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Autor Thema: Inkasso  (Gelesen 1346 mal)

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Offline SarahBonn

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Inkasso
« am: 03. Mai 2017, 14:50:21 »
Meine Mutter hatte im Februar im Krankenhaus zur Geburt ein Familienzimmer gebucht. Am Ende wollte sie bezahlten aber man sagte Ihr das Sie eine Rechnung bekommt und dies dann Überweisen soll.
Wir warteten also auf die Rechnung, haben es aber dann ehrlich gesagt auch wieder vergessen.
Vor 1,5 Wochen kam dann ein Schreiben vom Inkassobüro. Aus 130€ sind nun 240€ geworden!
Wir haben sofort die Hauptforderung an das KH bezahlt, 2 Tage später kam wieder ein schreiben vom Inkasso und man drohte uns mit Gerichtlichen Maßnahmen.

Was können wir tun? MÜSSEN wir die Inkasso Gebühren bezahlen? 110€ !?

Gast30751

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Re: Inkasso
« Antwort #1 am: 03. Mai 2017, 15:10:52 »
Da ihr nicht im Verzug seid, aufgrund der fehlenden Rechnung, kann das Inkassobüro soviel drohen wie es möchte, denn der Verzug ist Grundvoraussetzung für die Geltungsmachung von etwaigen Verzugsschäden, so auch Inkassogebühren.

Hier obliegt es dem Krankenhaus zu beweisen, dass die Rechnung auch tatsächlich zugegangen ist und das dürfte schon scheitern. Ebenfalls könnte man sich darauf berufen, dass das Krankenhaus eine eigene Rechnungsabteilung hat und daher selbst in der Lage ist Mahnungen zu schreiben etc pp, weil die Gerichte immer mehr dazu übergehen und solche Inkassoaufträge und dessen Gebühren ablehnen.

Auch dürfen die Gebühren nicht über den Gebühren eines Rechtsanwaltes liegen und wenn das Inkassobüro noch einen Rechtsanwalt beauftragt, sind die Inkassokosten ebenfalls futsch etc pp.

Ich könnte noch mehr ausführen, allerdings läuft es immer wieder auf das gleiche hinaus.

Daher einfach ignorieren ist blöd, denn dann können die einen Schufaeintrag machen, daher der Forderung widersprechen mit dem Hinweis, dass keine Rechnung zugegangen ist und man den Sachverhalt doch bitte mit dem Auftraggeber zu klären hat.

Offline Terra

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Re: Inkasso
« Antwort #2 am: 03. Mai 2017, 16:06:01 »
Ob es rechtmäßig ist oder nicht kann hier keiner wissen. Bist du dir bzw. ist dir deine Mutter 100% sicher das sie keine Rechnung bekommen hat.

Weiterhin ist es nicht relevant ob eine Firma, ein Krankenhaus oder eine Behörde eine eigene Rechnungsabteilung hat, das ist für die Weitergabe an einen externen Dienstleister völlig uninteressant. Natürlich kann man ohne vorherige Mahnung den Vorgang nach dem ersten Zahlungsverzug an ein Inkassounternehmen weitergeben.

Der beste Weg, melde ich zeitnah und nachweislich bei dem Krankenhaus und reklamiere die Forderung. Teile die Reklamation dem Inkassounternehmen mit.

Offline Weltbild

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Re: Inkasso
« Antwort #3 am: 03. Mai 2017, 21:40:37 »
Die Aussage von Draco stimmt.

Gast30751

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Re: Inkasso
« Antwort #4 am: 03. Mai 2017, 21:49:28 »
Zitat
So sei es hier. Der BGH habe bereits in zwei Verfahren entschieden (VIII ZR 271/09; VIII ZR 277/11), dass der Geschädigte nur solche Aufwendungen ersetzt verlangen könne, die zur Wahrung und Durchsetzung seiner Rechte erforderlich und zweckmäßig waren. Dies sei aber hier nicht der Fall. Wie es bei der Kündigung bei einfacher Sach- und Rechtslage nicht der Einschaltung eines Anwalts bedürfe, bedürfe es für Mahnungen im konkreten Fall nicht der Einschaltung eines Inkassoinstituts.

http://www.berliner-mieterverein.de/recht/mieturteile/12032agdortmund628512.htm

Gast42596

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Re: Inkasso
« Antwort #5 am: 04. Mai 2017, 10:05:24 »
Ob es rechtmäßig ist oder nicht kann hier keiner wissen. Bist du dir bzw. ist dir deine Mutter 100% sicher das sie keine Rechnung bekommen hat.
Ohne Rechnung kein Verzug. Die Beiden müssen sich nicht sicher sein. Das Krankenkaus muss den Zugang der Rechnung/Mahnung nachweisen.

Zitat von: Terra am 03. Mai 2017, 16:06:01
Weiterhin ist es nicht relevant ob eine Firma, ein Krankenhaus oder eine Behörde eine eigene Rechnungsabteilung hat, das ist für die Weitergabe an einen externen Dienstleister völlig uninteressant. Natürlich kann man ohne vorherige Mahnung den Vorgang nach dem ersten Zahlungsverzug an ein Inkassounternehmen weitergeben.
Oh doch, das ist sogar sehr relevant. Man muss in Verzug gesetzt werden. Dies erfolgt entweder innerhalb der Rechnung oder aber erst mit dem Zugang einer Mahnung. Es gibt auch keinen "ersten" Zahlungsverzug. Es gibt nur den einen Verzug.

@SahraBonn
Ruhe behalten. Die Inkassogebühren sind erstens viel zu hoch und zweitens dürfen sie hier nicht erhoben werden. Ihr habt die Hauptforderung bezahlt. Damit ist die Sache erledigt. Inkassoschreiben ignorieren. Entweder die geben von selber Ruhe oder eröffnen das Mahnverfahren. Daraus erfolgt ein Mahnbescheid. Das Gericht prüft hier nur die formellen Dinge bzgl. des Mahnverfahrens und nicht die Sache an sich. Diesem Mahnbescheid unbedingt widersprechen. Ich denke aber, dass erst überhaupt kein Mahnbescheid ergehen wird.

Offline SarahBonn

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Re: Inkasso
« Antwort #6 am: 09. Mai 2017, 22:48:59 »
Das Problem ist bloß das meine Mutter natürlich keinen Schufa Eintrag haben möchte.
Desshalb weiss ich nicht ob Sie mitziehen würde wenn ich Ihr sage - nicht zahlen!

Offline coolio

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Re: Inkasso
« Antwort #7 am: 09. Mai 2017, 22:52:33 »
Mit (Teil-)Zahlung wird die Forderung anerkannt, dann gehts erst richtig los!
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Offline CCR

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Re: Inkasso
« Antwort #8 am: 09. Mai 2017, 23:06:35 »
Zitat von: SarahBonn am 03. Mai 2017, 14:50:21
Am Ende wollte sie bezahlten aber man sagte Ihr das Sie eine Rechnung bekommt und dies dann Überweisen soll.
Noch im Krankenhaus oder per Post ein Überweisungsschein mit Kundennr. und Geldbetrag.  :weisnich:
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Gast42596

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Re: Inkasso
« Antwort #9 am: 09. Mai 2017, 23:30:53 »
Der Angst vor dem Eintrag kann man entgegenhalten.
Schreiben an das Inkassunternehmen und der Forderung widersprechen.

mit Schreiben vom xx.xx.xxxx machen Sie in der Angelegenheit
xxxxxxxxxxx

eine Forderung in Höhe von xxxxx ,- € geltend.

Gegen diese Forderung lege ich Einspruch ein und erkläre hiermit , dass ich keinerlei Zahlungen leisten werde. Die Forderung ist nicht berechtigt.

Begründung:
Ich bin zu keinem Zeitpunkt in Verzug geraten. Das Krankenhaus xxxxx hat mir weder eine Rechnung zugestellt noch mich angemahnt. Ungeachtet dieser Umstände habe ich jetzt dennoch die vermeintliche Hauptforderung beglichen. Werde aber die Rechnung anfordern und diese prüfen.

Sollten Sie die Meinung vertreten, dass Ihre Forderung dennoch begründet ist, erwarte ich eine ausführliche und nachvollziehbare Erklärung in wie weit hier der Anspruch zustande gekommen sein soll. Sollte ich innerhalb drei Wochen keine Stellungnahme erhalten sehe ich die Forderung als erledigt an.

Dass eine Meldung an die Schufa oder eine andere Auskunftdatei bei einer bestrittenen Forderung nicht  zulässig ist dürfte Ihnen ja sicherlich bekannt sein.

Offline coolio

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Re: Inkasso
« Antwort #10 am: 09. Mai 2017, 23:39:11 »
Wie konntest "Du" die Rechnung begleichen, wenn Dir keine zugegangen ist?
"....Hauptforderung direkt an den Forderungsinhaber..."
----------
Ich habe da ja immer gerne STGB §263 im Gepäck (versuchter Betrug)
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Offline Terra

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Re: Inkasso
« Antwort #11 am: 10. Mai 2017, 07:13:13 »
Es geht halt nur eins, entweder man widerspricht komplett da keine Rechnung vorhanden ist oder man akzeptiert. Einen Teil der Forderung an das Krankenhaus zu bezahlen, läßt die Vermutung das die Rechnung nicht vorhanden war fragwürdig erscheinen.

Andernfalls kann man sich nach gut 4 Monaten und bei einer Rechnung zu einem Krankenhausaufenthalt natürlich gerne auf ein Gerichtsurteil bezüglich einer Nebenkostenabrechnung (wo unmittelbar und ohne Prüfungszeit der Rechtmäßigkeit, ein Inkassounternehmen eingeschaltet wurde) verlassen.

Wenn ihr das Geld überwiesen habt, muss es doch vom Krankenhaus irgendwelche Rechnungsunterlagen gegeben haben, unter anderem eine Rechnungsnummer (Was schreibt man sonst in den Betreff) und eine Kontoverbindung.

Offline SarahBonn

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Re: Inkasso
« Antwort #12 am: 10. Mai 2017, 09:00:57 »
Wie konntest "Du" die Rechnung begleichen, wenn Dir keine zugegangen ist?
"....Hauptforderung direkt an den Forderungsinhaber..."
----------
Ich habe da ja immer gerne STGB §263 im Gepäck (versuchter Betrug)


Na,wir waren uns ja gewusst das die Rechnung irgendwann hier eintrudeln wird, ist ja nicht so das wir nicht wissen woher die Forderung kommt. Rechnungsnummer steht auf dem Inkasso schreiben drauf. und die Kontodaten hatte ich noch von einer alten Rechnung hier liegen.

Offline Saladin

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Re: Inkasso
« Antwort #13 am: 13. Mai 2017, 05:47:46 »
Zitat
Daher einfach ignorieren ist blöd, denn dann können die einen Schufaeintrag machen,
Was bitte legitimiert ein Inkasso-Büro/Unternehmen einen Schufaeintrag durchzuführen?
Mit welcher Vollmacht/Legitimierung?

Kann ja nicht vom Schuldner kommen das Einverständnis für solche Datenübermittlung.
Ich mein, selbst wenn das Ursprüngliche Unternehmen eine Forderung an ein "Inkasso" abgetreten hat, so kann es doch nicht das Einverständnis des möglichen Schuldners zur weitergabe der Daten an die SchuFa übermitteln, oder sehe ich da was falsch?

Kann mir das wer erklären bitte? (mit Begründung)

Gruß

Gast42596

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Re: Inkasso
« Antwort #14 am: 13. Mai 2017, 08:25:54 »
Wenn Forderungen zweimal angemahnt worden sind mit einem Abstand von vier Wochen, noch dazu mit einem Schufa-Eintrag gedroht wurde, dann darf ein Eintrag erfolgen, wenn der Schuldner der Forderung nicht widersprochen hat. Vom Urteil etc. mal abgesehen. Man kann natürlich dennoch auch Einträge wieder löschen lassen und dem Eingetragenen können vertragliche Folgen mit der Auskunftsdatei drohen, sollte die Forderung nicht berechtigt sein. Da insbesondere Inkasso-Unternehmen ja auf die Auskunftsdateien angewiesen sind wird man bei eigenen Forderungen da auch entsprechend vorsichtig sein. Mit fremden Forderungen lässt sich diesbezüglich sehr viel besser drohen und arbeiten.