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Autor Thema: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung  (Gelesen 2370 mal)

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Offline MisFHB

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Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« am: 05. September 2017, 09:12:05 »
Tach,
hoffentlich gibt es diese Frage nicht doch schon; bin neu hier und hab sie so nicht gefunden.
Meine Freundin beginnt nächste Woche eine stationäre Psychotherapie. Gleichzeitig muss sie den ALGII-Antrag jetzt ausfüllen. Dort wird ja auch nach einem solchen stationären Aufenthalt gefragt. Jetzt will sie den Leuten im Amt aber nicht unbedingt auf die Nase binden, dass es sich um eine Psychotherapie handelt. Wenn sie von der Klinik eine Bescheinigung über ihren Aufenthalt anfordert, geht dies allerdings mehr oder weniger deutlich allein aus dem Briefkopf schon hervor. Der Hausarzt kann/will ihr höchstens eine allgemeine Krankschreibung für die Dauer der stationären Behandlung ausstellen. Aus dieser Krankschreibung geht aber nicht hervor, dass es sich um eine stationäre Behandlung handelt. Könnt ihr mir folgen?
Meine Frage: Reicht eine allgemeine Krankschreibung als Beleg aus? Und wenn nicht, gibt es einen Weg, den stationären Aufenthalt zu belegen, ohne dass die Art der Erkrankung genannt (bzw. nahegelegt) wird?
Danke schonmal für's geduldige Lesen - und für eine hilfreiche Antwort.

Offline Sheherazade

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #1 am: 05. September 2017, 12:05:45 »
Gleichzeitig muss sie den ALGII-Antrag jetzt ausfüllen. Dort wird ja auch nach einem solchen stationären Aufenthalt gefragt.

Wo wird danach gefragt?

Zitat
Der Hausarzt kann/will ihr höchstens eine allgemeine Krankschreibung für die Dauer der stationären Behandlung ausstellen.

Sollte für das Erste reichen.

Wobei ich annehme, dass sie darum
Zitat
von der Klinik eine Bescheinigung über ihren Aufenthalt
nicht vorbei kommt, denn es geht vermutlich um die Frage der Ortsabwesenheit.
Prävention ist keine Hysterie, Ignoranz kein Mut.

Vergesst die Achse des Bösen, es ist die Achse des Blöden, die uns das Genick brechen wird.

Offline Simone-

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #2 am: 05. September 2017, 12:18:27 »
Der Arzt kann natürlich normal krank schreiben, aber da besteht die Gefahr, dass während des stationären Krankenhausaufenthalts Einladungen mit der Forderung nach einer sogenannten Wegeunfähigkeitsbescheinigung eintrudeln.

Wenn sie von der Klinik eine Bescheinigung über ihren Aufenthalt anfordert, geht dies allerdings mehr oder weniger deutlich allein aus dem Briefkopf schon hervor.
Nicht unbedingt. Die Klinik sollte in der Lage sein, eine Liegebescheinigung auf neutralem Briefkopf zu drucken.

Ich würde einfach bei der Klinik diese Liegebescheinigung verlangen und mit Hinweis auf Diskretion einen neutralen Briefkopf verlangen.
"Alles was die weise Frau lernte schrieb sie in ihr Buch, und als die Seiten schwarz vor Tinte waren, nahm sie weiße Tinte und begann von vorne."

Offline kaykaiser

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #3 am: 05. September 2017, 13:15:52 »
Ich würde einfach bei der Klinik diese Liegebescheinigung verlangen und mit Hinweis auf Diskretion einen neutralen Briefkopf verlangen.

Klar doch, aber dann mit der Unterschrift und Stempel

Prof. Dr. Dr. Macke
Facharzt für Psychiatrie und Psychosomatik

...und schon ist alles gegessen...

Offline Simone-

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #4 am: 05. September 2017, 13:50:12 »
Klar doch, aber dann mit der Unterschrift und Stempel
Prof. Dr. Dr. Macke
Facharzt für Psychiatrie und Psychosomatik
Meine Liegebescheinigungen hatten immer einen normalen Briefkopf und Klinikstempel (beispielweise Helios, Kreiskrankenhaus Hinterdupfing, usw.) ohne Hinweis auf die Fachrichtung, und die Schwester, die das ausgedruckt hatte, unterschrieb es auch.

Ich denke, man kann mit der Klinik reden, ob die eine neutrale Liegebescheinigung ausstellen können.
"Alles was die weise Frau lernte schrieb sie in ihr Buch, und als die Seiten schwarz vor Tinte waren, nahm sie weiße Tinte und begann von vorne."

Offline Beluga

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #5 am: 05. September 2017, 14:26:04 »
Zitat von: MisFHB am 05. September 2017, 09:12:05
will sie den Leuten im Amt aber nicht unbedingt auf die Nase binden, dass es sich um eine Psychotherapie handelt
Klar doch, aber dann mit der Unterschrift und Stempel
Prof. Dr. Dr. Macke
Facharzt für Psychiatrie und Psychosomatik
Meine Liegebescheinigungen hatten immer einen normalen Briefkopf und Klinikstempel (beispielweise Helios, Kreiskrankenhaus Hinterdupfing, usw.) ohne Hinweis auf die Fachrichtung, und die Schwester, die das ausgedruckt hatte, unterschrieb es auch.

Ich denke, man kann mit der Klinik reden, ob die eine neutrale Liegebescheinigung ausstellen können.
Ja. Der besagte "neutrale" Briefkopf gibt es!!!

Offline MisFHB

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #6 am: 05. September 2017, 18:03:39 »
Der Arzt kann natürlich normal krank schreiben, aber da besteht die Gefahr, dass während des stationären Krankenhausaufenthalts Einladungen mit der Forderung nach einer sogenannten Wegeunfähigkeitsbescheinigung eintrudeln.

Wenn sie von der Klinik eine Bescheinigung über ihren Aufenthalt anfordert, geht dies allerdings mehr oder weniger deutlich allein aus dem Briefkopf schon hervor.
Nicht unbedingt. Die Klinik sollte in der Lage sein, eine Liegebescheinigung auf neutralem Briefkopf zu drucken.

Ich würde einfach bei der Klinik diese Liegebescheinigung verlangen und mit Hinweis auf Diskretion einen neutralen Briefkopf verlangen.

Es handelt sich allerdings um eine "Klinik für Psychotherapie". Wird schwierig mit dem neutralen Stempel.

Offline oldhoefi

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #7 am: 05. September 2017, 21:53:48 »
@MisFHB

Zitat von: MisFHB am 05. September 2017, 09:12:05
Der Hausarzt kann/will ihr höchstens eine allgemeine Krankschreibung für die Dauer der stationären Behandlung ausstellen. Aus dieser Krankschreibung geht aber nicht hervor, dass es sich um eine stationäre Behandlung handelt.
Wenn keine neutrale Bescheinigung von der Klinik möglich ist, soll der Hausarzt auf der AU-Bescheinigung als Zusatz „stationärer Aufenthalt vom xxx bis xxx“ mit aufführen.

Da dieser Zusatz vermutlich in dem Textfeld der Diagnose eingetragen wird, müsste demnach die Krankenkasse-Ausfertigung der AU-Bescheinigung für das JC kopiert werden, deshalb unbedingt vorher den Diagnose-Schlüssel abdecken.

Dürfte meines Erachtens ausreichend sein, um damit sowohl den stat. Aufenthalt als auch die damit verbundene Ortsabwesenheit gegenüber dem JC nachzuweisen.
"Kaum wird es schwierig, zweifeln viele Deutsche am ganzen System."

Giovanni di Lorenzo (deutsch-italienischer Journalist *1959)

Offline kaykaiser

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #8 am: 05. September 2017, 22:31:05 »
Da dieser Zusatz vermutlich in dem Textfeld der Diagnose eingetragen wird, müsste demnach die Krankenkasse-Ausfertigung der AU-Bescheinigung für das JC kopiert werden, deshalb unbedingt vorher den Diagnose-Schlüssel abdecken.

Diesen Vorschlag halte ich für den besten. Gute Idee... :smile:

Offline Beluga

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #9 am: 06. September 2017, 07:15:39 »
Zitat von: MisFHB am 05. September 2017, 09:12:05
Meine Freundin beginnt nächste Woche eine stationäre Psychotherapie. Gleichzeitig muss sie den ALGII-Antrag jetzt ausfüllen. Dort wird ja auch nach einem solchen stationären Aufenthalt gefragt. Jetzt will sie den Leuten im Amt aber nicht unbedingt auf die Nase binden, dass es sich um eine Psychotherapie handelt.
Es handelt sich allerdings um eine "Klinik für Psychotherapie". Wird schwierig mit dem neutralen Stempel.
Eine "Klinik" ist manchmal in einem Verbund tätig.
Dann steht auf dem Briefkopf auch nicht mehr (speziell) "Psychotherapie".
Eine "Klinik für Psychotherapie" weis den Wert der Diskretion und passt ihren Briefkopf an.

Rufe doch vorab bei der "Klinik für Psychotherapie" an,
und erkundige Dich nach einem "neutralen" Briefkopf für die "Liegebescheinigung" aufgrund Datenschutzgründen.
« Letzte Änderung: 06. September 2017, 08:04:01 von Beluga »

Offline Kaffeesäufer

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #10 am: 06. September 2017, 08:08:17 »
Hab auch schon stationäre Therapien hinter mir und noch vor mir, mir ist es egal ob die das wissen dass es um die Psyche geht, und oh Wunder ,ich habe seitdem RUHE vorm JC. 
Liegebescheinigung ist auch da wohl eher falsch man ist dort zur Therapie, liegen tuste da nur nachts zum pennen.

Offline Duffy

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #11 am: 06. September 2017, 08:28:36 »
You made my day..... :grins:

Das Schreiben heißt nunmal offiziell "Liegebescheinigung"
und ist in erster Linie für die Krankenkassen gedacht, wegen Krankengeld.

Ich war ebenfalls mehrfach in einer solchen Klinik und das JC weiß/wusste das auch.
Ich kann jetzt nicht sagen,dass ich dadurch irgendwelche Nachteile habe.
Eher im Gegenteil.





Offline MisFHB

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Re: Auskunftspflicht bez. der Art der stationären Behandlung
« Antwort #12 am: 07. September 2017, 07:25:37 »
Ich danke euch allen für eure Antworten. Ich finde beide Vorschläge, die zuletzt kamen, sehr hilfreich: entweder die spezifizierte Krankschreibung vom Arzt (prima Hinweis mit dem Abdecken des Schlüssels!) oder: es ihnen einfach nicht verschweigen. Danke für euer Teilen der Erfahrung, dass dann Ruhe ist.