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Autor Thema: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?  (Gelesen 3117 mal)

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Offline nichtjetzt

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MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« am: 10. November 2017, 16:44:12 »
Unser Widerspruch des Pflegegrades wegen, bleibt mit Hilfe unseres Rechtsanwaltes aufrecht erhalten. Die Begründung wurde dem MDK  mitgeteilt, mit Attesten und anderen ärztlichen Unterlagen. Heute, Freitag, 16.20  Uhr kommt ein Schreiben unserer Krankenkasse mit dem Hinweis das ein erneuter Besuch am kommenden Donnerstag stattfinden soll, und zwar zur Klärung des pflegerischen Sachverhaltes. Es ist Wochenende, Rechtsanwalt nicht mehr zu erreichen. Meine Frau bekommt mittlerweile grosse Angststörungen wenn sie nur die 3 Buchstaben MDK hört. Kann mir jemand vielleicht erklären was dieses Gespräch noch bringen soll? Ausser dass meine Frau schon 2 Tage vor dem Termin nicht mehr schlafen kann?
Danke im Voraus
Wünsche ein nettes Wochenende
nichtjetzt

Offline MichaK

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #1 am: 10. November 2017, 17:46:21 »
Kann mir jemand vielleicht erklären was dieses Gespräch noch bringen soll?

Den Sachverhalt aufklären?
„Die Gedanken der herrschenden Klasse sind in jeder Epoche die herrschenden Gedanken.“
Karl Marx (MEW 3/46)

Offline nichtjetzt

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #2 am: 11. November 2017, 06:24:41 »
Hallo Michak
Der Sachverhalt aus Sicht des MDK ist uns ja wohl von deren Seite aus mehr als erklärt worden, deswegen wurden diesem auch rechtsanwaltlich, ausführlich usw. mitgeteilt dass der Widerspruch aufrecht erhalten bleibt. Die Ärzte meiner Frau, sowie der Anwalt der übrigens aus einer grossen Kanzlei kommt, und ein Fachanwalt auf diesem Gebiet ist, halten den Pflegegrad 4 als absolutes Minimum für gegeben.
Daher: was gibts da zu erklären?

Online Keen

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #3 am: 11. November 2017, 07:47:16 »
Verwechselst du da vielleicht etwas?
Der MDK ist kein Träger bei dem die Feststellung oder Erhöhung des Pflegegrad beantragt bzw. ein Widerspruch eingereicht werden kann.
Der MDK ist nur für das Gutachten zuständig. Auch kann gegen das Gutachten kein Widerspruch eingelegt werden.

Ich gehe mal davon aus, dass der Anwalt gegenüber der Kasse den Widerspruch aufrecht erhält und begründet wurde. Die Kasse kann über den Widerspruch nach Aktenlage entscheiden oder aber eine erneute Prüfung durch den MDK vornehmen lassen.

Offline MichaK

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #4 am: 11. November 2017, 11:31:40 »
Die Kasse kann über den Widerspruch nach Aktenlage entscheiden oder aber eine erneute Prüfung durch den MDK vornehmen lassen.

soweit ich das sehe, wurde schon eine Widerspruchsbegutachtung durchgeführt. Nun wurde wahrscheinlich mitgeteilt, dass man dem Widerspruch nicht abhelfen werde. Darauf wurde dann der Anwalt eingeschaltet, der möglicherweise ja andere Argumente benannt hatte, die jetzt nochmals geprüft werden sollen (zweite Begutachtung im Rahmen des Vorverfahrens).
Eigentlich sollte man das positiv sehen. Eine Zurückweisung nach Aktenlage wäre auch möglich gewesen. So aber kann man annehmen, dass die neuen Argumente ernsthaft geprüft werden sollen.
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Online Keen

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #5 am: 11. November 2017, 12:11:16 »
Leider ist das Widerspruchsverfahren wohl nicht ganz so klar wie es z.B. im SGB II der Fall ist.

Die Kasse kann bei einem Widerspruch erneut ein Gutachten durch den MDK veranlassen und darauf hin eine "neue" Entscheidung treffen, die dann wieder mit einem Widerspruch angegriffen werden kann und dann erst die die Klage beim Sozialgericht möglich ist.

Ich denke mal, dass man bis Montag abwarten sollte und den Anwalt hinzuziehen muss. Wenn man den Anwalt nicht rechtzeitig erreicht, den Termin absagen, aber sich auf keinen Fall weigern das Gutachten machen zu lassen. Zumindest bis der Anwalt sich dazu geäußert hat.

Offline Else Kling

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #6 am: 11. November 2017, 13:33:12 »
Ich würde auf keinen Fall einen Widerspruch bei der Pflegekasse zurücknehmen. Wir haben vor ca. 4 Wochen ein Schreiben der Pflegekasse erhalten, dass beabsichtigt wird, den Widerspruch abzulehnen und wir sollten ihn doch lieber selbst zurücknehmen. Das haben wir nicht gemacht. Vor einer Woche wurde dem Widerspruch in vollem Umfang abgeholfen. Das Verhalten der Pflegekasse finde ich eine absolute Unverschämtheit.

Offline kilgore72

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #7 am: 12. November 2017, 08:30:59 »
Hallo, kleiner Tipp zum Widerspruchverfahren gegen die Pflegekasse:

Sollte die Pflegekasse zum Ergebnis gekommen sein, dass ein Zweitgutachten nötig ist, hat der Betroffene das Recht das ein anderer Gutachter eingesetzt wird. Dieses wird gerne mal "vergessen" von den Pflegekassen.....

"Im Rahmen des Widerspruchsverfahrens beauftragt die Pflegekasse in der Regel erneut den MDK, eine Begutachtung durchzuführen. Zunächst wird durch den Erstgutachter anhand der Unterlagen und dem Widerspruchsschreiben nebst Begründung geprüft, ob unter diesen Aspekten ein anderes Ergebnis zustande kommt und damit dem Widerspruch (nach Aktenlage) stattgegeben wird.

In den Fällen, in denen sich neue Aspekte ergeben, wird ein Zweitgutachten durch einen anderen Gutachter erstellt. Dieser Gutachter nimmt die veränderte Pflegesituation auf und erstellt unter Berücksichtigung des Erstgutachtens das Zweitgutachten.
Wird der Widerspruch erneut abgelehnt, besteht die Möglichkeit einer Klage vor dem Sozialgericht."


Hier mal eine Quelle dazu: http://www.mdk.de/324.htm#Was_ist_wenn_ich_mit_der_Entscheidung_nicht_einverstanden_bin
Cogito ergo sum

Offline nichtjetzt

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #8 am: 12. November 2017, 17:11:14 »
Die Widerspruchsgutachtung wurde bereits abgelehnt, eine totale Frechheit, dies schreibe ich nicht nur weil es sich um meine Frau handelt, sondern weil es neben unserem Anwalt auch die behandelnden Ärzte so sehen.
Erstens: meine Frau ist 100% erwerbsgemindert, im Rentengutachten steht weiter, dass selbst eine Verschlechterung der Krankheiten nicht zu verhindern sind, die da wären:
Stuhl und Harninkontinenz bei chronischer Diarrhoe
eine linke Herzinsufiziens der Stufe III mit starken Blutdruckentgleisungen
einen mehrfachen Bandscheibenvorfall der nur mit grossen Risiken operierbar ist, sämtliche Spritzkuren und andere Therapien auch stationär waren ohne Erfolg
psychische Auffälligkeiten wie Angststörungen Panikattacken verbunden mit enormen Blutdruckentgleisungen, sowie eine kaum aufzuhaltende schwere depressive rezidivierende Störung
eine Tablettenabhängigkeit die z.Zt. Gott sei dank im Griff ist, aber dadurch enstandende kognitive Störungen.
Den Rest schenke ich mir, all diese Krankheiten sind ärztlich attestiert und haben dem Gutachter vorgelegen, sowohl beim Erst. und Zweitgutachten.
Keiner dieser Gutachter hat diese zur Kenntnis genommen, dies haben wir aber erst in der Begründung gelesen, weil nichts von dem dort erwähnt wurde. Ich schreibe dies, weil es mir ein grosses Bedürfnis ist diese unglaubliche Behandlung seitens des MDK public zu machen. Ich habe das Gefühl in unserer Gesellschaft haben kranke und arme Menschen keinen Platz mehr.


 :help:




Online Keen

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #9 am: 12. November 2017, 17:40:59 »
Zitat von: nichtjetzt am 12. November 2017, 17:11:14
Die Widerspruchsgutachtung wurde bereits abgelehnt,
Von wem?

Offline MichaK

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #10 am: 12. November 2017, 18:21:34 »
Die Widerspruchsgutachtung wurde bereits abgelehnt, eine totale Frechheit, dies schreibe ich nicht nur weil es sich um meine Frau handelt, sondern weil es neben unserem Anwalt auch die behandelnden Ärzte so sehen. .....Keiner dieser Gutachter hat diese zur Kenntnis genommen, dies haben wir aber erst in der Begründung gelesen, weil nichts von dem dort erwähnt wurde. Ich schreibe dies, weil es mir ein grosses Bedürfnis ist diese unglaubliche Behandlung seitens des MDK public zu machen. ....

sich aufregen bringt doch auch nix. Ein Anwalt ist schon eingeschaltet und eine erneute Begutachtung soll stattfinden.
Soweit läuft es doch normal bis positiv.

Anwalt und behandelnde Ärzte sind keine Pflegegutachter und krank bedeutet nicht pflegebedürftig. Das ist für den "Normalverbraucher" gewöhnungsbedürftig, aber halt gesetzlich genau festgelegt. Das allgemeine Geschimpfe ist nicht zielführend. Beschäftigt euch mit den Kriterien für die Pflegebedürftigkeit, lasst mal einen guten Pflegeggradrechner durchlaufen. D a s würde ich empfehlen.
https://www.mein-pflegegrad-rechner.de/
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Karl Marx (MEW 3/46)

Offline nichtjetzt

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #11 am: 13. November 2017, 05:20:08 »
Du kannst mir eins glauben, ich weiss dass krank und pflegebedürftig ein grosser Unterschied ist. Nach einem Pflegegradrechner befindet sich meine Frau an der Grenze zu Pflegegrad 4 und 5. Das ganze Verfahren läuft nun seit Mai dieses Jahr.
Und zur Frage von wem? von meiner Oma.

Online Keen

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #12 am: 13. November 2017, 08:44:44 »
Ich hatte dich gefragt, wer denn entschieden hat das zweite Gutachten abzulehnen?
Wenn dies auf eigene Intension hin geschehen ist, dann hat dies auf jeden Fall Folgen.

Wenn der Anwalt meint, dass ein Pflegegrad von 4 möglich ist, dann hat er dies hoffentlich auch entsprechend begründet. So gut, dass ein zweites Gutachten nicht erforderlich gewesen ist.
Aufgrund der Krankheitsbilder würde ich jetzt nicht sofort von einem so hohen Pflegegrad ausgehen

Offline sammyboy

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #13 am: 13. November 2017, 13:50:16 »
Hallo nichtjetzt
Ich verstehe deine Wut,aber diese bringt dich in diesem Falle nicht weiter.Ihr habt keine andere Wahl als vor Gericht zu gehen und dann kommen auf jeden Fall noch zwei
Begutachtungen auf Euch zu,denn Ihr wollt was von der Pflegekasse.
Warum ich das weiß,ganz einfach ich bin der gleichen Lage und bei uns ist es seit Jan. 2017
vor Gericht. Dein Rechtsanwalt soll bei Gericht eine Begutachtung eines vom Gericht eigenen
Gutachter beantragen dieser wird mit den Ärztlichen Berichten und den bestehenden gutachten
und der neuen Begutachtung arbeiten. Desweiteren sollte ihr eine Verschlimmerung beantragen und wenn es dann gut läuft kommt nur der Gutachter vom Gericht. So läuft es jetzt
bei uns.
Ich weiß es sehr schwer diese Zeit und die ganzen Begutachtungen zu ertragen,aber wer etwas möchte muß durch,auch wenn es Ungerecht ist.
Auch bei uns ist diese Ungerechtigkeit innerhalb der Familie ,ganz einfach die Tochter meines Mannes hat Pflegegrad zwei weil sie im Täglichen Leben nicht so zurecht kommt und mein Mann der mehrmals am Tag ab Bauchnabel nach unten gereinigt werden muss,muss um ein Pflegegrad vor Gericht kämpfen.
Es kommt aber auch auf den Rechtsanwalt an wie er den Fall dem Gericht darlegt und nicht welcher Meinung er ist,denn Rechtsanwalt ist Rechtsanwalt und kein Arzt. Die Gutachter sind
auf Grund der vielen versuche zu betrügen mit Ärztlichen (Hausarzt u.s.w.)sehr vorsichtig.
Also Augen zu und durch und es wäre an dir deiner Frau etwas die Angst vor den Gutachtern zu nehmen.

Du darfst nicht böse sein ,aber ich habe zur Zeit die gleiche Sachlage und da muss man durch
und nicht den Kopf in den Sand stecken und nur über alle herziehen,sondern auch mit machen,denn ihr wollt etwas von der Pflegekasse und nicht die Pflegekasse was von euch.

M.f.g sammyboy

PS Du bist nicht der einzig mit diesem Problem.

Offline miau

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Re: MDK/Widerspruch/erneute Sachverhaltsklärung?
« Antwort #14 am: 13. November 2017, 15:23:35 »
Hallo, ich habe eine Schwerbehinderte Tochter und meine Oma zuhause bis zu ihrem Tod gepflegt.
Ich habe die Erfahrung gemacht, Diagnosen interessieren den MDK wirklich nicht.
Dem MDK geht es um die tatsächlichen Einschränkungen im Alltag allgemein um den Pflegeaufwand (für hohe Stufen beachten auch Nachts ist Pflege notwendig).

Wir haben da auch wirklich viel durch und ich mag gar nicht mehr daran denken.
Irgendwann habe ich auch aufgegeben. Als uns nur noch der Weg geblieben ist zu klagen habe ich es nicht getan.

Meine Oma lag zuletzt nur noch im Bett, mit Windeln und Katheter, war amputiert, auch beidseits Herzinsuffizient Stufe 3, Diabetes, Parkinson, Leukämie usw.
alleine Essen ging gar nicht. Ich habe einige Monate nachts auf einem Sofa neben ihrem Bett geschlafen, sie war auch Blind und konnte Tag und Nacht nicht unterscheiden. Die Nächte waren also auch sehr anstrengend.

Ich kann euch nur viel Kraft und Durchhaltevermögen wünschen.
Gebt vielleicht wenn ihr noch könnt nicht so schnell auf wie ich.