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Autor Thema: Steuerliches nach Arbeitlosigkeit  (Gelesen 713 mal)

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Online Meph1977

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Steuerliches nach Arbeitlosigkeit
« am: 21. März 2021, 13:34:29 »
Also das hier ist keine Frage die ich selbst habe sondern soll mehr so ne Sammlung von Dingen sein die man bezüglich Steuern beachten sollte im ersten Jahr indem man wieder eine Arbeit aufnimmt. Ich weis derzeit nur einen Tip den ich aber hier leider noch nie gelesen hab was aber durchaus ne Menge beim Lohnsteuerjahresausgleich ausmachen kann. Falls also jemand noch weitere fundierte Tips kennt die in dem Zusammenhang von Bedeutung sind bitte Posten, vielleicht wird ja mal ein Ratgeber draus.

Allgemein: Das Finanzamt verpflichtet in der Regel die Bevölkerungsgruppen zur Abgabe einer Steuererklärung von denen es erwartet das die Personen die dieser Gruppe angehören nachzahlen müssen. Wenn ihr nicht verpflichtet seid eine abzugeben ist es nicht unwahrscheinlich das ihr Geld zurück bekommt.

1. Tipp: Werbungskostenpauschale
Kosten für Fahrten zum Arbeitgeber und von selbigen nach Hause. Die Pauschale beträgt pro Jahr 1000 Euro, sie mindert das zu versteuernde Einkommen und wird bei der monatlichen Lohnabrechnung zu 1/12 jeden Monat berücksichtigt. Ihr habt aber Anspruch auf die volle Pauschale egal ob ihr in dem Jahr einen oder 12 Monate gearbeitet habt. Wenn ihr sagen wir mal zum 1. August anfängt dann ist euer zu versteuerndes Einkommen um 666,67 Euro zu hoch angesetzt und das kann je nach Steuerklasse schon 200 Euro Rückzahlung ausmachen. Natürlich vorrausgesetzt das ihr in dem Jahr nicht bei einem anderen Arbeitgeber gearbeitet habt. Diese Pauschale gibts auch nur einmal im Jahr und nicht für jeden Arbeitgeber.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Online Sheherazade

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Re: Steuerliches nach Arbeitlosigkeit
« Antwort #1 am: 21. März 2021, 13:40:52 »
Allgemein: Das Finanzamt verpflichtet in der Regel die Bevölkerungsgruppen zur Abgabe einer Steuererklärung von denen es erwartet das die Personen die dieser Gruppe angehören nachzahlen müssen. Wenn ihr nicht verpflichtet seid eine abzugeben ist es nicht unwahrscheinlich das ihr Geld zurück bekommt.

Und wer verpflichtet ist, kann man ganz einfach z. B. hier nachlesen, denn da gibt es schon ein paar Kriterien mehr.

Zitat
Generell gilt: Jeder Steuerbürger muss sich selbst darüber informieren, ob er eine Einkommensteuererklärung abgeben muss! Das Finanzamt schreibt also nicht automatisch alle Pflichtveranlagten an und fordert Sie zur Abgabe der Steuererklärung auf.

Hier die wichtigsten Fälle, in denen man als Arbeitnehmer eine Steuererklärung abgegeben muss:

Lohnsteuerfreibetrag
Wer einen Lohnsteuerfreibetrag hat, ist abgabepflichtig. Beispiel: Sie haben sich wegen der hohen Fahrtkosten oder einer doppelten Haushaltsführung einen Freibetrag eintragen lassen. Davon ausgenommen sind eingetragene Pauschbeträge für Behinderte, Hinterbliebene oder Kinderfreibeträge – oder wenn der insgesamt erzielte Lohn 2019 höchstens 11.600 Euro bei einem Single bzw. 22.050 Euro bei einem Paar betrug.

Nebeneinkünfte
Sie hatten Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro im Jahr, dazu zählen beispielsweise Mieteinnahmen.

Lohnersatzleistungen
Sie haben steuerfreie Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Kurzarbeiter-, Insolvenz-, Kranken-, Eltern- oder Mutterschaftsgeld über 410 Euro im Jahr erhalten.

Einzelveranlagung bei Ehe-/Lebenspartnern
Hat in einer Ehe-/Lebenspartnerschaft einer der Partner eine einzeln veranlagte Steuererklärung abgegeben, dann muss auch der andere Partner eine Steuererklärung einreichen.

Steuerklassen bei Ehe-/Lebenspartnern
Sie und Ihr zusammen veranlagter Partner haben Lohn bezogen und die Steuerklassenkombination III und V oder Sie haben die Steuerklassen IV mit Faktor.

Freibeträge für Kinder
Nicht verheiratete oder geschiedene Eltern wollen einen Freibetrag für das gemeinsame Kind anders als hälftig aufteilen; das gilt für den Ausbildungsfreibetrag und den Behinderten-Pauschbetrag.

Scheidung und erneute Heirat
Sie haben sich scheiden lassen und im selben Jahr haben Sie oder Ihr Ex-Partner wieder geheiratet. Gleiches gilt für Verwitwete, die noch im selben Jahr erneut heiraten.

Mehrere Arbeitgeber
Sie haben von mehreren Arbeitgebern gleichzeitig Gehalt bekommen und die Steuerklasse VI.

Arbeitgeberwechsel / Eintrag „S“ in der Lohnsteuerbescheinigung
Sie waren innerhalb eines Jahres bei mehr als einem Arbeitgeber beschäftigt und in Ihrer Lohnsteuerbescheinigung ist „S“ eingetragen. Das bedeutet, dass Ihr neuer Arbeitgeber Lohnsteuer für sonstige Bezüge wie zum Beispiel Weihnachtsgeld berechnet hat – ohne Berücksichtigung des früheren Arbeitslohns beim alten Arbeitgeber.

Abfindung
Sie haben eine Abfindung erhalten und der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer hierfür nach der „Fünftel-Regelung“ einbehalten.

Kapitalerträge
Sie haben Kapitalerträge, für die keine Abgeltungsteuer abgeführt wurde.

Verlustvortrag – Minus aus den Vorjahren
Sie hatten einen steuerlichen Verlust aus den Vorjahren. Wenn beispielsweise im Steuerbescheid 2018 ein verbleibender Verlustvortrag festgestellt worden ist, dann muss für 2019 eine Steuererklärung abgegeben werden.

Auch wenn keiner dieser genannten Sachverhalte auf Sie zutrifft, kann das Finanzamt Sie zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung per Post auffordern. Dann müssen Sie ebenfalls reagieren – und eine Steuererklärung einreichen. Das Finanzamt schreibt den Steuerbürger immer dann aktiv an, wenn es eine „Kontrollmitteilung“ über Einkünfte erhalten hat, die sich steuerlich auswirken könnten, zum Beispiel durch Erbschaft oder Schenkung.

Und
Zitat
Sie sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet? Dann müssen Sie bestimmte Fristen im Auge behalten. Wer diese versäumt, riskiert einen Verspätungszuschlag und muss vielleicht zusätzlich Zinsen ans Finanzamt zahlen.

Für das Jahr 2019 endet die Abgabefrist am 31. Juli 2020. Wer absieht, dass er es nicht rechtzeitig schafft, kann eine Verlängerung beantragen. Eine längere Krankheit oder Abwesenheit sind Gründe, die beim Finanzamt häufig auf Verständnis stoßen.

Auch hier steht das recht übersichtlich und vor allem aktueller.
Prävention ist keine Hysterie, Ignoranz kein Mut.

Was nutzt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt?

Online Meph1977

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Re: Steuerliches nach Arbeitlosigkeit
« Antwort #2 am: 30. März 2021, 08:24:41 »
Das sind nur keine zusätzlichen Kriterien das ist genau das was ich sagte. Der Fiskus erwartet das diese Gruppen tendenziell eher nachzahlen müssen. Die Auflistung ist aber trotzdem hilfreich falls jemand nicht weis ob er zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist.

Weis keiner weitere Tips die speziell in zusammenhang mit vorheriger Arbeitslosigkeit von Bedeutung sind.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Online Meph1977

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Re: Steuerliches nach Arbeitlosigkeit
« Antwort #3 am: 13. April 2021, 11:07:01 »
Ich hab jetzt noch was gefunden was in zusammenhang mit der Steuererklärung wichtig ist. Wer nicht verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben kann dies bis zu 4 Jahre rückwirkend tun. Wer also innerhalb dieser 4 Jahre angefangen hat zu arbeien kann den oben beschriebenen Umstand das die Werbungskostenpauschale nur zu 1/12 pro Monat vom Arbeitgeber berücksichtigt wird, dem Arbeitnehmer aber die Kompletten 1000 Euro Pauschale zustehen, immer noch geltend machen.

Zusätzlich stehen dem Arbeitnehmer auch Zinsen auf die zuviel gezahlten Steuern zu.
« Letzte Änderung: 13. April 2021, 11:28:30 von Meph1977 »
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.