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Autor Thema: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss  (Gelesen 1627 mal)

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Online Ecki07

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Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« am: 01. Dezember 2016, 22:49:38 »
Was kann man als Eigenheimbesitzer als Wohnkosten absetzen?

-Instandhaltungs- und Betriebskosten sind im Jahr 36 Euro je Quadratmeter Wohnfläche und je
Quadratmeter Nutzfläche der Geschäftsräume sowie die für den Gegenstand der Wohngeld-Lastenberechnung
entrichtete Grundsteuer anzusetzen." Auszug aus WoGV § 13

-Zinsen und Tilgung

Gehen auch beim Übergang ins Eigentum anfallende Kosten wie Notar, Grundbuchamt ect. (§ 11 Abs. 1 Nr 4)?      (da fallen ja noch keine Zins und Tilgungsleistungen an)

Auch Gebäudeversicherung noch zusätzlich möglich?

Ursprung: Während des Übergangs von Miete auf Lastenzuschuss fällt eine Familie aus dem Bezug und soll für 4 Monate den Mietzuschuss zurückerstatten.



Offline Sheherazade

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #1 am: 02. Dezember 2016, 05:32:12 »
Gehen auch beim Übergang ins Eigentum anfallende Kosten wie Notar, Grundbuchamt ect. (§ 11 Abs. 1 Nr 4)?      (da fallen ja noch keine Zins und Tilgungsleistungen an)

Meines Wissens nach nicht.

Zitat
Ursprung: Während des Übergangs von Miete auf Lastenzuschuss fällt eine Familie aus dem Bezug und soll für 4 Monate den Mietzuschuss zurückerstatten.

Warum? Wurde in den 4 Monaten weder Miete noch Darlehensleistung erbracht, haben sie sozusagen umsonst gewohnt in der Zeit?
Egal wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand anlegt, jeden Tag kommt ein Mensch und marschiert aufrecht drunter durch. (von unbekannt)

Offline KnotenKurt

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #2 am: 02. Dezember 2016, 10:04:48 »
Es gibt im Netz ganz hervorragende Seiten zum Thema Wohngeld. Dort steht wunderbar aufgeführt, welche Arten von Zahlungen möglich sind.
Zudem kann man sich unverbindlich berechnen lassen, wie hoch ein Lastenzuschuss ausfallen könnte.
Und oftmals ist das Ergebnis doch sehr erstaunlich.

Offline Else Kling

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #3 am: 02. Dezember 2016, 10:13:34 »

Gehen auch beim Übergang ins Eigentum anfallende Kosten wie Notar, Grundbuchamt ect. (§ 11 Abs. 1 Nr 4)?      (da fallen ja noch keine Zins und Tilgungsleistungen an)


ja, diese Kosten gehören im Jahr des Erwerbs in die Berechnung

WoGV § 11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 führt Erwerbskosten als Teil der Wohngeld-Lastenberechnung an.

WoGVwV Nr. 10.07 "(1) Zu den Erwerbskosten im Sinne des § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 WoGV gehören auch die durch den Erwerb des Gebäudes oder der Wohnung verursachten Nebenkosten, insbesondere Gerichts- und Notarkosten, Maklerprovision, Grunderwerbsteuer, Vermessungskosten, Gebühren für Wertberechnungen und amtliche Genehmigungen sowie Kosten der Bodenuntersuchung zur Beurteilung des Grundstückswertes."

Online Ecki07

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #4 am: 02. Dezember 2016, 19:26:23 »
Zitat von: Else Kling am 02. Dezember 2016, 10:13:34
WoGVwV Nr. 10.07 "(1) Zu den Erwerbskosten im Sinne des § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 WoGV gehören auch die durch den Erwerb des Gebäudes oder der Wohnung verursachten Nebenkosten, insbesondere Gerichts- und Notarkosten, Maklerprovision, Grunderwerbsteuer, Vermessungskosten, Gebühren für Wertberechnungen und amtliche Genehmigungen sowie Kosten der Bodenuntersuchung zur Beurteilung des Grundstückswertes."
Vielen Dank Else Kling  :sehrgut:

Online Ecki07

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #5 am: 05. Januar 2017, 10:17:36 »
Abgelehnt

Begründung der Wohngeldstelle:
In der Wohngeld-Lastenberechnung sind Fremdmittel zu berücksichtigen, wenn sie der Finanzierung gedient haben, z.B. Kaufpreis und Erwerbskosten Wohngeldverordnung § 11 Abs. 1 Nr. 4.
Die von Ihnen angegebenen Erwerbskosten gehören nicht zu den Fremdmitteln. Fremdmittel sind nach § 10 Wohngeldverordnung: 1. Darlehen 2. Gestundete Restkaufgelder 3. Gestundete öffentliche Lasten des Grundstücks.

10.07 (Abschnitt 9 WoGVwV)
Erwerbskosten

(1) Zu den Erwerbskosten im Sinne des § 11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 WoGV gehören auch die durch den Erwerb des Gebäudes oder der Wohnung verursachten Nebenkosten, insbesondere Gerichts- und Notarkosten, Maklerprovision, Grunderwerbsteuer, Vermessungskosten, Gebühren für Wertberechnungen und amtliche Genehmigungen sowie Kosten der Bodenuntersuchung zur Beurteilung des Grundstückswertes.


Dieser Abs. 1 verweist zwar auf den § 11 (Ausweisung der Fremdmittel) es ist aber für mich nicht ersichtlich, dass die Erwerbskosten zwingend durch Fremdmittel aufgebracht werden müssen um in die Berechnung für den Lastenzuschuss einfließen zu können :weisnich:

Banken finanzieren in der Regel diese Kosten nicht.

Trotzdem sind diese Kosten aber explizit entstanden.

Offline Sheherazade

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #6 am: 05. Januar 2017, 10:38:12 »
Banken finanzieren in der Regel diese Kosten nicht.

Du meinst Notar, Grundbuchamt etc.? Doch, tun sie indirekt, nämlich indem man diese Kosten dem Kaufpreis zuschlägt und die Darlehenssumme entsprechend festlegt.
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Online Ecki07

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #7 am: 05. Januar 2017, 21:47:54 »
Kann man diese Kosten wirklich nur mittels Fremdmittel absetzen?

Offline Sheherazade

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #8 am: 06. Januar 2017, 07:45:26 »
Grundsätzlich sind beim Wohngeld Belastungen = Fremdmittel. Es wird nicht als Belastung anerkannt, was man aus seinem Vermögen bezahlt hat - ist dann ja auch keine Belastung.

Hier wird die Lastenberechnung schön erklärt:
Zitat
Zur Belastung aus dem Kapitaldienst gehören:

    Zins- und Tilgungsleistungen für solche Fremdmittel (Darlehen), die dem Bau, dem Erwerb oder der Verbesserung des Eigentums gedient haben,
    die laufenden Nebenleistungen für die Fremdmittel, insbesondere Verwaltungskosten,
    die laufenden Bürgschaftskosten der Fremdmittel,
    die Erbbauzinsen, Renten und sonstige wiederkehrende Leistungen zur Finanzierung des Eigentums

Als Tilgungen sind auch die

    Prämien für Personenversicherungen zur Rückzahlung von Festgeldhypotheken,
    Bausparbeiträge, wenn der angesparte Betrag für die Rückzahlung von Fremdmitteln zweckgebunden ist

in Höhe von 2 vom Hundert dieser Fremdmittel.

Für die Belastung aus dem Kapitaldienst dürfen höchstens die vereinbarten Jahresleistungen angesetzt werden. Sind die tatsächlichen Leistungen geringer, so sind die geringeren Leistungen anzusetzen.

Zur Belastung aus der Bewirtschaftung gehören:

    die Instandhaltungs- und Betriebskosten, diese sind im Jahr mit 36,00 Euro je Quadratmeter Wohnfläche und Nutzfläche der Geschäftsräume anzusetzen
    die Grundsteuer für das Eigentum, für das Wohngeld beantragt ist
    die Verwaltungskosten, wenn sie an einen Dritten (z. B. Wohnungs- oder Siedlungsunternehmen, Eigentümergesellschaft) geleistet werden

Quelle

Ich hatte meine Frage in Antwort #1 nicht ohne Grund gestellt, leider hast du das ignoriert und lieber die Antwort als abschließend betrachtet, die dir genehm war.
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Online Ecki07

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #9 am: 06. Januar 2017, 10:26:37 »
OK, danke. Die Kritik nehme ich auch an. Allerdings hängt mir das Syndrom an.

Habe da noch zwei Punkte, die mir bei dem angehängten Schreiben nicht gefallen.

Gibt es tatsächlich das genannte Übergangsrecht? (2. Absatz)
Tatsächlich nur die Grundsteuer B zu berücksichtigen? In den Vorschriften steht immer "Grundsteuer".

Offline Sheherazade

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #10 am: 06. Januar 2017, 10:32:46 »
Tatsächlich nur die Grundsteuer B zu berücksichtigen? In den Vorschriften steht immer "Grundsteuer".

Ja, weil es auf landwirtschaftlich genutzte Flächen kein Wohngeld/Lastenzuschuss gibt.

Zitat
Man unterscheidet zwischen Grundsteuer A und Grundsteuer B. Die Grundsteuer A (agrarisch) wird auf Grundstücke der Landwirtschaft und die Grundsteuer B (baulich) für bebaute oder bebaubare Grundstücke und Gebäude erhoben.
Quelle

Das mit dem Übergangsrecht kenne ich nicht, da solltest du die Frage, die du da hingekritzelt hat, dem Bescheidersteller stellen. Aber eine Belastung von 20€ je Quadratmeter bei 130qm entsprechen 2600€ - das dürfte auch für den Übergang durchaus reichen.
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Online Ecki07

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #11 am: 06. Januar 2017, 10:37:15 »
Es geht nicht um Grundsteuer A.
Auf den Steuerbescheiden B ist noch Straßenreinigung sowie Wasser u. Bodenverband aufgeführt?

Ist die genannte "Übergangsfrist" rechtens?

Offline Sheherazade

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #12 am: 06. Januar 2017, 10:43:42 »
Ich weiß nicht, welches Syndrom du meinst, aber es wird anstrengend. Es gibt nur Grundsteuer A und B. Deine Frage war:
Tatsächlich nur die Grundsteuer B zu berücksichtigen?

Was möchtest du denn noch berücksichtigt haben, wenn dir die Grundsteuer B nicht reicht?

Edit: Jetzt habe ich es verstanden .... glaube ich.
Zitat
Auf den Steuerbescheiden B ist noch Straßenreinigung sowie Wasser u. Bodenverband aufgeführt?

Das steht bei uns nicht auf dem Grundsteuerbescheid, sondern auf den jährlichen Bescheiden der Gemeinde. Das sind Verbrauchskosten.

« Letzte Änderung: 06. Januar 2017, 11:42:50 von Sheherazade »
Egal wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand anlegt, jeden Tag kommt ein Mensch und marschiert aufrecht drunter durch. (von unbekannt)

Offline Else Kling

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #13 am: 06. Januar 2017, 11:12:06 »

Ist die genannte "Übergangsfrist" rechtens?

Ich vermute mal, dass damit § 42a Wohngeldgesetz gemeint ist.

Online Ecki07

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Re: Fragen zu WoGG Lastenzuschuss
« Antwort #14 am: 06. Januar 2017, 11:39:24 »
Zitat von: Else Kling am 06. Januar 2017, 11:12:06
Ich vermute mal, dass damit § 42a Wohngeldgesetz gemeint ist.

In meinem Fall wurde das Wohngeld Ende April aufgehoben und für Lastenzuschuss ein neuer Bescheid erstellt.

Nach § 27 Abs. 2
(2) Über die Leistung des Wohngeldes ist von Amts wegen mit Wirkung ab dem Zeitpunkt der Änderung der Verhältnisse unter Aufhebung des Bewilligungsbescheides an neu zu entscheiden, wenn sich im laufenden Bewilligungszeitraum nicht nur vorübergehend

1. die Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder auf mindestens ein zu berücksichtigendes Haushaltsmitglied verringert; § 6 Abs. 2 bleibt unberührt,
2. die zu berücksichtigende Miete oder Belastung um mehr als 15 Prozent verringert; § 6 Abs. 2 bleibt unberührt, oder
3. das Gesamteinkommen um mehr als 15 Prozent erhöht


Also kein Übergangsrecht mehr anwendbar?

@Sheherazade
Auf dem Bescheid stehen noch andere Lasten drauf. Übernommen wird also nur die Grundsteuer. Alles OK. Danke.