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Autor Thema: Unsichere Arbeitsverhältnisse: 2,8 Millionen Arbeitsstellen sind befristet  (Gelesen 836 mal)

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Offline Meck

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Es war eine der ersten arbeitsmarktpolitischen Entscheidungen der Regierung Kohl: Sie schuf 1985 die Möglichkeit, Arbeitsverhältnisse ohne sachliche Begründung zu befristen. Seither steigt die Zahl dieser Jobs.

In den letzten 20 Jahren hat sie sich laut Bundesarbeitsministerium verdoppelt: Während 1996 etwa 1,3 Millionen Menschen befristet beschäftigt waren, stieg die Zahl 2015 auf 2,8 Millionen. Allerdings zeigt die Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion auch: Der Anteil befristet Beschäftigter an der Gesamtzahl der Arbeitnehmer sank zuletzt wieder leicht, auf 7,3 Prozent. Das liegt daran, dass es insgesamt viele neue Jobs gab.


-->> http://www.br.de/nachrichten/befristung-arbeit-entwicklung-100.html

Offline Delfinanne

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Ich bin auch nur befristet eingestellt. Was aber in 1. Lilien daran lag, das niemand wusste, ob unser Warenhaus nun schließen muss oder umgebaut wird. So gab es immer nur Arbeitsverträge bis zum aktuellen Mietsvertragsende. Mitterlweie bauen wir um und ich bin in der letzten möglichen Befristung, welche bis 04.10.17 geht. Mündlich habe ich schon gehört von meiner Chefin, dass es einen Fstvertrag geben soll. Originalzitat: "Sie und Frau xy gehen nur über meine Leiche!"
Carpe diem! ich lebe jetzt, ich lebe heute und ich geniesse in vollen Zügen

Offline Angela1968

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Dann pass mal schön auf eine Chefin auf das die am Leben bleibt. Du weist ja was dran hängt :grins:

Angela
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Offline CHIPI

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Ich hatte damals noch Glück das ich einen unbefristeten Vertrag bekommen habe.
Seit knapp 4 Jahren gibts bei uns nur noch befristete für 1 Jahr und die Stellen in den Zeitungen genauso.  Einen unbefristeten zu bekommen ist heute wie ein sechser im Lotto.

Offline AlterGaul

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Einen unbefristeten zu bekommen ist heute wie ein sechser im Lotto.

Ich würde sagen es hängt von der Qualifikation, Branche, Ort und Unternehmen selber ab. Viele Unternehmen sind gezwungen unbefristete Verträge anzubieten, weil sie sonst gar nicht ihre freien Stellen besetzen können. Die Unternehmen wissen mittlerweile, dass sie sich für die Bewerber interessant machen müssen.
Ich habe es in meinem Bekanntenkreis vielfach mitbekommen, das die Firmen so gernen einstellen würden, aber vielfach keine passenden Bewerber bekommen. Da würde es weder an zu wenig Gehalt, Urlaub oder einem unbefristeten Vertrag scheitern. Der Markt ist relativ leer. Das zieht sich durch die Pharma-, Automobil- und Elektronikbranche so durch.
Letztendlich muss man unterscheiden um was für eine Art Stelle es sich handelt. Für Ungelernte ist es natürlich viel viel schwieriger sich für den Markt interessant zu machen, als für Akademiker oder Spezialisten in ihrem Bereich.
Wen man für die Firma interessant genug ist, dann wird sie auf einen warten und auch direkt einen unbefristeten Vertrag schliessen bzw. schliessen wollen. Denn aus Sicht der Firma macht es keinen Sinn einen Mitarbeiter einzuarbeiten und dann wenn er in der Materie drinsteckt ihn dann wieder loswerden zu wollen.

Offline Planloser

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Das Problem ist vor allem das unbefristete Verträge häufig intern als befristet gilt. der Kündigungsschutz wurde dank FDP massiv zurückgefahren weshalb auch eine Festanstellung bei weitem nicht so sicher ist wie man es noch annimmt. Ausnahme bilden größere Unternehmen mit funktionierenden Betriebsrat und die stellen kaum noch ein weil man das eigene Gesindel ja nicht mehr so leicht losbekommt. Aber auch der Betriebsrat stimmt i.d.R. zu wenn es um Entlassungen aus betriebswirtschaftlichen Gründen geht, wäre auch irgendwie verkehrt wenn dem nicht so wäre.

Es bringt also alles nix mehr, eine gewisse Sicherheit gibt es nimmer - die Sicherheit existiert nur in manchen Fällen wenn man das Unternehmen an einen bindet und Know-How zurückhält oder anderen nicht weitergibt. Aber bei vielen Arbeitsplätzen ist das nicht möglich und auch dann ist bei einer Kündigungsrunde nicht automatisch besser gestellt (manchmal holen Unternehmen auch einen wieder zurück). Kurzum, egal ob befristet oder nicht - es sieht immer mau aus wenn man nicht schon 30 Jahre in dem Unternehmen sitzt und das Renteneintrittsalter in Sicht ist.

Befristete Verträge sind vor allem eines: Lediglich ehrlich und das vertragen die meisten nicht. Letztlich kann man den AG danach auch den Vogel zeigen und man habe nie an den Betrieb geglaubt was angeblich immer so wichtig sei. Hat also auch was befreiendes, man muss es halt nur für sich selbst zu nutzen wissen.
Die Arbeit verschwindet – das will kein Politiker seinen Wählern erzählen. Stattdessen hat sich die Politik drei Pseudotheorien ausgedacht, um diese Entwicklung zu erklären. Wir verlieren in unserem Land Jobs, weil die bösen Unternehmer Stellen ins Ausland verlagern. Wir haben genug Jobs, die Leute sind nur nicht richtig ausgebildet. Wir haben zu wenig Jobs, weil die Sozialabgaben zu teuer sind. Alle drei Argumente sind für Jeremy Rifkin absurd.

Offline CHIPI

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Ich arbeite in der Pflege und da gibt es fast nur noch befristete auch für exam. Pflegekräfte und das obwohl in der Pflege ein extremer Mangel Mitarbeitern besteht. Ich sehe das öfters bei uns, sie machen ihre Ausbildung u. sagen dann schon ... wenn ich fertig bin gehe ich aus der Pflege raus. Obwohl bei uns das Arbeiten noch ertragbar ist, da wir eine supi Chefin haben .... denn ich kenne da schon andere Häuser, da würde ich es verstehen.

Offline Angela1968

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Chipi,

kann ich so nicht bestätigen.

Ich fing sogar mit einem unbefristeten 400 Euro Job an. Erst als dieser in ein sv-pflichtiges Arbeitsverhältnis umgewandelt wurde, bekam ich erst mal einen befristeten 1 Jahres Arbetsvertrag. Ab dem Zeitpunkt wo dieser ausgelaufen war, hatte ich aber wieder einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Angela
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Offline CHIPI

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Ich sprach nicht von einem 400,-, das diese meist unbefristet sind ist klar. Bei mir ist es schon ein paar Jahre her, da habe ich auch einen unbefristeten sozialpf. Job bekommen. Außerdem arbeitest du in der Betreuung und nicht in der Pflege.

Offline Angela1968

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Also ich arbeite seit April 2010 bei meiner jetzigen AG ín.Den befristeten Arbeitsvertrag hatte ich so Mitte 2011 bis Mitte 2012. Weis nicht ob das für Dich als ein Weilchen her ist gilt.

Und von meinen Kollegen , egal ob Betreuungsfachkraft als auch Pflegehelfer, erfuhr ich das es bei ihnen ähnlich war. Erst einen befristeten Jahresvertrag der dann in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis überging.

Angela 
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