Restschuldbefreiung trotz Hartz 4 und Krankheit?

Begonnen von Biene101, 10. März 2022, 12:04:53

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Biene101

Hallo,

ich habe mal eine Frage:

Ich bin seit 2016 in Privatinsolvenz. In ein paar Monaten endet meine Insolvenz nach 6 Jahren. Seit 2017 lebe ich von ALG II. Habe in dieser Zeit eine 1-jährige Therapie gemacht (Drogen) und diese erfolgreich bestanden. Außerdem bin ich vor 3 Jahren chronisch erkrankt und habe dazu noch psychische Beschwerden. Beim Jobcenter weiß man über meine Krankheit und Einschränkungen bescheid (es ist kaum möglich mich zu vermitteln). Es wurde diesbezüglich auch ein ärztliches Gutachten vom Jobcenter in Auftrag gegeben. Dieses Gutachten hat zwar eine vollschichtige Leistungsfähigkeit ergeben, allerdings mit etlichen Einschränkungen und Psychischen Beschwerden. Dazu hat das Gutachten noch ergeben, dass ich nicht belastbar bin und dass viele Jobs für mich nicht in Frage kommen. Mein Sachbearbeiter sagte bereits, dass man mich so nicht vermitteln könnte, denn es gibt keinen Job, der mit meinem Gutachten oder meiner Krankheit vereinbar wäre. Habe auch keine abgeschlossene Ausbildung und auch in den letzen Jahren so gut wie keine Bewerbungen geschrieben, aufgrund meiner Krankheit etc. Das Jobcenter hat diesbezüglich auch keine Bewerbungen von mir verlangt (man versucht erst gar nicht mich zu vermitteln). Meinem Insolvenzverwalter schicke ich immer regelmäßig meine ALG II Bescheide und Kontoauszüge (und das seit fast 6 Jahren). Ich habe meinem Insolvenzverwalter auch schon meine Diagnosen etc über meine Krankheit geschickt und dazu meine Situation erklärt, habe jedoch nie eine Antwort darauf bekommen.

Meine Frage : Kann mir die Restschuldbefreiung versagt werden, weil ich in den 6 Jahren keinen Beruf ausgeübt habe? Wie gesagt, weiß das Jobcenter nicht, wie man mich vermitteln soll aufgrund meiner Krankheit und meiner Einschränkungen. Man gibt mir beim Jobcenter die Zeit, die ich brauche. Und dazu habe ich ja noch die Therapie abgeschlossen (in dieser Zeit konnte ich auch keiner Beschäftigung nachgehen, weil ich mich voll und ganz auf die Therapie konzentrieren sollte). Dazu kommt, dass ich keine abgeschlossene Ausbildung habe, um ein hohes Einkommen zu erzielen, womit ich genug an die Gläubiger abtreten könnte. Mein Insolvenzverwalter ist über alles Informiert... Allerdings meldet sich dieser nur sehr selten (wenn dann nur um zu fragen, ob sich beruflich etwas bei mir geändert hat). Habe schon lange nichts mehr von meinem Insolvenzverwalter gehört und in ein paar Monaten ist die Insolvenz vorbei. Da sich mein Insolvenzverwalter kaum noch meldet, mache ich mir etwas sorgen, dass ich in den letzten Jahren bezüglich der Insolvenz irgendetwas falsch gemacht haben könnte, denn es wäre eine Katastrophe nach Ende der Insolvenz zu erfahren, dass die Restschuldbefreiung versagt wurde.

Soweit ich weiß muss man sich während einer Insolvenz bewerben und alles dafür tun, um aus der Arbeitslosigkeit zu kommen. Doch wie ist das, wenn man krank ist und das Jobcenter diesbezüglich nicht vermitteln kann? Und selbst ohne Krankheit würde nur ein Hilfsjob in Frage kommen (da ich keine Ausbildung habe)... Jedoch würde man bei einem Hilfsjob zu wenig verdienen, um etwas an die Gläubiger abtreten zu können.