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Autor Thema: Kontopfändung möglich?  (Gelesen 2935 mal)

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Offline Unwissender

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Kontopfändung möglich?
« am: 07. Juni 2017, 12:47:53 »
Hallo zusammen!

Ist es möglich/zulässig, das eine Kontopfändung durchgeführt wird, obwohl das Einkommen bzw. der Betrag, der auf dem Konto (kein P- Konto) ist (ALGII) unter der Freigrenze liegt?
Dumm darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen!

Offline Sheherazade

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #1 am: 07. Juni 2017, 13:12:00 »
Ja, deshalb gibt es ja diese P-Konten.

Zitat
Pfändungsschutz bei Kontopfändung ab 1. Januar 2012 nur noch über P-Konto!

Zum 1. Juli 2010 wurde das Pfändungsschutzkonto (auch: P-Konto) eingeführt. In einer Übergangszeit bis zum 31. Dezember 2011 konnte der Pfändungsschutz bei Kontopfändung auch ohne P-Konto in Anspruch genommen werden. Da diese Möglichkeit ab dem 1. Januar 2012 nicht mehr besteht, sollten Sie bei einer drohenden oder schon bestehenden Kontopfändung die Umwandlung Ihres Girokontos in ein P-Konto bei Ihrem Kreditinstitut beantragen. Dies kann Rückwirkend zum 1. des Monats erfolgen. Ohne die Umwandlung (möglichst schon bei einer Ankündigung der Kontopfändung!) in ein P-Konto kann Ihr Girokonto komplett gepfändet werden! Um dann die lebensnotwendigen Ausgaben wie Miete und Essen bis zum nächsten Geldeingang bestreiten zu können, hilft oft nur noch der Gang zum Sozialamt (Job-Center). Sollten Probleme bei der Umstellung des Girokontos auf ein P-Konto auftreten, können Sie sich bei einer Schuldnerberatungstelle dazu beraten lassen.

Quelle
Bei sich die Schuld suchen: Auch so ein Ding, was immer nur die tun, die es nicht müssten und nie die, die es dringend sollten. (von unbekannt)

Es gibt viele Wege zum Glück, einer davon ist aufhören zu jammern. (Albert Einstein)

Offline scire

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #2 am: 08. Juni 2017, 16:29:11 »
Wie schon geschrieben, zulässig,
aber
mann kann die durch die Pfändung entstehenden Vollstreckungskosten, welche ja dem Schuldner aufgebürdert werden, auf Antrag dem Gläubiger auferlegen lassen, wenn man dem Vollstreckungsgericht nachweisen könnte, dass dem Gläubiger bekannt war, dass die Zwangsvollstreckung fruchtlos verlaufen wird und die Zwangsvollstreckung daher mutwillig war. Tante google findet da entsprechende Urteile. VE

Offline Klappstulle

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #3 am: 12. Juni 2017, 13:23:15 »
Hallo zusammen!

Ist es möglich/zulässig, das eine Kontopfändung durchgeführt wird, obwohl das Einkommen bzw. der Betrag, der auf dem Konto (kein P- Konto) ist (ALGII) unter der Freigrenze liegt?

Ja.
Laut Aussage meiner Bankberaterin kann man (zumindest wohl bei der Volksbank Raiffeisenbank) das Konto umstellen lassen auf ein P-Konto, auch wenn schon eine Pfändung drauf ist.

Man muss nur die Nachweise mitbringen, dass man (zB wie bei mir) nur ALG 2 UND Kindergeld bezieht.


Offline wunderschicht

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Mir ist es passiert
« Antwort #4 am: 28. August 2017, 18:23:59 »
Eine ziemlich katholische Stadt hat aufgrund einer Forderung von 200 € von vor fünf (!) Jahren nun mein Girokonto gepfändet.
Seltsamerweise wurde von einer anderen Maestro-Card, auf der ein verfügbarer Kredit lag, eben diese Summe auf das Girokonto transferiert.
Somit stehe ich eine Woche vor der nächsten Auszahlung in einer anderen Stadt komplett mittellos da.
In der BRD GmbH ist also alles möglich - speziell vor den Bundestagswahlen...
« Letzte Änderung: 28. August 2017, 18:39:22 von wunderschicht »
It's Hartz not Hearts, Baby

Offline Meph1977

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #5 am: 28. August 2017, 18:40:20 »
Hallo zusammen!

Ist es möglich/zulässig, das eine Kontopfändung durchgeführt wird, obwohl das Einkommen bzw. der Betrag, der auf dem Konto (kein P- Konto) ist (ALGII) unter der Freigrenze liegt?

Ja.
Laut Aussage meiner Bankberaterin kann man (zumindest wohl bei der Volksbank Raiffeisenbank) das Konto umstellen lassen auf ein P-Konto, auch wenn schon eine Pfändung drauf ist.

Man muss nur die Nachweise mitbringen, dass man (zB wie bei mir) nur ALG 2 UND Kindergeld bezieht.

Die Bank muss das Konto auf verlangen kostenfrei umstellen. Nachweise für ALG2 und/oder KG müssen nicht erbracht werden und dürfen von der Bank auch nicht verlangt werden. Die Bank darf nur ablehnen wenn bereits ein P-Konto besteht. Die Umwandlung ist binnen 3 Geschäftstagen zu vollziehen (ob der Samstag als Geschäftstag gilt bin ich mir nicht sicher) und gilt für den kompletten Kalendermonat in der sie beantragt wurde auch Rückwirkend. Wenn du also heute beantragst gilt das ab 1. August.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Offline John Sinclair

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #6 am: 10. September 2017, 21:22:52 »
Unbedingt in ein P Konto umwandeln. Aber beachte. Es kann sich dann das Kontomodell Ändern.

Zb von Postbank Giro zu Postbank Basic. Ohne Kreditkarte. Nur Bankkarte.

Nachweise brauchst Du nicht. Die Bank sieht ja das ALG 2 eingeht.

Offline Meph1977

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #7 am: 13. September 2017, 23:58:54 »
Äh nein das Kontomodell kann sich nicht ändern der bisherige Vertrag besteht unverändert weiter.

Auf keinen Fall einen Vordruck der Bank verwenden denn die enthalten oft versteckt auch die Anweisung das Kontomodell zu ändern.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Offline John Sinclair

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #8 am: 14. September 2017, 17:12:49 »
Du hast recht. Habe eben mal geschaut.

Wobei ich auch recht habe. Meistens nutzt man ja die Vordrucke der Bank.  :zwinker:

Da muss mal also genau hinsehen.   :yes:

Offline mousekiller

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #9 am: 14. September 2017, 17:24:58 »
Diesen Vordruck hier kannst du nehmen: http://www.forum-schuldnerberatung.de/fileadmin/user_upload/Formulare_Checklisten/p-konto-bescheinigung-01072013.pdf

Idealerweise gehe damit zu einem Anwalt und lasse das durch ihn beglaubigen. Wenn du die Einkommensbelege vorlegst, nimmt ein fairer Anwalt nur die Beratungshilfegebühr in Höhe von 15,00 Euro.
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Offline John Sinclair

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #10 am: 14. September 2017, 17:27:47 »
Edit: Hinfällig :grins:

Offline Quinky

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Re: Mir ist es passiert
« Antwort #11 am: 14. September 2017, 17:28:45 »
Eine ziemlich katholische Stadt hat aufgrund einer Forderung von 200 € von vor fünf (!) Jahren nun mein Girokonto gepfändet.
Seltsamerweise wurde von einer anderen Maestro-Card, auf der ein verfügbarer Kredit lag, eben diese Summe auf das Girokonto transferiert.
Somit stehe ich eine Woche vor der nächsten Auszahlung in einer anderen Stadt komplett mittellos da.
In der BRD GmbH ist also alles möglich - speziell vor den Bundestagswahlen...

Sorry,
verfügbarer Kredit oder verfügbares tatsächliches Guthaben?

Wenn lediglich Kredit (wie z.B. ein Überziehungslimit) war die Bank nicht berechtigt, die Summe auszukehren. Es ist nur möglich ein Guthaben auszukehren, nicht ein Kreditrahmen. Hin zur Bank und Rückgängigmachung verlangen, wenn Weigerung wegen Betruges anzeigen.

Gruß
Ernie

Offline TazD

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #12 am: 14. September 2017, 19:11:21 »
Diesen Vordruck hier kannst du nehmen: http://www.forum-schuldnerberatung.de/fileadmin/user_upload/Formulare_Checklisten/p-konto-bescheinigung-01072013.pdf

Idealerweise gehe damit zu einem Anwalt und lasse das durch ihn beglaubigen. Wenn du die Einkommensbelege vorlegst, nimmt ein fairer Anwalt nur die Beratungshilfegebühr in Höhe von 15,00 Euro.
Die Bescheininigung kann auch durch das JC oder anerkannte Schuldnerberatungsstellen beglaubigt werden. Da laufe ich dann nicht Gefahr, dass mir der Anwalt irgendwelche Kohle abknöpft.
Wobei hier noch nicht mal ein P-Konto vorliegt und somit auch die verlinkte Bescheinigung ins Leere läuft. Die ist ja nur zur Erhöhung des Freibetrags auf einem vorhandenen P-Konto gedacht.

Offline John Sinclair

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #13 am: 14. September 2017, 21:14:44 »
Das kann man doch auch bei der Bank direkt machen. Einfach Nachweise mit dem Antrag an die Bank und fertig.

Wer unter den Beträgen liegt braucht ja gar nix machen. Zb Sozialleistungen braucht man nicht nachweisen das sieht die Bank ja was eingeht.

Offline TazD

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Re: Kontopfändung möglich?
« Antwort #14 am: 15. September 2017, 07:47:19 »
Das kann man doch auch bei der Bank direkt machen. Einfach Nachweise mit dem Antrag an die Bank und fertig.
Richtig wäre die Aussage dann, wenn ein P-Konto vorhanden ist. Ist es beim TE aber nicht!

Wer unter den Beträgen liegt braucht ja gar nix machen. Zb Sozialleistungen braucht man nicht nachweisen das sieht die Bank ja was eingeht.
Das ist falsch. Wenn kein P-Konto vorhanden ist (so wie hier), dann kann das Kontoguthaben auch bis auf Null gepfändet werden.