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Autor Thema: P-Konto ein Drama  (Gelesen 2250 mal)

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Offline jonathan

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P-Konto ein Drama
« am: 31. Dezember 2016, 16:07:50 »
Ich hatte noch nie soviel Ärger mit meinem P-Konto wie in diesem Jahr. Alle Versuche von meiner Bank etwas schriftliches zu erhalten sind gescheitert.
Das Handling ist schon sehr seltsam. Obwohl ich jeden Monat weniger als den Freibetrag habe, wurde mir jetzt schon zweimal mein Hartz4 weggepfändet, Begründung: wenn ich am 28. meine 600.-€ erhalte und ich lasse sie bis zum 1. auf dem Konto, was ja logisch ist, denn da kommen ja die ganzen Lastschriften, wird dieses Geld noch einmal als Guthaben gerechnet und schon bin ich über dem Satz, so das mir letzten Monat 280,-€ weggepfändet wurde.
Ich kann aber nicht am 28. das Geld abheben, wir soll ich dann meine Rechnungen zahlen. Meine Bank verfügt leider auch nicht über einen Überweisungsautomat, so das ich am 28. direkt meine Rechnungen zahlen könnte. ich werfe zwar sofort meine Überweisungen ein, aber nur selten werden sie dann vor dem 1. ausgeführt. Ich hab auch schon meiner Freundin das Geld gegeben und sie überweißt dann die Rechnungen. Aber das geht auch nicht mehr, weil jetzt das Job-Center wieder Ärger macht. Die meinen ich verschwende mein Geld!
Ich hab auch keine Ahnung wohin das gepfändete Geld geht, denn angeblich würde ich da ende des Jahres eine Übersicht erhalten die habe ich aber noch nie bekommen. Und das  eigentliche Ärgernis, die Pfändungen erscheinen nie auf dem Kontoauszug, die sind einfach vom Konto verschwunden. Über diese Ungereimtheiten ist das JC auch nicht sonderlich erfreut!

So, das war der Frust noch fürs alte Jahr. ich wünsch euch trotz allem noch einen schönen Abend und einen guten Rutsch ins Neue Jahr

Gast39805

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #1 am: 31. Dezember 2016, 16:28:48 »
Das Vorgehen der Bank ist absolut rechtswidrig. Mit dem neuen Basiskonto ist es möglich jetzt einfacher die Bank zu wechseln, wenn dies bisher ein Hindernisgrund gewesen ist. Wenn du aber bei der Bank bleiben willst, dann gilt es jetzt denen mal ganz klar in den Hintern zu treten.

Als erstes würde ich meine Unterlagen samt Kontoauszügen des kompletten Jahres nehmen und mich auf das zuständige Vollstreckungsgericht machen. Dort sämtliche "gepfändete" Beträge der Bank vom Vollstreckungsgericht freigeben lassen. Müssen dies sich das Geld eben wieder vom den Gläubigern zurückholen. Die Bank hat hier grob rechtswidrig gehandelt. Sollte dies aufgrund von Fristen nicht mehr möglich sein, dann würde ich den Ombudsmann einschalten. Sollte dies nicht fruchten, dann eben einen Anwalt hinzuziehen (Beratungshilfeschein) und die Bank auf Erstattung/Rückzahlung verklagen. Vor dem Gang vor Gericht ist in der Regel der Ombudsmann erst mal vorzuziehen

Natürlich sind hier deine Schulden gemindert.

Außerdem ist hier eine Beschwerde bei der BaFin angebracht. Auch solltest du für die Zukunft den zuständigen Ombudsmann kontaktieren und diesen die Vorgehensweise klären lassen.

Sollte das Vollstreckungsgericht da nicht helfen können, dann melde dich noch mal. Dann kann man dir hier bei der Begründung der Beschwerde beim Ombudsmann helfen.

Offline jonathan

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #2 am: 01. Januar 2017, 12:38:45 »
Welchen Teil findest du Gesetzeswidrig?

Offline Meph1977

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #3 am: 01. Januar 2017, 12:56:43 »
Wenn du im Dezember das Geld für Januar bekommst darf die Bank das Guthaben erst ende Januar verwerten. Ich würde damit zum Amtsgericht gehen und eine Einstweilige Anordnung beantragen. Die § kann ich dir allerdings aus dem stehgreif auch nicht nennen.

http://www.schuldnerhilfe-direkt.de/unverbrauchtes-guthaben-auf-dem-p-konto-in-den-naechsten-monat-hinuebernehmen/

Hab ich mal beim schnellen suchen gefunden.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Offline Freimensch

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #4 am: 01. Januar 2017, 13:18:55 »
Ich hab auch keine Ahnung wohin das gepfändete Geld geht,
Wer soll denn das glauben? :schock:
Da gibt es einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluß und an den Gläubiger geht das Geld!

die Pfändungen erscheinen nie auf dem Kontoauszug, die sind einfach vom Konto verschwunden

Man sollte sich vielleicht einmal erst die Kontoauszüge genauer ansehen oder sich diese erklären lassen, bevor man auf die verwegene Idee kommt, zum Vollstreckungsgericht zu laufen und dort wieder zurück geschickt wird. Es gibt keinen Kontoauszug, wo einfach "vom Konto verschwindet".

Zudem weiß jede Bank, dass gem. des 9. SGB-II-Änderungsgesetz
§ 42 Abs. 4
Die Unpfändbarkeit von ALG II wird wieder im Gesetz festgeschrieben. ALG II kann danach nicht abgetreten, übertragen, verpfändet oder gepfändet werden.

Leidenschaft hat die Eigenschaft, dass es mit viel Leid Leiden schafft.

Gast39805

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #5 am: 01. Januar 2017, 13:36:57 »
Zitat von: Meph1977 am 01. Januar 2017, 12:56:43
Wenn du im Dezember das Geld für Januar bekommst darf die Bank das Guthaben erst ende Januar verwerten. Ich würde damit zum Amtsgericht gehen und eine Einstweilige Anordnung beantragen. Die § kann ich dir allerdings aus dem stehgreif auch nicht nennen.
Das Vollstreckungsgericht gibt durch Beschluss das Geld frei. Da bedarf es keiner einstweiligen Anordnung!

Zitat von: Freimensch am 01. Januar 2017, 13:18:55
Wer soll denn das glauben?
Da gibt es einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluß und an den Gläubiger geht das Geld!
FALSCH! Das Geld geht auf das Auskehrungskonto und darf erst vier Wochen später an den Gläubiger abgeführt werden. Auf dem Kontoauszug muss aber auch ein entsprechender Hinweis zu finden sein. Was du glaubst und nicht glaubst ist daher völlig unerheblich..

Zitat von: Freimensch am 01. Januar 2017, 13:18:55
Man sollte sich vielleicht einmal erst die Kontoauszüge genauer ansehen oder sich diese erklären lassen, bevor man auf die verwegene Idee kommt, zum Vollstreckungsgericht zu laufen und dort wieder zurück geschickt wird. Es gibt keinen Kontoauszug, wo einfach "vom Konto verschwindet".
Lesen des Threads könnte helfen. Wenn das sogar dem JC aufgefallen ist, dann wird dies schon so sein. Abgesehen davon ist es völlig egal ob dies auf dem Kontoauszug zu finden ist. Die Bank hat hier so oder so rechtswidrig gehandelt!

Zitat von: Freimensch am 01. Januar 2017, 13:18:55
Zudem weiß jede Bank, dass gem. des 9. SGB-II-Änderungsgesetz
§ 42 Abs. 4
Die Unpfändbarkeit von ALG II wird wieder im Gesetz festgeschrieben. ALG II kann danach nicht abgetreten, übertragen, verpfändet oder gepfändet werden.
Du musst eine verdammt gute Glaskugel haben. Sehr viele Banken haben hier noch Probleme in der Umsetzung. Man muss sich nur mal die Foren der Rechtspfleger zu Gemüte führen. Die sind auch gerade erst dabei sich da reinzufinden und arbeiten im Zweifel immer noch mit der alten Regelung.
Obendrauf wenn eine Bank sich bisher nicht an die Gesetze gehandelt hat, dann erübrigt sich auch die Frage ob sie sich an neue Gesetze handeln wird.

@jonathan
Lass dich nicht verunsichern!

Auf deine Frage:
1. Gelder die für den Folgemonat bestimmt sind (Sozialleistungen, Lohn oder Lohnersatzleistungen etc.) und am Ende des Monats eingehen dürfen den aktuellen Freibetrag(Du nennst es fälschlicherweise Guthaben) übersteigen, weil sie dem Folgemonat zuzuordnen sind. Das wurde früher "Monatsanfangsproblematik" genannt. Die Bundesregierung hat schon vor Jahren eine entsprechende Gesetztesänderung verabschiedet, damit dieses Problem wie beschrieben gelöst wird.

2. Gelder die in den Folgemonat einmalig übertragen werden mindern nicht den Freibetrag des Folgemonats. Praktisch gesehen wird der Freibetrag dann erhöht. Du musst aber im Folgemonat mindestes über den übertragenen Betrag verfügen.
Wenn du eine weitere Erklärung brauchst, dann melde dich noch mal. Dann bastel ich dir ein Beispiel.

3. Die Bank muss Beträge die sie "pfändet" erst mal auf ein Auskehrungskonto packen. Vier Wochen später erst darf die Bank dann den Betrag dem Gäubiger überweisen. Deshalb nennt sich dies auch nicht "Pfändung" sondern "Auskehrung". Die Bank hat aber die Beträge rechtswidrig ausgekehrt und an die Gläubiger abgeführt hat. Was zum Schadensersatzanspruch gegenüber der Bank berechtigt.

Online Pumukel

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #6 am: 01. Januar 2017, 14:59:03 »
Zitat von: Freimensch am 01. Januar 2017, 13:18:55
Zudem weiß jede Bank, dass gem. des 9. SGB-II-Änderungsgesetz
§ 42 Abs. 4
Die Unpfändbarkeit von ALG II wird wieder im Gesetz festgeschrieben. ALG II kann danach nicht abgetreten, übertragen, verpfändet oder gepfändet werden.

Du schreibst mal wieder völligen Blödsinn !!!! ALG II KANN gepfändet werden ... Ohne P-Konto , oder auch mit.... Nämlich spätestens dann, wenn Du das Geld nicht komplett "verbraucht" hast....

Wenn man den Banken den § 42 ausdruckt , wird nur Müde gelächelt ....

LG

Pumukel

Offline CCR

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #7 am: 01. Januar 2017, 15:19:07 »
Zitat von: Pumukel am 01. Januar 2017, 14:59:03
Wenn man den Banken den § 42 ausdruckt , wird nur Müde gelächelt ....
Deshalb plädiere ich auch alles immer abheben, die Banker werde dann nur Müde lächeln wenns jeder macht  :smile:
Wer immer die Wahrheit sagt, muß sich viel weniger merken.
Mark Twain

Gast39805

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #8 am: 01. Januar 2017, 15:57:54 »
Zitat von: Pumukel
Du schreibst mal wieder völligen Blödsinn !!!! ALG II KANN gepfändet werden ... Ohne P-Konto , oder auch mit.... Nämlich spätestens dann, wenn Du das Geld nicht komplett "verbraucht" hast....
Wenn man den Banken den § 42 ausdruckt , wird nur Müde gelächelt ....
Wie sehr würde ich dir im ersten Teil zustimmen. ALGII kann aber tatsächlich NICHT gepfändet werden. Auch wenn ich es nicht komplett verbraucht habe. Dies hatten wir aber schon in anderen Threads. Hier hat sich unter anderem Ottokar klar geäußert.

Die Umsetzung in der Praxis ist aber in der Form nicht gegeben. Rechtspfleger, Schuldnerberatungsstellen und Banken sind sich in der Umsetzung alles andere als sicher. Ich denke, dass es entweder Urteile oder einer klareren Anpassung der ZPO bedarf

Bis dahin ist es schon sicherer sich nach der alten Regelung zu verhalten.

Zitat von: CCR am 01. Januar 2017, 15:19:07
Deshalb plädiere ich auch alles immer abheben, die Banker werde dann nur Müde lächeln wenns jeder macht 
Dafür gibt es eigentlich keinen Grund. Das kann sogar Nachteile haben. Unter anderem bezüglich des Freibetrages..

Offline jonathan

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #9 am: 01. Januar 2017, 16:00:00 »

Deshalb plädiere ich auch alles immer abheben, die Banker werde dann nur Müde lächeln wenns jeder macht  :smile:
[/quote]

Das ist nett gemeint, ober wo von soll ich am ersten meine Rechnungen zahlen?

Gast39805

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #10 am: 01. Januar 2017, 16:05:53 »
Logische Antwort:
Einfach wieder das Geld am Ersten einzahlen!

Sowas war früher wirklich nötig. Denn mit der Monatsanfangsproblematik ist man ansonsten ganz schön in Schwierigkeiten gekommen. Mit Lösung des Problems besteht hier aber eigentlich keinen Grund mehr die Lösung ernst zu nehmen. Vor allem die Bank wartet ja nicht darauf bis du eingezahlt hast. Die Lastschriften gehen zurück und kosten am Ende noch weitere Gebühren und Stress...

Das Problem liegt bei der Bank und da solltest du auch bei der Lösung ansetzen!

Hast du denn mal über einen Bankwechsel nachgedacht? Kostet dich vielleicht sogar wengier Gebühren wie bisher... DIe Forderungen gegenüber der Bank verfallen ja nicht..

Offline CCR

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #11 am: 01. Januar 2017, 16:10:40 »
Zitat von: Gast39805 am 01. Januar 2017, 15:57:54
Zitat von: CCR am 01. Januar 2017, 15:19:07

    Du schreibst mal wieder völligen Blödsinn !!!! ALG II KANN gepfändet werden ... Ohne P-Konto , oder auch mit.... Nämlich spätestens dann, wenn Du das Geld nicht komplett "verbraucht" hast....
    Wenn man den Banken den § 42 ausdruckt , wird nur Müde gelächelt ....

Das Zitat ist nicht von mir sondern Pumukel
Wer immer die Wahrheit sagt, muß sich viel weniger merken.
Mark Twain

Gast39805

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #12 am: 01. Januar 2017, 16:12:56 »
War nicht ich.. War das System..  :flag:
Habs aber manuell geändert

Offline CCR

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #13 am: 01. Januar 2017, 16:20:30 »
War nicht ich.. War das System..  :flag:
Habs aber manuell geändert
Danke  :zwinker:
Wer immer die Wahrheit sagt, muß sich viel weniger merken.
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Offline jonathan

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Re: P-Konto ein Drama
« Antwort #14 am: 01. Januar 2017, 16:33:20 »

Einfach wieder das Geld am Ersten einzahlen!



Das funktioniert nicht!, denn, es sind ja trotzdem zweimal Hartz 4 Zahlungen. Eine am Monat Anfang (egal ob als Übertrag oder neu Einzahlung) und eine am Monatsende.

Die Aktion hab ich bereits im August gemacht. Meine Auto musste zum Schrott, also gab es Steuer und Versicherung zurück. Ich hab diese Extra-Zahlungen sofort abgehoben und als dann die neuen Zahlungen fällig waren, hab ich das Geld wieder eingezahlt, so schnell konnte ich gar nicht schauen, wie die Bank das Geld für meine Autoversicherung einkassiert hatte. Danach durfte ich mir bei Freunden nicht nur das Geld leihen, sondern sie auch bitten dieses von ihrem Konto zu überweisen, damit ich wieder mobil bin.