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Autor Thema: Anrechnung von Mini-Job im Vorraus?  (Gelesen 423 mal)

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Offline KennsteJa

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Anrechnung von Mini-Job im Vorraus?
« am: 09. Juni 2021, 09:58:57 »
Hallo, ich habe eine Frage zur Anrechnung eines Mini-Jobs,den ich seit über einem halben Jahr habe.
Den übe ich immer samstags aus und verdiene damit durchschnittlich um die 90 bis 100 Euro.
Nun hatte ja der April mehr Samstage und ich habe 125 Euro verdient. Prompt bekam ich nach Einreichen der Abrechnung Post vom Jobcenter, dass sie mir zukünftig um die 17 Euro monatlich anrechnen würden, weil ich ja über 100 Euro verdienen würde.
Dürfen die das im Vorraus? Bekomme ich nach einem halben Jahr bei erneuter Antragstellung zuviel Angerechnetes automatisch zurück oder muss ich das Geld einfordern?

Offline sunnytn

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Re: Anrechnung von Mini-Job im Vorraus?
« Antwort #1 am: 09. Juni 2021, 13:31:11 »
Wann wurde der Bescheid erstellt bzw. wie lange ist dieser noch gültig?
Denn Bescheide vor dem 01.04. werden nur auf Antrag endgültig entschieden. Hast du diesen Antrag nicht gestellt, darf auch diese neue Anrechnung nicht stattfinden.
Sollte hingegen der Bescheid nach dem 01.04. ausgestellt worden sein, ist die Anrechnung erstmal korrekt, auch wenn der errechnete Wert etwas komisch ist. Denn von 125€ wären 105€ frei (100€ + 20% von 25€), womit folglich 20€ zukünftig angerechnet werden müssten. Wie der SB hier auf 17€ kommt ist fraglich.

Das das JC gern im Voraus schon mit Einnahmen rechnet, ist leider keine Seltenheit. Denn viele SB neigen dazu eine Überzahlung zu vermeiden, da sie schon mit dem zu erwartenden Einkommen rechnen. Und das Gesetz sagt zudem aus, das Einnahmen in dem Monat zu berücksichtigen sind, in dem sie zufließen. Steht also im Arbeitsvetrag, das am Ende des Monats der Lohn zufließt, wird folglich im Voraus auch damit gerechnet, da ALG2 Leistungen ja ebenfalls im Voraus gezahlt werden.

Wenn du jeden Monat deine Abrechnung einreichst, wird der SB sehen, das im Folgemonat wieder weniger verdient wurde. Demzufolge müsste dann ja wieder eine sofortige Bereinigung stattfinden, womit du folglich kein Verlust machst bzw. die 17€ dann künftig nicht mehr berücksichtigt werden. (also so wie es dann vorher war)

Daher am besten schauen, wann genau der Bescheid erstellt wurde:
- vor dem 01.04.21 = endgültige Entscheidung nur auf Antrag
- nach dem 01.04.21 = endgültige Entscheidung wie gewohnt nach Ablauf des Bewilligungszeitraum ohne Antrag
(also wie man es sonst auch gewohnt war, vor Corona)

Offline KennsteJa

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Re: Anrechnung von Mini-Job im Vorraus?
« Antwort #2 am: 09. Juni 2021, 13:46:53 »
Ich habe den Antrag nach dem 1.4.gestellt, da der Bewilligungszeitraum Ende Juni abläuft.
Ich habe nur eine vorläufige Bewilligung bekommen, auch wegen Ehrenamt.
Ich habe den Mini-Job seit Dezember und reiche monatlich meine Abrechnung ein. Schon bei dem Bescheid im Januar wurde mit Anrechnung von sogar 20 Euro gedroht, aber angerechnet wurde nie.
Nun stellt sich mir noch die Frage, ob ich Geld, welches zuviel angerechnet wurde, automatisch auch bei erneuter Antragstellung Ende des Jahres dann zurück bekommen würde oder ob ich das einfordern muss?

Online Sheherazade

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Re: Anrechnung von Mini-Job im Vorraus?
« Antwort #3 am: 09. Juni 2021, 13:50:37 »
und reiche monatlich meine Abrechnung ein.

Warum? Es reicht, die Abrechnungen bei Ablauf des Bewilligungszeitraumes gesammelt einzureichen, dann wird nachgerechnet und du bekommst entweder eine Erstattung oder musst nachzahlen.
Auf Veränderungen zu hoffen, ohne selbst etwas dafür zu tun, ist wie am Bahnhof zu stehen und auf ein Schiff zu warten.

Es schreibt sich "Karma", ausgesprochen "Ätsch".

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Re: Anrechnung von Mini-Job im Vorraus?
« Antwort #4 am: 09. Juni 2021, 15:33:28 »
Zitat von: Sheherazade am 09. Juni 2021, 13:50:37
Warum? Es reicht, die Abrechnungen bei Ablauf des Bewilligungszeitraumes gesammelt einzureichen, dann wird nachgerechnet und du bekommst entweder eine Erstattung oder musst nachzahlen.
Aber nur bei Durchschnittseinkommen. Da das EK des TE bisher unter dem Grundfreibetrag lag, gab es keinen Grund, vorläufig zu bewilligen.
"Ich bin auch nur ein Mensch. Genauso wie ein weißer Hai auch nur ein Fisch ist". Zlatan Ibrahimovic

Offline KennsteJa

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Re: Anrechnung von Mini-Job im Vorraus?
« Antwort #5 am: 09. Juni 2021, 16:04:32 »
Zitat von: Sheherazade am 09. Juni 2021, 13:50:37
Warum? Es reicht, die Abrechnungen bei Ablauf des Bewilligungszeitraumes gesammelt einzureichen, dann wird nachgerechnet und du bekommst entweder eine Erstattung oder musst nachzahlen.
Aber nur bei Durchschnittseinkommen. Da das EK des TE bisher unter dem Grundfreibetrag lag, gab es keinen Grund, vorläufig zu bewilligen.

Doch, da ich ein unregelmäßiges Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung ausübe. Seitdem habe ich nur noch Stress mit denen und seitdem kriege ich nur noch einen vorläufigen Bescheid

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Re: Anrechnung von Mini-Job im Vorraus?
« Antwort #6 am: 10. Juni 2021, 07:27:06 »
Zitat von: KennsteJa am 09. Juni 2021, 16:04:32
Doch, da ich ein unregelmäßiges Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung ausübe. Seitdem habe ich nur noch Stress mit denen und seitdem kriege ich nur noch einen vorläufigen Bescheid
Und wird ein Durchschnittseinkommen gebildet?
Wie wird die Vorläufigkeit begründet?
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Offline KennsteJa

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Re: Anrechnung von Mini-Job im Vorraus?
« Antwort #7 am: 10. Juni 2021, 10:22:27 »
Zitat von: KennsteJa am 09. Juni 2021, 16:04:32
Doch, da ich ein unregelmäßiges Ehrenamt mit Aufwandsentschädigung ausübe. Seitdem habe ich nur noch Stress mit denen und seitdem kriege ich nur noch einen vorläufigen Bescheid
Und wird ein Durchschnittseinkommen gebildet?
Wie wird die Vorläufigkeit begründet?


Die Vorläufigkeit wird eben mit meinem Ehrenamt begründet. Ein Durchschnittseinkommen wird diesbezüglich nicht gebildet, weil ich mein Ehrenamt unregelmäßig ausüben. Manchmal vergehen Monate, wo ich ehrenamtlich nicht eingesetzt werde. Und selbst das glauben sie mir dann nicht, obwohl ich immer sofort meine Aufwandsentschädigung Belege, sobald ich sie erhalte.