Zur optimalen Funktion verwenden wir Cookies. Durch die Nutzung von hartz.info stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Autor Thema: Armutsbericht: Armut in Deutschland - Ursachen bekämpfen, nicht Symptome  (Gelesen 14973 mal)

0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Offline MichaK

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 4968
... Marx ist tot und vermodert, dennoch werden seine Ideen immer wieder vom Müllhaufen der Geschichte - wo sie auch hingehören - geholt.

 :mocking: die müssen nicht geholt werden, sondern drängen sich aufgrund der Fakten auf. Da kannst du hin und her und auf und nieder springen, wie du willst. Gesetzmäßigkeiten sind halt objektiv  :grins:
„Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken.“
Karl Marx (MEW 3/46)

Offline Martell

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 455
Mager! Ich habe noch die Ausbeutung der Erdteile und die Vergiftung von ganzen Landstrichen vergessen.
Nicht mager, schlicht die Wahrheit. Was du zelebrierst, ist dein persönlicher Opfermythos im Großen: Dass die bildungsfernen Schichten wirtschaftlich abgehängt sind, kann niemals deren eigene Schuld sein, es ist immer "die Gesellschaft", "die Wirtschaft" oder irgendjemand anders aber niemals die betroffenen Personen selbst. Dass die "Dritte Welt" vor sich hinsiecht kann auch nicht an den dortigen Mentalitäten, der Korruption usw. liegen, nein, der böse, böse "Westen" muss daran schuld sein. Südkorea stand nach dem Koreakrieg noch schlechter da als Afrika heute. Nun, 60 Jahre später ist Südkorea eine führende Technologienation mit hochgebildeten Menschen, während Afrika weiterhin vor sich hinsiecht, die Infrastruktur verkommen lässt und sich die Bevölkerung dennoch mit beispiellosen Wachstumsraten vermehrt. Ne du, die Probleme sind hausgemacht.

:mocking: die müssen nicht geholt werden, sondern drängen sich aufgrund der Fakten auf. Da kannst du hin und her und auf und nieder springen, wie du willst. Gesetzmäßigkeiten sind halt objektiv  :grins:
Deine alternativen Fakten interessieren aber nicht. Fakt ist viel mehr, dass die auf Marx basierenden Systeme mehr Todesopfer gefordert haben und immer noch fordern als der Nationalsozialismus und immer in materieller Massenverarmung, Unterdrückung und Mord geendet haben. Gerade China zeigt, dass der Wechsel von Marx'schen Ideen auf Marktwirtschaft einer breiten Masse Wohlstand gebracht hat. Natürlich gibt es immer noch verelendete Tagelöhner, aber die waren auch schon unter dem Sozialismus verelendet. Wie du zutreffend sagst, Gesetzmäßigkeiten sind objektiv. Ein Hoch auf die Marktwirtschaft!

Offline Lady Miou

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 4052
Zitat von: Martell am 16. März 2017, 14:39:27
Dass die bildungsfernen Schichten wirtschaftlich abgehängt sind, kann niemals deren eigene Schuld sein, es ist immer "die Gesellschaft", "die Wirtschaft" oder irgendjemand anders aber niemals die betroffenen Personen selbst.

Das habe ich nie behauptet, nur wenn man ihnen sämtliche Möglichkeiten zur Selbsthilfe nimmt, (damit meine ich auch die korrupten Staatsführungen die mit den Wirtschaftsmogulen ihre Taschen füllen), kann man es nicht den Bevölkerungen anlasten (Beispiel: Hartzer sind Faulpelze). Wo bleibt den die Fortbildung für den digitalen Arbeitsmarkt? In den Verwaltungskosten des Hartz IV - Verwaltungsmonster!
was hilft es da wenn man fortbildungswillig ist?
Ich habe aber eine Hoffnung, die kurzsichtige Bande wird sich selbst zerstören, siehe Fachkräftemangel. es wird der Tag kommen, wo ihnen auffällt, das sie am verkehrten Ende sparen!
Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.          -Thèophile Gautier

Offline Martell

  • schon länger hier
  • **
  • Beiträge: 455
Das habe ich nie behauptet, nur wenn man ihnen sämtliche Möglichkeiten zur Selbsthilfe nimmt, [...], kann man es nicht den Bevölkerungen anlasten (Beispiel: Hartzer sind Faulpelze).
Inwiefern passiert das denn in Deutschland? Mir stellt sich die Situation dann doch etwas anders dar. Ich nenne nur mal das Stichwort Schulabsentismus. Nein, ich sehe das Verschulden des Systems eher darin, zu wenig fordernd zu sein.

Offline Ottokar

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 38144
Fakt ist viel mehr, dass die auf Marx basierenden Systeme mehr Todesopfer gefordert haben und immer noch fordern als der Nationalsozialismus
Diese Fakten würde ich gern mal sehen, den die mir bekannten offiziellen Statistiken besagen etwas ganz anderes.

Gerade China zeigt, dass der Wechsel von Marx'schen Ideen auf Marktwirtschaft einer breiten Masse Wohlstand gebracht hat.
Das ist schlicht falsch. Die sog. breite Masse ist nach wie vor verarmt und arbeitet zu Hungerlöhnen.

Ein Hoch auf die Marktwirtschaft!
Genau: es lebe die Realitätsverleugnung!
Meine Antworten basieren auf den zuvor genannten Fakten. Durch neue oder geänderte Fakten kann sich jedoch die Rechtslage ändern und bisherige Antworten dadurch ungültig werden.


Offline MichaK

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 4968
Gerade China zeigt, dass der Wechsel von Marx'schen Ideen auf Marktwirtschaft einer breiten Masse Wohlstand gebracht hat.

passend dazu: Mega-Marx aus China sorgt für Streit in Trier: http://www.swr.de/swraktuell/rp/trier/gross-groesser-karl-marx-mega-marx-aus-china-sorgt-fuer-streit-in-trier/-/id=1672/did=18264304/nid=1672/qy2hly/

es könnte sein, dass die KP in China bei Marx nochmal nachgelesen hat nach 80 Jahren. Vielleicht fehlte Mao auch die Übersetzung bei einigen Werken. Aber Marx hat durchaus auch das Hohelied auf die Marktwirtschaft gesungen, allerdings eben mehr als Mittel zum Zweck. Schließlich hat das Kapitalsystem eine historische Aufgabe.  :grins: Der eine Will, was der nächste nicht will und der Übernächste will wieder etwas Anderes, aber am Ende geschieht, was soll. Darauf kommt es an. :lol:
Insofern gehen die Ideen von Marx schon etwas über deine Konservierungstheorie hinaus. Aus der quantitativen Häufung erwächst schließlich eine andere Qualität. Wie die nachher genannt wird, ist wohl wurscht. Vorausgesetzt, wir haben weiter günstiges "Wetter", wie in den letzten 5000 Jahren.
„Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken.“
Karl Marx (MEW 3/46)

Offline Meck

  • Moderator
  • ****
  • Beiträge: 30936
  • Schleswig - Holstein
Unter Minderjährigen ist Armut weit verbreitet. 3,7 Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind laut Jugendhilfe abgehängt. Mehr als jeder vierte Minderjährige in Deutschland ist laut der Kinder- und Jugendhilfe sozial ausgegrenzt oder von Armut bedroht. "Startchancen in das Leben werden nach wie vor vererbt", sagte die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe, Karin Böllert.

Insgesamt 3,7 Millionen Kinder und Jugendliche gehörten zu den Verlierern ihrer Generation - das sind 28 Prozent. Allein 19 Prozent aller jungen Menschen seien von Armut bedroht. Jeder Zehnte wachse in einem Elternhaus auf, in dem weder Vater noch Mutter erwerbstätig seien. Elf Prozent würden in Familien groß, in denen weder Vater noch Mutter eine abgeschlossene Berufsausbildung hätten. Mehr als 1,9 Millionen Menschen unter 18 Jahren lebten laut einer Bertelsmann-Studie Ende 2015 in Hartz-IV-Haushalten.


-->> http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/kinderarmut-mehr-als-jeder-vierte-minderjaehrige-laut-jugendhilfe-ausgegrenzt-a-1139624.html

Offline MichaK

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 4968
Mehr als 1,9 Millionen Menschen unter 18 Jahren lebten laut einer Bertelsmann-Studie Ende 2015 in Hartz-IV-Haushalten.[/b]

Das ist nur eine "Momentanzahl". In Wirklichkeit sind es 3 mal so viele, die zeitweise im Hartz-System sind.
„Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken.“
Karl Marx (MEW 3/46)

Online Quinky

  • Urgestein
  • ****
  • Beiträge: 3094
Bitte nicht vergessen die hunderttausende von Kindern die durch HartzIV enteignet werden und somit offiziell keine HartzIV-Empfänger sind, jedoch trotzdem NUR!!! über den HartzIV-Betrag durch die Enteignung verfügen!!!

Nur ein Wort: Kindergeldüberschussrechnung!!!!!

Ein Beispiel:

Alleinerziehende Mutter, ein Kind
Die Mutter hat nur einen 450€-Job, das Kind bekommt ausreichend Unterhalt.

Regelsatz Kind 286€, Mietanteil 200€ des Kindes
Unterhaltszahlung des Vaters 486€
Somit wird das KOMPLETTE Kindergeld enteignet und auf die Mutter angerechnet. Ebenfalls hat die Mutter KEINEN Freibetrag auf dieses übertragene Kindergeld, da durch den Verdienst der Freibetrag bereits aufgebraucht (Zusatzbestrafung der arbeitenden Mutter durch das Gesetz, Enteignung des Kindes per Gesetz).
Obwohl im Unterhaltsrecht per 1.1.2008 Kindergeld EIGENTUM des Kindes ist, wird durch das SGBII die Enteignung vorgenommen. Obwohl der deutsche Staat KEINEN einzigen CENT an das Kind zahlt, wird es per Gesetz GEZWUNGEN unter Umständen JAHRZEHNTE unschuldig auf HartzIV-Niveau zu leben. (falls die Mutter keinen ausreichenden Job findet)
zum guten Schluss:
Selbst der Unterhalt wird teilweise enteignet, nicht nur das komplette Kindergeld.
Laut Unterhaltsrecht wird bei dem Unterhaltsbetrag das halbe Kindergeld berücksichtigt
Ergebnis:
486€ plus 96€ (hälftiges Kindergeld) = tatsächlicher rechtlicher Unterhaltsbetrag ergibt 582€!!!
Das stört allerdings weder die Gesetzgebung noch deutsche Gerichte die VOLLE Enteignung des Kindergeldes vorzunehmen, obwohl das hälftige Kindergeld UNTERHALT ist.

Solange eine solche verbrecherische Gesetzgebung besteht, ist Deutschland in meinen Augen kein Demokratie. Hunderttausende teilweise hungernde Kinder zu enteignen, obwohl die Gesetze anders lauten, nur weil man Sozialunterstützung sparen will, hat mit Demokratie nichts zu tun.

Gruß
Ernie

Offline Meck

  • Moderator
  • ****
  • Beiträge: 30936
  • Schleswig - Holstein
Hartz-IV-Almosen reichen nicht gegen Armut
« Antwort #204 am: 25. März 2017, 11:24:36 »
Hartz-IV-Almosen reichen nicht gegen Armut. Fabian Lambeck über den geschönten Armuts- und Reichtumsbericht.

-->> https://www.neues-deutschland.de/artikel/1045850.hartz-iv-almosen-reichen-nicht-gegen-armut.html

Offline Meck

  • Moderator
  • ****
  • Beiträge: 30936
  • Schleswig - Holstein
Nahles: Kluft zwischen Arm und Reich schadet Vertrauen in Demokratie
« Antwort #205 am: 25. März 2017, 14:20:21 »
Die große Kluft zwischen Arm und Reich droht nach Einschätzung der Bundesregierung das Vertrauen vieler Menschen in die Demokratie in Deutschland zu untergraben. Es gebe eine "verfestigte Ungleichheit bei den Vermögen".

Das sagte Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) in Berlin unter Berufung auf ihren neuen Armuts- und Reichtumsbericht. "Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Nettovermögens, die untere Hälfte nur ein Prozent."


-->> http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_80708558/soziales-kluft-zwischen-arm-und-reich-schadet-vertrauen-in-demokratie.html