Autor Thema: Zuweisungsmaßnahme  (Gelesen 540 mal)

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Offline saul

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Zuweisungsmaßnahme
« am: 06. März 2010, 21:28:27 »
Altenkirchen

Altenkirchen oder Ganzil, das steht für Ganzheitliche Integrationsleistungen, ist eine Firma, die vom Arbeitsamt finanziert wird und die Aufgabe hat, Arbeitslose zu vermitteln. Nun so sollte es zumindest aussehen.
Zu diesem Verein wurde ich vom 29.6.09 bis 28.6.10 zugewiesen. Was lässt sich bisher drüber sagen?
Zunächst hab ich wieder mal diverse Infos zu meiner letzten Tätigkeit und meiner Qualifikation geliefert, was hier praktisch uninteressant ist. Denn da haben die eh nichts. In erster Linie ist dieser Verein dafür zuständig, seine "Kunden" in Zeitarbeit zu vermitteln. Wenn sie was haben und das ist selten der Fall. Ferner wies ich auf meine vorherige dreimonatige Zuweisung bei einen vergleichbaren Verein, der PGN hin und das ich mich da durchaus bemüht habe, es sollte nicht an mir liegen. Soll heißen, probiers mal aus. Eine Einstellung gabs nicht und bei Bewerbungen ob auf Anzeige oder Initiativ, war es schon ein Erfolg, wenn ich eine Absage per Post erhielt. Daher machte ich der netten Dame, die für mich zuständig ist, gleich klar, umbringen werd ich mich hier nicht mehr und ich muß mich hier nicht Woche für Woche beschimpfen lassen. Oder mir neoliberale Propaganda anhören, in der Art, man muß eben kürzertreten, sich bescheiden und nehmen was zu bekommen ist. Vor allem die durchschaubare Propaganda, das Zeitarbeit für Arbeitslose ein Einstieg ins Berufsleben bedeutet und wenn man sich da bemüht, dann bekommt man auch eine feste Einstellung. Wer s glaubt, vor allem bei der Bezahlung ist man natürlich motiviert sich den Arsch abzuarbeiten. Na das muß ich hier nicht erzählen, lohnt nicht hier zu streiten. Oder so, sie selbst würde mich mit so einen Lebenslauf nirgendwo hintrauen, deswegen arbeite ich hier, damit ich keine größen Lücken im Lebenslauf habe. So lange arbeitslos zu sein, wen soll ich das erzählen? Wär ich unten durch. Tia, nicht mein Problem, wenn man einen Bekanntenkreis hat, in dem man Erfolg haben muß um anerkannt zu werden, oder diesen wenigstens vortäuschen muß. Kennt man ja, Arbeitslose sind ansteckend, am besten sich von denen fernhalten. Die erinnern einen zu sehr daran, das man selbst nur einen Schritt von denen entfernt ist.
Jedenfalls durfte ich mir hier einiges anhören, der Rest vermutlich auch. Wer hier arbeitet steht unter Erfolgsdruck. Die müssen ja der Arge was vorweisen, damit es weiter Geld gibt und sie selbst nicht gefeuert werden. Na das soll ja nicht mein Problem sein und die Bezahlung scheint auch nicht übermäßig auszufallen, soll noch weniger mein Problem sein. Dafür staut sich offenbar einiges an Frust auf und den bekommen die Arbeitslosen ab. Aber nur solange man mitspielt. Mach klar, das du nicht der Mülleimer bist, das hast weder verdient noch nötig und schon hast etwas weniger Stress.
Sonst das Übliche, einmal die Woche hab ich einen Termin (die man natürlich wahrnehmen muß, weil es sonst eine Sperre gibt und genau darauf wartet die Arge ja nur, um Geld zu sparen) und nach einigen Terminen macht ich klar, das nicht ich mich hier für irgendwas rechtfertigen muß, schließlich zahlt die Arge für mich an die 6000 Euro. Genau davon lebt dieser Laden und die haben eine Menge an Zugewiesenen. Natürlich nervt es irgendwann. Einmal darfst dir anhören, mein Lebenslauf ist grottenschlecht (was in der Tat der Fall ist) und weiter, ich muß jede Möglichkeit nutzen .... den Rest kennt jeder Betroffene schon auswendig. Nett sich anhören zu dürfen, einmal bist eh ein hoffnungsloser Fall und eh zu alt (im Klartext übersetzt), andererseits dauernd Rechtfertigungen liefern zu sollen, was ich getan habe. Für sinnlosen Aktionismus bin ich nicht mehr zu haben. Dabei muß ich nicht laut werden, hab ich nicht nötig, andere schon, wie ich erfahren darf. Offenbar hat sie auch Termine, bei denen bei den Zugewiesenen die Nerven etwas dünner sind. Dabei hab ich mit meiner Sachbearbeiterin bzw. den hier arbeitenden Leuten eines gemeinsam. Wir sind im System beide überflüssig. Nachdem ich also klargemacht habe, das ich dieses Spiel durchaus begriffen habe und es vor allem darum geht, das ich nicht mehr in der Statistik als arbeitslos zähle, nahmen die Termine nich mehr so viel Zeit in Anspruch, aber das sollte noch Folgen haben.
Darauf, das sie bei der Arge einen Bericht abliefern muß wurde ich auch im Nebensatz hingewiesen, und? Nur nicht von Drohungen beeindrucken lassen.
Denn wer hier arbeitet, war vorher selbst arbeitslos und wird in der normalen Arbeitswelt nicht gebraucht. Deswegen sind die Leute ja hier und in den "Workshops," erfährt man genau das. Es gibt ab und an einige Vorträge, zu denen die Zugewiesenen zusammen kommen um sich die üblichen Vorträge anzuhören, von Bewerbungstips bis zum Tarifrecht bei Zeitfirmen. Hier erfährst auch was über den Lebenslauf der Vortragenden, na klar, hätten die einen gutbezahlten Job in nen Büro, wären sie kaum hier. Über Bewerbungen wird auch gesprochen. Wie sieht das beim Personalchef aus? Der bekommt auf eine Anzeige X Bewerbungen und wie  gestaltet man die eigene Bewerbung, damit sie nicht sofort in den Ablagestapel verschwindet und das die einzelnen Bewerbungen nicht lange gelesen werden. Sind wohl zu viele. Hier darf man zwischen den Zeilen lesen. Woher kommt die Masse der Bewerbungen? Doch wohl von Arbeitslosen, von denen die Arge verlangt, sich auf alles zu bewerben, selbst wenn die Aussicht auf Erfolg gegen Null geht. Und schaut man sich die Arbeitslosen hier an, dann kommt man zu der Beurteilung, bei solchen Bedingungen ist  Bewerbung für die Mehrheit hier grad mal Zeitverschwendung. Ist natürlich hier kein Thema und warum sollt ich das auch ansprechen? Kein Grund die Veranstaltung in die Länge zu ziehen, wenn die Zeit um ist willst ja nur raus.
Über Bewerbungsfotos gibts auch was zu erfahren. Wie man diese bearbeiten kann (Bildbearbeitung ist zwar mein Gebiet, nur für eigene Bilder hab ich das noch nicht verwendet um auf dem Foto wie 20 auszusehen), damit sie entsprechend aussehen. Passfoto drauf? Das war wohl mal in grauer Vorzeit, man meint man bewirbt sich bei einer Modelagentur.
In diesen Workshops kommen natürlich unterschiedliche Betroffene zusammen und manche nutzen diese Zusammenkunft auch zum Dampf ablassen. Dummerweise sind sie hier an der falschen Adresse, den die Leut hier haben ja damit wenig zu tun, bekommen dafür aber gelegentlich den Frust ab. Einige haben auch was zu erzählen, so etwa, wie es im Arbeitsamt Nordweststadt zugeht. Kommst ohne Kontrolle nicht rein, Sicherheitsdienst gibts auch. Hier häufen sich offenbar die Problemfälle und da scheint schon mal jemand die Beherrschung verloren zu haben.
Nach einen halben Jahr hatte ich dann einen Termin bei meinen Sachbearbeiter, wo es eigentlich nur drum ging den Zuweisungsvertrag um ein halbes Jahr zu verlängern, was ohnehin schon klar war. Doch hier konnte ich noch erfahren, das meine Beurteilung die hierher geschickt wurde, nicht sehr positiv ausgefallen ist. Da ist was von mangelnden Interesse zu hören. Ich machte daraufhin klar, was da drin steht interessiert mich nicht, die kann schreiben was sie will, ich bin nur verpflichtet, meine Termine wahrzunehmen, mehr kann man von mir nicht verlangen. Der gute Mensch erzählt mir dann was von einer Möglichkeit bei einer Zeitfirma, für die die Arge Geld zahlt und wo sie dann aber nur Leute hinschicken, die gut sind. Soll wohl heißen, die Engeagement zeigen. Muß man also volle Leistungsbereitschaft beweisen um schon sowas zu bekommen, bei dem die Arge Geld rausrückt, von dem man selbst 1300 Euro bekommt? Brutto vermutlich. Was das sein soll wird nicht weiter ausgeführt, dafür gibts noch was von einen PC Kurs zu hören. Wie das? Vorher hieß es, dafür bin ich ohnehin zu alt, da bekomm ich eh nichts. Na abwarten. Dann auf ein weiteres halbes Jahr und dann werd ich sicher wieder was erzählen können.
Na fein, da hoff ich doch das der Abschlußbericht mindestens genauso ausfällt.


 :mail:  :mail:  :mail:
Es gibt eine Theorie:
Wenn jemand herausfindet, wozu die Arbeit da ist, dann verschwindet sie auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres ersetzt.
Es gibt eine weitere Theorie, wonach dies bereits passiert ist.

gulliman

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Re: Zuweisungsmaßnahme
« Antwort #1 am: 06. März 2010, 21:55:22 »
aaaah , Frontberichte ! :mail:  :ok:
...gibts Fortsetzungen?

Offline Loewe

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Re: Zuweisungsmaßnahme
« Antwort #2 am: 07. März 2010, 01:36:38 »
ich bin gespannt saul  :smile:
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Offline Loewe

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Re: Zuweisungsmaßnahme
« Antwort #3 am: 07. März 2010, 15:02:53 »
Zitat von: "agrosagricola"
und hintergründig sogar manchmal Arbeitsunwilligkeit.

damit wäre ich vorsichtig
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Offline gery

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Re: Zuweisungsmaßnahme
« Antwort #4 am: 07. März 2010, 17:22:22 »
Zitat von: "agrosagricola"
... die durch solche oder artverwandte Maßnahamen zu Brot und Arbeit gekommen sind ... Sowas gibts nämlich, und garnicht mal so selten, ich weiß es aus eigenem Erleben und eigener Anschauung ... Als 60jähriger hab ich auch nur wenig Chancen auf einen gutbezahlten sv-pflichtigen Vollzeitjob, schaun mer mal, was die Freiberuflichkeit bietet ...

Hallo @agrosagricola

Tja, so richtig geklappt hat's bei Dir wohl auch nicht mit "solchen oder artverwandten Maßnahmen", oder? Natürlich kenne auch ich Leute, die z.B. durch Zeitarbeitsfirmen eine reguläre Festanstellung gefunden haben, aber diese Erfahrungen aus meinem persönlichen Umfeld stammen noch aus einer Zeit, als Zeitarbeitsfirmen noch nicht zu (Lohn-)Drückerkolonnen mutiert waren, als Beschäftige einer Zeitarbeitsfirma noch keine andere Arbeitsbekleidung tragen mußten, um sie von den Festangestellten eines Unternehmens zu unterscheiden, als Beschäftigte einer Zeitarbeitsfirma noch in der gleichen Kantine ihr Mittagessen bekamen, als die Festangestellten eines Unternehmens ... aus einer Zeit also, die schon gaaaaanz, gaaaanz lange zurückliegt (etwa 20 Jahre).

In diesem Forum treffen sich Personen, deren Probleme jedem von uns durchaus bekannt vorkommen, doch sind und und bleiben es immer Probleme jedes Ratsuchenden, mit einem ganz persönlichen Umfeld, einer ganz persönlichen Situation, mit ganz persönlichen Voraussetzungen. Dank einem fach- und sachkundigen Moderatorenteam findet hier jeder in der Regel Rat und Unterstützung. Selbstverständlich kann jeder aus den Beiträgen etwas herauslesen, allein für Unterstellungen sollte hier kein Raum sein. Und das sollte auch so bleiben! (Sonst schreibe ich womöglich noch, was ich aus Deinem Beitrag herauslese.)

Ich habe Respekt vor jedem, der den Schritt in die Freiberuflichkeit oder Selbständigkeit wagt. Freiberuflichkeit oder Selbständigkeit ist aber nicht das, was die meisten Nutzer dieses Forums suchen. Sie wollen wissen, ob sie am Monatsersten ihr Dach über dem Kopf bezahlen können und ob das Geld für den Rest des Monats reicht, um den Kühlschrank für sich und ihre Kinder zu füllen. Und auf dieser ohnehin mageren Grundlage wollen sie Unterstützung bei der Vermittlung in einen Vollzeitjob, der sie und ihre Familie ernährt!

Ohne Frage kann ein Ehrenamt das Gefühl vermitteln, gebraucht zu werden. Doch Ehre allein - so sehr sie auch das Selbstwertgfühl stärkt - macht nicht satt. Zudem wird das Ehrenamt immer häufiger degradiert, um Vollzeitarbeitsplätze zu verdrängen, wo normalerweise der Staat in seiner Fürsorgepflicht steht. DAS treibt die Leute um!

Abschließend gestatte ich mir als 60-jähriger Freiberufler noch eine Bemerkung an einen 60-jährigen Freiberufler: Ich habe heute trotz herrlichem Sonnenschein und klarem Himmel vor meinem Rechner gesessen und eine Informationsveranstaltung vorbereitet, in der ich hilfebedürftige Arbeitslose eindringlich ware vor einem Schritt in die Selbständigkeit, um sich aus der Bevormundung durch die ARGN/JC zu lösen. So ist das nun mal als Freiberufler, man ist eben auch frei in der Festlegung seiner Arbeitszeiten. Arbeit ist zu erledigen, wenn sie anfällt und nicht weil Montag bis Freitag zwischen 07:00 Uhr und 16:00 Uhr ist. Aber das war Dir sicher bewußt, bevor Du den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt hast.

Ich wünsche noch einen schönen Restsonntag.
gery
"Wer Flagge zeigen will, sorge auch für Wind." Norbert Stoffel, dt. Unternehmer, geb. 1931

Offline Harzilein

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Re: Zuweisungsmaßnahme
« Antwort #5 am: 08. März 2010, 20:26:26 »
@agrosgricola

Zitat von: "agrosagricola"
und hintergründig sogar manchmal Arbeitsunwilligkeit.

Nicht nur manchmal hintergründig. Ich steh dazu.....Für 3,00 Euro/Stunde geh ich nicht Arbeiten. Und weisst was......ich hab nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei..... :grins:  :grins:

Offline Loewe

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Re: Zuweisungsmaßnahme
« Antwort #6 am: 08. März 2010, 23:59:04 »
Zitat von: "Harzilein"
@agrosgricola

Zitat von: "agrosagricola"
und hintergründig sogar manchmal Arbeitsunwilligkeit.

Nicht nur manchmal hintergründig. Ich steh dazu.....Für 3,00 Euro/Stunde geh ich nicht Arbeiten. Und weisst was......ich hab nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei..... :grins:  :grins:
ich auch nicht
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Offline saul

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Zuweisungsmaßnahme Abschlußbericht
« Antwort #7 am: 08. Juli 2010, 21:52:03 »
Zuweisungsmaßnahme Teil 2

Die Zuweisungsmaßnahme ist nun beendet, gebracht hat sie jedenfalls keine Einstellung. War auch kaum zu erwarten, dabei haben die Leutchen ja einiges versucht. Bei dem wöchentlichen Termin erfuhr ich ungefragt, müssen sie mir offenbar mitteilen, wo ich überall vorgestellt wurde, meist Zeitarbeitsfirmen, allerdings ohne Ergebnis. Gewohnheitsmäßig wurd ich gefragt, was ich so unternommen hätte und da erzählst halt was von Onlinesuche und das es sonst bei mir nichts Neues gibt. Na das sind die ja schon gewohnt, auch das ich etwas zu müde bin mich hier rumzuärgern. Nix zu melden und alles was ich will, den Termin hinter mich bringen und nen neuen Termin. So das wars für heute, nun kann ich wieder raus und Wichtigeres erledigen. Das ich weder von Beschimpfungen noch von Drohungen zu beeindrucken bin, na das kennen die schon. Etwa von der Sorte, ihnen sollte man das Geld sperren, was die tante ohnehin nicht zu entscheiden hat. Vermutlich haben sie andere "Kunden" die das Spiel ernster nehmen und mehr zu erzählen haben. Gelegentlich kommt es vor, das ich warten muß, weil es sich derade bei einen Vortermin etwas hinzieht. Da hat jemand vieles zu erzählen. Das Ergebnis dürfte auch nicht viel anders ausfallen, denn die Leute sind hier nicht beim Vorstellungsgespräch, dafür können sie einiges an Frust ablassen. Na da bin ich doch ein vergleichsweise pflegeleichter Kunde, etwa in der Art, lasst mich in Ruhe und ich lass euch in Ruhe.
Nun ja, die müssen ja was in die Kiste tippen. Das bekommt dann mein Fallmanager zu lesen und der war ja schon vor nen halben Jahr mit den Berichten nicht besonders zufrieden. Daran wird sich sicher nichts ändern.
Wie hab ich das zweite halbe Jahr überstanden ohne als Nervenwrack zu enden? Indem ich mich von denen nicht verrückt machen ließ. Ginge es nach den Leuten von der Ganzil, dann würde ich täglich 10 Stunden nach Arbeit suchen und 20 Bewerbungen pro Tag abschicken. Dann hätten sie noch mehr in die Kiste zu tippen. So stellen sie sich den idealen Arbeitslosen vor, der im Akkord Bewerbungen schreibt. Mal abgesehen davon, das ich das mit meinen Lebenslauf plus Alter ohnehin vergessen kann, ich bin nicht hier, um mich für umzubringen. Zum Schluß hat sich meine Sachbearbeiterin noch was einfallen lassen. Da sollt ich über meine Aktivitäten Buch führen und dafür gibt es auch ein entsprechendes Formblatt. Da sollt ich bei den Firmen nachhaken, etwa, ob die Daten angekommen wären und sowas. Schwachsinn, wenn ich von denen nichts höre, dann muß ich mich auch nicht weiter drum kümmern. Die meisten Bewerbungen werden ohnehin gar nicht erst beantwortet. Na das lohnt jetzt ohnehin nicht mehr und ich denk auch gar nicht dran, mir noch zusätzliche Arbeit aufzuladen. Beim Folgetermin war das ohnehin kein Thema, na s geht doch. Lass dich nur nicht verrückt machen, denn darum gehts, die Leut beschäftigen. Bewerbung, Bewerbung und sonstigen Aktionismus, damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen.

 :mail: :mail: :mail:
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Offline Crashcat

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Re: Zuweisungsmaßnahme
« Antwort #8 am: 09. Juli 2010, 03:35:01 »
Hehe... Ganzil kenn ich auch, nach bisher hartnäckigem Sträuben hat's mich auch mit einer erwischt, bei der FAW...
Über den "sittlichen Nährwert" dieser Aktion kann man durchaus zweigeteilter Meinung sein, ich persönlich trete der ganzen Sache mit relativ unverhohlener Skepsis, allerdings auch mit der "Bereitschaft zur Arbeitsaufnahme" gegenüber, wenn ihr versteht, was ich meine.

Die Mädels, die den Laden schmeissen, sind relativ umgänglich und GsD nicht auf den Kopf gefallen, wenngleich ich mir auch den einen oder anderen Spruch echt verkneifen muss. Beispiel: ich als gelerne Kauffrau und mit Jobs in Sekretariaten u.ä. kenne mich nunmal recht gut mit den gängigen Anwendungsprogrammen aus. Spruch von der "Leiterin": "Dann können Sie ja denen helfen, die da noch nicht so fit sind." - Spontaner Gedanke meinerseits: Wer von uns beiden wird hier dafür bezahlt, du oder ich? - hab ich allerdings dann doch geschluckt.

Soweit positiv ist mir nur deren Fahrgeld-Regelung begegnet, die entgegen der üblichen Praxis pauschal ausgezahlt wird, einmal im Monat cash und gar nicht übel. Wie ich allerdings die 9 Monate ohne Hirnschaden überstehe, wird sich zeigen. Inwiefern der Verein mit anständigen Kontakten zu AG's rüberkommt, oder was die sich denken, was "zumutbar" wäre, steht auch noch in den Sternen.

Ich denke auch, dass es für einige Teilnehme mit Sicherheit eine gute Chance ist, mal die Unterlagen auf den neuesten Stand zu bringen. Wie sich in meiner Truppe bisher herausstellte, ist das zumindest für 2 von uns (wir sind 4) recht sinnvoll, wir beiden anderen nutzen halt die Möglichkeit zum "Feintuning" - ist allerdings nicht so, als ob das alles vorher höchst katastrophal gewesen wäre.

Freundlicherweise bin ich vom SB auch noch zur "Vollzeit-Teilnahme" eingetragen worden, ungeachtet der Tatsache, dass ich Mo-Sa abends noch meinen 400€-Job ausübe... ganz toll. Das sind dann immer 2 recht knackige Tage in der Woche, 8.15 - 16.15h "Beschäftigungstherapie" und danach ab zur Arbeit, und vor 21.30h bin ich nie zuhause... aber: gute Miene zum bösen Spiel, auch das geht irgendwann vorbei.

Gruss,
das Katz

Offline Loewe

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Re: Zuweisungsmaßnahme
« Antwort #9 am: 09. Juli 2010, 04:39:38 »
Wie sagte man bei meiner letzten Maßnahme. Wenn Du bis dahin keine Macke hast. Dann kriegt man es da.

Und ihr habt meine Erfahrungen bestätigt.

http://hartz.info/index.php/topic,1963.0.html

das nennt sich "Zukunft mit Arbeit"

 :grins:
« Letzte Änderung: 09. Juli 2010, 04:43:33 von Loewe »
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Offline ghi

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Re: Zuweisungsmaßnahme
« Antwort #10 am: 16. Juli 2010, 18:00:10 »
saul,ich möchte mich auch für Deinen "Frontbericht" bedanken und hoffe,Du berichtest weiter! :bye: