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Autor Thema: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben  (Gelesen 1451 mal)

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Online Meph1977

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #15 am: 10. Juni 2021, 16:02:00 »
Absagen zu bewerbungen enthalten keinerlei Leistungsrelevante Daten daher ist die Anforderung derselben rechtswidrig.

Es ist alleine entscheidend ob man sich beworben hat und nicht ob der AG darauf geantwortet hat. Das gilt auch beim VV. Auserdem ist nach meinem jetzigen Kenntnisstand die EGV noch nicht unterschrieben
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Online Fylou

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #16 am: 10. Juni 2021, 16:05:55 »
Also Absagen die ich bekomme habe waren alle nach dem Schema "vielen Dank für ihre Bewerbung vom XY". Alleine das ist im Zweifel ein Nachweis, dass man sich beworben hat. Und was da drin stehen sollte was jetzt unbedingt vor dem Jc verheimlicht werden sollte...  :weisnich: Dass man sich beworben hat ist dem Jc bekannt, dass es eine Absage gab auch.

Aber klar, man kann sich auch quer stellen und das wochenlang mit dem Jc ausdiskutieren.
Wer schlau ist kann sich dumm stellen. Andersrum geht das nicht.

Offline NevAda

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #17 am: 10. Juni 2021, 16:25:06 »
Dort steht drinnen, dass ich ANSCHREIBEN + ABSAGEN + Nachweisliste vorlegen soll.
Die EinV ist doch nicht unterschrieben, oder? Also gilt sie natürlich auch nicht. Ist die Verhandlung schon abgeschlossen? Offensichtlich nicht. Dann verhandle doch weiter. Aber doch nicht mit falschen Behauptungen... Sag/schreib doch einfach, was Du willst. Zu sagen, es würde gegen irgendwas verstoßen (eine VO, die Du nicht kennst oder das Postgeheimnis...), macht Dich nicht glaubwürdig/ernst zu nehmen. Wenn Du in Deiner Sprache mit Deinen Worten sagst, was Du willst, wirkt das ganz anders - als wenn Du offensichtlich kopiert und viel zu hochgestochen Zeugs zitierst, dass Du weder gelesen noch verstanden hast...
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Gast50213

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #18 am: 10. Juni 2021, 19:39:32 »
Das Jobcenter kann doch sowieso jede Firma anrufen, wo man sich bewarb und dort nach der Bewerbung fragen. Wenn diese es nicht mehr gibt, dann kann das Jobcenter sich zumindest die Auskunft holen, wie die Bewerbung allgemein dort ankam.

Die wollen sich nur mal wieder keine Arbeit machen. Dann würde ich auch die Kosten für Ausdrucke und Kopien in die EGV setzen lassen, wenn nicht, halt Widerspruch einlegen. Kann ja echt nicht sein, dass sowas gemacht wird???

Gibt es dazu irgendwo einen rechtlichen Hinweis in Form eines Faltblattes, Gesetz oder sonst irgendwas? Nein, wüsste ich jetzt nicht, aber ihr könnt mich hier gerne berichtigen, bin dafür nicht böse, ganz im Gegenteil, ich lerne gerne etwas dazu.

« Letzte Änderung: 10. Juni 2021, 19:57:15 von Gast50213 »

Online Meph1977

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #19 am: 10. Juni 2021, 19:56:38 »
Auch das Anschreiben wird nicht wirklich benötigt für die Bewerbungen. Ne Liste reicht.
Seid vorsichtig was ihr dem JC erzählt. Die machen aus nem französischen Rotwein eine rothaarige Französin und drehen euch noch eine BG mit der Französin an.

Gast50213

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #20 am: 10. Juni 2021, 20:05:27 »
Das Ding ist, wir sollen über Jahre hinweg alles aufbewahren, selbst wenn man zwischendurch Arbeit fand, aber gleichzeitig verlangt das Jobcenter ne kleine Wohnung für eine Zusicherung. Wo soll ich das alles aufbewahren? Dann müssen mir die auch USB-Sticks bezahlen.

Online AlterGaul

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #21 am: 10. Juni 2021, 20:16:59 »
Dann müssen mir die auch USB-Sticks bezahlen.
Ich denke die fünf Euro für einen USB Stick wirst du doch wohl über haben und sollten im Regelsatz drin sein. Oftmals gibt es von Firmen USB Sticks als Werbegeschenke.
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Offline Halme

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #22 am: 10. Juni 2021, 22:30:16 »
Dort steht drinnen, dass ich ANSCHREIBEN + ABSAGEN + Nachweisliste vorlegen soll.
Die EinV ist doch nicht unterschrieben, oder? Also gilt sie natürlich auch nicht. Ist die Verhandlung schon abgeschlossen? Offensichtlich nicht. Dann verhandle doch weiter. Aber doch nicht mit falschen Behauptungen... Sag/schreib doch einfach, was Du willst. Zu sagen, es würde gegen irgendwas verstoßen (eine VO, die Du nicht kennst oder das Postgeheimnis...), macht Dich nicht glaubwürdig/ernst zu nehmen. Wenn Du in Deiner Sprache mit Deinen Worten sagst, was Du willst, wirkt das ganz anders - als wenn Du offensichtlich kopiert und viel zu hochgestochen Zeugs zitierst, dass Du weder gelesen noch verstanden hast...

Hatte ich aus einem anderen Thread mit gleicher Frage entnommen. Und da wird die DSGVO im Zusammenhang erwähnt. Alles andere von dir sind deine Mutmaßungen, ich habe nie was vom Postgeheimnis erwähnt. Natürlich habe ich es meinen Worten erfasst und ihm meine Probleme damit erklärt. Auch das Druckerproblem. Er ist aber im Recht, die Rechtsabteilung bestätigt es auch. Also sinnlos, da lange drüber mit ihm zu diskutieren. Wenn er nicht will, dann muss er es aufgrund der Rechtsgrundlage auch nicht.

GENERELL werde ich IMMER gegen das JC schießen, sofern was nicht stimmt oder stimmen könnte, aber nicht zu Unrecht. Und meine Kraft und Geduldsfaden sind so dermaßen hoch, da könnte ich noch die nächsten 30 Jahre gegen die angehen. Die haben mich bei meiner ersten unverschuldeten Arbeitslosigkeit fast 5 Monate hängen lassen, falsche Behauptungen aufgestellt und nichts ausgezahlt. Ich musste im Dorf wie der letzte Depp betteln gehen, um überhaupt Leben zu können und konnte meine Miete nicht bezahlen. Einige von euch hatten mich hier unterstützt. Bis ich dann ein riesiges Verfahren mit etlichen Zeugen vor dem Sozialgericht gewonnen habe und selbst die Richterin dem Anwalt eine mächtige Standpauke gehalten hat.

Absagen zu bewerbungen enthalten keinerlei Leistungsrelevante Daten daher ist die Anforderung derselben rechtswidrig.

Es ist alleine entscheidend ob man sich beworben hat und nicht ob der AG darauf geantwortet hat. Das gilt auch beim VV. Auserdem ist nach meinem jetzigen Kenntnisstand die EGV noch nicht unterschrieben

Wie es aussieht, ist es nicht rechtswidrig. Der SB verhält sich rein rechtlich korrekt.
« Letzte Änderung: 10. Juni 2021, 22:46:57 von Halme »

Offline oldhoefi

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #23 am: 11. Juni 2021, 00:33:51 »
@Halme,

bei der EinV-Vertrag (Querverweis im Eingangsbeitrag) würde ich ganz anders ansetzen.

Zitat
Es unterstützt Ihre Bewerbungsaktivitäten durch Übernahme von angemessenen nachgewiesenen Kosten für schriftliche Bewerbungen nach Maßgabe des § 16 Abs. 1 SGB II i. V. m. § 44 SGB III.
Das ist keine konkretisierte Kostenübernahme, auch ist "angemessen" ein unbestimmter Begriff, also insgesamt nur Wischi Waschi. Dem Deine Pflicht mit 4 Bewerbungsbemühungen/Monat gegen über steht.

Zitat
Die Eingliederungsvereinbarung [...] ist jedenfalls deshalb insgesamt nichtig iS des § 58 Abs. 3 SGB X, weil sich der Beklagte entgegen dem sog. Koppelungsverbot nach § 58 Abs. 2 Nr. 4 SGB X vom Kläger eine unzulässige Gegenleistung iS des § 55 SGB X hat versprechen lassen. Die sanktionsbewehrte Obliegenheit des Klägers zu den in der Eingliederungsvereinbarung bestimmten Bewerbungsbemühungen ist iS des § 55 Abs. 1 Satz 2 SGB X unangemessen im Verhältnis zu den vom Beklagten insoweit übernommenen Leistungsverpflichtungen. Denn die Eingliederungsvereinbarung sieht keine Regelung zu individuellen, konkreten und verbindlichen Unterstützungsleistungen für die in ihr bestimmten individuellen, konkreten und verbindlichen Bewerbungsbemühungen des Klägers vor; insbesondere zur Übernahme von Bewerbungskosten enthält die Eingliederungsvereinbarung keine ausdrückliche Regelung.
Teil-Zitat entnommen aus BSG Urteil vom 23.06.2016 - B 14 AS 30/15 R
"Kaum wird es schwierig, zweifeln viele Deutsche am ganzen System."

Giovanni di Lorenzo (deutsch-italienischer Journalist *1959)

Online Meph1977

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #24 am: 11. Juni 2021, 00:40:50 »
Absagen zu bewerbungen enthalten keinerlei Leistungsrelevante Daten daher ist die Anforderung derselben rechtswidrig.

Es ist alleine entscheidend ob man sich beworben hat und nicht ob der AG darauf geantwortet hat. Das gilt auch beim VV. Auserdem ist nach meinem jetzigen Kenntnisstand die EGV noch nicht unterschrieben

Wie es aussieht, ist es nicht rechtswidrig. Der SB verhält sich rein rechtlich korrekt.

Doch es ist rechtswidrig. Das Jobcenter darf nur Leistungserhebliche Daten erheben. Oder um es mal anders auszudrücken. Wenn ich Streit mit meinem Nachbarn habe frage ich nicht dessen Anwalt (Rechtsabteilung des Jobcenters) um Rat. Ansonsten passt was Oldhoefi geschrieben hat. So genau hatte ich mir die EGV nicht angeguckt.
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Offline NevAda

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #25 am: 11. Juni 2021, 06:52:02 »
Zitat von: Meph1977 am 11. Juni 2021, 00:40:50
Das Jobcenter darf nur
Aber hier geht es doch um eine zusätzliche Vereinbarung, der beide Parteien zugestimmt haben (werden).
Wir sind hier nicht bei Wünschdirwas sondern bei ISSO.

Offline Halme

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #26 am: 12. Juni 2021, 20:57:35 »
@Halme,

bei der EinV-Vertrag (Querverweis im Eingangsbeitrag) würde ich ganz anders ansetzen.

Zitat
Es unterstützt Ihre Bewerbungsaktivitäten durch Übernahme von angemessenen nachgewiesenen Kosten für schriftliche Bewerbungen nach Maßgabe des § 16 Abs. 1 SGB II i. V. m. § 44 SGB III.
Das ist keine konkretisierte Kostenübernahme, auch ist "angemessen" ein unbestimmter Begriff, also insgesamt nur Wischi Waschi. Dem Deine Pflicht mit 4 Bewerbungsbemühungen/Monat gegen über steht.

Zitat
Die Eingliederungsvereinbarung [...] ist jedenfalls deshalb insgesamt nichtig iS des § 58 Abs. 3 SGB X, weil sich der Beklagte entgegen dem sog. Koppelungsverbot nach § 58 Abs. 2 Nr. 4 SGB X vom Kläger eine unzulässige Gegenleistung iS des § 55 SGB X hat versprechen lassen. Die sanktionsbewehrte Obliegenheit des Klägers zu den in der Eingliederungsvereinbarung bestimmten Bewerbungsbemühungen ist iS des § 55 Abs. 1 Satz 2 SGB X unangemessen im Verhältnis zu den vom Beklagten insoweit übernommenen Leistungsverpflichtungen. Denn die Eingliederungsvereinbarung sieht keine Regelung zu individuellen, konkreten und verbindlichen Unterstützungsleistungen für die in ihr bestimmten individuellen, konkreten und verbindlichen Bewerbungsbemühungen des Klägers vor; insbesondere zur Übernahme von Bewerbungskosten enthält die Eingliederungsvereinbarung keine ausdrückliche Regelung.
Teil-Zitat entnommen aus BSG Urteil vom 23.06.2016 - B 14 AS 30/15 R

Ein riesiges Dankeschön an dich :flag:

Absagen zu bewerbungen enthalten keinerlei Leistungsrelevante Daten daher ist die Anforderung derselben rechtswidrig.

Es ist alleine entscheidend ob man sich beworben hat und nicht ob der AG darauf geantwortet hat. Das gilt auch beim VV. Auserdem ist nach meinem jetzigen Kenntnisstand die EGV noch nicht unterschrieben

Wie es aussieht, ist es nicht rechtswidrig. Der SB verhält sich rein rechtlich korrekt.

Doch es ist rechtswidrig. Das Jobcenter darf nur Leistungserhebliche Daten erheben. Oder um es mal anders auszudrücken. Wenn ich Streit mit meinem Nachbarn habe frage ich nicht dessen Anwalt (Rechtsabteilung des Jobcenters) um Rat. Ansonsten passt was Oldhoefi geschrieben hat. So genau hatte ich mir die EGV nicht angeguckt.

Die grundlegende Frage ist aber: Welche Gesetzeslage / Urteil könnte ich anbringen, um "Anschreiben" und "Absagen" entfernen zu lassen? Derzeit bleibt er auf seinen Stand. Das heißt, eine reine Verhandlung ist mit ihm nicht möglich. Also muss ich den SB durch ein entsprechendes Gesetz oder Urteil dazu "zwingen" :grins:

Er wird sicherlich die EGV in Bezug auf oldhoefis Post anpassen aber den Text mit Anschreiben / Absagen wieder einbringen :wand:

Offline oldhoefi

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Re: JC will unbedingt ANSCHREIBEN + ABSAGEN haben
« Antwort #27 am: 12. Juni 2021, 23:32:08 »
@Halme,

Zitat von: Halme am 12. Juni 2021, 20:57:35
Er wird sicherlich die EGV in Bezug auf oldhoefis Post anpassen aber den Text mit Anschreiben / Absagen wieder einbringen
Bei Deiner EinV-Vertrag fehlt es nicht nur an der konkretisierten Übernahme der Bewerbungskosten, sondern die komplette EinV-Vertrag ist lediglich gut für die Tonne.

Sprich keine Ausgewogenheit von Leistungen und Gegenleistungen gem. § 55 SGB X, was diese EinV-Vertrag insgesamt rechtswidrig vielmehr nichtig macht gem. § 58 SGB X.

Der zuständige Sachbearbeiter kann gerne die Übernahme der Bewerbungskosten "anpassen", was aber insgesamt nicht viel an diesem Zustand ändern wird.

Oder anders ausgedrückt: Von Individualität und Konkretisierung keine Spur, der Leistungsträger "versteckt" sich bei seinen Leistungen ausschließlich hinter allgemeinen Gesetzestexten. Was aber nicht Sinn und Zweck einer ausgewogenen EinV-Vertrag ist, vgl. u. a. auch § 53 Abs. 2 SGB X.

Ich würde hier mit der fehlenden Konkretisierung der Bewerbungskosten anfangen, und damit den Ball an den zuständigen Sachbearbeiter zurück werfen. Dann wird sich zeigen, wie weiter reagiert wird und wie fit die vorgeschobene (!) Rechtsabteilung bei EinV tatsächlich ist.
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Giovanni di Lorenzo (deutsch-italienischer Journalist *1959)