hartz.info

Hilfebereich => Fragen und Antworten zu anderen Sozialleistungen => Thema gestartet von: Maunzi am 04. November 2020, 22:30:56

Titel: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Maunzi am 04. November 2020, 22:30:56
Wir sitzen gerade an dem Thema Erbschaft, da mein Vater in letzter Zeit immer wieder massive Probleme mit seiner Gesundheit hatte.

Nun kommen dabei folgende Fragen auf, da ich zeitlebens erwerbsunfähig bleiben werde und damit im SBG12.

1. Könnte ich das Erbe generell ausschlagen?
2. Könnte ich das Erbe bei Schulden ausschlagen?
3. Könnte ich das Erbe ausschlagen, wenn ich vermute, dass noch Schulden vorhanden sind, es aber anhand der Umstände ggf. Wochen bis Monate dauern würde, sich einen Überblick zu verschaffen um zu wissen: gibt es was, oder gibt es nichts?
3.1 Wenn nein, kann ich dem Sozialamt einfach das Erbe "abtreten", damit die dann eben das Problem haben? Was passiert in so einem Fall mit den Schulden?

Momentan existieren Schulden, diese sollten innerhalb eines bestimmten Zeitraumes weg sein, nur ob er den schafft ist dank der Gesundheitlichen Vorgeschichte fraglich. Daher unsere Überlegungen (uns = mein Vater und ich).

Ich wäre auch nicht Alleinerbin, das ist aber denke ich ziemlich Irrelevant, da es nur um meinen "Anteil" geht.

Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: RedChili am 04. November 2020, 23:57:48
Zitat von: Maunzi am 04. November 2020, 22:30:56
1. Könnte ich das Erbe generell ausschlagen?
Wenn der Nachlass werthaltig ist, dann nicht.

Zitat von: Maunzi am 04. November 2020, 22:30:56
2. Könnte ich das Erbe bei Schulden ausschlagen?
Ja.

Zitat von: Maunzi am 04. November 2020, 22:30:56
3. Könnte ich das Erbe ausschlagen, wenn ich vermute, dass noch Schulden vorhanden sind, es aber anhand der Umstände ggf. Wochen bis Monate dauern würde, sich einen Überblick zu verschaffen um zu wissen: gibt es was, oder gibt es nichts?
Da es dein Vater ist und ihr ja anscheinend Kontakt zueinander habt, ist es nicht nachvollziehbar, warum es Monate dauern sollte, bis die Nachlassmasse feststeht. Das wäre für das Amt einfach unglaubwürdig, wenn du das versuchst zu erklären.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Gast47337 am 05. November 2020, 05:33:36
Natürlich kann man ein Erbe ausschlagen. Aber für die Kosten der Beerdigung müssen 1. Gradige Verwandte auf jeden Fall aufkommen. Der Vater lebt doch noch, ziemlich makaber, sich jetzt schon intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: am 05. November 2020, 07:31:51
Ich finde das nicht ansatzweise Makaber.
Es ist kein schönes Thema, aber halt auch nicht weg zu denken.
Ich denke, dass sich alle Betroffenen ein bisschen sicherer fühlen, wenn der Nachlass und eventuelle Kosten geregelt sind.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Kaffeesäufer am 05. November 2020, 07:32:28
Finde das nicht makaber.

Meine alten Herrschaften leben auch noch ein Weilchen da relativ gesund.Es ist einiges da und sie machen sich auch darum Gedanken wie man das regeln kann, so dass mein Anteil im Falle des Falles nicht grad dem Staat in den Rachen geworfen wird wo sie ihr Leben lang sich erarbeitet haben, da sie eben auch wissen dass ich aus der Spirale nicht mehr rauskomme aus gesundheitlichen Gründen.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Greywolf08 am 05. November 2020, 07:43:40
.. Aber für die Kosten der Beerdigung müssen 1. Gradige Verwandte auf jeden Fall aufkommen. ..
Ist nicht ganz richtig.
Wer dauerhaft Sozialleistungen bezieht (und bei @Maunzi wird sich das nicht mehr ändern), muss dafür nicht aufkommen.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Gast47337 am 05. November 2020, 10:55:49
.. Aber für die Kosten der Beerdigung müssen 1. Gradige Verwandte auf jeden Fall aufkommen. ..
Ist nicht ganz richtig.
Wer dauerhaft Sozialleistungen bezieht (und bei @Maunzi wird sich das nicht mehr ändern), muss dafür nicht aufkommen.


Das Sozialamt übernimmt in dem Fall die Kosten für die Beerdigung. Der Antrag muß aber gestellt werden, soweit mir bekannt ist.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Maunzi am 05. November 2020, 11:06:40
@Charlie es ist nicht sonderlich makaber, wenn er von sich aus bittet, dass wir das jetzt klären, eben aufgrund der gesundheitlichen Probleme in letzter Zeit. Er will nicht, dass ich am Ende dann seine "Probleme" erbe und völlig unvorbereitet Fehler mache.

Meine Mutter hat auch trotz guter Gesundheit schon alles soweit geregelt, ein Testament verfasst usw und sowas alles mit mir besprochen... weiß nicht was daran jetzt falsch sein soll?

-

Ich will nicht zu sehr ins Detail gehen, was die Umstände betrifft, aber dank diverser gesundheitlicher Vorfälle und der Folgen im Bezug auf seine Wohnsituation, liegt sein Hab und Gut verteilt bei zig Bekannten in Keller- und Lagerräumen. Entsprechend ist da nicht wirklich ein Überblick vorhanden.

-
@Greywolf08 Weißt du ob die Kosten vom anderen Erben getragen werden müssten, sofern wir nicht beide ausschlagen? Oder ob dann nur 1/2 getragen werden müsste und das Sozialamt meinen Anteil trägt? Auch bei Ausschlagung meinerseits?
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: RedChili am 05. November 2020, 13:40:02
Natürlich kann man ein Erbe ausschlagen.
Sicher, ausschlagen kann man immer. Die andere Frage ist halt, ob es durch die Ausschlagung eines werthaltigen Nachlasses zu Problemen mit dem Sozialleistungsträger kommt, weil man seine Hilfebedürftigkeit eben nicht verringert hat.
Ich dachte eigentlich, dass das klar ist und ich das nicht extr erwähnen muss.

Zitat von: Gast47337 am 05. November 2020, 05:33:36
Aber für die Kosten der Beerdigung müssen 1. Gradige Verwandte auf jeden Fall aufkommen.
Das ist fast richtig. Die Bestattungspflicht trifft im Regelfall den Ehegatten und die Verwandten 1. Grades. Für die Übernahme der Kosten ist aber der Erbe in Anspruch zu nehmen.

Zitat von: Gast47337 am 05. November 2020, 05:33:36
Der Vater lebt doch noch, ziemlich makaber, sich jetzt schon intensiv mit dem Thema auseinander zu setzen.
Das ist, mit Verlaub, völliger Blödsinn. Es ist, im Gegenteil, völlig richtig sich zu Lebzeiten Gedanken zu machen, denn jetzt kann der Vater sein Erbe noch regeln, in dem ggf auch ein passendes Testament geschrieben wird. Wenn der Erbfall dann eingetreten ist, stehen die Erben vor vollendeten Tatsachen.
Ich habe beruflich mit Nachlassangelegenheiten zu tun und wie oft sitzen die Hinterbliebenen vor mir und sagen mir sinngemäß, dass das ja so ein unangenehmes Them war und man wollte sich damit ja nicht beschäftigen und man wollte doch noch ein Testament schreiben und und und. Dann ist es aber zu spät.

Zitat von: Greywolf08 am 05. November 2020, 07:43:40
Wer dauerhaft Sozialleistungen bezieht (und bei @Maunzi wird sich das nicht mehr ändern), muss dafür nicht aufkommen.
Hier kann es sein, dass der Sozialleistungsträger in Vorleistung geht, sich das Geld aber von einem nicht-bedürftigen Miterben wiederholt bzw zumindest abfragt, ob es noch weitere Erben gibt, die sich anteilig an den Beerdigungskosten beteiligen können.

Zitat von: Maunzi am 05. November 2020, 11:06:40
....liegt sein Hab und Gut verteilt bei zig Bekannten in Keller- und Lagerräumen. Entsprechend ist da nicht wirklich ein Überblick vorhanden.
Wäre es vielleicht eine Option, dass Hab & Gut an einer Stelle zu sammeln oder zumindest die einzelnen kleinen Lagerstätten aufzulösen und ggf was davon noch zu Geld zu machen? Denn jetzt ginge das noch in Zusammenarbeit mit dem Vater und vielleicht ist er ja auch ganz froh, wenn er für den Fall des Falles einigermaßen "geordnete Verhältnisse" hinterlassen kann.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: crazy am 05. November 2020, 15:45:01
Letzteres wäre schon ein guter Anfang
Als klar war, dass mein Stiefpa bald nicht mehr sein wird hat er angefangen seine Sammlungen zu Geld zu machen.  Als es dann soweit war hatte er nur noch ein paar Erinnerungsstücke und Kleidung.
Und Vorsicht:Schenkungen an den Ehegatten beginnen erst bei Scheidung oder Tod an zu verjähren. Es würde also nichts bringen Wohneigentum und anderes jetzt der Frau zu überlassen.
Wenns ein Testament werden soll würde Ehefrau als Vorerbin und Kinder als Schlusserben oder eben als Alleinerbin zumindest den größten Teil  für Ehefrau retten, da dann nur noch ein geringer Pflichtteil für Kind/er abfällt
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Maunzi am 05. November 2020, 16:22:23
Mal kurz reingeworfen: es existiert keine Ehefrau. Erben tun nur 2 Personen, ich und sein anderes Kind.

Das alles zu ordnen ist leider etwas komplizierter als gedacht, weder ich wäre gesundheitlich dazu in der Lage, noch er. Dank Corona ist es momentan auch nicht erlaubt kreuz und quer durch Deutschland zu fahren. Zudem wäre das vom Umfang her wohl eine Arbeit für mehrere Monate... es geht von Unterlagen, über Dinge die keinen materiellen, aber einen ideellen Wert haben, bis hin zu Möbeln usw.

Zumal wir weder das Geld noch die Möglichkeiten haben um das alles durch Deutschland zu schippern und dann irgendwo einzustellen. Verkäuflich dürfte davon wohl eher nicht sehr viel sein.

Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Gast47337 am 05. November 2020, 17:43:27
@Maunzi

Da könnt Ihr die wichtigsten und liebsten Sachen retten, den Rest müßt ihr wohl von einem professionellen Entrümpeler räumen lassen. Es sei denn, der Betroffene hat in einem eigenen Haus gelebt und nicht in einer Mietwohnung.

Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Maunzi am 05. November 2020, 17:58:38
Er lebt noch und es kam ja bisher der Vorschlag zu Lebzeiten aufzuräumen, nur schafft das keiner. Die Kosten für eine "Entrümplung" kann auch keiner aufbringen. Es ist einfach insgesamt problematisch durch die unterschiedlichen Orte, dazu muss man alles einzeln prüfen was davon wichtig ist (zB Papierkram) und was nicht.

Lebt momentan zur Miete, wobei die aktuelle Wohnung ja nicht das Problem wäre, sondern alleine die ganzen Unterlagen aus allen "Lagern" zusammensuchen, alles durchzugehen, zu prüfen und aufzuräumen... das wäre für mich nicht machbar im Falle eines Falles.

Daher ja die Fragen aus dem Eingangsposting, wie ich in dem Fall der Unsicherheit ob was da war oder nicht zu handeln hätte.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Gast47337 am 05. November 2020, 18:06:45
@Maunzi

Wenn es dann in der Zukunft zum Ausschlagen des Erbes kommt, braucht ihr eine Entrümplung nicht bezahlen. Allerdings dürft ihr auch nichts aus dem Eigentum des Verstorbenen nehmen. Ein Nachlassverwalter wird sich um alles kümmern.

Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Phoenix am 05. November 2020, 18:28:59
Vorsicht bei Schenkungen und Überschreibungen.
Das ganze unterliegt einer 10-jährigen Verjährungsfrist.
Wird heute ein Haus überschrieben z.B. und nach 9  1/2 Jahren tritt der Pflegefall ein so dass Sozialleistungen  in Anspruch genommen werden müsens,
hat das Amt Zugriff auf das Haus.


Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Maunzi am 05. November 2020, 18:39:56
@Phoenix danke, aber es ist nix in seinem Besitz, was ernsthaft wertvoll wäre^^ Momentan ist der Besitz dank der Erkrankungen eher von Schulden überschattet.

@Charlie Das ist mir ja klar, nur kommen wir da wieder zur Eingangsfrage: Kann ich es ausschlagen ohne Konsequenzen vom Sozialamt erwarten zu müssen? Insbesondere, wenn ich aufgrund der Umstände absolut nicht einschätzen kann, ob da ggf noch was zu holen wäre.

Momentan wär die Situation klar, da Schulden existieren - aber nehmen wir mal an, es wäre in 1 Jahr so weit, da wüsste ich dann nicht ob sich eventuelle Restschulden durch den Verkauf des Eigentums aufheben würden und ggf noch ein Gewinn herausspringt.

Kurz: Schlage ich aus - > chance, dass das Amt mir nen Strick dreht, falls doch noch Erbmasse da war. Schlage ich nicht aus -> Chance, dass ich im Schuldensumpf versinke... Und mal ganz abgesehen von gewissen Ausschlagungsfristen die es einzuhalten gilt, würde ich mit dem Rumwühlen in der Erbmasse ja je nach Umstand auch die Erbschaft antreten...
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Phoenix am 05. November 2020, 18:47:03
Wenn der Erbfall eintritt lässt Dir das Gericht wochenlang Zeit das Erbe zu sortieren.
Wenn Du selbst es gesundheitlich nicht kannst wird ein Nachlassverwalter eingesetzt.
Deine Schwester könnte sich z.B. darum kümmern. Sie erbt ja auch mal.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: RedChili am 05. November 2020, 19:04:14
Zitat von: Gast47337 am 05. November 2020, 18:06:45
Ein Nachlassverwalter wird sich um alles kümmern.
Liest du auch mal den gesamten Thread? Wer soll denn die Einsetzung eines Nachlassverwalters beantragen?

Zitat von: Maunzi am 05. November 2020, 18:39:56
nur kommen wir da wieder zur Eingangsfrage: Kann ich es ausschlagen ohne Konsequenzen vom Sozialamt erwarten zu müssen? Insbesondere, wenn ich aufgrund der Umstände absolut nicht einschätzen kann, ob da ggf noch was zu holen wäre.
Dann schlägst du das Erbe wegen vermuteter Überschuldung aus und fertig. Soll das Sozialamt doch den Nachweis führen, dass du dich bewusst hilfebedürftig gemacht hast, falls man dir das vorwirft.

Zitat von: Phoenix am 05. November 2020, 18:47:03
Wenn Du selbst es gesundheitlich nicht kannst wird ein Nachlassverwalter eingesetzt.
Ein Nachlassverwalter ist kein Allheilmittel und wird auch nur dann vom Nachlassgericht eingesetzt, wenn der Nachlass zumindest die Kosten des Nachlassverwalters deckt. Wenn, wie hier vorliegend, der Nachlass ohnehin überschuldet ist, dann wird das Nachlassgericht den Antrag auf Einsetzung eines Nachlassverwalters ablehnen.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Maunzi am 05. November 2020, 19:33:34
Mal angenommen, dem Amt wird der Beweis gelingen, dass ggf etwas vorhanden war. Was passiert denn dann? Wird mir das quasi als theoretisch vorhandenes angerechnet oder wie?
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Gast49353 am 07. November 2020, 10:21:11
Dann schlägst du das Erbe wegen vermuteter Überschuldung aus und fertig. Soll das Sozialamt doch den Nachweis führen, dass du dich bewusst hilfebedürftig gemacht hast, falls man dir das vorwirft.
Lustige Idee ... nur vollkommen an den rechtlichen Gegebenheiten vorbei.

Warum das Erbe ausschlagen? Annehmen und falls sich herausstellt, dass nur Schulden vorhanden sind, ein Verfahren auf Nachlassinvolenz beantragen.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: crazy am 07. November 2020, 11:02:38
Das ist doch derzeit nur hätte sollte könnte.
Derzeitiger Stand:
Der irgendwann mal Erblasser  lebt noch= nix Erben, dazu muss der Mann erstmal von seinem Ableben Gebrauch machen. Mein Bio Vater war schon 30 Jahre eigentlich Tod gesagt , er hat dagegen so lange gekämpft
Was überhaupt mal irgendwann vorhanden sein wird, weiß auch keiner, zumal ein lebendiger Mensch in keiner Weise verpflichtet ist irgendetwas zum Vererben übrig zu lassen

Was also soll gerettet werden?

Was ginge wäre,  er macht ein Testament, Beratung beim Notar. Darin setzt er eine Tochter als Alleinerbin ein, dann bleibt für die andere nur der gesetzliche Pflichtteil. Sind dann auf wundersame Weise dann doch Werte oder ein heimliches gut gefülltes Sparbuch vorhanden, bekommt die Pflichtteilsberechtigte dann davon ihren Anteil.Ist nur Sperrmüll und Altkleidersammlung vorhanden, wird der Pflichtteil nicht eingefordert und die Alleinerbin kann zusehen wie sie den Kram los wird.

Was wirklich mal wieder ein Unding ist, die Frage wie rettet man etwas vor der Verwertung, damit es nicht der Gemeinschaft aller zu Gute kommt indem man als Hilfebedürftiger durch das ererbte Geld dann mal ein paar Monate nicht von dieser Gemeinschaft durchgeschleppt werden muss. Sollte man also doch mal zu Geld kommen ist es selbstverständlich dies dann auch für den Lebensunterhalt zu verwenden.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Gast47337 am 07. November 2020, 15:23:59
Ein hochverschuldeter Verwandter von mir war verstorben. Niemand, weder seine Eltern, seine Schwester noch die übrige Verwandtschaft wollte das Erbe annehmen. Nach und nach wurde jedes Mitglied der Familie angeschrieben. Innerhalb einer festgesetzten Frist mußte das Erbe ausgeschlagen werden. Dazu mußte ich zu einen Notar mit der Erbausschlagung beauftragen. Das kostet natürlich wieder was. Der Notar fragt nach den Vermögensverhältnissen des Verstorbenen und danach richtet sich der Betrag den man zahlen muß. Und schon ist man das Erbe los.

Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: RedChili am 07. November 2020, 17:32:54
Zitat von: Gast49353 am 07. November 2020, 10:21:11
Lustige Idee ... nur vollkommen an den rechtlichen Gegebenheiten vorbei.
Sprichst du von deinem Beitrag?

Zitat von: Gast49353 am 07. November 2020, 10:21:11
Warum das Erbe ausschlagen?
Wurde bereits mehrfach erklärt. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.

Zitat von: Gast49353 am 07. November 2020, 10:21:11
Annehmen und falls sich herausstellt, dass nur Schulden vorhanden sind, ein Verfahren auf Nachlassinvolenz beantragen.
Auch für die Nachlassinsolvenz muss der Nachlass zumindest soweit werthaltig sein, dass die Kosten für das Nachlassinsolvenzverfahren gedeckt sind. Ist das nciht gegeben, dann wird das Verfahren mangels Masse abgelehnt und der Erbe steht mit einem Haufen Schulden da, für die er dann nämlich mit seinem Privatvermögen haftet.
Genaus deswegen raten alle zur Ausschlagung und für die Nachlassinsolvenz gilt stattdessen:
Zitat von: Gast49353 am 07. November 2020, 10:21:11
Lustige Idee ...

Zitat von: Gast47337 am 07. November 2020, 15:23:59
Dazu mußte ich zu einen Notar mit der Erbausschlagung beauftragen.
Die Ausschlagung kann auch beim Nachlassgericht erklärt werden. Ist auch günstiger als beim Notar.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Maunzi am 07. November 2020, 21:18:32
Glaube hier läuft mal wieder einiges durcheinander...

Mein Vater will das Thema geklärt haben, damit ich nicht am Ende auf Schulden sitze oder Ärger kriegen sollte, wenn ich das Erbe abgelehnt habe, aufgrund der Unübersichtlichkeit und dem Unwissen, ob nun was da ist oder nicht.

Ich habe weder vor irgendwas am Amt vorbeizuschleusen noch will ich irgendwem Schaden zufügen. Es geht nur drum die Fragen aus dem Eingangsposting zu klären, damit ich im Falle eines Falles keine Fehler mache und er auch beruhigt sein kann.

Bringt das mit dem Pflichtteil denn irgendetwas? Wäre doch genauso 50% wie wenn ich "normal" erben würde? Sind ja nur zwei Kinder, nix weiter (Enkel würden ja erst etwas kriegen, wenn wir Kinder nö sagen - nur sind beide Enkelkinder unter 5 Jahre alt und daher entscheiden wohl auch wir - seine Kinder - über das Erbe der Enkel?)

Finde das Thema ehrlich gesagt auch anstrengend, aber ihr würd ihm auch gern etwas Ruhe in der Hinsicht gönnen, indem man eine praktikable Lösung für alle Fälle hat.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: RedChili am 07. November 2020, 23:20:22
Zitat von: Maunzi am 07. November 2020, 21:18:32
Mein Vater will das Thema geklärt haben,
Dann wäre es tatsächlich am sinnvollsten, wenn dein Vater ein Testament verfasst.

Zitat von: Maunzi am 07. November 2020, 21:18:32
Bringt das mit dem Pflichtteil denn irgendetwas? Wäre doch genauso 50% wie wenn ich "normal" erben würde?
Der Pflichtteil besteht aus der Hälfte des gesetzlichen Erbteils und somit bei dir 25%. Der Pflichtteil ist auch nur ein Geldanspruch gegen den Erben.
Des Weiteren ist es dann auch so, dass nichts mit der Erbschaft zu tun hast und daher auch keine Schulden übernehmen musst. Es wäre dann allerdings so, dass sich der Miterbe mit allem rumschlagen muss, was die Erbangelegenheit so mit sich bringt. Bankangelegenheiten, Versicherungen, Schulden, etc.
Ihr solltet also auch gemeinsam besprechen, ob das für alle Beteiligten in Ordnung wäre.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Gast49353 am 08. November 2020, 09:18:01
Auch für die Nachlassinsolvenz muss der Nachlass zumindest soweit werthaltig sein, dass die Kosten für das Nachlassinsolvenzverfahren gedeckt sind. Ist das nciht gegeben, dann wird das Verfahren mangels Masse abgelehnt und der Erbe steht mit einem Haufen Schulden da, für die er dann nämlich mit seinem Privatvermögen haftet.
Was für ein Unsinn!

Wird ein Nachlassinsolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen, geht den Erben in diesem Fall rechtskräftig ein Beschluss zu, mit dem sie sich erfolgreich gegen vorhandene Forderungen sowie Mahn- und Zwangsvollstreckungsverfahren der Gläubiger des Erblassers zur Wehr setzen können.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: RedChili am 08. November 2020, 16:57:59
Zitat von: Gast49353 am 08. November 2020, 09:18:01
Was für ein Unsinn!
Redest du wieder über deine eigenen Beiträge?

Anstatt irgendwas hier ohne jegliche Quellenangabe zu zitieren, solltest du dich lieber mal besser informieren. Aber anscheinend schreiben deiner Ansicht nach auch Volljuristen nur "Unsinn":
Zitat
Sind nicht ausreichend finanzielle Mittel vorhanden, die die Deckung der Kosten für die Nachlassverwaltung ermöglichen, kann die Anordnung der Nachlassverwaltung (§ 1981 BGB) für die Nachlassinsolvenz mangels Masse abgelehnt werden (§ 1982 BGB).
[...]
Grundsätzlich sind beim Nachlassinsolvenzverfahren die Kosten jedoch recht hoch. Das Gericht kann im Zweifel sogar die Eröffnung der Nachlassinsolvenz verweigern, wenn abzusehen ist, dass die Erbmasse in keiner Weise für die Deckung der Kosten genügt.
Quelle: https://www.anwalt.org/nachlassinsolvenz/
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Gast49353 am 09. November 2020, 08:26:40
Zitat von: Gast49353 am 08. November 2020, 09:18:01
Was für ein Unsinn!
Redest du wieder über deine eigenen Beiträge?

Anstatt irgendwas hier ohne jegliche Quellenangabe zu zitieren, solltest du dich lieber mal besser informieren. Aber anscheinend schreiben deiner Ansicht nach auch Volljuristen nur "Unsinn":
Zitat
Sind nicht ausreichend finanzielle Mittel vorhanden, die die Deckung der Kosten für die Nachlassverwaltung ermöglichen, kann die Anordnung der Nachlassverwaltung (§ 1981 BGB) für die Nachlassinsolvenz mangels Masse abgelehnt werden (§ 1982 BGB).
[...]
Grundsätzlich sind beim Nachlassinsolvenzverfahren die Kosten jedoch recht hoch. Das Gericht kann im Zweifel sogar die Eröffnung der Nachlassinsolvenz verweigern, wenn abzusehen ist, dass die Erbmasse in keiner Weise für die Deckung der Kosten genügt.
Quelle: https://www.anwalt.org/nachlassinsolvenz/

Du solltest auch verstehen, was Du da liest. Die Kosten des Nachlassinsolvenzverfahrens selbst sind hoch, nicht aber die Verweigerung des Gerichts.

Und dann anwalt.org zitieren ...

Lies lieber nochmal genau nach:
https://anwalt-kg.de/insolvenzrecht/das-nachlassinsolvenzverfahren/#:~:text=Wird%20ein%20Nachlassinsolvenzverfahren%20mangels%20Masse,Erblassers%20zur%20Wehr%20setzen%20k%C3%B6nnen.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: RedChili am 09. November 2020, 09:11:06
Zitat von: Gast49353 am 09. November 2020, 08:26:40
Du solltest auch verstehen, was Du da liest.
Danke der Nachfrage, aber ich verstehe was von Nachlass- und Insovenzrecht. Könnte an meinem erfolgreich absolviertem Studium liegen.

Zitat von: Gast49353 am 09. November 2020, 08:26:40
Die Kosten des Nachlassinsolvenzverfahrens selbst sind hoch, nicht aber die Verweigerung des Gerichts.
Der Satz ergibt überhaupt keinen Sinn. Die Verweigerung des Gerichts ist nicht hoch?

Zitat von: Gast49353 am 09. November 2020, 08:26:40
Lies lieber nochmal genau nach:
Hab ich und die dortigen Angaben sind so nicht richtig bzw unvollständig. Worauf die Anwälte hinaus wollen, ist die Dürftigkeitseinrede gem. § 1990 BGB. Das muss aber vom Erben ggü. dem Gläubiger auch entsprechend angezeigt werden. Nur steht davon nichts auf der tollen Anwalttsseite.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Gast49353 am 09. November 2020, 11:14:14
Zitat von: Gast49353 am 09. November 2020, 08:26:40
Du solltest auch verstehen, was Du da liest.
Danke der Nachfrage, aber ich verstehe was von Nachlass- und Insovenzrecht. Könnte an meinem erfolgreich absolviertem Studium liegen.

Zitat von: Gast49353 am 09. November 2020, 08:26:40
Die Kosten des Nachlassinsolvenzverfahrens selbst sind hoch, nicht aber die Verweigerung des Gerichts.
Der Satz ergibt überhaupt keinen Sinn. Die Verweigerung des Gerichts ist nicht hoch?

Zitat von: Gast49353 am 09. November 2020, 08:26:40
Lies lieber nochmal genau nach:
Hab ich und die dortigen Angaben sind so nicht richtig bzw unvollständig. Worauf die Anwälte hinaus wollen, ist die Dürftigkeitseinrede gem. § 1990 BGB. Das muss aber vom Erben ggü. dem Gläubiger auch entsprechend angezeigt werden. Nur steht davon nichts auf der tollen Anwalttsseite.
Und? Was willst Du nun sagen?

Oben schreibst Du, dass beim Insolvenzverfahren hohe Kosten anfallen. Und dass der Erbe bei Ablehnung mangels Masse mit einem Haufen Schulden da steht.

Und genau das stimmt nicht!

Ich zitiiere nochmal Brenecke:
Stellt sich heraus, dass der Nachlass voraussichtlich nicht ausreichen wird, um die Kosten des Verfahrens zu decken, wird das Verfahren gar nicht erst eröffnet. In diesem Fall haftet der Erbe auch dann nur mit dem Nachlassvermögen.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: RedChili am 09. November 2020, 11:32:02
Und? Was willst Du nun sagen?
Das, was ich bereits geschrieben habe. Lesen musst du schon selbst.

Zitat von: Gast49353 am 09. November 2020, 11:14:14
Und genau das stimmt nicht!
Achso, die Schulden lösen sich in Luft auf?

Zitat von: Gast49353 am 09. November 2020, 11:14:14
In diesem Fall haftet der Erbe auch dann nur mit dem Nachlassvermögen.
Ist richtig, aber auch nur, wenn er ggü dem Gläubiger die Dürftigkeitseinrede auch geltend macht. Diese Info fehlt nämlich und ich bezweifle stark, dass dem juristischen Laien diese Information bekannt ist.

Es ist aber auch völlig egal, weil es noch gar nciht soweit ist und zunächst ganz andere Beustellen abzuarbeiten wären. Nämlich vorrangig, die Gedanken über eine Ordnung des zukünftigen Nachlasses und die Frage, ob nicht doch ein Testament geschrieben werden sollte.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Maunzi am 09. November 2020, 12:44:53
Ich klammer jetzt mal gedanklich den Teil der nur Diskussionszwecken dient aus und beantworte das, was mir weiterhilft.

Okay, also bin ich wenn er mich "enterbt" (oder muss er da nur schreiben, dass an mich maximal der Pflichtteil geht?) quasi fein raus? Muss nur dem Erben sagen: Wenns nicht verschuldet sein sollte, krieg ich meinen Anteil, wenn nicht gib mir das schriftlich fürs Amt?

Nur was passiert wenn der Erbe auch ausschlägt*? Fällt es dann quasi auf mich zurück oder bin ich dennoch raus? Bzw an wen muss ich mich dann wegen des Pflichtteils wenden um dem Amt gegenüber meine Pflicht zu erfüllen?

*ist kein "was wäre wenn", es wurd beim kurzen Telefonat schon angekündigt, hier ggf auszuschlagen, da der Aufwand zu hoch sei (hat selbst Job, Familie usw, braucht auch nix annehmen, ist nicht von Ämtern abhängig)
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: RedChili am 09. November 2020, 13:56:16
Zitat von: Maunzi am 09. November 2020, 12:44:53
oder muss er da nur schreiben, dass an mich maximal der Pflichtteil geht?)
Noch nicht mal das. Wenn dein Vater schreibt "XY soll mein Alleinerbe sein" dann reicht das vollkommen aus. Du wärst damit von der Erbfolge ausggeschlossen und kannst, sofern du willst, den Pflichtteil geltend machen.
Sollte der testamentarische Erbe ebenfalls ausschlagen und es sind keine Ersatzerben bestimmt worden ("Wenn XY nicht Erbe wird, sollen A und B erben"), dann greift wieder die gesetzliche Erbfolge. In dem Fall müsstest du also doch wieder das Erbe ausschlagen.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Maunzi am 10. November 2020, 11:09:31
Und wenn beide Erben ausschlagen, wie stehts dann mit den Enkelkindern? Müsste ich als Mutter dann für mein Kind auch nochmal ausschlagen? Bzw gemeinsam mit meinem Lebensgefährten? Haben ja gemeinsames Sorgerecht
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: RedChili am 10. November 2020, 12:21:55
Zitat von: Maunzi am 10. November 2020, 11:09:31
Müsste ich als Mutter dann für mein Kind auch nochmal ausschlagen? Bzw gemeinsam mit meinem Lebensgefährten? Haben ja gemeinsames Sorgerecht
Ja, gemeinsam mit deinem Lebensgefährten.
Titel: Re: Erbe Ausschlagen erlaubt? Folgen?
Beitrag von: Maunzi am 10. November 2020, 15:09:00
Danke vielmals! Werd ihn gleich heute Abend informieren, damit wir das dann mal angehen mit dem Testament. Erinnerungsstücke oder dergleichen gibt es nicht - die trage ich wie man so schön sagt im Herzen und im Gedächtnis :) Daher ist das wirklich perfekt!