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Hilfebereich => Fragen und Antworten zu Hartz IV / ALG II => Thema gestartet von: Rosilein am 03. September 2017, 20:49:10

Titel: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 03. September 2017, 20:49:10
Hallo,

bin auf Jobsuche mit Hilfe des Jobcenters. Nun habe ich hier kein Regelwerk gefunden, wo die Fallen und Pflichten in diesem Gebiet aufgelistet sind. Z. B. dass ich im Bewerbungsanschreiben nicht den Eindruck erwecken darf, dass ich keinen Bock habe. Gibt ja so Stellen, wo man nicht unbedingt hin möchte :cool: Und ausgerechnet dort, weil da keiner bleiben will oder kann, hat man die besten Chancen eingestellt zu werden.

Ansonsten bin ich grad in einer Maßnahme, wo ich gute Tipps erhalte, wie ich mich anständig bewerbe, wenn ich die Stelle haben möchte. Außerdem ist das praktisch, um eben auch Ansprechpartner für Fragen wegen Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen, wie man es richtig machen sollte. Aber auch hier möchte ich natürlich nicht eine Sanktion bekommen, weil ich unwissentlich irgendwas falsch gemacht habe.

LG

Rosilein
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Angela1968 am 03. September 2017, 20:54:26
Also ich habe mehrere Bewerbungskurse besucht und bin nie falsch beraten gewesen diese Ratschläge dort anzunehmen, natürlich bezogen auf die jeweilig ausgeschriebene Stelle.

Hoffe das ich Dir helfen konnte. So richtig verstehe ich nämlich Deine Frage nicht.

Angela
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: coolio am 03. September 2017, 20:57:24
Die Frage war: "wie gehe ich mit einem erkennbar unzumutbaren Jobangebot um" (Schrott- Abzockerausschreibung)
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Angela1968 am 03. September 2017, 21:02:23
Zumutbarkeitsregeln dürften ja bekannt sein. Wenns gesundheitlich nicht geht, ich hab mich dann gleich gar nicht beworben und dem JC und dem AG auch so mitgeteilt. Habe keine Sanktion erhalten.

War ich der Meinung das die Qualifikatuion nicht stimmt, habe ich mich mit meinen vorhandenen Qualifikationen beworben und den AG entscheiden lassen das er mich nicht gebrauchen kann.

Angela
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 03. September 2017, 22:08:53
Ja, Dankeschön...  :smile:

Ich hab' da so'n bisschen viel Angst vor einer Sanktion. Ein Job, der zu mir passt, wäre nicht schlecht. Ist aber nicht leicht für mich, auch aufgrund gewisser Einschränkungen. Also kann man da quasi einfach auch mal ablehnen: das kann ich nicht usw.

Am Anfang geht das vielleicht noch ganz okay, dass ich auch mal was ablehne. Die SB meinte, dass später dann eben, wenn ich nichts finden sollte, ich eben dann auch was machen müsse, was ich nicht so toll finde. Da ist wohl auch Platz für Spekulation. Die Frage ist halt, was ist als zumutbar anzusehen, was nicht. Und ob das dann sanktioniert wird.

Auch habe ich natürlich Angst, wenn ich aus Interesse z. B. im Vorstellungsgespräch viele Fragen stelle, mir das als Absicht unterstellt wird und der AG dem Amt mitteilt, dass ich die Stelle bewusst nicht haben wollte oder so. Ergebnis: Sanktion. Also dass ich ja gewissermaßen schon total verkrampft bin, alleine bei dem Gedanken etwas zu machen, was dem Amt missfallen könnte und ich dann noch weniger Geld habe, mit dem ich auskommen muss im Monat.

Wenn ich eine Stelle unbedingt haben möchte, dann finde ich ja viele Tipps in der Maßnahme, im Internet... Aber das was man z. B. machen darf und kann, wenn man total furchtbare Stellen (z. B. Call-Center) vorgeschlagen bekommt, was erlaubt ist und quasi sanktionsfrei ist. Darf ich im Vorstellungsgespräch, wenn ich merke, ich soll in den Außendienst, Callcenter usw. und mir das überhaupt nicht liegt, das erwähnen und dem AG reinen Wein einschenken? Oder mache ich damit "strafbar"?

Ich hätte z. B. Angst zu sagen: das kann ich nicht, das liegt mir nicht und nö, da kommen wir nicht zusammen, weil sie zu wenig bezahlen usw, dass es sich negativ auswirken kann. Gibt es vielleicht etwas, wo man sowas nachlesen kann im Forum? Am Anfang sagt das Jobcenter vielleicht noch nix. Ist man aber nach Monaten immer noch nicht unter, werden die SB vielleicht doch etwas ungemütlicher???!!!

LG

Rosilein
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Angela1968 am 03. September 2017, 22:20:38
Also ich hab ja auch viele Einschränkugen. Da ich aber immer in ärztlicher Behandlug war und bin konnte und kann ich diese immer belegen im Notfall. Beim JC habe ich bei meinen SB´s immer angegegeben was ich machen kann und was nicht. Beruflich habe ich schon immer das gemacht was für mich gesundheitlich zuträglich ist.

Ich hae nie was abgelehnt, habe mich mmer beworben obs gepasst hat oder nicht. Habe eben in meinen Bewerbungen reingeschrieben was ich kann und den AG entscheiden lassen ob er mich einstellen möchte.

Mir wollte die eine AV SB auch nicht glauben. Hab gesagt, dann lassen sie das doch feststellen. Nachher war meine gesundheitliche Lage so klar das ich nicht mal zum ärztlichen Dienst musste.

Ich z.B. hatte mich im Büro bei einem Zaunbauer beworben und man fragte mich ob ich bereit wäre den Monteuren zu helfen die schweren Teile ins Auto zu laden. Wahrheitsgemäß habe ich gesagt das ich eine Wirbelsäulen OP habe. Kleinstteile sind für mich kein Problem und das Auf- und Zuschliessen des Lagers auch nicht.
Hätte ich da gelogen und das wäre später zur Sprache gekommen hätte ich sogar in dem Falle eine fristlose Kündigung riskiert.

Angela
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Fettnäpfchen am 04. September 2017, 17:52:25
Zitat von: Rosilein am 03. September 2017, 22:08:53
Die Frage ist halt, was ist als zumutbar anzusehen, was nicht. Und ob das dann sanktioniert wird.
Vllt. sind die Zumutbarkeitskriterien nach § 10 SGB II bei Jobs und Maßnahmen zur Eingliederung (http://hartz.info/index.php?topic=4593.0) ja doch nicht bekannt?
Zitat von: Angela1968 am 03. September 2017, 21:02:23
Zumutbarkeitsregeln dürften ja bekannt sein.

Zitat von: Rosilein am 03. September 2017, 22:08:53
Auch habe ich natürlich Angst, wenn ich aus Interesse z. B. im Vorstellungsgespräch viele Fragen stelle, mir das als Absicht unterstellt wird und der AG dem Amt mitteilt, dass ich die Stelle bewusst nicht haben wollte oder so.
So etwas kann immer passieren auch wenn Du das genaue Gegenteil von dem beschriebenen machst. Und bevor da sanktioniert wird muss dich das JC erst mal anhören da kann man so etwas klarstellen.

MfG FN
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: potamopyrgus am 04. September 2017, 20:00:07
Ein Job, der zu mir passt, wäre nicht schlecht. Ist aber nicht leicht für mich, auch aufgrund gewisser Einschränkungen. Also kann man da quasi einfach auch mal ablehnen: das kann ich nicht usw.

Wenn du es aus gesundheitlichen Gründen nicht kannst, dann kannst du das sagen. Einfach nur weil du denkst, dass du es nicht kannst, nicht. Dafür gibt es eine Probezeit.

Aber das was man z. B. machen darf und kann, wenn man total furchtbare Stellen (z. B. Call-Center) vorgeschlagen bekommt, was erlaubt ist und quasi sanktionsfrei ist. Darf ich im Vorstellungsgespräch, wenn ich merke, ich soll in den Außendienst, Callcenter usw. und mir das überhaupt nicht liegt, das erwähnen und dem AG reinen Wein einschenken? Oder mache ich damit "strafbar"?

Gerade im Kundendienst oder bei Verkaufsgesprächen setzt sich der Arbeitgeber niemanden hin, der völlig ungeignet ist. Das Einlernen und Betreuen kostet auch Zeit und Geld. Abgesehen davon arbeiten viele Menschen in Call-Centern (kleinere und größere). Fast jedes Unternehmen, welcher Art auch immer, hat einen telefonischen Kundenservice. Und froh ist jeder, wenn man mal schnell wo anrufen kann, wenn man ein Problem, eine Frage oder sonst ein Anliegen hat... arbeiten will dann aber plötzlich keiner in so einem Job.  :scratch:
(meine Schwester arbeitet z.B. im Callcenter einer Krankenkasse und ihr macht der Job Spaß.)


Ich hätte z. B. Angst zu sagen: das kann ich nicht, das liegt mir nicht und nö, da kommen wir nicht zusammen, weil sie zu wenig bezahlen usw, dass es sich negativ auswirken kann. Gibt es vielleicht etwas, wo man sowas nachlesen kann im Forum? Am Anfang sagt das Jobcenter vielleicht noch nix. Ist man aber nach Monaten immer noch nicht unter, werden die SB vielleicht doch etwas ungemütlicher???!!!

Das JC wird ziemlich sicher sofort etwas sagen, denn Argumente wie "liegt mir nicht" oder "bezahlen zu wenig" sind haltlos, wenn man Hartz4 bezieht. Solange der Job zumutbar ist musst du alles tun, um deine Hilfsbedürftigkeit zu verringern. Raussuchen kann man nur, wenn man entsprechende Angebote hat. Ansonsten muss man neben was man bekommt, auch wenns ein "doofer" Job ist.  :weisnich:
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 04. September 2017, 20:44:04
Zitat
Ich z.B. hatte mich im Büro bei einem Zaunbauer beworben und man fragte mich ob ich bereit wäre den Monteuren zu helfen die schweren Teile ins Auto zu laden. Wahrheitsgemäß habe ich gesagt das ich eine Wirbelsäulen OP habe. Kleinstteile sind für mich kein Problem und das Auf- und Zuschliessen des Lagers auch nicht.
Ja, genau solche komischen Sachen. Wenn ich jetzt die schweren Sachen als Frau nicht tragen kann? Heißt es dann, die hat keine Lust, ist zu faul? Oder geht das dann durch und wird nicht sanktioniert. Hängt ja vieles vom SB ab. Auch so Sachen wie Überstunden ohne Ende und kannst du dies noch, kannst du das noch. Der AG ruft ständig zu Hause an - muss man sich sowas gefallen lassen? Telefonterror zu Hause nach Feierabend? Naja, so viele Sachen, wo ich mir nicht sicher bin und mich da wohl eher ausnutzen lasse als nein zu sagen, aus Angst, dass ich dann vielleicht noch auf der Straße lande.

Zitat
Hätte ich da gelogen und das wäre später zur Sprache gekommen hätte ich sogar in dem Falle eine fristlose Kündigung riskiert.[/
In der Maßnahme sollen wir ruhig auch Sachen reinschreiben, die vielleicht nicht grade so sind wie sie sind. Wenn der Personaler im Vorstellungsgespräch nicht rausfindet, was mit uns nicht stimmt, dann hat er Pech gehabt. Wir müssen ihm ja gewissen Sachen nicht auf die Nase binden. Wenn ich das so lese, dann bin ich der, der Pech hat, wenn's rauskommt, oder wie? Vielleicht geht es hier eher um solche Sachen wie Rückenprobleme, wenn schwer gehoben werden soll und wenn er dich schon gefragt hat, dass du wahrheitsgemäß antworten musst.

Wenn mich dann jemand fragt, warum ich bei meinem Arbeitgeber gekündigt habe, muss ich ihm wohl auch sagen, dass mir das zu stressig und zu schwer war.

Zitat
So etwas kann immer passieren auch wenn Du das genaue Gegenteil von dem beschriebenen machst. Und bevor da sanktioniert wird muss dich das JC erst mal anhören da kann man so etwas klarstellen.
Tja, wo du Recht hast... Und dann würde immer noch Aussage gegen Aussage stehen?! Trotzdem haken die vom Jobcenter ja nach, ob man sich dort auch brav beworben hat und so...  :sad:

Zitat
Das JC wird ziemlich sicher sofort etwas sagen, denn Argumente wie "liegt mir nicht" oder "bezahlen zu wenig" sind haltlos, wenn man Hartz4 bezieht. Solange der Job zumutbar ist musst du alles tun, um deine Hilfsbedürftigkeit zu verringern. Raussuchen kann man nur, wenn man entsprechende Angebote hat. Ansonsten muss man neben was man bekommt, auch wenns ein "doofer" Job ist
Naja, es gibt ja zum Glück den Mindestlohn und da ist das Thema wenigstens schon mal vom Tisch. Es sei denn du arbeitest für eine Zeitarbeitsfirma, wo sie dich liebend gerne noch um dein Geld besch.... Hab' ich gehört.

Liegt mir nicht: Wenn ich jemand bin, der nicht gut erklären kann und auch sonst jemand ist, der kaum redet. Geht das unter "liegt mir nicht", muss ich aber trotzdem machen? Mal abgesehen vom Stressfaktor. Vielleicht kommt es auch wirklich aufs Call-Center an und wie die Einarbeitung ist und was man genau da machen muss???!!!!

Wenn ich doch wirklich die Arbeit nicht hinkriege, die von mir verlangt wird, dann kündigt mich der Arbeitgeber schon von selbst, nehme ich an. Und dann kriege ich ja wieder Geld vom Amt. Also brauche ich mir gar nicht so einen Kopp zu machen?!

Es ist nicht so einfach mit mir. Ich bin ziemlich schusselig und langsam im Denken usw. Ich kann wirklich nicht alles machen.

Die von der Maßnahme fahren sogar teilweise mit den Leuten mit und machen die Arbeit klar (ob du es in Wirklichkeit willst oder nicht). Allerdings habe ich auch schon gehört, dass Leute ne Stelle dadurch bekommen hätten, sie aber abgelehnt haben und wohl keine Sanktion darauf gefolgt ist - jedenfalls nicht dass ich wüsste...

Ich merke das auch bei den Tagen der Maßnahme, wo ich bis um 16:30 Uhr da sitze. Ich weiß nicht, wie ich mit Vollzeit noch meinen Privatkram erledigen soll. Das schaff' ich gar nicht  :heul:

LG

Rosilein


Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Gast42062 am 04. September 2017, 20:52:25
Zitat von: coolio am 03. September 2017, 20:57:24
Die Frage war: "wie gehe ich mit einem erkennbar unzumutbaren Jobangebot um" (Schrott- Abzockerausschreibung)
ja erkennbar ist sowas erst wenn du nach der Probearbeit nach Bezahlung fragst und es heißt dann Tschüß, vorher sind alle sehr nett fast schon liebenswert.
Eine Abzockerausschreibung oder Schrott erkennen eben nur geschulte Augen die täglich damit zu tun haben dein Blick und deine Erfahrung haben vermutlich die wenigsten hier.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Schnuffel01 am 04. September 2017, 21:04:34
@ Rosilein

Hast Du beim JC schon mal Deine Erwerbsfähigkeit feststellen lassen ?

Wenn nicht, stelle schriftlich beim nächsten Termin einen:

 Antrag auf Feststellung meiner Erwerbsfähigkeit  (http://hartz.info/index.php?topic=9636.0)


Du entbindest Deine behandelnden Ärzte (Hausarzt, Orthopäde, Psychologe, Hautarzt) von ihrer Schweigepflicht. Diese teilen dem JC deine Einschränkungen mit.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: potamopyrgus am 04. September 2017, 21:16:15
@ Rosilein

Hast Du beim JC schon mal Deine Erwerbsfähigkeit feststellen lassen ?


Da ich die anderen Beiträge des TE gerade gelesen habe um mir ein Bild zu machen, reiche ich das mal rein:
Arbeit geringfügig und die amtsärztliche Untersuchung (die Bearbeitung des ganzen hat ein paar Monate gedauert) hat ergeben, täglich 6 und mehr Stunden belastbar, aber nur leichte mit mittelschwere Arbeit.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 06. September 2017, 13:18:43
Ich glaube, die Maßnahme, in die sie mich gesteckt haben, ist da als super Kontrollinstrument eingesetzt. Da wird sicherlich das Vorstellungsgespräch "nachbearbeitet" oder so. Klar, die sind "motiviert", dich irgendwo unterzubringen. Aber man darf sich wohl nicht dazu verleiten lassen, zu viel von sich preiszugeben. Z. B. könnte ich mir denken, dass es rauskommt, wenn ich nach Bezahlung der Probearbeit frage. Eine Mitteilnehmerin meinte, dass Probearbeit nicht bezahlt werden würde. Die hat schon einiges hinter sich, auch Praktika. Vielleicht sollte ich doch noch mal explizit nachfragen, ob sie nicht doch die Praktika gemeint hat. Immerhin könnte es ja dann noch sein, dass der Maßnahmeträger die Kohle für mich einstreicht.

Aber der Tipp ist natürlich super: Wenn die nicht mal die 1 oder 2 Tage Probearbeit zahlen wollen, dann hat es wohl eh keinen Sinn, dort anzuheuern. Plaudert der AG allerdings, dass ich nach Geld gefragt habe... Dann wird mir wohl noch geraten, das beim nächsten Vorstellungsgespräch doch bleiben zu lassen?! Vielleicht habe ich jetzt auch zu viel Angst.

Der Maßnahmeträger ist interessiert, dich irgendwo unterzubringen. Klar, die Mitarbeiter dort müssen was abliefern, sonst wird die Maßnahme vielleicht gestrichen. Aber man hört sie schon auch mal reden wie: lieber nur 2 Bewerbungen pro Woche, dafür richtig. Herr X wartet lieber auch etwas, was wirklich zu ihm passt. Oder sowas. Oder: Zeitarbeitsfirmen, die Leute verar..., die ich ihnen geschickt habe, denen schick' ich keinen mehr. Man kann schon was mitnehmen aus den Vorträgen und Rollenspielen (auch wenn ich besonders letztere hasse). Tja, aber es wird natürlich etwas mehr kontrolliert, wo du dich überall beworben hast, dann wird dir auch mal nahelegt, wo anzurufen und nachzufragen, was mit der Bewerbung passiert ist.

Allerdings, wenn ein Teilnehmer die Flinte ins Korn schmeißt und nicht wirklich Bemühungen zeigt, dann fällt auch schon mal was wie, das wird vielleicht auch im Abschlussbericht drinstehen oder da könnt' man ja mal die Arge anrufen. Das führt mich dann schon wieder zur der Frage inwieweit die Abschlussberichte des Maßnahmeträgers Sanktionen nach sich ziehen können. Und können sie ein Amtsgutachten ins Wanken bringen, wenn der Job Coach der Meinung ist, dass ich mich nur nicht traue, dies und das zu machen usw. Keine Ahnung. Die hat sicher nicht das Verständnis für meine gesundheitlichen Probleme und ich möchte mich da auch nicht schon wieder erklären müssen, warum ich dies und das eben nicht kann....

Abzocker sind ja nicht immer gut erkennbar. Und falls man mich irgendwo einstellt, wo man mich schlicht nicht brauchen kann, weil ich total überfordert bin. Klar, dann dürften die mir von selbst kündigen. Allerdings weiß ich auch nicht, wie sich das dann auf die Zahlung von Sozialgeld auswirkt. Wird mir vielleicht da noch vorgeworfen, dass ich mich nicht genug angestrengt habe und dadurch jetzt erst mal nix vom Amt bekomme.

Ich hab' echt Angst davor, durch einen blöden Fehler vielleicht noch unter der Brücke zu landen oder mich gesundheitlich und psychisch noch mehr kaputt machen lassen zu müssen als das eh schon der Fall ist.

Mein Amtsgutachten sagt aus, dass ich physische und psychische Einschränkungen habe, kein Zeitdruck, nichts mit hohem Konzentrations- und Reaktionsvermögen, leichte und mittelschwere Arbeiten. Und ich habe jetzt ein bisschen Angst, dass der Maßnahmeträger das anders sieht und mich nur für unmotiviert hält oder ähnliches.

LG

Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Beluga am 06. September 2017, 13:39:53
Und falls man mich irgendwo einstellt, wo man mich schlicht nicht brauchen kann, weil ich total überfordert bin. Klar, dann dürften die mir von selbst kündigen.
Eine Unternehmen wird Dich nicht einstellen,
nur um festzustellen, dass Du "überfordert" bist.
Seriöse Arbeitgeber (kurz: AG) wissen in der Regel über die Leistungsfähigkeit ihrer Angestellten,
wenn alles richtig gemacht wird.

Ein Arbeitsvertrag wird arbeitgeberseitig nur gekündigt,
weil Arbeitgeber-Arbeitnehmer nicht zusammen passen.
Bsp. wenn es in der zwischenmenschlichen Beziehung richtig schlimme Spannungen gibt.
Unseriöse Arbeitgeber kündigen in der Probezeit aus anderen Gründen.
Bsp. wenn der Angestellte sich vom Arbeitgeber nicht über die gesetzlich- und menschlich gesteckte Grenze ausbeuten läßt.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Beluga am 06. September 2017, 14:00:14
Eine Mitteilnehmerin meinte, dass Probearbeit nicht bezahlt werden würde.
Wenn Du als Leistungsbezieherin nach ALG I /ALG II mit einem Arbeitgeber „Probearbeit“ vereinbarst,
dann muss die „Probearbeit“ beim Jobcenter/Agentur für Arbeit vorher (als "Probearbeit") mitgeteilt werden.
Die „Probearbeit“ muss vom Arbeitgeber bezahlt werden.

Weitere wichtige Informationen zu Thema „Probearbeit“, siehe hier:


In diesem Forum ( www.hartz.info ):
Ratgeber, Beispielschreiben, Formulare, Gesetze, Weisungen, Urteile:
/Ratgeber
/ (Seite 1) Probearbeit: Was muß man beachten (Quelle: http://hartz.info/index.php?topic=53354.0 )
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Beluga am 06. September 2017, 14:46:27
Eine Mitteilnehmerin meinte, dass Probearbeit nicht bezahlt werden würde.
Wenn die nicht mal die 1 oder 2 Tage Probearbeit zahlen wollen, dann hat es wohl eh keinen Sinn, dort anzuheuern.
Wenn die "Probearbeit" oder jegliche andere Arbeit durch den Arbeitgeber nicht bezahlt wird,
dann ist das
1. Lohnvorenthaltung
2. Steuerhinterziehung (auch bekannt als "Schwarzarbeit")
Falls für den Täter/Betroffenen noch Gelder in Form von Sozialleistung/Versicherungsleistung hinzukommt,
dann folgen noch weitere Gesetzesverstöße bsp.
1. Leistungsbetrug
...
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 06. September 2017, 15:26:18
Also kann mir auch niemand eine Sanktion anhängen, wenn ich mich nicht ausnutzen lasse vom AG bzw. dieser gegen das Gesetzbuch verstößt? Also doch Gesetze studieren und zur Not einen Beratungsschein holen...

Die Maßnahme sorgt dafür, dass die Probearbeit angemeldet wird, d. h. es ist für die Teilnehmer viel unproblematischer als jedes Mal mit dem SB telefonieren zu müssen. Ich bin mir nicht sicher, ob da was faul dran ist. Muss es ja nicht...

Die seriösen Unternehmen haben sicher wenig Interesse daran, mich einzustellen, da ich nicht mehr die Jüngste bin und außerdem auch schon jahrelang aus dem Beruf draußen bin. Im Bürobereich gibt es Bewerber wie Sand am Meer, jüngere, besser qualifizierte.

Eine geringfügige Beschäftigung im Büro wäre mir nun natürlich eh zumutbar. Da denk' ich mir dann aber auch, dass ich ständig zu Hause rausgeklingelt werde. Stichwort: Flexibilität. Überall gefordert und gerne gesehen. Dass du aber ständig zu Hause auf Abruf sitzen sollst, obwohl vertraglich nicht vereinbart und bezahlt, ist heute gängige Praxis und wird trotzdem verlangt. Tue ich das nicht und mein Arbeitgeber kündigt mir deshalb z. B., weil ich nicht ans Telefon gehe in meiner Freizeit, kann man mich sanktionieren? Ständige Verfügbarkeit quasi, also auch kurzfristige, ständige Planänderungen oder sowas.

Also brauche ich mich eigentlich nicht so verrückt zu machen, oder? Ich habe Angst vor Sanktionen und ich habe auch Angst davor, dass ich mich unnötig so unter Druck setzen lasse, dass ich meine Gesundheit noch mehr ruiniere und mich kaputt machen lasse. Leider kann man mir sehr leicht Angst machen... Das möchte ich lernen, und ich bin auch schon dabei, dass man mich nicht mehr ausnutzt und kaputt macht.

Was die berufliche Zukunft angeht, habe ich auch noch keine Ahnung. Ich glaube, da hab' ich den Mund bei der Amtsärztin auch noch zu voll genommen, dass ich mehr als 6 Stunden täglich geistige Arbeit verrichten kann. Sie hat mich das gefragt, ob ich mir das zutraue und es klang auch eher etwas ungläubig von ich. Ich hab' aber gesagt, ja, das traue ich mir zu. Naja, ich glaube, so ganz ist das auch nichts. Wenn ich nach der Umschulung nach Hause komme, bin ich auch ziemlich platt, ehrlich gesagt. Und die Nerven flattern schon, wenn da ein bisschen Druck rüberkommt.

Wichtig ist mir erst mal, nicht irgendwo wieder verheizt zu werden und mich wehren zu können.

LG

LG



Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Beluga am 06. September 2017, 16:02:15
Die Maßnahme sorgt dafür, dass die Probearbeit angemeldet wird, d. h. es ist für die Teilnehmer viel unproblematischer als jedes Mal mit dem SB telefonieren zu müssen. Ich bin mir nicht sicher, ob da was faul dran ist. Muss es ja nicht...
Nein!
Eine „Probearbeit“ zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist ein Vertrag nach dem Bundesgesetzbuch (kurz: BGB).
Für eine vertraglich vereinbarte „Probearbeit“ ist kein Verwaltungsakt als (hier genannt:) „Maßnahme“ notwendig,
durchgeführt vom Jobcenter/der Agentur für Arbeit.

Die "Maßnahme" durchgeführt vom Jobcenter/Agentur für Arbeit vertritt völlig andere Interessen,
bsp. soll durch eine "Maßnahme" der/die ArbeitnehmerIn, sofern er/sie vorher arbeitslos war, finanziell gefördert werden.
Der Arbeitnehmer, sofern er/sie Leistungen nach ALG I/ALG II bezieht (wahlweise auch der Arbeitgeber),
muß die „Probearbeit“ vor Arbeitsbeginn beim Jobcenter/Agentur für Arbeit melden.
Schließlich steht der Arbeitnehmer für die Zeit der "Probearbeit" für den Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.
Außerdem bezieht der Arbeitnehmer Lohn/Gehalt für die "Probearbeit".
Der Lohn/Gehalt wird mit den Leistungen durch den Jobcenter/Agentur für Arbeit verrechnet.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Angela1968 am 06. September 2017, 16:24:24
Rosilein,

bitte nicht falch verstehen. Bist Du wirklich so verunsichert bei der Arbeitssuche oder suchst Du nur nach Gründen um Arbeit ablehnen zu können. Wie lange hast Du Deine gesundheitluichen Einschränkungen schon? Sind die neu und Deine Fragen wirken deshaln so auf mich?

Evtl. habe ich auch nur einen falschen Eindruck von Dir gewonnen und Du bist wirklich verunsichert. Wäre gut wenn Du mich aufklärst.

Angela
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 06. September 2017, 17:32:41
Wollen, wenn ich könnte, ja. Ich schaffe die heutigen Leistungsansprüche einfach nicht. Das ist natürlich schwer belegbar und auch subjektiv. Daher habe ich natürlich auch Angst, dass ich irgendwie sanktioniert werden könnte.

Arbeit, die seriös ist, werde ich wohl sowieso nicht bekommen, da ich vor ca. 15 Jahren das letzte Mal im Büro gearbeitet habe.

Und genau das ist das Problem: Dass ich in der Maßnahme mehr oder weniger dazu genötigt werde, meine Probleme und gesundheitlichen Einschränkungen offenzulegen, damit nicht ständig jemand an mir rummotiviert und meint, ich bräuchte nur einen Tritt in den Hintern. Genau das ist das Problem! Dass die anderen das nicht mal böse meinen, sondern nur helfen wollen. Dass sie kein Nein gelten lassen und alles aber rhetorisch gekonnt umschiffen.

Viele Teilnehmer machen irgendwann dicht - und das wird dann als unwillig erlebt und möglicherweise auch im Bericht so weitergegeben. Vielleicht geht es ja bloß um die Gängelei, dass man bevormundet wird, dies und jenes zu tun, obwohl man selber weiß, dass es einfach nicht geht, da die Energie und die Kraft dafür einfach fehlt.

Wenn gar nichts mehr geht, stecken sie dich in die Produktion oder ins Callcenter. Da kann man mich aber überall nicht gebrauchen. Macht aber nix. Probearbeit geht immer. Und so wirst du ständig beschäftigt gehalten. Vielleicht habe ich es ja nur einfach nicht verstanden, dass das quasi das Ding ist. Probearbeiten überall, das senkt die Belastung der Staatskasse. Und wenn du rauskommst aus dem Callcenter und sagst, das schaff' ich nicht - das zählt nicht. Erst wenn du tot am Boden liegst... Und dann war's bloß ein dummer Zufall, dass du ausgerechnet da deinen Schlaganfall hattest...

So Sachen wie Mut machen und das man auch was kann usw. Ja, das mag sein. Wenn es körperlich aber nicht geht usw. Und wenn die Ausbildung eben nicht mehr passt. Gegenüber den frisch ausgebildeten. Ich meine, mal ehrlich, wie realistisch ist das denn, dass mich jemand einstellt?

Ja, es ist auch viel Angst dabei, dass ich mich nicht zurecht finde. Angst vor Neuem usw. Aber ich habe definitiv körperliche und psychische Einschränkungen - und wenn dann noch jemand kommt und meint, das kommt alles nur vom Kopf oder so ähnlich und ich solle mich mal zusammenreißen....  :heul:

Und um mich von einem Callcenter oder einer Zeitarbeitsfirma verwurschdeln zu lassen - dafür brauche ich keine Maßnahme.

LG
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Angela1968 am 06. September 2017, 17:42:56
Gut, dann ist das geklärt. Nur warum haben Arbeitssuchende immer Probleme bei der AV zu erzälen was sie für gesundheitliche Probleme haben und wo sie dann einsetzbar sind. Sich dann aber wundern warum das JC in Arbeit stecken will die man nicht schafft.

Dadurch das ich immer offen war in der Beziehung und auch zugelassen habe das man beim ÄD meinen gesundheitlichen Zustand und Belastbarkeit prüft hatte ich wenig Schwierigkeiten das man mir Unmotiviertheit vorwirft.

Angela
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Beluga am 06. September 2017, 17:58:25
demnächst kriege ich Post und kann dann zu einer Maßnahme bei der TERTIA. Bewerbungstraining
Ja, es ist auch viel Angst dabei, dass ich mich nicht zurecht finde. Angst vor Neuem usw.
U.U. werden Arbeitssuchende und Arbeitslose allein wegen ihrer depressiven Stimmung
zu Maßnahmeträgern zur (sogenannten) „Aktivierung“ und „Orientierung“ vom Jobcenter/Agentur für Arbeit geschickt.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 07. September 2017, 13:25:44
Entschuldigung, falls ich vielleicht etwas unhöflich geworden bin. Aber genau hier liegt das Problem eben.

Beim ärztlichen Dienst war ich ja bereits. Die Jobcenter-SB waren hierzu schon gleich auf Kuschelkurs quasi und ja, dann schreiben sie mal 3 Bewerbungen im Monat usw. Die in der Maßnahme wissen davon scheinbar nichts oder denken, dass man die Depressiven ja nur ein bisschen anschieben muss. Ich wüsste auch nicht, wie ich ihr das erklären soll, dass meine Problematik eine andere ist als ihre Burnout-Geschichte, die sie ja wieder in den Griff bekommen hat. Ich möchte ihr das auch gar nicht so deutlich erklären müssen. Denn das heißt, dass ich in die Tiefe gehen muss, das warum und wieso erklären soll. Das möchte ich schlicht nicht.

Beispiel: Es ging um Rollenspiele, Vorstellungsgespräch. Ich wurde ausgewählt in der Gruppe der Personaler zu sein, von der, die als Bewerber im Vorstellungsgespräch war. Ok. Das war auch dann noch ganz interessant und nett. Man reißt sich da halt auch mal zusammen usw. Aber reicht das? Nee. Nun sollte ich nach vorne und den Bewerber mimen, was ich eigentlich nicht so gern wollte. War das ok? Offensichtlich bei jedem anderen, nur bei mir nicht. Warum? Keine Ahnung. Jedenfalls wurde dann nachgehakt, was ich denn brauchen würde, damit ich es mache. Ich hab' keine Ahnung. Ich möchte einfach meine Ruhe. Das sag' ich natürlich nicht. Aus Angst, es wird mir als mangelndes Interesse oder sonstwas ausgelegt. Ich sage: Ich hab' Konzentrationsprobleme, meinen Lebenslauf zusammenzukriegen. Das stimmt ja auch, doch das ist ja längst nicht alles. Also: Jetzt soll ich den Lebenslauf einüben und dann nächste Woche ein Vorstellungsgespräch machen, vielleicht auch nur mit ihr alleine. Aber dass man dann auch auf diese Nachfragerei keine Antworten geben mag, weil mir das einfach auch zu privat ist und ich das nicht unbedingt jemandem anvertrauen möchte, der auch noch beim Jobcenter petzt, schon gar nicht vor der ganzen Gruppe.... DAS ist das Problem.

Ich mache gerne das, was ich kann und schaffe, aber ich möchte dann nicht noch weiter gedrängt werden und immer weiter und noch'n Schritt weiter - das wird mir einfach zu viel. Doch wie soll ich das denn erklären oder mich irgendwie rauswinden?

Zu Hause habe ich dauernd Stress mit meinem Partner, weil ich mit dieser Situation der Bedrängung einfach nicht klar komme. Grade diese Woche wurde wieder jemand in eine Produktionsstätte gestopft. Dieser hat sicherlich auch gewisse psychische Problematiken, da sieht man dem schon von weitem an. Aber nein: er soll jetzt stupide Akkordarbeit am Band. Das hält der niemals lange durch. Aber der Job-Coach hat seine Provision in der Tasche.

Das Auseinanderwurschdeln des persönlichen Lebenslaufs, wo du überall gearbeitet hast. Das geht ja eigentlich auch keinen wirklich was an. Aber du wirst eben dazu gebracht, alles offenzulegen und jegliches ABER wird sofort mit Gegenfragen ausgehebelt.

Die andere ist wohl eher Dozentin und gibt Tipps, ist aber nicht so aufdringlich. Sie suchen jetzt sogar noch einen, der sich dann mit uns beschäftigen kann und uns "motiviert".

Meine SB wollte sich auch während der Maßnahme bei mir melden und fragen wie's läuft. Nun weiß ich wieder nicht, ob sie vielleicht abchecken möchte, wie ich zurechtkomme oder ob es wieder eine Falle ist, in die ich reintappen soll.

Ich trau' mich trotz meines Gutachtens nicht zu sagen, ich kann das einfach nicht, weil ich Angst habe, dass es mir nur als mangelnde Motivation ausgelegt wird oder so. Und die Maßnahme abbrechen darf ich ja nicht, wenn ich keine Sanktion haben möchte.

Ich weiß ja auch selber nicht, was ich noch leisten kann. Dazu war die Maßnahme nicht schlecht, weil ich da hin muss und dort von 8 bis 16 Uhr bleiben muss. Sehen wie ich das wegstecke. Und hier sehen wir's wieder, dass ich scheinbar nicht wirklich vermittelbar bin. Dann allerdings wäre ich ja kein Jobcenter-Kunde mehr. Eine Umschulung wäre nicht so schlecht, da ich einfach nicht mehr qualifiziert für den Arbeitsmarkt bin. Allerdings würde ich wahrscheinlich auch das nicht mehr schaffen.

LG
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Beluga am 07. September 2017, 13:49:39
Zu Hause habe ich dauernd Stress mit meinem Partner, weil ich mit dieser Situation der Bedrängung einfach nicht klar komme.
Läuft die Beziehung mit Deinem "Partner" sehr gut oder gut?
Hat Dein "Partner" eine andere Meinung zu Deinem Kurs „Bewerbungstraining“ beim Maßnahmeträger TERTIA?

Hast Du mittlerweile beim Jobcenter einen Antrag,
für Kleidung zum "Vorstellungsgespräch" aus dem Vermittlungbudget, gem. § 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 44 SGB III,
gestellt und genehmigt bekommen?
Lt. Thread: "Jetzt geht´s los - rein in den Arbeitsmarkt -oder auch nicht"
(Threaderöffnung am 18.07.2017 durch Forenmitglied Rosilein)
Quelle: http://hartz.info/index.php?topic=110399.0
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Zahnfee am 07. September 2017, 20:44:07
Ich denke, du machst dir einfach viel zu viele Sorgen.

Kein AG wird Interesse an einem AN haben, der die gewünschte Leistung nicht erbringen bzw. nicht ins Team passen würde.

Ich habe während eines Vorstellungsgespräches bspw. auch schon gesagt, dass ich nicht mehr so belastbar bin. Ich kann nicht zu meiner (TZ-) Stelle noch nebenbei bei Krankheit oder Urlaub eine Vollzeitstelle mit abdecken. Das hatte ich schon einmal und es funktioniert weniger gut. Genauso gut würde ich sagen, dass ich nicht schwer Heben und Tragen kann. Ist doch alles belegbar.  :weisnich: Ich würde auch bei einem Callcenter sagen, dass ich keine Kaltakquise machen werde. Das liegt mir nicht. Was will das Callcenter da machen? Zumal es verboten ist.  :weisnich:

Und bei einer ZAF habe ich den Passus über die Datenweitergabe durchgestrichen und wollte ich den AV mit nach Hause nehmen. Plötzlich hatte die Fa. kein Interesse mehr an mir.

Es kam nie etwas nach. Warum auch?  :weisnich:

Ein kleiner Tipp: Bei ZAF bewerbe mich ausschließlich schriftlich; ohne Angabe einer Telefonnummer bzw. Emailadresse. Bei Callcenter würde ich das auch so machen. Ich wurde vor Jahren mal von einem Callcenter bzgl. meiner Bewerbung zurückgerufen. Das Gespräch verlief alles andere als gut. Die Dame war schon sehr von oben herab. Nie wieder. Man redet sich zudem um Kopf und Kragen.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 07. September 2017, 20:55:32
Zitat
Hast Du mittlerweile beim Jobcenter einen Antrag,
für Kleidung zum "Vorstellungsgespräch" aus dem Vermittlungbudget, gem. § 16 Abs. 1 SGB II i.V.m. § 44 SGB III,
gestellt und genehmigt bekommen?
Für welches Vorstellungsgespräch denn? Muss da nicht wenigstens etwas in Aussicht sein, damit die das genehmigen?

@Zahnfee
Danke für diese Tipps. Eine "Kollegin" in der Maßnahme bewirbt sich eigentlich überall ohne Telefon und Email. Kein Wunder, dass da nix Positives zurückkommt. Das Problem auch hier in der Maßnahme: Die Job Coaches "überwachen" teilweise, wo man sich beworben hat und haken da zur Not auch selber mal nach, telefonieren selber mit den potentiellen AG und fahren auch schon mal mit zum Vorstellungsgespräch. Eine Teilnehmerin wurde super "motiviert" bei einer Stelle, wo sie sich beworben hat doch mal anzurufen und nachzuhaken.

Ich gehöre zu denen, die einfach Angst haben, Nein zu sagen, weil vielleicht was ganz Schlimmes passiert.

Das Problem ist hier ja, dass die Job Coaches ja Druck von oben kriegen. Und auch ne schöne Provision für jeden, den sie in eine Zeitarbeitsfirma oder eine Produktionsstätte hineinbugsieren können. Ein weiteres Problem liegt wohl an einem selber.

Ja, ich habe furchtbar Angst vor Sanktionen, wenn ich mal nein sage, dass ich dieses und jenes einfach nicht möchte. Ständig wird dann herumgestochert, warum und wieso ich nicht will. Und irgendwann geb' ich's dann einfach auf.

Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Zahnfee am 07. September 2017, 21:02:52
Zitat
und haken da zur Not auch selber mal nach, telefonieren selber mit den potentiellen AG und fahren auch schon mal mit zum Vorstellungsgespräch.

Das würde ich mir verbeten. Zumal es keinen guten Eindruck beim AG machen würde. Genauso wenig würde ich mich bei einer Maßnahme filmen lassen.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 08. September 2017, 12:39:44
Bisher wollte uns zum Glück niemand filmen. Aber da muss man sich wohl auch wehren, wenn es soweit kommt.

Sie möchten einen Überblick haben, wo wir uns beworben haben. Natürlich damit sie wissen, welche Stellenanzeigen sie uns gar nicht mehr raussuchen müssen  :blum: Mehr als eine Liste, wo ich mich beworben habe, brauche ich bestimmt nicht rauszurücken. Nix Emails ausdrucken... Hierbei wäre nämlich locker eine Kontrolle möglich, ob ich auch meine Telefonnummer angegeben habe.

Zum Vorstellungsgespräch offiziell ja eigentlich nicht. Was es etwas erschwert, der Typ, bei dem sie mitfuhr, hatte ein Auto. Da braucht sie nur mit reinzuhüpfen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird es doch etwas schwieriger. Aber es wird ja gesagt, sie möchte gerne den AG kennenlernen. Also wer kann ihr das nun wiederum verbieten? Eifrig werden Kontakte zu Verleihbuden geknüpft, um leichte Provisionen zu kassieren. Wenn der Teilnehmer nach 3 Tagen wieder krankgeschrieben ist oder abspringt, dürfte die Provision auch futsch sein, oder?

Wenn ich bequemerweise alles per Email rausschicke, hat das Callcenter auf jeden Fall meine Email-Adresse. Doch ohne Telefonnummer dürften die auch recht schnell das Interesse verlieren. Alleine einen Termin mit mir auszumachen, dürfte schwierig werden. Darf mich jemand zum Anruf bei der Callcenterbude zwingen? Vielleicht sogar noch in Anwesenheit eines Job-Coaches? Schnell kommen sie einem ja auch mit "da werd' ich mal bei der Arge anrufen" usw.

Ich meine, dass ich keinen Horror-Arbeitsplatz möchte, wer kann es mir verdenken? Noch dazu, dass ich ja sowieso nicht alles machen kann/darf laut Gutachten.

Ich lasse mir leider auch zu leicht Angst machen. Ich arbeite daran (mit eurer Hilfe  :smile:), denn das hat mir bisher ja auch nur Unglück im Leben gebracht.

LG

Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Zahnfee am 08. September 2017, 14:42:58
Zitat
Wenn ich bequemerweise alles per Email rausschicke, hat das Callcenter auf jeden Fall meine Email-Adresse. Doch ohne Telefonnummer dürften die auch recht schnell das Interesse verlieren.

Das glaube ich weniger. Dann schreiben sie dich per Email an und teilen dir ihre Telefonnummer zwecks Rückrufs mit, oder sie verwickeln dich in ein "Gespräch" per E-Mail. Die Mühe mit einer schriftlichen Bewerbung würde ich mir schon machen.

Ich würde auch nicht in Anwesenheit eines Job-Coachs telefonieren.  :nea: Nicht nur weil ich mündig bin, sondern weil ich dann erst recht sehr unsicher werden würde.

Ich würde mich aber auf jeden Fall auf mein Gutachten berufen. Ich darf bspw. nur drei bis unter sechs Stunden arbeiten. Und dann auch nur noch leichte Tätigkeiten im Sitzen ohne extremen Zeitdruck bzw. besonderem Stress. - Insofern wäre meine Liste über meine Bewerbungsaktivitäten nicht übermässig lang.


Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Angela1968 am 08. September 2017, 15:15:07
Rosilein,

ich fands zuerst auch unangenehm als man bei uns in den Bewerbungskursen bei "Bewerbungsgesprächen" filmte. Aber nacher fand ich es interessant und war geschockt wie ich mich selbst bei dem "Vorstellungsgespräch" einschätzte und wie man von einem Fremden, hier der Kamera gesehen wird.

Ich selbst empfand mich als lockerr und fröhlich und die Kamera zeigte mir eine stocksteife Bewerberin.  Warum sollte man solche Chancen nicht nutzen?

Angela
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 08. September 2017, 17:04:40
Ganz so schlimm ist es bei mir noch nicht, ich darf über 6 Stunden und auch überwiegend gehend, stehend, sitzend usw. Aber auch nicht unter großartigem Druck. Letzteres schließt ja eigentlich schon vieles aus. Nur muss ich das dem Job Coach ja eigentlich auch nicht alles erzählen? Oder besser doch? Ist Callcenter mit Druck raus der Sache?

Ich möchte mich selber überhaupt nicht sehen müssen auf Video. Und ich hätte schon ein Ungutes Gefühl, was die alles noch mit dem Video anstellen. Desweiteren ist es wohl schnurz, wenn mein Lebenslauf nicht besonders beeindruckend ist und ich gar nicht zum Gespräch gebeten werde.

Also besser alles per Post wegschicken? Oder nur die Callcenter-Geschichten? Wer zahlt einem denn das Porto usw.? Muss ich wieder nen Antrag stellen. Da ich ja bereits vieles per Email weggeschickt habe, wird man mich wohl fragen, warum ich das beim Callcenter nicht auch mache. Böse Falle.

Natürlich bin ich in der Pflicht, mich zu bemühen, eine Arbeit zu finden. Das versuche ich auch im Rahmen meiner mir gegebenen persönlichen Möglichkeiten. Ich schreibe Bewerbungen und gucke mich um bei den Stellenanzeigen. Nachweis, dass ich mich beworben habe. Darüberhinaus bin ich erst mal zu nichts verpflichtet? Das heißt, es könnte mir auch keiner vorschreiben, dass ich unser gemeinsames Auto nutzen soll, um leichter eine Arbeit zu finden? Oder dass ich eine Arbeit annehmen soll, die laut meines Gutachtens nichts für mich ist? Bin ich verpflichtet, den AG bei denen ich mich beworben habe, hinterherzutelefonieren? Sowas verunsichert mich eben alles. Mir ist es echt unangenehm, bedrängt und teilweise vielleicht entmündigt zu werden.

Die Alternative wäre, mich dorthin vermitteln zu lassen und nach 2 Tagen wieder gekündigt zu werden. Obwohl ich ja dann Probetag hätte, der vielleicht bezahlt wird, ich von dem Geld aber nichts sehen werde, obwohl ich 100 Euro Freibetrag habe im Monat, der nicht vom Jobcenter angerechnet werden darf. Ein Schelm, der Böses dabei denkt?! Es ist echt schwierig für mich da durchzublicken.

Man kann den Maßnahmen nicht mal entkommen. Lehne ich dankend ab, kommt ein Verwaltungsakt (laut meinen Infos aus dem Netz) - und schon MUSS ich hin. :sad:

LG



Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: potamopyrgus am 08. September 2017, 17:41:46
Darf man fragen, was du vor deiner Arbeitslosigkeit beruflich gemacht hast?
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Beluga am 08. September 2017, 18:36:20
mich dorthin vermitteln zu lassen und nach 2 Tagen wieder gekündigt zu werden. Obwohl ich ja dann Probetag hätte, der vielleicht bezahlt wird, ich von dem Geld aber nichts sehen werde, obwohl ich 100 Euro Freibetrag habe im Monat, der nicht vom Jobcenter angerechnet werden darf.
Die „Probearbeit“ muss vom Arbeitgeber (kurz: AG) bezahlt werden.

Weitere wichtige Informationen zum Thema „Probearbeit“, siehe hier:

In diesem Forum ( www.hartz.info ):
Ratgeber, Beispielschreiben, Formulare, Gesetze, Weisungen, Urteile:
/Ratgeber
/ (Seite 1) Probearbeit: Was muß man beachten (Quelle: http://hartz.info/index.php?topic=53354.0 )

Falls der Arbeitgeber den Lohn nicht auszahlt,
muss man als Leistungsbezieher nach ALG II das ausstehende Gehalt beim Arbeitsgericht einklagen.
Sollte das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer so gestaltet sein,
dass ein Verdacht auf Schwarzarbeit vorliegt, (bsp. es wird kein Lohn bezahlt)
dann werden strafrechtliche Konsequenzen für beide Parteien die Folge sein.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Fettnäpfchen am 09. September 2017, 14:34:12
Beluga

Zitat von: Beluga am 08. September 2017, 18:36:20
Die „Probearbeit“ muss vom Arbeitgeber (kurz: AG) bezahlt werden.
aber nicht wenn es während einer Maßnahme ist oder das JC eine Maßnahme daraus macht!
Wäre mir zumindest Neu, kannst es aber gerne begründen damit ich weiß wer Recht hat, ansonsten Vorsicht mit so einer Aussage nicht das sich die TE und andere umsonst freuen und evtl. noch zusätzliche Mehrarbeit und Probleme bekommen.

Bei so einem Probearbeiten wird ja gerne mit reingeschrieben dass eben keine Lohn.- u. Lohnnebenkosten anfallen zumindest bei Maßnahmen vom DRV.

Zitat von: Rosilein am 08. September 2017, 12:39:44
Eifrig werden Kontakte zu Verleihbuden geknüpft, um leichte Provisionen zu kassieren. Wenn der Teilnehmer nach 3 Tagen wieder krankgeschrieben ist oder abspringt, dürfte die Provision auch futsch sein, oder?
Wie kommst Du bloß auf die Idee das es da Provision dafür gibt? hast ja wirklich oft genug geschrieben.

MfG FN
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 13. September 2017, 12:32:34
Diese Woche war's eigentlich ganz entspannt und so heiß wird tatsächlich nicht gegessen. Bin halt ein Panikmensch...  :schaem:

Nun habe ich tatsächlich ein Vorstellungsgespräch. Wahnsinn. Fürs Gespräch krieg' ich wohl noch was zusammen. Schwierig wäre es es, wenn ich dann täglich dort auflaufe, dann brauche ich auch mal was zum Wechseln bzw. was anständiges jetzt für die kältere Jahreszeit. Da es eine Halbtagsstelle ist und letztlich nicht mehr Geld in der Kasse wäre...

Zum einen weiß ich natürlich jetzt nicht, ob ich wirklich für einen evtl. Probetag/Schnuppertag Geld verlangen soll? Muss ich der Tertia was davon erzählen solange noch nichts in trockenen Tüchern ist?

Hinzu käme natürlich noch das mit den Fahrtkosten. Da ich hier wohl brutto mehr als 450 Euro verdienen werde, hab' ich sowas wie einen Selbstbehalt. Der würde dann wohl knapp für die Fahrtkosten reichen oder so. Das mit dem Selbstbehalt ist etwas schwierig für mich. Denn wenn ich jetzt die Fahrtkosten von ca. 70 Euro im Monat noch weniger hätte im Beutel... Es ist ja eh alles schon so knapp...

Besonders gut zahlen werden sie wahrscheinlich nicht. Termine machen in der Physiopraxis, dazu muss man nicht so viel können. Mal sehen, wie das Gespräch läuft heute Abend.

LG
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: potamopyrgus am 13. September 2017, 18:41:30

Termine machen in der Physiopraxis, dazu muss man nicht so viel können. Mal sehen, wie das Gespräch läuft heute Abend.


Wenn du das bei deinem Gespräch sagst brauchst du dir keine Gedanken um Fahrtkosten für einen Job machen.  :scratch:
Du musst mit einem Computer umgehen können, planen und umplanen können und gute Kommunikationsfähigkeiten haben. So wenig ist das wirklich nicht. Besonders wenn man es auch mit schwierigen Kunden/Patienten zu tun bekommt. Außerdem ist die Verantwortung, dass der Laden läuft und es weder übervolle Wartezimmer noch großartig Leerlauf gibt auch nicht ohne. 

Würde mich übrigens immer noch interessieren was du gelernt und was du vor deiner Arbeitslosigkeit beruflich gemacht hast..  :mail:
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 22. September 2017, 21:01:58
Hallo,

fürs Probearbeiten wollten sie sich diese Woche melden - Telefon hat aber nicht geklingelt.

Hab' Büro gelernt, arbeitete die letzten Jahre als Regaleinräumerin, geringfügig.

Nun bin ich ja wieder frei verfügbar also auch für einen anderen, leichteren Minijob gut zu haben. Allerdings weiß ich nicht, wäre auch das nicht unproblematisch. Minijob arbeiten - und gut ist, ist ja schließlich nicht. Weiter zur Maßnahme, wenn ich mal grade nicht arbeite. Angst, ich könnte schwarz arbeiten gehen?  :sleep: Weiter bewerben müssen und den ganzen Papierkrieg und das Drama mit den SB, die einem ja nur helfen wollen etc. Ich pack' das nervlich überhaupt nicht, dieses ständige Gegängel und Gedrängel und "Sie schaffen das". Die Flexiblität, die vom AG verlangt wird - das ständige Telefongebimmel, weil man hier noch antanzen soll und hier noch und da noch.

Was übrigens recht komisch ist, ist, dass das was auf dem Stick drauf ist, den die Tertia uns gegeben hat, in regelmäßigen Abständen auf den PC der Job-Coaches aufgespielt wird. Nun da ich das weiß, werde ich meine Privatnotizen wohl eher auf einem anderen Stick lassen  :sad: Auch dass der PC angeblich alles beim Runterfahren löscht, wo man herumgesurft ist - ich weiß nicht, vielleicht wird das auch noch auf einen Server überspielt und die wissen alles, was wir machen?

Letztlich wird man wohl etwas ausspioniert dort, da man als Teilnehmer eher dort Vertrauen fassen und sich verplappern soll. Denn sonst versteh' ich den Aufwasch nicht so ganz. Jeder dort hat sein Handycap, was ihn eher unvermittelbar macht - für annehmbare Jobs. Da hilft ja auch ein bisschen Motivationstraining "ach, sehen sie das doch nicht so schwarz" - "sie können das doch" auch nicht wirklich weiter, wenn man für den Arbeitsmarkt eben nicht interessant ist und einem gewissen Fortbildungen o. ä. fehlen. Desweiteren hat dort auch jeder seine persönlichen Probleme, und ich glaube keiner ist dort wirklich in der Lage, länger irgendwo durchzuhalten. Perfekt um für ein paar Tage dieser Leiharbeitsbude unterzujubeln, perfekt für jene Leiharbeitsbude für ein paar weitere Tage?!? Hat jemand Erfahrungen damit? Ich bin ja erst 4 Wochen da. Vielleicht kommt das ja bald, dass es heißt: oh, Leiharbeitsbude X würde sie sofort nehmen. Sie müssten halt nur was anderes machen... Keine Ahnung.

Bisher habe ich ja einiges mitgekriegt, dass einige Teilnehmer ein paar Sachen auch abgelehnt haben. Es gab da auch nicht Stress, soweit ich mitgekriegt habe. Allerdings wie sich das auf den Abschlussbericht sowie den Leistungsbezug auswirkt????

Die Vorträge sind eigentlich ganz interessant und man kann manchmal was für sich mitnehmen. Doch die Handicaps bleiben ja doch (wie z. B. Sozialphobie oder keinen Druck und Stress aushalten, aufmüpfige Persönlichkeit).

Wenn ich das geschafft habe, habe ich vielleicht Ruhe bis zu den nächsten Wahlen :cool:

LG

Rosilein
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Fettnäpfchen am 23. September 2017, 16:17:57
Zitat von: Rosilein am 22. September 2017, 21:01:58
Auch dass der PC angeblich alles beim Runterfahren löscht, wo man herumgesurft ist - ich weiß nicht, vielleicht wird das auch noch auf einen Server überspielt und die wissen alles, was wir machen?
Eine gesunde Skepsis schadet nicht.
Ist wie wenn Du Ihren Drucker benutzt. Da wird alles gedruckte auf einem Chip gespeichert den kann man auch auslesen. Also wenn man das möchte können die schon spionieren.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 27. September 2017, 17:37:07
Ach du meine Güte... Naja, wir werden ja sowieso durch die moderne Technik überall überwachbar und auspionierbar. Das ist der Nachteil...

Die wegen der Probearbeit haben sich nicht gemeldet zum Probearbeiten.

Muss ich mich da in der Maßnahme psychologisch trainieren lassen. Wenn ich das nicht möchte - kein Vertrauen aufbauen kann, da Maßnahmeträger = Petze des Jobcenters usw... Kann mich doch niemand für sanktionieren, oder?

Telefontraining z. B. Klar kann man vielleicht lernen, was man sagen muss. Aber ich hab' so eine Sozialphobie und da ist das schwierig. Auch bewerben tu' ich mich nicht telefonisch. Dass jemand von denen für mich dort anruft, das muss ja dann auch nicht sein. Kommt man sich doch doof vor.

Nun haben sie einen zum Callcenter geschickt, sich vorstellen. Der spricht so undeutlich, dass man ihn oft nicht richtig verstehen kann. Merken die das nicht, dass er dafür nicht taugt? Und genau das meine ich: Der kommt postwendend wieder zurück. Aber er hat den ganzen Aufwasch mit Vorstellungsgespräch usw. Die Fahrtkosten dorthin zahlt ihm auch keiner.

Daher bin ich ehrlich gesagt auch nicht so scharf darauf, Vorstellungsgespräche zu bekommen. Und da bemühen sie sich ja doch, man muss sagen, leider. Wäre ich geeignet zum Arbeiten und wäre wirklich so richtig scharf drauf (also Superwoman mit Hausputzdienst und Essen auf Rädern und ohne Depressionen), dann könnte ich mir wohl selbst einen Job besorgen, nehm' ich an.

Daher weiß ich gar nicht mal so richtig, was das so soll... Die riesen Ahnung, wie man ne gute Bewerbung schreibt, haben sie jetzt auch nicht. Es bringt auch nix, die superduper Bewerbung zu haben und der Lebenslauf passt nicht oder man ist zu alt, zu lange raus aus dem Job - oder die Stelle ist mies.

Ich muss aktiv an der Maßnahme teilnehmen, sonst drohen die berühmten Sanktionen. Was heißt aktiv: Ich gucke am PC nach Stellenanzeigen und schreibe Bewerbungen. Zu was bin ich denn nun noch verpflichtet? Ich muss keine ihrer Stellenangebote annehmen, habe ich hier in einem anderen Thread gelesen. Doch letztlich schreibt der Maßnahmeträger, ob ich aktiv teilgenommen habe?!?

LG

Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: potamopyrgus am 27. September 2017, 18:13:44
Telefontraining z. B. Klar kann man vielleicht lernen, was man sagen muss. Aber ich hab' so eine Sozialphobie und da ist das schwierig.
Ist das ärztlich attestiert und beim Jobcenter bekannt?

Auch bewerben tu' ich mich nicht telefonisch. Dass jemand von denen für mich dort anruft, das muss ja dann auch nicht sein. Kommt man sich doch doof vor.
Von dir hört man eigentlich nur was alles nicht geht und was du nicht machst und was du nicht kannst... Hilfe oder Training geht aber natürlich auch nicht...  :scratch:

Aber er hat den ganzen Aufwasch mit Vorstellungsgespräch usw. Die Fahrtkosten dorthin zahlt ihm auch keiner.
Wenn "er" die Fahrtkosten beantragt werden sie ihm selbstverständlich bezahlt.

Daher bin ich ehrlich gesagt auch nicht so scharf darauf, Vorstellungsgespräche zu bekommen. Und da bemühen sie sich ja doch, man muss sagen, leider.
Sorry, aber du redest soviel Unsinn, selbst wenn man dir schon zig Mal gesagt hat wie es tatsächlich aussieht. Du biegst es dir einfach wie du es brauchst.  :no:

Wäre ich geeignet zum Arbeiten und wäre wirklich so richtig scharf drauf (also Superwoman mit Hausputzdienst und Essen auf Rädern und ohne Depressionen), dann könnte ich mir wohl selbst einen Job besorgen, nehm' ich an.
Deine Selbstdiagnose, ala "ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt" interessiert aber keinen. Wenn dir kein Arzt bestätigt dass du "zum Arbeiten nicht geeignet bist", dann bist du verpflichtet auch Callcenter auszuprobieren, dich zu bemühen und mitzuarbeiten.

Daher weiß ich gar nicht mal so richtig, was das so soll... Die riesen Ahnung, wie man ne gute Bewerbung schreibt, haben sie jetzt auch nicht.
Ist jetzt keine Überraschung und das ein Training natürlich auch nicht geht, weil du ja auch kein Interesse hast mal eine gute Bewerbung zu schreiben auch nicht. ..

Es bringt auch nix, die superduper Bewerbung zu haben und der Lebenslauf passt nicht oder man ist zu alt, zu lange raus aus dem Job - oder die Stelle ist mies.
Du denkst vermutlich auch, dass 5 Minuten dumm stellen für das ganze Leben reicht.  :no:

Ich muss aktiv an der Maßnahme teilnehmen, sonst drohen die berühmten Sanktionen. Was heißt aktiv: Ich gucke am PC nach Stellenanzeigen und schreibe Bewerbungen. Zu was bin ich denn nun noch verpflichtet? Ich muss keine ihrer Stellenangebote annehmen, habe ich hier in einem anderen Thread gelesen. Doch letztlich schreibt der Maßnahmeträger, ob ich aktiv teilgenommen habe?!

Na sieh mal einer an. Du erwartet man auch noch von dir, dass du aktiv versuchst einen Job zu bekommen (und da du offensichtlich gar nichts kannst - laut eigener Aussage - wäre so eine Maßnahme für dich durchaus sinnvoll). Deine Pflicht ist es alles zu tun um deinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen.
Dein Locker-Flockig "weiss gar nicht was das soll mit bewerben und Arbeit suchen und so" wird dir schnell vergehen, wenn die ersten Sanktionen ins Haus stehen und dumm stellen dann eben nicht mehr ausreicht.  :no:
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 27. September 2017, 18:36:57
Ich habe eine bescheinigte Depression. Die Sozialphobie gehört halt auch dazu. Solange ich nicht raus musste zur Arbeitssuche war das aber nicht das größte Problem, was ich so hatte. Ich schaffe das einfach nicht. Und wenn der Maßnahmeträger mir helfen will?!? So genau sind die gar nicht geschult, nehme ich mal an?!? Und mir war das schon energietechnisch zu viel zur Maßnahme zu gehen und dann noch zu einem Vorstellungsgespräch. Danach war ich komplett platt für die ganze Woche. Mir ist das einfach alles zu viel. Das ist recht ernüchternd, aber erst mal nicht zu ändern. Jedenfalls nicht so schnell wie: och, so'n bisschen Telefontraining und alles gut. Wäre da nicht mein Problem, kann ich das im Internet nachlesen oder so lange rumtelefonieren, bis es endlich klappt.

Zu Hause erledigt mein Mann immer die Telefonate. Ich geh' auch nicht ans Telefon, wenn's klingelt.

Bitte überlege auch etwas, bevor du hier was schreibst. Du kennst mich doch überhaupt nicht. Klar, versteh' schon, das Jobcenter interessiert auch nur, was im Gutachten steht.

Wie peinlich ist das denn, wenn jemand für einen beim AG anruft. Würdet ihr so jemanden einstellen?

Ich hatte ja auch ein Vorstellungsgespräch, s. o. Hätte ich da auch Geld für die Fahrt gekriegt? Irgendwo habe ich gelesen, dass der AG dafür verantwortlich ist. Das Jobcenter zahlt für sowas nix. Und ständig in der Gegend herumfahren, kann ich mir gar nicht leisten. Aber wahrscheinlich wolltest du mir sagen, dass sowas dann der AG entscheiden muss, ob er mich nimmt und ich das nicht immer Vorhinein einfach behaupten kann, dass ich für die Stelle eh nicht tauge. Also hinfahren zum Gespräch muss ich schon, wenn eins kommt. Hab' ich ja auch gemacht. Allerdings denk' ich mir halt, dass sich das sicher auch vermeiden lässt, unnötig irgendwohin zum Gespräch zu fahren?!

LG

Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: potamopyrgus am 27. September 2017, 18:50:23
Bitte überlege auch etwas, bevor du hier was schreibst. Du kennst mich doch überhaupt nicht.

Ich beziehe mich einzig und allein auf das was du hier von dir Preis gibst und das ist nicht wenig. Und NIEMAND würde hier irgendwem vorwerfen, wenn ihm etwas zuviel wird, er unter Depressionen leidet oder das Leben sonstwie nicht auf die Reihe bekommt.
Es ist dein lapidares Runtergerede, ala "was wollen die überhaupt von mir, ich will doch gar nicht arbeiten", das meine Reaktion zur Folge hat.

Ich hatte ja auch ein Vorstellungsgespräch, s. o. Hätte ich da auch Geld für die Fahrt gekriegt?

Ja natürlich hättest du es bekommen, wenn du es beantragt hättest (was du immer noch machen kannst). Wirf mal einen Blick in deine Eingliederungsvereinbarung. Da sollte sowas drin stehen.


Irgendwo habe ich gelesen, dass der AG dafür verantwortlich ist. Das Jobcenter zahlt für sowas nix. Und ständig in der Gegend herumfahren, kann ich mir gar nicht leisten. Aber wahrscheinlich wolltest du mir sagen, dass sowas dann der AG entscheiden muss, ob er mich nimmt und ich das nicht immer Vorhinein einfach behaupten kann, dass ich für die Stelle eh nicht tauge. Also hinfahren zum Gespräch muss ich schon, wenn eins kommt. Hab' ich ja auch gemacht. Allerdings denk' ich mir halt, dass sich das sicher auch vermeiden lässt, unnötig irgendwohin zum Gespräch zu fahren?!

Und da wären wir wieder bei "ich bastel mir das so zusammen, wie es meine Einstellung am besten unterstützt". Nein, ich wollte dir nicht sagen, dass der Arbeitsgeber irgendwas entscheiden muss. Wenn der Arbeitgeber nicht zahlt, dann zahlt auf jeden Fall das JC, egal ob das Gespräch positiv verläuft oder nicht.
Und ob ein Gespräch unnötig ist oder nicht, entscheidest nicht du!
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: hartz4newbie am 27. September 2017, 19:38:20
Zitat von: potamopyrgus am 27. September 2017, 18:50:23
Ja natürlich hättest du es bekommen, wenn du es beantragt hättest (was du immer noch machen kannst). Wirf mal einen Blick in deine Eingliederungsvereinbarung. Da sollte sowas drin stehen.
geht auch ohne EinV, wie immer nur wenn der Arbeitgeber nicht zahlt - sollte schriftlich vorliegen(email sollte reichen).
Hier ein link: http://hartz.info/index.php?topic=101591.msg1079288#msg1079288
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: potamopyrgus am 27. September 2017, 19:49:57
wie immer nur wenn der Arbeitgeber nicht zahlt - sollte schriftlich vorliegen(email sollte reichen).

Nichtmal das ist im Vorhinein nötig. Normalerweise reicht es, wenn man vom Vorstellungsgespräch den Schriebs mitbringt, dass man da war und darauf vermerken lässt, dass keine Fahrtkosten übernommen werden.
Das JC weiss, dass es oft nur noch die großen Firmen sind, welche selbstverständlich die Fahrkosten übernehmen.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 29. September 2017, 22:49:39
Hab' ich ein Gespräch muss der Maßnahmeträger sicherlich informiert werden?! Dann werden sie mir in der Suppe rumwurschdeln, vermutlich. Nunja... Den Schrieb vom AG, dass ich da war, brauch' ich den jetzt? Dann Antrag an Jobcenter wegen Fahrtkostenerstattung... Fertig?!

In der EGV steht nur, dass ich an der Maßnahme teilnehme. Später erhielt ich ja dann das Angebot zur Maßnahme, wo Ort und Zeit drin steht, auch was gemacht werden soll. Dazu auch, dass ich z. B. die Arbeitsangebote annehmen muss, die der Träger mir gibt. Dabei müssen sie zumutbar sein. Was auch immer das nun wieder heißt.

Vielleicht sollte ich mich einfach auf die Sanktion einstellen und hoffen, dass ich nicht gleich in die nächste Maßnahme reingezwängt werde, wenn ich diese hinter mir hab'.

LG
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: coolio am 29. September 2017, 22:56:40
Zitat von: Rosilein am 29. September 2017, 22:49:39
Vielleicht sollte ich mich einfach auf die Sanktion einstellen und hoffen, dass ich nicht gleich in die nächste Maßnahme reingezwängt werde, wenn ich diese hinter mir hab'.
Kannst Du das erläutern?
Warum Sanktion?
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Beluga am 30. September 2017, 13:08:23
Maßnahme bei der TERTIA. Bewerbungstraining, Betreuung falls ich einen Job finde etc. Bin mal gespannt...
Desweiteren halt wegen der Einzelbetreuung bei der TERTIA, das hat mich eben angesprochen.
und am 21.08. beginnt dann die Maßnahme. Ich kann ja dann mal von meinen Erfahrungen berichten

- - - - - -

dass ich z. B. die Arbeitsangebote annehmen muss, die der Träger mir gibt. Dabei müssen sie zumutbar sein. Was auch immer das nun wieder heißt.
Antwort:
Zitat
Stand: 30.09.2017
Quelle: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__10.html

§ 10 SGB II Zumutbarkeit

(1) Einer erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person ist jede Arbeit zumutbar, es sei denn, dass
1. sie zu der bestimmten Arbeit körperlich, geistig oder seelisch nicht in der Lage ist,
2. die Ausübung der Arbeit die künftige Ausübung der bisherigen überwiegenden Arbeit wesentlich erschweren würde, weil die bisherige Tätigkeit besondere körperliche Anforderungen stellt,
3. die Ausübung der Arbeit die Erziehung ihres Kindes oder des Kindes ihrer Partnerin oder ihres Partners gefährden würde; die Erziehung eines Kindes, das das dritte Lebensjahr vollendet hat, ist in der Regel nicht gefährdet, soweit die Betreuung in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege im Sinne der Vorschriften des Achten Buches oder auf sonstige Weise sichergestellt ist; die zuständigen kommunalen Träger sollen darauf hinwirken, dass erwerbsfähigen Erziehenden vorrangig ein Platz zur Tagesbetreuung des Kindes angeboten wird,
4. die Ausübung der Arbeit mit der Pflege einer oder eines Angehörigen nicht vereinbar wäre und die Pflege nicht auf andere Weise sichergestellt werden kann,
5. der Ausübung der Arbeit ein sonstiger wichtiger Grund entgegensteht.

(2) Eine Arbeit ist nicht allein deshalb unzumutbar, weil
1. sie nicht einer früheren beruflichen Tätigkeit entspricht, für die die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person ausgebildet ist oder die früher ausgeübt wurde,
2. sie im Hinblick auf die Ausbildung der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person als geringerwertig anzusehen ist,
3. der Beschäftigungsort vom Wohnort der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person weiter entfernt ist als ein früherer Beschäftigungs- oder Ausbildungsort,
4. die Arbeitsbedingungen ungünstiger sind als bei den bisherigen Beschäftigungen der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person,
5. sie mit der Beendigung einer Erwerbstätigkeit verbunden ist, es sei denn, es liegen begründete Anhaltspunkte vor, dass durch die bisherige Tätigkeit künftig die Hilfebedürftigkeit beendet werden kann.
(3) Die Absätze 1 und 2 gelten für die Teilnahme an Maßnahmen zur Eingliederung in Arbeit entsprechend.



Hab' ich ein Gespräch muss der Maßnahmeträger sicherlich informiert werden?!
Der Maßnahmeträger "TERTIA" muss Dir weiterhelfen.

Allerdings habe ich im Internet gelesen,
dass über den Maßnahmeträger "TERTIA" schlecht geredet wurde.
Bsp. sei das Bewerbungstraining "ein Witz" und dass man als Teilnehmer im Bewerbungstraining seine "Zeit absitzt".
Und dass die Teilnehmer bei konkreten Fragen zu Bewerbungen
mit allgemeinen Sätzen von den Dozenten "abgespeist" oder "abgewimmelt" werden würden.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 01. Oktober 2017, 00:01:04
Sanktion weil: naja, nicht genug mitgearbeitet, mich auf Vorschläge nicht gut genug beworben etc. Keine Ahnung... Vielleicht bin ich auch hier wieder überängstlich?!

Bewerbungstraining ein Witz: Naja, ein paar Sachen kann man schon mitnehmen. Aber was sollen die denn auch machen? Wenn mein Lebenslauf, meine Fähigkeiten und Erfahrungen nicht passen, ich zu alt bin oder sonstiges eben nicht passt auf die Stellen, die im Netz zu finden sind... Dann kann ich mich noch so bemühen... Gehst du zu einem anderen Anbieter für Bewerbungstraining, dann erzählen die vielleicht wieder was anderes.

Es ist ja auch schwierig, da was richtig zu machen. Hier werden Telefontrainings z. B. angeboten, wenn sie merken, dass jemand wie ich z. B. sich damit schwer tut. Annehmen muss man das aber selbst. Sie können mir ja, zum Glück, nichts aufzwingen. Es gibt ein paar Vorträge, die mit dem Thema zu tun haben. Und letztlich muss jeder sich aber selber an den Coach wenden, wenn er wo Hilfe benötigt. In Einzelgesprächen wird wohl schon abgeklopft, wo der jeweilige Teilnehmer vielleicht noch Hilfe benötigen könnte.

Tja, hier sage ich es schon, dass sie mir ja eigentlich nichts aufzwingen können. Und doch habe ich immer Angst vor Sanktionen, wenn ich diverse Angebote nicht annehme. Ich raff' das einfach nicht.

Habe ich eine tolle Qualifikation, ist die Bewerbung wohl eher zweitrangig bzw. mit einer noch so tollen Bewerbung kriege ich nix, wenn ich nix kann und persönliche Schwachstellen habe, zu alt bin, was weiß ich...

Konkrete Fragen: naja, hab' ich jetzt nicht so die Erfahrungen. Aber bei den Bewerbungen ist es ja so, dass es eh auf den Personaler ankommt, der sie zu lesen kriegt. Und das weiß man vorher ja eh nicht. Naja, welche Antworten soll man bekommen. Es gibt Grundlegendes, aber die tieferliegenden Dinge, naja, das ist wohl tatsächlich nicht deren Ding. Kommt vielleicht auch auf die Erfahrung der jeweiligen Mitarbeiter an.

Letztlich geht es eh dann nur noch darum, die Teilnehmer in Zeitarbeitsfirmen zu stecken und/oder in irgendwelche Callcenter. Wunder können die halt auch nicht. Nur irgendwie müssen wenigstens sie einen Arbeitsplatz haben.

Was heißt die Tertia MUSS mir weiterhelfen. Aber nur wenn ich frage, oder muss ich denen von einem Vorstellungsgespräch erzählen?

LG

Rosilein
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: coolio am 01. Oktober 2017, 00:14:17
mal Klartext:
- wenn Du schon unter 'Betreuung' stehst soll diese wenigsten erfolgversprechende Ansätze bieten/liefern
dazu gleich
- TERTIA ist einer der schlimmsten Abzocker bundesweit mit einer der übelsten Qualität (dafür aber bestens mit den JC vernetzt)
- Lass Dir nicht alle Schuld aufhalsen - die Interessen des JC in Verbindung mit der Tertia sind eindeutig wirtschaftlich orientiert (um eine böses Wort mit 'K...'  zu vermeiden)
- Du bist nur verschiebbares 'Humankapital' in deren Augen.
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Deine Bewerbungspflichten und der Nachweis darüber besteht lediglich gegenüber dem JC - Der MT kann blubbern, bis er wegen gerissener Lippen Labello (oder ähnliches)  braucht.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Beluga am 01. Oktober 2017, 05:51:18
Maßnahme bei der TERTIA. Bewerbungstraining, Betreuung falls ich einen Job finde etc.
Vor allem: Farb- und Stilberatung.
Das Angebot der TERTIA schien mir irgendwie gezielter
Ansonsten bin ich grad in einer Maßnahme, wo ich gute Tipps erhalte, wie ich mich anständig bewerbe, wenn ich die Stelle haben möchte. Außerdem ist das praktisch, um eben auch Ansprechpartner für Fragen wegen Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen, wie man es richtig machen sollte.
Was heißt die Tertia MUSS mir weiterhelfen. Aber nur wenn ich frage, oder muss ich denen von einem Vorstellungsgespräch erzählen?
Aus juristischer Sicht „musst“ Du dem Maßnahmeträger TERTIA von Deinem „Vorstellungsgespräch“ erzählen.
Es kann sein, dass sich aus diesem Gespräch etwas ergibt, bsp. feedback, „gute Tipps“ etc.
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 07. Oktober 2017, 21:19:41
Unter Betreuung stehe ich nicht. Daher kann ich trotzdem depressiv sein und dem Arbeitsalltag nicht gewachsen. Natürlich interessiert das letztlich niemanden so wirklich. Jetzt, wo ich 2 Tage in der Woche stundenlang dort vor dem PC sitze, im Grunde aber ja keine wirkliche Leistung erbringe, wird mir das jetzt natürlich mehr oder weniger so ausgelegt, dass meine Konzentration doch wirklich gut sei. Wie man das nun beurteilen will anhand dessen... Hier hilft wohl nur auf zum Psychologen und Krankschreibung für Monate oder wie?

Nun geht es um einen Job, der für mich passen könnte. Allerdings muss auch hier jeder Telefondienst machen, mit Leuten telefonieren. Das liegt mir nun echt überhaupt nicht. Aber was soll ich machen? Der JobCoach hat mich gefragt, ob sie das anleiern soll. Naja, ich weiß ja auch nicht, was ich machen soll. Hab' gesagt, klar. Doch so langsam, wenn ich das so lese, hab' ich ja doch wieder keine Rückzugsmöglichkeiten, die ich zwischendrin brauche. Hört sich ja alles immer besser an als es ist...

Im Moment verschwinden dort Leute aus der Gruppe. Das ist direkt unheimlich  :zwinker: Der ist in Arbeit, die kann in Arbeit. Und mir geht's jetzt auch an den Kragen. Nur letztlich können sie nichts als einen an eine Zeitarbeitsfirma zu verhökern. Dort wirst du dann schlecht bezahlt und wenn du Pech hast noch übern Tisch gezogen. Nach Abzug der ganzen Kosten wie Fahrt, Kleidung, Friseur, Kollegengeschenke usw. kann ich mir das vielleicht noch nicht mal leisten. Ich schiebe jetzt wieder Panik, weil ich nicht wirklich optimistisch sein kann, was die Stelle betrifft.

Abbrechen kann ich die Stelle sicherlich, wenn der Zeitdruck zu hoch ist, was ich mir gut vorstellen kann. Ist ja überall dasselbe. Doch dann dauert es vielleicht wieder, bis die Zahlung vom Amt anläuft. Naja, so das ganze Prozedere. Wenn ich dann noch Vollzeit arbeite, mit dem Bus dort hin muss usw. Ich krieg' ja privat überhaupt nichts mehr auf die Reihe.

In der EGV steht ja drin, ich soll aktiv dort mitmachen (was immer das genau heißt) und den Anweisungen des Maßnahmeträgers folgeleisten. Letzteres nehme ich an hat mit der Hausordnung zu tun. Also ich könnte jetzt auch beim Vorstellungsgespräch dort sagen, nö, is nix für mich??? Folgt dann eine Sanktion?

Inwieweit bin ich verpflichtet, dem AG von meinen Einschränkungen zu erzählen?

LG

Rosilein

Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 12. Oktober 2017, 23:19:19
Wahrscheinlich habe ich bald ein Vorstellungsgespräch (Anruf gekriegt, rufe morgen zurück).

Es ist echt so, dass man schon richtig Angst davor hat, hinzugehen. Nicht, weil man vielleicht den Job nicht bekommt, so wie bei anderen. Nein: weil man Angst hat, irgendeinen Fehler zu machen, der einem eine Sanktion einhandelt. Das ist doch  :teuflisch:

LG

Rosi
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Rosilein am 18. Oktober 2017, 22:12:30
Falls ich keinen Job habe, wenn diese Maßnahme zu Ende ist... Werde ich dann gleich in die nächste Maßnahme gesteckt?

LG
Titel: Re: Fallen und Pflichten bei der Jobsuche
Beitrag von: Fettnäpfchen am 19. Oktober 2017, 16:10:33
Zumindest meine Glaskugel ist da überfragt.
Schau mal das du zur Ruhe kommst wäre besser für dich.

MfG FN