Zur optimalen Funktion verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung von hartz.info stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Autor Thema: Anwalts- und Gerichtskosten  (Gelesen 1293 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Winnebago

  • neu dabei
  • Beiträge: 7
Anwalts- und Gerichtskosten
« am: 14. April 2018, 09:40:17 »
Hallo, ich habe ein größeres Problem in meiner Wohnung mit Lärmbelästigung. Seit drei Monaten habe ich keine einzige Nacht durchgeschlafen. Der Nachbar hat die Heizungspumpe auf Maximum erhöht, was einen enormen Lärm macht, auch im Schlafzimmer. Die Heizungsfirma wollte die Einstellungen auf Normal zurücksetzen, wurden aber daran vom Nachbarn gehindert.

War bereits beim Arzt und Psychiater, die die Konsequenzen von 12 Wochen Schlafentzug dokumentieren können. Ich sehe nun keinen weiteren Ausweg, als rechtlichen Beistand zu suchen. Frage ist, kann ich hierzu irgendwoher Hilfe erhalten? Wenn es vor Gericht gehen sollte, wie sieht es dabei aus? Bin ich als Hartz-4ler auf mich selbst gestellt?

Danke!

Offline Keen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1237
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #1 am: 14. April 2018, 09:46:52 »
Du kannst beim Amtsgericht Beratungshilfe beantragen. Mit einem dort erhaltenen Beratungshilfeschein kannst du zum Anwalt gehen. Dort liegen deine Kosten dann bei max. 15 €.
Vor Gericht gibt es die Möglichkeit der Prozesskostenhilfe.

Offline NevAda

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 6368
  • Das macht nichts.
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #2 am: 14. April 2018, 10:25:28 »
Hier ist der Vermieter aber der erste Ansprechpartner. Hast Du schon eine Mietminderung geprüft bzw. angedroht?

Offline rein

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 3092
  • Grosser Schnuffel
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #3 am: 14. April 2018, 14:20:51 »
Zitat von: Winnebago am 14. April 2018, 09:40:17
Der Nachbar hat die Heizungspumpe auf Maximum erhöht, was einen enormen Lärm macht, auch im Schlafzimmer.

Was ist das denn in DB(A)?
Du scheinst enorm empfindlich zu sein... wir reden hier doch von einer normalen Nachbarwohnung wo der Nachbar auch schläft und nicht taub ist? Und der heizt jetzt zu der Jahreszeit nachts noch?

Bevor ich "12 Wochen Schlafentzug" hätte, hätte ich mir was in die Ohren gestopft etc. Ich glaube Du neigst zu "leichten" Übertreibungen.

Offline KnotenKurt

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 6363
  • Arschlochkind
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #4 am: 14. April 2018, 17:01:27 »
Ein Vermieter kann lärmende Mieter nur rechtswirksam abmahnen, wenn der Beschwerdeführer genau dokumentiert wann und wie lange die Störungen auftreten.

Offline global

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 561
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #5 am: 14. April 2018, 17:50:18 »
... und dazu müßte der Vermieter erst ein Interesse haben, was dann schon schwierig ist, wenn der Vermieter des TS nicht der gleiche Vermieter des Störenfrieds ist.

Offline NevAda

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 6368
  • Das macht nichts.
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #6 am: 14. April 2018, 17:55:08 »
Vermieter muß für Ruhe sorgen
Zitat
Der Vermieter sieht sich hier in der unangenehmen Situation, im schlimmsten Falle für etwas zur Verantwortung gezogen zu werden, das er schlecht beeinflussen kann. Denn er hat die Pflicht, für die Einhaltung der Hausruhe zu sorgen.

Online Anne-Suvi

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 971
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #7 am: 14. April 2018, 18:04:52 »
Ein Vermieter kann lärmende Mieter nur rechtswirksam abmahnen, wenn der Beschwerdeführer genau dokumentiert wann und wie lange die Störungen auftreten.

Hier hat auch mal einer rumgelärmt. Bei der Hausverwaltung sagten sie, daß sie erstmal kein Lärmprotokoll bräuchten. Das bräuchten sie nur, wenn das was fürs Gericht würde. Die haben den angerufen und mit dem geredet.

Offline NevAda

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 6368
  • Das macht nichts.
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #8 am: 14. April 2018, 18:09:24 »
Aber hier ist es doch sogar noch leichter - die Heizung muss doch nur richtig eingestellt werden (und in vier Wochen eh ab-...).

Online Anne-Suvi

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 971
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #9 am: 14. April 2018, 18:12:25 »
Eben:-)

Online KlabautermannII

  • öfter hier
  • *
  • Beiträge: 88
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #10 am: 14. April 2018, 18:38:56 »
hallo, hast du denn schon das naheliegendste gemacht und direkt mal mit dem nachbarn gesprochen? warum denn immer gleich zur höchsten instanz rennen?

Offline Keen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1237
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #11 am: 14. April 2018, 19:20:49 »
@NevAda
Gerade bei der Mietminderung oder in Fällen der Mängelanzeige wie hier würde ich def. den Anwalt oder Mieterschutzbund hinzuziehen. Da kann richtig viel falsch gemacht werden.

@KnotenKurt
2012 hat der BGH entschieden dass ein Lärmprotokoll nicht erforderlich ist.

Offline TazD

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 851
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #12 am: 14. April 2018, 20:24:18 »
Ohne im Vorfeld die erforderliche und zumutbare Eigeninitiative (Gespräch mit dem Nachbarn, Weg über Vermieter, ...) zu leisten, wird es keine Beratungshilfe geben. Die erste Frage des Rechtspflegers wird mit Sicherheit sein, ob der TE sich denn schon nachweisbar an den Vermieter gewandt hat.

Offline Keen

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 1237
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #13 am: 15. April 2018, 09:57:00 »
Ich denke nicht, dass der Kontatk zum Vermieter hier zur zumutbaren Eigeninitiative gehört.
Die Frage ist ja ob jemand der nicht auf den Beratungshilfe angewiesen ist sich hier durch einen Rechtsanwalt beraten lassen würde und dies kann ganz sicher nicht grundsätzlich verneint werden.
Außerdem kennt hier doch niemand die näheren Umstände. Im Zweifel sollte man beim Amtsgericht seine Situation vortragen und entscheiden lassen.

Online Anne-Suvi

  • Vielschreiber
  • ***
  • Beiträge: 971
Re: Anwalts- und Gerichtskosten
« Antwort #14 am: 15. April 2018, 10:13:45 »
Ich denke nicht, dass der Kontatk zum Vermieter hier zur zumutbaren Eigeninitiative gehört.

Doch, so geht das.

https://www.anwalt.org/ruhestoerung/

Wenn verklagen, dann den Vermieter. Der ist zuständig.