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Autor Thema: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende  (Gelesen 38669 mal)

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Offline HolsderGeier

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Re: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende
« Antwort #30 am: 25. Oktober 2016, 23:14:34 »
Ja genau, RAD jetzt in der Long Edition.... :wand:

Ich war vor ein paar Wochen auf dem Treffen für Menschen mit Armutserfahrungen in Berlin und Frau Kerstin Griese (SPD, MdB, Ausschuß für Arbeit und Soziales in Berlin) hat bei dieser Veranstaltung klare Kante geredet, daß es einen vom Bund finanzierten Arbeitsmarkt für Langzeitlarbeitslose geben wird. Diese müssen erst einmal wieder eine "Tagesstruktur" erlernen.


Online Lady Miou

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Re: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende
« Antwort #31 am: 25. Oktober 2016, 23:30:54 »
Zitat von: Ausgeharzt am 25. Oktober 2016, 22:31:15
Ist das jetzt eine Art EEJ? Oder mit was haben wir es da zu tun?

Wohl eher eine bundesweite Neuauflage hier von: http://www.lagfa-berlin.de/wp-content/uploads/2014/05/LAGFA_Berlin-PP_Ewerbslose-2013.pdf
Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.          -Thèophile Gautier

Offline asda

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Re: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende
« Antwort #32 am: 25. Oktober 2016, 23:31:31 »
aber nach nem grundeinkommen schreien ....

Online Lady Miou

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Re: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende
« Antwort #33 am: 25. Oktober 2016, 23:40:49 »
Zitat von: asda am 25. Oktober 2016, 23:31:31
aber nach nem grundeinkommen schreien ....

Nun ja, es ist schon was anderes ein BGE und das Taschengeld von max. 330,-€ zu erhalten oder Hartz IV mit Grundrechtsentziehung und Anrechnung von 130,-€
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Offline Orakel

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Re: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende
« Antwort #34 am: 25. Oktober 2016, 23:51:33 »
Wohl eher eine bundesweite Neuauflage hier von ...

Unsinn! Freiwilligenzentren gibt seit Jahrzehnten!
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Online Lady Miou

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Re: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende
« Antwort #35 am: 26. Oktober 2016, 00:37:18 »
Zitat von: Orakel am 25. Oktober 2016, 23:51:33
Unsinn! Freiwilligenzentren gibt seit Jahrzehnten!

Es geht doch nicht um die Freiwilligenagenturen, sondern wie Langzeiterwerbslose da rüber in den Arbeitsmarkt intregiert werden sollen. Mein Link ist von 2013. Da es aber immer noch an ehrenamtlichen Helfern fehlt, dank der Situation in die uns unsere Bundeskanzlerin gebracht hat, ist es doch nicht abwegig das die JCs Langzeitbezieher dazu auffordern, sich ehrenamtlich zu betätigen.
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Offline coolio

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Re: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende
« Antwort #36 am: 26. Oktober 2016, 00:50:25 »
Bei jedem AV, PAP, oder wie auch immer steht auf dem Türschild 'Arbeitsvermittlung'!
Ist es primäres Ziel derer, Repressionen zu verbreiten, oder was bedeutet das ????
Wenn die Eigenbemühungen halt nicht fruchten, würde ich mir von einer 'Arbeitsvermittlung' mehr erwarten, als in Anwesenheit des 'Kunden (haha) mal schnell die unsägliche Jobbörse zu filtern!
Εν οίδα οτι ουδέν οίδα (Sokrates) alias: Scio nescire - zu deutsch: null Ahnung
Wer redet oder telefoniert, der verliert!
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Offline Ausgeharzt

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Re: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende
« Antwort #37 am: 28. Oktober 2016, 20:34:52 »
Also was mich stört ist z. B. das meine Bekannte ehrenamtlich putzen geht. Putzen ist ja nun mal harte Arbeit und sicherlich kann man es verstehen, wenn man z. B. einer alten Dame im Haushalt hilft, die mit ihrer kleinen Rente keine Putzfrau bezahlen kann.
Nun habe ich meine Bekannte beim Einkaufen getroffen und sie war sichtlich fast schon schockiert, dass sie sowas machen muss, ich bekam nicht viel aus ihr raus, nur soviel, dass das JC es ok findet, sie eine Chefin hat und in einer Firma ehrenamtlich putzt.

Früher war ich einige Jahre ehrenamtlich beim DRK tätig, aber es war auch mein Hobby und was ganz anderes.
Beim Katastrophenschutz gab es viele Einsätze und Übungen, das ist doch was ganz anderes als das, was man uns als ehrenamtlich andrehen will!

Wenn ich an die Caritas denke, denke ich automatisch an vergoldete Wasserhähne - nee, die sollen ihr Personal mal schön bezahlen!

Offline Jeanna

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Re: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende
« Antwort #38 am: 29. Oktober 2016, 09:04:04 »
Das ist ja Unfug. „Ehrenamtlich“ arbeiten kann man nur bei einer anerkannt gemeinnützigen Einrichtung, z.B. einem Verein (e.V.). Unentgeltliche Arbeit bei einer Firma wäre unbezahlte Schwarzarbeit und somit strafbar.

Wie Du es beschreibst, kann man die Arbeit Deiner Bekannten als „Freundschaftsdienst“ oder „Nachbarschaftshilfe“ einordnen. Das ist natürlich erlaubt, kann aber niemandem aufgezwungen werden. Ebensowenig wie ein echtes Ehrenamt.

Offline ernst_blutig

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1) Damit gibt man zu, dass es Menschen gibt, die in den Arbeitsmarkt nicht mehr einzugliedern sind, was die Theorie vom "EinEuro-Job als Brücke in den Arbeitsmarkt" definitiv ad absurdum führt, bzw die Studien unterstützt, die belegten, dass diese EinEuroJobs genausoviel zur (Wieder)Eingliederung in den Arbeitsmarkt beitragen wie der berühmte Pups auf der Gardinenstange.
Denn Menschen, die nach zwei Jahren in diesen EinEuroJobs wieder und wieder in (denselben) EinEuroJob(s) gesteckt werden, sind offenbar schon für den Arbeitsmarkt "verloren", sie wurden schlicht aufgegeben und müssen jetzt nur noch auf Biegen und Brechen aus der Statistik getrickst werden(bzw. presst man die noch vorhandene (Arbeits)kraft zum Wohle der WirtschaftTM aus ihnen heraus), koste es was es wolle, bloß um die Agenda 2010 weiterhin als "Erfolg" verkaufen zu können.

2) Wie lange soll das gut gehen, Menschen, die keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, in mehr als fragwürdige (weil Arbeitsplätze auf dem Arbeitsmarkt verdrängende) Zwangsarbeit zu stecken? Schließlich kosten diese Maßnahmen den "braven Steuerzahler" jedes Jahr nen Arsch voll Geld. Das führt automatisch zu

3) diese Art der Statistiktrickserei kostet jedes Jahr ne ordentliche Stange Geld, von der man locker reguläre Stellen auf dem Arbeitsmarkt (deren Bedarf ja offenbar vorhanden ist, sonst gäbe es das Phänomen der Stellenverdrängung durch EinEuroJobs (z.B. im GaLaBau) ja wohl nicht) schaffen/finanzieren  könnte, allerdings ist das offenbar nicht gewollt, da man sonst ja nicht über die ach so teuren Erwerbslosen lamentieren könnte, mit dem Hintergedanken, bei der Gewährung des ExistenzMINIMUMS weitere Einschnitte und Kürzungen vorzunehmen, um glz. der WirtschaftTM billige und willige(da durch ständige Androhung der Existenzvernichtung klein gehaltene) Arbeitssklaven zuzuschustern, um sich selbst als Partei/Regierung üppige "Spendenflüsse" nicht abzuwürgen; aber das sind sicher nur wieder  Hirngespinste...

Die Gekniffenen sind, wieder einmal, die von diesen Maßnahmen betroffenen Erwerbslosen, die sich im Zweifel sogar Hoffnungen machen, durch eine solche Ausbeutungsmaßnahme tatsächlich nen "Fuß in die Tür" auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen (wird/wurde ja lang genug so propagiert, "EinEuroJob als Sprungbrett in den Arbeitsmarkt") aber die sind für die WirtschaftTM eh nur unnützes/unwertes Geschmeiß/nutzlose Fresser, wenn man sie/deren (durchaus vorhandene *)Arbeitskraft nicht für nen Appel und nen Ei (oder besser noch für lau, bzw. indem man noch Geld dafür bekommt, sich sowas "Unwertes" ans unternehmerische Bein zu binden) ausnutzen kann.

* denn denjenigen, die definitiv nicht mehr können, wird wohl kaum so ne Maßnahme angeboten werden, die kann man nämlich gar nimmer verwerten und da man sie (noch) nicht einfach so entsorgen kann, lässt man sie eben in der GruSi/Sozialhilfe dahinvegetieren, auf dass sich dieses Problem auf biologischem Wege von selbst löst (Stichwort: Arme sterben im Schnitt 12 Jahre früher)



MfG

In der Broschüre von Rainer Roth "Was ist eigentlich das Existenzminimum" wurde mathematisch ermittelt, daß der Versorgungsatz aus ALG2 nichtmal dazu reicht den Grundumsatz (das was der Mensch an Energie verbraucht, wenn er nahezu keine Arbeit verrichtet) eines durchschnittl. Erwachsenenperson, der liegt bei ca. 1700kcal, zu sichern. Der Energieumsatz eines Menschen bei normalen Alltagstätigkeiten liegt bei ca. 2550kcal. Der Hartz4-Satz deckt nichtmal 1500kcal ab.


Mit anderen Worten: ALG2 ist langfristig auf Verhungern ausgelegt oder auf Sterben oder Verelenden durch Folgeschäden des Hungerns oder anderer Mangelernährungserscheinungen
.

Deren Kosten bei Behandlung ebenfalls wieder die Allgemeinheit der in die Krankenkassen Einzahlenden tragen darf, was wie man weiss, nicht alle Arbeitenden sind. Die Kosten schultern also wiederum nur gewissen Klassen und Schichten von Lohnabhängigen und Selbstständigen).





Offline Klappstulle

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Wo gibt es diese Broschüre?

Ich glaube das, was du da schreibst, sofort.

Ich sehe es ja an mir.