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Autor Thema: Erstattungsbescheid - Wird jetzt mit Durchschnittseinkommen gerechnet?  (Gelesen 411 mal)

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Offline NiceGirl

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Hallo ihr lieben,

es geht bei den Bescheid nicht um mich, sondern um meine Eltern. Ich habe mich jetzt versucht ein wenig einzulesen. Aber so recht eine antwort gefunden habe ich nicht.

Meine Mutter arbeitet und bekommt jeden Monat immer weschelndes Gehalt. Daraus wurde jetzt ein Durchschnittsgehalt errechnet. Ist das Jetzt neu das ein durchschnitt ermittelt wird.
Ich habe versucht nach zurechnen denn laut dem was sie verdient hat wären es ca 100 euro weniger die sie zurück zahlen müsste (oder evtl auch 150 da die Abrechnung für November noch nicht vorliegt)

Zu erstatten sind jeweils 2x 273,48€ Einmal von meiner Mutter und einmal von meinem Vater

Wie würdet ihr die Sache beurteilen? Sollte man Widerspruch einlegen?

Hier der wirkliche Verdienst

Juni
Brutto 1027   Netto 807


Juli
Brutto 983    Netto 774

August
Brutto 1129    Netto 874

September
Brutto 1271     Netto 979

Oktober
Brutto 1021     Netto 803

November ist noch offen aber wird denke ich auch 1000€ Brutto sein.

Ich bin für jede Hilfe dankbar. Danke schon mal im voraus fürs rüber schauen.

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Re: Erstattungsbescheid - Wird jetzt mit Durchschnittseinkommen gerechnet?
« Antwort #1 am: 04. Dezember 2017, 09:00:18 »
Hallo NiceGirl.
Hast du die Möglichkeit, den ursprünglichen Bewilligungsbescheid hochzuladen?
Hier handelt sich vermutlich um eine vorläufige Bewilligung nach § 41a SGB II
Diese wird bei monatlich wechselndem Gehalt angewandt. (Es wird ein  vorläufiger Durchschnitt des Lohnes errechnet).
Nach Ablauf des Bewilligungszeitraumes wird vom tatsächlichen Gehalt ein erneuter Durchschnitt berechnet und gegen gerechnet. (hier wohl der von dir genannte Erstattungsbescheid)
Man kann die Richtigkeit der Summen also nur anhand dem ursprünglichen Bewilligungsbescheid, der Abschließenden Festsetzung und den Lohnabrechnungen prüfen.


Bei einer Frau ist das wie bei einem Mercedes.
Da kann man mitunter noch einiges Optimieren
*Ralf Richter

Offline Quinky

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Re: Erstattungsbescheid - Wird jetzt mit Durchschnittseinkommen gerechnet?
« Antwort #2 am: 04. Dezember 2017, 12:16:36 »
Zu erstatten ist NICHTS!!!!, sie haben sogar zu wenig bekommen!!!, zumindest für diese 5 Monate.

Es wurde ein völlig zu hohes Einkommen als Grundlage für diese Monate genommen und auf alle Monate übertragen, danach ergibt sich eine Nachzahlung von 546,96€.

Nimmt man allerdings die korrekten Zahlen, kommt sogar eine RÜCKZAHLUNG für diese 5 Monate von 53,30€ heraus!!

Also Widerspruch gegen die Nachzahlung!
Begründung:
VERLANGEN, das für JEDEN Monat einzeln gerechnet wird entgegen einer Durchschnittsrechnung.
Rechtliche Grundlage:
WENN ein ALGII-Empfänger gegen die Durchschnittsrechnung Widerspruch einlegt und für jeden Monat eine Einzelberechnung verlangt, MUSS!!! nach Recht und Gesetz das Jobcenter für JEDEN Monat einzeln eine Nachberechnung vornehmen!!
Ich habe jetzt alle 5 Monate nachgerechnet und bei mir kommt eine Erstattung des Jobcenters von 53,30€ heraus.
6. Monat ja unbekannt, jedoch wenn nur 1.000€ brutto ist auch hier viel zu viel Einkommen angerechnet worden!!

Gruß
Ernie

Offline NiceGirl

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Re: Erstattungsbescheid - Wird jetzt mit Durchschnittseinkommen gerechnet?
« Antwort #3 am: 05. Dezember 2017, 15:22:27 »
Hallo leider kann ich den vorläufigen Bescheid nicht hochladen.
Aber ich weiß das monatlich 662 euro ausgezahlt wurden.
Muss also schon was zurück gezahlt werden, aber bin der meinung das es nicht über 500 euro sind.

also am besten jetzt einen Widerspruch einlegen und verlangen das jeder monat einzelt berechnet wird?

Offline Quinky

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Re: Erstattungsbescheid - Wird jetzt mit Durchschnittseinkommen gerechnet?
« Antwort #4 am: 05. Dezember 2017, 17:05:30 »
Hallo NiceGirl,

bei meiner ersten Rechnung bin ich von falschen Voraussetzungen ausgegangen. Jetzt sind Deine Zahlen allerdings eindeutig.
In den 5 Monaten habt ihr jeweils 662,36€ ALGII überwiesen bekommen. Tatsächlich durch den Verdienst hatte Euch weniger zugestanden. Es muss also ein Widerspruch erfolgen, die Begründung, jeden Monat einzeln.
Euer Bedarf war 1149,34€, hiervon wird das anrechenbare Einkommen jeden Monats abgezogen, ergibt dann den zustehenden Betrag, Rückzahlung ist die Differenz zu 662,36€.
Hier die Einzelaufstellung und zwar in der Reihenfolge:
Monat - Bruttolohn - Nettolohn - Freibetrag - anrechenb. EK - zustehender Betr. - Rückz.-Diff.
Juni       1027          807            282,70          524,30              625,04                 37,32
Juli          983          774            276,60          497,40              651,94                 10,42
August   1129          874            292,90          581,10              568,24                 94,12
Sept.      1271         979            300,00          679,00              470,34                192,02
Okt.       1021          803            282,10          520,90              628,44                 33,92

ergibt für die 5 Monate eine Rückzahlung von:
37,32 + 10,42 + 94,12 + 192,02 + 33,92 = 367,80€

WENN jetzt im November nur rund 1.000€ brutto verdient wurde, kommt nur wenig Rückzahlung für November hinzu (siehe als Beispiel den Monat Oktober, wo bei 1021€ brutto nur 33,92€ Rückzahlung herauskommt.

Gruß
Ernie

Offline NiceGirl

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Re: Erstattungsbescheid - Wird jetzt mit Durchschnittseinkommen gerechnet?
« Antwort #5 am: 07. Dezember 2017, 13:48:16 »
Danke für die genaue aufschlüsselung.
Werde dann einen Widerspruch einlegen und dann mal schauen ob die vom Amt das einzelnd aufschlüsseln.

Offline AnnaBe

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Re: Erstattungsbescheid - Wird jetzt mit Durchschnittseinkommen gerechnet?
« Antwort #6 am: 08. Dezember 2017, 18:45:54 »
Kann man auch Widerspruch gegen Durchschnittsberecjnung einlegen und Abrechbung nach dem Zuflussprinzip verlangen,wenn man selbstständig ist? Wenn ja, weiß jmd zufällig den Paragraphen?

Offline Quinky

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Re: Erstattungsbescheid - Wird jetzt mit Durchschnittseinkommen gerechnet?
« Antwort #7 am: 08. Dezember 2017, 21:57:35 »
Annabe,

bei Selbständigen wird das Durchschnittseinkommen des Bewilligungsbescheides, 6 Monate genommen, in Abweichung von abhängig Beschäftigten. Der Grundliegt darin, da Selbständige ja Rechnungen schreiben und im Normalfalle keinen oder wenigen Einfluss darauf haben, wann die Kunden bezahlen, wäre es ja möglich, in jedem Bewilligungsbescheid (durch geschickte Steuerung) einen oder mehrere Monate viel zu verdienen, somit aus dem ALGII zu fallen und die restlichen Monaten fast volles ALGII zu bekommen. Das ist bei abhängig Beschäftigten nicht möglich.

Gruß
Ernie