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Autor Thema: BAE kooperativ Praktikum abbrechen?  (Gelesen 484 mal)

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Offline Sa2121

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BAE kooperativ Praktikum abbrechen?
« am: 24. September 2021, 13:37:25 »
Hallo ihr lieben,
Ich hätte mal eine kurze Frage die ich mir stelle. Aber zunächst zu meiner Situation:

2015 wurde ich im Alter von 15 Jahren an der Wirbelsäule operiert. Hierbei wurden mir bis auf 2 Lendenwirbel und 3 Brustwirbel alle Wirbel im Lenden- und Brustwirbelbereich aufgrund einer sehr sehr starken Skoliose versteift.  Seit dem geht es bei mir nicht so recht vorran aus beruflicher Sicht. 2018 begann ich eine Ausbildung zur Maßschneiderin in der ich wirklich aufgegangen bin, immer super Leistungen hatte. Jedoch habe ich mich 2019 dazu entschieden diese abzubrechen da sie rein Schulisch war und ich mit dem kleinen Bafög welches ich bekommen habe nicht die nötigen Materialien zahlen konnte. Meiner Mutter war zu dieser Zeit selber in Ausbildung und neben dem Gehalt auf das Amt angewiesen. Der Rest der Familie konnte auch nichts zusteuern. Schade eigentlich denn bis heut ist dies mein Traumberuf. Einen Förderverein gab es dort nicht.
Ich bin dann direkt in eine Bäckerei und habe dort als Verkäuferin gearbeitet bis ich im August 2020 eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten beginnen konnte. Dort habe ich mich versucht durchgekämpft. Jeden Tag hatte ich aber bereits zur Mittagspause starke Schmerzen und den Rest der Schichten konnte ich nur mit täglicher Einnahme von Schmerzmitteln aushalten. Februar 2021 habe ich mich dann auf Raten meines Orthopäden und meiner Hausärztin dazu entschieden auch diese Ausbildung (aus gesundheitlichen Gründen) abzubrechen. Natürlich hatte ich dieses nicht ohne Rücksprache mit Agentur für Arbeit und Jobcenter getan und hatte dadurch die Möglichkeit direkt nach Abbruch der Ausbildung in eine BVB Maßnahme zu gehen. Zeitgleich wurde ein ärztliches Gutachten angefertigt welches Besagt dass ich 6h oder mehr arbeitsfähig bin in wechselnder Tätigkeit (Sitzen, Gehen und Stehen), jedoch wurde ebenfalls folgendes angemerkt "Aus ärztlicher Sicht liegt eine schwerwiegende Leistungseinschränkung vor, welche die Aussichten, am Arbeitsleben teilzuhaben oder weiter teilzuhaben, nicht nur vorrübergehend wesentlich mindert". Und das habe ich während der BVB zu spüren bekommen. Ich habe mich während der 7 Monate Maßnahme auf etliche Ausbildungen beworben, wurde jedoch von allen abgelehnt.
Ich bemühe mich wirklich und ich will auch gern eine Ausbildung machen nur fällt es mir schwer etwas zu finden. Nun ist die BVB Maßnahme zu ende und ich habe mich beim Internationalen Bund für eine BAE Ausbildung gemeldet. Der IB sucht seit gut 3 Monaten einen Betrieb, findet jedoch auch nichts für mich.
Gern würde ich in die Richtung Kauffrau im Einzelhandel im Bereich Mode oder Kauffrau für Büromanagement gehen.
Ich hatte nun am Donnerstag endlich mein 1. Bewerbungsgespräch. Leider in einem Betrieb mit dem ich durch die Maßschneiderausbildung schon schlechte Erfahrung hatte. Ich dachte mir aber ich gebe dem ganzen mal eine Chance, ist ja schon alles ein paar Jahre her. Der IB hat groß getönt: das wäre super, da haben sie etwas mit Mode zu tun und der Betrieb hat angeboten sie können sich während der Schicht regelmäßig setzen. Während dem Bewerbungsgespräch ging meine Euphorie aber wieder vorrüber. Die Dame mit der das Gespräch wär erzählte gleich dass der Betrieb sehr unterbesetzt ist und das Klima zwischen den Mitarbeitern kam mir schon sehr schlecht vor. Zudem wurde der Betrieb vor dem Gespräch von dem IB nicht in Kenntniss gesetzt dass ich einen GDB von 50% habe und dass ich mich zwischendrin (wenigstens alle 1 1/2 Stunden) mal einen Moment setzen muss sonst werden die Schmerzen zu stark. Als ich dies erwähnt wirkte die Dame ein wenig verwirrt, fragte auch gezielt nach "alle 1 1/2  Stunden ja? Das wusste ich aber nicht." Zudem wurde mir dann bekannt gegeben dass eine Ausbildung lediglich in den Bereichen Kinderspielzeug, Stoffwaren und Bettabteilung in Rotation möglich wäre. Keine der Bereiche interessieren mich in beruflicher Sicht.
Trotz allem wollte der Betrieb mir gern ein Praktikum anbieten welches ich dankend annahm denn als Erfahrung kann es ja nicht schaden.
Heute war mein 1. Tag Praktikum und was soll ich sagen. Vollkatastrophe. Tatsächlich völlig unterbesetzt, schlechtes Klima zwischen den Angestellten, super gestresste Stimmung zwischen den Mitarbeitern, die Arbeit macht mir gar keinen Spaß dort und die Mitarbeiter schenken mir böse Blicke wenn ich mich hinsetze.
Ich möchte dieses Praktikum nicht mehr machen da ich jetzt schon weiß ich möchte nicht in diesen Betrieb (aus genannten Gründen) und wenn in den Einzelhandel dann in den Bereich Mode. Ansonsten eben Büro. Dies hatte ich auch 1 zu 1 so beim IB gesucht und diese Versprachen mir nach den Kriterien nach einem Kooperationsbetrieb für mich zu suchen. Ich muss  zugeben ich habe mich ein wenig geärgert dass der IB den Betrieb weder über meine Behinderung, noch über den Bereich in dem ich arbeiten möchte in Kenntnis gesetzt hat. Das ist nicht das einzige was sich der IB geleistet hat bei mir aber das würde den Rahmen jetzt sprengen.

Jetzt zu meiner Frage:
Kann ich das Praktikum abbrechen ohne mit Sanktionen rechnen zu müssen? Und wie gehe ich vor wenn ich dies vorhabe? Eigentlich würde das Praktikum bis Donnerstag gehen.
Momentan beziehe ich ALG2 und Kindergeld da ich Ausbildungssuchend gemeldet bin. Bis Ende der BVB Maßnahme bekam ich noch BAB.
Im Praktikumsvertrag stehen keine Regelungen was im Falle eines Abbruches des Praktikums für Folgen auftreten, deswegen habe ich mich mal hier hin gewendet.

Liebe Grüße

Offline Sheherazade

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Re: BAE kooperativ Praktikum abbrechen?
« Antwort #1 am: 24. September 2021, 13:44:15 »
Das Praktikum geht eine Woche lang (Freitag = heute bis Donnerstag)? Wenn es dir gesundheitlich möglich ist, würde ich das zu Ende führen. Ein weiterer Abbruch sieht bei deinem bisherigen Lebenslauf einfach nicht gut aus, auch wenn es "nur" ein Praktikum ist. Sollte der Betrieb dich als Auszubildende haben wollen, kannst du immer noch Nein, danke mit den entsprechenden Begründungen sagen. Zudem gehören Kurzpraktika zu den berufsvorbereitenden Maßnahmen.

Bist du bei der Reha-Vermittlung?
Man wird nicht dadurch besser, dass man andere schlecht macht.

Auch Menschen können Nebenwirkungen verursachen - einige Herzklopfen, andere Kopfschmerzen und manche Brechreiz.

Offline Sa2121

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Re: BAE kooperativ Praktikum abbrechen?
« Antwort #2 am: 24. September 2021, 13:47:58 »
Genau Heute bis Donnerstag nächste Woche geht das Praktikum.
Dann werde ich es versuchen bis zum Ende fertig zu machen, gesundheitlich, würde ich jetzt nach dem 1. Tag sagen, ist es machbar sofern ich weiterhin die Möglichkeit habe mich regelmäßig zu setzen.
Bei einer Reha Vermittlung bin ich nicht, nein. Wurde mir bisher soweit ich mich erinnern kann auch nicht vorgeschlagen. Was ist denn eine Reha-Vermittlung?

Offline Sheherazade

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Re: BAE kooperativ Praktikum abbrechen?
« Antwort #3 am: 24. September 2021, 13:55:03 »
Das sind bestimmte Abteilungen bei der Agentur für Arbeit, spezialisiert auf die Vermittlung von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Man wird nicht dadurch besser, dass man andere schlecht macht.

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Offline putafe

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Re: BAE kooperativ Praktikum abbrechen?
« Antwort #4 am: 11. Oktober 2021, 13:54:16 »
Aus welcher Gegend bist du?
Es gibt auch Bildungsträger, welche integrative BaE zu Änderungs-/Maßschneider und/oder Kaufleute für Büromanagement anbieten.

Wenn du dich körperlich nicht für einen Beruf geeignet fühlst, sprich auf jeden Fall mit dem IB. Dort gibt es doch bestimmt einen Sozialen Dienst, der die Azubis betreut?

 
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