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Hilfebereich => Fragen und Antworten zu Hartz IV / ALG II => Thema gestartet von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54

Titel: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
Hallo ihr Lieben,
ich hätte ein paar Fragen hinsichtlich geringfügig überschrittener KdU bei ALG II.
1. muss man von einer insgesamt 5 Zimmer Wohnung, also Bad und Küche schon eingerechnet in eine 1 Zimmer Wohnung umziehen? Ist dies überhaupt zumutbar? Ich kann kaum meine Sachen von einer fast 64 Quadratmeter großen Wohnung in ein 1 Zimmer verfrachten. Wenn ein Umzug in eine Zimmer Wohnung mit all den Sachen zumutbar wäre, was ich sehr bezweifle, denn man kann doch nicht alles weg schmeissen, gibt es da Richtwerte, z.B. nur ein Umzug von einer größeren Wohnung in eine maximal 70-80% kleineren?
2. Kann man die Heizung kündigen und somit Heizkosten an den Vermieter vermeiden, das würde mein Problem lösen, dass die KdU zu teuer sind, nach Kündigung der Heizung wären sie im Rahmen. Dies wäre nur vorübergehend, da nächstes Jahr ab dem 01.01 die Angemessenheitsgrenzen neu gefasst werden und es da schon sein kann, dass meine KdU nicht mehr zu hoch sind, wenn die Angemessenheitsgrenzen rauf gehen. Andere kurzfristige Kostensenkungsmaßnahmen sind keine möglich, bzw. fallen mir keine ein.
3. gibt es bei Umzug in eine hinsichtlich der Kdu teurere Stadt wirklich nur die bissher übernommenen KdU? Werden diese dann nie, sofern man länger in dieser teuren Stadt, gemäß den dort geltenden höheren Angemessenheitsgrenzen irgendwann mal voll übernommen?
4. gibt es in Bayern Tolleranzwerte, bzw. Zuschläge, die das Jobcenter hinsichtlich den KdU zusätzlich gewähren könnte, bzw. muss. Habe gelesen, dass es in Berlin z.B. gemäß AV- Wohnen 1. einen Härtefallzuschlag, 2. einen Umzugs-Vermeidungs- Zuschlag, 3. einen Mondernisierungszuschlage und 4. einen Langmieterzuschlag gibt. Alles glaube 10% von Nettomiete, und zwar werden diese Zuschläge auf die Angemessenheitsgrenzen oben drauf addiert, so dass man auch bei höheren KdU als angemessen in der Wohnung bleiben darf.
5. wird ein Umzug unzumutbar, und müssen die KdU weiter voll übernommen werden, wenn man schon länger krankgeschrieben ist, und überhaupt z.B. keine Veränderungen so verkraften kann? Wenn ja wie kann man die nachweisen?
6. Vielleicht weiss von euch noch ergänzend jemand etwas zu Mietminderung wegen Lärmbelästigung, da ständig nebenan gebaut wird? Eventuell käme es in Frage mit Hilfe einer Mietminderung die nicht übernommenen KdU in Höhe von etwas über 60 Euro zu senken.

Vielen Dank für Nachrichten.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: coolio am 12. September 2019, 01:22:03
Werde mal 3 Nummern konkreter!
Keine KDU ist ja wohl kaum möglich.
Was liegt Dir vor? eine Kostensenkungsaufforderung? Von wann ist die?
Wie sieht die aus? (am besten einscannen und lesen lassen).
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: SantanaAbraxas am 12. September 2019, 06:15:29
Ratgeber Kosten der Unterkunft / Angemessenheit
https://hartz.info/index.php?topic=15.0

Du musst nicht umziehen. Wenn es tatsächlich keine Möglichkeit geben sollte, die Festsetzung der Miete auf "angemessene Höhe" abzuwenden, könntest du in deiner Wohnung bleiben und die Differenz selbst zahlen. Sollte aus gesundheitlichen Gründen ein Umzug nicht möglich sein, muss dies von einem Arzt attestiert werden.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: crazy am 12. September 2019, 07:11:51
Geringfügig überschritten heißt bei dir??,,
Nein,man kann seine Wohnungsbeheizung natürlich nicht kündigen. Im Gegenteil,wäre die Beheizung defekt könntest Du dem Vermieter die Miete erheblich kürzen bis es repariert ist. Du kannst statt Baden  nur noch Duschen,deine Zimmer statt auf 22 auf 20 Grad erwörmen, um Energie zu sparen. Gar nicht heizen  im kalten Winter kann zu Schimmel führen und Du wärest eindeutig schuld.

Da 1 Zimmer Wohnung in der Neuvermietung locker das gleiche Kosten wie eine seit langem bewohnte größere Wohnung gibt es durchaus Möglichkeiten gegen Kostensenkungsaufforderungen anzugehen. Bei zu vielen leeren Zimmern können  Kosten auch durch Vermietung eines Zimmers an Wochenendfahrer u.ä vermietet werden
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Lachsangler am 12. September 2019, 08:24:08
Zitat von: crazy am 12. September 2019, 07:11:51
Geringfügig überschritten heißt bei dir??,,

steht doch hier:

Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
die nicht übernommenen KdU in Höhe von etwas über 60 Euro

Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Sheherazade am 12. September 2019, 11:00:16
1. muss man von einer insgesamt 5 Zimmer Wohnung, also Bad und Küche schon eingerechnet in eine 1 Zimmer Wohnung umziehen? Ist dies überhaupt zumutbar? Ich kann kaum meine Sachen von einer fast 64 Quadratmeter großen Wohnung in ein 1 Zimmer verfrachten. Wenn ein Umzug in eine Zimmer Wohnung mit all den Sachen zumutbar wäre, was ich sehr bezweifle, denn man kann doch nicht alles weg schmeissen, gibt es da Richtwerte, z.B. nur ein Umzug von einer größeren Wohnung in eine maximal 70-80% kleineren?

Nein, da gibt es keine Richtwerte. Den überschüssigen Hausrat kann man verkaufen, tauschen, verschenken oder entsorgen.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Schwester_112 am 12. September 2019, 11:22:26
Also als Single kannst du natürlich 5 Zimmer abschminken... 1 Zimmer war früher, jetzt geht es nach Quadratmetern. Wo das aber nachzulesen ist weiß ich leider nicht.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Angie69 am 12. September 2019, 11:40:58
Für eine Person wären 50qm okay.

Der te sollte aber zunächst die Fragen von coolio beantworten

Werde mal 3 Nummern konkreter!
Keine KDU ist ja wohl kaum möglich.
Was liegt Dir vor? eine Kostensenkungsaufforderung? Von wann ist die?
Wie sieht die aus? (am besten einscannen und lesen lassen).

Und falls mit der teuren Stadt in Bayern München gemeint sein sollte hilft ggfs diese Info

https://www.gegen-hartz.de/news/muenchen-zahlt-deutliche-hoehere-hartz-iv-regelsaetze-warum-ist-das-so
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: zugchef werner am 12. September 2019, 17:27:48
Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
in eine 1 Zimmer Wohnung umziehen?
Nein nur in eine andere Wohnung die angemessen ist, das kann auch eine mit mehr Zimmern sein.
Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
Kann man die Heizung kündigen
So etwas geht gar nicht, weil es feste Kosten gibt die immer zu zahlen sind.
Einzig eben gar nicht Heizen würde gehen, dann wird es aber zur Schimmelbildung kommen.
Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
wirklich nur die bissher übernommenen KdU?
Wenn es ein neues JC (Neuantrag) ist gelten die KdU vor Ort, nicht was bisher an Miete gezahlt wurde.
Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
gibt es in Tolleranzwerte
Musst du vor Ort erfragen und kommt darauf an wie lange du schon da wohnst.
Manche Städte haben da Sonderregelungen.

Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
Wenn ja wie kann man die nachweisen?
Das müsste über einen Arzt (Gutachten) geklärt werden.

Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
Mietminderung wegen Lärmbelästigung
Wenn berechtigt, kann es eine Möglichkeit sein, ist aber mit Vorsicht zu betrachten.

Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
in Höhe von etwas über 60 Euro


Notfalls musst du die selbst tragen, dann brauchst du jedenfalls nicht umziehen.




Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Guest13 am 12. September 2019, 17:31:02
Vielleicht weiss auch jemand, 1)ob es zumutbar ist seine Tiere abzuschaffen, wenn man nur eine Wohnung findet, die keine Tierbesitzer nimmt, bzw. 2) ob es zumutbar ist mit einer Katze die Freigänger ist mitten in die Stadt zu ziehen, bzw. an Schnellstrasse, so dass man diese nicht mehr herauslassen kann und sie praktisch abschaffen muss, denn in der Wohnung will diese nicht immer bleiben.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: zugchef werner am 12. September 2019, 17:38:23
Gegen eine Katze dürfen VM nichts haben.
Ansonsten ist es deine Entscheidung, wie du damit umgehst, sollte es irgendwann so sein.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Guest13 am 12. September 2019, 17:48:18
Es geht hier um Grundsicherungsleistungen, dass sind bei mir nur reine ALG II-Leistungen ohne Aufstockung. Die KdU sind so 62 Euro überschritten.
Das mit den weniger Heizen geht nicht. Es war als Kostensenkungsmaßnahme von mir gedacht, dass ich eben mitteile, dass keine Heizkosten sondern nur moch Miete und Nebenkosten anfallen, denn dann wären die KdU nicht mehr zu teuer. Wenn das mit Heizung kündigen nicht funktioniert fällt das als Kostensenkungsmaßnahme weg.
Ab dem 01.01.2020 werden in meiner Stadt neue Angemessenheitsgrenzen festgesetzt. Ob da die KdU immernoch zu teuer sind kann man meiner Meinung nach nicht sagen. Sie könnten ja um 62 Euro heraufgesetzt werden, dann sind die Kdu nicht mehr zu teuer. Das Jobcenter macht scheinbar nur Druck damit es Kosten sparen kann, man soll möglichst schnell ausziehen, ohne abzuwarten wieviel die KdU ab dem 01.01.2020 steigen, damit das Jobcenter eine billigere Miete zahlen muss. Aber wie gesagt kann es ja sein, dass die Angemessenheitswerte ab dem 01.01. heraufgehen, so dass es sein kann dass die KdU nicht mehr zu teuer sind. Ich möchte nicht auf bloßen Verdacht umziehen und mich dann am 01.01. ärgern weil die KdU nicht mehr zu teuer sind.
Das ganze Verfahren kommt mir komisch vor. Ich habe ein Schreiben erhalten, dass als Anhörung bezeichnet wird. Darauf steht dass die KdU zu teuer sind, und 6 Monate übernommen werden. Es lag ein Zettel dabei, auf den man vermerkten sollte, ob man umziehen will, oder seine Kosten senken will. Ich habe daraufhin geantwortet und einen Langmieterzuschlag, einen Härtefallzuschlag, einen Modernisierungszuschlag und einen Umzugs-Vermeidungs-Zuschlag beantragt und erklärt, dass mit Berücksichtigung dieser Zuschläge die Kdu tatsächlich nicht mehr zu teuer sein. Es kam nichts mehr.
Nach 6 Monaten hat man einfach die KdU gesenkt und erst im nachhinein mitgeteilt, dass es angeblich die Zuchläge nur in Berlin gebe, ohne meinen Antrag auf die Zuschläge je zu verbescheiden. Ich habe Widerspruch eingelegt und befinde mich nun in der Klage, nachdem ich das ER-Verfahren verloren habe, da es angeblich nicht dringend ist. Ich hatle es für unverhältnismäßig jemanden zum Auszug aufzufordern, obwohl ab dem 01.01.2020 es neue KdU Werte gibt, die dato noch unbekannt sind.
Danke für die Antworten
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: zugchef werner am 12. September 2019, 18:09:31
Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 17:48:18
Langmieterzuschlag, einen Härtefallzuschlag, einen Modernisierungszuschlag und einen Umzugs-Vermeidungs-Zuschlag beantragt
Solche Zuschläge kenne ich eher nicht, nur einen für langjährige Bestandsmieter wenn schon immer in der Wohnung gewohnt. (seit Hartz IV)
Aber wie schon geschrieben, kommt auch auf das JC an.
Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 17:48:18
und befinde mich nun in der Klage
Wirst ja dann sehen wie es das Gericht entscheidet.
Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 17:48:18
jemanden zum Auszug aufzufordern
Sie können das fordern, aber du musst trotzdem nicht raus, wen du das zu viel selbst zahlst.
Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 17:48:18
ab dem 01.01.2020 es neue KdU Werte gibt
Die aber kaum um diese Summe erhöht werden dürfte.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: NevAda am 12. September 2019, 18:15:32
Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 17:48:18
Das mit den weniger Heizen geht nicht. Es war als Kostensenkungsmaßnahme von mir gedacht, dass ich eben mitteile, dass keine Heizkosten sondern nur moch Miete und Nebenkosten anfallen,
Weniger heizen geht nicht, aber gar nicht heizen ginge?

Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
geringfügig überschrittener KdU
Wenn es geringfügig wäre, würdest Du es einfach selber zahlen. Ist es aber nicht. 62 Euro sind 15% Deines verfügbaren "Einkommens".

Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
Mietminderung
nicht allein, nur mit anwaltlicher Hilfe, kann sonst nur schief gehen...

Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 17:31:02
zumutbar ist mit einer Katze
Denk das mal weiter. Dann schaffe ich mir halt Tiere an, deren Haltung xy bedarf. Und so. Nee, nee.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Guest13 am 13. September 2019, 11:07:13
Weniger Heizen geht schon. Mache ich aber schon. Ich kann damit aber nicht argumentieren, dass ich die KdU jetzt auf die Angemessenheitsgrenze gesenkt habe, indem ich weniger Heize. Wenn die Heizkosten aber ganz weg vielen, ich sie also kündigen würde, dann wären meine KdU nicht mehr zu teuer. Dann hätte ich nur noch Miete und Nebenkosten, aber das scheint ja nicht zu gehen.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Guest13 am 13. September 2019, 11:34:03
Die Frage mit dem Haustier war eigentlich auch so gedacht, dass wenn nur vergügbare Wohnungen vorlägen, bei denen der Vermieter keine Haustiere duldet, ob man dann trotzdem in eine solche Wohnung ziehen muss, was ja wiederum bedeuten würde, dass man das Haustier dann wohl abschaffen muss. Das wäre schon schlimm.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: NevAda am 13. September 2019, 11:37:05
Niemand kann und wird Dich zwingen, irgendwo einzuziehen.
Es geht Dir also darum, dass in Deinen Bemühungsnachweisen auch Wohnungen drin sein werden, die zwar angemessen wären, aber nicht angenehm für Deine Katze?

Ja, solche Wohnungen wären für Dich ganz sicher zumutbar. Wenn in Deiner Auflistung also solche drin sein sollten, wird man Dir nicht über die Zeit hinaus höhere als die angemessene KdU bewilligen. Logisch, oder? Nachvollziehbar?
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Angie69 am 13. September 2019, 11:57:55
Hast du evtl eine Erkrankung, die dich einschränken würde umzuziehen? Depressionen usw

Man kann wenn man krank ist die Übernahme der kompletten KdU beantragen auf Grund einer Umzugsunfähigkeit. Dafür brauchst du ein Attest deines Arztes und wirst sehr wahrscheinlich zu einem Gutachten geschickt um das Attest zu überprüfen.
Auch der Verlust sämtlicher soziale Kontakte, durch die es einem schlechter gehen würde, kann vorgetragen werden.



Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: crazy am 13. September 2019, 12:41:57
64 qm und 5 Zimmer-wie das?
50 bis 60 gelten als angemessene Größe,wobei die Wohnfläche nebensächlich ist.
Kosten senken zumindest vorübergehend geht wie schon geschrieb z.B. auch mit Untervermietung.
Haustier plus selbst was aus dem Regelsatz abzwacken-wird mehr als eng. Ein Tierarztbesuch und ihr beide müsst hungern.
Wie kommt die jetzt so hohe Angemessenheitsüberschreitung zu Stande?
Mieterhöhung oder Anpassung der Nebenkosten wegen Preissteigerungen,wurden energetische Modernisierungen umgelegt...?

Mietminderung bringt nichts,denn sollte der VM die Ursache nicht abstellen können oder diese sonst unrechtmäßig sein,so zahlst Du nach ggf Rechtsstreit nach.

Klar gibt es Härtefälle in denen ein Umzug unzumutbar wäre-die Ausssicht auf höhere KdU Grenzen ab Januar gehören jedoch nicht dazu.

Das Problem der Angemessenheit ist klar,Vermieter schlafen schon seit Jahren nicht -Bruchbuden winzig werden exakt so teuer wie das JC es haben will vermietet. Damit gibt es genügend Mieter und das JC hat den Beweis,dass man für das Geld was bekommt. Diese Phänomen wurde bereits kurz nach Einführung von Alg2 bekannt. Und wer keine Alg2 Empfänger will haut even was drauf auf die Miete-auch hier gibt es noch genügend verzweifelte. Zudem hilft keine Mietpreisbremse,wenn die hohen Nebenkosten,gesetzlich gewollt bereits 50% und mehr der Miete ausmachen. Gas wäre deutlich günstiger gäbe es die Kopplung an den Ölpreis nicht. Ohne all die Steuern und Abgaben,Vorschriften zur Verbrauchserfassung,Rauchwarnmelderwartung,Legionellenprüfung  usw wären die Kosten deutlich geringer. Letzendlich Schraube ohne Ende-alles wird teurer,die KdU müssen angepasst werden,die Vermieter wollen und müssen Gewinn machen(sie müssen das Gebäude in Stand halten und auch die Einnahmen aus der Miete versteuern) die KdU müssen steigen oder es wird mal wieder in Stadteigenen Wohnraum investiert. In Berlin werden Bestandshäuser mittlerweile von der Stadt gekauft. Wesebtlich sinniger als das nächste Neubaugebiet auf der grünen Wiese während Bestandsgebäude vergammeln oder der Luxussanierung zum Opfer fallen
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Sheherazade am 13. September 2019, 12:46:42
64 qm und 5 Zimmer-wie das?

Zitat von: Guest13 am 12. September 2019, 01:05:54
muss man von einer insgesamt 5 Zimmer Wohnung, also Bad und Küche schon eingerechnet

Wahrscheinlich hat sie auch noch einen Flur als Zimmer mit eingerechnet.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Guest13 am 15. September 2019, 17:13:37
Wenn es ein neues JC (Neuantrag) ist gelten die KdU vor Ort, nicht was bisher an Miete gezahlt wurde.

Gibt es dann bei einem Weiterbewilligungsantrag, also kein Neuantrag bei Umzug nicht irgendwann die höhere Miete vor Ort, wenn man in eine teurere Stadt zieht?
Ich wohne in schon immer in der Wohnung seit ich ALG II- Beziehe. Hätte ich dann Anspruch auf Zuschlag?
Weiss jemand, ob es reicht auf dem Wohnungsmarkt in Zeitungen usw. nach Wohnungen zu suchen, oder ob man gezwungen ist sich auch bei Sozialwohnungsträgern anzumelden? Immerhin gibt es ja ein Selbstbestimmungsrecht, und Wohnungsangelegenheiten sind doch Privatangelegenheiten. Wenn keine Wohnungen verfügbar sind, und derzeit sind keine auf dem normalen Wohnungsmarkt verfügbar müssen ja die KdU weiter übernommen werden. Oder muss ich zwingend jetzt auch noch nachweisen, dass auch bei den Sozialwohnungen auch keine Wohnungen mehr frei sind, oder reicht der normale Wohnungsmarkt, also Untersuchung von normalen Wohnungsanzeigen in Zeitungen?
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: NevAda am 15. September 2019, 17:26:16
Zitat von: Guest13 am 15. September 2019, 17:13:37
reicht der normale Wohnungsmarkt, also Untersuchung von normalen Wohnungsanzeigen in Zeitungen?
Wenn Du wirklich ernsthaft eine Wohnung suchen würdest, würde das nicht reichen. Warum sollten Vermieterinnen, die günstige Wohnungen zu vermieten haben, inserieren? Die Leute, die suchen (weil sie eine Wohnung, die sie sich leisten können, brauchen zum Beispiel), stehen bei denen Schlange.
Leute, die nur so tun, als würden sie suchen, lesen halt nur Zeitung...
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Guest13 am 15. September 2019, 17:26:57
Die Angemessenheitsüberschreitung kam dadurch zustande, dass ich im Jahr 2015 eine Modernisierung hatte und dies zu Mieterhöhungen führt. Ich hatte dieses Jahr wieder eine Mieterhöhung erhalten (Grundmiete wurde erhöht).
Es ist eine billige eigentlich 3-Zimmer Wohnung. Ich hatte das Bad und die Küche mitgerechnet, deshalb habe ich 5 Zimmer geschrieben. Es wohnte vorher noch eine Person hier. Die ist aber ausgezogen. Nach Auszug der Person war die Miete vorerst auch jahrelang alleine nicht zu teuer, da die Wohnung wirklich billig war. Jetzt durch die neue Mieterhöhung ist sie es aber.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: NevAda am 15. September 2019, 17:29:45
Musst Dich nicht rechtfertigen, mir gegenüber schon mal gar nicht.

Aber Deine letzte Frage war echt - äh - merkwürdig...
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Guest13 am 15. September 2019, 17:38:02
merkwürdig? Ich versuche gerade den Wohnungsmarkt am Wohnort zu untersuchen, und da ist es schon wichtig zu wissen, ob ich die Sozialwohnungen da einbinden muss. Es heisst ja,dass wenn nicht genügend verfügbare Wohnungen am Markt sind die KdU weiter übernommen werden müssen. Ich dachte, dass da der öffentliche Wohnungsmarkt, also Ausschreibungen in Zeitungen damit gemeint war.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: coolio am 15. September 2019, 17:40:48
Gerade die Sozialwohnungen  bieten oft günstigen Wohnraum. (das wissen auch die JC)
Also nix mit "selektiver Auswahl".
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Wuff am 15. September 2019, 17:41:56
Damit ist das komplette Spektrum an Wohnungsmärkte gemeint, so auch die Sozialwohnungsgesellschaften und deine Bemühungen musst du belegen, das bedeutet, du musst im Zweifel beweisen, dass du dich für diese und jene Wohnung beworben hast und auch die Absage dafür vorlegen können.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: NevAda am 15. September 2019, 17:45:51
In den Zeitungen steht nur ein Bruchteil der verfügbaren Wohnungen.

Große Vermieterinnen (Gesellschaften, Genossenschaften) inserieren nicht, brauchen sie nicht. In der ersten Woche eines Monats werden die mit Anrufen überschüttet, was frei geworden ist.

Auch private Vermieterinnen mit wenigen Wohnungen inserieren nur dann, wenn ihnen Leerstand droht. Wenn die Wohnungen günstig sind (warum auch immer), ist das genügend Leuten bekannt, so dass auch die angerufen/-schrieben werden.

(Ich habe mal eine (gut bezahlbare) Wohnung gefunden, nachdem ich inseriert hatte, war deren einzige Wohnung.)

-> Dass in Zeitungsanzeigen keine Wohnungen mit Deinen Kriterien zu finden sind, muss nicht heißen, dass es keine gibt.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: zugchef werner am 15. September 2019, 17:57:03
Zitat von: Guest13 am 15. September 2019, 17:13:37
also kein Neuantrag bei Umzug nicht irgendwann die höhere Miete vor Ort, wenn man in eine teurere Stadt zieht?
Wenn ein anderes JC zuständig wird, dann geht das nur mit Neuantrag.
Zitat von: Guest13 am 15. September 2019, 17:13:37
Ich wohne in schon immer in der Wohnung seit ich ALG II- Beziehe. Hätte ich dann Anspruch auf Zuschlag?
Kannst du nur bei deinem JC erfragen, bei uns gibt es eine Bestandsschutzregelung, aber die hat die Stadt so festgelegt.
Hat also nicht jedes JC. (da dürfen es 50€ drüber sein für einen Single, aber dann keinen Cent mehr)

Lass dich mal dazu beraten, wenn es vor Ort eine Stelle gibt.
Manchmal lohnt sich auch der Weg über das SG.

Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: crazy am 16. September 2019, 17:15:44
Wenn Du ernsthaft suchen willst:
Ebay Kleinanzeigen und gängige Internetportale- Einstellung neue Angebote melden.
Alle Wohnungsbaugesellschaften/Genossenschaften anschreiben und auf Warteliste setzen lassen.
Zettel aushängen im Supermarkt usw. Freunde ,Bekanbte informieren. Tatsaächlich geht über direkte Empfehlung oft mehr
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Angie69 am 16. September 2019, 17:24:50
Kleine Anmerkung zu den Wohnungsbaugesellschaften/Genossenschaften, ich weiß natürlich nicht wie es in den einzelnen Städten in ganz Deutschland ist, aber bei uns hier (Franken) stellen sie um auf nur noch per Onlineanmeldung . Vielleicht wäre es besser vorsichtshalber vorher anrufen oder auf die Homepage zu schauen.
Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: Guest13 am 23. September 2019, 18:52:58
Müsste die Person, sofern man eine aufnimmt, nur die Mehrkosten zahlen, die das Amt nicht übernimmt, oder die komplette halbe Miete? Eigentlich gehört doch eine Person, sofern Sie ihren Lebensunterhalt selbst sichern kann nicht zur Bedarfsgmeinschaft, und somit lebt in der zu teuren Wohnung nur eine Person die eine Bedarfsgemeinschaft mit sich selbst bildet.

Titel: Re: KdU werden nicht übernommen, was machen, was ist zumutbar?
Beitrag von: zugchef werner am 23. September 2019, 18:59:58
Bei einer WG oder Untermieter muss die Miete nicht hälftig geteilt werden.
Ist auch keine BG, nur du für dich allein.

Aber sie sollte schon Marktüblich sein. Vermutlich nicht nur in der Höhe, was das JC derzeit nicht übernimmt.