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Hilfebereich => Fragen und Antworten zu Hartz IV / ALG II => Thema gestartet von: Benny74 am 18. Februar 2021, 14:30:19

Titel: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 18. Februar 2021, 14:30:19
Guten Tag,

diese Woche läuft meine Maßnahme jetzt vollständig aus.

Ich schäme mich dafür, aber mir war das zu kompliziert mich dagegen zu wehren und ich habe es nach der Abmahnung akzeptiert und bin wieder normal erschienen. Das waren noch zwei Wochen, danach wurde es umgeformt in ein Telefonat pro Woche.

Heute hat mich der Sachbearbeiter angerufen und das Gleiche erzählt, was er immer erzählt. Ich soll die alte Eingliederungsvereinbarung bestätigen. Alles soll noch ein halbes Jahr weitergehen wie immer. Etwas anderes kann er mir nicht anbieten, weil es nichts anderes gibt und ich soll das akzeptieren, weil ich doch einsehen muss, dass es die beste Alternative ist.

Dass es nicht sinnvoll ist und ich das nicht möchte, interessiert ihn nicht, um es abzukürzen. Wir haben jetzt fast eine Stunde telefoniert und wenn ich weiter widersprochen hätte, würden wir wahrscheinlich noch immer telofonieren. Er hat Druck von oben, das soll ich auch verstehen. Er weiß, dass er nichts passendes hat, aber er muss mir etwas aufs Auge drücken, weil das sein Job ist. Was in der Eingliederungsvereinbarung steht, ist auch nur Papier. Wir würden schon eine Lösung finden, wie wir das individuell anders machen als es da steht, damit ich damit leben kann. Die Lügen kenne ich inzwischen. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn ich unterschrieben habe, gibt es gar keine Diskussion mehr, weil das da steht.

Er hat kurz auch einen Verwaltungsakt angesprochen, weil er wohl dachte, dass ich Angst davor habe. Aber so weit ich weiß, kann ich danach kontrollieren lassen, ob es sinnvoll und vertretbar ist. Wahrscheinlich hätte ich ihn da schon sagen sollen, dass er es auf den Weg versuchen soll.

Wie gehe ich jetzt am besten damit um? Er schreibt jetzt eine Vereinbarung und schickt mir die zu, die mir nicht gefällt. Okay, ich unterschreibe nicht. Was kommt dann auf mich zu? Eine Lösung zu suchen ist mit dem Sachbearbeiter nicht möglich. Wenn es Teleshopping für Maßnahmen gebe, würde er das machen. Alles, was er sagt, geht an jeder Realität vorbei. Die Maßnahme hat tatsächlich auch keinen Erfolg gehabt, aber das kann sich noch ergeben. 15 Minuten später sagt er auch in drei Sätzen, dass er auch enttäuscht ist, dass die Maßnahme sich nicht genug getan hat, um die Ziele zu erreichen. Die müssten das nur noch intensiver machen und er geht davon aus, dass das funktioniert. Besser als wenn wir in einem halben Jahr telefonieren und es ist gar nichts gemacht worden.

Das kennt man aus der Realität, wenn man Kopfschmerzen los werden will, nimmt man den Hammer und haut sich auf den Daumen und wenn die Kopfschmerzen nicht aufhören, muss man noch beherzter zuschlagen und auch die anderen Finger nicht auslassen. Das macht zwar keinen Sinn, aber wenn man keine Kopfschmerztablette hat, ist es besser, als gar nichts zu machen.

Er ist für Argumente nicht zugänglich, sondern sieht es als Herausforderung trotzdem Recht zu behalten.

Liebe Grüße Benny74
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Last Man Standing am 18. Februar 2021, 14:42:30
Bist du bei einem Jobcenter oder einer Optionskommune? Wenn bei einer Optionskommune. In welchem Bundesland?
Eine Liste bei Unsicherheit findest du hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Optionskommunen
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: DerSofti am 18. Februar 2021, 15:04:47
Hallo Benny,
wichtig ist erstmal eine Firewall gegen Sanktionen aufbauen, die dein Sachbearbeiter gegen dich verwenden kann.
1.1 Als Sofortmaßnahme gegen die Maßnahme hilft eine AU, die derzeit sehr leicht zu bekommen ist beim Doktor.
1.2 Deine Telefonnummer beim Jobcenter sofort löschen lassen, nur noch schriftlich kommunizieren, da dies nachweisbar ist vor dem Sozialgericht und für dich so ein Vorteil sein kann.

2.1 Die EGV, sofern sie dir vorliegt, einscannen und hier hochladen, unsere Experten nehmen die dann auseinander für einen Widerspruch.
2.2 Weiteren Schriftverkehr mit dein SB hier hochladen, der darauf folgt. Hier können dir gute Argumente für das Sozialgericht vorbereitet werden.

3. Nichtsmehr bei der Maßnahme unterschreiben vor allen was die Datenübermittlung über dich an dein SB betrifft.

4. Schonmal die Webseite Sanktionsfrei.de merken, für den Fall einer Sanktion. Helena Steinhaus hilft da schnell und unbürokratisch, dir den finanziellen Schaden, den dein SB dir angerichtet hat zu reparieren.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 18. Februar 2021, 16:01:39
Bist du bei einem Jobcenter oder einer Optionskommune? Wenn bei einer Optionskommune. In welchem Bundesland?

Ich wusste das bisher nicht, aber das ist eine Optionskommune.
Ist das ein Vorteil oder ein Nachteil? Sollte ich vielleicht deswegen umziehen?
Wenn ich das richtig verstehe, ist deswegen Agentur und Jobcenter räumlich und personell getrennt.

Gibt es einen wichtigen Grund das Bundesland zu sagen?

zu 1.2. Wie macht man das? Wie mir das jetzt schon unangenehm ist, die darum zu bitten. Aber das finde ich wahrscheinlich auch selber heraus.

zu 2.1. Es wird wahrscheinlich in dieser Woche verschickt. Wenn ich es habe, mache ich das.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: DerSofti am 18. Februar 2021, 16:21:32
Wegen 1.2 @Benny, da hab ich folgendes gefunden, weiter unten steht sogar ein § dazu, den du in dein Forderungsschreiben verwenden kannst.

https://hartz.info/index.php?topic=111264.msg1428780#msg1428780

Die Frage war von 2017, schätze da kannst sogar jetzt noch weitere § dazu verwenden von der neuen Datenschutzgrundverordnung.

Edit: Das mit den Telefon kann dir auch deine Nerven schonen, sobald nur noch wichtige Anrufe für dich durchkommen. Beim JC sitzen oft Leute, die scheuchen per Telefon gerne andere Menschen rum und klopfen sich nach dem Telefonat selber auf die Schulter "Man, den hab ich aber Beine gemacht" oder "Damit der mal in die Puschen kommt". Solche Leute hab ich leider in mein Leben öfters kennenlernen müßen. Das ist der Schlag von Mensch, der dann später im Ruhestand als Ersatz sich einen Hund anschafft für "Mach Männchen" "Hol das Stöckchen" "Sitz / Platz" und "Gib Laut".
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 22. Februar 2021, 16:08:14
Guten Tag,

heute ist ein Maßnahmevertrag gekommen. Es war ein Anschreiben dabei, dass ich am Dienstag angerufen werde und eine Datenschutzvereinbarung. Außerdem ein frankierter Rückumschlag. Welche Pflichten habe ich? Muss ich morgen abnehmen? Eine Eingliedrungsvereinbarung habe ich noch nicht.

Am liebsten würde ich den Rückumschlag benutzen, um die Löschung meiner Daten zu verlangen und nach dem Teilnahmezeugnis zu fragen. Darf ich das?

Liebe Grüße Benny
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: a_good_heart am 22. Februar 2021, 16:40:43
Einfach mal die Schreiben anonymisiert hier einstellen, sonst kann dir keiner wirklich helfen ... :zwinker:
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Last Man Standing am 22. Februar 2021, 17:01:14
Zitat von: Benny74 am 22. Februar 2021, 16:08:14
dass ich am Dienstag angerufen werde
Wer will dich anrufen?

Frage: Du hast erwähnt, dass du die Maßnahme nicht für sinnvoll erachtest. Hättest du deinen alternativen Vorschlag? Was könnte dir denn wirklich helfen? Hast du eine Ausbildung bzw. kannst in deinem Beruf nicht mehr arbeiten? Benötigst du vielleicht eine Weiterbildung... Irgendwelche Scheine die dir weiterhelfen können? Kann ja von Office und SAP bis hin zu einem Gabelestablerschein alles möglich sein...
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 22. Februar 2021, 18:12:08
Im Schreiben von der Maßnahme steht: "Wir haben von Herr Sachbearbeiter erfahren, dass Sie die Maßnahme fortsetzen. ... Wie gewohnt belassen wir es bei unserem dienstäglichen Anruf um 8 Uhr."

Das bedeutet, da die Maßnahme zurzeit wegen Corona nicht stattfinden darf, werde ich am Dienstag zwischen 8 und 9 angerufen. Da werde ich dann gefragt, wie es mir geht und mir wird gesagt, dass ich 2 Jobangabote per Mail zugeschickt bekomme. Dann bewerbe ich mich da und es ist gut. Falls ich Fragen hätte, wie ich die schreiben soll könnte ich da fragen, aber das kommt eigentlich nicht mehr vor.

Die Anrufe wäre auch in Ordnung, aber der Sachbearbeiter besteht darauf, dass in der Eingliedrungvereinbarung wieder steht, dass ich grundsätzlich auch an den Präsenzveranstaltungen teilnehmen muss, wenn der Lockdown wieder beendet ist. Obwohl es da verschiedene Modelle von Seiten des Maßnahmeträgers gibt und ich würde dann lieber eins nehmen, wo die mir vor allem Jobangebote recherchieren, obwohl ich das natürlich auch alleine könnte, aber als Kompromiss, ist das das sinnvollste aus meiner Sicht. Aber warum dort unter Anleitung noch Kreuzworträtsel lösen und Dokumentationen gucken?

Ich habe so weit ich es beurteilen kann zwei Probleme. Ich bin schon lange arbeitslos und ich habe nur eine halbe Ausbildung. Es ärgert mich, dass das Jobcenter mich die Ausbildung nicht beenden lässt, aber die sehen das als richtige Ausbildung.

Ich war am Anfang in einer geförderten Ausbildung BaE als Tischler. Eigentlich konnte ich mir das nicht vorstellen, weil ich mir das nicht zutraue, aber ich hatte einen Monat Praktikum in einem kleinen Betrieb und es schien alles gut zu funktionieren. Dann wurde der Vertrag zu einer BaE fertig gemacht. In der Berufsschule war alles kein Problem, aber mir ist aufgefallen, dass alle anderen Mitschüler schon im Betrieb weiter waren. Ich habe eher aufgeräumt und Kundenwünsche entgegen genommen. Um es abzukürzen nach einem halben Jahr stellen die fest, dass der Betreib keine Berechtigung hat auszubilden, weil entsprechende Nachweise fehlen, dass man das kann. Dann haben die von der BaE im Hintergrund einen neuen Betrieb gesucht. Als ich da dann war, ist mir und auch den Chef bewusst geworden, dass ich zwei linke Hände habe und er wusste auch nicht, wie ich die Ausbildung überhaupt schaffen soll. Der andere Betreieb hat mir Honig ums Maul geschmiert, weil die wussten, dass die dann einen kostenlosen Azubi bekommen.

Danach haben die von der BaE wieder etwas im Hintergrund gesucht und weil ich schon jetzt Vorerfahrung im Bereich Möbel hatte, wurde ich als Verkäufer in einem Möbelhaus ausgebildet. Aber nur zum Verkäufer und nicht zum Einzelhandelskaufmann. Ich hätte auch nicht erwartet, dass das Möbelhaus mich fallen lässt und mich nur gefördert weiterausbildet. Darum muss ich sagen, hatte ich mir damals zu spät erst um etwas anderes beworben. Jetzt trage ich den Lebenslauf mit mir herum und werde fast nie zu Bewerbungsgesprächen eingeladen und wenn dann muss ich jedes mal erklären, weshalb ich nicht übernommen wurde und warum das nicht klappt. An der Berufsschule mit 1,0 kann es nicht liegen und ich vermute, die machen sich dann ihre eigene Theorie, was im Betrieb falsch gelaufen sein muss. Aber alles, was ich immer nur gehört habe, war, dass kein Geld da sei. Wahrscheinlich wollten die auch nur einen kostenlosen Auszubildenden und es ist natürlich besser den nächsten von der BaE zu nehmen, statt mich einzustellen. Betreibswirtschaftlich verstehe ich das.

Aktuell steht noch eine Bewerbung aus bei einem Möbelhaus, wo ich einen guten Eindruck habe, mit den Einschränkungne, dass ich wegen meiner Erfahrungen befürchte, dass es auch wieder nur um ein paar Kröten geht, die das Jobcenter in den ersten 2 Jahren dazu geben möchte. Aber ich habe mich dort als Kassierer beworben und die haben mich eingeladen und mir dann eigentlich genau das vorgeschlagen, was ich eigentlich Suche. Die würden es gerne mit mir versuchen und denken, dass die mich zum Abteilungsleiter in der Abteilung machen können, wo ich die meiste Erfahrung bisher habe. Das würde auf lange Sicht frei werden und als man meine Bewerbung gelesen hat, dachte man, dass ich dort besser als an der Kasse aufgehoben bin. Ich weiß, ich muss aufpassen, dass ich das nicht zu rosarot sehe, aber das ist tatsächlich der einzige Lichtschimmer am Horizont. Aber das wurde allles auf nach dem Lockdown verschoben.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 22. Februar 2021, 19:56:49
Einfach mal die Schreiben anonymisiert hier einstellen, sonst kann dir keiner wirklich helfen ... :zwinker:

Entschuldigung, dass habe ich zunächst übersehen.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Last Man Standing am 22. Februar 2021, 20:48:00
Mit dem Ziel Kaufmann im Einzelhandel kann man arbeiten.

Nach § 3 Abs. 2 SGB II ist vorrangig die Vermittlung in eine Ausbildung zu nutzen. Die bisherige Maßnahme ist als nachrangig gegenüber dem der Vermittlung in Ausbildung.

§ 3 Abs. 2 SGB II
Zitat
(2) Bei der Beantragung von Leistungen nach diesem Buch sollen unverzüglich Leistungen zur Eingliederung in Arbeit nach dem Ersten Abschnitt des Dritten Kapitels erbracht werden. Bei fehlendem Berufsabschluss sind insbesondere die Möglichkeiten zur Vermittlung in eine Ausbildung zu nutzen.

Die Tatsache, dass die evtl. Ausbildung im Möbelhaus wird aber nicht durch die Maßnahme verhindert. Ich würde daher dringend einen anderen Weg vorschlagen. Die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel kann man auch bei einem Maßnahmeträger in verkürzter Zeit abschließen. Bei der DAA z.B.. Die Finanzierung und die Klärung muss nicht über die Eingliederungsvereinbarung erfolgen, sondern kann auch gesondert beantragt werden. Ich habe gesehen, dass an vielen Standorten der nächste Kurs im März beginnt. Grundsätzlich besteht zwar auch die Möglichkeit mit Klärung nach später einzusteigen. Wenn dies aber für dich etwas ist, schau doch mal selbst ob in deiner Nähe z.B. die DAA so etwas anbietet. Alternativ kannst du aber auch hier Wohnort nennen oder mir bei IGM schicken, dann schaue ich mal wann bei dir in der Nähe offiziell wieder was startet. Die Umschulungsmaßnahme durch einen Maßnahmeträger kann man schneller erreichen. Der Stoff wird zwar intensiver und schneller durchgenommen und nur mit einem Praktikum erreichst du die praktische Erfahrung. Dennoch finde ich dass du dies eher in Betracht zeihen solltest bevor du immer wieder auf eine Ausbildung durch Bewerbung hoffst. Da eine solche Ausbildung Modular erfolgt ist dies auch trotz Corona zum Großteil zur Not zu Hause zu bewerkstelligen.

Wenn du dich dafür entschieden hast, kann man dir beim Antrag helfen. Du solltest dich aber schnell entscheiden, bevor die Eingliederungsvereinbarung als VA ergeht. So könnte man alles versuchen um dem VA zuvor zu kommen.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: The Witch am 22. Februar 2021, 21:15:13
Der TE hat offenbar eine abgeschlossene Ausbildung zum Verkäufer. Dass er diese nur als "halbe Ausbildung" betrachtet, ist sein Problem. Da ist nix mit "Vorrang von Ausbildung".
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 22. Februar 2021, 23:24:48
Der TE hat offenbar eine abgeschlossene Ausbildung zum Verkäufer. Dass er diese nur als "halbe Ausbildung" betrachtet, ist sein Problem. Da ist nix mit "Vorrang von Ausbildung".

Ich weiß, dass das rechtlich richtig ist. Ich betrachte es anders aus Gr+nden, aber das führt zu weit und würde mich nur sinnlos aufregen. Die Situation ist hoffnungslos, wenn kein Wunder passiert. Beim Vorstellungsgespräch wirft man mir dann vor, dass ich Abitur habe und sagt, dass man nicht versteht, warum man mit Abitur seine Ausbildung abbricht, wenn das Grundschulwissen nicht mehr ausreicht. Dann kann ich wieder erklären, wie das alles kommt und werde trotzdem nicht eingestellt. Die stellen scheinbar sogar lieber Quereinsteiger ein als Verkäufer mit Abitur.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: mali123 am 23. Februar 2021, 00:39:17
Der TE hat offenbar eine abgeschlossene Ausbildung zum Verkäufer. Dass er diese nur als "halbe Ausbildung" betrachtet, ist sein Problem. Da ist nix mit "Vorrang von Ausbildung".

Ich weiß, dass das rechtlich richtig ist. Ich betrachte es anders aus Gr+nden, aber das führt zu weit und würde mich nur sinnlos aufregen. Die Situation ist hoffnungslos, wenn kein Wunder passiert. Beim Vorstellungsgespräch wirft man mir dann vor, dass ich Abitur habe und sagt, dass man nicht versteht, warum man mit Abitur seine Ausbildung abbricht, wenn das Grundschulwissen nicht mehr ausreicht. Dann kann ich wieder erklären, wie das alles kommt und werde trotzdem nicht eingestellt. Die stellen scheinbar sogar lieber Quereinsteiger ein als Verkäufer mit Abitur.

leider ist das so, dass du mit abi auch die möglichkeit zu einem studium hast. das wissen die auch. deswegen wollen die dich nicht anlernen, also bleibst du arbeitslos. das ist leider so.

du hast noch die möglichkeit zu studieren, allerdings würde ich damit etwas warten. durch corona bleiben die unis dicht und das ist nicht gerade schön für das studium. außerdem gibt es jetzt schon zu viele akademiker.

du könntest z.b. zur post gehen zur überbrückung und dir schon mal gedanken machen, wie es mit dir weitergehen soll.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: RedChili am 23. Februar 2021, 11:13:16
Eins vorweg: Man lehnt eine EGV nicht von vornherein ab. Es ist immer sinnvoll eine Verhandlungsphase zu beginnen und somit den Abschluss der EGV bzw den Erlass eines VA hinauszuzögern. Außerdem steigen so die Chancen, dass die Verhandlungsphase von Seiten des SB abgebrochen wird und somit das Zustandekommen einer EGV nicht am Elo scheitert. ;)

Zusammengefasst ist deine Maßnahme beendet und du hast derzeit auch keine EGV. Ist das so richtig?

Dann würde ich die vorherige EGV auch nicht bestätigen oder den Vertrag unterzeichnen. Will der SB eine EGV mit dir abschließen, dann soll er dir einen entsprechenden Entwurf zukommen lassen, der die Erkenntnisse aus dem bisherigen Bezugszeitraum berücksichtigt. Denn dafür ist eine Fortschreibung einer EGV gedacht.
Des Weiteren hast du keine Maßnahmezuweisung und ich würde niemals einfach so einen Maßnahmevertrag unterschreiben. Auch die Zuweisung soll dir der SB per VA zukommen lassen, damit du ein Rechtsmitttel dagegen hast. Allerdings würde ich den SB jetzt auch nicht unbedingt drauf bringen.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 03. März 2021, 13:13:56
Hallo,

ich habe heute Post bekommen.

Ich habe bisher gar nichts unterschrieben.

Ich habe zwei Mal versucht meinen Sachbearbeiter zu erreichen. Allerdings ohne Erfolg und ichhabe nicht auf den Beantworter gesprochen. Das erste Mal habe ich vermutet keinen zu erreichen, weil ich zufällig weiß, dass die Sachbearbeiter im Wechsel Homeoffice machen und viel spricht dafür, dass mein Sachbearbeiter an geraden Kalendartagen im Büro ist. Weshalb es am geraden Tag nicht funktioniert hat, weiß ich nicht. Es ist in der Regel so, dass mein Sachbearbeiter nie abnimmt und ich ihn nur erreiche, wenn ich vorne anrufe und mich durchstellen lasse. Gut, wenn ich das richtig verstanden habe(RedChilli), sollte ich strategisch auch nicht zu viel Engagement zeigen, sondern lieber abwarten. Vielleicht ändert sich das mit der EV, die heute gekommen ist.

Was ich mache, ist, dass ich die Anrufe des Maßnahmeträgers dulde und die vereinbarten Bewerbungen auch schreibe. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich mich wirklich halbtags bewerben muss, aber gut, es ist besser als gar nichts, obwohl das dann selbstverständlich finanziell am Ende nicht reicht, um unabhängig über die Runden zu kommen. Das finde ich zumindest schade.

Im EV steht 15 Stunden Anwesenheitspflicht, was ich nicht sinnvoll finde. Meine Idee ist, dass ich vorschlage, dass wir das auf einen Tag in der Woche reduzieren. Eben der Tag an dem die Maßnahme plant mit mir im Einzelgespräch am PC Jobangebote zu suchen und eventuell den Briefkopf der Bewerbung ändert. Das, was heute prima telefonisch funktioniert und eigentlich überhaupt nicht notwendig wäre, aber gut.

Ich habe die Betreuerin von der Maßnahme noch einmal über das andere Angebot befragt, aber sie hat gesagt, dass sie davon ausgeht, dass der Sachbearbeiter das nicht möchte, weil es teurer würde. Daher habe ich mir die Alternative wie beschrieben überlegt, ob der darauf eingeht, weiß ich nicht.

Die Evaluierung der alten EV hat nicht stattgefunden und ich empfinde es alles als Chaos. Ich vermute, dass er auch irgendwo einen Fehler gemacht hat. Zum Beispiel, dass die Maßnahme Alltagskompetenz schon gebucht und bezahlt sein soll, laut Maßnahmeträger. Aber es liegt keine EV vor, die ich unterschrieben habe.

Liebe Grüße Benny
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: mali123 am 03. März 2021, 19:15:01
Du musst ihn einfach "ermüden". Dann gibt er auf.

Ich würde so vorgehen: Die EV einfach nach deinem Geschmack umschreiben. Und ihm dann vorlegen, dass er unterschreibt und dann Du.

Dann wird er vermutlich wieder umschreiben, dann du, dann er, dann du usw. Irgendwann wird er es einsehen....

Parallel würde ich ihn auch ein bisschen beschäftigen. Offenbar ist ihm langweilig. Sowas kommt schon mal beim Jobcenter vor.

Er ist dein Ansprechpartner und Du bist sein "Kunde". Ein Kunde darf ruhig auch mal fragen, nach z.B. Fortbildungen. Aber nimm nicht die

billigen, denn die bringen meist nix. Wenn er dazu nix sagt oder so, frag ruhig per e-mail nach.

Setz ihm ruhig auch mal Termine. Er ist ja dein Kundenberater. So hat er was zu tun und sein Tag geht schneller rum.

Natürlich entbindet dich das Ganze nicht davon sich zu bewerben! Das ist klar.

Und wenn das Alles noch nicht hilft, kannst Du gerne nach anderen Methoden fragen. Ich helfe Dir gerne. :-D



Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: RedChili am 03. März 2021, 20:11:50
Zitat von: mali123 am 03. März 2021, 19:15:01
Du musst ihn einfach "ermüden". Dann gibt er auf.
:lachen:

Zitat von: mali123 am 03. März 2021, 19:15:01
Ich würde so vorgehen: Die EV einfach nach deinem Geschmack umschreiben. Und ihm dann vorlegen, dass er unterschreibt und dann Du.
Dann wird er vermutlich wieder umschreiben, dann du, dann er, dann du usw. Irgendwann wird er es einsehen....
Ist kein ernsthafter Verhandlungswille mit dem Ziel "Abschluss einer EGV" ersichtlich, darf der SB den VA schneller erlassen als du hier weismachen willst.

Zitat von: mali123 am 03. März 2021, 19:15:01
Parallel würde ich ihn auch ein bisschen beschäftigen. Offenbar ist ihm langweilig. Sowas kommt schon mal beim Jobcenter vor.
Da wäre ich ganz vorsichtig, ob da nicht ganz ganz aus Versehen mal zum Ersten eines Monats keine Leistungen fließen. Damit wird der Elo dann ein bisschen beschäftigt. Offenbar ist ihm langweilig. Sowas kommt schon mal beim Jobcenter vor.

Zitat von: mali123 am 03. März 2021, 19:15:01
Setz ihm ruhig auch mal Termine. Er ist ja dein Kundenberater. So hat er was zu tun und sein Tag geht schneller rum.
:lachen:

Zitat von: mali123 am 03. März 2021, 19:15:01
Und wenn das Alles noch nicht hilft, kannst Du gerne nach anderen Methoden fragen. Ich helfe Dir gerne. :-D
Im eigenen Interesse sollte der TE das vermutlich lieber lassen, bevor es vor ganz anderen Problemen steht.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: mali123 am 03. März 2021, 20:59:15
Welche Probleme? Wovon schreibst Du?

Man wird doch wohl noch kommunizieren dürfen mit dem SB seines Vertrauens? Er ist doch dazu da um zu helfen? Oder?

Er kann ihm außerdem gar nicht die Leistung versagen, wenn der TE sich nachweislich regelkonform verhält. Also wo ist das Problem?

Ich schrieb doch bereits, dass er sich zu bewerben hat. Unabhängig davon was der SB macht.

Wenn er doch die Leistung einstellt, dann kann der TE auf Kosten des JC zum Amtsgericht gehen und einen Beratungsschein holen

und einen Eilantrag einreichen über einen Anwalt, den das JC bezahlt. Ich würde einen teuren dazu empfehlen. Wir sind doch ein reiches Land.

Da dürfte das doch kein Problem darstellen? Oder? :scratch:

Dann kann er auch noch Beschwerde gegen den SB einreichen. Außerdem sind Kürzungen bis max 30 Prozent möglich.

Alles Andere ist nicht zulässig.

Ich z.B. komme super mit meinem SB klar. Er ist aber auch nicht falsch "übermotiviert".
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 03. März 2021, 23:22:58
Ähm. Ich will keinen Unrecht tun, aber können wir bitte etwas ernsthafter bleiben?

Ich mache auch gerne mal einen Witz. Alles kein Problem. Ich hatte gegen 19:30 noch Verpflichtungen im Ehrenamt und habe deswegen nur noch den Beitrag von mali gelesen und konnte deswegen nicht mehr antworten. Spontan hatte ich die Szenen von TBBT vor Augen wie alle für Sheldon Sarkasmus Plakate hoch halten. Ich bin deswegen auch davon ausgegangen, dass das so gemeint ist. Wenn das jetzt verteidigt wird, bin ich mir leider nicht mehr sicher, was ich denken soll. Ich fühle mich nicht unbedingt ernst genommen.

Ich weiß nicht, wie ich das sagen soll. Ich will nicht den Eindruck erwecken undankbar zu sein oder das nicht zu schätzen zu wissen. Vielleicht hast du das nur auf deine Art formuliert und ich kann das nicht richtig einordnen. Aber so wie es formuliert ist, finde ich es nicht vertrauensvoll und es entstehen Zweifel, ob man das ernstnehmen kann. Ich habe sowieso keine Ahnung und dann fühle ich mich damit einfach unwohl. Man kann doch Dinge auch anders sagen, damit sie seriöser wirken. Ich denke auch, dass man verstehen kann, was ich damit meine. Ich hoffe ehrlich keinen vor den Kopf gestoßen zu haben.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: mali123 am 03. März 2021, 23:57:12
Bei mir lief es tatsächlich so ab. Du bist nicht der einzige "Kunde" des Jobcenters. Ja, die Arbeitslosen werden dort "Kunde" genannt.

Ich habe die EGV umgeschrieben, bis sie passend war für mich. Das ging so 3 mal, dann war Ruhe und er hat aufgegeben.

Du musst bedenken, dass eine EGV ein Vertrag darstellt und da kann jeder seine Einlassungen vortragen. Das ist keine Einbahnstrasse.

Fairer Weise muss ich auch schreiben, dass die EGV als Verwaltungsakt erlassen werden kann, also ohne Dich.

Da kannst Du dann dagegen klagen vor dem SG. Keine Panik. Es wird oft gegen das Jobcenter geklagt. Habe ich auch schon und gewonnen.

Übrigens fördern die nur max. eine gewisse Anzahl an Bewerbungen/Jahr. Wenn Du die erreichst können die gem. dem Grundsatz "fordern und fördern" auch nix mehr fordern, weil sie dich nicht fördern.

Vielleicht können die auch mehr fördern? Das wäre mir aber neu.

Was möchtest du noch wissen?
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: BigMama am 04. März 2021, 07:32:19
@Benny74

Du solltest die Beiträge von mali123 nicht wirklich ernstnehmen. Manchmal geht ihr Geltungsbedürfnis so mit ihr durch und  sie dreht so hoch, dass dich die Umsetzung ihres Schwachfugs in Teufels Küche bringen könnte.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: mali123 am 04. März 2021, 11:34:09
@Benny74

Du solltest die Beiträge von mali123 nicht wirklich ernstnehmen. Manchmal geht ihr Geltungsbedürfnis so mit ihr durch und  sie dreht so hoch, dass dich die Umsetzung ihres Schwachfugs in Teufels Küche bringen könnte.

ich schreibe nur wie es bei mir geklappt hat. nicht mehr nicht weniger.

überleg mal: der jc mitarbeiter hat ja mehrere kunden zu betreuen, wenn alle so sind, dann wird er es schwer haben nachzukommen. er muss telefonieren, e-mails, akten bearbeiten, mit den kollegen sich austauschen usw......

das dauert und dauert.

wenn benny nun was extra will, was wie ich finde auch sein gutes recht ist, denn er ist ja kunde und kunde ist könig, dann wird es für den jc-mitarbeiter schwer.

wenn dann benny2 oder benny3 oder so auch noch kommt.

auf der anderen seite ist das auch gut für den jc mitarbeiter, weil er dann ja neue kollegen kriegen kann die ihm helfen und schon ist mehr arbeit für jeden da.  :grins:

es kann ja auch nicht die schuld des jc-mitarbeiters sein, dass nur er alles schaffen muss.

das ist so wie z.b. bei den supermärkten, wenn man z.b. als kunde eine banane beim brot ablegt. dann muss die auch da weggeräumt werden, also muss das jemand machen für den kunden.

und die arme frau kann ja nicht einräumen, kassieren, inventur und auch noch mit dem kleinen bobby im ohr rumhantieren und ware bestellen etc.

gut wäre auch für sie ein kollege, der mitanpackt.

edit:

ich komme mit meinem jc-mitarbeiter super klar. er drangsaliert mich nicht.

er ist auch nicht falsch "übermotiviert". das ist wohl der grund.


ich verweise auf meinen anderne faden mit dem "schatten und dem licht" :clever:
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: RedChili am 05. März 2021, 08:39:22
BTT:

Das größte Problem an der EGV ist der Punkt, dass die EGV mit deiner Unterschrift rückwirkend wirksam wird und du somit den Maßnahmebeginn zum 20.02. schon mal verpasst hättest, was in einer Sanktion wegen Nichtantritt der Maßnahme münden kann.
Das allein ist schon ein Grund, diese EGV nicht zu unterschreiben, sondern den Maßnahmebeginn auf den Tag der Unterschrift setzen, sofern du überhaupt weiter an der Maßnahme teilnehmen willst. Andernfalls würde ich mir vom SB erstmal erklären lassen, inwiefern diese Maßnahme nützlich ist.

Zu Punkt 3.2:
Es gibt keine Notwendigkeit, sich irgendwo telefonisch zu melden. Des Weiteren erkennst du mit Unterschrift unter der EGV bereits eine dir unbekannte Hausordnung an, auch wenn diese bei Maßnahmebeginn noch besprochen werden soll.
Wobei ich mich auch frage, inwiefern eine Hausordnung "besprochen" wird. Die legt im Regelfall der MT fest und damit fertig.

Auch der erste Absatz auf Seite 3 wäre mir persönlich zu umfassend und auch zu allgemein formuliert.

Du sollst weiter dem MT und dem JC eine AUB vorlegen. Du hast aber im Normalfall nur einen Durchschlag für den Arbeitgeber und dieser ist für das JC bestimmt. Müsstest du jetzt Kopien der AUB machen, ginge das wieder auf deine Kappe. Der Regelfall ist es auch, dass dem MT die Krankschreibung mitgeteilt wird und die AUB geht ans JC. Allein aus Nachweisgründen, wenn es mal wieder um eine Sanktion geht.

Insgesamt erkenne ich bei der EGV auch überhaupt nicht, welche Pflichten das JC überhaupt hat und was das JC tut, damit du wieder in eine Tätigkeit eingegliedert werden kannst. Damit läge eigentlich auch keine EGV vor, sondern eine Zuweisung in eine Maßnahme.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Last Man Standing am 05. März 2021, 10:36:27
ich frage mich eh wie eine auf den 23.02. datierte EinV bereits drei Tage vorher wirksam sein soll.

Ich finde die Beschreibung der aktuellen Situation bedenklich, da mit der Unterschrift auch dieser Beschreibung zugestimmt wird. Habe ich in der Form aber auch noch nie gesehen.
Auch die Aufgabe sich bei persönlichen Anliegen nur an den Maßnahmeträger zu wenden, halte ich für bedenklich. Leist sich ja so, dass wenn man sich in der Zeit doch an seinen Vermittler wendet es eine Sanktion hagelt.



Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: RedChili am 05. März 2021, 10:48:26
ich frage mich eh wie eine auf den 23.02. datierte EinV bereits drei Tage vorher wirksam sein soll.
Weil es sich um eine EGV und nicht um einen EGV-VA handelt, ist das möglich.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Orakel am 05. März 2021, 11:08:08
ich frage mich eh wie eine auf den 23.02. datierte EinV bereits drei Tage vorher wirksam sein soll.

Die Antwort findest du in §§ 130, 445 ff BGB ...

Kurzfassung hier: Die EinV wird wirksam unter dem Datum der zweiten Unterschrift.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: mali123 am 05. März 2021, 11:20:27
ich frage mich eh wie eine auf den 23.02. datierte EinV bereits drei Tage vorher wirksam sein soll.

Die Antwort findest du in §§ 130, 445 ff BGB ...

Kurzfassung hier: Die EinV wird wirksam unter dem Datum der zweiten Unterschrift.

macht sinn dieses mal
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: RedChili am 05. März 2021, 11:50:30
Zitat von: mali123 am 05. März 2021, 11:20:27
macht sinn dieses mal
Und wieder mal wird deutlich, wer nur stänkern und nachtreten will, aber inhaltlich nichts beizutragen hat.
Halt dich doch einfach mal raus, wenn du die Versuche, auf das Thema zurückzukommen ohnehin nur torpedieren willst.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: mali123 am 05. März 2021, 12:53:47
Zitat von: mali123 am 05. März 2021, 11:20:27
macht sinn dieses mal
Und wieder mal wird deutlich, wer nur stänkern und nachtreten will, aber inhaltlich nichts beizutragen hat.
Halt dich doch einfach mal raus, wenn du die Versuche, auf das Thema zurückzukommen ohnehin nur torpedieren willst.

das ist nicht ganz richtig, denn ich habe ihm schon einen tipp gegeben. somit habe ich sehr wohl etwas dazu beigetragen.
oder?  :teuflisch:
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Gast50028 am 05. März 2021, 13:30:24
Zitat von: mali123 am 05. März 2021, 11:20:27
Die Antwort findest du in §§ 130, 445 ff BGB ...

Komme ich nicht mit.
§ 445 BGB regelt die Haftungsbegrenzung bei öffentlichen Versteigerungen
§ 130 BGB ist Wirksamwerden der Willenserklärung gegenüber Abwesenden
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Orakel am 05. März 2021, 14:09:51
Sorry, Tippfehler ... richtig §§ 145 ff BGB ...
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 13. März 2021, 00:58:10
Ich fühle m ich heute wieder etwas besser, das in Angriff zu nehmen. Ich wollte eigentlich folgende Sachen wissen.

1. Was muss oder kann ich tun, wenn ich das nicht unterschreiben möchte und verhindern möchte, dass es ohne weiteres in eine EGV als VA umgewandelt wird.

2. Ich traue mir nicht zu das in Amtsdeutsch umzuformulieren und eine komplette EGV zu schreiben. Ist das überhaupt nötig? Im Prinzip stelle ich mir vor, dass ich dem SB meine Wünsche erkläre und der das dann umformuliert und ich eventuell noch jemand drüber gucken lasse, ob das was da steht tatsächlich dem besprochenen entspricht. Ich muss dazu sagen, dass ich mir unsicher darüber bin, ob der SB dazu bereit ist, da wir schon vor dieser EGV eine Stunde telefoniert haben und die EGV nicht dem entspricht, was wir besprochen haben. (Besprochen war eine andere Maßnahme (Intensives Bewerbungstraining) vom gleichen Maßnahmenträger.)

3. Wie dramatisch ist es, wenn das eine EGV VA würde? So wie es scheint ist der SB egal, was ich vorschlage dagegen die EGV anzupassen. Das einzige "Zugeständnis", dass er macht ist, dass er nicht vorhat zu überprüfen, ob der Maßnahmeträger das wortwörtlich umsetzt und ich soll mit denen eine lockerer Umsetzung vereinbaren und sie könnten ihm deswegen auch anrufen und er würde das dulden. Aber so hat er mich auch schon um die Fahrtkosten eines Termins geprellt, weil er angeblich kein Formular im Büro hatte. Erst mal muss ich den Maßnahmeträger davon überzeugen ihn überhaupt anzurifen, dann muss der Maßnahmeträger ihn erreichen und dann weiß er wieder von nichts. Dann heißt es wieder, dass das doch alles dort steht. Kann mir mehr passieren als, dass das, was da aktuell steht, wird umgesetzt? (Ich habe keine rebellische Veranlagung und kein Selbstbewusstsein. Ich würde das normalerweise hinnehmen und ertragen. Ich arbeite in der Psychotherapie auch an meinem Selbstbewusstsein. Das hat bei mir zumindest das Bewusstsein erschaffen, dass das für mich ein Punkt ist, an dem ich meine Grenzen überschritten fühle. Daher würde ich sogar gerne bei geringen Erfolgsaussichten versuchen zu wehren, wenn ich dadurch kein großes Risiko eingehe. Dann wäre das eine gute Gelegenheit Erfahrungen zu sammeln.)

4. Wie groß sind voraussichtlich die Chancen, dass ein Gericht überhaupt meiner Argumentation folgt, dass ich keine Maßnahme benötige, dessen vorrangiges Ziel es ist zu überwachen, ob ich morgens früh aufstehe und pünktlich zur Maßnahme erscheine. Wir gucken dort Fernsehen und lösen freitags und manchmal auch montags Kreuzworträtsel. Einmal in der Woche wird man aus dem Programm für ungefähr eine Stunde herausgeholt und sucht mit jemanden im Internet offene Stellen, auf die man sich dann zuhause bewirbt. Ich finde das demütigend und schikanierend. Gut, ich kann verstehen, dass manche sagen, dass sie das gut und richtig finden, weil sie 40 Stunden in der Woche arbeiten und das auch nicht angenehm ist. Ich weiß aber nicht, ob die Gesetze es zulassen, dass das Ziel der Maßnahme die Sanktionierung von Arbeitslosigkeit ist. Ich neige wegen meiner Erfahrung dazu, dass genau das vorgesehen ist. Aber hört oft, dass es eigentlich anders sein sollte und die Grundidee anders ist. Wie kann ich eventuell nachweisen, dass ich keine Probleme damit habe meinen Alltag zu bewältigen und ohne Maßnahme nicht verwahrlose? Ich glaube, gehölrt zu haben, dass da so etwas verlangt werden könnte.

5. Mein SB sagt oft floskelhaft. Ja, es ist sinnlos, aber ich kann Ihnen nichts anderes anbieten und deswegen müssen Sie das machen, bis ich eine Alternative habe. Ich finde die Argumentation stinkt. Wenn er nichts sinnvolles hat, kann er mir nichts anbieten. Aber warum sollte er Steuermittel für etwas Sinnloses aus dem Fenster werfen? Ich weiß das ist auch wieder eine Glaubensfrage. Manche Steuerzahler wird das aufregen. Andere würden sich mehr darüber aufregen, wenn ich deswegen nicht gepiesackt würde. Ich kenne die Gesetzeslage nicht. Angenommen er wäre ungeschickt genug das vor Gericht zu sagen. Wie ist die Gesetzeslage? Ist das ein ausreichender Grund?

Politische Fragen lassen wir bitte außen vor, weil das passiert schon immer, wenn ich privat mich jemand anvertraue, dass ich mir deren politischen Standpunkte anhören soll. Mich interessiert nur, was tatsächlich aktuell Gesetz ist. Neutral davon wie man das findet.

Bitte auch keine Vorschläge mehr, wie meinem SB einen guten Zahnarzt zu empfehlen. Dafür fehlt mir definitiv der Mut. Was nicht heißen soll, dass damit noch ie jemand Erfolg hatte.

Unterschrieben ist es noch nicht. Es ist auch noch nichts weiteres dazu gekommen. Die Telefonate am Dienstag nehme ich vorerst noch hin. Mein Plan ist, dass ich mich möglichst bald darum bemühe, dass eine EGV ausgearbeitet wird, die ich unterschreiben könnte, weil ich dahinterstehe. So lange wie noch niemand etwas von mir verlangt, was ich absolut nicht machen möchte, folge ich zunächst. Wenn ich dann wieder eine Einladung zum regelmäßigen Fernsehen bekomme, habe ich vor dem nicht zu folgen. Allerdings gehe ich davon aus, dass ich in der Zwischenzeit noch mindestens einen Versuch starten sollte, dass da ein Kompromiss zustande kommt, sonst wird mir das bestimmt nicht positiv ausgelegt.

Liebe Grüße Benny

Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 11. Mai 2021, 09:41:19
Hallo,

ich wollte nur kurz sagen, was bisher passiert ist.

Ich ignoriere die Anrufe des Maßnahmeträgers weitesgehend. Jeden Dienstag etwa 3 Stück zwischen 8 und 9. Außer heute war mal wieder eine neue Handynummer dabei und ich erwarte auch Anrufe von Bewerbungen, deshalb bin ich kurz dran gegangen, habe das Gespräch dann aber unter einem Vorwand beendet.

Man wollte mit mir darüber sprechen, weshalb ich so schwer zu erreichen bin.

Meine Vermutung ist, dass das jetzt der Auslöser dafür war, dass die Maßnahme eine Abmahnung schreibt. Muss man darauf reagieren? Wahrscheinlich sollte man darauf reagieren, aber ich weiß noch nicht, was nötig ist. Wahrscheinlich eine Erklärung, dass man nicht versteht, was das soll.

Aber es gibt weiterhin keine Eingliedrungsvereinbarung, keinen Vertrag mit der Maßnahme und noch keinen Verwaltungsakt.

Ich weiß daher eigentlich nicht, was mir passieren kann, außer einem Verwaltungsakt. Ob ich den dann erfolgreich widersprochen bekomme, muss ich schauen. Ich konnte noch keine Urteile finden, die meiner Situation entsprechen, wo das Gericht widersprochen hätte, dass eine Maßnahme nötig ist, wenn sie nichts anderes macht, als sicher zu stellen, dass man morgens aufsteht. Ich kenne nur ein Urteil, wo eine Alleinerziehende argumentieren konnte, dass man mit Kind automatisch einen geregelten Tagesablauf hat. Ein anderer Fall war jemand glaube ich genügend aktiv im Ehrenamt.

Ich denke mir gerade, dass ich vielleicht noch anders hätte versuchen sollen mich heute am Telefon zu erklären. Echt schade, dass ich mit einer entgegenkommenderen Lüge, wahrscheinlich noch etwas mehr Zeit gewonnen hätte. Aber jetzt müssten sie eigentlich wissen, dass die Strategie mir gut zu reden zu wollen, nicht aufgehen kann. Ich hätte mich wahrscheinlich entschuldigen sollen, dass ich eine neue Nummer habe und dann zufällig vergessen sollen die Nummer mitzuteilen. Das hätte die noch einen Monat beschäftigt.

Liebe Grüße Benny
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Felix am 11. Mai 2021, 14:03:08
Hallo Benny,

 - besteht momentan eine aktuell gültige EgV, von wann bis wann ist die letzte gültige EgV gültig?
 - Hast Du für die Maßnahme eine Maßnahmenzuweisung bekommen, von wann ist diese und darf man diese mal sehen bitte?

LG Felix
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Hary am 11. Mai 2021, 18:25:47
Das Problem bei der EgV ist ja das du diese im Zweifel einfach als Verwaltungsakt bekommst und diese dann erst einmal gilt. Einziger Unterschied du könntest die im Verwaltungsakt geschaffene EgV juristisch angreifen. Ob das praktisch ist weiß ich nicht.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 12. Mai 2021, 09:26:57
Die letzte gültige und von mir unterschriebene EGV müsste am Fr.19./Sa.20./So.21.Februar ausgelaufen sein. Das habe ich jetzt mal der Einfachheit halber dem Thread Anfang entnommen. Was genau drin steht, müsste ich noch mal nach gucken. Aber es würde am Ende immer auf das Gleiche hinaus laufen, weil die Maßnahme von Mo. - Fr. geht.

Im Anhang ist die von mir nicht unterschriebene EGV. Er hat mich eine Stunde lang am Telefon zu getextet und ist auf meine Einwände gar nicht eingegangen. Ich habe sie abgeheftet und abgewartet und bisher hat sich noch keiner danach erkundigt.
(Hier https://hartz.info/index.php?topic=124773.msg1460358#msg1460358 )

Die andere Datei im Anhang ist ein Schreiben vom Maßnahmenträger und ich vermute, dass das eine Maßnahmenzuweisung ist. Falls das nicht stimmt, habe ich nichts weiteres erhalten und dann habe ich keine Maßnahmenzuweisung. Das haben sie auch nicht unterschrieben zurückbekommen, sondern das habe ich auch abgeheftet und es hat noch keiner vermisst.
(Hier https://hartz.info/index.php?topic=124773.msg1458055#msg1458055 )

Liebe Grüße Benny

PS: Es erneut anzuhängen war insgesamt zu groß, aber das ist auch eigentlich unnötig, weil es schon im Thread versteckt ist. Ich habe die Beitrage verlinkt.
Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Felix am 12. Mai 2021, 11:56:22
Also besteht aktuell keine gültige EgV und keine Maßnahmenzuweisung (diese ist ein Verwaltungsakt).
In der kursierenden EgV (von Dir nicht unterschrieben) geht er auf deine Gegenvorschläge nicht ein, möchte aber dass Du die Maßnahme im vollen Umfang weiter besuchst.


Hast Du die Möglichkeit mit seinem Teamleiter die Sache zu besprechen?
Du brauchst für einen Widerspruch die VAs.
Ändere schriftlich die EgV wie Du sie als Sinnvoll erachtest und schicke sie dem SB.
Mal sehen wie er reagiert, mündlich kann man viel ablehnen doch auch er ist an Gesetze gebunden.

Titel: Re: Eingliederungsvereinbarung richtig ablehnen
Beitrag von: Benny74 am 09. Juni 2021, 16:39:19
Hallo nur ein kurzes Update: Ich habe heute ein Schreiben bekommen, dass wegen permanenter Weigerung meine Maßnahme in Absprache mit dem Jobcenter vorzeitig beendet wurde. Mein letzter offizieller Tag war jetzt am Montag dem 7.6.21. In der Teilnahmeurkunde ist noch ein Tippfehler, aber ich weiß so oder so nicht, welcher Arbeitgeber die in den Bewerbungsunterlagen haben möchte. Ich habe eigentlich nicht vor mich darum zu kümmern. Ich weiß nicht wie Arbeitgeber das sehen, aber meiner Meinung nach kann ein Bewerber froh sein, wenn ihm daraus keine Nachteile entstehen.