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Autor Thema: Arbeitslosengeld II: Hartz-IV - ein bürokratisches Monster?  (Gelesen 524 mal)

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Offline Meck

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Die Verwaltung von Hartz-IV ist extrem aufwendig. Jeder zweite Mitarbeiter in den Jobcentern ist ausschließlich mit der Berechnung staatlicher Leistungen beschäftigt. Ein CDU-Sozialpolitiker spricht sich für eine stärkere Digitalisierung in der Verwaltung aus. In der Arbeitsagentur ist man skeptisch, ob das gelingen kann.

Als die rot-grüne Bundesregierung mit der Agenda 2010 die staatliche Grundsicherung (Hartz IV) einführte, hatte sie eine naheliegende Idee: Die Regierung wollte Schluss machen mit den vielen Einzelanträgen in der Sozialhilfe und dem komplizierten Berechnen von einzelnen Leistungen. In einer Pauschale, derzeit 409 Euro pro Monat für einen Alleinstehenden, sollte alles drin sein.


-->> http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/hartz-iv-bescheide-mit-bis-zu-seiten-1.3468117

Online coolio

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Re: Arbeitslosengeld II: Hartz-IV - ein bürokratisches Monster?
« Antwort #1 am: 21. April 2017, 04:32:34 »
Scheele:Alter Wein in alten Schläuchen.
Achja?
Zitat
20 000 Mitarbeiter von dieser Pflicht befreit werden. Diese ließen sich dann als Arbeitsvermittler einsetzen,
So einfach ist das - 'ich hab zwar von dem Job keine Ahnung, aber davon jede Menge.'
Arbeitsvermittler = Sanktionsquoten-Stabilisatoren!
Kennt einer von den jetzigen AV wenigstens die Jobbörse der BA? nö! Oder gar die frei wirtschaftenden Job-Portale? nö!
Hat jemand von den AV Kontakt zum aktuellen - nicht prekären - ersten Arbeitsmarkt?
Nö - Zaf und andere Provisionsbringer, wenn überhaupt.

Die Umsetzung von unproduktiven Prozessen umzusetzen in IT ist im IT- Land Deutschland ein Problem?
Der wirtschaftlich abgehängte Staat Estland aber kanns?
Ich höre hier immer nur den Quotenbringer "Sanktion" - fiele der weg, würde auch der BA bzw. dem Bundessozialministerium in diesem Bereich die wirtschaftliche Existenzgrundlage entzogen.

Bei sauber umgesetzten IT-Prozessen gäbs wohl kaum noch Sanktionen im Bereich Arbeitsbemühungen.

Würde vll. ein Intensivteam von hundert IT Spezialisten, ein paar Konzeptionisten/Grob- und Fein Konzept benötigen . Also Peanuts angesichts der täglichen Verschwendung von Steuergeld bereits in diesem Bereich.
Laufzeit vll. 3 Jahre bei konsequenter (also nicht-politischer) Umsetzung.

Nachteil: die Repressionen durch inkompetente AV und Leistungsbearbeiter und damit Ersparnis durch Sanktionen würden zu einem hohen Prozentsatz wegfallen.
Deshalb soll der Ausschuss an Personal auch umgesetzt werden in die AV.
Ich würde ja gerne eine repräsentative Umfrage durchführen, wem schon mal vom JC engagiert ein seriöser Job vermittelt wurde.
Ich kenns selbst:
AV-Pflichttermin: blätter, blätter in der Jobbörse: "Das könnte doch was für Sie sein". Antwort: "öööhm - sie haben doch mein CV aus der Freiberuflichkeit vorliegen.  Na gut - geben Sie's mir mit, vll. wird zumindest ein Kontakt daraus"
Und der war mir eigentlich aus einem früheren gemeinsamen Projekt (bei der Telekom *grins*) nicht feindlich gesinnt.
Wie soll das dann erst mit den ganzen frustrierten Besen werden, die zwangsweise fachunkundig intern umgesetzt wurden?
Nö - Besitzstandswahrung BA abwärts.  :wand:

(R)Evolution von innen heraus in einem von Repression (intern wie extern) geprägten System - so wahrscheinlich, wie die Bildzeitung zu seriösem Journalismus zu veranlassen!

Aber welcher Halluzinist würde sich das auch nur träumen lassen, wenn schon der Kopf des Fisches derart lautstark stinkt?
Subsystem der "Demokratie" nach absolutistischem Vorbild ala DDR.
Nix mehr mit Marktwirtschaft an der Stelle - die Budgets sind eingephast und damit ist jede Änderung nicht mehr wünschenswert.
Besser "wide Management" statt "lean Mangement"

 


« Letzte Änderung: 21. April 2017, 04:56:59 von coolio »
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Offline ratlos

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Re: Arbeitslosengeld II: Hartz-IV - ein bürokratisches Monster?
« Antwort #2 am: 21. April 2017, 08:43:04 »
ist doch alles hausgemacht. mit der einführung vom alg II wurde ja nicht erwartet, dass sich die bevölkerung so wehrt. die dachten wir lassen uns alles gefallen. der buschfunk meldet trotzdem eine pauschalierung der zu zahlenden beträge, aber nicht zu gunsten der betroffenen.

aktuelle wurde im jc meines landkreises die formulare geändert, jetzt muss man eine schriftliche bestätigung vom vermieter einreichen, dass man fernwärme bezieht.  :wand:

na ja, warten wir die wahl ab, schade das man die betroffenen nicht zur wahl bewegen kann.
Ich erbringe keine entgeltliche noch unentgeltliche Rechtsberatung. Alle meine Aussagen stellen lediglich einen persönlichen Rat dar oder beruhen aus Erfahrungen

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Das BA Jobwunder - mal mit Brille betrachtet
« Antwort #3 am: 03. Juni 2017, 03:00:17 »
Überschrift:
Zitat
Leiharbeitsfirmen profitieren von Flüchtlingen. Prekäre Arbeit auf dem Vormarsch. Bundesagentur für Arbeit verzeichnet »Jobwunder«
https://www.jungewelt.de/artikel/311671.arbeiter-zweiter-klasse.html

Aus dem Artikel:
Zitat
Erst kürzlich war der von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) initiierte Plan, 100.000 »Achtzig-Cent-Jobs« für Geflüchtete zu schaffen, gescheitert. 300 Millionen Euro wollte sie dafür jährlich bereitstellen. Die Summe hat sie inzwischen auf 60 Millionen eingedampft, wie Ende April die Süddeutsche Zeitung berichtet hatte.
Das hatte ich gar nicht mitbekommen. Vielleicht behalten sie die bräsige Nahles ja im Ösiland, wo sie derzeit ihre Parolen verbreiten darf. Hier braucht sie wohl keiner mehr....
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