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Autor Thema: Mitwirkungspflicht - was darf alles eingefordert werden?  (Gelesen 258 mal)

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Offline coraeins

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Mitwirkungspflicht - was darf alles eingefordert werden?
« am: 10. Januar 2017, 14:23:57 »
Hallo,

ich "wechsle" von HartzIV zur Grundsicherung, weil ich befristet EU-Rente bekomme.
Nun erfragt die Dame vom Amt ständig neue Sachen. Mein Antrag läuft nun seit gut einem Monat und ständig fallen ihr neue Sachen ein.
Ich habe noch einen Minijob. Die Lohnabrechhnungen für November und Dezember 2016 liegen mir noch nicht vor. Auf Nachfrage bei meinem Vorgesetzten hieß es, dass diese extern gemacht werden, dass alle im Lohnbüro krank waren und sie daher sehr hinterher sind.
Nun besteht aber die Dame auf meine Lohnzettel. Kontoauszüge hat sie schon, hat inzwischen neue nachgefordert (weitere 1,5 Monate). Aus denen gehen meine Lohnbezüge hervor. All das reicht nicht.
Sie erwartet nun ein Schreiben meines Vorgesetzten, dass die Lohnzettel noch nicht da sind. DIESER wiederum weigert sich, mir diesen auszustellen, weil das Gängelung sei und rechtlich dafür keine Grundlage bestehe.

Ausserdem fallen ihr, wie oben schon geschrieben, ständig neue Sachen ein. Nun will sie noch eine Bescheinigung "meines" Händlers über den aktuellen Zeitwert meines PKWs.

Was darf sie denn (noch) alles verlangen?
Und klar habe ich Mitwirkungspflicht, aber was mache ich denn, wenn ich partout keine Lohnzettel HABE?
Ich wünsche mir einfach, dass sie wenigstens so eine Art "vorübergehende Genehmigung" macht, denn aktuell weiss ich noch gar nix... :(

Ich dreh bald noch durch. Ich bekomme ja nicht grundlos EU-Rente und habe Schwierigkeiten mit diesem "Amts-Kram".

Gabi

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Re: Mitwirkungspflicht - was darf alles eingefordert werden?
« Antwort #1 am: 10. Januar 2017, 14:28:26 »
Zitat von: coraeins am 10. Januar 2017, 14:23:57
Und klar habe ich Mitwirkungspflicht, aber was mache ich denn, wenn ich partout keine Lohnzettel HABE?
Deinem AG auf die Füße treten.
Es fehlen die Monate November und Dezember. Wir haben Januar.
Wo ist das Problem, dass er dir einen Zweizeiler aufsetzt? Gängelung....tzzz

"Gemäß Art. 323b Abs. 1 Obligationenrecht (OR) ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer mit jeder Lohnzahlung eine schriftliche Lohnabrechnung zukommen zu lassen. Diese muss so gestaltet sein, das alle Abzüge und Zuschläge klar und detailliert hervorgehen und der Arbeitnehmer diese überprüfen kann."
Bei einer Frau ist das wie bei einem Mercedes.
Da kann man mitunter noch einiges Optimieren
*Ralf Richter

Offline Fouxie

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Re: Mitwirkungspflicht - was darf alles eingefordert werden?
« Antwort #2 am: 10. Januar 2017, 14:32:39 »

Zitat
"Gemäß Art. 323b Abs. 1 Obligationenrecht (OR) ist der Arbeitgeber verpflichtet, dem Arbeitnehmer mit jeder Lohnzahlung eine schriftliche Lohnabrechnung zukommen zu lassen. Diese muss so gestaltet sein, das alle Abzüge und Zuschläge klar und detailliert hervorgehen und der Arbeitnehmer diese überprüfen kann."

Wenn Cora in der Schweiz beschäftigt wäre, dann ja.  :lachen:

Offline Orakel

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Re: Mitwirkungspflicht - was darf alles eingefordert werden?
« Antwort #3 am: 10. Januar 2017, 14:38:20 »
Das war wohl eine Niete im Google-Lotto ...  :mocking:

Die Informationspflichten des Arbeitgebers gemäss Art. 330b OR – zu Hintergrund, Inhalt und Rechtsfolgen der neuen Regelung

Gewonnen hätte ein Hinweis auf § 108 GewO ...
Rechtlicher Hinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen meiner Beiträge fragen Sie bitte Ihren Rechtsanwalt oder Steuerberater. Rechtsanwälte und Steuerberater sind allerdings berechtigt, sich die Beantwortung Ihrer Fragen bezahlen zu lassen.
Ein Blick ins Buch und zwei ins Leben // wird die rechte Form dem Geiste geben. (Johann Wolfgang von Goethe)
Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

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Re: Mitwirkungspflicht - was darf alles eingefordert werden?
« Antwort #4 am: 10. Januar 2017, 14:39:35 »
Zitat von: Fouxie am 10. Januar 2017, 14:32:39
Wenn Cora in der Schweiz beschäftigt wäre, dann ja. 
Stimmt. Verzitiert :)
Ändert nichts an der Pflicht des AG, eine Lohnabrechnung aus zu stellen.
@ Orakel:
Die Pflicht ist mir abzüglich der Rechtsgrundlage bekannt, aber in der Tat habe ich mich in der Eile vertan.
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*Ralf Richter

Offline coraeins

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Re: Mitwirkungspflicht - was darf alles eingefordert werden?
« Antwort #5 am: 10. Januar 2017, 15:23:19 »
Suuuuper....
Der Arbeitgeber sagt: jaaa, is ja beanstandet und soll gemacht werden.
Eine Bescheinigung stell ich nicht aus.

Und JETZT?

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Re: Mitwirkungspflicht - was darf alles eingefordert werden?
« Antwort #6 am: 10. Januar 2017, 15:38:48 »
Zitat von: coraeins am 10. Januar 2017, 15:23:19
Und JETZT?
Fragst du deinen AG, ob er allen ernstes zu Blöd ist, dir in einem Zweizeiler zu bestätigen, dass aufgrund der
Krankheitssituation in der Personalabteilung, ein externer Anbieter beauftragt wurde, diese zu erstellen und das dies mit Verzögerungen verbunden ist.

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Offline Orakel

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Re: Mitwirkungspflicht - was darf alles eingefordert werden?
« Antwort #7 am: 10. Januar 2017, 15:40:00 »
Dir wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als deinem Arbeitgeber dezent auf die Füße zu treten.

Verweise ihn auf deinen einklagbaren (!) Rechtsanspruch nach § 108 GewO. Die Abrechnung ist spätestens mit der Zahlung deines Lohnes fällig, damit du in der Lage bist, den gezahlten Lohn einschließlich der durch den Arbeitgeber gezahlten Sozialabgaben auch zu überprüfen. Der Arbeitgeber haftet auch für seinen Erfüllungsgehilfen.
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Offline coraeins

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Re: Mitwirkungspflicht - was darf alles eingefordert werden?
« Antwort #8 am: 10. Januar 2017, 16:18:19 »
Danke Orakel... dann werde ich ihm das mal sagen.