Zur optimalen Funktion verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung von hartz.info stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Autor Thema: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose  (Gelesen 605 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline mark80

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« am: 13. Februar 2018, 18:27:55 »
Hallo,

wir wurden zur weiteren Diagnostik (seitens des Sozialpädiatrisches Zentrums) meines Kindes (5 Jahre) an ein ATZ welches 130 KM entfernt liegt verwiesen. Leider ist es für uns schwierig die Fahrtkosten aus unseren Regelsätzen der Bedarfsgemeinschaft zu bestreiten. Wir stießen nach Recherche auf das Urteil des Sozialgericht Mainz vom Oktober 2013 – Az. S 15 AS 1324/10, welches aussagt dass;

"Fahrtkosten grundsätzlich mit dem Regelsatz abgedeckt seien, jedoch nur mit einer durchschnittlichen Höhe. Darüberhinaus erkenne das Gesetz mittlerweile auch besondere Lebenssituationen an. So in diesem Fall, wo es sich um keine einmalige Leistung sondern um laufend besondere Bedarfe handelt, die nicht mehr aus dem Regelsatz angespart werden können. Aus diesem Grund muss das Jobcenter die entstehenden Fahrtkosten übernehmen."


Stellt sich für mich die Frage:

Da unser Kind sich in einen Diagnostischen Verfahren befindet dessen Konklusion noch offensteht, wir ein Recht haben die Fahrtkosten erstattet zu bekommen?


Danke für die Antworten

Offline zuaenn007

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 500
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #1 am: 13. Februar 2018, 18:55:04 »
Ich glaube hier ist eher die Krankenkasse zuständig.
Anrufen und ein Antrag auf Fahrkostenübernahme stellen.


Offline mark80

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #2 am: 13. Februar 2018, 19:01:51 »
Hi,

haben wir schon Anfrage gestellt, die sagen klipp und klar: nur bei stationärer Aufnahme.

Offline Sheherazade

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 31363
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #3 am: 13. Februar 2018, 19:06:49 »
wir wurden zur weiteren Diagnostik (seitens des Sozialpädiatrisches Zentrums) meines Kindes (5 Jahre) an ein ATZ welches 130 KM entfernt liegt verwiesen.

Mal bei dem ATZ anrufen, die arbeiten oft mit niedergelassenen Psychiatern zusammen. Da findet sich vielleicht einer, der näher dran ist. Zumal die Autismusdiagnostik nicht an einem Tag erledigt sein wird, wir mussten damals insgesamt 6 Mal hin. Die später stattfindende Autismustherapie sollte ja dann auch in erreichbarer Nähe sein.
Gesunder Menschenverstand ist kein Geschenk, es ist eine Strafe. Denn man muss mit all denen klar kommen, die keinen besitzen. (von unbekannt)

Es gibt viele Wege zum Glück, einer davon ist aufhören zu jammern. (Albert Einstein)

Online Ascor

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 217
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #4 am: 13. Februar 2018, 19:09:04 »
rein in der Theorie müsste euer "Hausarzt" einfach eine Transportverschreibung ausfüllen für die Hin- und Rückfahrt, dass sollte problemlos klappen, ist bei mir auch aktuell der Fall und da beträgt es nur 50km


Wobei ich unter: http://www.kbv.de/html/29149.php    einfach einiges lese. Ob das auch für euch gilt, weiß ich nicht und daher einfach nur eine "Hilfestellung"

Online Keen

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 732
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #5 am: 13. Februar 2018, 22:08:15 »
Ich denke dies könnte auch ein Fall für das persönliche Budget sein.
Die regelmäßige Vorstellung im ATZ dürfte alternativlos sein.

Würde daher mal beim LWV einen Antrag stellen.
Mit dieser Diagnose würde ich die Leistungen des pers. Budget auf jeden Fall mal in Erwägung ziehen.

http://www.budget.bmas.de/MarktplatzPB/DE/StdS/FAQ/faq_node.html


Offline kaykaiser

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 5156
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #6 am: 14. Februar 2018, 01:15:23 »
...rein in der Theorie müsste euer "Hausarzt" einfach eine Transportverschreibung ausfüllen für die Hin- und Rückfahrt, dass sollte problemlos klappen, ist bei mir auch aktuell der Fall und da beträgt es nur 50km

...das klappt in den meisten Fällen aber auch nur "theoretisch". Sofern der Patient gehfähig oder durch anderweitigen Transport nicht gesundheitlich gefährdet ist, besteht keine Verpflichtung zu einem verschriebenen (qualifizierten) Transport. In Deinem Fall hast Du einfach nur Glück gehabt, dass Deine KK das übernimmt. Das gilt aber längst nicht überall so.

« Letzte Änderung: 14. Februar 2018, 02:12:18 von kaykaiser »
"Ich habe viel Geld für Alkohol, Weiber und schnelle Autos ausgegeben. Den Rest hab’ ich einfach nur verprasst." - George Best

Ich habe nichts gegen Kritiker. Ich komme aus Ironien, das liegt direkt an der sarkastischen Grenze.

Offline mark80

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #7 am: 14. Februar 2018, 10:37:36 »
Hallo,

nach weiteren Recherchen, schließt sich persönliches Budget als auch KK aus. Die Krankenkasse verweist auf das Sozialamt und bei der telefonischen Beratung zwecks persönlichen Budget kam zur Sprache, dass erst wenn eine gesundheitliche Beeinträchtigung erwiesen ist, ein Antrag gestellt werden kann.


Offline Sheherazade

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 31363
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #8 am: 14. Februar 2018, 10:39:11 »
Hat das SPZ keine Verdachtsdiagnose gestellt? Die sollte ggf. auch reichen.
Gesunder Menschenverstand ist kein Geschenk, es ist eine Strafe. Denn man muss mit all denen klar kommen, die keinen besitzen. (von unbekannt)

Es gibt viele Wege zum Glück, einer davon ist aufhören zu jammern. (Albert Einstein)

Offline mark80

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #9 am: 14. Februar 2018, 10:50:05 »
Es wurde als Empfehlung seitens des SPZ ausgesprochen.
Das AZT erachtet nach den ersten klinischen Eindruck eine Autismus spezifische Diagnostik für begründet.

Online Keen

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 732
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #10 am: 14. Februar 2018, 11:17:16 »
Wenn es sich um eine gesetzliche Krankenkasse handelt kann sie nicht einfach auf das Sozialamt verweisen. Wenn der Antrag oder ein Auskunftsersuchen bei der Krankenkasse gestellt wurde, dann hat die Krankenkasse selbst die anderen Träger zu kontaktieren um eine umfassende Auskunftserteilung sicher zu stellen. Mit der Frage nach der Möglichkeit der Kostenübernahme ist dies bereits erfüllt.
Es kann nicht sein, dass du von Träger zu Träger geschickt wirst.
Die Träger (dazu gehört auch die Krankenkasse) sind verpflichtet, untereinander und mit Anderen mit dem Ziel zusammenzuarbeiten um eine möglichst umfassende Auskunftserteilung sicher zu stellen.
Wenn die Krankenkasse davon ausgeht, dass das Sozialamt dafür zuständig ist, dann muss sie dies auch begründen.

Offline Sheherazade

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 31363
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #11 am: 14. Februar 2018, 11:42:36 »
Das AZT erachtet nach den ersten klinischen Eindruck eine Autismus spezifische Diagnostik für begründet.

Habt ihr schon einen Termin für die Diagnostik? Ich frage, weil Wartezeiten bis zu 1,5 Jahren nicht unüblich sind.

Wenn ihr noch keinen Termin habt bzw. auf der Warteliste steht, dann hole ich diesen meinen Rat noch mal hoch
Mal bei dem ATZ anrufen, die arbeiten oft mit niedergelassenen Psychiatern zusammen. Da findet sich vielleicht einer, der näher dran ist. Zumal die Autismusdiagnostik nicht an einem Tag erledigt sein wird, wir mussten damals insgesamt 6 Mal hin. Die später stattfindende Autismustherapie sollte ja dann auch in erreichbarer Nähe sein.
Gesunder Menschenverstand ist kein Geschenk, es ist eine Strafe. Denn man muss mit all denen klar kommen, die keinen besitzen. (von unbekannt)

Es gibt viele Wege zum Glück, einer davon ist aufhören zu jammern. (Albert Einstein)

Offline mark80

  • neu dabei
  • Beiträge: 5
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #12 am: 14. Februar 2018, 11:47:16 »
Hi,

die Termine stehen bereits fest und sind bis ende Juni geplant.

Offline Ottokar

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 39539
Re: Fahrtkosten zur Autismusdiagnose
« Antwort #13 am: 14. Februar 2018, 12:03:27 »
Zitat von: mark80 am 13. Februar 2018, 18:27:55
Da unser Kind sich in einen Diagnostischen Verfahren befindet dessen Konklusion noch offensteht, wir ein Recht haben die Fahrtkosten erstattet zu bekommen?
Nein, leider nicht.
Wenn ihr öffentliche Verkehrsmittel benutzt, verwendet Einsparmöglichkeiten wie Ländertickets.

Zitat von: Ascor am 13. Februar 2018, 19:09:04
rein in der Theorie müsste euer "Hausarzt" einfach eine Transportverschreibung ausfüllen für die Hin- und Rückfahrt, dass sollte problemlos klappen,
Das klappt nicht, solange es keine medizinischen Gründe gibt, warum keine öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden können.

Zitat von: Keen am 13. Februar 2018, 22:08:15
Mit dieser Diagnose würde ich die Leistungen des pers. Budget auf jeden Fall mal in Erwägung ziehen.
Das funktioniert nicht, da es hier darum geht, erst mal die Diagnose zu erlangen.

Hat das SPZ keine Verdachtsdiagnose gestellt? Die sollte ggf. auch reichen.
Eine Verdachtsdiagnose rechtfertigt gar nichts, denn eine Verdachtsdiagnose ist keine Diagnose im rechtlichen Sinn.
Meine Antworten basieren auf den zuvor genannten Fakten. Durch neue oder geänderte Fakten kann sich jedoch die Rechtslage ändern und bisherige Antworten dadurch ungültig werden.