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Autor Thema: Modellprojekt Bürgerarbeit  (Gelesen 164266 mal)

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Gast20284

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #15 am: 01. Mai 2012, 20:20:32 »
Also Ivonne,

muss ich auch mal was dazu schreiben. Eigentlich müssstst Du ja die Bewerbungspflicht immer noch haben, sofern Du noch aufstockende ALG II Leistungen empfängst. Selbst Leute die auf dem 1. Arbeitsmarkt beschäfigt sind müssen sich neben ihrem Job beweben, wenn sie aufstockende ALG II Leistungen empfangen.
Manch einer auf dem 1. Arbeitsmarkt würde sich freuen wenn er eine Jobgarantie auf 3 Jahre hätte. Bei uns wurde gerade ein Kollege der einen unbefristeten Areitsvertrag hatte nach über 2 Jahren gekündigt.

Auch ich bin auf dem 1. Arbeitsmarkt beschäftigt. Ich hoffe es tröstet Dich ein weig das ich bei eienr 30 Stunden Woche, wie bei der Bürgerarbeit also, nur ca. 65 Euro Brutto mehr hätte.

Angela



Hallo Angela,
Das siehst du richtig mit den Bewerbungen die muss ich trotzdem noch schreiben. Das JobCenter wollte mich sogar dort wieder raus holen und in eine 6 Monatigen befristeten Zeitarbeit stecken wenn nicht mein Chef ein Machtwort mit dem Jobcenter gesprochen hätte wäre ich da schon wieder raus.

Offline seberich

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #16 am: 01. Mai 2012, 20:25:32 »
Also Ivonne,

ich mache auch seit März Bürgerarbeit (BA) und bin sehr zufrieden. Und mir macht meine BA sehr viel Spaß.  Und ich werde echt gut behandelt. :smile: Nur bekommt das JC die Bezahlung irgendwie nicht auf die Reihe, wie man in diesem thread lesen kann. Was jetzt wohl aber nichts spezifisch mit BA zu tun und wohl oft so ist wenn man austockendes ALG II bekommt. Das mit der Bezahlung nervt nur ziemlich  .... :sad:
Grüsse Sebastian  :bye:

Gast20284

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #17 am: 01. Mai 2012, 20:29:37 »
Hallo seberich,
das geht mir leider genauso wie dir, mich nervt das auch total das ich jeden Monat hinterher sein muss.
« Letzte Änderung: 01. Mai 2012, 20:40:50 von Elsi »

Offline Angela1968

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #18 am: 01. Mai 2012, 20:36:09 »
Also ich bin ja nun Aufstocker wie ihr mitbekommen habt. Ich muss ja wel ich Lohn bekomme, also jeden Moant unterschiedliches Netto erhalte, zum JC und mein jeweiliges Einkommen nachweisen. Spätestens 1 Woche nach Nachweis meines jeweiligen Einkommens ist die Nachzahlung auf meinem Konto.

Anglea
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Gast11633

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #19 am: 01. Mai 2012, 20:39:47 »
... Nur bekommt das JC die Bezahlung irgendwie nicht auf die Reihe, wie man in diesem thread lesen kann. ...

Ich denke, dass zur Zufriedenheit auch dieser Aspekt zählt. Zumindest würde sich das bei mir zu einer Unzufriedenheit ausbilden, wenn ich meinem Lohn nachrennen müsste. Für mich würde allerdings zur Zufriedenheit auch noch zählen, wie das mit den anderen Punkten bei Bürgerabeit gehandelt wird: Rente, Urlaub, Weiterbildung, Lohnerhöhung und Lohnbildung, sind doch auch Zufriedenheitsaspekte. Die Anerkennung zu erhalten, für eine geleistete Arbeit, in verbaler oder streichelnder Form, ist nur ein Punkt. Zuletzt dient eine sinnvolle Berufstätigkeit aber auch einer Existenzsicherung und in unserem Land eben auch noch der soziokulturellen Teilhabe, wenn man rechtskonform durchs Leben will.

Offline Angela1968

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #20 am: 01. Mai 2012, 20:46:50 »
lutz,

was soll das heissen? Wenn ich Dich richtig verstehe ist das in Ordnung wenn jemand der nicht so viel verdient und deshalb nicht am soziokulturellen Leben teilnehmen kann,braucht dann nicht mehr rechtskonform durchs Leben gehen.

Na das lass mal meinen EX-Freund hören. Dann wird er erst recht zum Verbrecher. Die Anfänge sind bei ihm schon da. Dann hat er wenigstens eine Entschuldigung dafür. Natoll!!

Angela
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Gast11633

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #21 am: 01. Mai 2012, 20:58:30 »
lutz,

was soll das heissen? Wenn ich Dich richtig verstehe ist das in Ordnung wenn jemand der nicht so viel verdient und deshalb nicht am soziokulturellen Leben teilnehmen kann,braucht dann nicht mehr rechtskonform durchs Leben gehen.  ...

Zu rechtskonform durchs Leben gehen, gehört für mich nicht nur das ich mich selbst rechtskonform verhalte, sondern auch die anderen mir gegenüber. Wenn ich eine Arbeit antreten soll, unter Bedingungen moderner Sklaverei, unter anderem unter Ausschluss der Absicherung meiner Altersversorgung, dann ist das für mich nicht mehr rechtskonform!
Der Rechtsbrecher ist in meinen Augen hier der Gesetzgeber selbst!
 

Offline seberich

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #22 am: 01. Mai 2012, 21:45:38 »
... einer Unzufriedenheit ausbilden, wenn ich meinem Lohn nachrennen müsste. Für mich würde allerdings zur Zufriedenheit auch noch zählen, wie das mit den anderen Punkten bei Bürgerabeit gehandelt wird: Rente, Urlaub, Weiterbildung, Lohnerhöhung und Lohnbildung, sind doch auch Zufriedenheitsaspekte. Die Anerkennung zu erhalten, für eine geleistete Arbeit, in verbaler oder streichelnder Form, ist nur ein Punkt.
Mein AG hat mir angeboten wegen dem zähfließendem Geld mal dem JC zu schreiben. Hat da irgendeiner einer Idde wie das aussehen könnte ?

Mein AG reagiert bestimmt nicht nur in verbaler Form . Habe sehr flexible Arbeitszeiten und sonst ist er auch sehr großzügig. Er denkt 'Herr Seberich bekommt bei der BA so ein niedrigen Lohn das müßen wir in anderer Form ausgleichen. Und die andere Form bekomme ich auch !  ich jetzt ausführen würde in welcher Form, würde es schnell zu Schleichwerbung oder zu Nennung von Namen führen.
Ich will es mal so versuchen so zu erklären. Da ich vom AG direkt keinen Lohn bekomme, wüßte ich auch nicht warum ich mit ihm über Lohn sprechen/diskutieren soll. Da ist für mich ganz klar das JC mein Ansprechpartner. Auch wenn ich inderekt Lohn vom AG ausgezahlt bekomme, bekommt er mein Lohn wiederum vom JC. Das binde ich meinem AG natürlich nicht auf die Naße. Und in Sachen Urlaub ist mein AG sehr fair mir gegenüber.

Grüsse Sebastian  :bye:

Gast11633

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #23 am: 01. Mai 2012, 21:55:36 »
@Seberich, ich will Deine Zufriedenheit und die glücklichen Umstände nicht herabwürdigen.
Kenne ich doch selbst zwei Leute, die kurz vor der Rente auch zufrieden mit ihrer Bürgerarbeit sind.
Trotzdem betrachte ich die Entwicklung kritisch. Die angeblich zusätzliche Arbeit scheint - und wird - von der Gesellschaft gefordert. Also muss es vordringlich Ziel sein, diese geforderte Arbeit OHNE JEDE REPRESSION (dazu zähle ich auch die pünktliche und korrekte Bezahlung), zu würdigen.
Zur korrekten Bezahlung und zur Teilhabe, gehören neben einem Existenz sichernden Lohn auch die vollumfänglich sozialen Leistungen (Stichwort Rentenbeiträge).
 

Offline seberich

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #24 am: 02. Mai 2012, 09:25:27 »
@Lutz, politisch sehe ich BA auch sehr kritisch aus verschiedenen Gründen. Weil eins ist klar sie können noch so mit mir zufrieden sein, aber übernomen werde ich da nicht. Und von daher ...
Und es ist schon schwierig, wenn solche Unternehmen mit Bürgerarbeitern kalkulieren.
Rentenversicherungsbeiträge werden bei der BA bezahlt. Aber Arbeitslosenbeiträge nicht.   :wand: :wand: Und das soll ein reguläres Arbeitsverhältnis sein  ? :wand:
Nur für meine persönliche Situation ist die BA gut und sinnvoll. So erlange ich auch Berufserfahrung ...

Und sorry das größte finde ich Deutschland erzählt BA sei so gut. Und sie würden da ja richtig was gutes tun. Nur bekommt es mein JC nicht auf die Reihe pünktlich zu zahlen.  :wand:
Und die Bezahlung gehört halt auch zu einem guten Arbeitsverhältnis.  :wand:
Grüsse Sebastian  :bye:

Gast16302

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #25 am: 10. Juni 2012, 09:32:08 »
Guten Morgen zusammen,

ich weiß nicht so genau, was der Unterschied zwischen Bürgerarbeit und den sogenannten 1€-Jobs nun ist, ich kann nur mal aus meiner Efahrung berichten.
Auch ich sollte im letzten Jahr so einen 1€-Job übernehmen, natürlich abgezielt auf meine "Fähigkeiten". Dem stand ich erst mal recht positiv gegenüber, angeblich immerhin ein paar Euro im Monat. Wie sich dann herausstellte, handeltes es um zwei Jobs, die mir wahlweise angeboten wurden:
Job 1: 6 Stunden täglich putzen in einer Kita.
Job 2: (muß ich ausführlicher erzählen, damit wir hier auch mal was zu lachen haben):
Also, ich sollte mich im Bauhof der Stadt vorstellen für sogenannte "allgemeine Tätigkeiten". Ich trabte also dort im schnieken dezent-dunkelblauen Kostüm mit weißer Bluse an, wie sich das zum Vorstellungsgespräch gehört, und kämpfte mich mit den Hochhackigen durch den Schlamm bis zu einer Baubude, in der mich der Vorarbeiter erwartete. Er sah mich an und begrüßte mich mit einem schallenden Gelächter, von dem er sich erst erholte, nachdem ich ihn ziemlich streng angesehen hatte.  Er bat mich um Entschuldigung und forderte mich auf, ihm zu folgen. Also nochmal durch den Schlamm bis zu einer anderen Bretterbude, in der er mir dann eine Motorsäge zeigte, die ich beim Versuch, sie anzuheben, mit meinen 48 kg Kampfgewicht keine 10 cm vom Boden hoch bekam. Wie ich erfuhr, hatte er ausdrücklich jemanden angefordert, der Erfahrung im Fällen von Bäumen und im Umgang mit so einem Monstrum von Säge hat. Jetzt verstand ich seinen anfänglichen Lachkrampf allerdings.  :lachen:

Fazit: Wieso ich nach zwei abgeschlossenen Berufsausbildungen und abgeschlossenem Studium für das Putzen einer Kita prädistiniert sein soll, verschließt sich mir noch. Daß aber jemand darauf kommen kann, daß ich als ehemalige Angestellte im öffentlichen Dienst (medizinischer Bereich) über die gewünschte Erfahrung im Führen einer Kettensäge und im Bäumefällen verfügen soll, halte ich für äußerst bedenklich im Hinblick auf den geistigen Zustand des Sachbearbeiters. Schon alleine mein Anblick hätte ihm sagen müssen, daß ich hierfür überhaupt nicht über die körperlichen Voraussetzungen verfüge.


Und zum Abschluß noch ein ganz besonderes Schmankerl: Eine Freundin von mir mußte als den ihr zugewiesenen 1€-Job bei Schlecker Regale auffüllen!!! Wirklich eine gemeinnützige Arbeit, die vor allem Schlecker genützt hat.
Für mich steht jedenfalls fest, daß ich mich garantiert nie im Leben in diese Form der Sklaverei (1€-Job, Bürgerarbeit oder wie immer sie es nennen) begeben  werde.  :no:

LG, goodwife

Offline Angela1968

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #26 am: 10. Juni 2012, 09:49:52 »
Also das habe ich auch schon mal erlebt das ich ,damls hiess das noch ABM, für eine Tätigkeit vorgesehen war wo ich dann beim VG auch gesagt habe, da sollen die doch einen Mann hinschicken und keine Behinderte Frau.

Beim 1 Euro Job wirst du 25 Studnen in der Woche eingesetzt und erhälst pro Stunde 1,50 Euro als Aufwandsentschädigung. Meistens laufen diese 1 Euro Jobs jeweils nur ein halbes Jahr.

Bei Bürgerarbeit wirst du 30 Stunden in der Wiche eingesetzt und das für 3 Jahre. Als Bruttolohn erhälst Du 900 Euro.

Das ist der feine Unterschied.

Angela
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Offline seberich

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #27 am: 10. Juni 2012, 10:01:42 »
Bei Bürgerarbeit wirst du 30 Stunden in der Wiche eingesetzt und das für 3 Jahre. Als Bruttolohn erhälst Du 900 Euro.
Angela
Nicht ganz die Bürgerarbeit (BA) läuft nur noch bis zum Ende vom Jahr 2014. für die BA braucht man auch eine 6 monatige Aktivierungsphase die bei 1 Eurojobs nicht notwendig ist.

Ich hatte Glück und meine BA macht mir sehr viel Spaß !  :smile:
Grüsse Sebastian  :bye:

Gast16302

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #28 am: 10. Juni 2012, 10:07:27 »
danke euch, jetzt sehe ich etwas klarer  :yes:

Gast20180

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #29 am: 10. Juni 2012, 11:25:34 »
Beim 1 Euro Job wirst du 25 Studnen in der Woche eingesetzt und erhälst pro Stunde 1,50 Euro als Aufwandsentschädigung. Meistens laufen diese 1 Euro Jobs jeweils nur ein halbes Jahr.
Angela

Da gibt es auch Unterschiedliche. Kann bis zu 30 Stunden die Woche gehen und die Aufwandsentschädigung liegt meines Wissens nach zwischen 1 € und 1,50 € die Stunde.
Die Laufzeit kann, so weit ich weiß, aich länger als n halbes Jahr sein. Aber da gab es ja nun gesetzliche Änderungen....