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Hilfebereich => Fragen und Antworten zu anderen Sozialleistungen => Thema gestartet von: jeschik am 21. September 2020, 14:01:35

Titel: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 21. September 2020, 14:01:35
Hallo,
bei mir findet demnächst ein Gutachten auf orthopädischen Fachgebiet statt, welches im Rahmen eines SG Verfahrens gegen die Uk stattfindet. Hier wurde von mir der klageweg vor das SG gegangen, da die erhaltenen Prozente auf orthopädischem, wie auch auf psychologischem Fachgebiet für zu gering gehalten werden.
Nachdem ich nun vom SG schriftlich informiert wurde, das ein Gutachter für die begutachtung auf orthopädischem Fachgebiet beauftragt wurde, musste ich hier zudem lesen, das es diesem Gutachter obliegen soll, ob dieser ein weiteres Gutachten auf psychoglischem Fachgebiet für angebracht bzw. nötig hält.
Haltet ihr so ein vorgehen und ablauf für rechtens ? Für mich ist das alles überhaupt nicht nachvollziehbar !!!

Ich stehe im alg2 vollbezug, ich wusste hier aber nicht in welche Forum Sparte ich dies Posten sollte. Wenn ich hier falsch bin, bitte ich einen Admin oder einen berechtigten, meinen Thread in die richtige Kategorie einzustellen, Danke.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Sheherazade am 21. September 2020, 14:31:02
Nachdem ich nun vom SG schriftlich informiert wurde, das ein Gutachter für die begutachtung auf orthopädischem Fachgebiet beauftragt wurde, musste ich hier zudem lesen, das es diesem Gutachter obliegen soll, ob dieser ein weiteres Gutachten auf psychoglischem Fachgebiet für angebracht bzw. nötig hält.

Ist der Gutachter namentlich benannt, kannst du herausfinden, welche Fachgebiete dieser Gutachter hat?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 21. September 2020, 14:38:13
Zitat von: Sheherazade am 21. September 2020, 14:31:02
Ist der Gutachter namentlich benannt, kannst du herausfinden, welche Fachgebiete dieser Gutachter hat?
Ja, das Fachgebiet dieses Gutachters ist allein Orthopädie/Unfallchirurgie. Deswegen finde ich das ganze ja auch absurd und nicht nachvollziehbar.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: BigMama am 21. September 2020, 15:05:30
Eine mögliche Erklärung könnte folge sein:
Der Orthopäde soll herausfinden ob es eine köperliche Ursache für deine Beschwerden gibt oder ob sich evtl. etwas auf psychischer Ebene verfestigt haben könnte, was die Beschwerden hervorruft.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 21. September 2020, 15:23:23
Zitat von: BigMama am 21. September 2020, 15:05:30
Eine mögliche Erklärung könnte folge sein:
Der Orthopäde soll herausfinden ob es eine köperliche Ursache für deine Beschwerden gibt oder ob sich evtl. etwas auf psychischer Ebene verfestigt haben könnte, was die Beschwerden hervorruft.
Meine orthopädischen Beschwerden sind in meiner Uk-Akte schon im grösseren Ausmaß festgehalten, im laufe der letzten 20 Jahre hat es hier schon so einige Gutachten auf orthopädischem Fachgebiet bei mir gegeben. Hier halte ich vor allem, die reine Einstufung nach Gliedertaxe für absolut unzureichend, weil dies meinen Unfallfolgen und Beschwerden absolut nicht gerecht wird. Das jahrelange körperliche Einschränkungen und stark geminderte Mobilität negative Auswirkungen auf die Psyche haben, sollte wohl auch klar sein.
Auf psychischem Fachgebiet liegt hier aber bislang nur ein einziges Gutachten vor, welches in den vergangenen paar Jahren entstanden ist. Hier wurden aber nur sehr sehr geringfügig Prozente vergeben, weil hier wohl nur direkte Unfallfolgen mit in die Bewertung einfliessen können. Da seit dem Unfall aber über 20 Jahre vergangen wären, könnte man meine psych. Beschwerden nicht mehr klarer einordnen und als Unfallfolgen einstufen. Deswegen halte ich hier ein zweites weiteres Gutachten auf psych. Fachgebiet im Rahmen des SG verfahrens für sehr sehr wichtig.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 22. September 2020, 12:03:17
Für eure Erfahrungsberichte im zusammenhang mit begutachtungen wäre ich auch dankbar. Wenn jemand weiss welche einstufungsverordnung es neben der sogenannten Gliedertaxe noch gibt und da näheres weiss, wäre dies super. z.b müssten hier doch auch eingeschränkte mobilität und schmerzen mit in die bewertung einfliessen, weiss da jemand näheres ?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: mousekiller am 22. September 2020, 17:50:43
Gerichtliche Gutachten sind bei sozialgerichtlichen Verfahren, die Gesundheit betreffend, durchaus üblich.

Das Gericht  will sich selbst ein Bild machen vom Gesundheitszustand des Klägers. Die gerichtlich bestellten Gutachter sind unabhängig und nicht einer Partei rechenschaftspflichtig.
Der Gutachter wird sich Deine Gesundheitsakte ansehen (auch die Vorgutachten) und sich möglicherweise auch noch persönlich mit dir auseinandersetzen wollen. Er stellt für sein Fachgebiet das Gutachten und wird dann auch die Empfehlung (oder auch nicht) für ein Psychologisches Gutachten aussprechen.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Charlotta am 22. September 2020, 20:00:23
Sofern die eingeschränkte Mobilität vollumfänglich auf den Unfall zurück zuführen ist, wird sie bei der Feststellung der MdE einfließen. Eine Bewertung der Schmerzen ist schon sehr viel schwieriger, weil sie nicht fest bestimmbar ist, subjektive Wahrnehmung.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 22. September 2020, 20:30:27
Zitat von: mousekiller am 22. September 2020, 17:50:43
Der Gutachter wird sich Deine Gesundheitsakte ansehen (auch die Vorgutachten) und sich möglicherweise auch noch persönlich mit dir auseinandersetzen wollen. Er stellt für sein Fachgebiet das Gutachten und wird dann auch die Empfehlung (oder auch nicht) für ein Psychologisches Gutachten aussprechen.
Aber es ist doch mehr als nich nachvollziehbar, warum es einem Gutachter obliegen soll, auf anderem Fachgebiet als seines, überhaupt eine einschätzung abzugeben, ob er hier ein weiteres Gutachten auf psychischem Gebiet für nötig hält.

Zitat von: Charlotta am 22. September 2020, 20:00:23
Sofern die eingeschränkte Mobilität vollumfänglich auf den Unfall zurück zuführen ist, wird sie bei der Feststellung der MdE einfließen. Eine Bewertung der Schmerzen ist schon sehr viel schwieriger, weil sie nicht fest bestimmbar ist, subjektive Wahrnehmung.
Also bei mir wurde bisher keine eingeschränkte mobilität mitbewertet, hier wurde nur starr nach gliedertaxte bewertet. aber wahrscheinlich wird man so minimal bzw. garnicht in dem zusammenhang bewertet, wenn man noch halbwegs stehen und gehen kann und nicht im rollstuhl sitzt. Und wenn man dann dazu nicht dauerhaft oder länger starke schmerzmittel nimmt, wird es auch nur minimalistisch gesehen, was schmerzen angeht.  Wenn man aber einfach auf seine gesundheit bedacht ist und weiss das dauerhafte einnahme von Schmerzmitteln organische schäden anrichten, dann spielt das keine rolle, dann sind die schmerzen trotzdem zu gering. Das ist alles mein Eindruck  :nea:

Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 04. Oktober 2020, 21:09:19
Würdet ihr es als kontraproduktiv sehen, wenn man zur begutachtung eine schriftliche Schilderung seiner Beschwerden, orthopädisch/psychisch mitbringt ?
Weiss nicht ob das in so einer SG verfahrenssache total daneben oder unüblich wäre. Vielleicht könnte es auch Nachteile für mich haben. Ich weiss nur von allgemeinen Gutachten, das eine ganze Menge sonst meist unausgesprochen bleibt.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 05. Oktober 2020, 11:34:17

Ich an Deiner Stelle würde eine detaillierte, vor allem begründete schriftliche Schilderung der orthopädisch/psychologischen dem SG mitteilen.
Die leiten das sowieso an den Gutachter weiter und in der Hauptverhandlung muss das Gericht darauf eingehen (Rechtl. Gehör).

Einen direkten Kontakt mit dem Gutachter halte ich nicht für gut.
Schaut ein klein wenig nach Beeinflussungsversuch aus.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 05. Oktober 2020, 17:27:36
Zitat von: Phoenix am 05. Oktober 2020, 11:34:17
Ich an Deiner Stelle würde eine detaillierte, vor allem begründete schriftliche Schilderung der orthopädisch/psychologischen dem SG mitteilen.
Die leiten das sowieso an den Gutachter weiter und in der Hauptverhandlung muss das Gericht darauf eingehen (Rechtl. Gehör).
Eigentlich will ich garnicht das ein rein orthopädischer gutachter überhaupt was von mir zu psychischen beschwerden bekommt. Ausser das psych. vorgutachten welches der akte beiliegen wird.
Wenn eine genauere schriftliche Schilderung von mir erst nach dem kommenden Gutachten an das SG gesendet wird, müssten diese doch hier auch noch die Sache mit einfliessen lassen oder?
Gibt es hier beim SG intern auch Ärzte, die am Schluss des Verfahrens dann alles nochmal genau auswerten/bewerten ?

Zitat von: Phoenix am 05. Oktober 2020, 11:34:17
Einen direkten Kontakt mit dem Gutachter halte ich nicht für gut.
Schaut ein klein wenig nach Beeinflussungsversuch aus.
Ja genau an sowas hatte ich gedacht, das gerade dies in einer SG Sache noch mehr als beeinflussungsversuch gelten könnte.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: blaumeise am 07. Oktober 2020, 12:40:10
Zitat von: jeschik am 04. Oktober 2020, 21:09:19
Würdet ihr es als kontraproduktiv sehen, wenn man zur begutachtung eine schriftliche Schilderung seiner Beschwerden, orthopädisch/psychisch mitbringt ?
Bekommst du nicht einen Termin zum Gutachter selbst? Es kann sinnvoll sein, die Beschwerden und Zusammenhänge aufzuschreiben, damit du nichts vergisst und deine Sicht der Dinge nicht unter den Tisch fällt.

Da du allein von der Meinung des Orthopäden abhängig bist, ob ein weiteres Gutachten eines Psychologen gemacht wird, würde ich an deiner Stelle auch deine psychischen Beschwerden schriftlich darlegen. Damit das zu den Akten kommt, die dann auch bei Gericht landen, falls der Orthopäde sich gegen ein weiteres Gutachten entscheidet. Dem Gutachter gegenüber kannst du deine schriftlichen Aufzeichnungen damit begründen, dass du vor Aufregung meist die Hälfte vergisst und ihm daher alles zusätzlich noch schriftlich geben möchtest.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 07. Oktober 2020, 16:58:28
Zitat von: blaumeise am 07. Oktober 2020, 12:40:10
Bekommst du nicht einen Termin zum Gutachter selbst?
Doch klar,  bei jemand externem den das SG beauftragt hat. Habe mich nur gefragt ob das SG sich dann allein am Ende darauf stützt oder ob dort auch interne Ärzte beschäftigt sind, die am Ende an einer Entscheidung beteiligt sind.

Zitat von: blaumeise am 07. Oktober 2020, 12:40:10
Da du allein von der Meinung des Orthopäden abhängig bist, ob ein weiteres Gutachten eines Psychologen gemacht wird, würde ich an deiner Stelle auch deine psychischen Beschwerden schriftlich darlegen. Damit das zu den Akten kommt, die dann auch bei Gericht landen, falls der Orthopäde sich gegen ein weiteres Gutachten entscheidet.
Es scheint mir wohl nichts anderes übrig zu bleiben, wenn das SG hier dem Orthopäden überlassen will, ob ein weiteres psych. Gutachten für sinnvoll gehalten wird. Ich bekomme schon Panik wenn ich daran denke einem komplett Fachfremden Arzt die psych. Beschwerden vorzulegen, oder noch schlimmer von diesem dazu ausgefragt zu werden.

Zitat von: blaumeise am 07. Oktober 2020, 12:40:10
Dem Gutachter gegenüber kannst du deine schriftlichen Aufzeichnungen damit begründen, dass du vor Aufregung meist die Hälfte vergisst und ihm daher alles zusätzlich noch schriftlich geben möchtest.
Das ist eine gute Idee, dies entspricht ja auch der Wahrheit. Also meinst Du dem Thema mögliche beeinflussung muss man in dem zusammenhang keine grosse bedeutung schenken?
Wohlmöglich wird man aufgrund von detailierten Aufzeichnungen der Beschwerden auch noch für Leistungsfähiger gehalten als man ist. Das man aber viele Wochen und immer wieder nur viele kurze Zeiten daran gesessen hat, wird dann nicht gesehen.
Ich bin auch wieder etwas voreingenommen, da ich wegen der Terminvergabe mit dem Gutachter schon tel. Kontakt hatte, und dieser ist unsympathisch und extrem wortkarg.

Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 12:22:20
Mach Dir mal keine Sorgen!
Du hast jederzeit die Möglichkeit den Gutachter im SG-Verfahren über den Inhalt seines Gutachtens zu befragen und er muss es Dir verständlich erklären.

Enthält das Gutachten Fehler ist es in der Verhandlung angreifbar und kann (wenn vorliegt)  wegen Mängel der Begutachterrichtlinien auch abgelehnt werden.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 09. Oktober 2020, 13:24:23
Zitat von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 12:22:20
Mach Dir mal keine Sorgen!
Du hast jederzeit die Möglichkeit den Gutachter im SG-Verfahren über den Inhalt seines Gutachtens zu befragen und er muss es Dir verständlich erklären.
Du meinst hier sicher wenn das Gutachten schon fertiggestellt wurde, habe ich die möglichkeit Rückfragen zu stellen?
Weiss jemand ungefähr was auf einen im Gutachten zukommt, mal abgesehen von der orthopädischen Untersuchung ?
Gibt es hier feste Fragestellungen die der Gutachter für das SG beantwortet haben muss ?

Zitat von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 12:22:20
Enthält das Gutachten Fehler ist es in der Verhandlung angreifbar und kann (wenn vorliegt)  wegen Mängel der Begutachterrichtlinien auch abgelehnt werden.
Gibt es den allgemeine feste Richtlinien für eine Begutachtung in einer SG Sache ?
Ich habe gelesen, das es ganz wenige Gutachter geben soll, die Fachlich dazu qualifiziert wären chronische Schmerzen entsprechend einzustufen. Das wird also bestimmt ein Problem werden.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 15:07:57
@ Jeschik
Ein Gutachter wird beauftragt um entscheidungserhebliche Fragen des SG zu klären.
Ein Anhaltspunkt:
Die Begutachtung chronischer Schmerzen erfordert  Kompetenzen  in  der  Beurteilung  körperlicher  und  psychischer Störungen. Darum  wohl ein weiterer Psycho-Gutachter.

Eine rein somatisch orientierte  Begutachtung  ist  ebenso  unzureichend  wie eine rein psychologische Beurteilung.
Die Begutachtung muss stets auf den Einzelfall ausgerichtet sein.
Zwingend ist eine umfassende biografische Anamnese, eine spezielle Schmerzanamnese, ein sorgfältiger körperlicher Befund und ein ausführlicher psychopathologischer Befund.

Psychische  Komorbiditäten (Zusatzerkrankung zur Grunderkrankung)  sind zu erfassen und zu berücksichtigen.
Der  Schweregrad  der  Störung  muss ermittelt werden.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 09. Oktober 2020, 15:54:39
Zitat von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 15:07:57
Ein Gutachter wird beauftragt um entscheidungserhebliche Fragen des SG zu klären.
Darüber bin ich mir im klaren. Aber meinst Du ein orthopädischer Gutachter wird auch eine befragung zum privaten/beruflichen lebenslauf vornehmen? Hast du eine Ahnung welche punkte häufiger hinterfragt werden ?

Zitat von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 15:07:57
Die Begutachtung chronischer Schmerzen erfordert  Kompetenzen  in  der  Beurteilung  körperlicher  und  psychischer Störungen. Darum  wohl ein weiterer Psycho-Gutachter.
bei einem reinen orthopäden muss man ja die kompetenz dazu absprechen psych. Störungen zu bewerten.
Mal sehen ob der orthop. Gutachter überhaupt dem SG mitteilen wird, das er ein weiteres psych. Gutachten für sinnvoll hält.

Zitat von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 15:07:57
Die Begutachtung muss stets auf den Einzelfall ausgerichtet sein.
Zwingend ist eine umfassende biografische Anamnese, eine spezielle Schmerzanamnese, ein sorgfältiger körperlicher Befund und ein ausführlicher psychopathologischer Befund.
gibt es dinge die immer ein fester teil der biografischen anamnese sind ? Diese führt der Gutachter anhand einer befragung durch oder bekommt man da evtl. einen 15 Seiten Fragebogen vorgelegt, den man schriftlich dort ausfüllen muss ?

Zitat von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 15:07:57
Psychische  Komorbiditäten (Zusatzerkrankung zur Grunderkrankung)  sind zu erfassen und zu berücksichtigen.
Der  Schweregrad  der  Störung  muss ermittelt werden.
Wegen des Kausalen zusammenhangs, werden wohl nur psych.Erkrankungen als Unfallfolgen gewertet, wenn diese als direkte Unfallfolgen anerkannt werden. Die Definition ist schon sehr seltsam, das heisst ja quasi Folgestörungen/Folgebeschwerden des Unfall wären keine direkten Unfallfolgen mehr.
 
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 16:23:22
1. Der Gutachter ist  an die Fragestellung des SG gebunden!

2. Eine Anamnese wird er sicher erstellen.

3. In der biografischen Anamnese (das ist Dein Lebenslauf) wird er sicher fragen nach:

    Historie (Geburt, Kindergarten, Schule, etc.)
    Familie (Beziehung zu Ehemann-/frau, Partner, Kinder, Eltern, Gesundheitsverhalten)
    Beruf (Ausbildung, Studium, Arbeitsplatz, Arbeitgeber, berufliche Situation)
    Lebenseinstellung (Werte, was ist wichtig im Leben, etc.)
    Außerfamiliäre Bereiche (Freizeitaktivitäten)

Die biografische Anamnese wird in der Psychosomatik und Psychotherapie eingesetzt. Sie ist für den Facharzt für Psychiatrie von essentieller Bedeutung, um das Krankheitsbild des Patienten in seiner Gesamtheit werten zu können.

4. Du kannst ein psychologisches Gutachten selbst beim SG beantragen, falls das orthopädische nicht die Zusammenhänge so würdigt, dass alle Krankheitsumstände in die gerichtliche Würdigung einfließen können.

Zur Kausalität kann ich nichts sagen, weil ich weder das Ereignis kenne welches zur Grunderkrankung geführt hat noch die Ursache der psychischen Störungen kenne.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 09. Oktober 2020, 17:15:46
Zitat von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 16:23:22
3. In der biografischen Anamnese (das ist Dein Lebenslauf) wird er sicher fragen nach:

    Historie (Geburt, Kindergarten, Schule, etc.)
    Familie (Beziehung zu Ehemann-/frau, Partner, Kinder, Eltern, Gesundheitsverhalten)
    Beruf (Ausbildung, Studium, Arbeitsplatz, Arbeitgeber, berufliche Situation)
    Lebenseinstellung (Werte, was ist wichtig im Leben, etc.)
    Außerfamiliäre Bereiche (Freizeitaktivitäten)

Die biografische Anamnese wird in der Psychosomatik und Psychotherapie eingesetzt. Sie ist für den Facharzt für Psychiatrie von essentieller Bedeutung, um das Krankheitsbild des Patienten in seiner Gesamtheit werten zu können.
bisher wurde solch eine Anamnese noch nie mit mir durchgeführt. bei einem orth. Gutachten wäre solch eine Anamnese dann sicher unüblich.

Zitat von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 16:23:22
4. Du kannst ein psychologisches Gutachten selbst beim SG beantragen, falls das orthopädische nicht die Zusammenhänge so würdigt, dass alle Krankheitsumstände in die gerichtliche Würdigung einfließen können.
Gut zu wissen Danke

Zitat von: Phoenix am 09. Oktober 2020, 16:23:22
Zur Kausalität kann ich nichts sagen, weil ich weder das Ereignis kenne welches zur Grunderkrankung geführt hat noch die Ursache der psychischen Störungen kenne.
aber richtig beschrieben und verstanden habe ich das ganze mit der Kausalität nehme ich an ?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 10. Oktober 2020, 11:30:30

...aber richtig beschrieben und verstanden habe ich das ganze mit der Kausalität nehme ich an ?
[/quote]

Beispiel 1:
Du hattest vor einem Unfall keinerlei Gehbeschwerden.
Nach dem Unfall ziehst Du ein Bein hinterher.
Der Kausalzusammenhang ist offensichtlich!
___________
Beispiel 2:
Vor dem Unfall warst Du Gang- und Stand unsicher.
Nach dem Unfall brauchst DU eine Krücke um Stürze zu vermeiden, weil sich die bestehenden Beschwerden verschlimmert haben.
Die Kausalität Unfall > Krücke ist schwer zu beweisen, nachdem bereits vor dem Unfall Gehbehinderung bestand.
Es sei denn es handelt sich unfallbedingt um eine so schwere Beinverletzung, dass eine Krücke auf Dauer notwendig ist.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 10. Oktober 2020, 12:47:14
Das klingt sehr plausibel und müsste vielfach wohl auch gerecht sein, wenn es um so offensichtliche Fälle geht. 
Bei mir ist es so das die psych.Beschweren erst viele viele Jahre nach dem Unfall gutachterlich erfasst wurden. Aus dem einfachen Grund, weil mir bis dahin nichtmal bewusst war, das psych. Beschwerden auch von der Uk mitbewertet werden.
Ich hatte jedenfalls vor dem Unfall keine psych. Beschwerden. Nun wird sich in dem psych. Gutachten darauf berufen, das zuviel Zeit seit Unfall vergangen wäre um die Beschwerden auf den Unfall zurück zu führen. Deswegen mein bestreben das ein weiteres psych. Gutachten nötig wäre.
Und orthopädisch ist es so, das bisher noch nie (chronische) Schmerzen und eingeschränkte belastungfähigkeit mit bewertet wurden, hier wurde immer nur starr nach gliedertaxe eingestuft, was in fall meiner verletzungen ziemlich absurd erscheint.
Es heisst ja eigentlich, das die mde Einstufung auch danach festgelegt wird, in welchem maß sich die eigene erbwerbsfähigkeit auf dem gesamten arbeitsmarkt verschlechtert hat.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 10. Oktober 2020, 15:54:16
Das liest sich nicht gut!
Ab wann traten diese psychischen Beschwerden auf und wie äußerten die sich?
Gibt es Zeugen (Ehefrau, Kinder etc.) welche die psychischen Veränderungen nach dem Unfall bestätigen?

Ein 2. Psychogutachten wird den Kausalzusmmenhang nach so vielen Jahren m.E. nicht problemlos herstellen.
Wird ein solches Psychogutachten nicht auf Deinen Antrag hin gerichtlich angeordnet, zahlst Du die Kosten (sicher ca. 1500 - 2000 € selber.
Gibst Du so ein Gutachten selber in Auftrag wird es von der Versicherung z.B. als "nutzloses" Parteigutachten gewertet.

Bei chronischen Schmerzen die durch den Unfall entstanden sind, müsstest Du danach dauerhaft Schmerzmittel-Rezepte erhalten haben (z.B. für Novaminsulfon, Tramadol u.ä.).
D.h. diese wären also beweisbar.

Man müsste die gesamte Krankenakte kennen um eine detaillierte Aussage machen zu können.

Vorsicht: Psychobeschwerden werden gern als Modekrankheit eingestuft!
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 10. Oktober 2020, 17:09:11
Zitat von: Phoenix am 10. Oktober 2020, 15:54:16
Das liest sich nicht gut!
Ab wann traten diese psychischen Beschwerden auf und wie äußerten die sich?
Gibt es Zeugen (Ehefrau, Kinder etc.) welche die psychischen Veränderungen nach dem Unfall bestätigen?

Ich würde sagen das unfalltrauma ptbs entstand schon direkt nach dem unfall als Kind, wegen eines schweren verkehrsunfalls. Aber als Kind bist Du Dir ja nicht darüber bewusst, das man psychisch krank wäre. Wenn ich die beschwerden schildern würde wird es zu lang, da müsste man zu allen einzelheiten zu weit ausholen. aber laut gutachten ist eine anpassungstörung und persönlichkeitsstörung diagnostiziert. und von mir im kurzen wiedergegeben, ich denke das meine komplette entwicklung durch den unfall stark negativ beeinflusst wurde, wegen diesen psych. und orthop. beschwerden, auf alle lebensphasen und lebenssiutationen bezogen.
Zum Thema zeugen, hier ist es ja sehr schwierig jemand zu benennen. Es sind ja vielfach keine so offensichtlichen veränderungen. Sonst wäre doch auch damals nach dem Unfall ein Elternteil mit mir bei einem Arzt gewesen. Lange habe ich mich davor auch verschlossen, jemandem von psych. Beschwerden zu berichten, da ich dies als schwäche gesehen habe damals,  sicher auch aus den aufgrund dem unfall resultirenden starken minderwertigkeitskomplexen.
Offensichtlicher werden dann erst die späteren resultate, wie schlechter schul und berufsbildung, sozialer rückzug bei allem, langzeitarbeirbeitslosigkeit, beziehungsunfähigkeit etc.

Zitat von: Phoenix am 10. Oktober 2020, 15:54:16
Ein 2. Psychogutachten wird den Kausalzusmmenhang nach so vielen Jahren m.E. nicht problemlos herstellen.
Wird ein solches Psychogutachten nicht auf Deinen Antrag hin gerichtlich angeordnet, zahlst Du die Kosten (sicher ca. 1500 - 2000 € selber.
Gibst Du so ein Gutachten selber in Auftrag wird es von der Versicherung z.B. als "nutzloses" Parteigutachten gewertet.
Dann hoffe ich das hier ein weiteres Gutachten in auftrag gegeben wird, ansonsten werde ich das abhaken müssen.

Zitat von: Phoenix am 10. Oktober 2020, 15:54:16
Bei chronischen Schmerzen die durch den Unfall entstanden sind, müsstest Du danach dauerhaft Schmerzmittel-Rezepte erhalten haben (z.B. für Novaminsulfon, Tramadol u.ä.).
D.h. diese wären also beweisbar.
Genau über diese Thematik habe ich mir schon des öfteren gedanken gemacht, aber von einem anderen blickwinkel.
Das ich wegen der Tatsache, das ich keine schmerzmittel verschrieben bekomme, zu meinem nachteil minder eingestuft werde.
ich nehme nur ganz selten jegliche art von chemie,dazu zählen auch schmerzmittel und das weil ich weiss das diese immer nebenwirkungen haben. Wenn ich über Jahre schmerzmittel regelmässig eingenommen hätte, würde ich eine ganze menge weiterer gesundheitsbeschwerden haben. Ich kenne einige die schon dadurch die leber und nieren kaputt haben.
Aber ein super system, mit schmerzen erst ernstgenommen werden, wenn man jeden tag schmerzmittel nimmt!  Und der jenige der beim Zahnarzt keine Spritze erhalten will, hat demnach auch keine schmerzen bei der behandlung, wa?
Ich finde allgemein wird es sich von den ärtzten zu einfach gemacht.

Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 10. Oktober 2020, 18:10:10
Einfache Frage: Welches Ziel verfolgst Du mit der Klage und
welche orthopädischen Beschwerden sollen diagnostiziert (gutachterlich bestätigt) werden?


Einen Kausalzusammenhang des vorliegenden Posttraumatischen Belastungssyndroms und einem Unfall in der Kindheit herzustellen dürfte fast unmöglich sein, obwohl es das real gibt.
Das aber ist dann Inhalt der biographischen Anamnese und das würde ich an Deiner Stelle ihm auch als Begründung für ein Psychogutachten sagen.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: blaumeise am 10. Oktober 2020, 18:34:22

Zitat von: blaumeise am 07. Oktober 2020, 12:40:10
Dem Gutachter gegenüber kannst du deine schriftlichen Aufzeichnungen damit begründen, dass du vor Aufregung meist die Hälfte vergisst und ihm daher alles zusätzlich noch schriftlich geben möchtest.
Das ist eine gute Idee, dies entspricht ja auch der Wahrheit. Also meinst Du dem Thema mögliche beeinflussung muss man in dem zusammenhang keine grosse bedeutung schenken?


Ich sehe da keine mögliche Beeinflussung. Es ist so, dass ein Arzt dich begutachten will und du musst ihm logischerweise Informationen über dich geben, wie das bei jedem anderen Arztbesuch auch wäre. Ob du ihm die Infos nur mündlich oder auch schriftlich gibst, weil du so nichts vergisst, ist doch egal. Wenn der Orthopäde es für nötig hält, wird er dich zusätzlich auch noch körperlich untersuchen.

Wenn ich mich recht erinnere, musste ich vor meinem Gutachtertermin für die RV sogar auf Verlangen des Arztes eine ganze Menge Papiere ausfüllen mit den Angaben von Kinderkrankheiten bis Hastenichtgesehen.

Bei jedem Arztgespräch tauscht man sich erst mal mündlich aus. In dieser speziellen Situation - es geht immerhin vor Gericht - ist es verständlich, dass du nichts vergessen willst und sicherheitshalber nochmal alles schriftlich zusammengefasst hast.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 10. Oktober 2020, 19:31:49
Zitat von: Phoenix am 10. Oktober 2020, 18:10:10
Einfache Frage: Welches Ziel verfolgst Du mit der Klage und
welche orthopädischen Beschwerden sollen diagnostiziert (gutachterlich bestätigt) werden?
auf beiden fachgebieten höher eingestuft zu werden. ich denke mal die gesamten orthopädischen beschwerden sollen diagnostiziert werden, oder denkst du nicht? Die Unfallgrundverletzungen, aktuelle veränderliche beschwerden der grundverletzung.

Zitat von: Phoenix am 10. Oktober 2020, 18:10:10
Einen Kausalzusammenhang des vorliegenden Posttraumatischen Belastungssyndroms und einem Unfall in der Kindheit herzustellen dürfte fast unmöglich sein, obwohl es das real gibt.
Das aber ist dann Inhalt der biographischen Anamnese und das würde ich an Deiner Stelle ihm auch als Begründung für ein Psychogutachten sagen.

Das dies sehr schwierig ist glaub ich, aber ich glaube du hast vollkommen recht, der einzigste weg ist da eine ausgiebige biographische Anamnese. Deswegen ist man darauf angewiesen das sich überhaupt jemand viel Zeit nimmt und die nötigen dinge zu papier bringt. Ich selbst weiss ja auch garnicht in welcher Form und welchem Umfang ich was schriftlich vorbereiten sollte.

Zitat von: blaumeise am 10. Oktober 2020, 18:34:22
Ich sehe da keine mögliche Beeinflussung. Es ist so, dass ein Arzt dich begutachten will und du musst ihm logischerweise Informationen über dich geben, wie das bei jedem anderen Arztbesuch auch wäre. Ob du ihm die Infos nur mündlich oder auch schriftlich gibst, weil du so nichts vergisst, ist doch egal. Wenn der Orthopäde es für nötig hält, wird er dich zusätzlich auch noch körperlich untersuchen.
Danke, das bestärkt mich! Bin nur was vorbelastet, bei einem letzten gutachten hatte ich einige seiten vorbereitet, diese wollte ich dem arzt übergeben, doch ich sollte ihm daraus nur das wichtigste vorlesen. War da auch total im schock und habe das dann mit gemacht, bin dann so vor den kopf gestossen das ich mich nichtmehr vebal einsetzen oder wiedersetzen könnte. Am Ende hab ich dann nochmal meinen Mut zusammen genommen und habe ihm gesagt, auf meinen Notizen würden noch wichtige dinge drauf stehen, ich würde ihm die gerne da lassen. Dies wurde dann abgelehnt, würde er nicht brauchen. 
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: blaumeise am 10. Oktober 2020, 19:47:36
Zitat von: jeschik am 10. Oktober 2020, 19:31:49
Dies wurde dann abgelehnt, würde er nicht brauchen. 
Kann passieren. Behalte es, wenn, im Hinterkopf. Denn der Arzt muss natürlich alles Relevante berücksichtigen. Und wenn du bereits gesagt hast, dass du vor Aufregung die Hälfte vergisst, dann wäre es sinnvoll, wenn er die Unterlagen nimmt. Falls dir die Untersuchung zu oberflächlich erscheint, dann hast du sicher auch noch die Möglichkeit, das später vor Gericht zu erwähnen.

Zitat von: jeschik am 10. Oktober 2020, 19:31:49
Bin nur was vorbelastet, bei einem letzten gutachten hatte ich einige seiten vorbereitet, diese wollte ich dem arzt übergeben, doch ich sollte ihm daraus nur das wichtigste vorlesen.
Darauf kannst du dich diesmal vorbereiten. Du hast eine Kopie, nimm einen Markierer und streich dir an, was du für wesentlich hältst. Oder du bringst das, was du sagen willst, von vornherein kurz und knapp auf den Punkt bzw. auf maximal eine Seite. Das ist sowieso empfehelnswert, damit der Gutachter keinen Roman lesen muss, den er dann nur kurz überfliegt.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 10. Oktober 2020, 20:18:48
Zitat von: blaumeise am 10. Oktober 2020, 19:47:36
Darauf kannst du dich diesmal vorbereiten. Du hast eine Kopie, nimm einen Markierer und streich dir an, was du für wesentlich hältst. Oder du bringst das, was du sagen willst, von vornherein kurz und knapp auf den Punkt bzw. auf maximal eine Seite. Das ist sowieso empfehelnswert, damit der Gutachter keinen Roman lesen muss, den er dann nur kurz überfliegt.
die orthopädischen beschwerden bekomme ich vll. noch auf eine Seite, die psych. beschwerden bekomme ich niemals auf eine seite.
ortho. ist es schwer als laie schmerzen zu beschreiben die so unterschiedlich sind, dazu noch an verschiedensten bereichen der hauptsächtlich geschädigten körperpartie. psych. ist es auch sehr schwierig, wenn man alleine gefühle/beschwerden  in kurzworten notiert, hat das in meinen augen keine richtige aussagekraft. und wenn man so einige fallbeispiele von realen belastungen ab unfall notiert, kommt schnell einiges geschriebenes zusammen.
komme mir jetzt schon blöd vor wenn ich dem ortho. gutachter solche zahlreichen fallbeispiele von mir mitbringen würde, die die psyche betreffen. Aber vieles kann man doch nur in sätzen wiedergeben.
Eine starke entscheidungsschwäche und selbstzweifel habe ich auch, weswegen ich immer hin und her gerissen bin, selbst bei dieser thematik des notizen der beschwerden anfertigen. Da fängste was an, dann löscht man es, dann fängt man wieder an, dann hinterfragt man sich dauernd, kannst du das so schreiben, ist dies oder das too much.  :wand: Ich sag euch, das kann echt anstregend sein, wenn man da nicht mehr den inneren ausschalter finden kann.
 
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 11. Oktober 2020, 14:49:39
Zitat von: Phoenix am 10. Oktober 2020, 18:10:10
Einfache Frage: Welches Ziel verfolgst Du mit der Klage und
welche orthopädischen Beschwerden sollen diagnostiziert (gutachterlich bestätigt) werden?
auf beiden fachgebieten höher eingestuft zu werden. ich denke mal die gesamten orthopädischen beschwerden sollen diagnostiziert werden, oder denkst du nicht? Die Unfallgrundverletzungen, aktuelle veränderliche beschwerden der grundverletzung.

Du willst also einen höheren GdB erreichen. Dann musst Du auch daran denken, dass der GdB ca. alle 2 Jahre auf Aktualität überprüft wird. Das  kann auch eine Rückstufung bedeuten!!!

Ein höherer GdB bringt Dir eigentlich nur dann einige Vorteile wenn Du noch in Arbeit stehst, oder eine Arbeitsaufnahme durch das JC unmittelbar bevorsteht bzw. Du Bewerbungen schreiben musst.

Das JC darf Dich nur nach Deinen noch vorhandenen Fähigkeiten unter Berücksichtigung der körperlichen / geistigen Beschwerden vermitteln.

Beziehst Du aber bereits EM-Rente oder Grundsicherung ist ein höherer GdB praktisch unbedeutend.
Wieviel % GdB hast Du derzeit?

Mir persönlich würde ein GdB von locker 70 % zustehen.
Ich habe mich aber mit 50 % zufrieden gegeben weil diese unbefristet also lebenslang gelten und ich damit künftige Nachprüfungen und evtl. Streit vermeide.






Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 11. Oktober 2020, 15:41:47
Hallo Phoenix,
Zitat von: Phoenix am 11. Oktober 2020, 14:49:39
Du willst also einen höheren GdB erreichen. Dann musst Du auch daran denken, dass der GdB ca. alle 2 Jahre auf Aktualität überprüft wird. Das  kann auch eine Rückstufung bedeuten!!!
Ja das weiss ich, aber bisher habe ich auf beiden fachgebieten zusammen nur insgesamt 20 prozent, die wohl auch bestand haben werden.

Zitat von: Phoenix am 11. Oktober 2020, 14:49:39
Ein höherer GdB bringt Dir eigentlich nur dann einige Vorteile wenn Du noch in Arbeit stehst, oder eine Arbeitsaufnahme durch das JC unmittelbar bevorsteht bzw. Du Bewerbungen schreiben musst.

Das JC darf Dich nur nach Deinen noch vorhandenen Fähigkeiten unter Berücksichtigung der körperlichen / geistigen Beschwerden vermitteln.

Ja stimmt davon hat man in alg2/grundsicherung rein garnichts, darum gehts mir auch nicht. ist ja klar das es mir hier um gerechtigkeit geht.

Zitat von: Phoenix am 11. Oktober 2020, 14:49:39
Mir persönlich würde ein GdB von locker 70 % zustehen.
Ich habe mich aber mit 50 % zufrieden gegeben weil diese unbefristet also lebenslang gelten und ich damit künftige Nachprüfungen und evtl. Streit vermeide.
Über welchen träger, sicher die Rentenversicherung oder ? bei mir ist es ja die uk. 50-70 Prozent ist schon einiges, da werde ich nie dran kommen. Kannst mir gern eine pm schicken und mal schildern was du hast.



Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 11. Oktober 2020, 17:03:50
Wenn Dein Unfall mit 10 Jahren passiert ist und Du heute z.B. 50 Jahre jung bist geht Dir nach ca. 40 Jahren um Gerechtigkeit durch einen höheren GdB!

Das Ganze all die vielen Jahre lang ohne Schmerzmittel bei chronischen Schmerzen
und
ohne psychiatrische Behandlung (weder Psychoklinik noch Psychopharmaka) bei posttraumatischen Belastungssyndrom. Wer hat diese Diagnose eigentlich gestellt?

Wer soll heute noch an einen Kausalzusammenhang mit dem Unfall glauben, wenn auf beiden Gebieten nie eine ärztliche-klinische Behandlung erfolgte?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: The Witch am 11. Oktober 2020, 17:08:40
Nur fürs Protokoll (da hier einiges durcheinander geht und Phoenix das offenbar nicht auf die Kette kriegt):

Der GdB steht hier gar nicht zur Debatte, der wird von einer ganz anderen Stelle beurteilt. Hier geht es um eine Erhöhung einer gesetzlichen Unfallrente, die im Kern bereits zuerkannt ist.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 11. Oktober 2020, 17:42:06
Dass der GdB durch das Versorgungsamt festgestellt wird ist mir auch bekannt Mr. Witch.

Auch die Erhöhung einer gesetzl. Unfallrente setzt eine Erhöhung /  Verschlechterung der orthopädischen und psychischen Beschwerden höhergradig voraus.

Nach den vorliegenden 20 % wurden damals die Beschwerden als minderschwer gewertet.
Jetzt einen höheren Prozentsatz zu erreichen um Gerechtigkeit zu erlangen, - wie er schrieb - setzt sehr wohl eine bedeutsame Verschlechterung des Beschwerdengrades voraus, was durchaus eines Grades der Behinderung (GdB) gleich kommt.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 11. Oktober 2020, 17:55:24
Zitat von: Phoenix am 11. Oktober 2020, 17:03:50
Wenn Dein Unfall mit 10 Jahren passiert ist und Du heute z.B. 50 Jahre jung bist geht Dir nach ca. 40 Jahren um Gerechtigkeit durch einen höheren GdB!

Das Ganze all die vielen Jahre lang ohne Schmerzmittel bei chronischen Schmerzen
und
ohne psychiatrische Behandlung (weder Psychoklinik noch Psychopharmaka) bei posttraumatischen Belastungssyndrom. Wer hat diese Diagnose eigentlich gestellt?

Wer soll heute noch an einen Kausalzusammenhang mit dem Unfall glauben, wenn auf beiden Gebieten nie eine ärztliche-klinische Behandlung erfolgte?

Klar wird das unter den gesichtspunkten schwer, aber versuchen muss ich es, wenn nicht jetzt, dann garnicht mehr.
Diese Diagnose hat bisher keiner gestellt,das habe ich in den raum geworfen, da dieses belastungssyndrom zum unfalltrauma und allem drum herum mehr als passt, hatte ja schon geschrieben was genauer in dem psych. gutachten diagnostiziert wurde.
für die körperlichen beschwerden gabs schon behandlungstermine, man war also mehrmals bei ärzten vorstellig. für die seelischen beschwerden gab es hier schon einige bemühungsversuche meinerseits, aber keine behandlung in dem sinne, die gründe sind zahlreich, kann man nicht auf schnell erklären.

Zitat von: Phoenix am 11. Oktober 2020, 17:42:06
Nach den vorliegenden 20 % wurden damals die Beschwerden als minderschwer gewertet.
Jetzt einen höheren Prozentsatz zu erreichen um Gerechtigkeit zu erlangen, - wie er schrieb - setzt sehr wohl eine bedeutsame Verschlechterung des Beschwerdengrades voraus, was durchaus eines Grades der Behinderung (GdB) gleich kommt.
Ich würde den weg nicht beschreiten wenn keine verschlechterungen vorliegen. Habe ja auch nicht ohne grund gesagt, das eine reine bewertung nach gliedertaxe in meinem fall ein schlechter witz ist, würdest du wohl verstehen wenn ich dir das genauer schildern würde.

Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 08:47:12
Ich hoffe mal, dass Du einen Behindertenausweis besitzt oder wenigstens beim zuständigen Versorgungsamt bereits einen beantragt hast.

Ab 30 % Behinderung kannst Du dich einem Schwerbehinderten gleichstellen  lassen.
Das bringt z.B. bei der Arbeitsvermittlung erhebliche Vorteile.
Die Gleichstellung wird auf Grund des Ausweises vom JC vorgenommen.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: The Witch am 12. Oktober 2020, 09:30:08
Einen Ausweis gibt es erst ab einem GdB von 50 (und nein, das sind keine Prozente). Der TE hat aber angegeben, einen GdB von 20 zuerkannt zu haben.

Eine Gleichstellung würde außerdem nicht durch ein Jobcenter, sondern durch die Agentur für Arbeit erfolgen. Für eine Gleichstellung genügt jedoch nicht allein der GdB, es müssen weitere Kriterien vorliegen.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 10:14:38
Das ist definitiv falsch.
Ich habe nicht geschrieben, dass man bei GdB 30 % einen Schwerbehindertnausweis bekommt,
sondern, dass man sich bei GdB 30 % einem Schwerbehinderten gleichstellen lassen kann.

Früher hieß es "Agentur für Arbeit" - bei uns wurde es vor Jahren schon in Jobcnter umbenannt.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: BigMama am 12. Oktober 2020, 10:18:43
Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 10:14:38
Früher hieß es "Agentur für Arbeit" - bei uns wurde es vor Jahren schon in Jobcnter umbenannt.
Du verwechselst hier zwei Behörden. Die Argen wurde in JC umbenannt. Die Agentur für Arbeit gab und gibt es auch weiterhin. Sie ist u.a. für die Leistungen nach dem SGB III (Arbeitslosengeld I) zuständig.

Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 10:14:38
Ich habe nicht geschrieben, dass man bei GdB 30 % einen Schwerbehindertnausweis bekommt,
Du nutzt die falsche Begrifflichkeit. GdB bedeutet Grad der Behinderung. Dieser ist 30 und nicht 30 %. Der Volksmund spricht zwar von den Prozenten, richtigerweise muss es jedoch GdB heißen.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Sheherazade am 12. Oktober 2020, 10:23:49
Früher hieß es "Agentur für Arbeit"


Und heute heißt es eben Bundesagentur für Arbeit, die sind immer noch da (obwohl bei uns immer noch Agentur für Arbeit am Gebäude steht). Hier (https://www.arbeitsagentur.de/lexikon/jobcenter) für dich eine genaue Erklärung zu Jobcenter.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 10:41:20
Ui ich nehme meine Aussage zurück nachdem ich gerade nachgeschaut habe.
Jobcenter und Agentur für Arbeit sind gemeinsam in dem riesigen neuen Gebäude bei uns untergebracht.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 12. Oktober 2020, 11:00:39
Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 08:47:12
ch hoffe mal, dass Du einen Behindertenausweis besitzt oder wenigstens beim zuständigen Versorgungsamt bereits einen beantragt hast.
Habe ich damals vor vielen Jahren beim Versorgungsamt beantragt, wurde aber abgelehnt, daher jetzt erst der weg über uk und sg, um später hier bei neu antragsstellung mehr chancen zu haben.

Zitat von: The Witch am 12. Oktober 2020, 09:30:08
Der TE hat aber angegeben, einen GdB von 20 zuerkannt zu haben.
Ich habe nie was von GdB geschrieben, in meinem Fall bei der Uk wird hier immer von MdE gesprochen.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: The Witch am 12. Oktober 2020, 12:09:50
Zitat von: jeschik am 12. Oktober 2020, 11:00:39
Ich habe nie was von GdB geschrieben, in meinem Fall bei der Uk wird hier immer von MdE gesprochen.

Du hast erst gestern in Beitrag #30 auf die Frage nach dem GdB angegeben

Hallo Phoenix,
Zitat von: Phoenix am 11. Oktober 2020, 14:49:39
Du willst also einen höheren GdB erreichen. Dann musst Du auch daran denken, dass der GdB ca. alle 2 Jahre auf Aktualität überprüft wird. Das  kann auch eine Rückstufung bedeuten!!!
Ja das weiss ich, aber bisher habe ich auf beiden fachgebieten zusammen nur insgesamt 20 prozent, die wohl auch bestand haben werden.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 12:32:43
Einen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vor 20 Jahren und den jetzigen psychischen Beschwerden herzustellen halte ich für extrem schwierig und für nicht zielführend.

Einfacher ist es diese Psychobeschwerden darzulegen wie sie sich im Alltag bemerkbar machen und so die Leistungsfähigkeit  ebenso wie die soziale Ausgrenzung massiv beeinträchtigen.
Auslöser psychischer Belastungen können auch die Lebensumstände sein.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 12. Oktober 2020, 12:42:23
Zitat von: The Witch am 12. Oktober 2020, 12:09:50
Du hast erst gestern in Beitrag #30 auf die Frage nach dem GdB angegeben
Dann sorry, aber ich hatte nie selbst GdB erwähnt, ihr wisst ja selbst das dies bei der uk nach mde geht.

Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 12:32:43
Einen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall vor 20 Jahren und den jetzigen psychischen Beschwerden herzustellen halte ich für extrem schwierig und für nicht zielführend.

Einfacher ist es diese Psychobeschwerden darzulegen wie sie sich im Alltag bemerkbar machen und so die Leistungsfähigkeit  ebenso wie die soziale Ausgrenzung massiv beeinträchtigen.
Auslöser psychischer Belastungen können auch die Lebensumstände sein.
Verstehe ich auch das dies nach so langer zeit schwierig wird. Und stimmt es können auch die Lebensumstände selbst ein Auslöser von psych. Beschwerden sein. Dies ist bei mir zum grössten Anteil aber nicht der Fall. Und wenn der Unfall zu den Lebensumständen geführt hat, ist das wieder eine Folge Folge und keine direkte Unfallfolge richtig?
Du hälst es also für sinnvoll wie ich auch schon vor hatte, Beispiele aus dem normalen Alltag schriftlich festzuhalten, die so die psych. Beschwerden verständlicher darstellen?
 
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 12:59:07
Schriftlich festhalten und vorlesen würde ich es nicht.
Das ist Gegenstand der mündlichen biographischen Anamnese im Ramen der Psycho-Untersuchung,
es sei denn er übergibt Dir einen Fragebogen.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 12. Oktober 2020, 13:07:44
Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 12:59:07
Schriftlich festhalten und vorlesen würde ich es nicht.
Das ist Gegenstand der mündlichen biographischen Anamnese im Ramen der Psycho-Untersuchung,
es sei denn er übergibt Dir einen Fragebogen.
Aber Du würdest dem ortho. Gutachter das schriftlich festgehaltene übergeben, damit dieser daraufhin dem sg mitteilt das ein weiteres psych.gutachten sinnvoll wäre? Mit vorlesen würde ich mich da sowieso sehr schwer tun, ist ja sehr persönlich.
Ich gehe mal davon aus, das ein ortho. Gutachter kein Fragebogen vorlegen wird oder keine Fragen stellt, wie es in der biographischen anamnese üblich wäre.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 13:18:49
Ich würde beim SG einen Antrag auf ein psychiatrisches Gutachte stellen und den Antrag mit den jetzt bestehenden Psychobeschwerden sehr detailliert begründen.

Es geht ja auch um die Kosten für ein solches Gutachten.
Offensichtlich überwiegen die psychischen Beschwerden die orthopädischen
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Charlotta am 12. Oktober 2020, 15:05:22
Wurde im Rahmen des Widerspruchsverfahren eine Begutachtung auf dem psychiatrischen Fachgebiet durchgeführt?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 12. Oktober 2020, 15:42:18
Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 13:18:49
Ich würde beim SG einen Antrag auf ein psychiatrisches Gutachte stellen und den Antrag mit den jetzt bestehenden Psychobeschwerden sehr detailliert begründen.
Dann werde ich dies spätestens nach der kommenden begutachtung machen. Werd dies aber wohl auch in dem kommenden gutachten ansprechen, das ich eine erneute psych. begutachtung für wichtig halten würde.
Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 13:18:49
Es geht ja auch um die Kosten für ein solches Gutachten.
Offensichtlich überwiegen die psychischen Beschwerden die orthopädischen
so einfach ist es ja nicht, zu sagen dies und das überwiegt offensichtlich.
Nur orthop. wird es mit sicherheit mindestens genauso schwer höher eingestuft zu werden, wegen dieser starren bewertung nach gliedertaxe.

Zitat von: Charlotta am 12. Oktober 2020, 15:05:22
Wurde im Rahmen des Widerspruchsverfahren eine Begutachtung auf dem psychiatrischen Fachgebiet durchgeführt?
Nein, auf beiden fachgebieten wurde eine begutachtung erst auf meinen verschlimmerungsantrag durch die uk beauftragt.  Im Wiederspruchsverfahren gegen die Uk gab es dann keine erneuten begutachtungen, hier wurde dann nur uk intern mit beratungsärtzten der beiden fachgebiete über die letzten gutachten und die krankengeschichte drüber geschaut, hier gab es aber dann keine andere bewertung als aus den gutachten schon hervorging. Und deswegen danach mein weg vor das SG.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 18:30:38
Der Antrag an das SG wegen einem psychiatrischen Gutachten würde ich jetzt bereits stellen.
Der orthop. Gutachter hat doch keine psychologische Ausbildung und kann daher über die Notwendigkeit eines Psychogutachtens gar nicht entscheiden.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 12. Oktober 2020, 18:39:06
Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 18:30:38
Der Antrag an das SG wegen einem psychiatrischen Gutachten würde ich jetzt bereits stellen.
Der orthop. Gutachter hat doch keine psychologische Ausbildung und kann daher über die Notwendigkeit eines Psychogutachtens gar nicht entscheiden.

Der Meinung bin ich ja auch, trotzdem geht hier aus einem SG Schreiben hervor, das es dem ortho. Gutachter obliegen soll, ob ein weiteres Gutachten auf psych. Fachgebiet als sinnvoll erachtet wird. Hatte deswegen auch schon mit dem Sg gesprochen, hier habe ich nur die mitteilung bekommen, das man erstmal die kommende begutachtung abwarten soll und man dann entscheiden würde.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 18:56:49
Beim SG hast Du mit Sicherheit mit der Geschäftsstelle (Vorzimmer - also mit einer Angestellten) gesprochen und nicht mit dem zuständigen Richter.
Aber das ist im Moment nicht relevant.

Weder das Telefonat noch die Antwort abzuwarten hindern Dich daran einen Antrag für ein psychiatrisches Gutachten zu stellen, wegen Verschlechterung.
Mit dem Antrag und der Begründung nimmst Du nur Dein Rechtliches Gehör in Anspruch, worauf eigentlich ein Beschluss erfolgen müsste.

Nach Begründung der vorliegenden (seit langen andauernden) psychischen Beschwerden sollte die Argumentation folgen,
dass nur die Gesamtheit beider Gutachten eine entscheidungserhebliche Beurteilung Deines gesamten
Krankheitsbildes ermöglicht.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 12. Oktober 2020, 19:10:20
Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 18:56:49
Beim SG hast Du mit Sicherheit mit der Geschäftsstelle (Vorzimmer - also mit einer Angestellten) gesprochen und nicht mit dem zuständigen Richter.
Aber das ist im Moment nicht relevant.
Doch ich hatte mit dem richter gesprochen.

Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 18:56:49
Weder das Telefonat noch die Antwort abzuwarten hindern Dich daran einen Antrag für ein psychiatrisches Gutachten zu stellen, wegen Verschlechterung.
Mit dem Antrag und der Begründung nimmst Du nur Dein Rechtliches Gehör in Anspruch, worauf eigentlich ein Beschluss erfolgen müsste.

Da das ganze verfahren vermutlich noch länger andauern wird, werde ich nun erstmal abwarten, danach kann ich immer noch entsprechend handeln. Da ich hier einen rechtsbeistand habe, werde ich diesen wenn nötig dann bitten beim sg einen antrag zu stellen.

Zitat von: Phoenix am 12. Oktober 2020, 18:56:49
dass nur die Gesamtheit beider Gutachten eine entscheidungserhebliche Beurteilung Deines gesamten
Krankheitsbildes ermöglicht.

So ist es, danke Dir, die Formulierung hört sich gut an, das trifft es sehr gut!
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 13. Oktober 2020, 16:12:32
Da ich hier einen rechtsbeistand habe, werde ich diesen wenn nötig dann bitten beim sg einen antrag zu stellen.
Zitat

Wenn es sich um eine Hauptverhandlung handelt, soll das Verfahren in dieser abgeschlossen werden.
Alles sollte bis dahin schriftsätzlich bei Gericht sein.
Es ist nicht Sinn der Sache später immer neue Beweisanträge vorzubringen
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 13. Oktober 2020, 17:34:26
Zitat von: Phoenix am 13. Oktober 2020, 16:12:32
Wenn es sich um eine Hauptverhandlung handelt, soll das Verfahren in dieser abgeschlossen werden.
Alles sollte bis dahin schriftsätzlich bei Gericht sein.
Es ist nicht Sinn der Sache später immer neue Beweisanträge vorzubringen

es liegt dem sg ja schon eine klageschrift vor.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 14. Oktober 2020, 13:12:39
In der SG-Mitteilung  an Dich wann der Termin stattfindet steht drin ob es sich um eine Hauptverhandlung handelt.
In aller Regel ist es eine HV.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 14. Oktober 2020, 14:02:02
Zitat von: Phoenix am 14. Oktober 2020, 13:12:39
In der SG-Mitteilung  an Dich wann der Termin stattfindet steht drin ob es sich um eine Hauptverhandlung handelt.
In aller Regel ist es eine HV.

Es gibt keinen Termin zur HV bisher, ausser dem Termin beim Gutachter der vom SG beauftragt wurde.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 16. Oktober 2020, 14:00:27
Wie würdet ihr gesundheitliche Beschwerden näher definieren ? So definitionen wie häufiger, nach belastungen etc. werden sicher zu pauschal sein, oder reicht das?
Werden evtl. vom Sg auch Gutachten vom Jc angefordert ?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 17. November 2020, 17:19:43
stehen bei einer weiteren gerichtlichen instanz eigentlich neue begutachtungen an oder kann es auch sein das nur nach aktenlage entschieden wird?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 17. November 2020, 17:28:24
Erst wenn die vorhandenen Gutachten zweifelhaft sind oder erkennbar fehlerhaft wird vom Gericht ein Obergutachter bestellt.
Dessen Feststellung ist dann bindend
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 17. November 2020, 17:47:50
Zitat von: Phoenix am 17. November 2020, 17:28:24
Erst wenn die vorhandenen Gutachten zweifelhaft sind oder erkennbar fehlerhaft wird vom Gericht ein Obergutachter bestellt.
Dessen Feststellung ist dann bindend
meinstens trägt man ja selbst diese zweifel vor, weswegen man in die nächste instanz geht. aufgrund dessen werden dann sicher vermehrt neue Gutachten beauftragt ? 
In erster Instanz ist es nun nicht zur erneuten psych. begutachtung gekommen, weil der orthop. Gutachter das psych. vorgutachten für schlüssig hält, obwohl er Fachfremd wäre. :scratch:
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 17. November 2020, 18:08:39
Frage doch einfach den Gutachter wie er als Orthopäde ohne Psychoausbildung ein psychologisches Gutachten bewerten kann.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 17. November 2020, 18:22:31
Zitat von: Phoenix am 17. November 2020, 18:08:39
Frage doch einfach den Gutachter wie er als Orthopäde ohne Psychoausbildung ein psychologisches Gutachten bewerten kann.
Es ging ja schon aus dem schreiben des Sg hervor, das es dem orthop. Gutachter obliegen soll, zu entscheiden ob er eine weitere  psych. begutachtung für sinnvoll erachtet. Ich fand das von Anfang an absurd, deswegen hatte ich hier ja den Thread gestartet. Das Gericht wird dann auch nichtmehr anders handeln und sich voll auf die Meinung des orthop. Gutachters stützen.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 17. November 2020, 18:38:18
Es ist ein Verfahrensfehler, wenn ein Gutachter der auf psychologischen Gebiet nicht als Gutachter gelistet ist ein fremdes Gutachten bewerten soll.
Aber solange man das Gutachten nicht kennt und auch den Orthop.GA nicht prüfen kann kann man keine 100 pro Aussage treffen.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 17. November 2020, 18:48:02
Zitat von: Phoenix am 17. November 2020, 18:38:18
Es ist ein Verfahrensfehler, wenn ein Gutachter der auf psychologischen Gebiet nicht als Gutachter gelistet ist ein fremdes Gutachten bewerten soll.
Aber solange man das Gutachten nicht kennt und auch den Orthop.GA nicht prüfen kann kann man keine 100 pro Aussage treffen.
Ich werd über eine weitere instanz gehen sobald mir das urteil zugegangen ist. Das muss ich zumindest versuchen, man hat ja sonst keine wahl. Finde sowas auch echt verrückt, aber das ist dieses ganze system. Auch wenn über die Uk begutachtet wurde, hier gilt auch der orthop GA als Hauptgutachter und dieser hat von der Uk auch damals das psych. Gutachten zugesandt bekommen, weil der Hauptgutachter die Gesamt MdE festzulegen hat, aus beiden Fachgebieten. Ja ja ja, alles echt verrückt, aber alles erlebt.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Phoenix am 17. November 2020, 18:55:00
Stell lieber die Urteilsbegründung erstmal anonymisiert hier rein.
Es gibt hier echte Sozialexperten. Im Zivilrecht bin ich besser bewandert als im Sozialrecht.

Die nächste Instanz kostet Geld. Und wenn´s um GA geht oft sehr viel Geld
____________________________________________________________
Und  wieder mit PKH für die nächste Instanz?

Vorsorglicher Hinweis:
Wenn Dein Antrag auf erneute PKH abgelehnt wird, hast die Möglichkeit sofortige Beschwerde (§ 127 Abs. 3 Satz 1 ZPO) einzulegen.

Das ist aber eine sogenannte "Notfrist" und die ist nicht verlängerbar.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 17. November 2020, 19:05:00
Du meinst beim Lsg bekommt man dann keine Pkh genehmigt ? und Gutachtenkosten in dieser Instanz muss der verlierer hinterher bezahlen oder wie?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 14. Januar 2021, 13:28:20
Wenn eine diagnostische Maßnahme eines Gutachters meiner Meinung nach nicht stattgefunden hat, dieser aber in seiner Stellungnahme weiter das gegenteil behauptet, macht es hier vielleicht Sinn eine nähere Erklärung abzugeben aus welchen gründen die eigene Wahrnehmung evtl. eingeschränkt war? Oder würdet ihr hier garkeine Erklärungen versuchen und weiterhin nur bestreiten das diese diagnostische Maßnahme stattgefunden hat?

 
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Sheherazade am 14. Januar 2021, 13:40:51
Wenn eine diagnostische Maßnahme eines Gutachters

Gutachter diagnostizieren nicht.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 14. Januar 2021, 13:46:10
Zitat von: Sheherazade am 14. Januar 2021, 13:40:51
Gutachter diagnostizieren nicht.

Für mich ist dies als diagnostische Maßnahme zu verstehen. Wie würdest du dies sonst nennen? Unabhängig davon wie man dies nun definieren sollte, wäre ich hier für deine meinung zu meiner fragestellung dankbar.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Sheherazade am 14. Januar 2021, 14:01:40
Zitat von: Sheherazade am 14. Januar 2021, 13:40:51
Gutachter diagnostizieren nicht.

Für mich ist dies als diagnostische Maßnahme zu verstehen. Wie würdest du dies sonst nennen?

Eine Begutachtung. Die findet in der Regel unter Herbeiziehung aktueller fachärztlicher Befunde sowie einem persönlichen Gespräch statt, in der Regel nicht mit einer körperlichen Untersuchung oder irgendwelchen Tests.

Was genau also hat deiner Meinung nach nicht stattgefunden?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 14. Januar 2021, 14:17:18
Zitat von: Sheherazade am 14. Januar 2021, 14:01:40
Was genau also hat deiner Meinung nach nicht stattgefunden?

eine maßnahme, zur schmerzbewertung. Was sagst Du zu meiner Fragestellung? Wenn dies keinen sinn macht und nicht zielführend ist hier irgendwelche näheren Erklärungen abzugeben, lasse ich das besser.

Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Sheherazade am 14. Januar 2021, 14:31:48
Ich kann zu deiner Frage gar nichts sagen, weil mir nicht klar ist, was du hiermit
Zitat von: jeschik am 14. Januar 2021, 14:17:18
eine maßnahme, zur schmerzbewertung

meinst.

Was soll denn eine Maßnahme zur Schmerzbewertung sein?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: blaumeise am 14. Januar 2021, 16:25:10
Ich glaube, Gutachter beurteilen allenfalls die gestellte Diagnose. Wenn im Befund z. B. irgendetwas steht, was nicht zur anschließend gestellten fachärztlichen Diagnose passt oder umgekehrt, dann sollte das dem Gutachter auffallen.

@jeschik: Was genau hat der Gutachter denn deiner Meinung nach nicht berücksichtigt oder unterlassen? Unabhängig davon, ob er selber eine Diagnose gestellt hat oder nicht. Hätte er dich genauer untersuchen sollen? Ein Thema vertiefen sollen, weil es zentral ist für das Gutachten?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 14. Januar 2021, 16:47:46
Zitat von: blaumeise am 14. Januar 2021, 16:25:10
Hätte er dich genauer untersuchen sollen?
So könnte man es sagen! Aber laut Gutachter wurde ich auf den Punkt bezogen ja entsprechend untersucht. Nur ich habe hier nichts davon mitbekommen. Ob dieser Punkt zentral für das Gutachten bzw. das Gutachtenergebnis hätte sein können, aus Gutachter sicht wohl nicht. Es heisst, die bisherige zuerkannte MdE für die offensichtlichen funktionalen defizite, umfasst schon ein daraus resultierendes Schmerzmaß. Und für mich geht das Schmerzmaß weit über diese funktionalen defizite heraus.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Fylou am 14. Januar 2021, 18:37:28
Gutachter beziehen sich nicht unbedingt auf das tagesaktuelle Befinden oder was man angibt, sondern auf die belegbaren Einschränkungen, stattgefundenen Behandlungen und Therapien. Daher ist es so wichtig, dort nicht mit leeren Händen aufzutauchen. Amtsärzte stellen keine Diagnosen, sie prüfen die vorhandenen Infos und Berichte und schätzen dann entsprechend ein, in wieweit die belegten (!) gesundheitlichen Einschränkungen die Vermittlung/Erwerbsfähigkeit einschränken.

Gerade bei Schmerzen kann der Arzt das eben nicht messen. Auch wenn du angibst "auf einer Skala von 1-10 liege ich bei einer 9" muss er das in Einklang mit den Berichten, Arztbriefen etc bringen. Dass du persönlich dich da mehr von belastet fühlst als der Arzt anerkennt ist oft so. Du hast ja trotzdem jederzeit weiterhin die Möglichkeit, dich beim Arzt arbeitsunfähig schreiben zu lassen wenn du bei einer Maßnahme, Arbeit etc nicht klar kommst.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 14. Januar 2021, 18:44:50
Zitat von: Fylou am 14. Januar 2021, 18:37:28
Dass du persönlich dich da mehr von belastet fühlst als der Arzt anerkennt ist oft so.
Das kann ich mir gut vorstellen, das dies oft so ist.

Zitat von: Fylou am 14. Januar 2021, 18:37:28
Du hast ja trotzdem jederzeit weiterhin die Möglichkeit, dich beim Arzt arbeitsunfähig schreiben zu lassen wenn du bei einer Maßnahme, Arbeit etc nicht klar kommst.
Ich glaube du involvierst hier in diesem Fall das Jc und deren Amtsarzt als Gutachter, kann das sein?
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Fylou am 14. Januar 2021, 19:07:32
Jupp, sorry. Bei Gutachter war der falsche Schalter gefallen  :wand: Im Endeffekt aber eben genau das Problem: Begutachtung und Wahrnehmung korrelieren nicht immer. Da zählt nur, was beweisbar ist. Gerade Schmerzen sind subjektiv, der eine rennt mit einem Bandscheibenvorfall arbeiten, ein anderer leidet schon bei einem angestoßenem kleinen Zeh schrecklich.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: Bergsteiger am 19. Januar 2021, 10:51:58
Ich an Deiner Stelle würde erstmal prüfen ob das Gutachten alle Kriterien erfüllt welche der BGH für ein GA festgelegt hat.
Diese Liste findest Du auf der Seite der DRV aber auch über google.

Stimmen Teile des Gutachtens nicht mit den Vorgaben überein, würde ich eine Liste erstellen mit:
Fehler ........
Beweis .......
Das ist auch f+r Deinen neuen RA wichtig vor allem aber für das Gericht beim Antrag auf weitere PKH zur Prüfung der Erfolgsaussicht vor dem LSG.

Das LSG prüft - soweit ich weiß - nur ob Rechtsfehler im SG-Urteil vorhanden sind.
Titel: Re: ärztliche begutachtung im SG Verfahren
Beitrag von: jeschik am 19. Januar 2021, 21:33:39
Danke Dir Bergsteiger, mein Fall ist leider ziemlich kompliziert, daher gestaltet sich alles schwer. Es geht auch nicht um die RV sondern um die vorgaben der Uk.