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Autor Thema: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC  (Gelesen 2781 mal)

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Offline offshade

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Hallo zusammen,

zunächst einmal Entschuldigung, falls dieser Beitrag im falschen Forum steht. Mein Problem hat nicht direkt etwas mit den Leistungen des JC zu tun sondern mit der unmöglichen Behandlung durch die Mitarbeiter des JC, deshalb habe ich es hier reingestellt.

Ich suche Rat, was ich tun soll, denn ich fühle mich momentan schrecklich hin- und hergerissen.

Kurz zu meiner Vorgeschichte:
Ich bin ein psychisches Wrack, wenn ich das mal so formulieren darf. Seit 2013 Klinikaufenthalte, Rehas, Therapien, wat nich all...
In der Psychiatrie, die ich ohne jede soziale Anbindung betrat, lernte ich meine nun beste Freundin und inzwischen Vermieterin und Mitbewohnerin kennen. Wir zogen vor ca. 2 Jahren zusammen, ihr Bruder, selbst psychisch nicht ganz auf der Höhe, zog später nach. Es klappte erstaunlich gut und wir beschlossen, die Konstellation beizubehalten, denn sonst haben wir kaum Kontakt nach außen. Wir hängen mittlerweile enger als jede Familie zusammen.
Meine Freundin kam mit einem wahnsinnig lieben Mann zusammen, den wir in unsere verrückte kleine Kommune aufnahmen. Die beiden kauften Mitte letzten Jahres ein Haus. Ihr Bruder und ich zogen natürlich mit ein - eben zur Miete. Aber natürlich jeder für sich in seinem Zimmer, aber schon als WG mit gemeinsamer Küche und Wohnzimmer. Die beiden Männer gehen arbeiten, meine Freundin wird von ihrem Mann finanziert, ich musste leider zum JC.

Vor einiger Zeit teile mir meine Freundin mit, dass ein Mann und eine Frau mit Akten unterm Arm für mich da gewesen seien, als ich nicht zuhause war, und die wohl ums Haus herumgelaufen seien und in die Fenster geschaut haben.
Gestern hatte ich einen Termin beim JC. Gegen Ende des sehr nett verlaufenden Gesprächs (es ging erstmal nur um meine Erkrankung und ob ich überhaupt in der Lage sei zu arbeiten) sagte meine Arbeitsvermittlerin mir, die Dame von der Leistungsabteilung wolle noch mit mir reden. Als die dann aber die Tür öffnete, betraten drei mir unbekannte Personen den Raum und stellten sich im Kreis um mich herum auf. Sie stellten sich nicht vor, sondern die Dame sagte sofort, ich hätte sie ja letztens "gut verarscht" (O-Ton!). Dann sagte sie, ich hätte mich letztens, als sie dagewesen seien, als meine Freundin ausgegeben und mich selbst verleugnet. Ich wusste erstmal gar nicht was ich sagen sollte, ich war völlig überrumpelt. Ich saß nur händeringend und in Tränen aufgelöst da und versuchte ihr klar zu machen, dass ich das nicht war, sondern WIRKLICH meine Freundin. Wir sehen uns halt irgendwie für manche Leute vielleicht ähnlich, dadurch dass wir beide Dreadlocks haben.
Jedenfalls unterstellten sie mir weiter, ich lebe in einer BG mit dem Bruder meiner Freundin, weil wir schon vorher zusammen gewohnt haben. Ich habe so gut es ging in der Aufregung versucht, zu erklären, dass das nicht stimmt, dass wir uns schon lieb haben, dass wir alle zusammenleben wollen, aber dass wir keine "eheähnliche Gemeinschaft" oder sowas haben. (Das Modell "Ehe, Kind, Job, 3-Zimmer-Wohnung" habe ich 20 Jahre lang mit dem Ergebnis Psychiatrie gelebt. Ich will es nicht mehr.) Wir führen keine gemeinsamen Konten, Versicherungen, haben keine gemeinsamen Verpflichtungen, mein Gott, wir trennen TATSÄCHLICH sogar unsere Lebensmittel... Ich habe dann angeboten, dass sie gerne auf der Stelle mitkommen und sich unser Häuschen ansehen können.
Sie kamen dann auch wirklich mit. Im Auto sagte ich, dass ich gehört hätte, dass sie in die Fenster geschaut hätten. Der Mann sagte, das sei sicher die Kollegin gewesen, er tue sowas nicht. Meine Freundin sagte mir aber, es sei in erster Linie ein Mann gewesen, der ums Haus rumgegangen sei.
Als wir ankamen hatte ich gehofft, meine Freundin wäre zuhause, um der Dame zu beweisen, dass sie sich vertan hat. Aber meine Freundin war im Garten und da habe ich natürlich vergessen nachzusehen. Ich war total von der Rolle. Sie meinte dann auch noch, ja, ich glaub's ihnen mal. Es fiel auch sowas wie "die ist blond, oder". (Sie ist tatsächlich blond, ich bin dunkel.) Leider weiß ich nicht mehr, von wem das kam.
Ich zeigte mein Zimmer, mein Bad, meinen Kühlschrank, unsere Gemeinschaftsbereiche, aber in die Zimmer der anderen bin ich natürlich nicht rein.
Beim Rausgehen sagte ich den Leuten noch, dass ich Angst habe. Sie meinten nur, sie schreiben jetzt ihren Bericht über das, was sie gesehen haben. Das war's. Keine Entschuldigung, nichts.

Ja, jetzt steh ich da. Medikamente hab ich mir schon wieder abgeholt heute morgen. Mein Traum zerbröselt schon vor meinem inneren Auge. Wie kann es sein, dass eine Frau, die nicht mal zwei Menschen unterscheiden kann, in so einem Job arbeitet? Davon hängen doch Existenzen ab!

Was soll ich tun? Ich hab nicht schlecht Lust, eine Dienstaufsichtsbeschwerde zu schreiben. Aber ich habe Angst, dass dann alles noch schwerer gemacht wird für mich. Andererseits nagt diese haarsträubende Ungerechtigkeit und diese Unverschämtheit so sehr an mir. Ich bin einfach völlig baff, dass sowas tatsächlich geschieht. Bisher hatte ich eigentlich immer ganz gute Erfahrungen mit Ämtern, aber das ist einfach der Wahnsinn. Ich kann wirklich nicht glauben, dass das passiert.

Bitte helft mir! Könnt Ihr mir sagen, was ich zu befürchten habe? Könnt Ihr mir raten, was ich tun soll? Ich fürchte auch, dass ich mich vielleicht falsch verhalten habe. Ich habe einen Gesundheitsfragebogen mit allen möglichen, teils sehr intimen Dingen absolut wahrheitsgemäß ausgefüllt, habe alles frist- und formgerecht eingereicht, war in jeder Hinsicht kooperativ, um nicht zu sagen, ich hab mich vollständig gläsern gemacht. Die kennen jetzt sogar meine psychischen Diagnosen. War das ein Fehler? Mein Kleiderschrank steht in einem unserer gemeinsamen Zimmer. Kann das ein Problem sein?

Für jede Antwort bin ich sehr dankbar und für die Länge des Textes entschuldige ich mich!

Liebe, verzweifelte Grüße, Eure offshade

Offline CCR

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #1 am: 30. Januar 2018, 21:46:01 »
Hier mal der Leitfaden Aussendienst was die so alles dürfen.

Wir leben in einem System,  in dem man entweder Rad sein muss  oder unter die Räder gerät.


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Offline offshade

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #2 am: 30. Januar 2018, 22:32:23 »
"Indizienfeststellung zur Widerlegung der Vermutung einer Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft"

Cool. Dann war das ja eigentlich schon fast ein Freundschaftsbesuch. Vielleicht sollte ich statt der Dienstaufsichtsbeschwerde lieber ein Dankesschreiben verfassen.

Offline coolio

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #3 am: 30. Januar 2018, 22:39:04 »
gaaanz ruhig, Brauner Dreadlock  :empathy:
Jetzt ärgerst Du Dich erstmal in Ruhe zu Ende (wird so 2 Tage dauern?).
Zu den Übergriffen hast Du sie - im Sinne des Wortes - selbst eingeladen.

M.E. Schlimmer ist die Offenlegung von medizinischen Daten vor einem JC Mitarbeiter (auch wenn er nett rüberkommt) - hier gilt eindeutig die ärztliche Schweigepflicht - aber andere Baustelle.

Hast Du den Leitfaden mal gelesen?
Welche der 4 Punkte hat das JC (Aussendienst) erfüllt? Keinen?
Dann versuchen wir mal das Protokoll zu bekommen - wenn das der Wahrheit entspricht, wärs fast ein Wunder...

Es gibt viele tolle Menschen - auch in unserer Welt, aber das JC ist nunmal eine Krokodilsfarm.
Mir gefällt Euer Lebensmodell.

Bei denen (JC) aber muss man einfach kurzfristig mal umschalten.
Ein bisschen STGB fände ich schon....

Du warst alleine (also ohne Beistand) beim JC?

Bei Fragen, fragen!

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Offline offshade

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #4 am: 31. Januar 2018, 07:04:56 »
Guten Morgen coolio,

vielen Dank für Deine Antwort.
Den Leitfaden hab ich mir durchgelesen. Ich bin nicht sicher, welche 4 Punkte Du meinst.
Die Herrschaften haben sich nicht ausgewiesen oder vorgestellt. Meine hingehaltene Hand wurde von zwei der drei ignoriert. (Der dritte, der sie nahm, war sehr jung und still. Wahrscheinlich ein Azubi.)
Mir wurde erklärt, was mir vorgeworfen wird.
Beim Besuch wurde nichts notiert, nur geschaut. Es wurden keine Schränke oder Türen geöffnet. Nur in meinen Kühlschrank wurde geschaut. Er hat eine Glastür.
Sie hatten es sehr eilig wieder raus zu kommen, als ich noch meine Freundin suchen wollte.
Also ja, ich war allein, die ganze Zeit. Leider.

Ja, die Einladung war wohl dumm. Aber ich wurde so überrumpelt und unter Druck gesetzt, dass ich völlig den Kopf verloren habe. Es war wie ein Tribunal, sowas hab ich noch nie erlebt. Und ich steck eh grad wieder in ner schwierigen Phase, also vielleicht kann es mir ja ein bisschen verziehen werden. Ich wollte die Vorwürfe einfach schnellstmöglich entkräften. Nur zu dieser Art des Tribunals und den irrwitzigen Vorwürfen, ich hätte mich als meine Freundin ausgegeben, habe ich wirklich nicht eingeladen.

Den Gesundheitsfragebogen habe ich ausgefüllt, weil ich zu einer Untersuchung beim Gesundheitsamt soll. Ich hatte schon irgendwie ein mieses Gefühl dabei, den im JC abzugeben. Was kann damit denn passieren? Was können die mit diesen Infos anstellen?

Oh Mann... siehste, genau diese Dinge sind es, weshalb ich kein Vertrauen mehr in die Menschen habe und mich völlig zurückgezogen hab. Ich hab echt keine Kraft mehr für diese Gesellschaft. Ich bin mal wieder völlig übers Limit und hab keine Ahnung, wo ich ansetzen soll. Vielleicht sollte ich mich mal um ne Sozialarbeiterin kümmern. Allein die Post öffnen ist so unendlich schwer.

Danke aber auch für Deine lieben Worte, das hat gut getan! Vielleicht kannst Du mir raten, was jetzt am geschicktesten wäre. Erstmal eine Abschrift des Prüfprotokolls anfordern? Am besten auf dem Schriftweg, oder?

Danke!!!

Offline Fettnäpfchen

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #5 am: 31. Januar 2018, 16:50:53 »
Zitat von: offshade am 31. Januar 2018, 07:04:56
Vielleicht kannst Du mir raten, was jetzt am geschicktesten wäre. Erstmal eine Abschrift des Prüfprotokolls anfordern? Am besten auf dem Schriftweg, oder?
Entweder abwarten bis ein Schreiben vom JC kommt, würde ich empfehlen.
oder gleich das Prüfprotokoll anfordern, das könntest Du immer noch machen wenn ein Schreiben kommt.
Geduld und die Ruhe bewahren und ganz unten mal die grundlegenden Ratgeber lesen.

Mit den vier Pkt. wird coolio die aus dem Ratgeber Verantwortungs- und Einstehensgemeinschaft (VuE) nach § 7 Abs. 3a SGB gemeint haben.

Zitat von: offshade am 31. Januar 2018, 07:04:56
Vielleicht sollte ich mich mal um ne Sozialarbeiterin kümmern.
Wenn Ihr gur miteinander auskommt und euch gegenseitig helft und du bis jetzt nicht wirklich Hilfe über so eine Person brauchst würde ich es nicht in Betracht ziehen. Gute Betreuer sind aus meiner Sicht wenig unterwegs, besonders im Hinblick auf das SGB 2.

MfG FN

Ratgeber (nicht nur) für Neulinge
Welche Dokumente & Nachweise darf das JobCenter fordern?
GOLDENE REGELN für den JobCenter-Alltag
Alltagstipps für den Umgang mit dem Leistungsträger
Kommunikation mit dem JC: Nur schriftlich auf dem Postwege - Nicht per Telefon!!
Nicht ohne Beistand zur Arge
Achtung! Ich weise darauf hin das sämtliche von mir gemachten Äußerungen und / oder Links nach dem Guttenberg'schen Prinzip des copy & paste gemacht sind; oder aus Eigenerfahrung entstanden oder an-gelesen sind. Eine Überprüfung der Mitteilungen versteht sich von selbst.
Man darf sich nicht von seinen Wünschen und Befürchtungen leiten lassen, sonst tragen sie einen davon wie ein Wildwasserbach. (Die Phileasson Saga)
Wer das Ziel kennt, kann entscheiden. Wer entscheidet, findet Ruhe. Wer Ruhe findet, ist sicher. Wer sicher ist, kann überlegen. Wer überlegt, kann verbessern. (Konfuzius)

Offline Willem

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #6 am: 31. Januar 2018, 19:00:10 »
Hi, offshade,
mein Rat:
Mietvertrag machen mit dem/der Hauptmieter/in. Darin monatliche Benutzungspauschalen für Küche und Bad und Heizung vereinbaren, also gewissermaßen "Warmmiete". Die muß gezahlt werden, denn ich denke angemessen ist sie sowieso.

Und, wie jemand schon dem Sinne gesagt hat: das JC ist nicht einer deiner Mitbewohner, also: Sei denen gegenüber nicht so hoffährtig, ALLES schriftlich geben lassen, mündlich nix glauben.
Panik ist kontraproduktiv.
Ohne Bescheide von denen kann dir niemand was sagen, bei Nachfragen gerne mail:  :zensiert:

Bin Rentner, würde dir gerne dabei helfen.

Laß bitte nicht zu, daß der Außenstreß in dein Wohnumfeld einbricht.

Liebe Grüße, Willem

 
« Letzte Änderung: 04. Februar 2018, 13:56:48 von Ottokar »

Offline offshade

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #7 am: 01. Februar 2018, 01:13:59 »
Ok, ich denke, ich halte mal die Füße still bis ein Schreiben kommt. Mit den zwei Tagen Ärger lagst Du übrigens gar nicht so falsch, coolio. Heute geht es schon besser. Aber es ist immer noch der erste Gedanke beim Aufwachen und der letzte vorm Einschlafen.

Von den vier Punkten trifft der erste zu, Fettnäpfchen. Wir leben länger als ein Jahr zusammen.
Vielen Dank auch für die guten Zusammenfassungen. Da hab ich ja schon einiges falsch gemacht. Ich sehe allmählich ein, dass ich den Leistungsträger, der mir eigentlich helfen soll, eher als Feind betrachten muss. Das hätte ich nicht gedacht. Ich war doch tatsächlich in dem naiven Glauben, dass ich hier Hilfe bekomme und mich anvertrauen kann.

Willem, das ist sehr lieb von Dir, vielen Dank! Ich bin immer noch absolut sprachlos, was da geschieht.
Einen Mietvertrag haben wir aufgesetzt, aber eine Benutzungspauschale für die gemeinsamen Räumlichkeiten haben wir nicht vereinbart. Wir wussten natürlich nicht, dass das geht. Es ist so, die Küche nutzen wir gemeinsam, außerdem ein großes Wohnzimmer. Ich habe ein eigenes Bad, was im Mietvertrag natürlich neben der Quadratmeterzahl meines Zimmers und den anteiligen Quadratmetern der gemeinsam genutzten Räume vermerkt ist. Außerdem zahle ich für Heiz- und Nebenkosten eine Pauschale, die wir exakt nach Quadratmetern bzw. Personenzahl (je nach Posten) ausgerechnet haben. Alles 100%ig korrekt. Hoffe ich... Meine Freunde haben das auch zum ersten Mal gemacht.

Ja, mit der Hoffährtigkeit, das ist ein großes Problem von mir. Ich tu mich wirklich wahnsinnig schwer, wenn ich von einem Amt etwas brauche, denen nicht auf Deutsch gesagt, in den Allerwertesten zu kriechen. Ich habe so ein mieses Gewissen dabei, das ist schlimm. Ich hoffe einfach, dass ich aus dieser Hölle schnell wieder raus komme. Heute hab ich aber eine ziemlich vielversprechende Bewerbung weggeschickt. :)

Eine Frage brennt mir aber gewaltig unter den Nägeln: Die Tatsache, dass diese Mitarbeiterin meinte, ich hätte mich als meine Freundin ausgegeben, kann daraus irgend etwas Schlimmes für mich entstehen? Das ist das, was mir am meisten Angst macht. Dadurch traue ich denen jetzt wirklich alles zu.

Danke für Eure Hilfe!

Offline coolio

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #8 am: 01. Februar 2018, 01:23:14 »
4 Punkte - die stehen an anderer Stelle verkürzt gegenüber dem Leitfaden:
gemeint war das:
Zitat
 Der Hausbesuch sollte durch ein Team, möglichst bestehend aus einer Mitarbeiterin
und einem Mitarbeiter, durchgeführt werden.
 Die Mitarbeiter des Trägers haben sich zu Beginn des Hausbesuches unaufgefordert
durch Vorlage ihres Dienstausweises auszuweisen.
 Die Mitarbeiter sollten bei der Durchführung ein einheitliches Verfahren anstreben, am
Besten per Dienstanweisung.
 Die Gründe für den Hausbesuch müssen dem Betroffenen zu Beginn (oder im Vorfeld) des Hausbesuches erläutert werden.
 Die Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter müssen darauf hinweisen, dass der Betroffene
den Zutritt zur Wohnung oder ggf. auch zu seinen Betriebs- und Geschäftsräumen
verweigern kann und ihn darüber belehren, welche Folgen die Verweigerung des Zutritts hat. Der Betroffene darf nicht durch Vorspiegeln falscher Tatsachen unter Druck
gesetzt werden.
Der Betroffene entscheidet selbstständig, ob er den Mitarbeitern Zutritt gewährt oder nicht.
 Während des Hausbesuches ist der Betroffene über die Verfahrensabläufe zu informieren. Er hat das Recht, während des Hausbesuches Einsicht in das Prüfprotokoll
zu nehmen.
Der Betroffene hat jederzeit die Möglichkeit den Hausbesuch abzubrechen, mit der möglichen Folge eines nicht vollständig ermittelten Sachverhaltes.
 Dem Betroffenen ist auf Wunsch eine Abschrift des Prüfprotokolls zu überlassen.
 Der Betroffene kann nach Abschluss des Hausbesuches eine Gegendarstellung
erstellen.
 Im Grundsatz ist von einer Befragung dritter Personen, wie z.B. Nachbarn oder
Hausmeister Abstand zu nehmen. Unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit kann eine Befragung Dritter ohne Wissen des Betroffenen unumgänglich
sein, wenn eine Sachverhaltsklärung sonst nicht möglich wäre.
Ich denke, keiner der Punkte wurde erfüllt?
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Offline offshade

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #9 am: 01. Februar 2018, 12:20:26 »
Schauen wir mal...

Es waren zwei Männer und eine Frau.

Die Herrschaften haben sich nicht ausgewiesen und mir wurde auch nicht erklärt, was für Folgen es hat, wenn ich nicht mitspiele (aber ich habe sie ja auch selbst eingeladen, also ist das vielleicht hinfällig).

Von einem einheitlichen Verfahren habe ich nichts gemerkt, der Mann hat seine Kollegin m.E. noch in die Pfanne gehauen, indem er sagte, sie sei ums Haus herumgegangen, obwohl er es selber war. (Das glaube ich meinen Freunden auch sofort, wenn sie das sagen. Erstens hätten sie keinen Grund zu lügen, zweitens war er eindeutig der neugierigere. Er hat in meinen Kühlschrank geguckt.)

Die Gründe für den Besuch waren klar. Mir wurde sofort gesagt, was mir vorgeworfen wird.

Von einem Prüfprotokoll und dass ich davon eine Abschrift haben kann, habe ich hier das erste Mal erfahren.

Ich wurde eindeutig unter Druck gesetzt, und wie! Erstmal damit, dass mir gesagt wurde, die Dame aus der Leistungsabteilung wolle mit mir reden und dann kamen ganz andere Menschen in den Raum und dann auch mit der Geschichte, dass ich mich als meine Freundin ausgegeben hätte. Da hab ich völlig die Fassung verloren.

Über Verfahrensabläufe wurde ich nicht informiert. Dass ich eine Gegendarstellung erstellen kann, wurde mir nicht mitgeteilt.

Dritte wurden meines Wissens nicht befragt.

Offline Willem

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #10 am: 01. Februar 2018, 13:28:28 »
offshade, sehe schon, ihr macht das klasse.
Warte einfach ab, bis Bescheide mit Rechtsbelehrung kommen, mündlich zählt garnix.

Ansonsten: Im Umgang mit Behörden: Ab ins sichere Schneckenhaus, zuhause erst wieder die Fühler entfalten.
Als mein aktuelles Beispiel für die Übergriffigkeitssucht dieser Mitarbeiter Auszug aus dem letzten Schreiben meiner Sachbearbeiterinnen:
"Mit Schreiben vom 25.01.2018 erklärten Sie mir, dass Sie eine Urlaubsreise antreten werden.
Teilen Sie mir bitte mit, für welchen Zeitraum Sie sich wo im Urlaub befinden.
Sollten Sie eine Reise gebucht haben (Flugreise, Schiffsreise, Busreise,...), so reichen Sie mir bitte die entsprechenden Tickets ein.
Ich bitte um Vorlage der Unterlagen bzw. einer Erklärung bis zum 15.02.2018". Was und wieso geht denn die das an ?

So sind die eben: Überzogener Diensteifer, meistens motiviert durch Streben nach Beförderung. Radfahrermentälität "nach oben Buckeln, nach unten treten".
Dies soll keinesfalls ein persönlicher Angriff gegen meine Sachbearbeiterinnen sein, sie machen ja auch nur das, wozu der Vorgesetzte und das gesamte System sie trimmt.

Bin gespannt auf den schriftlichen Bescheid, den du bekommst.

Alles Gute weiterhin.    Willem


Offline Orakel

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #11 am: 01. Februar 2018, 13:49:50 »
1. Dein "Erlebnisbericht" hat hier im Thread nichts zu suchen!
2. Vielleicht solltest du dir einmal Gedanken darüber machen, was du im Jobcenter über deine Urlaubspläne erzählt hast!
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
Ein Blick ins Buch und zwei ins Leben // wird die rechte Form dem Geiste geben. (Johann Wolfgang von Goethe)
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

Offline offshade

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #12 am: 01. Februar 2018, 17:02:58 »
Also ich fand Willems Geschichte nicht unpassend. Sie diente mir der Veranschaulichung, wie die Übergriffigkeit des JC in anderen Bereichen aussehen kann. Und es waren ja nur fünf kurze Zeilen. Auch so weicht man doch mal in einem Gespräch ab und erzählt von eigenen Erfahrungen.
Ich weiß ja nicht, ob das hier eine Vorgeschichte hat, die ich nicht kenne, aber ich fand es an dieser Stelle nicht schlimm. Ich bin aber auch nicht so viel in Foren unterwegs und weiß deshalb nicht so gut, was sich gehört und was nicht. Ich kann nur von meinem Gefühl ausgehen. Und Deine Nachricht hat mir gerade ein ungutes Gefühl gemacht. Willems nicht.
Wir stehen hier doch alle auf derselben Seite und müssen uns nicht noch gegenseitig wegen solcher Kleinigkeiten maßregeln, oder?  :flag:

Offline CCR

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #13 am: 01. Februar 2018, 19:53:41 »
4 Punkte - die stehen an anderer Stelle verkürzt gegenüber dem Leitfaden:
gemeint war das:
Zitat
 Der Hausbesuch sollte durch ein Team, möglichst bestehend aus einer Mitarbeiterin
und einem Mitarbeiter, durchgeführt werden.
 Die Mitarbeiter des Trägers haben sich zu Beginn des Hausbesuches unaufgefordert
durch Vorlage ihres Dienstausweises auszuweisen.
 Die Mitarbeiter sollten bei der Durchführung ein einheitliches Verfahren anstreben, am
Besten per Dienstanweisung.
 Die Gründe für den Hausbesuch müssen dem Betroffenen zu Beginn (oder im Vorfeld) des Hausbesuches erläutert werden.
 Die Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter müssen darauf hinweisen, dass der Betroffene
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gesetzt werden.
Der Betroffene entscheidet selbstständig, ob er den Mitarbeitern Zutritt gewährt oder nicht.
 Während des Hausbesuches ist der Betroffene über die Verfahrensabläufe zu informieren. Er hat das Recht, während des Hausbesuches Einsicht in das Prüfprotokoll
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Der Betroffene hat jederzeit die Möglichkeit den Hausbesuch abzubrechen, mit der möglichen Folge eines nicht vollständig ermittelten Sachverhaltes.
 Dem Betroffenen ist auf Wunsch eine Abschrift des Prüfprotokolls zu überlassen.
 Der Betroffene kann nach Abschluss des Hausbesuches eine Gegendarstellung
erstellen.
 Im Grundsatz ist von einer Befragung dritter Personen, wie z.B. Nachbarn oder
Hausmeister Abstand zu nehmen. Unter Beachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit kann eine Befragung Dritter ohne Wissen des Betroffenen unumgänglich
sein, wenn eine Sachverhaltsklärung sonst nicht möglich wäre.
Ich denke, keiner der Punkte wurde erfüllt?
:ironie:
Jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist rein zufällig, ebenso die Ähnlichkeit mit polizeilicher Hausdurchsuchung und Fischen.
Wir leben in einem System,  in dem man entweder Rad sein muss  oder unter die Räder gerät.


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Offline KnotenKurt

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Re: Beleidigung und Falsche Verdächtigung durch Mitarbeiter des JC
« Antwort #14 am: 01. Februar 2018, 22:05:24 »
Zitat von: offshade am 01. Februar 2018, 17:02:58
Wir stehen hier doch alle auf derselben Seite und müssen uns nicht noch gegenseitig wegen solcher Kleinigkeiten maßregeln, oder?

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Moral, Gerechtigkeitsempfinden und Gesetz gehen nunmal nicht immer konform.