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Autor Thema: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland  (Gelesen 8813 mal)

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Offline Lady Miou

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #30 am: 04. Dezember 2017, 21:55:41 »
Nachtrag: Nach dieser Studie werden es einige sein: http://doku.iab.de/aktuell/2016/aktueller_bericht_1624.pdf
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Offline MichaK

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #31 am: 04. Dezember 2017, 22:08:53 »
Zitat von: MichaK am 04. Dezember 2017, 20:37:43
aja, und wie werden dann die Produkte verteilt?
Dann schau mal wie es jetzt bei den Lebenmitteln erprobt wird, siehe Bereitstellung und Lieferung nach Bestellung.

zum Himmel! Ich meinte doch nicht die Logistik der Verteilung, sondern die Verteilung.

Männer sind substituierbarer laut Studie. Auch nicht übel.  :lachen:
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Offline Lady Miou

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #32 am: 05. Dezember 2017, 00:42:41 »
Zitat von: MichaK am 04. Dezember 2017, 22:08:53
Männer sind substituierbarer laut Studie. Auch nicht übel.
Nun ja, in den sozialen Berufen die nicht so digitalisiert werden können, da KI noch nicht empathisch, sind nun mal hauptsächlich Frauen tätigt. So wie ich es sehe wird das der Bereich sein wo sich menschliche Arbeitsplätze am längsten halten werden.
Wenn KI wirklich selbstlernend wird, was ja schon erforscht wird, werden auch Menschen im Bereich Technikpflege und Programmierung von Technik überflüssig.
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/kuenstliche-intelligenz-maschinen-ueberwinden-die-menschheit-15309705.html
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Offline CCR

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #33 am: 08. Dezember 2017, 17:43:24 »
Zypries lädt Siemens-Vorstand wegen Stellenabbau zum Gespräch

Nach Informationen von Dow Jones Newswires werden Personalvorstand Janina Kugel und Industrievorstand Klaus Helmrich Siemens vertreten. Das Gespräch ist für 09.00 Uhr angesetzt. Auch die Wirtschaftsminister der vom Stellenabbau betroffen Bundesländer werden teilnehmen.

Die IG Metall will die Gelegenheit nutzen, um für die von Entlassung bedrohten Beschäftigten vor dem Ministerium zu demonstrieren. "Wer Milliarden-Gewinne macht und gleichzeitig tausenden Familien das sichere Einkommen wegnehmen will, hat von unternehmerischer und gesellschaftlicher Verantwortung nichts begriffen", sagte der Berliner IG-Metall-Chef Klaus Abel.

SPD-Chef Martin Schulz hatte den Beschluss des Unternehmens als asozial gebrandmarkt.

/ Quelle: Guidants News http://news.guidants.com
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Offline Planloser

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #34 am: 10. Dezember 2017, 12:00:28 »
Zitat von: CCR am 08. Dezember 2017, 17:43:24
"Wer Milliarden-Gewinne macht und gleichzeitig tausenden Familien das sichere Einkommen wegnehmen will, hat von unternehmerischer und gesellschaftlicher Verantwortung nichts begriffen", sagte der Berliner IG-Metall-Chef Klaus Abel.

Seit wann benötigt man das in der Betriebsführung? Zum anderen sieht man doch was wegfällt: Großkraftwerke. Siemens großer Konkurrent GE baut die Sparte ebenfalls ab [Quelle] - Kein Angebot heißt weniger oder keine Nachfrage für Großkraftwerke wie Kohle oder zumindest eine deutliche teurere und damit unrentablere Bauweise. Klar in der Sparte wird abgebaut, Energie wird trotzdem benötigt - versprochen und daher mit dezentralen Anlagen weitaus aufwendiger (und damit auch mit mehr Berufen verbunden). Gut für die Umwelt und ein dicker Dämpfer für Klimaschutzskeptiker wie die AfD und Trump etc.. Würde man das partout retten wollen müssten die Folgekosten für das Klima mit eingerechnet werden, das übersteigt aber i.d.R. den Umsatz der 100 größten Unternehmen bei weitem.

Was Verdi Siemens hingegen vorhalten kann sind entsprechend verweigerte Weiterbildungen in den neuen Sparten. Absterbende Sparten sind keinesfalls was neues, die Mitarbeiter aber auf der einen Seite loswerden und auf der anderen neue einstellen die es durch eine schulische Ausbildung erworben haben hingegen schon. Geht auch nur wenn man Fachkräftemangel vortäuscht und damit Arbeitskräfte billiger direkt vom Markt abgreifen kann anstatt die eigenen Ingenieure weiterzubilden.
Die Arbeit verschwindet – das will kein Politiker seinen Wählern erzählen. Stattdessen hat sich die Politik drei Pseudotheorien ausgedacht, um diese Entwicklung zu erklären. Wir verlieren in unserem Land Jobs, weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Wir haben genug Jobs, die Leute sind nur nicht richtig ausgebildet. Wir haben zu wenig Jobs, weil die Sozialabgaben zu teuer sind. Alle drei Argumente sind für Jeremy Rifkin absurd.

Offline CCR

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #35 am: 10. Dezember 2017, 13:46:58 »
zumal ist das ja ein weltweites Problem letzte Woche will ein Pharma Unternehmen 10.000 Stellen streichen und Amazon prüft vollautomatische Lagertransporte ohne Menschenhand. Es ist die Politik gefragt, was nützt es nur Maschinen einzusetzen wer kauft dann die Waren wenn man keinen Job und Geld hat.
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Offline Planloser

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #36 am: 10. Dezember 2017, 14:28:03 »
Zitat von: CCR am 10. Dezember 2017, 13:46:58
Es ist die Politik gefragt, was nützt es nur Maschinen einzusetzen wer kauft dann die Waren wenn man keinen Job und Geld hat.

Die Politik könnte einen zweiten Arbeitsmarkt erschaffen. Dann hat man zwar kein Geld aber dafür einen Job. Zudem sollen wir ja auch länger arbeiten weil ja auch länger leben, also noch mehr Arbeitszeit im Leben und angeblich irgendwelche Arbeitskräfte fehlen würden, das verlangen Sie immer öfter auf Nachdruck und kritisieren die Rente mit 63, reden von finanzieren Lasten und immer mehr Rentner - 500 Rentner auf einen Arbeitnehmer im Jahr 2200 - na meinetwegen.

Irgendwas stimmt hier nicht, entweder wird die Arbeit gar nicht weniger (warum dann ein Pflegenotstand, Lehrermangel), die Automatisierung funktioniert nicht so toll wie angegeben (seien wir ehrlich, vieles ist ein reiner Rohrkrepierer), oder Reiche und Politiker wollen einen zweiten Weberaufstand. Such dir was aus, hat alles so seine Haken.

Als ob man heutzutage noch Geld verdienen würde indem man Waren verkauft/herstellt - die Zeiten sind ja nun schon länger vorbei, Sie gelten maximal noch als Legitimation für Gewinn der aus geistigen Waren stammt.
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Offline Lady Miou

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #37 am: 10. Dezember 2017, 14:43:18 »
Zitat von: Planloser am 10. Dezember 2017, 14:28:03
Die Politik könnte einen zweiten Arbeitsmarkt erschaffen.
Ist in Arbeit siehe Anhang und hier http://nrw.dgb.de/sozialer-arbeitsmarkt
Bedeutet schlicht weg, wir bezahlen dafür das wir eine Arbeitsstelle haben, mit unseren Steuergeldern.

Zitat von: Planloser am 10. Dezember 2017, 14:28:03
entweder wird die Arbeit gar nicht weniger
Richtig, nur wird sie nicht mehr von Menschen erledigt, siehe prekäre Beschäftigung.

Ausschlaggebend für die positive Entwicklung des Arbeitsvolumens war der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen. Die durchschnittliche Zahl der Arbeitsstunden je Erwerbstätigen ging dagegen 2016 um vier auf 1.335 Stunden zurück (Deutschland: ebenfalls minus vier auf 1.364 Stunden).
https://www.statistik.rlp.de/no_cache/de/gesamtwirtschaft-umwelt/erwerbstaetigkeit/pressemitteilungen/einzelansicht/news/detail/News/2224/

Ebenso schlägt die Privatisierung in vielen Bereichen durch: Viel Profit mit wenig eingesetztem Kapital (auch Humankapital), so sehen AG ja die AN!

Wo wir dann üner kurz oder lang, bei dem wären:
Zitat von: Planloser am 10. Dezember 2017, 14:28:03
einen zweiten Weberaufstand

Da die Wirtschaft es als überflüssig sieht sich am Sozialstaat zu beteiligen und wenn es nur mit Weiterbildung der Belegschaften auf eigene Kosten wäre!  :kotz:
 





[gelöscht durch Administrator wegen Erreichen der Speicherfrist]
« Letzte Änderung: 10. Dezember 2017, 15:18:27 von Lady Miou »
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Offline Planloser

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #38 am: 10. Dezember 2017, 18:41:59 »
Bedeutet schlicht weg, wir bezahlen dafür das wir eine Arbeitsstelle haben, mit unseren Steuergeldern.

Man bezahlt mit Steuergelder auch Steuerhinterziehung und Lobbyismus. Es bleibt doch dabei wer Steuern in Zukunft zahlt oder ob man ein anderes Konzept von Steuern benötigt den so wie es heute geht wird es irgendwann einfach nimmer laufen - bereits heute dürften viele - trotz zig Privatisierungen - direkt oder indirekt für staatliche bzw. für Grundleistungen arbeiten.

Zitat von: Lady Miou am 10. Dezember 2017, 14:43:18
Richtig, nur wird sie nicht mehr von Menschen erledigt, siehe prekäre Beschäftigung.

Mehr oder minder wurde die Arbeit auf mehr Menschen verteilt und dabei die Löhne nicht angepasst. Den gleichen Effekt hat man ja auch wenn man die Wochenarbeitszeit von 40 auf 30h heruntersetzt, viele Berufe fallen dann heraus von denen man dann nicht mehr leben könnte. Um den Aufstand zu verhindern betraf es diejenigen die sich so gut wie nie wehren: Niederlohnjobber. Aus einem der Brutto damals 1500€ Brutto für eine Vollzeitstelle hatte wurden 3-4 Stellen um Sozialkosten zu sparen und das Risiko für den AG minimiert: i.d.R. werden maximal 2 Krank aber nicht alle, bei Kündigung das gleiche.

Viel Arbeit könnte man automatisieren wenn man den wöllte aber: Die Kosten sind meist höher als für den Angestellten daher kämpfen Leute letztlich gegen die Automatisierung an, mit mehr Arbeitsdruck oder niedrigeren Löhnen. So billig Automatisierung immer klingt ist Sie es i.d.R. nicht. Die Kosten für Automatisierung verschwinden ja auch nicht einfach sondern sind nur andere Löhne und Gewinnerwartung Dritter und solche Maschinen rechnen sich auch nicht von heut auf morgen weshalb die Anfangsinvestition vor allem positive Signale in der Wirtschaft auslösen die zu weiteren Konsum anregt den diejenigen die Automatisierung betreiben verdienen meist eher mehr als jemand der Standardaufgaben löst und können aufgrund eines erweiterten Produktfeldes beim Konsum weniger zur Automatisierung bei. Es gilt: Immer nur einfache Aufgaben können Automatisiert werden aber diese sehr schnell. Für sowas benötigt man Kunden die ein Standardprodukt wollen und vor allem auch das noch in der Masse.

Wenn Amazon also anfängt ein Massengeschäft wie den Lagerlogistik automatisieren will dann hat eine Automatisierung seinen Sinn darin das nicht alle sofort entlassen werden sondern das die Berufe sich erst einmal woanders hin verlagern - vermutlich in die IT, Elektrik, Robotik usw. aber definitiv nicht mehr in den Niedriglohnsektor. Ich sehe auch lieber anstatt 10.000 Logistiker lieber 3000 Elektriker, 1000 Robotechniker, 1000 ITler, 500 Minenarbeiter, 200 Menschen die Energie dafür bereitstellen usw. sind am Ende vl. nur 9000 von ehemals 10.000 und später sind es mal nur 7000 oder 5000 usw. Sie werden i.d.R. aber besser bezahlt so bleibt für die erst einmal 1000 Menschen aber immer noch die Möglichkeit über einen Topf diese besser zu finanzieren. Das muss man aber wollen, das können wir bereits heute schon - machen es aber nicht. Auch die Beschäftigten von Siemens haben sich nur woanders hin verlagert, in die Kleinanlagen blöderweise schließen Sie genau diese Fabriken und schulen diejenigen mit den Großanlagen um. Warum ist mir bisher unbekannt, häufig kommen solche Fälle nicht vor.

Zitat von: Lady Miou am 10. Dezember 2017, 14:43:18
Wo wir dann üner kurz oder lang, bei dem wären:
Zitat von: Planloser am 10. Dezember 2017, 14:28:03
einen zweiten Weberaufstand

Sie haben Weberaufstand gewählt: Standardfrage 1 geladen: Warum sollte man den eigenen Reichtum den man erschaffen hat damit gefährden wollen? Ergibt weder für Politiker noch für Reiche einen Sinn, ein revoltierendes Volk ist dabei nur abträglich.

Zitat von: Lady Miou am 10. Dezember 2017, 14:43:18
Da die Wirtschaft es als überflüssig sieht sich am Sozialstaat zu beteiligen und wenn es nur mit Weiterbildung der Belegschaften auf eigene Kosten wäre!

Gab ja immer mal gute Gesetzvorschläge aus der Politik die Handfest waren und auch immer noch wären. Merkt die Wirtschaft etwas davon wird eine ganze Maschinerie in Gang gesetzt, von Medien bis Lobbyisten werden dann alle bearbeitet die für solch ein Verfahren womöglich unterstützen könnten. dadurch wurde S21 trotzdem gebaut, die Wasserprivatisierung doch kein Riegel vor der Tür geschoben und Fracking weiterhin erlaubt usw.. Sprich weder Politiker noch das Volk ist unbeeinflussbar oder will es zumindest gar nicht sein. Ich hab eher das Gefühl es will vor allem seine Ruhe haben und dann gibt man etwas vom nervigen Bettler Wirtschaft.
Die Arbeit verschwindet – das will kein Politiker seinen Wählern erzählen. Stattdessen hat sich die Politik drei Pseudotheorien ausgedacht, um diese Entwicklung zu erklären. Wir verlieren in unserem Land Jobs, weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Wir haben genug Jobs, die Leute sind nur nicht richtig ausgebildet. Wir haben zu wenig Jobs, weil die Sozialabgaben zu teuer sind. Alle drei Argumente sind für Jeremy Rifkin absurd.

Offline Lady Miou

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #39 am: 10. Dezember 2017, 19:57:54 »
Zitat von: Planloser am 10. Dezember 2017, 18:41:59
So billig Automatisierung immer klingt ist Sie es i.d.R. nicht.

Könntest du das näher erklären? Ich sehe da Abschreibungen für Unternehmen, Sondertarife beim Energieversorger, ect.

Zitat von: Planloser am 10. Dezember 2017, 18:41:59
Wenn Amazon also anfängt ein Massengeschäft wie den Lagerlogistik automatisieren will dann hat eine Automatisierung seinen Sinn darin das nicht alle sofort entlassen werden sondern das die Berufe sich erst einmal woanders hin verlagern - vermutlich in die IT, Elektrik, Robotik usw.

Nur sind es wesentlich weniger Stellen als gestrichen werden. Was macht der Rest der Belegschaft? Siehe bitte Links in Antwort #30 und Antwort #32

Zitat von: Planloser am 10. Dezember 2017, 18:41:59
Warum sollte man den eigenen Reichtum den man erschaffen hat damit gefährden wollen?

Wer macht das? Geht es etwa an das Eigentum der Eliten? Zerstörung schafft aus deren Sicht wieder Potenzial für Profit und es entsorgt das überflüssige Kapital, bekanntlich haben Forken so gut wie keine Effekt gegen Gewehre.

Unser Steuer-, Entlohnungs- und soziales Sicherungssystem muss aus m.S. aufgrund der Digitalisierung komplett überarbeitet und angepasst werden. Oder man setzt der Digitalisierung Grenzen, das sie nur zur Erleichtung der menschlichen Arbeit genutzt werden darf, aber nicht für die Ersetzung menschlicher Erwerbstätigkeit.

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Offline Planloser

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #40 am: 10. Dezember 2017, 21:43:20 »
Zitat von: Lady Miou am 10. Dezember 2017, 19:57:54
Könntest du das näher erklären? Ich sehe da Abschreibungen für Unternehmen, Sondertarife beim Energieversorger, ect.

Nicht alles lässt sich abschreiben geschweige den komplett und durch Vergünstigungen die erst entstehen wenn man zuvor deutlich weniger gebraucht hat kann man auch kein Geld sparen, es kann lediglich Attraktiver werden zu investieren.

Zitat von: Lady Miou am 10. Dezember 2017, 19:57:54
Nur sind es wesentlich weniger Stellen als gestrichen werden.

Sind es in der Regel nie. Die Industrie, vor allem im Bereich Automatismus, sind stark verzweigt. Im Endeffekt kommt dann auch ein Arbeiter hinzu der die zusätzlichen LKWs im Bergbau bereitstellen muss und hier und dort ein paar Leute, die sind ganz unbemerkt eingestellt worden. Viel wichtiger ist also das der Produktionsstandort bleibt, die Arbeitsplätze eher weniger, die sollten Nebensache bleiben werden.

Zitat von: Lady Miou am 10. Dezember 2017, 19:57:54
Zerstörung schafft aus deren Sicht wieder Potenzial für Profit und es entsorgt das überflüssige Kapital, bekanntlich haben Forken so gut wie keine Effekt gegen Gewehre.

Hat nie funktioniert, selbst Kriege waren immer nur ein Neustart. Wie es hierzulande Steuertechnisch (Spitzensteuersätze von über 90%) benötigt wurden um das Land wieder aufzubauen will von ihnen auch keiner wirklich. Zerstörung entgiftet das System aber selbstverständlich aber mehr für den Mittelstand als für Reiche.

Zitat von: Lady Miou am 10. Dezember 2017, 19:57:54
Unser Steuer-, Entlohnungs- und soziales Sicherungssystem muss aus m.S. aufgrund der Digitalisierung komplett überarbeitet und angepasst werden.

Keine Frage das sehe ich genauso. Weißt ja das ich lieber in die Geldpolitik eingreife und den Steuern komplett abbauen würde. Steuersysteme werden mit der Zeit viel zu kompliziert oder sind ungerecht, das führt auch dazu das sich parasitäre Berufe entwickeln die sich damit befassen das ganze zu umgehen - das entspricht nicht so mein Bild von einer lohnenswerten Zukunft sich weiterhin über Steuern zu streiten. Entlohnungen müssen auch gestaltet werden das Sie Anreize für bessere Leistungen bieten und das Sicherungssystem ist sowieso indiskutabel und sollte an der Produktivität (nicht an BIP oder ähnlichen Käse) gekoppelt sein.

Zitat von: Lady Miou am 10. Dezember 2017, 19:57:54
Oder man setzt der Digitalisierung Grenzen, das sie nur zur Erleichtung der menschlichen Arbeit genutzt werden darf, aber nicht für die Ersetzung menschlicher Erwerbstätigkeit.

Das wäre ziemlicher Unfug - Automatisierung Grenzen setzen zu wollen wäre in Etwa wie Spielregeln für Krieg... Naja gut haben wir durch Genferkonventionen auch, halte ich aber für ziemlichen Käse. Zum anderen muss die Gesellschaft sich auch weiter entwickeln und Berufe neu ausgelootet werden. Ich bezweifle das wir z.B. noch lange Näher brauchen, aber dafür Menschen die mit einen 3D Drucker umgegehen können oder einer Maschine die Kleidung entwirft. Berufe künstlich am leben zu erhalten hat die DDR schon versucht - es führte zum Stillstand.
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Offline Lady Miou

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #41 am: 10. Dezember 2017, 21:52:26 »
Zitat von: Planloser am 10. Dezember 2017, 21:43:20
Berufe künstlich am leben zu erhalten hat die DDR schon versucht - es führte zum Stillstand.
Weshalb künstlich? Schau mal in unsere Sozialbereiche und Pädagogischen Berufe. Soweit ich weiß haben wir Globalisierung, weshalb immer weiter streben, wie wäre es erstmal alle Länder auf den Stand der Industrieländer zu bringen. Da gibt es mehr als genug zu tun.
Ich habe auch nix gegen technischen Fortschritt solange er nicht menschliche Existenzen gefährdet, genau das geschieht so wie die Digitalisierung und KI durch eine Wenige genutzt wird, zum Großteil durch Konzerne und Dax- Unternehmen.
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« Letzte Änderung: 10. Dezember 2017, 22:10:59 von Lady Miou »
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Offline eder

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #42 am: 10. Dezember 2017, 22:11:50 »
Finanzierung Globalisierung  und noch mehr ung.
Lady der  fortlaufende Prozess von der Wandlung der Industrie hin zur Dienstleistungsgesellschaft  ist doch nicht wirklich neu.
Es ist auch gar kein Problem daran zu erkennen außer das die Mehrzahl der Dienstleistung -Jobs einfach nur schlechter bezahlt werden als die der schwindenden Industrie.
Und nein nicht die Ominöse Globalisierung oder gar Digitalisierung haben daran wirklich einen Anteil

Offline Lady Miou

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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #43 am: 10. Dezember 2017, 22:17:20 »
Zitat von: eder am 10. Dezember 2017, 22:11:50
Lady der  fortlaufende Prozess von der Wandlung der Industrie hin zur Dienstleistungsgesellschaft  ist doch nicht wirklich neu.

Aber hier geht es doch darum welche Möglichkeiten es geben würde (wenn man denn wollte, seitens der Wirtschaft), Arbeitsplätze von Menschen zu erhalten oder umzuwandeln, damit Existenzen eben nicht gefährdet werden und nicht ganze Landstriche ausbluten.
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Re: Stellenabbau: Siemens streicht ca. 3500 Jobs in Deutschland
« Antwort #44 am: 10. Dezember 2017, 22:35:48 »

Turbinenwellen fürs Lager kann es ja wohl nicht sein? Aber noch mal der Dienstleistungs- Sektor ist genauso Wertschöpfend wie der Industrielle und lebt von einer breiten Kaufkraft. Wo wir wieder beim  eigentlichen  Problem sind.

Dienstleistung ist auch Wertschöpfung und wird nicht etwa durch die Industrie finanziert