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Autor Thema: Bundesregierung plant dauerhafte Ein-Euro-Jobs für Hartz IV Beziehende  (Gelesen 42130 mal)

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Offline Meck

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Dauerbezieher von Hartz IV sollen künftig länger Ein-Euro-Jobs verrichten können. Die Förderdauer soll für solche Langzeitarbeitslose verlängert werden, die innerhalb der letzten zehn Jahre insgesamt neun Jahre Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende bekommen haben. Das sieht eine Formulierung des Bundessozialministeriums vor für eine Änderung des Gesetzes zu Rechtsvereinfachungen bei Hartz IV, über das derzeit der Bundestag berät. Der Formulierungsvorschlag lag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vor.

Die Betroffenen sollen künftig nach Ablauf der Höchstdauer von 24 Monaten erneut und auch wiederholt bis zu zwölf Monate in Arbeitsgelegenheiten gewiesen werden können. Das sind meist Ein-Euro-Jobs. Denn den Betroffenen sei es "auch bei guter Konjunktur kaum möglich, vom Aufbau der Beschäftigung zu profitieren und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen", so der Formulierungsvorschlag.


-->> http://www.merkur.de/politik/laengere-ein-euro-jobs-fuer-hartz-iv-dauerempfaenger-geplant-zr-6403953.html

Offline Der Gehorsame

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Ja, am besten 1 Euro-Jobs bis die Kunden mit 63 Jahren in vorzeitige Rente mit Abschlägen geschickt werden.
Anstatt den Menschen wirklich zu helfen, lieber noch mehr für 1€ ausbeuten und die Firmen mit Steuergeldern subventionieren.

Gast39931

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Rechne die Kosten des Hartz4 Bezuges und den 1€ Job dazu und man kommt wieder annähernd auf 8,50€
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Offline Der Gehorsame

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Zitat von: Gast39931 am 16. Mai 2016, 11:59:03
Rechne die Kosten des Hartz4 Bezuges und den 1€ Job dazu und man kommt wieder annähernd auf 8,50€

Was soll mir deine Aussage damit Mitteilen?
Vielleicht das damit nicht die Firmen von Steuergeldern subventioniert werden oder das längere 1€-Jobs jemanden in ein festes Arbeitsverhältnis bringen, keine sozialversicherungspflichtige Jobs wegfallen oder das damit das Rentendefizit bis 2030 ausgeglichen werden kann, weil so viele Sozialabgaben ins System fließen? 

Gast39931

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ja ich weiß, aber Politiker denken eben anders.

Offline Angela1968

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Sagen wir mal so, durch den 1 Euro Job ist doch die Bewerbungspflicht nicht aufgehoben und wenn der 1 Euro Jobber eine Arbeit auf dem 1. Arbeitsmarkt findet, darf der 1 Euro Job doch dann sofort beendet werden. Und in der Zeit kann doch das JC trotzdem dem jenigen VV ohne Ende zuschicken.

Ich kenne hier viele ALG II Empfänger die schon mindstens seit 5 Jahren oder länger arbeitslos sind und sich schon auf den nächsten 1 Euro Job freuen. Sie sagen sich lieber den 1 Euro Job und im guten Monat 165 Euro monatlich zusätzlich als gar nichts.

Angela
Wer etwas möchte - sucht Wege
Wer etwas nicht möchte - sucht Gründe

Offline cherrylady18

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skydiver,

8,50€ ist falsch. Habe auch schon 1€-Jobs gemacht und habe mit meinen Kollegen eine Rechnung aufgemacht.
Regelsatz, Miete, KK, 1€-Lohn, Fahrkarte, Bezahlung der Massnahmeträger und Qualvikation des 1€-Jobber, ergab Brutto ca. 3000,00 - 4000,00 €. Wobei zu berücksichtigen ist, das viele 1€-Jobber gasr keine Qualy machen, die Massnahmeträger das Geld aber trotzdem behalten und in die eigene Tasche stecken dürfen.

Offline red1765

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Rechne die Kosten des Hartz4 Bezuges und den 1€ Job dazu und man kommt wieder annähernd auf 8,50€
(Kommunaler Eigenbetrieb)
Tja wenn man nur die Zeit der Sklavenarbeit rechnet.
Aber man hat dem JC länger zur Verfügung zu stehen, Bewerbungen und Widersprüche zu schreiben.
Wenn man die Zeit mit rechnet ist nichts mehr mit 8.50.

Und noch eins: Diese Sklavenarbeit vernichtet reguläre Arbeitsplätze.
„I have an important message for all people from the whole world in this bus. I want to say welcome. Welcome to Germany, welcome to my country. Have a nice day.“ Busfahrer aus Erlangen

Offline götzb

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Ja genau, RAD jetzt in der Long Edition.... :wand:
Wenn der Schei.. freiwillig wäre, so als 3ter Arbeitsmarkt; isses leider nicht.
So wird unnötig Geld des Steuerzahlers zusätzlich verwendet, um LZA zu drangsalieren.
Wie "sinnvoll" diese 1€ Mülljobs sind, haben ja einige Studien bewiesen.
Arbeit bekämpfen, Automatisierung fördern !

Legale Sabotage gegen Zwangsmaßnahmen und Ausbeuterfirmen, niemals Verträge bei Zwangsmaßnahmen unterschreiben, und Lebensläufe vorlegen.

Offline dagobert1

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Rechne die Kosten des Hartz4 Bezuges und den 1€ Job dazu und man kommt wieder annähernd auf 8,50€
Sozialleistungen sind kein Arbeitslohn.
Von der fehlenden Anmeldung in der Arbeitslosen- und Rentenversicherung nicht zu reden ...

Und noch eins: Diese Sklavenarbeit vernichtet reguläre Arbeitsplätze.
Auch ein Grund diese EEJ endlich ins Geschichtsbuch zu verbannen.

Offline coolio

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Würden die Betroffenen endlich mal den regulären Lohn für nicht 'zusätzliche' Jobs einklagen, wäre der Spuk schnell vorbei.
Hab schon mehrere Male versucht mit anzuschieben, aber keiner fühlte sich gerüstet.
Εν οίδα οτι ουδέν οίδα (Sokrates) alias: Scio nescire - zu deutsch: null Ahnung
Wer redet oder telefoniert, der verliert!
I'm with intelligents - hopefully!

Offline dagobert1

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Dabei ist die grundsätzliche Frage geklärt.
---> B 14 AS 98/10 R

Offline Atalante

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  • Weg mit den "Agenda 2010-Reformen"!
1) Damit gibt man zu, dass es Menschen gibt, die in den Arbeitsmarkt nicht mehr einzugliedern sind, was die Theorie vom "EinEuro-Job als Brücke in den Arbeitsmarkt" definitiv ad absurdum führt, bzw die Studien unterstützt, die belegten, dass diese EinEuroJobs genausoviel zur (Wieder)Eingliederung in den Arbeitsmarkt beitragen wie der berühmte Pups auf der Gardinenstange.
Denn Menschen, die nach zwei Jahren in diesen EinEuroJobs wieder und wieder in (denselben) EinEuroJob(s) gesteckt werden, sind offenbar schon für den Arbeitsmarkt "verloren", sie wurden schlicht aufgegeben und müssen jetzt nur noch auf Biegen und Brechen aus der Statistik getrickst werden(bzw. presst man die noch vorhandene (Arbeits)kraft zum Wohle der WirtschaftTM aus ihnen heraus), koste es was es wolle, bloß um die Agenda 2010 weiterhin als "Erfolg" verkaufen zu können.

2) Wie lange soll das gut gehen, Menschen, die keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, in mehr als fragwürdige (weil Arbeitsplätze auf dem Arbeitsmarkt verdrängende) Zwangsarbeit zu stecken? Schließlich kosten diese Maßnahmen den "braven Steuerzahler" jedes Jahr nen Arsch voll Geld. Das führt automatisch zu

3) diese Art der Statistiktrickserei kostet jedes Jahr ne ordentliche Stange Geld, von der man locker reguläre Stellen auf dem Arbeitsmarkt (deren Bedarf ja offenbar vorhanden ist, sonst gäbe es das Phänomen der Stellenverdrängung durch EinEuroJobs (z.B. im GaLaBau) ja wohl nicht) schaffen/finanzieren  könnte, allerdings ist das offenbar nicht gewollt, da man sonst ja nicht über die ach so teuren Erwerbslosen lamentieren könnte, mit dem Hintergedanken, bei der Gewährung des ExistenzMINIMUMS weitere Einschnitte und Kürzungen vorzunehmen, um glz. der WirtschaftTM billige und willige(da durch ständige Androhung der Existenzvernichtung klein gehaltene) Arbeitssklaven zuzuschustern, um sich selbst als Partei/Regierung üppige "Spendenflüsse" nicht abzuwürgen; aber das sind sicher nur wieder  Hirngespinste...

Die Gekniffenen sind, wieder einmal, die von diesen Maßnahmen betroffenen Erwerbslosen, die sich im Zweifel sogar Hoffnungen machen, durch eine solche Ausbeutungsmaßnahme tatsächlich nen "Fuß in die Tür" auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen (wird/wurde ja lang genug so propagiert, "EinEuroJob als Sprungbrett in den Arbeitsmarkt") aber die sind für die WirtschaftTM eh nur unnützes/unwertes Geschmeiß/nutzlose Fresser, wenn man sie/deren (durchaus vorhandene *)Arbeitskraft nicht für nen Appel und nen Ei (oder besser noch für lau, bzw. indem man noch Geld dafür bekommt, sich sowas "Unwertes" ans unternehmerische Bein zu binden) ausnutzen kann.

* denn denjenigen, die definitiv nicht mehr können, wird wohl kaum so ne Maßnahme angeboten werden, die kann man nämlich gar nimmer verwerten und da man sie (noch) nicht einfach so entsorgen kann, lässt man sie eben in der GruSi/Sozialhilfe dahinvegetieren, auf dass sich dieses Problem auf biologischem Wege von selbst löst (Stichwort: Arme sterben im Schnitt 12 Jahre früher)



MfG
Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden.  (J. M. Keynes?)
Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.
Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren!(B. Brecht)
In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.(Kurt Tucholsky)

Offline Unwissender

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  • Hallo erst Mal!
Damit soll halt die derzeitige, gängige Praxis "legalisiert" bzw. gesetzeskonform werden! Sonst nichts!
Dumm darf man sein, man muss sich nur zu helfen wissen!

Offline Häuer

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Anstatt den Menschen wirklich zu helfen, lieber noch mehr für 1€ ausbeuten und die Firmen mit Steuergeldern subventionieren.
Was würdest Du denn unter Hilfe verstehen? Vor allem wenn man das von @ Angela geschriebene berücksichtigt?