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Autor Thema: Verschleppung von Sanktionswiderspruch  (Gelesen 815 mal)

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Offline stern888

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Verschleppung von Sanktionswiderspruch
« am: 16. Februar 2017, 13:53:49 »
Hallo liebe Foris,

ich bin mir nicht sicher, ob ich die richtige Rubrik gewählt habe, wenn nein, dann bitte verschieben. Einerseits ist das ein vermutlich aussichtsloser Fall, andererseits kann man evtl. Tipps daraus kreieren.

Heute möchte ich einen Fall meiner Freundin Karla schildern, natürlich mit ihrem Einverständnis. Sie hat keinen PC und ist ein paar Jahre vor ihrer Rente.

Sie ist 2011 unberechtigterweise sanktioniert worden und hat sich damals sofort an einen Anwalt A gewandt.  Dieser meinte, der Fall sei klar, sie würde das ihr gestrichene Geld wiederbekommen und machte die nötigen  Schreiben fertig. 

Nach ca. 2 Wochen fragte Karla nach, was denn das JC und das SG geantwortet hätten. Sie bekam zunächst die  Kopien der ersten beiden Schreiben. Das ging alles über Email, da der Anwalt A nicht vor Ort ansässig war.  Wieder zogen mehrere Wochen durchs Land, auf Anrufe und Emails kam immer die Antwort, dass sich weder das JC  noch das SG dazu geäussert hätten. 

Inzwischen war 1 Jahr vergangen, immer wieder mit erneuten Vertröstungen. Nach ca. 1,5 Jahren wandte sie  sich an einen anderen Anwalt B, der die Sache in die Hand nahm. Mit ihm machte der erste Anwalt A das gleiche Spiel. Zudem behauptete nun das JC, das Widerspruchsschreiben des Anwalts A gar nicht erhalten zu haben. Die Verjährung trat ein, somit war das JC aus dem Schneider und der Anwalt A in Regress zu nehmen. Dieser beantwortete die Schreiben des neuen Anwalts B nicht. Als dieser, wieder etliche Monate später (2.  Verschleppung), nachforschte, stellte sich heraus, dass der erste Anwalt A in eine andere Stadt/ Kanzlei  gezogen war. Dort war er mittlerweile aber nicht mehr anzutreffen, und keiner weiss, wohin er von dort aus gegangen ist und ob er überhaupt noch als Anwalt  praktiziert. Nun hat Karla wohl keine Chance mehr, an ihr Geld zu kommen.

Was Karla da passiert ist, soll veranschaulichen, wie so eine Geschichte verlaufen kann. Sie ist Woche für Woche hinter den Anwälten hergerannt - ohne Erfolg. Was hätte sie sonst noch tun können? Wer ist nun verantwortlich bzw. gibt es IRGENDETWAS, das man ihr noch vorschlagen könnte? Sie ist sogar zum SOVD gegangen, aber dort interessierte das keinen.

Gruss stern888 


 

Offline dagobert1

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Re: Verschleppung von Sanktionswiderspruch
« Antwort #1 am: 16. Februar 2017, 16:41:46 »
stellte sich heraus, dass der erste Anwalt A in eine andere Stadt/ Kanzlei  gezogen war. Dort war er mittlerweile aber nicht mehr anzutreffen, und keiner weiss, wohin er von dort aus gegangen ist und ob er überhaupt noch als Anwalt  praktiziert.
Die Anwaltskammer müsste das wissen.
Da wäre dann auch gleich eine Beschwerde über diesen Anwalt angebracht.

Offline stern888

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Re: Verschleppung von Sanktionswiderspruch
« Antwort #2 am: 16. Februar 2017, 17:21:42 »
Ich habe nachgefragt. Der Anwalt B hat auch durch die Anwaltskammer nichts herausbekommen. Ich glaube, das sieht nicht gut aus.

Offline draco

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Re: Verschleppung von Sanktionswiderspruch
« Antwort #3 am: 16. Februar 2017, 21:38:44 »
Naja, die Frage wäre doch, ob und inwieweit das ganze noch strafrechtlich zu bewerten wäre, was der Anwalt A da abgezogen hat und ob es mehrere Geschädigte gibt.

Je nach dem, ob und wieviel Geld geflossen ist, unabhängig davon wer bezahlt hat, sollte Anwalt B doch in der Lage sein zu überprüfen, ob eben ein strafrechtlich relevanter Tatbestand vorhanden ist bei dem Nichtstun des Anwalt A und da wäre es nur eine Frage der Zeit bis selbiger von den Strafverfolgungsbehörden aufgegriffen wird.

Offline stern888

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Re: Verschleppung von Sanktionswiderspruch
« Antwort #4 am: 17. Februar 2017, 19:02:57 »
Danke, @draco.
Vielleicht ist das noch eine Möglichkeit. Ich werde Karla vorschlagen, dass sie sich nochmal mit Anwalt B in Verbindung setzen soll.

Offline stern888

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Re: Verschleppung von Sanktionswiderspruch
« Antwort #5 am: 01. März 2017, 13:38:52 »
Abschliessende Bemerkung: Leider war hier lt. Karlas Anwalt nichts zu machen, da dieser Fall unter Zivil-, also nicht unter Strafrecht fiel.