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Autor Thema: Einmal langzeitarbeitslos, immer langzeitarbeitslos?  (Gelesen 490 mal)

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Offline GBK667

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Einmal langzeitarbeitslos, immer langzeitarbeitslos?
« am: 16. April 2018, 12:40:57 »
Wer Hartz IV bezieht, ist immer länger ohne Job, zeigen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Demnach steigt trotz Arbeitsmarktboom die Dauer der Langzeitarbeitslosigkeit.

Die Dauer der Langzeitarbeitslosigkeit von Hartz-IV-Beziehern ist in den vergangenen Jahren weiter gestiegen. Waren im Jahr 2011 Menschen, die Grundsicherung beziehen mussten, im Schnitt 555 Tage ohne Arbeit, sind es im Jahr 2016 schon 629 Tage gewesen. Länger als drei Jahre arbeitslos waren im Jahr 2011 rund 298.000 Hartz-IV-Bezieherinnen und -bezieher. Bis 2017 stieg diese Zahl auf rund 317.000 Menschen.

Das geht aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, auf die die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, aufmerksam gemacht hat. Die Linkenpolitikerin bezeichnete es als "ein blamables Ereignis für die verschiedenen Bundesregierungen", dass die Dauer der Erwerbslosigkeit im Hartz-IV-System steige. Seit 2010 seien die Leistungen zur Eingliederung in Arbeit drastisch gekürzt worden.
Im März 2018 waren der BA-Statistik zufolge mehr als 1,2 Millionen Menschen länger als ein Jahr ohne Job. Offiziell als Langzeitarbeitslose gezählt werden aber nur 859.387 Menschen. Das liegt daran, dass ein Teil der Betroffenen sich in Maßnahmen etwa zur Weiterbildung und Qualifizierung befindet und daher in der Statistik nicht als suchend erfasst wird. So kommt es, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2017 mit 809.000 Menschen in der Statistik beziffert wird, obwohl Arbeitsmarktexperten zufolge die echte Zahl deutlich über eine Million Betroffener liegen dürfte.   

Vermittlungschancen in den ersten 24 Monaten am höchsten

Studien zufolge sinken die Chancen von Langzeitarbeitslosen, eine neue Arbeitsstelle zu finden, je länger sie ohne Job sind. Am höchsten seien die Vermittlungschancen bei Menschen, die noch keine zwei Jahre ohne Arbeit sind, so die BA. Diese Personen gelten als "marktnäher" und "leichter zu vermitteln" als Jobsuchende, die bereits drei, vier oder noch mehr Jahre ohne Arbeitsplatz sind. Knapp 100.000 Betroffene, die noch keine 24 Monate ohne Arbeit waren, fanden im vergangenen Jahr wieder einen neuen Arbeitsplatz.
Die Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass der Anteil von Kurzzeitarbeitslosen sinke. Auch dürften nicht alle Leistungsbezieher von Grundsicherung mit Langzeitarbeitslosen gleichgesetzt werden.
Derzeit gibt es rund sechs Millionen Menschen, die Hartz IV beziehen. Viele von ihnen gehen einer geringfügigen Beschäftigung nach oder arbeiten in Teilzeit. Allerdings reicht ihr Einkommen nicht, um den Lebensunterhalt eigenständig zu bestreiten. Sie müssen daher aufstockende Leistungen beziehen, um beispielsweise ihre Familien zu ernähren.
Der Regelsatz für einen Alleinstehenden beträgt aktuell 416 Euro im Monat. Für eine sogenannte Bedarfsgemeinschaft machen die Leistungen der Grundsicherung im Schnitt 954 Euro aus.

Union und SPD haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass sie die Langzeitarbeitslosigkeit stärker bekämpfen wollen – das arbeitsmarktpolitische Ziel lautet Vollbeschäftigung. Um dieses Ziel zu erreichen, will die Regierung einen sozialen Arbeitsmarkt schaffen, auf dem bis zu 150.000 Langzeitarbeitslose eine neue Tätigkeit finden sollen. Gut vier Milliarden Euro will die Regierungskoalition dafür bereitstellen. Unternehmen in der freien Wirtschaft sollen Lohnkostenzuschüsse erhalten, wenn sie Langzeitarbeitslose beschäftigen. Jobs für Langzeitarbeitslose sollen auch bei Kommunen und gemeinnützigen Einrichtung entstehen. Die konkreten Bedingungen für den sozialen Arbeitsmarkt sind allerdings noch unklar.

Ganzer Artikel http://www.zeit.de/wirtschaft/2018-04/hartz-iv-langzeitarbeitslosigkeit-dauer-anstieg

Der erste Kommentar dort lautete "Vielleicht sollte mehr von arbeitsfähigen Empfängern gefordert werden statt einfach zu zahlen?"

Die Antworten auf diesen Kommentar waren durchaus..unterhaltsam.

Offline Schnuffel01

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Re: Einmal langzeitarbeitslos, immer langzeitarbeitslos?
« Antwort #1 am: 17. April 2018, 20:56:46 »
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