... die durch solche oder artverwandte Maßnahamen zu Brot und Arbeit gekommen sind ... Sowas gibts nämlich, und garnicht mal so selten, ich weiß es aus eigenem Erleben und eigener Anschauung ... Als 60jähriger hab ich auch nur wenig Chancen auf einen gutbezahlten sv-pflichtigen Vollzeitjob, schaun mer mal, was die Freiberuflichkeit bietet ...
Hallo @agrosagricola
Tja, so richtig geklappt hat's bei Dir wohl auch nicht mit "solchen oder artverwandten Maßnahmen", oder? Natürlich kenne auch ich Leute, die z.B. durch Zeitarbeitsfirmen eine reguläre Festanstellung gefunden haben, aber diese Erfahrungen aus meinem persönlichen Umfeld stammen noch aus einer Zeit, als Zeitarbeitsfirmen noch nicht zu (Lohn-)Drückerkolonnen mutiert waren, als Beschäftige einer Zeitarbeitsfirma noch keine andere Arbeitsbekleidung tragen mußten, um sie von den Festangestellten eines Unternehmens zu unterscheiden, als Beschäftigte einer Zeitarbeitsfirma noch in der gleichen Kantine ihr Mittagessen bekamen, als die Festangestellten eines Unternehmens ... aus einer Zeit also, die schon gaaaaanz, gaaaanz lange zurückliegt (etwa 20 Jahre).
In diesem Forum treffen sich Personen, deren Probleme jedem von uns durchaus bekannt vorkommen, doch sind und und bleiben es immer Probleme jedes Ratsuchenden, mit einem ganz persönlichen Umfeld, einer ganz persönlichen Situation, mit ganz persönlichen Voraussetzungen. Dank einem fach- und sachkundigen Moderatorenteam findet hier jeder in der Regel Rat und Unterstützung. Selbstverständlich kann jeder aus den Beiträgen etwas herauslesen, allein für Unterstellungen sollte hier kein Raum sein. Und das sollte auch so bleiben! (Sonst schreibe ich womöglich noch, was ich aus Deinem Beitrag herauslese.)
Ich habe Respekt vor jedem, der den Schritt in die Freiberuflichkeit oder Selbständigkeit wagt. Freiberuflichkeit oder Selbständigkeit ist aber nicht das, was die meisten Nutzer dieses Forums suchen. Sie wollen wissen, ob sie am Monatsersten ihr Dach über dem Kopf bezahlen können und ob das Geld für den Rest des Monats reicht, um den Kühlschrank für sich und ihre Kinder zu füllen. Und auf dieser ohnehin mageren Grundlage wollen sie Unterstützung bei der Vermittlung in einen Vollzeitjob, der sie und ihre Familie ernährt!
Ohne Frage kann ein Ehrenamt das Gefühl vermitteln, gebraucht zu werden. Doch Ehre allein - so sehr sie auch das Selbstwertgfühl stärkt - macht nicht satt. Zudem wird das Ehrenamt immer häufiger degradiert, um Vollzeitarbeitsplätze zu verdrängen, wo normalerweise der Staat in seiner Fürsorgepflicht steht. DAS treibt die Leute um!
Abschließend gestatte ich mir als 60-jähriger Freiberufler noch eine Bemerkung an einen 60-jährigen Freiberufler: Ich habe heute trotz herrlichem Sonnenschein und klarem Himmel vor meinem Rechner gesessen und eine Informationsveranstaltung vorbereitet, in der ich hilfebedürftige Arbeitslose eindringlich ware vor einem Schritt in die Selbständigkeit, um sich aus der Bevormundung durch die ARGN/JC zu lösen. So ist das nun mal als Freiberufler, man ist eben auch frei in der Festlegung seiner Arbeitszeiten. Arbeit ist zu erledigen, wenn sie anfällt und nicht weil Montag bis Freitag zwischen 07:00 Uhr und 16:00 Uhr ist. Aber das war Dir sicher bewußt, bevor Du den Schritt in die Freiberuflichkeit gewagt hast.
Ich wünsche noch einen schönen Restsonntag.
gery