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Hilfebereich => Fragen und Antworten zu Hartz IV / ALG II => Thema gestartet von: Reeloc am 26. August 2017, 23:44:08

Titel: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Reeloc am 26. August 2017, 23:44:08
Hallo Leute, ich bin bald 18 Monate durchgehend krank geschrieben. Da der Arzt ja höchstens 18 Monate krank schreiben darf, frage ich mich, was denn danach ist!? Gesund bin ich leider immer noch nicht und Erwerbsminderungsrente werde ich doch bestimmt nicht mit 40 bekommen, oder? Hatte das schonmal jemand von euch? Wie ging es dann weiter? Beim Amtsarzt war ich schon 1x, der hatte mir 6 Monate gegeben, die auch schon 5 Monate überschritten sind. Nächsten Monat muss ich wieder zum Jobcenter, weiss gar nicht mehr weiter :(

Wäre über jeden Rat dankbar, weiss wirklich nicht mehr weiter :(
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: coolio am 26. August 2017, 23:53:07
Zitat
Da der Arzt ja höchstens 18 Monate krank schreiben darf,
Sagt wer?
Wundert mich, daß das JC nicht versucht hat, Dich in die EM Rente (ja ist möglich - auch mit 20....) abzuschieben (anderer Kostenträger).
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Reeloc am 27. August 2017, 00:09:52
Die haben mich ja zum Amtsarzt geschickt, aber der hat mir nur 6 Monate gegeben, in denen ich nicht vermittelbar bin und das ist auch schon fast ein Jahr her. Weiss denn keiner, wie es nun weitergeht?
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Lady Miou am 27. August 2017, 00:16:22
Was sagt der behandelnde Arzt (Prognose, Genesungsprozess)? Rät er dir zur EM-Rente? Lebst du mit anderen LEs in einer BG oder bist du allein eine BG? Das ist wichtig für die Ratgebung!
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: coolio am 27. August 2017, 00:26:18
Ich sags mal ganz platt:
Solange das JC nicht angetrollt kommt, musst Du (selbst) garnix unternehmen.
Wie lange läuft Dein aktueller Bewilligungsbescheid?
Ist der vorläufig?
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Lady Miou am 27. August 2017, 00:29:21
Zitat von: coolio am 27. August 2017, 00:26:18
Solange das JC nicht angetrollt kommt, musst Du (selbst) garnix unternehmen.

Schau mal:
Zitat von: Reeloc am 26. August 2017, 23:44:08
Nächsten Monat muss ich wieder zum Jobcenter, weiss gar nicht mehr weiter :(
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: coolio am 27. August 2017, 00:34:16
Zitat
Nächsten Monat muss ich wieder zum Jobcenter, weiss gar nicht mehr weiter :(
Warum? Hast Du eine Einladung? Wozu?
Kannst Du die Einladung mal lesen lassen?
Musst Du weiter beantragen?
Langsam ahne ich, was hinter der Frage steht....
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Zahnfee am 27. August 2017, 09:56:57
Zitat
Da der Arzt ja höchstens 18 Monate krank schreiben darf

Mein Mann ist schon seit über vier Jahre durchgehend AU geschrieben (Arzt, Krankenhaus, Reha). Die letzte Krankschreibung läuft nun auch schon wieder fast drei Jahre.

Der Ärztliche Dienst hat meinen Mann (nach Aktenlage) als voll erwerbsfähig eingestuft, der Betriebsärztliche Dienst seines Arbeitgebers hingegen (nach Begutachtung) bereits zweimal als halbschichtig erwerbsfähig, jedoch weiterhin arbeitsunfähig. -> Arbeitsunfähigkeit hat nichts mit Erwerbsunfähigkeit zu tun.

Zitat
Erwerbsminderungsrente werde ich doch bestimmt nicht mit 40 bekommen, oder?

Wenn man die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, warum nicht.  :weisnich:
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Reeloc am 06. September 2017, 23:58:32
Danke erstmal allen für die lieben Antworten. War leider extrem depressiv und nur am weinen, habe das sehr, sehr oft und da habe ich sogar vergessen, das ich hier doch um Rat gefragt hatte :( Habe meinen Mann mit nur knapp 30 an Krebs verloren, haben 2 kleine Kinder, die etwas Waisenrente bekommen, ich bekomme so 240 € Hinterbliebenenrente und meine Kinder zusammen etwa 280 €. Dazu werden wir vom Jobcenter aufgestockt. Ich nehme am Tag sehr viele Antidrepressiva, jede Nacht liege ich wach und beobachte meine Kinder beim Schlaf, weil sie als Baby's immer wieder vergassen zu atmen und meine Grosse schon mit ca. 2 Monaten tot war, wir sie aber mit meinem Mann wiederbeleben konnten. Seitdem trug sie immer so ein Gerät mit sich, was piept, wenn sie wieder eine längere Zeit nicht atmet.

Seit dem frühen Tod meines geliebten Mannes, meiner ersten grossen und einzigen Liebe, meines besten Freundes, meiner starken Schulter, den besten Papa der Welt, bin ich nur noch am Weinen, habe an nichts mehr Spass, sehe immer, wie er in meinen Armen stirbt und die Kinder das letzte Mal vorher streichelt :( Ich kann nicht glauben, das er tot ist, einfach weg, als wäre er nie da gewesen, das geht doch gar nicht.

Nachts sitze ich so 8 Stunden an dem Bett meiner Kinder und gucke, ob sie atmen, ob ihre Lippen sich blau verfärben usw. Ich leide unter starken Depressionen, Panikattacken und diversen Krankheiten. Wenn meine Kinder in der Schule sind, erst dann lege ich mich mit Schlaftabletten ins Bett und schlafe etwas und das kann ich wirklich trotz Schlafmittel kaum.

Meine Bewilligung läuft bis Ende März. Zahnfee, mir wurde gesagt, das mein Hausarzt mich nur höchstens 18 Monate krank schreiben darf, ich will nur wissen, was danach auf mich zu kommen kann usw.

Danke nochmal :)
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Sensoriker am 07. September 2017, 00:25:22
Erstmal. Was auf dich zukommen kann!?

Erstmal schreibt dich dein Arzt weiterhin krank wenn er es für richtig hält. Das mit den 18 Monaten ist Blödsinn. Die AU reichst du dann ganz normal beim JC ein.

Sollte das JC zweifel an der richtigkeit der AU haben kann sie den Medizinischen Dienst der Krankenkasse einschalten. Darüber informierst du deinen Hausarzt und besprichst das mit ihm/ihr. (Habe die Erfahrung gemacht das es Ärzte nicht allzu gerne mögen wenn der MD sich in ihre Diagnosen einmischt)

Wenn das JC zweifel an deiner Erwerbsfähigkeit hat muss sie dich wieder zum ärztlichen Dienst schicken. Nach der Untersuchung und dem Gutachten geht es dann weiter.
Evtl. EU/EM beantragen wobei du nach meiner Erfahrung inzwischen mit dem Kopf unter dem Arm zur Untersuchung bei der RV kommen muss um vielleicht eine Rente zu bekommen.
Alleine die Entscheidung der RV ist ausschlaggebend. Nicht was das JC meint.

Wenn die ganze Prozedur durch ist sieht man dann weiter. Und wenn dein Arzt meint dich solange AU zu schreiben, dann macht er das.

Ohne dir zu Nahe zu treten. Es wäre evtl. besser sich an einen Spezialisten überweisen zu lassen. Das kann in vielen Fällen sehr hilfreich sein.

Sensoriker
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Birgit63 am 07. September 2017, 06:22:33
Ich wundere mich, dass dich dein Hausarzt nicht schon längst an einen Facharzt überwiesen hat. Du brauchst dringend psychologische Hilfe. Schon deiner Kinder wegen. Evtl. wäre auch eine Mutter-Kind-Kur sehr hilfreich.
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Sheherazade am 07. September 2017, 06:32:34
Dem Rat mit dem Facharzt stimme ich uneingeschränkt zu.

Evtl. wäre auch eine Mutter-Kind-Kur sehr hilfreich.

Dafür muss man stabil genug sein, das scheint mir hier nicht gegeben.
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Reeloc am 07. September 2017, 06:50:04
Danke erstmal. Beim Facharzt war ich, Psychologe, der überwies mich aber an den Psychiater weiter und der hat 18 Monate Wartezeit. Bei mir hier in der Nähe gibt es kaum welche und die beiden, die es gibt, die schreiben einfach nur krank, aber hören nicht zu und helfen nicht und so kann's ja nicht sein. İch sehe ja, das ich unbedingt Hilfe haben muss. Also muss ich notgedrungen warten. Mutter Kind Kur waren wir, musste ich aber nach 11 Tagen abbrechen, weil es meine Stimmung schlimmer gemacht hat und meine Kinder weinten immer, das sie unbedingt wieder nach Hause wollen. Es tat uns allen nicht gut :(.

İch wäre definitiv nicht mehr da, wenn ich meine beiden Engel nicht hätte. Sie brauchen mich und ich brauche sie. Da ich kein Auto und kaum Geld zur Verfügung habe, bin ich leider auch nicht mobil, sodass ich mal in eine andere Stadt zum Arzt könnte. Aber bei der Menge an Tabletten, wäre vielleicht sogar das nicht machbar.

Erstmal danke ich euch nochmals, verstehe nur nicht, warum der Arzt dann immer was von höchstens 18 Monaten AU sagt.
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Sheherazade am 07. September 2017, 07:06:23
der überwies mich aber an den Psychiater weiter und der hat 18 Monate Wartezeit.

Nutzt ja nichts, du bist hoffentlich auf der Warteliste mit Dringlichkeitsvermerk von deinem Arzt? Oftmals springen andere Patienten ab, dann wird man angerufen.

Hier ist die fachärztliche Versorgung sehr ähnlich, da muss man (in diesem Fall ein Kind) schon mal 2 Monate auf einen Termin beim Unfallchirugen warten, selbst wenn der Hausarzt es dringend macht.  :wand:
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Zahnfee am 07. September 2017, 07:54:47
Das tut mir sehr leid, Reeloc.  :empathy:

Dass mit dem Hausarzt weiß ich nicht. Mein Mann bekommt seine Krankschreibungen von seinem Neurologen. Ruf doch mal ansonsten bei deiner Krankenkasse an und frage dort kurz nach.



Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Duffy am 07. September 2017, 08:36:08
Hast du dich schon mal mit deiner Krankenkasse in Verbindung gesetzt ?
Ich hatte auch eine Wartezeit von 8 Monaten und habe mich dann  bei meiner
KK gemeldet. Dort hat sich dann mein Fallmanager drum gekümmert und
dann bekam ich nach 3 Monaten einen Termin.
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: Birgit63 am 07. September 2017, 10:07:43
Wenn ich das so lese, sehe ich es so, dass du akut suizidgefährdet bist (noch siehst du es vielleicht nicht so, weil du die beiden Kinder hast). Am besten wäre es, wenn du selbst in eine Klinik gehen würdest. Das geht ja aber nur, wenn du jemanden für deine Kinder hast (Oma, Opa?). Dass du nur noch dein Leben mit Hilfe von Tabletten leben kannst, kann es ja auch nicht sein. Die machen auf Dauer abhängig. So fällst du von einen Teufelskreis in den anderen. Du brauchst eine Trauertherapie.
Titel: Re: 18 Monate durchgehend krank, was nun?
Beitrag von: gloegg am 07. September 2017, 11:00:22
Vielleicht beruhigt es, wenn ich vermute, dass der Arzt mit der Krankschreibung für 18 Monate vermutlich die Maximaldauer für den Bezug von Krankengeld gemeint hat. Das sind nämlich rund eineinhalb Jahre.

Eine Beschränkung, wie lange ein Patient krankgeschrieben sein darf, gibt es nicht. Manche Patienten werden krank - und nie wieder gesund...