer tut. Annehmen muss man das aber selbst. Sie können mir ja, zum Glück, nichts aufzwingen. Es gibt ein paar Vorträge, die mit dem Thema zu tun haben. Und letztlich muss jeder sich aber selber an den Coach wenden, wenn er wo Hilfe benötigt. In Einzelgesprächen wird wohl schon abgeklopft, wo der jeweilige Teilnehmer vielleicht noch Hilfe benötigen könnte.

Tja, hier sage ich es schon, dass sie mir ja eigentlich nichts aufzwingen können. Und doch habe ich immer Angst vor Sanktionen, wenn ich diverse Angebote nicht annehme. Ich raff' das einfach nicht.

Habe ich eine tolle Qualifikation, ist die Bewerbung wohl eher zweitrangig bzw. mit einer noch so tollen Bewerbung kriege ich nix, wenn ich nix kann und persönliche Schwachstellen habe, zu alt bin, was weiß ich...

Konkrete Fragen: naja, hab' ich jetzt nicht so die Erfahrungen. Aber bei den Bewerbungen ist es ja so, dass es eh auf den Personaler ankommt, der sie zu lesen kriegt. Und das weiß man vorher ja eh nicht. Naja, welche Antworten soll man bekommen. Es gibt Grundlegendes, aber die tieferliegenden Dinge, naja, das ist wohl tatsächlich nicht deren Ding. Kommt vielleicht auch auf die Erfahrung der jeweiligen Mitarbeiter an.

Letztlich geht es eh dann nur noch darum, die Teilnehmer in Zeitarbeitsfirmen zu stecken und/oder in irgendwelche Callcenter. Wunder können die halt auch nicht. Nur irgendwie müssen wenigstens sie einen Arbeitsplatz haben.

Was heißt die Tertia MUSS mir weiterhelfen. Aber nur wenn ich frage, oder muss ich denen von einem Vorstellungsgespräch erzählen?

LG

Rosilein

Online coolio

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #48 am: 01. Oktober 2017, 00:14:17 »
mal Klartext:
- wenn Du schon unter 'Betreuung' stehst soll diese wenigsten erfolgversprechende Ansätze bieten/liefern
dazu gleich
- TERTIA ist einer der schlimmsten Abzocker bundesweit mit einer der übelsten Qualität (dafür aber bestens mit den JC vernetzt)
- Lass Dir nicht alle Schuld aufhalsen - die Interessen des JC in Verbindung mit der Tertia sind eindeutig wirtschaftlich orientiert (um eine böses Wort mit 'K...'  zu vermeiden)
- Du bist nur verschiebbares 'Humankapital' in deren Augen.
----------
Deine Bewerbungspflichten und der Nachweis darüber besteht lediglich gegenüber dem JC - Der MT kann blubbern, bis er wegen gerissener Lippen Labello (oder ähnliches)  braucht.
« Letzte Änderung: 01. Oktober 2017, 00:31:49 von coolio »
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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #49 am: 01. Oktober 2017, 05:51:18 »
Maßnahme bei der TERTIA. Bewerbungstraining, Betreuung falls ich einen Job finde etc.
Vor allem: Farb- und Stilberatung.
Das Angebot der TERTIA schien mir irgendwie gezielter
Ansonsten bin ich grad in einer Maßnahme, wo ich gute Tipps erhalte, wie ich mich anständig bewerbe, wenn ich die Stelle haben möchte. Außerdem ist das praktisch, um eben auch Ansprechpartner für Fragen wegen Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen, wie man es richtig machen sollte.
Was heißt die Tertia MUSS mir weiterhelfen. Aber nur wenn ich frage, oder muss ich denen von einem Vorstellungsgespräch erzählen?
Aus juristischer Sicht „musst“ Du dem Maßnahmeträger TERTIA von Deinem „Vorstellungsgespräch“ erzählen.
Es kann sein, dass sich aus diesem Gespräch etwas ergibt, bsp. feedback, „gute Tipps“ etc.

Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #50 am: 07. Oktober 2017, 21:19:41 »
Unter Betreuung stehe ich nicht. Daher kann ich trotzdem depressiv sein und dem Arbeitsalltag nicht gewachsen. Natürlich interessiert das letztlich niemanden so wirklich. Jetzt, wo ich 2 Tage in der Woche stundenlang dort vor dem PC sitze, im Grunde aber ja keine wirkliche Leistung erbringe, wird mir das jetzt natürlich mehr oder weniger so ausgelegt, dass meine Konzentration doch wirklich gut sei. Wie man das nun beurteilen will anhand dessen... Hier hilft wohl nur auf zum Psychologen und Krankschreibung für Monate oder wie?

Nun geht es um einen Job, der für mich passen könnte. Allerdings muss auch hier jeder Telefondienst machen, mit Leuten telefonieren. Das liegt mir nun echt überhaupt nicht. Aber was soll ich machen? Der JobCoach hat mich gefragt, ob sie das anleiern soll. Naja, ich weiß ja auch nicht, was ich machen soll. Hab' gesagt, klar. Doch so langsam, wenn ich das so lese, hab' ich ja doch wieder keine Rückzugsmöglichkeiten, die ich zwischendrin brauche. Hört sich ja alles immer besser an als es ist...

Im Moment verschwinden dort Leute aus der Gruppe. Das ist direkt unheimlich  :zwinker: Der ist in Arbeit, die kann in Arbeit. Und mir geht's jetzt auch an den Kragen. Nur letztlich können sie nichts als einen an eine Zeitarbeitsfirma zu verhökern. Dort wirst du dann schlecht bezahlt und wenn du Pech hast noch übern Tisch gezogen. Nach Abzug der ganzen Kosten wie Fahrt, Kleidung, Friseur, Kollegengeschenke usw. kann ich mir das vielleicht noch nicht mal leisten. Ich schiebe jetzt wieder Panik, weil ich nicht wirklich optimistisch sein kann, was die Stelle betrifft.

Abbrechen kann ich die Stelle sicherlich, wenn der Zeitdruck zu hoch ist, was ich mir gut vorstellen kann. Ist ja überall dasselbe. Doch dann dauert es vielleicht wieder, bis die Zahlung vom Amt anläuft. Naja, so das ganze Prozedere. Wenn ich dann noch Vollzeit arbeite, mit dem Bus dort hin muss usw. Ich krieg' ja privat überhaupt nichts mehr auf die Reihe.

In der EGV steht ja drin, ich soll aktiv dort mitmachen (was immer das genau heißt) und den Anweisungen des Maßnahmeträgers folgeleisten. Letzteres nehme ich an hat mit der Hausordnung zu tun. Also ich könnte jetzt auch beim Vorstellungsgespräch dort sagen, nö, is nix für mich??? Folgt dann eine Sanktion?

Inwieweit bin ich verpflichtet, dem AG von meinen Einschränkungen zu erzählen?

LG

Rosilein


Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #51 am: 12. Oktober 2017, 23:19:19 »
Wahrscheinlich habe ich bald ein Vorstellungsgespräch (Anruf gekriegt, rufe morgen zurück).

Es ist echt so, dass man schon richtig Angst davor hat, hinzugehen. Nicht, weil man vielleicht den Job nicht bekommt, so wie bei anderen. Nein: weil man Angst hat, irgendeinen Fehler zu machen, der einem eine Sanktion einhandelt. Das ist doch  :teuflisch:

LG

Rosi

Offline Rosilein

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Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
« Antwort #52 am: 18. Oktober 2017, 22:12:30 »
Falls ich keinen Job habe, wenn diese Maßnahme zu Ende ist... Werde ich dann gleich in die nächste Maßnahme gesteckt?

LG