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Autor Thema: BSG: Mietkautionsdarlehen - Aufrechnung § 42a Abs. 2 SGB II nicht ausgenommen  (Gelesen 4404 mal)

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Offline oldhoefi

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Der 7. Senat des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen hält die Aufrechnung von Kautionsdarlehen für rechtswidrig.

Es gebe keinen finanziellen Spielraum in den Regelleistungen für KdU-Bedarfe, die Aufrechnung sei eine Kann-Entscheidung. Entscheidend gegen die Anwendung der Aufrechnungsermächtigung auf Mietkautionsdarlehen sprächen systematische und teleologische Erwägungen unter Berücksichtigung einer verfassungskonformen Interpretation.

Damit hat das erste Landessozialgericht eine ganz klare Position gegen Aufrechnung von Wohnungsbeschaffungskosten abgegeben.

LSG Nordrhein-Westfalen, Urteil vom 29.06.2017 – AZ: L 7 AS 607/17

Volltext --> http://tinyurl.com/y7mvdpuv

(Zitat und Quelle: Harald Thomé - Newsletter vom 06.08.2017)

Anmerkung:
Der Senat hat wegen grundsätzlicher Bedeutung (§ 160 Abs. 2 Nr. 1 SGG) die Revision zugelassen.
„Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.“ (Heinrich Heine)

Offline kroetenschleim

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Ich halte dieses Aufrechnen auch für rechtswidrig - Existenzminimum ist Existenzminimum. Bin gespannt, was das BSG entscheidet, falls der Rechtsstreit fortgesetzt wird.

Offline oldhoefi

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Laut eingangs verlinktem Volltext scheint die Revision zwischenzeitlich anhängig zu sein.

BSG – B 14 AS 31/17 R
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Offline oldhoefi

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Zur Klärung, ob die Aufrechnungsregelung des § 42a Abs. 2 S. 1 SGB II auch auf Mietkautionsdarlehen anzuwenden ist, ist nach wie vor das Verfahren B 14 AS 31/17 R beim BSG anhängig.

--> https://dejure.org/gesetze/SGB_II/42a.html
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Offline Pumukel

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mal blöde Frage dazu …. Was genau bedeutet das denn nun aber für Leute die ihre Kaution schon abbezahlt haben oder noch dabei sind ( so wie wir) ?
LG

Pumukel

Offline oldhoefi

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Zitat von: WampeX am 29. Juli 2018, 15:34:03
Nicht nur dieses
Danke.

Rechtsfrage: Ist die Aufrechnungsregelung des § 42a Absatz 2 Satz 1 SGB II auch auf Mietkautionsdarlehen anzuwenden?

Ich fasse die dazu aktuell anhängigen Verfahren vor dem BSG zusammen.

B 14 AS 31/17 R
Vorinstanz: Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, L 7 AS 607/17

B 14 AS 40/17 R
Vorinstanz: Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, L 6 AS 111/14

B 14 AS 41/17 R
Vorinstanz: Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, L 19 AS 787/17

B 14 AS 5/18 R
Vorinstanz: Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, L 5 AS 2612/14
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Offline kroetenschleim

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https://www.anwalt.de/rechtstipps/bsg-hartz-iv-bezieher-muessen-mietkautions-darlehen-von-den-laufenden-leistungen-abbezahlen_150650.html

Das ist der Link zum Urteil des BSG.

Meine Meinung: das Urteil finde ich unangemessen. Eine Zumutung für LB, von den ohnehin knapp bemessenen Leistungen auch das noch abgezogen zu bekommen.

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schade
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Offline oldhoefi

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Zitat von: oldhoefi am 29. Juli 2018, 17:33:14
Rechtsfrage: Ist die Aufrechnungsregelung des § 42a Absatz 2 Satz 1 SGB II auch auf Mietkautionsdarlehen anzuwenden?
Diese Rechtsfrage hat das BSG nunmehr bejaht.

Zitat
Mietkautionsdarlehen nach § 22 Abs. 6 SGB II sind nicht von der Aufrechnung nach § 42a Abs. 2 SGB II ausgenommen.
entnommen aus BSG Terminbericht

--> https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Verhandlungen/DE/2018/2018_11_28_B_14_AS_31_17_R.html

Bundessozialgericht, Grundsatzurteil vom 28.11.2018 - B 14 AS 31/17 R

(Volltext liegt noch nicht vor – wird nachgereicht.)
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