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Autor Thema: Bundesrechnungshof: Millionengeschäft mit Kursen für Arbeitslose  (Gelesen 704 mal)

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Offline GBK667

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Jobcenter geben Millionen für Maßnahmen aus, mit denen Arbeitslose wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden sollen. Der Bundesrechnungshof meint nun: Die Verteilung der Kurse sei „nicht zielgerichtet“.

Eine Maßnahme des Jobcenters, das kann für Arbeitslose vieles bedeuten: Ein Kurs zum Üben von Bewerbungen, ein Sprachkurs oder das Erlernen von Zusatzqualifikationen für eine bestimmte Branche. Nun bilanziert der Bundesrechnungshof: Mit solchen Maßnahmen verschwenden die Arbeitsagenturen jährlich rund 190 Millionen Euro. Das berichtet der „Tagesspiegel“ unter Berufung auf eine Mitteilung der Rechnungsprüfer an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Die Kurse werden nicht von den Arbeitsagenturen selbst durchgeführt, sondern bei privaten Bildungsträgern organisiert und diesen auch bezahlt. Für den Arbeitslosen entstehen keine Kosten, dieser soll durch den Besuch der Kurse wieder für den Arbeitsmarkt qualifiziert werden. Doch genau dieses Ziel stellt der Bundesrechnungshof nun in Frage: Nach einer stichprobenartigen Untersuchung der Vergabe und des Einkaufs von 617 Plätzen in 35 Kursen seien die Prüfer zu dem Schluss gekommen, dass die Jobcenter „planlos“ Kurse verteilten.

„Durch ihr nicht zielgerichtetes Vorgehen und die mangelnde Rücksichtnahme auf die Belange der Leistungsberechtigten haben die Jobcenter in einem erheblichen Teil der geprüften Fälle deren unverzügliche Eingliederung nicht gefördert, sondern sogar gefährdet“, heißt es in dem Bericht des Bundesrechnungshof. In einer Stellungnahme der Arbeitsagentur heißt es hingegen, dieser Befund werde „nicht geteilt“.


Angestellte beim Jobcenter haben laut „Tagesspiegel“ Anreize, ihre „Kunden“ in die Kurse zu vermitteln. Wer in den Maßnahmen sitze, sei offiziell nicht arbeitslos und nach Kursende für ein Jahr lang nicht langzeitarbeitslos. Wenn ein Angestellter und sein Team gute Quoten in der Arbeits- und Maßnahmenvermittlung vorweisen können, winken Beförderungen, Festanstellungen und Geldprämien.



https://www.welt.de/wirtschaft/article174895356/Bundesrechnungshof-Millionengeschaeft-mit-Kursen-fuer-Arbeitslose-Jobcenter-unter-Druck.html

Online coolio

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Die Summe kann nur eine sehr konservative Schätzung sein!
Ich sehe eher einen Faktor 2-3.
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Offline 58plus

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Die Summe kann nur eine sehr konservative Schätzung sein!
Ich sehe eher einen Faktor 2-3.
Warum nicht 20 - 30 ? Oder 200 - 300 ? Welche Quellen legen dir nahe, dass es nur 2 - 3 ist?
Oder spielen wir hier Lotto? Dann sage ich 3 - 7.

Offline Lady Miou

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Zitat von: 58plus am 26. März 2018, 18:39:04
Welche Quellen legen dir nahe, dass es nur 2 - 3 ist?

Ich tendiere zu Ähnlichem, da ja schon ein Großteil der Fördergelder in den Verwaltungsapparat abfließen, bleibt nicht mehr so viel was an Premiummaßnahmeträger abfließen kann. Da es aber vom Bundesrechnungshof nur eine Stichprobe war, kommt das 2-3 fach schon hin.
Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.          -Thèophile Gautier

Offline 58plus

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Ja gut, ich will nicht auf den Zahlen rumreiten, auch den fiktiven nicht.
Viel wichtiger finde ich den Abschnitt:

„Durch ihr nicht zielgerichtetes Vorgehen und die mangelnde Rücksichtnahme auf die Belange der Leistungsberechtigten haben die Jobcenter in einem erheblichen Teil der geprüften Fälle deren unverzügliche Eingliederung nicht gefördert, sondern sogar gefährdet“, heißt es in dem Bericht des Bundesrechnungshof. In einer Stellungnahme der Arbeitsagentur heißt es hingegen, dieser Befund werde „nicht geteilt“.

Offline oldhoefi

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Das ist nun wahrlich nichts Neues.

Koste es was wolle, Hauptsache die BA-Statistik bleibt einigermaßen „sauber“.

Zitat
In einer Stellungnahme der Arbeitsagentur heißt es hingegen, dieser Befund werde „nicht geteilt“.
Das nenne ich schlagkräftige Gegenargumente. :lol:
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Offline Lady Miou

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Zitat von: 58plus am 26. März 2018, 19:09:24
„Durch ihr nicht zielgerichtetes Vorgehen und die mangelnde Rücksichtnahme auf die Belange der Leistungsberechtigten haben die Jobcenter in einem erheblichen Teil der geprüften Fälle deren unverzügliche Eingliederung nicht gefördert, sondern sogar gefährdet“, heißt es in dem Bericht des Bundesrechnungshof.

Dem kann ich als einer der Einzelfälle nur zustimmen, bei rechtzeitiger und auf mich abgestellt Förderung wäre ich schon seit Jahren nicht mehr bei dem Verein, sondern sozialverspfl. erwerbstätig.
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Offline MichaK

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Befund werde „nicht geteilt"

das reicht ja offensichtlich. Also weiter so !
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Karl Marx (MEW 3/46)