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Autor Thema: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?  (Gelesen 1262 mal)

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Offline Peter Silié

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Schönen Guten Tag,

ich beziehe ALG II und habe, wie jeder andere auch, meine (Pflicht-)bewerbungen geschrieben. Nächste Woche habe ich ein Vorstellungsgespräch und bekam auch schon das Bestätigungsformular für das Gespräch, siehe Anhang.

Darin irritiert mich die "strenge Umgangsform" mit Annahme / Absage: Der potentielle Arbeitgeber muss vermerken, ob er mich nehmen würde oder nicht und wenn nicht, dies auch begründen.

Meine Frage: Heißt das im Umkehrschluß auch, dass ich in dem Fall wenn ich im Vorstellungsgespräch bemerke, dass der Arbeitgeber / Firma etc. mir nicht zusagt, diese mich aber dennoch nehmen würden, ich den Job in jedem Fall annehmen muss? - Muss man sich also vorher gut überlegen, wo man sich bewirbt, man darf die "Zuneigung / Abneigung" also nicht erst im Gespräch entdecken?

Was würde das für Konsequenzen haben, lehne ich das Arbeitsangebot ab?

Besten Dank.
« Letzte Änderung: 07. Dezember 2017, 13:58:17 von Peter Silié »

Offline Kaffeesäufer

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Re: .
« Antwort #1 am: 07. Dezember 2017, 13:26:10 »
Du musst eben alles zumutbare annehmen, auch wenns dir nicht schmeckt. Wenns nen VV vom Amt ist , ergibt das dann ne Sanktion.

Offline Schnuffel01

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Re: .
« Antwort #2 am: 07. Dezember 2017, 13:30:52 »
Du kannst einen Arbeitsvertrag vor Unterzeichnung zur Überprüfung  mitnehmem.

Offline Birgit63

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #3 am: 07. Dezember 2017, 15:18:05 »
Ich verstehe immer noch nicht, warum man selbst bei Hartz IV immer noch der Meinung ist, dass man einen Job bei Nichtgefallen nicht annehmen muss. Ich höre immer, dass Hartz IV ganz schlimm ist, man viel zu wenig Geld bekommt. Aber trotzdem scheinen die Menschen oftmals nicht froh über einen Job zu sein. Ich selbst war zwar noch nie in meinem Leben arbeitslos und werde es wohl auch nie werden (seit über 30 Jahren im ÖD). Allerdings war mein Mann schon öfters arbeitslos (von 2000 bis 2006 immer mal wieder). Er hat jeden Job, wirklich jeden Job in dieser Zeit angenommen, den er bekommen konnte. Er ist Baustoffkaufmann und arbeitet seit 2006 in der Pflege. Jetzt ist er seit 3 Monaten in Rente. Als mein Mann arbeitslos war, habe ich Teilzeit gearbeitet und daher auch nicht viel Geld verdient. Daher musste mein Mann jeden Job annehmen. Er hat sogar mal 3 Tage Inventur gemacht und nach Verrechnung hat er für 3 Tage damals 50,00 DM bekommen. Für 3 x 12 Std. Wir waren zwar auch sauer aber die 50,00 DM hatten wir halt. Auch haben wir die Erfahrung gemacht, dass es sich aus einem Arbeitsverhältnis heraus besser bewerben lässt und man schneller einen neuen bzw. besseren Job bekommt. Jetzt bekomme ich wieder einen auf den Deckel, von wegen man muss sich nicht unter Wert verkaufen etc.......

Offline Sensoriker

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #4 am: 07. Dezember 2017, 15:24:30 »
Was soll das denn für ein Wisch sein?
Selbstgestricktes Formular von deinem Jobcenter?
Den würde ich keinesfalls beim Potenziellen Arbeitgeber abgeben. Erstens wüsste ich nicht auf welche Rechtsgrundlage das JC das fordern kann und zweitens ist der AG eh nicht verpflichtet irgend welche Gründe anzugeben warum er jemand nicht einstellt.

Sensoriker

@Birgit63
Nur weil man arbeitslos ist, heißt es nicht das man jeden Dreck annehmen muss, nur weil viele Arbeitgeber meinen die Situation ausnutzen zu müssen.

Offline götzb

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #5 am: 07. Dezember 2017, 16:02:32 »
Ich verstehe nicht, warum manche nicht verstehen, das man nicht früh über ein Job ist.
So als ist Arbeit etwas grundsätzlich etwas positives.
-
Letztlich würde ich fragen, ob es datenschutzrechtlich erlaubt ist, das der Arbeitgeber dem Jobcenter Ergebnisse übermittelt, ohne Erlaubnis des Arbeitslosen.

Abgesehen davon, der Arbeitslose muss bei "zumutbaren" Jobs immer sich so darstellen, als das er an den Job interessiert ist.
Und im Notfall auch lügen auf die Frage im Vorstellungsgespräch von Seiten des pot. Arbeitgebers, ob er er überhaupt diese Stelle will.
Der Gearschte ist dann durchaus der AG, wenn der Angestellte dann doch nicht geeignet ist, oder zurecht unmotiviert ist.

Wäre ich Arbeitgeber, würde ich nicht das Jobcenter zu Hilfe nehmen, bzw.
nur mit ausdrücklicher Klausel, das Vermittlungsvorschläge ohne Rechtsfolgebelehrung herausgehen.
Arbeit bekämpfen, Automatisierung fördern ! Der evangelische Arbeitsethos ist das Grundübel dieser Gesellschaft.

Legale Sabotage gegen Zwangsmaßnahmen und Ausbeuterfirmen, niemals Verträge bei Zwangsmaßnahmen unterschreiben, und Lebensläufe vorlegen.

Offline Iggy

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #6 am: 07. Dezember 2017, 16:07:39 »
In der Jobbörse sind doch fast nur ZAF und Personalagenturen oder Firmen mit extrem hohen Verschleiß, die sowieso einen gewissen Ruf haben. Wenn man da nicht anfangen will, kann ich das verstehen.

Offline zugchef werner

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #7 am: 07. Dezember 2017, 16:44:03 »
Zitat von: Birgit63 am 07. Dezember 2017, 15:18:05
Ich verstehe immer noch nicht,
Ja Birgit, wenn man im ÖD ist lässt sich das leicht sagen.

Auch als Hartzer darf man ein Selbstbewusstsein haben, auch wenn es so manchem AG und MA im JC nicht passt.
Somit muss man auch nicht jeden Drecksjob Annehmen.

Manche AG sind auch bekannt für teils gesetzeswidrige Angebote
(hatte ich kürzlich erst ging um Nachtbereitschaft in einem festen Objekt für 2 Euro und Mindestlohn nur dann wenn man etwas machen musste)
Natürlich auch ohne Nachtzulage.

Man muss auch nicht den Interessierten heucheln, wenn man weiß. dass ist nichts für einen.

Offline Peter Silié

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #8 am: 07. Dezember 2017, 16:53:26 »
Was soll das denn für ein Wisch sein?
Selbstgestricktes Formular von deinem Jobcenter?
Den würde ich keinesfalls beim Potenziellen Arbeitgeber abgeben. Erstens wüsste ich nicht auf welche Rechtsgrundlage das JC das fordern kann und zweitens ist der AG eh nicht verpflichtet irgend welche Gründe anzugeben warum er jemand nicht einstellt.



Genau deshalb frage ich hier nach. ;-)

Offline Iggy

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #9 am: 07. Dezember 2017, 17:02:53 »
Vielleicht hat dein JC sich vertan und haben dir das Formular gegeben, was normalerweise der AG bekommt mit den VVs.

Offline zugchef werner

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #10 am: 07. Dezember 2017, 17:08:27 »
Der AG muss gar nichts davon ausfüllen.
Maximal Punkt 1 und 5 + Datum und Stempel.

Meistens wird die Entscheidung eh nicht schon beim Gespräch getroffen.
Sondern der AG meldet sich später wieder und das kann man dem JC auch so mitteilen ob Job bekommen oder nicht.

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #11 am: 07. Dezember 2017, 17:19:07 »
Arbeitsverhinderungsformular. - nicht zulässig!
Natürlich laufe ich bei einem Vorstellungsgespräch auf und trage als erstes ein Jobcenterplakat (erkennbar an der BG Nummer) vor mir her  :wand:
Sowas kann auch nur JC Ma einfallen.
"Ich habe mich an - um - bei beworben"
reicht (Antwortformular bei einem VV)
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Offline Peter Silié

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #12 am: 07. Dezember 2017, 17:25:25 »
Also entwerfe ich einfach ein eigenes Formular und lasse dies unterschreiben. Ich hoffe, dass dann mein Jobvermittler da mitmacht zwecks Kostenübernahme Fahrtkosten, etc. ansonsten wohl Klageweg.

PS.: Das Gespräch beruht nicht auf einen VV, sondern eine "eigene" Bewerbung.

Offline Peter Silié

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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #13 am: 07. Dezember 2017, 21:00:57 »
So, eigenes Formular ist fertig, kann man ja so nehmen, oder? - Ich finde es auch ein stückweit professioneller mit einem eigenen Briefkopf bzw. Layout (Schrift / Farbe) zu kommen, als das graue Ding vom Jobcenter ausfüllen lassen zu müssen.




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Re: Vorstellungsgespräch - Bewerbung gut überlegen - Pflichtannahme?
« Antwort #14 am: 07. Dezember 2017, 21:13:55 »
"Hiermit bestätigen wir, daß Herr xy sich heute am um bei uns vorgestellt hat.

Datum Unterschrift"
Dein wunderschönes Formular sagt doch auch nur, daß Du beim JC bist - nur meine Meinung.
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