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Autor Thema: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?  (Gelesen 2752 mal)

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Offline fulixxxus

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Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« am: 24. März 2018, 12:43:07 »
Hallo Leute,

habe mich hier gerade angemeldet, und hoffe Ratschläge von euch zu erhalten. Ich bin männlich, 23 Jahre alt, wohne in einer deutschen Großstadt.

Ich habe den starken Verdacht unter Depressionen zu leiden, da es mir jetzt schon seit längerer Zeit psychisch sehr schlecht geht. Das geht oft in Schüben und hängt von meiner aktuellen beruflichen/sozialen Lage ab. Aktuell ist es so schlimm wie noch nie, und ich merke auch verstärkt körperliche Probleme in Form von Schlafstörungen, Unruhe und Übelkeit.

Seit jetzt schon fast 5 Jahren pendel ich von verschiedenen Ausbildungen, Arbeiten, Jobcenter-Maßnahmen hin und her.

Halte dort aber nie lange durch, da es mir im Verlauf immer gesundheitlich schlecht ergeht, und ich schließlich gekündigt werde.

Ich halte es einfach nicht aus, schaffe es nicht morgens aus dem Bett zu kommen, baue keine Kontakte zu Kolegen auf und bin unkonzentriert.

Aktuell ist es besonders schlimm. Ich (über)lebe von ALG2 und stecke in einer Jobcenter-Maßnahme. Mir werden vom Jobcenter Sanktionen angedroht, was bedeutet das ich keine Miete mehr überwiesen bekomme und keine Grundsicherung erhalte, wenn ich an der Maßnahme nicht teilnehme. Wesshalb ich mich da seit Wochen jeden morgen hinschleppe, obwohl ich mich nicht der Lage dazu fühle. Wenn ich aber nur 5min zu spät dort erscheine, wird das dem Amt gemeldet und ich werde Vollsanktioniert und würde auf der Straße landen.

Ich kann an nichts anderes mehr denken als an diese Maßnahme (In einem Raum sitzen und Bewerbungen schreiben, 8h am Tag) und an den Sanktionsdrohungen. Das zerreist mich innerlich und macht mich extrem hoffnungslos, da ich weiß das ich das nicht mehr lange packe. Hinzu spühre ich eine innerliche Wut, die ich in den letzten Jahren entwickelt habe. Alte Freunde sagten mir, dass ich mich verändert habe und ich lustlos und pessimistisch auf sie wirke.

Ich glaube das ich dringend Hilfe benötige, habe aber Angst zu Ärzten zu gehen, und als Drückeberger abgetan zu werden. Fakt ist aber, in Zeiten wo ich in keinem Job/Maßnahme bin, und ich zu Hause meine Ruhe habe, geht es mir deutlich besser und ich kann Nachts normal durchschlafen.

Ich google schon nach Begriffen wie "Arbeits-Phobie" oder "Depressionen durch Arbeit" aber finde da eher das Gegenteil, nämich das Arbeit gegen Depressionen hilft.

Was stimmt nicht mit mir, bin ich krank? Was soll ich tun? Ich weiß echt nicht weiter und halte das nicht mehr lange aus.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Offline Delfinanne

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #1 am: 24. März 2018, 12:54:32 »
Ich würde zum Hausarzt gehen nund mir einen Psychologen suchen. Es können viele Erkrankungen dahinter stecken. Mein Mann hat ähnliche symptome und hat eine Anpassungsstörung. Das heißßt in den letzten 7 Jahren kamen so viele Schicksalsschläge (angefangen mit einem Schlaganfall im Jahre 2011) das die Psyche nicht mehr mit Verarbeiten hinterhkommt und sich den aktuellen Gegebenheiten nicht mehr anpassen kann.
Carpe diem! ich lebe jetzt, ich lebe heute und ich geniesse in vollen Zügen

Offline Lady Miou

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #2 am: 24. März 2018, 12:56:35 »
@ fulixxxus, du brauchst keine Angst vor einem Arzt zu haben, psychische Erkrankungen sind die neue Volkskrankheit und sie erwischt viele auch AN, Manager, ect. Es ist eine Erkrankung unserer Zeit.
Eine Ferndiagnose kann keiner machen. Ich würde dir raten zum Arzt zu gehen schon aufgrund der inzwischen körperlichen Beeinträchtigungen und dort packst du aus und läßt die eine Überweisung zu einem Psychologen/ Psychotherapeuten oder Psychiater geben zur Mitbehandlung.

Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.          -Thèophile Gautier

Offline Beluga2

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #3 am: 24. März 2018, 13:08:52 »
Seit jetzt schon fast 5 Jahren pendel ich von verschiedenen Ausbildungen, Arbeiten, Jobcenter-Maßnahmen hin und her.

Halte dort aber nie lange durch, da es mir im Verlauf immer gesundheitlich schlecht ergeht, und ich schließlich gekündigt werde.
Was sagt Dein Job-Coach zu Deiner selbst gemachten Aussage:
pendel ich von verschiedenen Ausbildungen, Arbeiten, Jobcenter-Maßnahmen hin und her“?

Ich halte es einfach nicht aus, schaffe es nicht morgens aus dem Bett zu kommen, baue keine Kontakte zu Kolegen auf und bin unkonzentriert.
Du könntest bsp. Kontakte in Vereinen aufbauen.
Wie siehst Du den Sachverhalt, wenn Du „Kontakte zu Kollegen“ aufbaust?
Du kannst Deinen Kollegen ein bißchen von Dir erzählen.
Aber bedenke: Dass einige Kollegen auch Konkurrenten von Dir darstellen.

Wann und warum bist du "unkonzentriert"?
Mittel und ihr Missbrauch führen zu einer Leistungsminderung!
Bsp. verlangsamen sie die Gedankengänge.


Aktuell ist es besonders schlimm. Ich (über)lebe von ALG2 und stecke in einer Jobcenter-Maßnahme. Mir werden vom Jobcenter Sanktionen angedroht, was bedeutet das ich keine Miete mehr überwiesen bekomme und keine Grundsicherung erhalte, wenn ich an der Maßnahme nicht teilnehme. Wesshalb ich mich da seit Wochen jeden morgen hinschleppe, obwohl ich mich nicht der Lage dazu fühle. Wenn ich aber nur 5min zu spät dort erscheine, wird das dem Amt gemeldet und ich werde Vollsanktioniert und würde auf der Straße landen.
Diesem Drohungsszenario: "ich werde Vollsanktioniert und würde auf der Straße landen
würde ich an Deiner Stelle sofort von einem Rechtsanwalt Fachanwalt für Sozialrecht überprüfen lassen.
« Letzte Änderung: 24. März 2018, 13:37:38 von Beluga2 »

Offline Fettnäpfchen

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #4 am: 24. März 2018, 13:16:39 »
Vllt. ja auch eine Schilddrüsenunterfunktion hat ähnliche Auswirkungenm.
Ab zum Arzt
und wenn Du AU geschrieben wirst kannst Du dafür auch nicht sanktioniert werden.

MfG FN
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Offline Angie69

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #5 am: 24. März 2018, 18:35:29 »
Hallo

Was du beschreibst erinnert mich sehr an mich. Auch die Angst als Drückeberger, faul usw dazustehen.

Wenn du nicht gleich zu einem Arzt möchtest dann wäre vielleicht eine Beratung bei einem  Sozialpsychiatrischer Dienst zB der stadtmission etwas für dich.
Dort kannst du frei über alles sprechen. Sie haben Schweigepflicht. Du kannst dich beraten lassen und vielleicht nimmt es dir die Angst nicht ernstgenommen zu werden.

Wichtig ist dir einen Psychiater zu suchen. Das ist nicht einfach, kann sein das du lang herumtelefonieren musst bis du einen Termin bekommst, aber es ist wichtig einen zu haben. Er kann die auch sagen ob du zu einem Psychologen oder Therapeuten solltest, Medikamente verschreiben usw

Es ist schwer am Anfang die richtige Hilfe zu finden aber es lohnt sich.

Was du auch noch machen kannst, wenn es dir sehr schlecht geht, schauen ob eine der Kliniken eine kriseninterventionsstation hat und dort hingehen für ein zwei Wochen. Sie können eine Diagnose stellen dich neurologisch untersuchen und dir Methoden zeigen wie du dich ablenken kannst wenn es dir schlecht geht. Achtsamkeitsübungen zB

Wichtig ist es abklären zu lassen. Du hast jetzt den ersten Schritt getan das ist doch schon toll. Ich weiß noch wie schwer mir das damals viel aber es lohnt sich. Bleib dran und jeder kleine Schritt nach vorne ist ein erfolg.

Lg
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Online Anne-Suvi

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #6 am: 24. März 2018, 18:52:45 »
Beratungsstellen von der Kirche gäbe es auch noch. Ein Arzt wäre am besten wegen Krankenschein.

Offline Angie69

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #7 am: 24. März 2018, 20:27:28 »
Achja. Ist aber nur meine persönliche Erfahrung

Viele Psychiater sind auch Neurologen

Damit habe ich eher schlechte Erfahrung gemacht.
So nachdem Motto hier ihr rezept und die Krankmeldung und fertig.
Bin da dann mit dem Gefühl raus das mir das wenig hilft.

Psychiater die rein Psychiater sind find ich persönlich besser. Hat zwar auch etwas gedauert bis ich einen bzw eine gefunden habe wo es passt, aber es ist eben der Facharzt den man braucht.

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Online Anne-Suvi

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #8 am: 24. März 2018, 20:31:27 »
So nachdem Motto hier ihr rezept und die Krankmeldung und fertig.

Zum Reden ist Psychologe zuständig.

Offline Angie69

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #9 am: 24. März 2018, 21:00:44 »
So nachdem Motto hier ihr rezept und die Krankmeldung und fertig.

Zum Reden ist Psychologe zuständig.

Ich habe kein Wort vom reden geschrieben.

Psychiater stellt die Diagnose
Einfach nur sagen ja das sind depressionen, wie es mein erster gemacht hat, reicht nicht.
Burn out ist auch eine Art von Depression zB

Und ob ein Psychologe die richtige Anlaufstelle ist kommt auch auf die Erkrankung an. Deshalb ist ja die Diagnose so wichtig.
Wenn ich zB depressive Episoden habe gibts nichts zum drüber reden.
Krieg ich plötzlich Angst auch nicht, weils oft einfach so passiert man sitzt da und dann ist die Angst da.
Da braucht man dann eher evtl einen Psychotherapeuten.
Oder vor dem Psychologen eine Verhaltenstherapie.
Je nach Erkrankung.
Wenn ich eines gelernt habe ist es das psychisch krank sein bei keinem gleich ist.
Dem einen reichen Tabletten der andere braucht reden der nächste was anderes

Ich will dem te nur sagen es gibt echt viele Hilfsangebote es ist keine Schande sie zu nutzen im Gegenteil
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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #10 am: 24. März 2018, 21:03:35 »
Ja, ist in Ordnung. Freie Arztwahl :weisnich: :scratch:

Offline coolio

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #11 am: 24. März 2018, 21:09:59 »
 :ironie:
Wir haben hier ca. 9000 Ärzte und ca. 2000 Rechtsanwälte im Forum - wie solche Fragestellungen enden ist vorab abzuschätzen  :lachen:
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Das ist der wichtigste Satz wohl:
Zitat von: Angie69 am 24. März 2018, 21:00:44
Ich will dem te nur sagen es gibt echt viele Hilfsangebote es ist keine Schande sie zu nutzen im Gegenteil
m.M. nach beginnt die Tournee ganz einfach beim Hausarzt des Vertrauens.
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Offline Angie69

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #12 am: 24. März 2018, 21:13:47 »
Es geht doch nicht um freie Arztwahl
Ohne Psychiater keine Medikamente Diagnose usw
Psychologe braucht vom Psychiater auch Unterlagen um tätig werden zu können

Egal wo ich hingehe ist die erste Frage: haben sie einen Psychiater  ( hab mich da auch lang drüber gewundert )

Das jeder für sich herausfinden muss was oder wer ihm gut tut ist klar.
Ist halt leider nicht so einfach wie ein Schnupfen oder gebrochenes Bein
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Online Anne-Suvi

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #13 am: 24. März 2018, 21:18:29 »
Egal wo ich hingehe ist die erste Frage: haben sie einen Psychiater 

Ja gut, hab ich noch nie irgendwo gefragt... Um was gehts dir jetzt?? Ich verstehe nur Bahnhof!

Das war meine erste Antwort. Irgendwas falsch? Rein rhetorische Frage.
Beratungsstellen von der Kirche gäbe es auch noch. Ein Arzt wäre am besten wegen Krankenschein.


Offline Angie69

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Re: Angst, Übelkeit, Antriebslosigkeit - Depression?
« Antwort #14 am: 24. März 2018, 21:23:43 »
Da geht uns gleich

Ich frag mich die ganze zeit um was es dir geht :))

Ich denke wir sind und einig der te sollte sich Hilfe suchen
Es wurden genug Möglichkeiten genannt. Welche für ihn die richtige ist
Beratungsstelle, Arzt usw liegt bei ihm
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