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Autor Thema: Zuschuss für kostenaufwändige Ernährung fragwürdig abgelehnt  (Gelesen 879 mal)

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Offline dasGespenst

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Hallo liebe Community :zwinker: ,

Ich bräuchte mal einen Rat bzgl einer kostenaufwändigeren Ernährung (Anlage MEB)  :flag:

Szenario:

Ich beziehe jetzt, zum zweiten mal seit dem ich selbständig bin, überbrückend Hartz4. Zuletzt war das vor ca. 3 Jahren und damals hatte ich bereits per Anlage MEB einen Zuschuss für eine kostenaufwändigere Ernährung beantragt. Alle Anlagen wurden damals wie vorgegeben von meinem Hausarzt bestätigt. Ein Feedback zu diesem Antrag habe ich nie erhalten, vielleicht weil ich nur 2 Monate bedürftig war. Da ich das Geld dann ja auch nicht mehr brauchte war das Thema für mich durch...

Leider musste ich zum Januar 2017 jetzt wieder Hartz4 beantragen und habe die besagte Anlage MEB nochmals komplett neu und vollständig eingereicht. Diesmal habe ich auch bestätigen müssen, mit einer eventuellen Untersuchung durch den MDK einverstanden zu sein (dies musste ich vor 3 Jahren nicht).

Kürzlich bekam ich dann leider einen Ablehnungsbescheid. Begründet war dieser damit, daß man diesen Mehrbedarf bereits 2013 ablehnte. Diese Ablehnung habe ich jedoch nie erhalten...  :nea:

Wie gehe ich jetzt am besten vor ?

Mein Problem:

Ich leide unter einer Lebensmittelallergie gegen Weizen. Dieses Getreide ist fast in allen Lebensmitteln und eine ausweichende Kost auf garantiert weizenfreie Produkte ist wirklich teuer und mit Hartz4 finanziell kaum umsetzbar. Da ich momentan auch nicht ausschließen kann vielleicht noch mehrere Monate auf Hartz4 angewiesen zu sein, mache ich mir ernsthafte Sorgen um meine Gesundheit...
 :schock:
Der Verzehr von Weizen löst bei mir bereits in Kleinstmengen heftige Hautausschläge aus. So entstehen dann "nässende Wunden" an wirklich sehr unangenehmen Körperstellen, wie zB unter den Fusssohlen. Das ist mehr als unangenehm und auch nicht gerade "karriere-förderlich".... Ich war früher auch schon mehrfach deswegen im Krankenhaus....

Vielleicht hat jemand einen rat für mich. Lieben Dank vorab.

Offline Sheherazade

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Re: Zuschuss für kostenaufwändige Ernährung fragwürdig abgelehnt
« Antwort #1 am: 09. Januar 2017, 16:49:51 »
Hat dir dein Arzt damals eine Weizenallergie bescheinigt oder was anderes?

Zitat
Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei der Weizenallergie um eine echte Allergie handelt und nicht mit der Zöliakie und einer Glutensensitivität oder Weizenunverträglichkeit verwechselt werden darf. Die Unterscheidung zwischen der Weizensensitivität, der Zöliakie und der Weizenallergie ist wichtig, weil sich die Diätempfehlungen und die Prognose zum Verlauf unterscheiden.
Quelle

Es ist eher ungewöhnlich, dass man sich bei der Ablehnung eines Antrages auf die bereits erfolgte Ablehnung von vor 3 Jahren beruft. Fordere am besten eine Kopie des damaligen Bescheides an.
Egal wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand anlegt, jeden Tag kommt ein Mensch und marschiert aufrecht drunter durch. (von unbekannt)

Es gibt viele Wege zum Glück, einer davon ist aufhören zu jammern. (Albert Einstein)

Offline Fettnäpfchen

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Re: Zuschuss für kostenaufwändige Ernährung fragwürdig abgelehnt
« Antwort #2 am: 10. Januar 2017, 13:32:14 »
 :flag:

Hier mal etwas Lesestoff zu dem Thema, ansonsten kenne ich mich damit zu wenig aus.
Wobei klar ist das Du erst mal in Widerspruch gehen musst.:
Mehrbedarf bei chronischer Krankheit
aus der Mitte:
Zitat
Hier gibt es 2 Möglichkeiten der Vorgehensweise:
a) Antrag => Widerspruch => Widerspruchsbescheid => Klage, oder
b) Klage beim Sozialgericht mit Antrag festzustellen, dass
- ein Mehrbedarf nach § 21 Abs. 5 SGB II vorliegt und
- wie hoch der ist.

Das hier Geschriebene gilt gemäß § 6b Abs. 1 SGB II auch für sog. Optionskommunen.

MfG FN
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Offline dasGespenst

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Re: Zuschuss für kostenaufwändige Ernährung fragwürdig abgelehnt
« Antwort #3 am: 17. Januar 2017, 10:16:59 »
Vielen Dank für Eure Tips  :smile:

Ich habe jetzt folgenden Einspruch eingereicht:

Zitat
Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr o.g. Schreiben habe ich dankend erhalten. Gegen diese Ablehnung erhebe ich hiermit wie folgt
Einspruch:

Zum einen beziehen Sie sich auf einen Bescheid vom 24.11.2014, den ich jedoch nie erhalten habe. Gerne
würde ich Sie bitten, mir diesen zukommen zu lassen, damit ich diesen mit meiner Hausärztin prüfen kann.
Dies können Sie natürlich auch gerne per Email.

Zum Zweiten möchte ich auf § 21 Abs. 5 SGB II verweisen, wo eine Einzelfallprüfung voraus gesetzt ist, um
einen individuellen krankheitsbedingten Mehrbedarf abzudecken. In meinem speziellen Fall besteht das
Problem wie folgt:

1. Bereits der Verzehr von Kleinstmengen an Weizen führt zu schweren gesundheitlichen Störungen,
wie zB das Auftreten von „nässende Wunden" an wirklich sehr unangenehmen Körperstellen, wie
zB unter den Fusssohlen. Dies hat zur Folge, daß ich nicht mehr schmerzfrei gehen (auftreten) kann.
2. Ich war wegen diesen Symthomen nachweislich mehrfach in ärztlicher Behandlung und im
Krankenhaus.
3. Weizen ist in fast allen Nahrungsmitteln enthalten und eine Ausweichkost ist, selbst wenn man sich
nicht ausgewogen ernähren würde, mit Hartz4 nicht zu bezahlen.
4. Ich habe bereits jetzt fast kein Geld mehr... Wenn der Punkt erreicht sein wird, daß ich aus
finanziellen Gründen dem Weizen nicht mehr ausweichen kann, wird es keine 4 Tage dauern, bis ich
im Krankenhaus liege... Wie sich das dann auf unsere gemeinsame Zielsetzung, nämlich den
Wegfall meiner finanziellen Bedürftigkeit ausübt, muss ich Ihnen wohl nicht erklären...

Ihnen liegen sämtliche Bestätigungen meiner Hausärztin vor. Ich bitte Sie den Sachverhalt nochmals zu
prüfen. Im Falle einer erneuten Ablehnung bitte ich, wie bereits erwähnt, um eine entsprechende
Begründung. Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mal sehen was passiert...

Offline Fettnäpfchen

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Re: Zuschuss für kostenaufwändige Ernährung fragwürdig abgelehnt
« Antwort #4 am: 17. Januar 2017, 13:09:22 »
 :flag:

Mal schauen wann das JC reagiert. Es liest sich ganz gut doch würde ich nicht bitten sondern fordern.
Wobei die Mitarbeiter eigentlich verpflichtet sind es in deinem Sinne zu lesen, verstehen und zu handeln. Also bleibt zu hoffen das die besonders freundliche Variante auch bearbeitet wird.

Daumen Drück FN
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