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Autor Thema: "Perspektivlosigkeit nimmt zu": Hartz-IV-Bezieher sind immer länger arbeitslos  (Gelesen 8512 mal)

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Offline Lady Miou

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Zitat von: Gast42227 am 12. Juli 2017, 18:23:00
Ich habe eine nette Arbeitsvermittlerin, die gute Ideen hat. Mal sehen, wo es hinführt.

Da hast du Glück, ich hoffe sie bleibt dir lange erhalten. Meine Eigeniniative wurde mehr als einmal von staatlicher Seite zerstört und ich bin inzwischen soweit das ich sie machen lasse, wenn sie meinen das ich im dauerhaften Bezug besser aufgehoben bin. Aus dem Grusibezug komm ich sowieso nicht mehr raus (sinkendes Rentenniveau), egal wie sehr ich mich um einen Job bemühe.
Wenn Du ihre Zuneigung verdient hast, wird eine Katze dein Freund sein, aber niemals dein Sklave.          -Thèophile Gautier

Gast42227

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Ich werde auch in der Grundsicherung landen. In den letzten 15 Jahren hatte ich nur befristete Jobs und war dazwischen im Schnitt 1 Jahr arbeitslos. Du mußt mal gucken, was es für dich gibt, wozu von denen kein Geld brauchst. Ähnliche Berufe. Es muß doch was gehen.

Offline Lady Miou

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Zitat von: Gast42227 am 12. Juli 2017, 18:35:09
Du mußt mal gucken, was es für dich gibt, wozu von denen kein Geld brauchst. Ähnliche Berufe. Es muß doch was gehen.

Leider nicht, da mir die gesundheitlichen Einschränkungen einen Strich durch die Rechnung machen. Wäre es nicht so, würde sie schneller als sie gucken können, nur noch Rücklichter von mir sehen! Mir bleibt nur eine ganz begrenzte Auswahl an Berufen, wofür aber bei den meisten eine Fort- oder Weiterbildung, bzw. Umschulung erforderlich wäre. Welche bekannter Weise nur ungern unterstützt werden.

Genau da sehe ich die Hemmnisse die viele im ALG II Bezug halten. Sie brauchen doch eine Existenzberechtigung, wo bleibt die wenn jeder eine Arbeit hätte!
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Gast42227

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Ich weiß ja nicht, wie lange du schon arbeitslos bist, aber wenn schon lange, würde ich dem JC so lange auf die Nerven gehen, bis die eine Weiterbildung bezahlen. Das müssen die doch auch sehen, daß die Chancen dann besser wären. Hartnäckigkeit setzt sich durch!

Offline Lady Miou

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Zitat von: Gast42227 am 12. Juli 2017, 18:46:25
Hartnäckigkeit setzt sich durch!
Meine Hartnäckigkeit dauert mit 8 Jahren Minijobs, nun schon 10 Jahre und ein Ping- Pong- Spiel zwischen DRV und JC. Daher habe ich für mich entschieden, wer mich nicht unterstützen will, soll mit den Konsequenzen leben. Bei Unterstützung bin ich gern zur Mitarbeit bereit, wenn sie denn kommt!
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Gast42227

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Nach 10 Jahren hätte ich auch keinen Bock mehr.

Offline Lady Miou

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Zitat von: Gast42227 am 12. Juli 2017, 18:56:57
Nach 10 Jahren hätte ich auch keinen Bock mehr.

Siehste, und daher wundert mich der feste Kern der Langzeitarbeitslosen auch nicht. Es muss auch gefördert und nicht nur gefordert werden, gerade wo der digitale Arbeitsmarkt auf uns zukommt. Solange die Förderung so beschränkt genutzt wird, wird sich an der Zahl der Langzeitarbeitslosen nicht viel ändern.
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Gast42227

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Kann ja sein, daß Qualifizierte nichts kriegen und die weniger bis gar nicht Qualifizierten schon. Oder gibt es für die bloß sinnlose Maßnahmen. Ich kenne mich da nicht so aus.

Offline Angela1968

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Wenn ich so Eure Beiträge lese weis ich nicht ob es an meiner Hartnäckigkeit bzw. guter Argumentation lag oder meine SB´s netter waren als ich sie einschätzte.

Wenn ich daran denke das ich gesundheitsbedingt nur im Büro tätig sein darf und ich ab einem bestimmtzen Alter nichts mehr fand, blieb mir auch nur die Alternative ein lebenlang ganz von ALG II zu leben. Dann erfuhr ich vom Alltagsbegleiter. Ich sprach dann mit meinem jeweiligen AV SB. Erst bekam ich einen 1 Euro Job wo ich in einer Wohnstätte für psychisch kranke arbeiten durfte und in der Maßnahme meinen Pflegehelfer machten durfte. Jahre später bat ich dann den Lehrgang für zusätzliche Betreuungskräfte zu bekommen. Ich bekam den Lehrgang. Dann bewarb ich mich noch und nöcher und bekam dann 2010 meine Arbeit und habe durch den Pflegemindestlohn sogar die Perspektive in 5-6 Jahren trotz Teilzeitarbeit rauszukommen aus ALG II.

Angela
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Offline Lady Miou

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Zitat von: Gast42227 am 12. Juli 2017, 19:07:58
Oder gibt es für die bloß sinnlose Maßnahmen.

Die Maßnahmen der JCs sind mehr darauf ausgerichtet das die Erwerbslosen nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchen und um die Maßnahmeträger mit Steuergeldern zu fördern. Leider, ist da eine Förderung der Erwerbslosen nachrangig.
Das sind jedenfalls meine Erfahrungen.
Stellenangebote sichten kann man auch von Zuhause aus, soziale Kompetzen stärken durch ehrenamtliches Engagement, dafür bedarf es keine Maßnahmeträger , die den Steuerzahler nur unnötige Kosten bereiten.
Würde mehr das Augenmerk, im Einzelfall, auf die Zusammenführung von AG und eingeschränkten AN gelegt werden, hätte wohl mehr Menschen noch eine Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ist aber leider Fehlanzeige!

Zitat von: Angela1968 am 12. Juli 2017, 19:21:42
Dann bewarb ich mich noch und nöcher und bekam dann 2010 meine Arbeit und habe durch den Pflegemindestlohn sogar die Perspektive in 5-6 Jahren trotz Teilzeitarbeit rauszukommen aus ALG II.

Wie sieht deine Zukunftsperspektive für´s Alter aus, Grusi trotz Arbeit?
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Offline kroetenschleim

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Wie willst du in einem Beruf, den es es nicht mehr gibt, Berufserfahrung sammeln, wie dich weiterbilden??? Das gilt grundsätzlich für jeden Berufsabschluss, auch akademische.

Ich spreche nicht von Berufen, die es nicht mehr gibt. Sondern von solchen, die es noch gibt, sowie schulischen und akademischen Abschlüssen (mit denen man in noch existenten Berufen arbeiten kann).

Gast42227

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Lady Miou, ich habe aber davon gehört, daß es spezielle Arbeitsvermittler gibt, die sich um Leute mit Defiziten kümmern. Ich denke, dazu zählen auch gesundheitliche Einschränkungen. Die vermitteln auch Jobs auf dem 1. Arbeitsmarkt, aber das sind wohl Jobs, die nicht in der Jobbörse stehen. Die aquirieren die Arbeitsvermittler. Die haben ja auch gute Kontakte zu Firmen und nicht nur ZAF Klüngelei.

Offline Lady Miou

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Zitat von: Gast42227 am 12. Juli 2017, 19:31:20
ich habe aber davon gehört, daß es spezielle Arbeitsvermittler gibt, die sich um Leute mit Defiziten kümmern.

Das sind die Fallmanager, die es aber leider nicht in jedem JC gibt. Bei unserem hiesigen JC kümmern sich die AV um alle Erwerbslosen egal ob Hemmnisse vorliegen oder nicht.

Da aber der Großteil der Langzeitarbeitslosen über Hemmnisse verfügen, hier ersichtlich

Ein Drittel der Langzeitarbeitslosen sei zudem gesundheitlich beeinträchtigt. Und mehr als ein Viertel sei über 55 Jahre alt. «Bei vielen Langzeitarbeitslosen treten zwei oder mehr dieser oder anderer Hemmnisse gleichzeitig auf.» Bei dieser Gruppe müsse von einer «verfestigten Langzeitarbeitslosigkeit» gesprochen werden, die immer sichtbarer werde, je mehr sich die Arbeitslosigkeit bei allen anderen Gruppen abbaue....
Erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher immer länger arbeitslos - weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Erwerbsfaehige-Hartz-IV-Bezieher-immer-laenger-arbeitslos-id42018841.html
http://www.augsburger-allgemeine.de/wirtschaft/Erwerbsfaehige-Hartz-IV-Bezieher-immer-laenger-arbeitslos-id42018841.html

wäre eine Einzelfallbetreuung und Unterstützung erforderlich, die aber an Maßnahmeträger abgeschoben wird und meisten nur zu kurzfristigen Praktikas führt, die dann wieder rum nur der Wirtschaft nutzen aber nicht dem Arbeitssuchenden. Nach Maßnahmeende sind die meisten wieder da wo sie angefangen sind, im ALG II Bezug!
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Offline Angela1968

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Lady Miou,

ich weis es nicht ob mir dann GRUSI neben meiner Rente zusteht.Hängt von einigen Faktoren ab die ich noch nicht kenne und eigentlich auch nicht kennen möchte.

Angela
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Gast42227

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Ab 50 wird es sowieso schwer. Da braucht man keine Maßnahme mehr, da weiß man schon, wie es läuft.