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Autor Thema: Modellprojekt Bürgerarbeit  (Gelesen 161002 mal)

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Offline Meck

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #105 am: 20. November 2013, 21:01:03 »
Zitat von: Atalante am 20. November 2013, 20:33:49
Ui, die Bürgerarbeit läuft aus, das Gejammer darüber macht sich hier im Saarland ja auch schon länger breit, aber keine Angst, ein Nachfolger steht schon in den Startlöchern:
Passiv-Aktiv-Tausch

Das ist ja auch bei vielen Massnahmen so, sei es AGHs, Bewerbertrainings etc. - Wenn bei einem Träger ein Projekt, eine Massnahme über Wochen und Monate einen schlechten Ruf hat im Laufe der Zeit, gibts für die Massnahme einen neuen Namen und weiter gehts wie bisher  :coffee:.

So läuft es vermutlich auch bei der Bürgerarbeit. Erinnert man sich an ABM, FSJ oder BufDi etc. war es ja da auch nicht anders.

Gast28518

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #106 am: 20. November 2013, 21:06:09 »
ach wie der Bürgermeister von Bad Schmiedeberg rumjammert. Und so tut als ob ihm die Bürgerarbeiter so am herzen liegt. Dabei hat er nur Angst das er keine billigen Sklaven mehr hat.

Gelesen in der "Blöd" heute im Kaufland

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, warum stellen sie dei Büregrarbeiter nicht ein? ach ja stimmt ja. Das kostet Geld nicht wahr. Und warum haben sie im Interview nicht erwähnt das nicht in die Arbeitslosenversicheurng eingezahlt wird. Un d rechnen sie mal aus was 900 Euro Brutto in netto ist.

http://www.bad-schmiedeberg.de/kontakt/view/form

Gast28518

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #107 am: 20. November 2013, 21:31:47 »
Neues Programm für ältere Langzeitarbeitslose geplant

Sachsen-Anhalts Arbeitsminister Bischoff plant ein neues Programm für ältere Langzeitarbeitslose. Insgesamt werden dafür in den kommenden beiden Jahren 20 Millionen Euro bereitgestellt. Verschiedene Projekte in den Regionen des Landes sollen dafür sorgen, dass etwa 1.100 ältere Arbeitslose wieder einen Job finden. Bischoff will mit dem neuen Programm einen Ausgleich dafür schaffen, dass der Bund die Bürgerarbeit bald nicht mehr fördert. Bei diesem Modellprojekt werden Arbeitslose für gemeinnützige Tätigkeiten bezahlt.

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/nachrichten104_zc-a2551f81_zs-ae30b3e4.html#anchor1

na wusst ich es doch

Neues Programm für Langzeitarbeitslose geplant

Um das auslaufende Modell der Bürgerarbeit abzufedern, will Sachsen-Anhalt im kommenden Jahr ein neues Programm für ältere Langzeitarbeitslose auflegen. Das hat Arbeitsminister Norbert Bischoff am Mittwoch bei der Vorstellung des Arbeitsmarktpolitischen Gesamtkonzepts für Sachsen-Anhalt bekannt gegeben. Nach Angaben des SPD-Politikers soll das neue Beschäftigungsprogramm, das derzeit noch vorbereitet wird, zwei Jahre lang gelten.

http://www.mdr.de/sachsen-anhalt/foerderprogramm-langzeitarbeitslose-sachsen-anhalt100-comment.html#cf
« Letzte Änderung: 20. November 2013, 21:37:07 von Gast28518 »

Gast28518

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #108 am: 21. November 2013, 00:42:35 »
Arbeitsminister plant neues Programm für ältere Langzeitarbeitslose

Es ist nicht einfach mit dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt. Auf der einen Seite zu wenige Fachkräfte - auf der anderen Seite viele Langzeitarbeitslose. Jetzt hat der Arbeitsminister ein neues Konzept vorgelegt.

http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/sachsen-anhalt-arbeitsminister-plant-neues-programm-fuer-aeltere-langzeitarbeitslose,20641266,25091496.html

Offline Ottokar

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #109 am: 22. November 2013, 10:26:07 »
Ui, die Bürgerarbeit läuft aus, das Gejammer darüber macht sich hier im Saarland ja auch schon länger breit, aber keine Angst, ein Nachfolger steht schon in den Startlöchern:
Passiv-Aktiv-Tausch
Wer will, kann sich ja mal das Finanzierungskonzept reinziehen und selber urteilen, ob er hier ein "Sozialleistungen nur noch gegen Arbeitsdienst" riecht.
Das riecht nicht nur, das stinkt.
ALG II Empfänger sollen arbeiten und die JC dafür den Lohn zahlen. Profitieren tun allein die AG, die dabei ohne Lohnkosten maximalen Profit generieren.
Das ist Lohnsubvention pur, weil zu 100%.
Stellen wir doch gleich den gesamten deutschen Arbeitsmarkt darauf um: die AG haben keine Ausgaben mehr für Löhne und Gehälter, keine Sozialabgaben mehr und maximieren damit ihren Provit.
Der Kostenfaktor Arbeitskraft/Mensch wird dabei komplett aus der Wertschöpfungskette ausgegliedert.
Meine Antworten basieren auf den zuvor genannten Fakten. Durch neue oder geänderte Fakten kann sich jedoch die Rechtslage ändern und bisherige Antworten dadurch ungültig werden.


Offline götzb

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #110 am: 22. November 2013, 14:36:54 »
Leider machen da viele freiwillig mit.

Wünschenswert wäre wenn sich mehr Menschen bei Arbeitsdienst zu Wehr setzen würden.
Etwa durch Schlechtarbeit und einer Art von Sabotage.

In den 70ern wo Sozialhilfeempfänger in BRD West zu Zwangsarbeit verpflichtet wurden
haben sie viele bis hin zur Sabotage gewehrt. Ich wünschte mir das heute auch.
Arbeit bekämpfen, Automatisierung fördern ! Der evangelische Arbeitsethos ist das Grundübel dieser Gesellschaft.

Legale Sabotage gegen Zwangsmaßnahmen und Ausbeuterfirmen, niemals Verträge bei Zwangsmaßnahmen unterschreiben, und Lebensläufe vorlegen.

Gast7559

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #111 am: 22. November 2013, 14:47:22 »
Hat jemand dazu...
Zitat von: götzb am 22. November 2013, 14:36:54
In den 70ern wo Sozialhilfeempfänger in BRD West zu Zwangsarbeit verpflichtet wurden
... und dazu...
Zitat von: götzb am 22. November 2013, 14:36:54
haben sie viele bis hin zur Sabotage gewehrt.
... irgendwelche Links zur Hand? Möchte das mal nachlesen...

EDIT: Hab z.B. mit den Stichworten "Sozialhilfeempfänger Zwangsarbeit" folgenden, sehr interessanten Link gefunden:
Schafft erste, zweite, dritte Arbeitsmärkte …ab! http://www.wildcat-www.de/wildcat/72/w72_sozizwang.htm

... aber Götzb war schneller als ich! Danke, götzb!

Und hier noch was Schönes gefunden:
Hilfe zur Zwangsarbeit - Aus den Annalen der bundesdeutschen Sozialverwaltung http://www.krisis.org/1999/hilfe-zur-zwangsarbeit
« Letzte Änderung: 22. November 2013, 15:00:28 von Gast7559 »

Offline götzb

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #112 am: 22. November 2013, 14:52:29 »
Arbeit bekämpfen, Automatisierung fördern ! Der evangelische Arbeitsethos ist das Grundübel dieser Gesellschaft.

Legale Sabotage gegen Zwangsmaßnahmen und Ausbeuterfirmen, niemals Verträge bei Zwangsmaßnahmen unterschreiben, und Lebensläufe vorlegen.

Offline schattenspiel

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #113 am: 08. Dezember 2013, 18:21:40 »
Hallo,
ich möchte nochmal am Thema rütteln.

In meinem Fall ist es so, dass ich zwar im öffentlichen Dienst als Bürgerarbeiter tätig bin, angestellt bin ich aber beim "Verein für Arbeitssklaven". (nennen wir ihn mal so)

Dieser Verein schloss die Arbeitsverträge mit den Bürgerarbeitern, überwacht die Stundennachweise und überweist das
Gehalt. (welches naturlich vom Jobcenter kommt)
Nur die Auswahl der Bürgerarbeiter traf die Stadtverwaltung selbst.

Ich bin also ein Leiharbeiter bei der Stadtverwaltung mit Tätigkeiten, die teilweise zum 1. Arbeitsmarkt gehören.

Wegen der beiden Urteile, die die Bezahlung nach Tarif bei Bürgerarbeitern betreffen, hatte ich mich an einen Anwalt gewandt und wollte klagen.
Dieser sagte mir aber, dass meine Aussichten auf erfolgreiche Klage gering sind, da ich nicht direkt bei der Stadtverwaltung als Bürgerarbeiter angestellt bin, sondern üblerweise der Verein als Arbeitsgeber auftritt und dieser tariflich nicht gebunden ist.

Stimmt das so tatsächlich?

Grüße
schattenspiel  :flag:

Gast7559

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #114 am: 08. Dezember 2013, 18:45:16 »
Scheint eine neue Masche zu sein, um den Tariflohn zu umgehen...

Schau mal, was ich >>hier<< geschrieben habe...
Zitat
Und wenn wir schon beim Kotzen sind, kann ich gleich weitermachen:
Kollegin von mir hat gerade 1 Woche "Praktikum" im Krankenhaus hinter sich, sauschwere anstrengende, körperlich schwere Arbeit in der Küche am Fließband unter Akkorddruck, 8 Std. Stehen ohne Möglichkeit, sich mal eben kurz hinzusetzen - demnächst unterschreibt sie einen Arbeitsvertrag bei der AWO und wird dann von dieser Wohlfahrtsorganisation für 8 Euro/Std. ans Krankenhaus "verliehen" - (läuft natürlich nicht als Leiharbeitnehmer, sondern unter "Integrationsmaßnahme" in Projektform - sie wollen testen, ob Hartzis auch hart für wenig Geld arbeiten können) - 40 Std./Woche für 8 Euro, voll sozialversichert... erst mal nur für 1 Jahr, danach mit Option auf Verlängerung für ein zweites Jahr... die Tarif-Arbeitnehmer im Krankenhaus verdienen doppelt soviel wie sie... aber sie freut sich nen Ast, weil sie demnächst 200 Euro mehr pro Monat zur Verfügung hat...

Ein anderer Kollege ist schon seit 9 Monaten in genau der gleichen AWO-Maßnahme im Krankenhaus tätig... auch er sagt, ihm geht's jetzt besser als zuvor, als er nur das Hartz-Geld hatte... er jammert zwar, daß seine Kollegen als Tarif-Arbeiter als Weihnachtsgeld ein volles Monatsgehalt (d.h. fast 2.500 Euro) bekommen haben (und er hat überhaupt kein Weihnachtsgeld bekommen!!! Die AWO zahlt kein Weihnachtsgeld von den Zuschüssen, die sie für die "integrierten Hartzer" bekommt, das verpraßt sie lieber selbst), aber ihm geht's ja jetzt "besser" als nur mit H4...

Und wenn man ihnen ins Gesicht sagt, daß das Krankenhaus mit dieser Konstruktion "AWO - Projektmaßnahme für Arbeitslose/Hartzer" den Tarifvertrag mit Tariflöhnen unterläuft und sich so Niedrigstlohn-Arbeitskräfte heranschafft und die Awo dabei den eifrigen Zuhälter spielt, dann sagen sie nur: "Aber mir geht's doch jetzt viel besser als vorher mit Hartz"...
siehe hierzu: http://hartz.info/index.php?topic=71719.msg706213#msg706213

Mit solchen Vertrags-Konstruktionen arbeiten wir in riesengroßen Schritten auf den Workfare-Staat für Arbeitslose hin - Geld und staatliche Unterstützung nur noch gegen Arbeit bei Niedrigstlohn, wie @Ottokar schon weiter oben geschrieben hatte.

Demnächst (Zukunftsvision von mir) sind wir alle gegen Niedrigstlohn beim Staat angestellt und arbeiten in der öffentlichen Verwaltung bzw. technischen Unterhaltung der städtischen Anlagen...

Abgesehen davon, sind diese zwei Hartzer, die ich oben beschrieben habe, typische nicht-informierte Hartzer, die über ihre Rechte gegenüber dem JC nicht Bescheid wissen, sich auch nie dafür interessiert haben, die Seite "gegen-hartz.de" nicht kennen, auch das Forum von gegen-hartz nicht, geschweige denn andere Arbeitslosen-Foren...
typische Internetnutzung dieser zwei Exemplare der Gattung Mensch "homo hartzensis" besteht im Fratze-bucken... typische Freizeitbeschäftigung im Fernsehen auf Trash-Kanälen und in Wochenend-Besäufnissen...

da hilft jede Aufklärungs-Arbeit von mir überhaupt nicht, diese Leute sind AUFKLÄRUNGS-RESISTENT... und freuen sich nen Ast, daß sie für 200 Euro überm H4-Satz ausgebeutet werden...
« Letzte Änderung: 08. Dezember 2013, 18:57:14 von Gast7559 »

Gast22060

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #115 am: 09. Dezember 2013, 11:23:08 »
Moin, willkommen im Club so eine ähnliche Aussage habe ich auch vom Anwalt gehört. Die (wollen) können nicht mehr zahlen.  :wand:

Gast28518

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #116 am: 09. Dezember 2013, 14:10:27 »
Moin, willkommen im Club so eine ähnliche Aussage habe ich auch vom Anwalt gehört. Die (wollen) können nicht mehr zahlen.  :wand:
warum sollten sie auch wenn sie dumme finden

Gast28518

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #117 am: 13. Dezember 2013, 16:23:12 »
In seiner 58. Sitzung beschloss der Landtag in Magdeburg, sich auf Bundesebene für ein Nachfolgeprogramm der Bürgerarbeit einzusetzen. Die Bürgerarbeit in Deutschland geht auf ein Modellprojekt in Sachsen-Anhalt zurück und soll Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt integrieren.

http://www.mz-web.de/mitteldeutschland/magdeburg-landesregierung-soll-sich-fuer-buergerarbeit-einsetzen,20641266,25613982.html

mein Kommentar

und soll Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt integrieren." und wo ist das bitte gelungen? Im Grunde ging es nur um billige Arbeitskräfte zu haben und die Statistik zu schönen.
Warum stellt man die Leute nicht fest und sozialversicherungspflichtig (ja auch Arbeitslosenversicherung) ein?. Wenn man sie braucht.

Offline Ottokar

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #118 am: 14. Dezember 2013, 13:07:07 »
Bürgerarbeit kann (Langzeit)Arbeitslose schon per se nicht in den Arbeitsmarkt integrieren, denn Bürgerarbeit darf lt. Gesetz nicht auf dem (1.) Arbeitsmarkt stattfinden.
Meine Antworten basieren auf den zuvor genannten Fakten. Durch neue oder geänderte Fakten kann sich jedoch die Rechtslage ändern und bisherige Antworten dadurch ungültig werden.


Gast28518

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Re: Modellprojekt Bürgerarbeit
« Antwort #119 am: 14. Dezember 2013, 15:05:11 »
Bürgerarbeit in Sachsen-Anhalt „Das war ’ne echte Chance“

http://www.mz-web.de/wirtschaft/buergerarbeit-in-sachsen-anhalt--das-war--ne-echte-chance-,20642182,25621188.html

warum hat man sie nicht gleich eingestellt? sondern erst über die Bürgerarbeit? Und wieviel Fördergelder fliessen jetzt noch das man die Frau beschäftigt? Mir kann keiner erzählen das da nichts fliesst. Und fakt ist das man jetzt nur rumjammert das diese Bürgerarbeit ausläuft weil man keine billigen Arbeitskräfte mehr hat. Und die sinkende Arbeitslosigleit wird nur durch den Steuerzahler finanziert. Man soll mal ausrechnen was netto rauskommt bei 900 brutto. Warum wird nie erwähnt das die Bürgerarbeiter nicht in die AV einzahlen. Also so gleich in Hartz 4 fällt. " Zwar habe man nicht mit allen Beteiligten durchweg positive Erfahrungen gemacht, einige seien auch vor der Zeit auf eigenen Wunsch ausgeschieden." warum fragt man die betroffenden nicht selber. Sondern lässt nur diesen Lehmann sprechen. Wahrscheinlich merkten die betroffenenden das sie nur ausgebeutet wurden.