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Autor Thema: Armutsbericht: Armut in Deutschland - Ursachen bekämpfen, nicht Symptome  (Gelesen 15365 mal)

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Offline Planloser

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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #30 am: 19. November 2016, 14:57:17 »
Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 02:14:17
Unsere ach so klugen Köpfe machen wieder den selben Fehler wie damals als sie für die Atomkraft alles in Bewegung gesetzt haben, sie blicken zu kurz.

Ganz schlechtes Beispiel - eigentlich zeigt dein Beispiel das Gewalt bzw. Militär uns allen schadet, ich sag dir auch warum:

Die Atomkraft wie wir Sie heute kennen gibt es aber nur wegen dem Militär, ansonsten gäbe es heute Thoriumreaktoren mit Salzkristall-Flüssigbrennstoffen die weitaus sicherer wären und selbst bei einem Kernbruch keinen Nennenswerten Probleme verursachen würde. Die haben halt das waffenfähige Plutonium gewollt was man in den Thoriumreaktoren hätte verbrennen müssen. Die heutigen wassergekühlten Reaktoren mit Festbrennstoff (Wo schon allein die Kühlflüssigkeit unter keinen Umständen austreten darf weil sonst der Kern erhitzt) gab es nur weil die Atom-U-Boote in der Entwicklung forciert waren, den der Reaktor ist schlichtweg kleiner aber umso unsicherer. Ich verteufle die Atomkraft an sich weniger aber umso mehr das Militär.

Der Fehler war also mehr oder minder Militärtechnologie auf dem Markt zu werfen als zivile Produkte zu entwerfen, in der Hinsicht hast du schon recht aber das lag nicht an der Bewegung an sich, man hätte es direkt anders entwickeln können. Die Forschungen wurden dann in den 70ern eingestellt. [Quelle]

Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 02:14:17
Veränderung muss sein, nur sollte man nichts überstürzen. Wir haben gerade die digitale Welt entdeckt. Warum wird das nicht erstmal auf- und ausgebaut, in allen Bereichen (Schulische Bildung, berufliche Ausbildung/Weiterbildung, ect). Warum werden die Menschen in der Bevölkerung nicht gefragt wieviel sie davon wollen?

Ganz deiner Meinung, viele wollen z.B. die Digitalisierung der Schule, aber viele Kinder wollen wieder zurück - weg von der Digitalisierung. Ich sehe auch keinerlei Unterschied ob ich den Polylux (Westdeutsch: Overheadprojektor) oder den Beamer anschließe, das macht keinen Unterschied. Für mich wäre es weitaus wichtiger anstatt den Computer zu nutzen zu verstehen wie ein Programm funktioniert oder auch ein Computer an sich. Aber die Bedienung ist völlig uninteressant - in Physik habe ich auch gelernt wie eine Mikrowelle funktioniert aber definitiv nicht seine Bedienung. "Hier stellt man die Zeit ein, da die Wattzahl und mit diesem Knopf wird der Vorgang gestartet." - Erm bitte was? Genau das macht man aber - die Digitalisierung geht völlig an der Schule vorbei, ich muss die Technologie verstehen können aber die Bedienung liegt doch in der eigenen Hand.

Die Bevölkerung kannst du auch nicht fragen - die wollen das es ihren Kindern "besser" geht und verlangen diverse Sonderfertigkeiten, das Kind darf nicht mehr Kind sein sondern es muss lernen, 3 Fremdsprachen: Englisch, Mandarin und spanisch. Wenn es dem Kind nicht gelingt muss es Nachhilfe bekommen. Den Computer verstehen vor allem ältere Menschen nicht und wollen gerne eingewiesen werden - das verlangen Sie dann auch im Schulsystem ist aber völlig unnötig. Das ist nicht über den Köpfen hinweg entschieden worden sondern das ist so vom Volk sogar verlangt worden.

Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 02:14:17
Warum wird der Wandel nicht an menschliche Bedürfnisse angepasst?

Weil es sich an andere Faktoren festhängt. Seit 150 Jahren wird letztlich gelehrt wie eine Maschine zu arbeiten, nun ersetzen Maschinen mehr und mehr unsere Arbeit. Das ist keine allzu große Überraschung. Um uns nicht selbst obsolet zu machen benötigen wir also sowieso wieder eine humane Arbeit, in der Hinsicht sehe ich den Wandel positiv.

Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 02:14:17
Wer sagt denn das alle Menschen von Computer und Robotern ersetzt werden möchten? Vllt. möchten manche nur die Unterstützung durch solche Gerätschaften.

Wer will den Stundenlang am Band stehen und einen Handschlag verrichten, viele tausend mal pro Schicht? Da wo Roboter eingesetzt werden können ist die Arbeit inhuman. Ich sehe keinerlei Grund diese Jobs zu retten. Die Unterstützung bekommt man auch - wenn z.B. eine Maschine kaputt geht kann man sich zB. eine Drille aufsetzen (Digitale Brille) die dann genau zeigt was fehlt und man selbst reparieren muss und die Drille dann faktisch nur mit den Leitungsplänen und den Informationen zeigt die man für die Reparatur benötigt und dann auch selbst prüft ob alles wieder richtig funktioniert.

Aber wie gesagt, die Digitalisierung betrifft nur die Berufsgruppen die sowieso seit 150 Jahren gelehrt wurde wie eine Maschine zu arbeiten.

Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 02:14:17
Was nutzen da Kaufprämien, wenn man die Errungenschaften nicht vernünftig nutzen kann?

Das sehe ich genauso - ich sehe es auch bei mir im Kabelbau - es wird das reingeschmissen was man braucht, so ein PVC-Rohr kostet um den 1€ / Meter - warum man nicht einfach mehrere dann mit reinlegt für weitere Sparten oder Ausbau werde ich nie verstehen. Stattdessen kommt die Telekom und reißt noch einmal alles auf. Effektivität gleich 0.

Die Infrastruktur ist hingegen ein Problem wenn man Sie aufbaut, ich bin sogar fast der Meinung der Strom zum Finanzkollaps 1929 geführt hat. Mit höheren Löhnen / mehr Konsum oder weniger Konsum bei niedrigeren Arbeitszeiten wäre das nie passiert. Ich plädiere selbst für keine Ladeinfrastruktur wie wir Sie heute kennen sondern durch Induktion. Zuerst auf Autobahnen - später dann Bundesstraßen und zum Schluß auch auf Kreisstraßen wodurch die Batterien nach und nach immer kleiner werden können. Man hat aber bei den Millionenausbau der Straßen nie einfach mal solche Leerrohre druntergeschoben die solche Leitungen hätten gebrauchen können.

Das liegt auch daran das Privatunternehmen sich nicht gegenseitig unterstützen. Selbst wenn es ihnen gegenseitig helfen würde und nicht in Konkurrenz steht, das wird dann höchstens punktuell gemacht. Selbst innerhalb von einer Firma funktioniert es bei weitem nicht Reibungslos. Das ganzheitliche wird stets ignoriert. Was ich immer wieder sehe: KabelBW hat auf der linken Seite der Straße einen Pflug übers Land gestartet. 2 Tage später kam die Telekom und hat auf der rechten Seite einen Pflug gestartet, der war Größer - ein Wettbewerb entstand - welcher ist schneller, oh nein die Kette ist vom Pflug bei der Telekom gesprungen, der KBW Flug vergrößert seinen Vorsprung, doch die Kette konnte repariert werden, nun zieht der Telekom Pflug an und überholt KBW die gerade mit Nachschubproblemen kämpfen - Sieg für Mangenta, die Rally war nach 12 Werktagen klar für die Telekom entschieden.

Also ich greif mir langsam an den Kopf was das soll. Am nächsten Tag war ich auf einem Baugebiet, Ich war als Vermesser für Strom zuständig, auf der Baustelle Schloß gerade der Vermesser für Telekom ab den ich grüßte, irgendwo entdeckte ich KBW-Vermesser der herumirrte. Danach kam der Vermesser für Gas, und noch einer für die Stadtwerke Wasser einmessen - der sechste Vermesser von der Baufirma selbst kam ebenfalls noch einmal. Die Infrastruktur wird dadurch auch nicht billiger wenn 6 Vermesser auf der Baustelle herumgeistern. Man benötigt für Infrastruktur halt vor allem eines: Kooperation.

Was ich sagen will, es gibt keine Kooperation mehr. Allein bei E-Autos: Bis man sich auf einen Stecker entschieden hat damit alle untereinander kompatibel sind. Dann das Abrechnungssystem für die E-Tankstellen die komplizierter kaum sein kann da auch wieder sein eigenes System bevorzugt, dadurch gibt es über 200 verschiedene Abbuchungssystem. Sollten E-Autos bevorzugt oder gleichberechtigt sein? Verschiedene Abnahmemengen verstopfen durchaus die langsamen Ladesäulen. Die EnBW macht sich die Smight-Masten zu eigen wo eine Ladestruktur über die Lampe entstehen kann was das Beleuchtungsnetz allerdings völlig überladen würde (Das sehe ich ehrlich gesagt immer noch vernünftiger an als eigene Ladesäulen). Bei den E-Autos herrscht das reinste Chaos weil jeder seinen eigenen Kram macht. Dann ist das Problem das Autos sowieso viel zu viel Platz verbrauchen und in Städten völliger Irrsinn wäre daran weiterhin festzuhalten. Ich sehe solche kleinen 1-2 Mann Vehikel eher in der Stadt die von Ladestation zu Ladestation geleast werden können, sowas wie den Renault Twizzy. Für den Abtransport von größeren Sachen müssen sich Geschäfte selbst was einfallen lassen, viele Baumärkte verleihen ihre Transporter günstig, was ich durchaus als Zukunftsprojekt sehe.
« Letzte Änderung: 19. November 2016, 15:12:22 von Planloser »
Die Arbeit verschwindet – das will kein Politiker seinen Wählern erzählen. Stattdessen hat sich die Politik drei Pseudotheorien ausgedacht, um diese Entwicklung zu erklären. Wir verlieren in unserem Land Jobs, weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Wir haben genug Jobs, die Leute sind nur nicht richtig ausgebildet. Wir haben zu wenig Jobs, weil die Sozialabgaben zu teuer sind. Alle drei Argumente sind für Jeremy Rifkin absurd.

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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #31 am: 19. November 2016, 15:14:42 »
Ich bin entgeistert, ich muss dem Planlosen tatsächlich mal zustimmen!  :schock:
Uns wird immer wieder eingeredet wie toll denn Wettbewerb sei, dabei kann jeder sehen, dass er nur Kosten steigert und auch sonst Nachteile für den Kunden bringt.
Man braucht sich ja nur mal den Formatkrieg in den 80ern ansehen.
International anerkannte Definition von Sklaverei= Sklaverei ist wenn Menschen unter Androhung körperlicher oder wirtschaftlicher Strafen zu Arbeiten gezwungen werden die sie nicht tun wollen !!

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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #32 am: 19. November 2016, 15:27:31 »
Zitat von: Planloser am 19. November 2016, 14:57:17
Für mich wäre es weitaus wichtiger anstatt den Computer zu nutzen zu verstehen wie ein Programm funktioniert oder auch ein Computer an sich.

Das meinte ich ja mit schulische, beruflicher Ausbildung. Wenn wir mit einer Materie umgehen sollen, dann müssen wir doch erstmal lernen wie sie funktioniert, um sie auch verantwortungsbewußt zu nutzen.

Der Wandel von der industriellen auf die digitale Welt nimmt Arbeitsplätze, aber es entstehen auch Neue. Siehe die 9000 geplanten Stellen im IT- Bereich bei VW. Es gibt viele Bereiche wo die Digitalisierung das Leben erleichtert, nur muss man es sehr genau im Auge behalten, damit die Menschen wegen ihrem Unwissen (was noch existiert) über die Funktionen, nicht über den Tisch gezogen werden.
Siehe die Entrechtung Vieler.

Das Problem liegt m.M.n. nicht in der Digitalisierung selbst, sondern daran wie es umgesetzt wird. Es wird für den Profit und die Macht Weniger, die Bevölkerung dumm gehalten und entrechtet, anstatt die Technik an die menschlichen Bedürfnisse anzupassen.

Von künstlicher Intelligenz halte ich persönlich nichts, das ist die Abschaffung der eigenen Art!

Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.          -Thèophile Gautier

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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #33 am: 19. November 2016, 15:51:09 »
Zitat von: Maxvorstadt am 19. November 2016, 15:14:42
Uns wird immer wieder eingeredet wie toll denn Wettbewerb sei, dabei kann jeder sehen, dass er nur Kosten steigert und auch sonst Nachteile für den Kunden bringt.

Bei Strukturmonopolen sowieso. Da bin ich wirklich mit Frau Wagenknecht einer Meinung - niemand kommt auf die Idee 2 Wasserleitungen ins Haus einzuführen damit man zwischen den Anbietern wechseln kann, bei Nachrichtenwege macht man das gerade das gibt es in keinem anderen Land was ich kenne und ich vermute derzeit das es durch die teuren Mobilfunktverträge finanziert wird.

Das haben wir aber gerade mit den E-Säulen gerade und es ist das was es ist: Teuer und chaotisch. Man stelle sich vor der Tankstutzen bei Benzinern wäre ebenfalls unterschiedlich. Wir brauchen dafür eine ISO oder wenigstens eine DIN dann hat sich das erledigt, man hat sich ja immerhin auf ein Modell eingelassen, aber soweit ich weiß noch nicht genormt. Das gehört für mich aber vorher geregelt. Das zeigt mir aber auch das die Regierung kein wirkliches Interesse an E-Autos hat sondern nur an den Konsum der ausgelöst werden soll.

Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 15:27:31
Von künstlicher Intelligenz halte ich persönlich nichts, das ist die Abschaffung der eigenen Art!

Sehe ich weniger - selbst wenn die KI perfekt wäre, wäre Sie noch unserer Sklave.

Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 15:27:31
Es wird für den Profit und die Macht Weniger, die Bevölkerung dumm gehalten und entrechtet, anstatt die Technik an die menschlichen Bedürfnisse anzupassen.

Man muss aber auch sehen wie schnell die Digitalisierung kam, vor 20 Jahren wollten nur wenige ein PC oder ein Handy Zuhause haben. Das fing dann erst 2005 mit Laptops richtig an und 2013 gab es den letzten großen Schub durch Smartphones. Ich bin jetzt 28 Jahre alt und wurde schief angeschaut als ich in der Schule erzählte das ich gerne am PC spiele. Heute ist das Gegenteil der Fall. von den bisherigen Entwicklungen gesehen war das der schnellste Umbruch den ich je gesehen habe. Die "Gefahr" ist letztlich auch nur die 2 Wege Kommunikation in Verbindung mit der Kostenloskultur aufeinander trifft, die gab es bei Radio oder Fernseher nicht, selbst beim Telefon und auch da nur für den Gegenüber, da waren Dritte eher selten dabei. Die schnelle Verbreitung konnte aber nur geschehen da es eine Umsonstkultur gibt die es vorher nur bei Fernsehen und Radio gab aber jetzt eben auch der Gegenkanal.

Ich gehe aber davon aus das Werbung aus Radio und Fernsehen weitaus gefährlicher sind als über das Internet. Internetwerbung hat nachgewiesener Maßen eine geringere positive Resonanz. Für ich sind also Google und Co. nicht die schlimmen Finger auch wenn man Sie medial gerne zugrunde richtet, für mich sind es vielmehr Datenverwerter die mir dann tatsächlich etwas antun können, das sind dann eben auch die Geheimdienste.
Die Arbeit verschwindet – das will kein Politiker seinen Wählern erzählen. Stattdessen hat sich die Politik drei Pseudotheorien ausgedacht, um diese Entwicklung zu erklären. Wir verlieren in unserem Land Jobs, weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Wir haben genug Jobs, die Leute sind nur nicht richtig ausgebildet. Wir haben zu wenig Jobs, weil die Sozialabgaben zu teuer sind. Alle drei Argumente sind für Jeremy Rifkin absurd.

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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #34 am: 19. November 2016, 15:59:33 »
Zitat von: Planloser am 19. November 2016, 15:51:09
Sehe ich weniger - selbst wenn die KI perfekt wäre, wäre Sie noch unserer Sklave.

Da sehe ich Gegenteiliges. Wie du es schon bei der Bandarbeit beschrieben hast, der Mensch wird der Sklave der Technik.
Und die KI wird den Menschen ersetzen, somit überflüssig machen. Nur sind wir Menschen so ausgelegt das wir eine sinnvolle Tätigkeit brauchen um uns zufrieden und wohl zu fühlen.
Dann werden noch mehr den Freitod wählen, weil sie nicht wissen wofür sie eigentlich da sind.
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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #35 am: 19. November 2016, 16:08:58 »
Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 15:59:33
Dann werden noch mehr den Freitod wählen, weil sie nicht wissen wofür sie eigentlich da sind.

Das gehört aber in den Bereich Lebensphilosophie. Ich verrichte immer Arbeit, egal ob ich mich mit jemanden unterhalte (Sozialkontakte), meine Kleidung wasche oder Einkaufen gehe (Selbsterhalt). Deswegen sehe ich den Weg zum Progressiven, also der Forschung, als Lösung an. Forschung wird selbst eine KI nie wirklich ersetzen können. Ein Experiment zu gestalten um etwas herauszfinden was aber fehlschlägt aber zu ganz anderen Thesen und Lösungen kommt, das obliegt bisher stets dem Menschen. Eine KI lernt zwar auch aus Rückschlägen und verbessert sein Verhalten schaut aber weniger über den Tellerrand. Was das für ein Experiment ist und wohin uns das bringt das kann letztlich auch keine KI sondern nur der Mensch für sich entscheiden. Wichtig sind eben die Ziele die wir vor uns haben wollen, einen anderen Planeten besiedeln das Universum verstehen usw.. Heutige arbeit ist nur noch Selbsterhalt und meist derart spezifiziert das Sie langweilig ist.

Selbst wenn die Lohnarbeit völlig nebensächlich wird verrichten die meisten Menschen eben noch Arbeit, in ihrem Garten, in ihrer Familie, in ihrer Wohnung. Man muss auch begreifen das der Akkuschrauber den Schraubenzieher nie vollständig ersetzt hat und auch nicht wird, so toll auch ein Akkuschrauber auch sein mag.
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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #36 am: 19. November 2016, 16:09:53 »
@Planloser:
Was für ne Schule war das, wenn du in den späten 90ern, frühen 2000ern schief angeschaut wurdest wegen Computerspielen?
Schon in meiner Jugend (80er Jahre) war Computerspielen bei uns Jugendlichen was ganz normales, zum Computerunterricht brachte da praktisch jeder seine neuesten Spiele mit und da wurde dann fleißig kopiert!  :grins:

@Lady Miou:
Ja, vor der KI hab ich auch etwas Angst. SKYNET oder Butlers Djihad sind da keine wirklich unmöglichen Szenarien.  :flag:
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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #37 am: 19. November 2016, 16:17:34 »
Zitat von: Planloser am 19. November 2016, 16:08:58
Man muss auch begreifen das der Akkuschrauber den Schraubenzieher nie vollständig ersetzt hat und auch nicht wird, so toll auch ein Akkuschrauber auch sein mag.

Richtig, nur wieviele Menschen bleiben dann übrig?

Zitat von: Planloser am 19. November 2016, 16:08:58
Selbst wenn die Lohnarbeit völlig nebensächlich wird verrichten die meisten Menschen eben noch Arbeit, in ihrem Garten, in ihrer Familie, in ihrer Wohnung.

Genau das wird nicht funktionieren, da es die Menschen unterfordert und sie sich immer mehr überflüssig fühlen werden.

Du siehst doch jetzt schon die Auswirkungen der Digitalisierung (Arbeitsplatzverlust, Armut), glaubst du das wird mit der KI besser?

Darf ich dich an die Threadüberschrift erinnern: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht

Jetzt nur mal so ein Zukunftsszenario: Der Mensch braucht nicht mehr zur Arbeit, in seinem Umfeld werden alle Arbeiten von Maschinen ausgeführt, selbst der Kühlschrank denkt selbst, der Rasen wird von einem Roboter gemäht, Essen macht sich selbst auf Kommando. Soziale Kontakte finden nur noch über PC statt. Wo bleiben die Bedürfnisse der Menschen, genau auf der Strecke. Jeder Mensch braucht Anerkennung und Zuwendung, aber nicht von technischen Gerätschaften, sondern zwischenmenschliche. Ansonsten ergeht es Ihm wie einer Blume die zwar viel Dünger erhält aber kein Wasser!
« Letzte Änderung: 19. November 2016, 16:35:25 von Lady Miou »
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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #38 am: 19. November 2016, 16:34:25 »
Zitat von: Maxvorstadt am 19. November 2016, 16:09:53
Was für ne Schule war das, wenn du in den späten 90ern, frühen 2000ern schief angeschaut wurdest wegen Computerspielen?

Mittelschule in Dresden - Computer waren bei uns auch eher weniger verbreitet, das war eher was für die jüngere Generation - ich musste für das Internet noch betteln. Konsolen etc. hatten zwar viele aber war eher wenig genutzt da letztlich das Zeug auch unerschwinglich war und damals schon Kopierschutz hatte. Das verlief vl. im Westen nicht ganz so rasch sondern startete schon früher.

Die meisten haben sich bei uns eher fürs trinken oder Kino oder Fußball oder oder oder interessiert, also mehr Außenaktivitäten. Die meisten hatten halt auch eine N64 herumstehen war aber mehr was für 1 oder 2 Stunden am Wochenende aber keinesfalls länger oder gar fast täglich.

Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 16:17:34
Richtig, nur wieviele Menschen bleiben dann übrig?

Alle.

Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 16:17:34
Genau das wird nicht funktionieren, da es den Menschen unterfordert und sich immer mehr überflüssig fühlen werden.

Nagut - Gefühle mal hinten dran stellen: jeder ist auch heute überflüssig. Hätte Deutschland nur die Hälfte der Einwohner wäre die Wirtschaft eben auch nur halb so groß. Wenn es mich nicht gebe kann man auch durch fehlenden Konsum im gesamten System einen Arbeitsplatz streichen. Es ist doch für die Menschheit völlig irrelevant ob ein Mensch da ist oder nicht. Warum sollte das beim Wegfall der Lohnarbeit anders sein?

Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 16:17:34
Du siehst doch jetzt schon die Auswirkungen der Digitalisierung (Arbeitsplatzverlust, Armut), glaubst du das wird mit der KI besser?

Ich bezweifle das es miteinander zusammenhängt, als es nicht mal Dampfmaschinen gab gab es dennoch arme Menschen. Als die industrielle Revolution gab, gab es weiterhin arme Menschen. Als die Sozialsysteme kamen, gab es weiterhin arme Menschen. Ich bezweifle das sich daran also irgendwas ändern wird wenn wir nicht das System der Verteilung ändern. Deswegen: In westlichen Augen waren damals auch alle DDR Bürger arm, innerhalb des Systems der DDR war es relativ egal was man gerade gemacht hat - man war versorgt und konnte sich ab und an Luxus leisten. Das gleiche heute auch, die Leute sind aus unseren Gesichtspunkten in Kuba arm, aber wenn ich sehe das Mexiko das auf den selben Stand war heute ist dann würde ich Kuba bevorzugen. Mexiko hat zwar einen höheren technologischen Grad erreicht aber die Armut grassiert massiv, von der Gewalt ganz zu schweigen. In Kuba fühlen sich die Menschen weder arm noch reich - Sie leben einfach vor sich hin und halten das Niveau weil letztlich auch kein anderer ein wirklich besseres Leben hat. Letztlich ist doch der Niveauunterschied der uns hier stört aber nicht die Armut selbst.
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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #39 am: 19. November 2016, 16:44:19 »
Zitat von: Planloser am 19. November 2016, 16:34:25
Nagut - Gefühle mal hinten dran stellen: jeder ist auch heute überflüssig.

Genau da liegt doch das Problem, es wird auf die lebenswichtigen Bedürfnisse eines Menschen keine Rücksicht mehr genommen, weil maschineller Fortschritt und Profit vor geht. Somit schafft sich die Menschheit selbst ab.
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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #40 am: 19. November 2016, 16:55:16 »
Zitat von: Lady Miou am 19. November 2016, 16:44:19
Genau da liegt doch das Problem,

Da liegt kein Problem - dem Universum ist es völlig egal ob wir jetzt noch in der Ursuppe liegen würde oder alles in Atome zerfallen wäre. Lebenswichtige Bedürfnisse liegen in unserer Macht. Es verhungern oder verdursten nach wie vor immer noch Menschen, die haben vom technologischen Fortschritt so viel gesehen wie ein Plankton obwohl Sie für den Selbsterhalt keineswegs überflüssig sind. Schaffen sich Ureinwohner damit selbst ab oder liegt es nur im Teil der Evolution und der natürlichen Selektion? Wenn wir Maschinen erschaffen die uns selbst komplett ausrotten dann haben wir versagt, als Gesellschaft und auch als Kultur. Die Natur würde entsprechend andere Wege suchen.

Das sieht man auch bei Tieren: Tiere die sich auf neue Territorien getraut haben, also selbst geforscht haben, haben immer besser überlebt als diejenigen die nur ihr Revier kannten. Sprich wenn sich Affen Schusswaffen bauen und sich damit gegenseitig niederschießen dann ist die Spezies nicht überlebensfähig da zu aggressiv, einige werden am Ende immer überleben da Sie davon nichts halten aber den Weg wird man immer wieder versuchen - man kann etwas unerledigtes nicht einfach verbieten, z.B. den Affen die Waffen wieder wegnehmen - es werden immer wieder welche versuchen welche zu bauen um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. Genauso werden wir immer wieder KIs erschaffen auch wenn es gesellschaftlich nicht gewollt ist. Verbote haben in meinen Augen immer etwas unkontrollierbar gemacht, wenn offiziell an KIs gearbeitet werden darf wird nicht nur rein auf die Technik sondern auch auf die Sicherheit.
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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #41 am: 19. November 2016, 17:05:30 »
Zitat von: Planloser am 19. November 2016, 16:55:16
Schaffen sich Ureinwohner damit selbst ab oder liegt es nur im Teil der Evolution und der natürlichen Selektion?

Ureinwohner leben noch nach einem sehr alten Muster, da fehlt es nicht an dem Lebenswichtigen, obwohl ihr Lebensraum immer weiter beschnitten wird. Genau die Evolution wird heute durch den technischen Fortschritt massiv manipuliert, von einigen Wenigen, die glauben aufgrund von Macht und Geld könnten sie alles bestimmen.
Sie erzeugen die massive Ungleichbehandlung von Menschen und fördern die Verarmung der Mehrheit. Somit das schneller Ableben!

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Offline kroetenschleim

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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #42 am: 19. November 2016, 17:06:24 »
@ Zu Beitrag #30:

Die Ureinwohner könn(t)en in ihrer natürlichen Umgebung (über)leben - solange man sie lässt, anstatt ihre Lebensgrundlage immer weiter zu zerstören, wie es vielerorts gemacht wird.

Offline Orakel

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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #43 am: 19. November 2016, 17:10:40 »
Wer gehört eigentlich zu den Ureinwohnern der EU, deren Lebensraum immer weiter beschnitten wird?
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Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

Offline kroetenschleim

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Re: Eurostat-Bericht: 119 Millionen Menschen in EU von Armut bedroht
« Antwort #44 am: 19. November 2016, 17:14:54 »
Ich bezog mich - wier du meinem Beitrag entnehmen kannst - auf Beitrag #30, und in dem ging es um die gesamte Menschheit, weltweit.